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Manuskript: 03_2014_Lektion_11

In dieser Cannstatt Study Hour-Lektion mit Ronny Schreiber wird die Bedeutung und Heiligung des Sabbats aus der Perspektive von Jesus Christus und den Aposteln beleuchtet. Es wird erklärt, wie der Sabbat als Zeichen der Schöpfung und der Erlösung dient und wie Jesus selbst ihn gelebt und gelehrt hat. Die Lektion widerlegt gängige Missverständnisse und betont, dass der Sabbat zur Befreiung und Erquickung der Menschen gedacht ist, nicht als Last.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2014 Q3: Wichtige Lehren von Jesus

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. In unserem dritten Quartal 2014 werden wir in dem Bereich wichtige Lehren von Jesus heute die Heiligung des Sabbats betrachten. Was der Sabbat ist, was damit auf sich hat, wie der Sabbat zu heiligen ist, wie Jesus den Sabbat gehalten hat und wie die Apostel später den Sabbat gehalten haben, das wollen wir uns heute anschauen. Bevor wir mit dem Thema beginnen, möchte ich euch einladen, mit mir zusammen zu beten. Herr unser Gott, wir möchten dich bitten, dass du jetzt mit deinem Heiligen Geist bei uns bist, dass du uns dein Wort aufschlägst, dass du uns deine Worte erklärst, dass wir verstehen können, warum der Sabbat eingesetzt wurde und was du mit diesem Sabbat-Tag vorhast, warum wir heute diesen Sabbat noch halten sollen und warum du ganz besonders an diesem Tag bei uns bist. Lieber Vater, wir danken dir dafür, dass dein Geist jetzt bei uns ist. Im Namen Jesu, Amen.

[1:08] Wir möchten gleich anfangen, indem wir die Bibel ganz vorne aufschlagen, ganz vorne im Genesis oder im ersten Mose, im ersten Kapitel. Wenn wir ganz vorne reinschauen, beginnt die Bibel gleich mit dem ersten Satz: „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.“ Also uns erwartet jetzt der Schöpfungsbericht. In diesem ganzen Kapitel, in den nächsten Versen, wird Stück für Stück erklärt, wie Gott die ganze Welt geschaffen hat, was in welcher Reihenfolge geschaffen wurde und am Ende heißt es dann, dass er den siebten Tag heiligte und an diesem Tag ruhte. Dieses Wort „ruhte“ meint dann Sabbat. Aber es beginnt, dass Gott am Anfang alles schuf. Vers 2 sagt: „Die Erde aber war wüst und leer und es lag Finsternis auf der Tiefe und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.“ Und Gott sprach: „Es werde Licht und es wurde Licht.“ Ganz am Anfang, schon in den ersten drei Versen, wird uns hier die Gottheit vorgestellt. Vers 1, Gott der Schöpfer. Vers 2, Gott der Heilige Geist, der über den Wassern schwebt. Und in Vers 3 finden wir Jesus Christus, weil es hier heißt: „Und Gott sprach: Es werde Licht und es wurde Licht.“ In dem Moment, wo Gott sprach, ist etwas entstanden. Und dieses Wort, das Gott hier gebraucht, ist niemand anderes als Jesus Christus selber.

[2:42] Wir wollen das ein bisschen untersuchen und gehen dazu in das Johannesevangelium. Johannesevangelium, Kapitel 1. Und in Kapitel 1, Verse 1 bis 3, lesen wir: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist.“ Johannes schreibt hier, dass ganz am Anfang bei Gott das Wort war und er sagt, dass das Wort Gott war. Also das Wort war bei Gott, aber das Wort war auch Gott. Und dann beginnt er zu erklären und sagt, dass alles, was entstanden ist, jemals durch dieses Wort entstanden ist. Und das ist das gleiche Wort, das wir am Anfang gesehen haben: „Und Gott sprach: Es werde Licht und es wurde Licht.“ Denn durch dieses Wort hat Gott alles geschaffen, alles, was da ist. Und wenn wir diesen Text jetzt Vers für Vers durchgehen würden, was wir jetzt aus Zeitgründen nicht machen, sondern wir springen einfach mal in Vers 14, werden wir erkennen, dass dieses Wort, das am Anfang bei Gott war und das Gott selber war, Jesus Christus ist. Vers 14: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns. Und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als das Eingeborene vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Dieses Wort, durch das am Anfang alles geschaffen wurde, ist Jesus Christus selber. Das heißt, Jesus Christus war derjenige, der von Anfang an alles gemacht hat. Und wenn er alles geschaffen hat, dann hat er die Planeten geschaffen, dann hat er das ganze Universum geschaffen, dann hat er die Engel geschaffen, er hat die Menschen geschaffen und er hat noch mehr geschaffen.

[4:28] Wir schauen mal in Hebräer 1. Hebräer 1. Und hier in Vers 1 bis 3. „Nachdem Gott in den vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn. Ihn hat er eingesetzt zum Erben von allem, durch ihn hat er auch die Welten geschaffen. Dieser ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens und trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft. Er hat sich, nachdem er die Reinigung von unseren Sünden durch sich selbst vollbracht hat, zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt.“ Also Paulus beginnt hier im Hebräerbrief damit, dass er an den Urgrund zurückgeht und sagt, ganz am Anfang war Jesus Christus da und er hat alles geschaffen. Und er sagt, er hat die Welten geschaffen. Also wirklich alles, was da war. Nicht nur unsere Erde, sondern wirklich jede Welt, also jeden Planeten. Er hat die Galaxien geschaffen, die Sternsysteme, die großen Clusterwolken, all das, was wir im Weltall sehen, all das hat Jesus Christus geschaffen. Der Jesus Christus, der später auf unsere Erde kam und uns gezeigt hat, wie der Vater wirklich ist. Er hat uns die Herrlichkeit des Vaters gezeigt und dieser Jesus Christus hat alles, und zwar wirklich alles geschaffen, ausnahmslos.

[5:57] Alles ist aus den gleichen Dingen zusammengebaut. Wenn wir das ganze Weltall untersuchen, stellen wir fest, dass eigentlich alles Größere, was wir hier sehen und es spielt keine Rolle, ob es ein Aluminiumgehäuse ist oder vielleicht Papier ist oder die Kleidung ist, die ich anhabe, eigentlich aus den gleichen drei Teilen besteht. Es sind Neutronen, es sind Protonen und es sind Elektronen. Daraus besteht alles. Alles, was wir hier sehen. Die einen sind so zusammengesetzt, dass es Aluminium ergibt, die anderen sind so zusammengesetzt, dass wir eine Holzplatte haben oder eben Papier dabei rauskommt oder Stoffe oder meine Haut, meine Augen. Alles ist im gleichen Prinzip geschaffen, interessanterweise aus diesen drei Dingen. Und so hat Jesus Christus ganz am Anfang alles in Ordnung gehalten, hat alles gemacht. Und er hat nicht nur einfach alles geschaffen, denn wenn er alles geschaffen hat und ich sagte, wir ergänzen noch ein bisschen, er hat die Planeten, die Menschen, die Engel und alles geschaffen, er hat auch die Dinge geschaffen, die wir vielleicht nicht sehen können.

[7:02] Denn der Brief, Paulus schreibt einen Kolosserbrief, schlagen wir mal gemeinsam auf. Kolosser und hier auch im ersten Kapitel. Das finde ich interessant, dass die Schreiber im ersten Kapitel oft schon darauf eingehen, was am Anfang war. Kolosser 1, Vers 16 und 17. Hier heißt es, Paulus spricht wieder über Jesus Christus und sagt: „Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare. Seien es Thron oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten, alles ist durch ihn und für ihn geschaffen. Und er ist vor allem und alles hat seinen Bestand in ihm.“ Paulus sagt, Jesus Christus hat nicht nur alles geschaffen, was wir sehen können, sondern hat auch alles das geschaffen, was wir nicht sehen können. Dinge, die wir nicht sehen können, die wir nicht anfassen können. Christus hat sogar die Herrschaften und Gewalten geschaffen. Christus hat sogar den Sabbattag geschaffen. Christus hat all diese Dinge geschaffen und der Text sagt: „Und er ist in allem und alles hat seinen Bestand in ihm.“ Das heißt, die Dinge, die heute existieren, existieren deswegen, weil Christus sie am Leben hält. Ich existiere nur dadurch, weil Gott mir Leben gibt, jeden Tag. Und so existieren alle Dinge dadurch, dass Gott sich um sie kümmert. Wie er den Tieren die Nahrung gibt und sich auch um die Pflanzen kümmert, so kümmert er sich auch um die Menschen. Gott hält sogar gefallene Engel am Leben, denn sie haben kein Leben in sich. Also Gott hält alles am Leben, in ihm ist alles geschaffen, für ihn ist alles geschaffen und alles hat seinen Bestand in ihm. Jesus Christus, der Urheber von all diesen Dingen. Durch ihn wurde alles geschaffen.

[9:00] Und das bringt uns dahin, dass wir sagen, wenn alles von ihm geschaffen ist, was wir sehen und auch der Sabbat von ihm geschaffen ist, der siebte Tag, der Tag der Ruhe, den wir Verbindung mit Gott haben sollen, was erklärt uns Jesus Christus dann über diesen besonderen Tag? Und da wollen wir hineingehen und das zu untersuchen in Matthäus 12. Und in Matthäus 12 finden wir eine Geschichte und die wollen wir uns mal anschauen. Das ist die Geschichte, wo Jesus mit seinen Jüngern zur Synagoge geht und durch Kornfelder läuft und seine Jünger anfangen Ähren zu rupfen. Wir lesen den Text mal von Vers 1 bis 8. Matthäus 12, 1 bis 8. „Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Kornfelder. Seine Jünger aber waren hungrig und fingen an, Ähren abzustreifen und zu essen. Als aber die Pharisäer das sahen, sprachen sie zu ihm: „Siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist.“ Er aber sagte zu ihnen: „Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als er und seine Gefährten hungrig waren? Wie er in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote aß, welche weder er noch seine Gefährten essen durften, sondern allein die Priester? Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen und doch ohne Schuld sind? Ich sage euch aber: Hier ist einer, der größer ist als der Tempel. Wenn ihr aber wüsstet, was das heißt: ‚Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer‘, so hättet ihr nicht die Unschuldigen verurteilt, denn der Sohn des Menschen ist Herr auch über den Sabbat.“ Denn der Sohn des Menschen ist Herr auch über den Sabbat.“

[10:44] Natürlich, wenn Jesus Christus ihn eingesetzt hat, wenn er ihn geschaffen hat und wenn Jesus Christus den Sabbat im Bestand hält, denn das tut er ja. Was er geschaffen hat, hat Paulus gesagt, das hält er auch am Leben, das hält er im Bestand. Den Sabbat hat er geschaffen und er hält diesen Sabbat immer noch als seinen Ruhetag. Immer noch heiligt er ihn, immer noch segnet er ihn. Es ist ein besonderer Tag. Jesus Christus ist also der Herr über den Sabbat und das macht er den Pharisäern hier klar, dass er Autorität hat über diesen Sabbat-Tag. Und die Pharisäer haben in Vers 1 und 2 seinen Jüngern vorgeworfen, dass sie ernten würden, dass sie durch die Felder gehen und Kornehren abrupfen und die Körner essen. Was sie ausgelegt haben als Moment, das ist ja Erntearbeit. Was deine Jünger machen ist Erntearbeit und Erntearbeit soll natürlich nicht am Sabbat stattfinden. Die Pharisäer argumentieren aber nicht, warum. Sie sagen nicht: „Das ist ein besonderer Tag, hier sollt ihr Zeit mit Gott verbringen, ihr sollt in Gottes Nähe kommen, ihr sollt eure Arbeit ruhen lassen und ausruhen von euren Werken, wie Gott von seinem ausgeruht hat.“ Sondern die Pharisäer machen hier ganz schlicht den Vorwurf und sagen: „Das dürft ihr nicht, steht im Gesetz, also hört auf damit.“

[11:57] Und Jesus Christus geht darauf ein, nachdem er jetzt einige Beispiele gibt, sagt er in Vers 7: „Wenn ihr aber wüsstet, was das heißt: ‚Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer‘, so hättet ihr nicht die Unschuldigen verurteilt.“ Also Jesus Christus sagt, seine Jünger haben nicht das Gesetz übertreten, sonst hätte er sie nicht unschuldig nennen können. Also was Jesus Christus, oder was seine Jünger hier gemacht haben, war keine Sabbatenteiligung. Sie haben im Vorbeigehen Ähren gerupft und haben sie gegessen. In Jesus Christus' Augen haben sie da keine Erntearbeit getan. Und ich glaube, man muss auch sehr, sehr genau hingucken, mit schielenden Augen, wenn man darin eine Erntearbeit sehen möchte. Aber Jesus Christus argumentiert hier, indem er in Vers 3 sagt: „Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als er und seine Gefährten hungrig waren, wie er in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote aß, welche weder er noch seine Gefährten essen durften, sondern allein die Priester?“ David ist damals zum Hause Gottes gegangen und hatte den Priester gebeten, ihm Brote zu geben. Und der Priester sagt: „Ich habe keine Brote, außer das heilige Brot, das ja sonst auf dem Schaubrot-Tisch liegt und immer wieder ausgewechselt wird. Es kommen immer wieder frische Brote rauf und die alten Brote werden weggenommen und sollen von den Priestern gegessen werden.“ Und der Priester sagt: „Ich habe nur die Brote, die ich vom Schaubrot-Tisch genommen habe, aber die dürft ihr nicht essen, die sind ja für die Priester bestimmt. Es ist ja geheiligtes Brot.“ Aber David machte dem Priester klar, dass er und seine Gefährten geheiligt sind und dass sie dieses Brot essen können. Und tatsächlich gab der Priester ihnen auch dieses Brot und sie aßen.

[13:45] Und David hat damals verstanden, dass es bei dieser Heiligung nicht darum geht, irgendetwas für besonders heilig zu machen und der Mensch dient dem dann, sondern diese heiligen Dinge sollen den Menschen dienen. So wie der Mensch nicht geschaffen ist, um dem Sabbat zu dienen, sondern der Sabbat geschaffen ist, um den Menschen zu dienen. Das hat David erkannt. Und David nimmt das Brot, das für die Priester ist und gibt es seinem Volk zu essen oder seinen Soldaten, mit denen er losgezogen ist. Denn David wusste, dass es dem Herrn um die Rettung der Menschen geht, um das Wohl der Menschen. Und seine Soldaten brauchen Nahrung. Und so hat er diese Brote genommen und hat sie seinen Soldaten gegeben. David und seine Männer waren heilig. Der Priester hatte extra vorher gefragt: „Haben sich deine Männer geheiligt?“ Und David sagte: „Ja.“ Und dadurch, dass sie geheiligt waren, waren sie geistlich gesehen auch Priester. Und damit konnten sie dieses Brot auch essen. Denn es war ja für die Priester bestimmt.

[14:50] Und in Offenbarung 1, Vers 6, oder wir können mal aufschlagen. Wir lesen den Rest von 5b und 6. Hier heißt es: Offenbarung 1, Vers 5b und 6: „Ihm, der uns geliebt hat und uns von unseren Sünden gewaschen hat durch sein Blut und uns zu Königen und Priestern gemacht hat für seinen Gott und Vater, ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“ Hier zeigt Johannes, dass wir zu Königen und Priestern gemacht worden sind, durch die Heiligung, die Jesus Christus uns gegeben hat. Wenn wir nun Priester sind, dann sollen wir mit dem, was wir haben, Gott dienen. Wir sollen eine Verbindung herstellen zwischen den Menschen und zwischen Gott. Und wir dürfen vor Gott kommen. Das Ziel, das ein Priester verfolgen soll, ist, Menschen zu Gott zu bringen, eine Verbindung herzustellen. Und die heiligen Dinge dienen ihm dazu. Und das hatte David damals begriffen, aber die Pharisäer waren davon so weit weg, dass sie nicht mehr verstanden haben, was ist der Sabbat. Und Jesus Christus erklärt es ihnen, indem er auf David zurückzeigt und sagt: „Schau mal, David hat mehr begriffen als ihr. David hat gesehen, wie die heiligen Dinge Gottes eins zu setzen sind.“

[16:02] Und dann lesen wir in Vers 5, in Matthäus 12, Vers 5: „Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen und doch ohne Schuld sind?“ Natürlich, die Priester dienen Gott am Sabbat. Die Priester hatten all ihre Ämter auch am Sabbat. Und das kennen wir heute auch. Unsere Diakone, unsere Prediger, unsere Pastoren, unsere Techniker am Sabbat dienen sie in der Gemeinde. Es ist ein Dienst und es ist eine Arbeit. Und eigentlich entweihen sie dadurch ja den Sabbat, aber sie sind ohne Schuld. Denn das Ziel, Menschen zu retten, steht höher als das Ziel, oder es widerspricht sich nicht mit dem Ziel, den Sabbat zu halten. Die Sabbatheiligung, all diese Dinge unterstehen der Rettung der Menschen. Dafür ist alles gemacht worden. Dafür hat Gott all diese Dinge gegeben, damit Menschen gerettet werden, damit Menschen zu ihm geführt werden können. Und so tragen diese Priester keine Schuld. Und Jesus zeigt das hier. Ein Priester, der im Tempel dient, trägt keine Schuld. Wisst ihr das denn nicht, ihr Pharisäer? Die ihr nur aufs Gesetz achtet, die ihr nur schaut, ist dem Buchstaben gemäß richtig, was derjenige tut und nicht versteht, warum Gott diese ganzen Dinge gemacht hat.

[17:23] Und das Problem der Pharisäer war, dass sie all diese kleinen Dinge angekrittelt haben, die die Menschen taten. So wie hier zum Beispiel das Ährenraufen, wo sie überhaupt nicht mehr erkannt haben: „Ist das wirklich Gottes Weg? Ist das wirklich das, was Gott machen wollte, als er uns den Sabbat gab?“ In Matthäus 15, Verse 6 bis 9 lesen wir, dass Jesus Christus hier zu den Pharisäern sagt: „Und so habt ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen aufgehoben. Ihr Heuchler, treffend hat Jesaja von euch gesagt, wenn er spricht: ‚Dieses Volk naht sich zu mir mit seinem Mund und ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir. Vergeblich aber verehren sie mich, weil sie leeren vortragen, die Menschengebote sind.‘“ Die Pharisäer haben damals die Gesetze Gottes eingepackt in Watte, haben viele kleine Gesetze drumherum gemacht und haben den Menschen nur noch Verbote und Auflagen gegeben. Ihr müsst besonders heilig sein, ihr dürft euch Gott nur in bestimmter Weise nahen, ihr dürft am Sabbat das nicht machen, das nicht machen, das nicht machen. Und es ging so weit, dass der Sabbat für die Menschen eigentlich keine Freude mehr war, sondern dass der Sabbat für die Menschen nur noch Stress war.

[18:45] Da fragt man sich, was darf ich am Sabbat überhaupt noch tun? Ich würde jetzt gerne eigentlich vielleicht mal in den Park gehen, aber ich darf ja nur tausend Schritte machen. Ich würde gerne, ich weiß nicht, irgendwas machen, aber ich darf nicht. Ich bin gebunden. Es geht so weit, dass heute in einigen jüdischen Kreisen sogar die Fahrstühle eine elektrische Regelung haben, dass sie den ganzen Sabbat in jedem Stockwerk halten und immer durchfahren. Die Fahrstühle arbeiten also den ganzen Tag in den Häusern und halten in jedem Stockwerk an, damit man sich nicht die Arbeit machen muss und auf den Knopf zu drücken, damit der Fahrstuhl kommt. Ich muss auch nicht drücken, damit er irgendwo anhält. Der Fahrstuhl hält ja eh in jedem Stockwerk, damit ja keine Arbeit getan wird. Das Problem dabei ist, wenn ich in den zwanzigsten Stock fahren will, dann kann ich 20 Minuten Zeit einplanen, um da hoch zu kommen. Und das ist nicht gerade das, was den Menschen Freude am Sabbat macht. Das ist einfach ein Menschengebot, das da hineingebracht wurde, um ja den Sabbat nicht zu entheiligen. Hab gehört, dass es sogar so weit geht, dass es einige Kreise gibt, die sich sogar das Toilettenpapier vorreißen am Sabbat, weil das Arbeit wäre, ein Blatt Toilettenpapier abzuziehen. Und wenn ich mir vorstelle, dass das von Gott kommen soll, dann wäre der Sabbat wirklich eine furchtbare Qual für die Menschen.

[20:05] Der Sabbat soll ein Freudentag sein, ein Tag der Ruhe, wo der Mensch ausspannen kann von seiner Arbeit, wo er seine Arbeit mal liegen lassen kann und die Gemeinschaft mit Gott suchen kann, in heilige Gemeinschaft mit dem Vater kommen kann, in Gemeinschaft mit seinen Geschwistern kommen kann, wo etwas Neues beginnt, wo die Woche abgeschlossen ist, die Zeit der Arbeit ist hinter sich, etwas Neues wird beginnen, jetzt ein Tag der Ruhe. Und so sollte er auch gehalten werden. Und die Pharisäer haben furchtbare Dinge daraus gemacht und für die Menschen war es eine Qual. Nun, Jesus Christus lebte zu dieser Zeit und musste viele Dinge den Menschen wieder zurückbringen, den Menschen wiedergeben, warum Gott eigentlich den Sabbat geschaffen hat.

[20:48] Und Jesus Christus selber, wenn wir in Lukas schauen, Lukas 4 und hier in Vers 16, so erkennen wir, dass selbst Jesus Christus den Sabbat gehalten hat. Nicht wie die Pharisäer gesagt haben, er hätte ihn gebrochen. Christus hat nie das Gesetz in irgendeiner Weise gebrochen, ging auch nicht, sonst wäre Christus sündig und er hätte nicht für uns sterben und auferstehen können. Christus hat also das Gebot gehalten, an jedem Tag, zu jeder Zeit. Und seine Gewohnheit war es, in die Synagoge zu gehen. Lukas 4 Vers 16 sagt: „Und er kam nach Nazareth, wo er erzogen worden war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbattag in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen.“ Für Jesus Christus war es ganz normal, am Sabbattag in die Synagoge zu gehen. Es heißt hier, es war seine Gewohnheit, Sabbat für Sabbat in die Synagoge zu gehen. Ich habe schon manchmal gehört, dass Leute sagen: „Sabbat im Gottesdienst? Ja, eigentlich schon, aber ich bin heute so müde, ich bleibe mal lieber zu Hause. Ist ja ein Tag der Ruhe, ein Tag der Entspannung, also entspanne ich mich mal gemütlich zu Hause. Um 10 Uhr werde ich mir ein Frühstück gönnen und dann den Tag mal ganz ganz locker angehen.“ Aber das ist keine Sabbatheiligung, das ist Faulheit.

[22:07] Jesus Christus ging nach seiner Gewohnheit Sabbat für Sabbat in die Synagoge und er hat es sogar vorgelesen. Also er hat sich sogar eingesetzt in der Synagoge, in dem Gottesdienst. Er hat also teil gehabt an der Gemeinschaft. Das war Jesus Christus seine Gewohnheit. Er hat teil an der Gemeinschaft mit den Geschwistern gehabt, er hat die besondere Gemeinschaft mit Gott gehabt an diesem Tag. Und wir haben gerade eben gelesen, auf dem Weg zur Synagoge ging er auch durch die Natur. Seine Jünger pflückten da diese Kornehren und ich glaube, es war eine gute Gewohnheit, auch am Sabbat in die Natur heraus zu gehen. Am Sabbat Zeit in der Natur zu haben. Jesus Christus hat oft Beispiele aus der Natur gebracht, wenn er gepredigt hat, wenn er den Menschen die großen Wahrheiten Gottes nahegebracht hat. Und eigentlich ist es eine gute Idee, am Sabbat auch mal einen Spaziergang zu machen, in die Natur heraus zu gehen.

[22:55] Denn im zweiten Buch Mose Kapitel 20, lesen wir eigentlich den Grund, warum der Sabbat überhaupt eingesetzt wurde. Zweiter Mose 20, hier sind die Gesetzestafeln gegeben worden. Und in Vers 8 bis 11 heißt es: „Gedenke an den Sabbat-Tag und heilige ihn. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du kein Werk tun, weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch der Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist. Und er ruhte am siebten Tag. Darum hat der Herr den Sabbat-Tag gesegnet und geheiligt.“ Warum sollen wir den Sabbat-Tag halten? Weil Gott in sechs Tagen alles geschaffen hat. Das ist der Grund, warum wir den Sabbat-Tag halten sollen. Unser Schöpfer hat alles gemacht. Wenn wir in die Natur gehen und uns alles angucken und sagen: „Das hat Gott alles gemacht, das hat er alles wunderbar geschaffen“, dann können wir sagen: „Preis den Herrn, Halleluja, das ist unser Gott, unser Schöpfergott.“ In der Natur zu erkennen, dass Gott der Schöpfer ist. Davon spricht übrigens auch Paulus im Römerbrief, im ersten Kapitel, ich glaube der ist 18 oder 20, wo davon spricht, dass wenn wir in die Natur hineingucken, dass wir Gott darin erkennen können. Und das ist das, was wir auch am Sabbat-Tag tun können und tun sollten. Uns in besonderer Weise Zeit zu nehmen, uns an unseren liebenden Schöpfer zu erinnern.

[24:28] Und auch Jesus Christus hatte diese gute Gewohnheit, Bilder aus der Natur zu verwenden, um den Menschen Gott nahe zu bringen. Denn die ganze Natur ist es, alles, was geschaffen ist, zeugt von Gott. Und Jesus Christus hat an diesem Sabbat aber noch mehr gemacht, als zur Synagoge zu gehen, als den Gottesdienst zu besuchen, als Gemeinschaft mit den Geschwistern zu haben, als in die Natur heraus zu gehen. Jesus Christus hat noch andere Dinge gemacht und davon lesen wir in Matthäus 12 und hier ab Vers 9. Und wir lesen bis Vers 13. „Und er ging von dort weiter und kam in ihre Synagoge. Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie fragten ihn und sprachen: „Darf man am Sabbat heilen, damit sie ihn verklagen können?“ Er aber sprach zu ihnen: „Welcher Mensch ist unter euch, der ein Schaf hat und wenn es am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht? Wie viel mehr ist nun ein Mensch wert als ein Schaf? Darum darf man am Sabbat Wohl Gutes tun.“ Dann sprach er zu dem Menschen: „Strecke deine Hand aus.“ Und er streckte sie aus und sie wurde gesund wie die andere.“

[25:52] Jesus Christus hat hier am Sabbat geheilt. Übrigens die Reaktion der Pharisäer, in Vers 14 lesen wir es, da ging die Pharisäer hinaus und hielten Rat gegen ihn, wie sie ihn umbringen könnten. Die Pharisäer, die waren listig, verschlagen, gemein, bösartig. Sie versuchen Jesus Christus eine Falle zu stellen, indem sie sagen: „Guck mal hier, der Mann, der ist ganz krank, der hat eine verdorrte Hand, der arme Kerl. Darf man wohl am Sabbat heilen?“ Für die Pharisäer war das verboten. Jesus Christus macht deutlich, dass wir natürlich am Sabbat heilen dürfen, denn er sagt: „Natürlich dürfen wir am Sabbat Gutes tun.“ Und er will diesen Menschen helfen und gerade dafür ist der Sabbat ja gemacht. Also die Idee des Sabbats ist ja, den Menschen Gutes zu tun, den Menschen zu dienen, den Menschen zu helfen. Gott tut es ja in besonderer Weise am Sabbat, indem er sein Volk segnet, in besonderer Weise an diesem Tag, indem er für sein Volk da ist, indem er ihnen Zeit einräumt, Zeit mit ihm zu verbringen. Und Jesus Christus zeigt, dass es gut ist, am Sabbat Gutes zu tun, dass es gut ist, am Sabbat zu heilen und zu helfen. Und der Sabbattag hat diese ganz besondere Funktion.

[27:00] In Matthäus 11, Vers 28 lesen wir: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken.“ Auch heute noch, dass jeden Sabbat in besonderer Weise möchte Gott uns erquicken, uns Ruhe geben. Wir sollen zu Jesus Christus kommen. Das ist das, was Gott gerne möchte. Und Jesus Christus hat in dem Gleichnis eben gesagt, wie ist es, wenn euer Schaf in eine Grube fällt, an einem Sabbat, würdet ihr es herausziehen oder nicht? Natürlich würdet ihr es machen. Natürlich würdet ihr eurem Schaf helfen. Dann sagt er: „Wie viel mehr sollten wir denn einem Menschen helfen, der doch viel mehr wert ist als ein Schaf?“ Und während die Pharisäer diesem Schaf geholfen hätten, aus der Grube zu kommen, weil es ja sonst ein Verlust wäre, also ein wirtschaftlicher Verlust, wenn diesem Schaf was passiert, so weigern sie sich doch, diesem Mann zu helfen, der die kaputte Hand hat. Und hier wird klar, dass die Pharisäer hier den Wert des Tieres höher nehmen als den Wert dieses Menschen, weil sie das Gebot Gottes nicht verstehen. Das Gebot Gottes, das sie so verdreht haben, führt dazu, dass sie plötzlich den Wert des Menschen herabsetzen, weil er plötzlich unter der Last des Sabbats liegt. Der Sabbat drückt diesen Menschen plötzlich klein und das Schaf, das in die Grube fällt, ist plötzlich mehr wert. Das war nie Gottes Idee.

[28:20] Jesus Christus spricht, dass ein Mensch viel mehr wert ist als ein ganzer Schwarm Vögel, als viele Tiere. Der Sabbat darf nicht den Wert des Menschen herabsetzen. Der Sabbat soll den Menschen helfen, empor zu kommen, helfen, gesund zu werden, helfen, Gott nahe zu kommen. Das ist die Idee des Sabbats. Lesen wir mal. Das ist Lukas 13, glaube ich. Mal schauen. Das ist Lukas 13, genau. Ab Vers 10. Das ist das nächste Zeichen, was er tat, was Jesus auch am Sabbat getan hat. Und wir lesen Vers 10 bis 17. Wir lesen die Geschichte mal. Lukas 13, 10 bis 17. „Er lehrte aber in einer der Synagogen am Sabbat. Und sie, da war eine Frau, die seit 18 Jahren einen Geist der Krankheit hatte. Und sie war verkrümmt und konnte sich gar nicht aufrichten. Als nun Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: „Frau, du bist erlöst von deiner Krankheit.“ Und er legte ihr die Hände auf und sogleich wurde sie wieder gerade und pries Gott.“

[29:35] Der Synagogenvorsteher aber empörte sich darüber, dass Jesus am Sabbat heilte. Und er ergriff das Wort und sprach zu der Volksmenge: „Es sind sechs Tage, an denen man arbeiten soll. An diesen kommt und lasst euch heilen und nicht am Sabbattag.“ Der Herr nun antwortete ihm und sprach: „Du Heuchler, löst nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe und führt ihn zur Tränke? Diese aber, eine Tochter Abrahams, die der Satan sie schon 18 Jahre gebunden hielt, sollte nicht von ihrer Bindung gelöst werden am Sabbattag?“ Und als er das sagte, wurden alle seine Widersacher beschämt und die ganze Menge freute sich über all die herrlichen Taten, die durch ihn geschahen.

[30:27] Ähnliche Situation, wieder in einer Synagoge, wieder am Sabbat, eine verkrümmte Frau. Sie hatte eine Krankheit und das schon seit 18 Jahren. Und Christus sagt, der Satan hielt sie 18 Jahre lang in Fesseln. Und der Synagogenvorsteher sagt: „Das ist ja furchtbar, wie kann man denn am Sabbat diese Frau heilen, kann die nicht an einem anderen Tag kommen?“ Aber Jesus Christus sagt: „Hey, diese Frau wurde gebunden von Satan und heute ist ein wunderbarer Tag, um sie davon frei zu machen. Ihr würdet doch am Sabbat auch euren Esel losbinden und ihn zur Tränke führen. Ihr würdet doch auch euren Ochsen losbinden und ihn zur Tränke führen. Warum sollte ich diese Frau losbinden und sie zum ewigen Wasser führen? Zum lebendigen Wasser. Warum sollte ich die Bindung dieser Frau nicht lösen? Was sie bedrückt, das Elend, das auf ihr liegt und sie zum lebendigen Wasser führen.“

[31:10] Jesus Christus macht deutlich, das, was wir schon mit unseren Tieren machen, müssen wir doch viel mehr für die Menschen tun. Das gleiche Problem wieder. Der Wert des Tieres wieder höher gestellt als der Wert des Menschen und als Grund dafür der Sabbat genannt. Der Sabbat, der zur Heiligung dienen sollte, der Sabbat, der zur Ruhe dienen sollte, der zur Erlösung, zur Erquickung dienen sollte, drückte plötzlich die Menschen nieder.

[31:38] Was ist nun passiert? Diese Frau war in Fesseln. Schaut mal mit mir in Hiob. In Hiob 36. Diese Fesseln, die die Frau da hatte, Hiob 36, 7-11. Hier spricht Elihu und spricht in Vers 7-11 von Gott und das heißt: „Er wendet seine Augen nicht ab von dem Gerechten und er setzt sie auf ewig mit Königen auf den Thron, damit sie herrschen. Sind sie aber in Fesseln gebunden, in Banden des Elends gefangen, so hält er ihnen ihre Taten und ihre Übertretungen vor, denn sie haben sich überhoben. Er öffnet ihr Ohr der Zurechtweisung und befiehlt ihnen, sich von der Bosheit abzukehren. Wenn sie dann gehorchen und sich unterwerfen, so werden sie ihre Tage in Glück vollenden und ihre Jahre in Wohl ergehen.“ Elihu beschreibt hier, dass Menschen gebunden sind in Elend, in Fesseln und Banden des Elends. Sie sind gefangen gehalten. Es können auch Fesseln der Sünde sein, die die Menschen hier festhalten. Dinge, aus denen sie nicht herauskommen. Und er sagt, Gott hält diesen Menschen ihre Taten vor und wenn sie sich dann zu ihm bekehren, befreit er sie. Und das ist das, was Gott auch tut. Wenn ein Mensch in Banden gefangen ist, Gott sagt: „Hey, das ist ein Problem.“ Der Mensch sagt: „Ja, aber hilf mir, dass ich davon rauskomme, dass ich davon befreit werde.“ Wie die Frau, die zu Jesus geht und sagt: „Hilf mir, ich bin im Elend, ich bin krank, ich bin in Banden.“ Christus sagt: „Weißt du was, gesund.“ Legt die Hände auf und sagt: „Werde gesund.“ Das möchte Gott machen. Er möchte die Menschen von den Fesseln der Sünde, von den Fesseln des Elends befreien.

[33:21] Und Jesus Christus zeigt, dafür ist der Sabbat, ist großartig dafür gedacht. Das macht Jesus Christus bewusst am Sabbat. Klar hätte Jesus Christus ja einen anderen Tag befreien können, aber er wählt bewusst den Sabbat, um es zu tun. Einfach um die Funktion wieder zu zeigen, wofür ist der Sabbat eigentlich gedacht, um Menschen zu befreien.

[33:37] Lesen wir nochmal mit mir in Jesaja 52. Jesaja 52 und hier Verse 1 bis 3. „Wache auf, wache auf, Zion, ziehe deine Stärke an, ziehe deine Ehrenkleider an, Jerusalem, du heilige Stadt, denn von nun an wird kein Unbeschnittener noch Unreiner mehr in dich hineinkommen. Schütte den Staub von dir ab, stehe auf und setze dich hin. Jerusalem, mache dich los von den Fesseln deines Halses, du gefangene Tochter Zion, denn so spricht der Herr: „Umsonst seid ihr verkauft worden, so sollt ihr auch ohne Geld erlöst werden.“ Gott sagt: „Du bist meine Tochter Zion, du gehörst zu meinem Volk, du bist mein geliebtes Kind, umsonst wurdest du verkauft in die Sünde, in die Fesseln, in die Bande, in das Elend, aber ohne Geld werde ich dich wieder herausholen, ich werde deine Fesseln lösen. Leg das Band ab, das dich festhält, was dich am Hals knechtet und knebelt, was dich in die Sünde hineinzieht. Ich werde dich umsonst ohne Geld erlösen. Es ist eine Gnadengabe von mir.“ Das ist das, was Jesus Christus tun möchte und das ist auch das, was Jesus Christus jeden Sabbat tun möchte. Wenn Gott es schon tut, jeden Sabbat allein durch die Sabbat-Predigt und die Menschen hören das und die vielleicht in Banden da sitzen und plötzlich Erbauung erfahren und plötzlich die Fesseln losgerissen werden, dann ist Gott derjenige, der am Sabbat die Fesseln dieser Menschen löst. Und wenn Gott es am Sabbat tut, sollten wir das nicht auch tun? Wenn Christus es getan hat und wir Christus nachfolgen sollten, sollten wir nicht auch die Fesseln am Sabbat lösen? Das ist das, was Jesus Christus uns ganz, ganz deutlich zeigt. Löst die Fesseln, bringt die Menschen aus der Knechtschaft heraus.

[35:25] Und das ist übrigens, damit schließt sich auch der Kreis zum Sabbat. Am Sabbat sollen wir gedenken an die Neuschöpfung oder an die Schöpfung. Christus hat alles geschaffen und im fünften Buch Mose 5, wo die zehn Gebote nochmal stehen, im fünften Buch Mose 5, in den zehn Geboten, da geht es wieder um eine Schöpfung, allerdings um eine Neuschöpfung. Ab Vers 12: „Halte den Sabbattag und heilige ihn, wie es dir der Herr, dein Gott, geboten hat. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du kein Werk tun, weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch deine Rinder, noch dein Esel, noch all dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore ist. Damit dein Knecht und deine Magd ruhen wie du. Denn du sollst bedenken, dass du auch ein Knecht gewesen bist im Land Ägypten und dass der Herr, dein Gott, dich von dort herausgeführt hat mit mächtiger Hand und ausgestreckten Arm. Darum hat dir der Herr, dein Gott, geboten, dass du den Sabbattag halten sollst.“

[36:24] Während im zweiten Mose 20 Gott gesagt hat: „Halte den Sabbatag, denn ich habe alles geschaffen, die ganze Welt und alles, was da ist, jedes Atom, das ganze Universum, deswegen gedenke an den Sabbatag“, sagt er hier: „Gedenke an den Sabbatag, denn ich habe dich herausgeführt aus Ägypten. Ich habe das Band deiner Knechtschaft gelöst. Ich habe die Fesseln von dir genommen. Gedenke des Sabbatags, weil ich dich befreit habe, weil ich eine Neuschöpfung in dir gemacht habe.“ Der Sabbat ist ein super Zeichen für die Schöpfung, ein super Zeichen für die Neuschöpfung. Gott ist derjenige, der es getan hat und Jesus Christus, der hat alles gemacht, der das alles erdacht und alles gestaltet hat, kommt am Sabbat in die Synagoge und löst die Fesseln einer Frau. Einfach um mal zu zeigen, dafür ist der Sabbatag gedacht, um euch zu befreien, um euch zu befreien aus der Knechtschaft der Sünde. Und das gilt für jeden Menschen. Das gilt für die Glieder, die in der Gemeinde sitzen, genauso wie für die Menschen, die draußen vor den Toren sind. Auch für den Fremdling gilt es. Gott möchte ihn befreien, er möchte die Fesseln lösen am Sabbatag. Völlig missverstanden von den Pharisäern.

[37:44] Vielleicht zu guter Letzt haben wir, wir springen eine Geschichte, wir gehen in Lukas 23, gehen wir. Aus Zeitgründen springen wir mal in Lukas 23 und schauen uns mal an, was ist denn aus dem Sabbat geworden, nach der Auferstehung Jesu Christi. Also wir wissen von Jesus, wie er den Sabbat gehalten hat. Wir wissen also von Jesus, dass er nach seiner Gewohnheit Sabbat für Sabbat in die Synagoge ging. Wir wissen von Jesus, dass er Menschen gesund gemacht hat, dass er Fesseln gelöst hat am Sabbat. Dass er also für die Menschen gearbeitet hat, am Sabbatag. Wie das die Priester auch tun. Er hat den Menschen gedient. Was war nun nach seiner Auferstehung?

[38:33] Oftmals heißt es ja heute, ich kann das sagen, ich komme aus der evangelischen Kirche. Ich war jahrelang Ältester einer evangelischen Kirche. Und viele Menschen haben gesagt, als ich anfing den Sabbat zu halten: „Warum den Sabbat? Macht doch den Sonntag, machen wir alle. Es spielt doch keine Rolle, welchen Tag du hältst. Und außerdem hat Jesus den Sonntag eingesetzt als Zeichen seiner Auferstehung.“ Nun, dieses Argument ist haltlos, denn Jesus Christus hat an keiner Stelle den Sonntag eingesetzt. Das mussten die Geschwister auch einsehen. Und sie suchten nach Argumenten im Neuen Testament, ob vielleicht seine Jünger den Sonntag eingesetzt haben. Und auch da werden wir nichts finden. Wir gehen auf ein paar Texte ein, aber es gab keine Änderung des Sabbat-Tages, des Sabbat-Gebotes irgendwann einmal in der Geschichte. Nicht von Gott. Menschen haben das mal gemacht. Menschen haben den Sabbat verändert und haben den Sonntag eingesetzt. Aber Gott hat seinen Sabbat nie verändert. Wäre auch komisch, wenn das Gesetz ein Zeichen für den oder ein Sinnbild für den Charakter Gottes ist, dass Gott plötzlich seinen Charakter verändert. Denn Gott ist das Gleiche gestern, heute und bis in alle Ewigkeit. Der Sabbat-Tag ist festgemeißelt in Stein und wird sich nie verändern.

[39:50] Aber wir gucken mal in Lukas 23, Vers 55. Jesus Christus war nun gestorben. Er wurde gekreuzigt und er wurde in ein Grab gelegt. Der Josef von Arimathäa hatte ein Grab vorbereitet und interessanterweise zusammen mit dem Nikodemus, dem Pharisäer, hatte er viele, viele Öle und wohlriechende Salben bereitet und sie hatten ihm dieses Grab gelegt. Jesus lag nun im Grab und es heißt im Vers 53, 23, 55: „Es folgten aber auch die Frauen nach, die mit ihm aus Galiläa gekommen waren, und sahen sich das Grab an und wie sein Leib hineingelegt wurde. Dann kehrten sie zurück und bereiteten wohlriechende Gewürze und Salben. Am Sabbat aber ruhten sie nach dem Gesetz. Am ersten Tag der Woche aber kamen sie am frühen Morgen zum Grab und brachten die wohlriechenden Gewürze, die sie bereitet hatten, und noch etliche mit ihnen.“ Diese Frauen, die Jesus Christus einbalsamieren wollten, am Freitag nach der Kreuzigung sind sie zum Grab gegangen und haben gesehen, wo der Josef von Arimathäa und der Nikodemus Jesus Christus reinlegen. Sie sind dann zurückgegangen und haben wohlriechende Salben bereitet, um Jesus Christus einzubalsamieren. Das heißt aber am Sabbat ruhten sie. Sie haben den Sabbat-Tag gehalten. Es war ein Jünger Jesu, sie haben den Sabbat-Tag gehalten. Nun, und sogar Jesus Christus selber hat den Sabbat-Tag gehalten, denn was hat Jesus gemacht? Er wurde gekreuzigt am Freitag, am Sabbat ruhte er und am ersten Tag der Woche stand er auf. Sie sind alle Jünger und Jesus inklusive haben diesen Sabbat-Tag gehalten, sie haben geruht an diesem Tag.

[41:43] Wenn Jesus Christus das hier schon getan hat, hier den Sabbat-Tag gehalten hat, sogar in seinem Tod noch, dann ist es ja nur sinnig anzunehmen, dass Jesus Christus auch erwartet, dass seine Jünger auch in Zukunft diesen Sabbat-Tag halten werden. Und in Matthäus 24, Vers 20, wo Christus noch viele mahnende Worte zu seinen Jüngern sagt, diese große berühmte Endzeit-Predigt, die Christus auf dem Ölberg hält, sagt er in Vers 20: „Bittet aber, dass eure Flucht nicht im Winter noch am Sabbat geschehe.“ Und wenn wir uns den Kontext von diesem Vers angucken, stellen wir fest, dass Jesus Christus davon spricht, dass eines Tages die Römer kommen werden, Jerusalem einnehmen werden und die Christen daraus fliehen sollen. Diese Szene hat auch stattgefunden, allerdings 70 nach Christus, also fast 40 Jahre nach seinem Tod. Christus ging damals davon aus, dass sogar 70 Jahre nach seinem Tod die Christen, denn das richtet sich an die Christen, die Christen den Sabbat halten. Er sagt: „Bitte, dass eure Flucht nicht am Sabbat geschieht.“ Hätte ja keinen Sinn, wenn die Christen plötzlich alle auf den Sonntag umgesprungen wären. Er sagt: „Bitte, dass eure Flucht nicht am Sabbat ist.“ Also ging Christus davon aus, zu seinen Lebzeiten hier auf Erden, dass 70 Jahre nach Christus seine Gemeinde den Sabbat hält, dass die Christen den Sabbat halten. Haben sie auch gemacht.

[43:16] Dann schauen wir mal in die Apostelgeschichte. Was haben seine Jünger gemacht? Wie war es mit Paulus? Apostelgeschichte 13 und hier Vers 14. „Sie zogen aber von Perge weiter und kamen nach Antiochia in Pisidien und gingen am Sabbatag in die Synagoge und setzten sich.“ Also hier wird gesprochen von den Jüngern, von den Christen, lange nach Christi Himmelfahrt und sie gingen auch in die Synagoge. Sie setzten sich in die Synagoge und waren Teil am Gottesdienst. In Vers 42, wenn wir diesen Text weiterlesen, heißt es: „Als aber die Juden aus der Synagoge waren, baten die Heiden darum, dass ihnen diese Worte auch am nächsten Sabbat verkündigt würden.“ Es waren also Heiden in dieser Synagoge und die fanden das so interessant, was Paulus und die Apostel zu sagen hatten. Sie sagten: „Könnt ihr dazu sprechen auch am nächsten Sabbat?“ Jetzt hätte man denken können, eigentlich müsste Paulus sagen: „Wenn wirklich der Sonntag der neue Tag wäre, hätte auch Paulus sagen müssen: ‚Wisst ihr was, ihr braucht gar nicht so lange warten, wir werden uns morgen zusammensetzen. Morgen ist Sonntag und da werde ich euch noch mehr erzählen.‘“ Aber das macht Paulus nicht. Am nächsten Sabbat, da lehren sie wieder. Sabbat für Sabbat kamen sie zusammen.

[44:56] Und es ging sogar so weit, dass in Apostelgeschichte 17 in Vers 2 von Paulus gesagt wird: „Paulus aber ging nach seiner Gewohnheit zu ihnen hinein und redete an drei Sabbaten mit ihnen aufgrund der Schriften.“ Paulus, seine Gewohnheit war es, am Sabbat in den Gottesdienst zu gehen. Nun, dass es Paulus Gewohnheit war, wir hatten das Gleiche doch auch schon gelesen über Jesus Christus. Er ging nach seiner Gewohnheit, Lukas 4, er ging nach seiner Gewohnheit Sabbat für Sabbat in die Synagoge. Und auch Paulus hat es zu seiner Gewohnheit gemacht, Sabbat für Sabbat in die Synagoge zu gehen. Paulus hat auch den Sabbat gehalten. Er besuchte den Gottesdienst. Er blieb nicht zu Hause und sagte: „Heute ist ein wunderschöner Tag der Ruhe.“ Er besuchte den Gottesdienst und hatte Gemeinschaft mit seinen Geschwistern und Gemeinschaft mit Gott. Es war seine Gewohnheit geworden.

[45:45] Und wir werden noch viele andere Texte finden, gerade in der Apostelgeschichte und überhaupt im Neuen Testament, wo wir erkennen, dass der Sabbat sich nie verändert hat. Die ersten Christen haben ihn gehalten. Jesus hat ihn gehalten. Er wurde noch viele, viele Jahrzehnte danach gehalten, bis irgendwann einige Christen auf die Idee kamen: „Lasst doch mal den Sonntag nehmen, denn es ist ja alle Völker drumherum, die haben die Sonne angebetet.“ Und im Römischen Reich, das was damals die Besatzungsmacht war, da wurde auch die Sonne verehrt, am heiligen Tag der Sonne. Und so war es natürlich sehr leicht, wenn du die Christen irgendwie bewegen wolltest, vom Sabbat wegzukommen, hattest du keine wirkliche Chance, also hast du versucht, die Christen zu verfolgen und sie umzubringen. Das hat aber nicht geklappt, denn die Christen wurden immer größer, es wurden immer mehr, weil die Menschen gesehen haben, wie treu diese Leute zu Gott standen und wurde plötzlich umgeschwenkt. Es hieß: „Wisst ihr was, wir werden alle Christen, genau wie ihr, wir gehören alle dazu, wir sind alle eine große liebende Gemeinschaft. Wir haben nur eine kleine Bitte, wir halten alle den heiligen Tag der Sonne, wir verehren ja die Sonne, wir sind ja Götzendiener. Wir nennen uns auch Christen, aber es wäre gut, wenn wir den Ruhetag auf Sonntag verlegen.“

[47:03] Und die Christen haben sich gewehrt und haben gesagt: „Auf keinen Fall.“ Aber die römische Staatsmacht hat es durchgesetzt und hat gesagt: „Wir werden jetzt den heiligen Tag der Sonne halten und zwar das gilt für alle, auch für die Christen, die jetzt übrigens nicht mehr verfolgt werden dafür.“ Und die Christen haben sich gewehrt, was kam dabei raus? Die Christen wurden wieder verfolgt, weil sie den Sabbat gehalten haben und nicht den Sonntag. Und so gab es eine Vermischung. Im dritten, vierten, fünften Jahrhundert ging es alles durcheinander und der Sonntag wurde langsam durch politische Macht durchgesetzt, durch Gewalt. Aber die Christen haben, die treuen Christen haben den Sabbat weiter gehalten, die Waldenser über tausend Jahre lang. Sie waren treue Sabbathalter. Viele, viele Christen haben die Jahrzehnte, Jahrhunderte über den Sabbat gehalten und selbst heute gibt es noch eine Gemeinde, die den Sabbat hält, die Adventgemeinde. Wie die ersten Christen.

[47:47] Ich möchte das Thema gerne abschließen, aber ich möchte euch noch zwei Dinge mitgeben. Immer wieder, wenn ich über Diskussionen über den Sabbat komme, ob der Sabbat aufgelöst wurde oder ob es nicht unwichtig ist, auf den Tag zu achten, stoße ich immer wieder mit Christen anderer Konfession auf bestimmte Bibeltexte. Ich möchte einen kleinen Exkurs machen jetzt am Ende mit euch, möchte mir kurz die Bibeltexte mit euch angucken.

[48:13] Wir finden in Kolosser 2 einen Text, der immer wieder zitiert wird. In Kolosser 2 und hier in Vers 16 und 17. Hier heißt es: „So lasst euch von niemandem richten wegen Speise oder Trank oder wegen bestimmter Feiertage oder Neumondfeste oder Sabbate, die doch nur ein Schatten der Dinge sind, die kommen sollen, wovon aber der Christus das Wesen hat.“ In diesem Text heißt es: „Lasst euch von niemandem richten wegen bestimmter Feiertage oder wegen Sabbate, wegen Neumonde, wegen Feste, wegen Speisen und Trank.“ Dieser Text wird oft dazu benutzt zu sagen: „Ob ich den Sonntag halte, den Mittwoch oder den Sabbat, ist doch völlig egal, lasst euch doch von niemandem richten, ob ihr das machen werdet, denn diese Dinge sind ja nur ein Schatten auf Christus hin.“ Aber wenn wir den Text genauer uns angucken, wovon spricht er denn? Wovon spricht denn dieser Text? Dieser Text spricht nicht von dem wöchentlichen Ruhetag, von dem Sabbat. Dieser Text hier spricht von den Festen. Das sind bestimmte Opferfeste, die gehalten wurden, wie zum Beispiel das Passafest, das Pfingstfest oder das Laubhüttenfest, also bestimmte Feste, die im Jahr der Israeliten gehalten wurden.

[49:37] Und warum kann ich das so einfach behaupten? Zum einen heißt es: „Diese Dinge sind nur ein Schatten auf Christus hin.“ Ein Schatten auf Christus war nicht der Sabbatag. Der Sabbatag war nie ein Schatten für etwas. Der Sabbatag war schon immer da. Seit der Schöpfung an wird dieser Sabbatag eingesetzt und es war ein Ruhetag, ein Gedenken an Gott. Das hat sich nie verändert. Ein Schatten auf die Dinge, ein Schatten ist etwas, was nicht das Echte ist, sondern was nur etwas Vorschein lässt. So wie ihr vielleicht in meinem Schatten erkennen könnt, wie ungefähr meine Silhouette ist. Aber das Echte steht hier. Das Passafest war zum Beispiel nur ein Schatten davon. Es hat hingedeutet: „Da kommt ein Lamm, ein Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt.“ Aber das Passafest war der Schatten. Es ging um Jesus Christus. Er war der Echte. Paulus sagt hier: „Diese Dinge waren ein Schatten.“ Also spricht er von anderen Opferfesten. Er spricht nicht vom Sabbat, er spricht von den Jahresfesten der Juden. Macht ja auch Sinn, damals in der Zeit, wo Juden und Heiden irgendwie Christen wurden und einige diese Sachen gehalten haben und einige diese Sachen nicht gehalten haben. Und der eine hat vielleicht am Passafest gesagt: „Wisst ihr, dieses Lamm, das Symbol auf Jesus Christus ist, der für uns gestorben ist am Kreuz.“ Und der andere hat gesagt: „Das ist ja irgendwie jüdisches Fest, heidnisch, brauche ich nicht halten.“ Und Paulus sagt: „Lasst euch von niemandem richten, ob ihr das nun so macht oder so macht.“ Das ist sowieso eh nur ein Schatten, das ist unwichtig. Aber er spricht hier nicht von den Sabbaten.

[51:17] Er bezieht sich auf einen Text aus Hesekiel 45. In Hesekiel 45 und hier Vers 17 heißt es: „Dem Fürsten dagegen obliegen die Brandopfer, Speisopfer und Trankopfer für die Feste und die Neumonde und die Sabbate an allen Festzeiten des Hauses Israel. Er soll das Sündopfer, das Speisopfer, das Brandopfer und das Friedensopfer darbringen und für das Haus Israel Sühnung zu erwirken.“ Das ist genau der Text, auf den sich Paulus hier bezieht. Diese Trankopfer und Speisopfer und die Festsabbate. Das ist genau das. Nun, hier steht diese Feste und diese Sabbate. Was sind denn diese Sabbate gewesen? Ich bezeichne sie als Festsabbate und die Bibel tut genau das Gleiche. Wenn wir nämlich dahin gucken, wo es eigentlich herkommt, finden wir im dritten Buch Mose, im dritten Mose und hier im Kapitel 23, im Kapitel 23 diese ganzen Feste des Herrn. Also wie das Passa und die Erstlingsgabe und das Pfingstfest, der Versöhnungstag, also das Jom Kippur, das Laubhüttenfest und das Fest, dieses Posaunenfest. Das sind diese ganzen Feste drin.

[52:44] Und wenn wir in Vers 24 schauen, heißt es in dritter Mose 23, Vers 24: „Rede zu den Kindern Israels und sprich: Im siebten Monat am ersten des Monats soll eine Ruhetag für euch sein, ein Gedenken und Hörnerschall, eine heilige Versammlung.“ Gott nennt dieses Fest einen Ruhetag. Das Posaunenfest soll ein Ruhetag sein. Das Posaunenfest soll ein Ruhetag sein. Schaut mal in Vers 32, der Versöhnungstag: „Ein Sabbat der Ruhe soll es für euch sein und ihr sollt eure Seelen demütigen. Am neunten Tag des ersten Monats am Abend sollt ihr die Feier beginnen und sie soll währen von einem Abend bis zum anderen.“ Er sagt, es soll ein Sabbat der Ruhe für euch sein, aber dieser Versöhnungstag oder diese ganzen Feste, die sind ja nicht an einem bestimmten Tag, an einem bestimmten Wochentag abgelaufen, die sind ja immer irgendwie auf verschiedene Tage gefallen. Das kann sogar mal ein Sabbat gewesen sein, aber der kann auch auf Montag fallen oder auf Mittwoch. Und trotzdem sagt Gott, das sind Sabbate der Ruhe für euch. Und von diesen Sabbaten spricht Paulus, denn er bezieht sich hier auf den Text in Hesekiel und Hesekiel greift den Text aus dem dritten Mose 23 auf. Also es geht hier nicht um den wöchentlichen Ruhetag, sonst wäre er ja ein Gesetzesbrecher, wer diesen Tag hält.

[54:23] Und dann gibt es noch einen zweiten Text, der immer wieder erwähnt wird. Der Text aus Kolosser ist relativ leicht zu widerlegen, weil Paulus selber sagt, es ist ein Schatten von Dingen und der Sabbat selber war kein Schatten, sondern nur diese Feste waren Schatten. Aber der zweite Text, der immer wieder erwähnt wird, finden wir in Römer 14. Und in Römer 14 Vers 6, den höre ich so oft. Römer 14 Vers 6: „Wer auf den Tag achtet, der achtet darauf für den Herrn. Und wer nicht auf den Tag achtet, der achtet nicht darauf für den Herrn. Wer isst, der isst dem Herrn, denn er dankt Gott. Und wer nicht isst, der enthält sich der Speise für den Herrn und dankt Gott auch.“ Hier heißt es: „Der eine achtet den Tag und der andere achtet den Tag nicht. Es ist nicht so schlimm.“ Paulus sagt: „Es ist nicht so schlimm, der eine achtet den Tag und der andere achtet den Tag nicht.“ Aber auf welche Tage bezieht er sich denn hier wieder? Spricht er hier vom Sabbat, also vom wöchentlichen Ruhetag? Keineswegs, denn wenn wir Vers 5 dazuziehen, finden wir, dass Paulus sagt: „Dieser hält einen Tag höher als den anderen, jener hält alle Tage gleich. Jeder sei seiner Meinung gewiss.“ Dieser hält einen Tag höher als den anderen, jener hält alle Tage gleich, aber jeder sei seiner Meinung gewiss. Es ist unmöglich, dass Paulus hier spricht vom siebten Tag, vom Ruhetag. Wenn er das machen würde, dann würde Paulus sagen: „Jener hält alle Tage gleich und es sei seiner Meinung, sei er gewiss.“ Einer würde einen Tag höher halten, vielleicht den Sabbat oder den Sonntag und der andere würde alle Tage gleich halten. Wenn ich alle Tage gleich halte, würde das was bedeuten? Wie ich halte an sieben Tagen die Woche würde ich arbeiten, würde ich alle Tage gleich halten, würde ich aber gegen das Gebot verstoßen. Ich könnte sagen, ich werde sieben Tage die Woche ruhen. Dann würde ich auch gegen das Gebot verstoßen, das Gebot sagt: „An sechs Tagen sollst du arbeiten und am siebten Tag sollst du ruhen.“ Also wenn Paulus das hier auf den Sabbat beziehen würde, würde er sagen, dass das Gesetz ist ungültig gemacht worden. Aber das Gesetz ist nicht ungültig gemacht worden. Jesus Christus sagt: „Ich bin nicht gekommen, die Gesetze abzuschaffen.“ Und Paulus spricht immer wieder: „Das Gesetz ist gültig nach wie vor.“

[56:39] Er bezieht diesen Text genauso auf die Opferfeste, auf diese verschiedenen Zeremonialfeste der Juden. Und der eine, der hält halt diesen Passatag ein bisschen höher als der andere, aber der eine soll die anderen dafür nicht richten. Denn das Passat ist nur ein Schatten, es hat keine Kraft, es ist nur ein Schatten auf Jesus Christus hin. Dieser Text ist genau wie der Text in Kolosser kein Text zu sagen, der Sabbat wird nicht gehalten oder aber noch viel schlimmer, der Sabbat wurde auf den Sonntag verlegt. Wir finden es in beiden Texten nicht, aber das sind die beiden Haupttexte, die immer wieder argumentiert werden. Aber beide Texte, wenn man sie im Kontext liest und sie untersucht, sprechen sie nicht vom wöchentlichen Ruhetag, sondern von den verschiedenen Opferfesten im Laufe des Jahres.

[57:22] Gott hat seinen Sabbatag nie verändert. Von Anfang an wurde er eingesetzt und seit all den Jahrtausenden, wenn es diesen Sabbatag gibt, ist er für die Menschen da und soll für die Menschen zur Erbauung und Erquickung dienen. Wenn wir uns treffen, Sabbat für Sabbat, sollen wir Gemeinschaft miteinander haben, Gemeinschaft mit Gott haben, sollen, wenn es geht, in die Natur hinausgehen und unseren Schöpfer loben und preisen. Und das wird uns zur Erbauung dienen, denn an diesem Tag wird Gott uns besonders segnen, er wird uns besonders heiligen, er wird die Zeit mit uns haben, er wird uns seine Worte geben und er wird uns stärken für die Woche. Dafür ist der Sabbatag da, eine Hilfe des Menschen und so sollten wir ihn auch annehmen und so sollten wir ihn auch halten. Und wir sollten nicht wie Pharisäer sein und den Buchstaben genau versuchen: „Was darf ich, was darf ich nicht?“, sondern wir sollten an diesem Tag versuchen, die Gemeinschaft mit Gott zu finden. Das ist das, was Gott von uns möchte. Such die Gemeinschaft von Gott, lass deine Werke zurück, lass dein Gewinn, deine Wirtschaftlichkeit, alles das, was du tust in der Welt, lass es zurück. Such Gemeinschaft mit Gott, es wird dir zum Segen dienen und es wird auch deinem Umfeld zum Segen dienen, wenn du anfängst zu leuchten.

[58:41] Vielleicht bis dahin. Ich weiß, viele von euch werden sich jetzt vorbereiten auf den nächsten Sabbat, werden die Lektion durchstudieren und ich wünsche euch dabei, wenn ihr mit den Geschwistern Gemeinschaft habt und wenn ihr über diesen besonderen Tag sprecht, dass ihr den Segen Gottes an diesem Tag ganz besonders erleben dürft und dass ihr einen guten und einen gesegneten Austausch über dieses besondere Thema habt. Ich würde ganz gerne am Abschluss noch mit euch ein Gebet sprechen und Gott bitten, dass er diesen Sabbatag, den er für uns eingesetzt hat, jede Woche neu für uns ganz besonders heiligt und uns ganz besonders in seine Gemeinschaft führt, damit wir eine ganz, ganz besondere Beziehung zu ihm haben und ihm immer ähnlicher werden. Lass uns beten.

[59:25] Unser lieber Vater, wir danken dir dafür, dass du diesen Sabbatag eingesetzt hast. Als du alle Dinge geschaffen hast, hast du auch den Sabbatag geschaffen. Du hast ihn nie verändert, Herr, und du möchtest an diesem Tag uns nahe kommen. Du möchtest, dass wir in deine Gemeinschaft eintreten und dass wir eins mit dir werden können, dass wir erbaut werden von den Worten in deiner Predigt, dass wir erbaut werden von dem, was wir aus deiner Schrift lesen, dass unsere Fesseln gelöst werden, dass das, was uns an die Welt kettet, losgemacht wird. Herr, du möchtest, dass alle Menschen diesen Sabbatag erkennen und den Segen, der darauf liegt. Deine Gemeinde in der Welt, aber auch alle Menschen drumherum, auch die Heiden sollen dich loben und preisen, sollen deinen Tag verstehen und sollen befreit werden von dem, was sie bedrückt. Lieber Vater, wir sind sehr dankbar dafür, dass du diesen Tag eingesetzt hast, um an deine Schöpfung zu gedenken, an dich zu gedenken als großen Schöpfer und an die Neuschöpfung in unseren Herzen zu denken, weil du uns befreit hast, uns aus Ägypten herausgeführt hast. Lieber Vater, hab Dank dafür, dass du das für uns getan hast. Wir wollen dich loben und preisen, ganz besonders an deinem Sabbatag und wollen ihn heiligen und wollen bis in die Ewigkeit mitnehmen.

[1:00:27] Wenn wir eines Tages vor deinem Thron im neuen Jerusalem stehen und Sabbat für Sabbat uns einfinden werden bei dir. Hab Dank dafür im Namen Jesu. Amen.

[1:00:35] Ich freue mich, dass wir dieses Thema miteinander behandeln konnten. Nächste Woche wird es ein ganz spannendes Thema geben, wo es über Tod und Auferstehung geht und hier auch eine ganz herzliche Einladung, dass ihr wieder dabei seid, wenn wir das Thema Tod und Auferstehung behandeln. Bis dahin wünsche ich euch ein gesegnetes Studium in Gottes Wort, einen gesegneten Sabbat und Gottes Segen euch.

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