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In dieser Folge der „Wichtigen Lehren von Jesus“ wird das Konzept der Gemeinde Christi beleuchtet. Christopher Kramp erklärt, dass die Gemeinde kein rein neutestamentliches Phänomen ist, sondern bereits im Alten Testament seine Wurzeln hat, wie das Passahfest zeigt. Er betont, dass die Gemeinde auf dem Fundament des Wortes Gottes gebaut ist und Jesus Christus selbst der Eckstein ist. Die wahre Identität und Einheit der Gemeinde ergeben sich aus der Offenbarung Gottes und dem Leben nach seinem Wort.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2014 Q3: Wichtige Lehren von Jesus

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt auf joelmedia.de. Herzlich willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries und all jenen, die sich später vielleicht eine Aufzeichnung dieser Sendung anschauen. Wir haben heute die achte Folge unserer Serie "Wichtige Lehren von Jesus", wo wir bestimmte Grundthesen und Grundwahrheiten der Bibel aus dem Blickwinkel von Jesus Christus betrachten, so wie er sie gelehrt hat, so wie er sie gepredigt hat. Und heute in der achten Folge soll es um die Gemeinde Christi gehen. Das Wort Gemeinde ist ein Wort, das unterschiedliche Reaktionen hervorrufen kann. Einige Menschen haben positive Assoziationen mit Gemeinde, andere verbinden negative Erfahrungen damit. Und wir wollen uns heute Gedanken machen, was die biblische Grundlage ist und wie Jesus Gemeinde gedacht und verstanden hat. Damit bereiten wir uns vor auf das Bibelgespräch am 22. August. Und ich möchte euch einladen, dass wir zu Beginn, wie jedes Mal, ein Gebet sprechen, damit der Heilige Geist uns wirklich in alle Wahrheit führen kann. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir dein Wort studieren können. Möchten dich bitten, dass du uns in alle Wahrheit führst, so wie du es gesagt hast, dass wir erkennen, was dein Plan mit der Gemeinde ist. Und wir möchten dich bitten, dass du alle Störenden fernhältst und dass wir begreifen können, was du uns heute sagen möchtest. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.

[1:55] Zunächst einmal müssen wir uns die Frage stellen, was nach der Bibel eigentlich Gemeinde ist. Wer gehört zur Gemeinde? Was ist das biblische Konzept von Gemeinde? Und das erste Mal, dass die Idee einer Gemeinde, einer Gemeinde Gottes, in der Bibel vorkommt, ist interessanterweise nicht im Neuen Testament, obwohl wir vielleicht gedanklich als Christen das Thema Gemeinde besonders im Neuen Testament verorten würden. Das erste Mal, dass dieses Wort vorkommt, dieses Konzept, ist im Alten Testament und zwar in 2. Mose 12. Wir wollen uns da mal kurz hinbegeben, um zu sehen, wie dieses Kapitel das Fundament eigentlich bildet von dem Konzept der Gemeinde.

[2:28] In 2. Mose 12 finden wir die Geschichte vom Passah. Die Geschichte, wie Gott sein Volk befreit aus der Knechtschaft Ägyptens, indem in der 10. Plage, als jede Erstgeburt Ägyptens stirbt, die Israeliten verschont werden. Das Passah heißt ja vorübergehen, sie werden verschont. Der Todesengel geht an ihren Häusern vorbei, wenn ein Lamm geschlachtet worden ist zu einem bestimmten Zeitpunkt und das Blut dieses Lammes an die Türpfosten gestrichen worden ist. Wir alle als Bibelstudenten wissen, dies ist ein ganz klarer Typus auf die Erlösung durch Jesus Christus. Jetzt in 2. Mose 12 finden wir in Vers 3 zum ersten Mal in der Bibel hier dieses Wort Gemeinde. Das heißt, es redet zu der ganzen Gemeinde Israels und spricht: Am 10. Tag dieses Monats nehme sich jeder Hausvater ein Lamm, ein Lamm für jedes Haus. Die Gemeinde ist die Gemeinde Israel und sie ist hier in dieses Passahereignis verwickelt. Nur wenige Verse weiter in Vers 6 finden wir das Wort noch einmal. Und ihr solltet es aufbewahren bis zum 40. Tag dieses Monats und die ganze Versammlung der Gemeinde, die doppelte Betonung dieses Konzepts, die Versammlung der Gemeinde Israels soll es zur Abendzeit schächten. Mit anderen Worten, wer ist Gemeinde? Gemeinde sind diejenigen, die sich das Lamm nehmen und die es schächten zum richtigen Zeitpunkt.

[4:13] Und dann in Vers 19 haben wir nochmal diesen Gedanken und heißt es: Sieben Tage lang darf sich kein Sauerteig in euren Häusern finden. Auf das Passahfest folgt ja das Fest der ungesäuerten Brote sieben Tage lang. Denn wer gesäuertes Brot isst, dessen Seele soll ausgerottet werden aus der Gemeinde Israels, ist ein Fremdling oder ein Einheimischer im Land. Und hier sehen wir etwas sehr Deutliches. Mitgliedschaft in der Gemeinde Israels hatte zu tun mit einem Glaubensbekenntnis, das ausgeübt worden ist, nämlich indem man glaubte, Gott kann uns aus der Knechtschaft befreien und deswegen schlachten wir dieses Lamm als Zeichen unseres Glaubens. Und wer dann den Anweisungen Gottes nicht Folge leistete, wer zum Beispiel gesäuertes Brot isst, aß zu einem Zeitpunkt, wo Gott gesagt hat, sieben Tage lang sollt ihr kein gesäuertes Brot essen. Wer so etwas tat, der wurde aus der Gemeinde ausgeschlossen, ausgerottet, und ganz egal, was für einen bürgerrechtlichen Status er hatte, ob er Einheimischer oder Fremder war. Das heißt, Gottes Gemeinde war schon im Alten Testament nicht so sehr ethnisch, obwohl das in den meisten Köpfen aller Christen rumspukt, dass im Alten Testament das ethnische Volk Israel die Gemeinde war, jeder, der dort hineingeboren wurde. Aber 2. Mose 12 gibt ein anderes Bild, dass hier Glaubensgehorsam ein entscheidendes Kriterium war zur Zugehörigkeit zu dieser Gemeinde.

[5:36] Vers 47 bringt noch mal dieses Wort hier in 2. Mose 12. Dort heißt es: Die ganze Gemeinde Israel soll es feiern, bezogen auf das Passahfest. Wir können also festhalten, das Wort, das Konzept Gemeinde, kommt gleich mehrfach in dem Passah-Erlebnis vor. Vorher, in den Kapiteln vorher, gibt es vor allem Einzelpersonen, oder in 1. Mose und dann in den Kapiteln vorher in 2. Mose, Einzelpersonen, die mit Gott wandeln, Sippen, Familien. Aber hier finden wir quasi die Geburtsstunde des Volkes Gottes, das aus der Knechtschaft herausgeführt wird und daher der Begriff Gemeinde oder Versammlung. Wer sind also diejenigen, die zur Gemeinde Israel gehörten? Alle diejenigen, die teilnahmen am Passahfest, weil sie Gott glaubten, dass er die Kraft hat, sie zu befreien.

[6:31] Psalm 74 unterstützt diesen Gedanken, den wir gerade entwickelt haben. Psalm 74 und dort Vers 2. Dort spricht Asaph zu Gott und sagt: Gedenke an deine Gemeinde, die du vor Zeiten erworben, an den Stamm deines Erbteils, den du erlöst hast. Also Asaph erinnert Gott an dessen Gemeinde, die er vor Zeiten, das heißt vor der Zeit von Asaph, erworben hat. Mit anderen Worten, was wir sehr deutlich sehen: Gott hatte eine Gemeinde, lange bevor Jesus auf diese Erde ging. Gemeinde ist kein neutestamentliches Konzept oder eine neutestamentliche Idee. Gemeinde ist etwas, was es schon im Alten Testament genau so gab und wenn wir nicht verstehen, was alttestamentliche Gemeinde war, werden wir auch die neutestamentliche Gemeinde nicht begreifen können.

[7:28] Asaph macht deutlich, dass Gott sich die Gemeinde erworben hat. Erworben ist ein anderes Wort für erkauft. Behalten wir das im Hinterkopf, denn wir werden gleich sehen, dass auch im Neuen Testament die Gemeinde erkauft worden ist. Gott hat etwas bezahlt. Das ist sehr interessant, denn schon die alttestamentliche Gemeinde, die ja nur im Glauben vorausschaute auf den Kreuzestod Jesu, die war von Gott erworben worden. Der Kreuzestod Jesu als Preis galt nicht nur für die Gläubigen der Gemeinde, die nach dem Kreuz in der Gemeinde sein würden, sondern auch für alle Gläubigen vor dem Kreuz. Auch sie sind durch das Kreuz erworben worden und der Ausdruck dieses Glaubens war eben das Schlachten eines Lammes, dass Gott einen Retter senden würde. Wenn man den Vers genau analysiert, stellt man fest, dass "erworben" identisch ist oder parallel ist mit "erlöst". Und das unterstreicht natürlich diesen Gedanken, dass die Gemeinde schon im Alten Testament diejenigen waren, die den Glauben an den kommenden Messias ernst genommen haben, die erlöst worden sind durch den Glauben. Ebenfalls parallel zur Gemeinde ist hier der Gedanke des Stammes deines Erbteils. Und das hat damit zu tun, dass die Gemeinde in einer sehr engen Beziehung zu Gott steht und die Gemeinde das Erbteil Gottes ist. Das heißt, Gott gehört. Und da werden wir auch noch gleich deutlicher darauf zu sprechen kommen.

[8:59] Bleiben wir noch ein bisschen in den Psalmen und schauen, was die Psalmen sonst noch lernen über die Gemeinde. Wir haben nicht die Zeit, alle alttestamentlichen Texte anzuschauen, weil unser Fokus sollte auf Jesus liegen. Aber in Psalm 1 Vers 5 finden wir folgenden interessanten Hinweis. Psalm 1 Vers 5: Darum werden die Gottlosen nicht bestehen im Gericht, noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten. Dieser Vers hat ziemliches Dynamit in sich, denn hier steht, dass Gott eine Gemeinde hat und diese Gemeinde aus Gerechten besteht und dass auf zumindest auf Dauer hin die Sünder in der Gemeinde nicht bestehen werden. Unser modernes Denken in vielen christlichen Kreisen geht in eine andere Richtung. Wir sehen als die Gemeinde einen Ort von Sündern, die erkannt haben, dass sie Sünder sind, aber weiter Sünder bleiben und nie anders sein können als Sünder. Aber die Bibel sagt, die Sünder werden nicht bestehen in der Gemeinde der Gerechten. Und das ist verbunden mit der Idee eines Gerichts. Und wir wissen aus dem ewigen Evangelium, aus Offenbarung 14, dass die Stunde des Gerichts gekommen ist. Das heißt, das ist ein sehr wichtiges Thema für uns. Wir werden da auch gleich noch im Detail weiter darauf eingehen.

[10:15] Also halten wir fest, das Alte Testament kennt eine Gemeinde, die durch Gottes Kraft, durch Gottes ausgestreckten Arm, durch seine Erlösung, die er dem Volk Israel gezeigt hat, aus Ägypten heraus, durch dieses Ereignis definiert wird. Alle, die daran geglaubt haben, die an den kommenden Messias geglaubt haben, die an die kommende Lösung geglaubt haben, alle, die dieses Gnadenangebot raus aus Ägypten angenommen haben, alle diejenigen waren Gemeinde. Und Gott wollte eine Gemeinde von Gerechten, nicht eine Gemeinde von Sündern. Auf Dauer, sagt die Bibel, werden die Sünder in der Gemeinde nicht einmal bestehen können.

[10:55] Und mit diesem Grundgedanken wollen wir uns den neutestamentlichen Aussagen etwas genauer zuwenden. Jesus hat nicht oft das Wort Gemeinde benutzt, aber wenn, dann war es äußerst wichtig. Wir schauen uns mal das erste Vorkommen an in Matthäus Kapitel 16. Ein Vers, der für unglaublich viel Zündstoff im Laufe der Kirchengeschichte gesorgt hat, wie wir gleich sehen werden. Matthäus 16 und dort Vers 18. Das ist die berühmte Stelle, wo Jesus die Jünger fragt, und wir kommen da gleich noch darauf zu sprechen. Wir wollen jetzt mal den Vers selbst anschauen. Vers 18: Jesus sagt: Und ich sage dir auch, du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen und die Pforten des Totenreichs sollen sie nicht überwältigen. Hier spricht Jesus über seine Gemeinde. Es ist quasi wie eine Absichtserklärung, was er mit seiner Gemeinde vorhat. Er sagt, dass erstens er, Jesus Christus, seine Gemeinde bauen wird. Es stimmt, wir dürfen alle mitbauen an der Gemeinde, doch derjenige, der die Gemeinde eigentlich baut, ist Jesus Christus. Und das ist sehr wichtig, weil zu oft, gerade wenn es um Gemeinde geht, dann lenken wir unseren Blick von Gott auf die Menschen. Solange es um Theologie, um Theorie, um Aussagen der Bibel geht, dann haben wir unseren Blick auf Jesus. Aber sobald das Thema auf die Gemeinde kommt, geht unser Blick automatisch auf die Menschen in der Gemeinde und dann fangen die Probleme an. Aber wir müssen verstehen, dass genauso wie der Sabbat oder die Wiederkunft oder die Erlösung, auch die Gemeinde ein Thema ist, wo wir zuerst auf Gott schauen, auf Jesus Christus, der seine Gemeinde bauen will.

[12:43] Aber er sagt auch, wo er sie bauen will. Er baut sie nicht irgendwo, sondern er sagt ganz deutlich: Wenn ihr das gemeinsam mit mir lesen wollt: Und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen. Jesus sagt: Meine Gemeinde werde ich bauen und ich werde sie hier bauen, auf diesen Felsen. Wenn wir also Gottes Gemeinde suchen, wenn wir wissen wollen, wo ist Gottes Gemeinde – das ist eine wichtige Frage in der Zeit, in der wir heute leben, wo es tausende von christlichen Denominationen gibt, die alle mit der Bibel in der Hand sagen, wir sind die Gemeinde Gottes –, dann müssen wir wissen, wo ist die Gemeinde Gottes. Wer gehört dazu? Und Jesus sagt: Meine Gemeinde, die baue ich, nicht ein Mensch, die baue ich auf diesen Felsen.

[13:21] Und die große Frage, die jetzt natürlich entsteht, ist: Was meinte Jesus mit diesem Felsen? Die vielleicht größte Kirche der Geschichte, was Mitgliederzahl und Einfluss angeht, die katholische Kirche, hat diesen Vers so interpretiert, dass Petrus hier von Jesus zum ersten Bischof, zum ersten Papst ernannt worden ist und auf die Sukzession von Nachfolgern Petri baut sich die Gemeinde auf. Eine der Schlüsselverse im Selbstverständnis der katholischen Kirche. Aber wir wollen schauen, was Jesus gemeint hat, als er gesagt hat: Auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen.

[14:02] Interessanterweise wird meistens übersehen, dass Jesus bereits vorher im selben Buch in Matthäus von einem Felsen gesprochen hat. Schauen wir mal in Matthäus Kapitel 7. Wenn also die Jünger Jesu Worte gehört haben in dieser kleinen Unterredung, dann hatten sie bereits eine Predigt im Kopf, wo Jesus über einen Felsen gesprochen hat. Jesus hat es also nicht in den luftleeren Raum hineingesagt. Matthäus 7 und dort Vers 24, das ist das letzte Gleichnis in der Bergpredigt, der Abschlussaufruf quasi und das Fazit der gesamten Bergpredigt. Matthäus 7 Vers 24 heißt es: Ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den will ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute. Also der Platzregen fiel und die Wasserströme und die Winde stürmten und an dieses Haus stießen, fiel es nicht, denn es war auf den Felsen gegründet. Jesus spricht hier ebenfalls von dem Felsen und eins ist sicher: Jesus spricht hier nicht von Petrus, sondern Jesus sagt, was er meint. Er sagt, diese Worte, die ich gerade gesprochen habe, mit anderen Worten die Bergpredigt, wenn ihr sie nicht nur hört, sondern wenn ihr sie tut, wenn ihr euer Leben danach ausrichtet, dann baut ihr euer Haus auf den Felsen. Das heißt, das Tun, das Arbeiten, ist das Haus. So wie ein Mensch sein Haus baut, das ist das Tun, aber das Fundament, auf dem er das baut, das ist offensichtlich das Wort, wonach der Mensch lebt.

[15:41] So wie der Baumeister sich einen geeigneten Platz sucht und gräbt und gräbt und gräbt, wie uns der Paralleltext in Lukas sagt, bis er das feste Fundament gefunden hat und darauf sein Haus baut, so ist der wahre Christ derjenige, der im Wort Gottes gräbt und gräbt, der die Worte Gottes nicht nur hört, sondern so sehr verstehen möchte, dass er sie tut, dass er sein Lebenshaus darauf baut. Aus dieser Analyse wird uns ganz deutlich, was Jesus mit dem Felsen meinte, war sein Wort. "Ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den will ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute." Jesus definiert den Felsen als das Wort. Wie gesagt, im Parallelbericht in Lukas 6 heißt es sogar, dass man graben muss. Wir wissen auch, in der Bibel muss man graben, bis man das Wort Gottes wirklich verstanden hat. Nicht alles liegt an der Oberfläche.

[16:41] Wenn Jesus also sagt: Auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, dann würde das ja bedeuten, dass Jesus sagt: Auf das Wort Gottes will ich meine Gemeinde bauen. Und schauen wir mal, ob das sich erhärten lässt. In der Tat finden wir im 9. Semester eine interessante Aussage von Paulus im Römerbrief, in Römer 3, wo er über das alttestamentliche Volk Gottes Israel spricht. Und wir haben ja gesehen, die Gemeinde ist eine sowohl alttestamentliche als auch eine neutestamentliche Idee und wir müssen das miteinander vergleichen.

[17:18] In Römer 3 und dort Vers 1 stellt Paulus die Frage: Was für einen Vorteil hatte es, Jude zu sein? Er sagte vorher, dass die Heiden Sünder sind und dann in Kapitel 2, dass die Juden Sünder sind. Und man könnte sich die Frage stellen, warum soll ich überhaupt Jude sein, wenn vor Gott bezüglich der Sünde alle gleich sind. Paulus sagt in Römer 3, Vers 1 und 2: Was hat nun der Jude für einen Vorzug oder was nützt die Beschneidung? Und dann sagt er: Viel, in jeder Hinsicht, denn, Achtung, vor allem sind ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut worden. Aussprüche Gottes sind nichts anderes als sein Wort. Paulus sagt also, der Hauptzweck, warum es die Juden, das Volk Israel, als Gemeinde gab, war nicht, weil sie ethnisch reinrassiger waren als andere Völker oder weil sie intelligenter waren oder mehr gesegnet in ihren natürlichen Gaben, sondern der Grund, warum es ein Volk, eine Gemeinde Israel gab, war: Ihnen war das Wort Gottes anvertraut.

[18:16] Was hat das Volk Israel zur Gemeinde Gottes gemacht? Es war das Wort Gottes, das in ihren Händen war. Die Gemeinde war schon damals auf diesen Felsen, auf das Wort Gottes gebaut. Petrus hat ganz offensichtlich verstanden, dass er selbst nicht der Felsen ist, sondern dass es vielmehr die Worte Gottes sind, die an ihn gerichtet sind. So hat er es nämlich selbst gepredigt in 1. Petrus 2 und dort Vers 7 und 8. Petrus erwähnt übrigens weder im ersten noch im zweiten Brief jemals, dass er eine besondere Vorrangstellung hat, aber ihr könnt die beiden Briefe durchlesen, immer und immer wieder predigt er von dem Wort, dem Wort, das ewig bleibt und das das feste Wort der Prophetie und so weiter und so fort.

[19:23] 1. Petrus 2, Vers 7 und 8: Petrus sagt: Für euch nun, die ihr glaubt, ist er kostbar. Für die, die sich weigern zu glauben, gilt der Stein, den die Bauleute verworfen haben, gerade der ist zum Eckstein geworden, ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses. Er bezieht sich natürlich auf Jesus Christus. Petrus hatte Jesus als den Fels erkannt. Das heißt, weil sie sich weigern, dem Wort zu glauben, nehmen sie Anstoß, wozu sie auch bestimmt sind. Schaut man Vers 8 noch mal genau an. Er sagt: Ein Stein des Anstoßes, ein Fels des Ärgernisses. Das heißt, das ist ein Stein, und da kommt man dran und man stolpert darüber. Es wird zu einem Ärgernis, zu einem Anstoß. Man fällt, weil man diesen Stein nicht beachtet. Und im nächsten Satz steht: Weil sie sich weigern, dem Wort zu glauben. Petrus hatte verstanden, dass der Fels das Wort Gottes ist. So können wir es hier sehen und auf dieses Wort hin ist die Gemeinde gegründet.

[20:20] Der nächste Vers macht das sehr deutlich. Vers 9: Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht. Ja, wie sind die Gemeindeglieder aus der Finsternis ins Licht gekommen? Durch die Berufung Gottes. Und bei Berufung steckt ein Wort drin, nämlich Ruf. Gott ruft und Finsternis und Licht erinnert uns natürlich sofort an den ersten Schöpfungstag, als Gott sprach: Es werde Licht und es wurde Licht. Das Wort Gottes bringt Licht. So heißt es auch in Johannes 1, Vers 1: Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Und dann heißt es in Vers 4: In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Vers 5: Das Licht scheint in die Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen.

[21:15] Was ist der Punkt, den wir machen wollen? Die Gemeinde Gottes wird berufen, gegründet, gebaut durch das Wort, auf das Wort, für das Wort. Es gibt in der Bibel keine Gemeinde Gottes außerhalb der Bibel. Der bestimmende Faktor, der Menschen zur Gemeinde oder außerhalb der Gemeinde Gottes bestimmt, ist das Wort Gottes. Keine Rasse, keine Nationalität, kein Geschlecht, kein Erbe. Meine Vorfahren waren in der Gemeinde, sondern das Wort Gottes definiert, wer ist Gemeinde Gottes und wer nicht. Wie wichtig dann, dass die Gemeinde Gottes sich in allem, was sie tut, auf das Wort Gottes basiert.

[22:05] Schauen wir mal den Kontext von Matthäus 16 an, da können wir noch etwas lernen. In Matthäus 16, wie gesagt, geht es ja darum, dass Jesus den Jüngern eine Frage stellt. Matthäus 16, als aber Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte seine Jünger und sprach: Für wen halten die Leute mich, den Sohn des Menschen? Stellt die einfache Frage: Die Menschen hier um uns herum, wie sehen sie mich? Jesus lenkt also die Aufmerksamkeit der Jünger auf das Thema von Identität. Sehen die Menschen mich als den, der ich wirklich bin? Erkennen die Menschen mich in meiner Identität?

[22:48] Vers 14: Sie sprachen: etliche für Johannes den Täufer, andere für Elia, noch andere für Jeremia oder einen der Propheten. Und dann macht Jesus den Punkt etwas deutlicher, er legt den Fokus mehr auf sie selbst persönlich. Vers 15: Da spricht er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Liebe Jünger, wer bin ich? Die Frage der Identität ist der eigentliche Schlüssel zum Verständnis, dann auch von Vers 18. Denn als Gemeinde ringen wir immer wieder: Was ist unsere Identität? Aber erstmal, bevor Jesus über die Gemeinde spricht, spricht er über seine eigene Identität. Denn vor der Identität der Gemeinde kommt die Identität Christi, denn es ist ja seine Gemeinde. Wir müssen wissen, wer ist Christus und dann können wir die Identität seiner Gemeinde verstehen.

[23:42] Und Petrus antwortet diese berühmten Worte in Vers 16: Da antwortet Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Vers 17: Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Glückselig bist du, Simon, Sohn des Jonah, denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel. Jesus sagt: Meine wahre Identität kannst du nicht durch menschliche Überlegung, durch philosophisches Studium oder durch kluges Rechnen erfahren. Meine Identität kannst du nur durch die Offenbarung Gottes begreifen.

[24:16] Und jetzt kommt der entscheidende Punkt: Nachdem Jesus gefragt hat, wer er ist und seine Identität durch die Offenbarung Gottes bestätigt hat, dreht er den Spieß um und spricht zu Petrus, aber er fragt Petrus nicht, wer bist du, sondern er sagt: Und ich sage dir auch, du bist Petrus. Er fragt Petrus, wer bin ich und Petrus sagt: Du bist der Sohn Gottes, du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Und Jesus sagt: Das hat dir Gott im Himmel offenbart und ich sage dir, Petrus, du bist Petrus. Warum ist das so wichtig? Weil Petrus eigentlich früher nie Petrus hieß. Jetzt macht das ja auch deutlich, indem er sagt: Glückselig bist du, Simon, Sohn des Jonah. Das war sein bürgerlicher Name, so stand es in seinem Ausweis, wenn er einen gehabt hätte. Er hieß Simon, Sohn des Jonah. So wissen wir das auch aus Johannes, in Johannes Kapitel 1, dort lesen wir in Johannes 1, als Simon zum ersten Mal zu Jesus kommt, das heißt es in Simon 1, Vers 42: Und er führt ihn zu Jesus. Jesus aber sah ihn an und sprach: Du bist Simon, Jonas Sohn, du sollst Kephas heißen, was aramäisch für Petrus ist, das heißt übersetzt Fels.

[25:45] Es war also Jesus, jetzt Achtung, der die Identität des Simon geändert hat in Petrus. Jesus spricht: Du bist Petrus. Er war vorher nicht Petrus, er war Simon, Sohn des Jonah. Aber Jesus spricht und durch sein Wort ändert er die Identität von Simon in Petrus und dann sagt er im nächsten Satz: Und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen. Und vorher hat er bereits gesagt, dass seine Worte der Felsen sind. Was ist also der Felsen, auf dem die Gemeinde baut und er gebaut wird? Sicherlich nicht Petrus, sondern die Worte Jesu, die sagen: Du bist Petrus. Die Worte Jesu, die in deinem Leben sagen: Du bist gerecht, du bist ein Kind Gottes, es werde Licht, ich bin bei dir. Die Worte Gottes, die unsere Identität verändern, die unsere Identität bestimmen, das ist der Felsen, auf dem die Gemeinde baut.

[27:02] Ja, es stimmt, der Fels ist Jesus Christus, so steht es in 1. Korinther 10, Vers 4. 1. Korinther 10, Vers 4: Denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der ihnen folgte, der Fels aber war Christus. Christus ist der Fels, aber Christus ist ja das Wort, das unsere Identität ändert. Christus ist doch der, der unser Leben völlig neu machen kann, der uns ein neues Herz schenken kann, ein neues Denken, eine neue Identität. Sein Wort hat die Kraft dazu und das hat dieses Wort bereits vor dem Neuen Testament getan, denn schon im Alten Testament war dort ein geistlicher Felsen, der entfolgte, das Wort Gottes, Christus. Übrigens, die alttestamentliche Gemeinde hieß Israel, aber Israel war kein Name, den Israel bei Geburt bekommen hat. Israel hieß eigentlich Jakob, aber Israel wurde zu Israel durch das Wort Gottes. Gott sprach zu ihm: Du heißt jetzt Israel, du wirst Israel genannt werden.

[28:16] Was ist die Gemeinde Gottes? Die Gemeinde Gottes ist die Sammlung aller Menschen, die durch das Wort Gottes, durch Jesu Wort in ihrer Identität verändert worden sind, die jetzt das sind, was Jesus zu ihnen gesagt hat. Das ist die Gemeinde. Christus ist dieser Fels. Erstes Wort in Jesaja 28 und dort Vers 16 lesen wir: Darum so spricht Gott, der Herr: Siehe, ich lege in Zion einen Stein, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, der aufs Festeste gegründet ist. Man kann übersetzen: ein überaus festes Fundament. Das ist ein Fundament, das trägt, egal wie stark der Sturm von welcher Seite kommt, wie stark der Wind ist, dieses Fundament trägt und heißt es: Wer glaubt, der flieht nicht.

[29:13] Und hier an dieser Stelle könnten wir einen Exkurs machen, erneut das Thema studieren, das wir schon in vielen Folgen ausführlich angeschaut haben: Was ist wahrer Glaube? Und wir haben schon immer wieder gesehen, Römer 1 Vers 17 und Matthäus 4 Vers 4 nebeneinandergestellt offenbaren: Glaube bedeutet Leben aus jedem Wort. Das Wort Gottes, Jesus Christus, ist dieser Fels der Bewährung, ein Fels, an dem man anstoßen kann, wenn man nicht ihm glaubt, wenn man nicht das tut, was er sagt. Und das ist passiert mit dem Volk Gottes im Alten Testament. Paulus zeigt uns diesen tragischen Umstand in Römer 9, wo er sich auf diesen Jesaja-Text bezieht.

[29:51] In Römer 9, Verse 31 bis 33: Dass aber Israel, das nach dem Gesetz der Gerechtigkeit strebte, das Gesetz der Gerechtigkeit nicht erreicht hat. Warum? Weil es nicht aus Glauben geschah, sondern aus Werken des Gesetzes. Denn sie haben sich gestoßen an dem Stein des Anstoßes. Wie geschrieben steht: Siehe, ich lege ein Ziel und ein Stein des Anstoßes, ein Fels des Ärgernisses, und jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zu Schaden werden. Paulus sagt, man kann Mitglied des ethnischen Volkes sein, des organisierten Volkes und sich trotzdem an dem Stein des Anstoßes anstoßen und die Gerechtigkeit, die wir haben müssen, denn es heißt ja die Gemeinde der Gerechten, nicht erreichen.

[30:36] Christus, sein Wort, das, was er in unserem Leben tun möchte, das ist der Felsen. Und wenn dieser Felsen, wenn die Gemeinde sich auf diesen Felsen baut, dann können die Pforten der Hölle sie nicht überwinden, weil es ist Gottes Wort und Gottes Wort kann man nicht besiegen. Er kehrt immer zurück, niemals leer und tut immer das, wozu es ausgesandt ist. Gottes Wort ist unbesiegbar und deswegen müssen wir uns auf Gottes Wort, auf Christus, der das Wort Gottes ist, basieren.

[31:13] Noch ein paar mehr Gedanken zu dem, was Jesus über die Gemeinde gesagt hat. In Matthäus 18 finden wir eine Passage, die sehr oft zur Hand genommen wird, wenn es darum geht, Glieder einer Gemeinde eventuell auszuschließen. Lesen wir mal Matthäus 18, dort heißt es: Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so geh hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hörte er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Hörte er aber nicht, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit jede Sache auf der Aussage von zwei oder drei Zeugen beruht. Hörte er aber auf diese nicht, so sage es der Gemeinde. Hörte er aber auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und ein Zöllner. Letztes Mal finden wir einen sehr praktischen und sehr liebevollen, taktvolle Ansatz, mit Sünde und Problemen der Gemeinde umzugehen. Und viel, viel Leid, Ärger und Streit ist entstanden, wo diese Verse nicht wirklich im Geist und auch im Buchstaben berücksichtigt worden sind.

[32:15] Es gibt noch einen Punkt, den ich hier deutlich machen möchte. Nach dem Wort von Jesus hat die Gemeinde als Ganzes eine Autorität, die weder der Einzelne noch eine Gruppe von Einzelnen hat. Denn während der Einzelne niemals den Bruder ausschließen kann und selbst die Gruppe von zwei oder drei Zeugen den Sünder nicht ausschließen kann, kann die Gemeinde als Ganzes einen Sünder, der eine Sünde festhält und die Gnade Gottes ablehnt, sie kann ihn ausschließen. Das zeigt uns also, dass Jesus eine Autorität für seine Gemeinde vorgesehen hat, die er keinem einzelnen Menschen gegeben hat. Die höchste Autorität, die Gott auf menschlichem Level vorgesehen hat, liegt in seiner Gesamtheit der Gemeinde, nicht in Einzelpersonen, egal in welcher Position. Gott hat keine Könige vorgesehen für seine Gemeinde, keine Fürsten, weder als Einzelpersonen noch als Gruppe, die vielleicht von einem bestimmten administrativen Level aus alles kontrollieren wollen und bestimmen wollen. Das ist nicht Gottes Modell von Gemeinde, sondern die höchste Autorität liegt in der Gesamtheit der Gemeinde. So glauben wir, dass das auch heute noch gilt und dass nur die ganze Gemeinde, die weltweite Gemeinde, wenn vollständig repräsentativ versammelt, höchste Autorität unter Gott auf dieser Erde ist.

[33:53] Interessanterweise beinhaltet diese Autorität in Vers 18 das Binden und Lösen. Schauen wir mal das an in Vers 18: Wahrlich, ich sage euch, was ihr auf Erden binden werdet, das wird im Himmel gebunden sein und was ihr auf Erden lösen werdet, das wird im Himmel gelöst sein. Zur Erklärung dazu muss man einfach nur zwei Kapitel zurückgehen und in Vers 19, das 16. Kapitel lesen, wo Jesus zu Petrus spricht: Und ich will dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben und was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein. Das Binden und Lösen, was auch immer damit gemeint ist, hat zu tun mit dem Schlüssel oder den Schlüsseln zum Reich des Himmels. Und was sind diese Schlüssel? Ist das die Fähigkeit aus eigenem Willkür, eigenem Gutdünken, eigener Berechnung Menschen Vergebung zuzusprechen oder nicht? Petrus hat so etwas nie in seinen Briefen erwähnt. Er erwähnt immer nur das Wort Gottes und tatsächlich finden wir, dass auch hier das Wort Gottes dahinter steckt, hinter diesem Schlüssel.

[35:04] In Offenbarung 11 und dort Vers 3 heißt es: Und ich will meinen zwei Zeugen geben. Diese zwei Zeugen, wir haben nicht die Zeit, das ausführlich zu studieren, aber ihr könnt das in unserem Offenbarungsseminar auf JoelMediaTV genauer anschauen. Diese beiden Zeugen haben wir sehr deutlich herausgearbeitet, sind das Alte und das Neue Testament, das Wort Gottes. Gott möchte diesen beiden Zeugen seiner Bibel geben, dass sie weissagen werden 1.260 Tage lang, bekleidet mit Sacktuch. Hier spricht es über die Zeit des Mittelalters, von 538 bis 1798, wo die Bibel verfolgt, verboten und in vielen Sprachen nicht verfügbar war. Und dann heißt es in Vers 6: Diese beiden Zeugen haben Vollmacht, den Himmel zu verschließen, damit kein Regen fällt in den Tagen ihrer Weissagung und sie haben Vollmacht, über die Wasser sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit aller Plage, so oft sie wollen. Das Wort Gottes verschließt den Himmel und wenn es das Wort Gottes den Himmel zuschließt, kann das Wort Gottes den Himmel auch wieder aufschließen. Wir finden übrigens auch die Geschichte von Elia, der ein inspirierter Prophet war, der ein "So spricht der Herr"-Wort dem König überbrachte, dass dieser Elia ebenfalls den Himmel durch seine Worte, das heißt durch das Wort Gottes letztendlich, das er übermittelt hat, verschließen konnte.

[36:15] Was sagt also Jesus, wenn er sagt: Ich gebe euch, den Aposteln Petrus, Johannes, Jakobus, ich gebe euch die Schlüssel des Reiches der Himmel. Heißt das, wie manche gedacht haben und wie es in der römisch-katholischen Kirche festes Lehrkonzept ist, dass eine bestimmte Anzahl von Menschen darüber entscheidet, wer gerettet und verloren wird? Nein, es bedeutet, dass Gott im Neuen Testament genau dasselbe tut, was er im Alten Testament gemacht hat. Er übergibt seiner Gemeinde die Aussprüche Gottes, das Wort Gottes. So wie den Juden die Aussprüche Gottes, die Prophetien und die Gesetze gegeben worden waren, die Verheißungen, so übergibt Jesus Christus seiner Gemeinde, seinen Führern auch der Gemeinde, die Schlüssel zum Reich Gottes: das Wort. Denn das Wort Gottes schließt uns den Himmel auf. Jesus Christus, das Wort, er ist der Schlüssel. Er entscheidet, wer im Himmel sein wird oder nicht und der Gemeinde sind die Worte Gottes anvertraut. Und es ist auf Grundlage des Wortes, nicht auf Grundlage von Sympathie oder Antipathie oder persönlicher Rache, dass solche Entscheidungen, die wie sie in Matthäus 18 angesprochen werden, gefällt werden dürfen. Das Wort Gottes muss die Grundlage in jedem Fall sein, in jeder Streitigkeit, in jeder Zwistigkeit in der Gemeinde. Was sagt das Wort?

[37:40] Die Autorität der Gemeinde ist an das Wort gebunden. Wenn die Gemeinde etwas entscheidet, was vom Wort Gottes abweicht, hat die Gemeinde keine Autorität mehr, denn die Gemeinde ist auf diesen Felsen, das Wort, gebaut. Gemeinschaftlich, nicht individuell, gemeinschaftlich kollektiv müssen wir auf das Wort Gottes gebaut sein. Das ist Gottes Ideal und Ziel mit seiner Gemeinde.

[38:24] Jesus wusste, dass es nicht einfach sein würde, Menschen mit so unterschiedlichem Hintergrund, so unterschiedlichen Temperamenten, so unterschiedlicher Erfahrung in eine wirklich geistliche Einheit zu bringen. Und so betet er kurz vor seiner Kreuzigung in Johannes 17 dieses berühmte Hohepriesterliche Gebet für seine Gemeinde. Und in einer Zeit, in der Gottes Gemeinde auch heute in der Zerreißprobe steht weltweit, tun wir alle gut daran, uns wieder daran zu erinnern, was Jesus gebetet hat für seine Gemeinde.

[38:54] Ist es nicht interessant, dass auch Jesus in diesen Minuten, als er nicht nur an seine Jünger, sondern an die an die Christen aller Generationen, allen gedacht hat, an alle Menschen, die jemals zu seiner Gemeinde gehören werden, dass er gesagt hat in Vers 17: Heilige sie in deiner Wahrheit, dein Wort ist Wahrheit. Jesus wusste, wahre Einheit, wahre Heiligung kann nur entstehen durch das Wort Gottes. Wir leben in einer Zeit, in der falsche Einheit versucht wird, den Christen aufzuzwingen. Man versucht, politische Lösungen zu finden, Kompromisse. Man sagt, wir suchen unsere Schnittmengen und das, was uns trennt, das lassen wir weg. Jeder gibt ein bisschen was auf und dann treffen wir uns in der Mitte. Aber das ist nicht das Verständnis von Jesus. Jesus sagt, das Wort Gottes ist die Grundlage.

[39:44] Wir lesen in Vers 20 und 21: Ich bitte aber nicht für diese allein, also die Jünger, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden, auf dass sie alle eins seien. Wodurch werden neue Jünger gewonnen werden? Wodurch werden neue Menschen der Gemeinde zugefügt werden? Durch das Wort. Durch das Wort, das auch die Jünger weitergeben, auf dass sie alle eins seien. Und hier hören die meisten auf, aber hier kommt ein Komma und es geht weiter: Auf dass sie alle eins seien, gleich wie. Und "gleich wie" ist ein interessantes Wort. Es hat zwei Bestandteile. Das erste ist "gleich". Das ist eine Gleichung. Das ist entsprechend wie. Das ist das Verhältnis. Jetzt kommt ein anderes Beispiel. Das heißt, diese Einheit, die Jesus anstrebt für seine Gemeinde, ist nicht einfach irgendeine Einheit. Es ist eine Einheit, die gemessen werden soll an einer anderen Einheit. Und diese Einheit ist welche Einheit? Auf dass sie alle eins seien, gleich wie du, Vater, in mir und ich in dir. Auf dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Jesus sagt, die Einheit seiner Gemeinde hat ein Vorbild: die Einheit zwischen Gott Vater und Gott Sohn. Und Gott Vater und Gott Sohn müssen nicht lange diplomatische Kompromisse schließen, um irgendwie eine gemeinsame Schnittmenge zu finden. Nein, es ist ein Geist, ein Herz. All das sind sie gemeinsam. Gott wünscht sich solche Einheit für seine Gemeinde.

[41:20] Und wenn du sagst, es ist menschenunmöglich, dann hast du den Kern des Problems getroffen, damit aber auch gleichzeitig den Kern der Lösung. Denn Gott möchte nicht, dass es durch menschliche Kraft entsteht. Er möchte nicht, dass durch kluge Verhandlungen wir die Einheit zusammenswingen. Er möchte nicht, dass durch Schachzüge und durch Taktieren wir irgendwie versuchen, die Gemeinde zusammenzuhalten. Er möchte, dass sie auf diesen Felsen gebaut wird. Und auf diesem Felsen kann die Hölle kommen. Von links, von rechts, von oben, von unten. Die Gemeinde Gottes kann nicht untergehen, wenn sie auf dem Felsen, dem Wort Gottes, gebaut ist. Du sehnst dich nach Einheit in der Gemeinde. Fang an, das Wort Gottes zu lesen, zu studieren, zu leben, zu praktizieren, anderen zu verkündigen. Einheit wird die Folge sein.

[42:18] Interessanterweise wusste Jesus, dass nicht alle Probleme auf einmal gelöst werden können. In Matthäus 7, in der Bergpredigt, gibt er uns wichtige, wichtige Hinweise, wie wir damit umgehen können, wenn es in der Gemeinde Krisen, wenn es Schwierigkeiten gibt, wenn es Probleme gibt. Matthäus 7 sagt: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit demselben Gericht, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden. Und mit demselben Maß, mit dem ihr anderen zumesst, wird auch euch zugemessen werden. Wir haben nicht die Aufgabe zu bestimmen, wer im Reich Gottes ist und wer nicht. Es ist nicht unsere Aufgabe. Das allein beweist, dass der Schlüssel eben das Wort Gottes ist und nicht eine persönliche Autorität, die wir haben.

[42:52] Vers 3: Was siehst du bei dem Splitter im Auge deines Bruders und den Balken in deinem Auge, dann merkst du nicht. Das ist ein Problem, das wir wahrscheinlich alle haben, oder? Wir sehen so deutlich, was schief läuft in Gemeinde X, bei Person Y, bei Schwester oder Bruder so und so. Wir sehen ganz deutlich, was halt anders laufen muss auf dem administrativen Level hier und dort. Wir sehen aber nicht, wie dreckig wir selbst sind. Vers 4: Oder wie kannst du deinem Bruder sagen: Halt, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen und siehe, der Balken ist in deinem Auge. Und jetzt gibt es eine Möglichkeit, die viele in Betracht ziehen, die sagen: Na ja, dann lasse ich mal deinen Splitter und ich lasse mir meinen Balken und gemeinsam warten wir darauf, dass irgendwas mal passiert. Aber Gott möchte nicht, dass wir mit Balken und der andere mit Splitter durch die Gegend laufen. Gott möchte, dass beide geheilt werden.

[43:39] Deswegen steht in Vers 5: Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu ziehen. Möchte Gott, dass der Splitter aus dem Auge meines Bruders kommt? Ja oder nein? Definitiv. Gott ruft uns hiermit nicht zur Passivität auf im Sinne von: Na ja, ich bin halt auch ein Sünder, ich lasse dich gewähren, mach du, wie du denkst. Sondern Gott fordert uns auf, im Gegenteil, uns selbst so zu prüfen, bis nichts mehr zwischen uns und Gott steht, weil wir dann eben nicht nur klar sehen können, sondern auch die Liebe Gottes im Herzen haben, den Splitter so herauszuziehen, dass es heilsam ist und nicht noch mehr zerstört. Dann haben wir den Geist Jesu, dann haben wir den Heiligen Geist, der uns hilft, die Operation, deren Notwendigkeit wir vorher schon gesehen haben, endlich auch wirklich richtig auszuführen. Wenn du operiert werden möchtest, möchtest du nicht operiert werden von jemandem, der ganz klar und uneingeschränkt arbeiten kann. Mit einem Balken im Auge kann man nicht operieren. Deswegen ist die allererste Aufgabe für uns, die Balken herauszuziehen, damit wir anderen helfen können, Sünde zu überwinden.

[44:57] Jesus wünscht sich Einheit, nicht nur irgendwie Einheit, er wünscht sich eine vollkommene Einheit. Schaut mal, was er in Johannes 17 sagt, Vers 22 und 23: Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf dass sie eins seien, gleich wie wir eins seien, ich in ihnen und du in mir, damit sie zu vollendeter Einheit gelangen. Einheit ist kein Weg, das Ziel ist sozusagen. Es ist nicht einfach so ein, wir üben ein bisschen, aber es wird sowieso immer nur Stückwerk bleiben. Jesus sagt: Damit sie zu vollendeter Einheit gelangen und damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, gleich wie du mich liebst. Jesus sagt, es ist möglich, dass die Gemeinde zu vollendeter Einheit gelangt, wenn sie nämlich, wenn jeder Einzelne in der Gemeinde in Christus ist und Christus in ihm. Wie gesagt, das ist das Geheimnis. Ein Geist mit Gott zu sein, ist die Grundlage aller Einheit.

[46:03] Sehnst du dich nach Einheit in der Gemeinde? Gib das Taktieren auf, gib das Kompromisse machen auf. Fang an, die Balken herauszuziehen aus deinem eigenen Auge. Lass uns anfangen, wieder unsere Häuser auf das Wort zu bauen, koste es, was es wolle und in Liebe um Einheit zu beten und zwar um vollendete Einheit, keine halbe Einheit, sondern eine ganze Einheit, die in jedem Detail auf dem Wort Gottes basiert. Dafür beten, dafür arbeiten und Gottes Wort wird die Kraft haben, Christus wird die Kraft haben, dieses Verlangen auch zu erfüllen. Es wird geschehen.

[46:47] Zum Ende wollen wir darauf hinweisen, dass Jesus ja nicht nur in den Evangelien zu uns spricht, sondern es gibt ein ganzes Buch, genannt die Offenbarung Jesu Christi, wo er insbesondere in unsere Zeit hinein spricht. Ist es nicht interessant, dass das ganze Buch an seine Gemeinde geschrieben ist? Das heißt in Offenbarung 1, oder Vers 11: Die Sprache: Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, und was du siehst, das schreibe in dein Buch und sende es den Gemeinden, die in Asien sind, nach Ephesus, nach Smyrna, nach Pergamon, nach Thyatira, nach Sardes, nach Philadelphia und nach Laodizea. Wir verstehen aus dem Studium von Kapitel 2 und 3, dass hier die sieben zeitlichen Abschnitte der christlichen Kirchengeschichte, der Geschichte der Gemeinde Gottes dargestellt sind. Jesus schreibt die Offenbarung an seine Gemeinde. Er möchte, dass seine Gemeinde weiß, was kommt.

[47:38] Und besonders interessant, damit schließen wir, sind Vers 13 und 20. Da heißt es: Und mitten unter den sieben Leuchtern einen, der einem Sohn ist, menschlich, bekleidet in einem Gewand, das bis zu den Füßen reichte und um die Brust gegürtet in einem goldenen Gürtel. Johannes sieht Jesus Christus durch sieben Leuchter wandeln. Diese Leuchter, Vers 20 sagt uns: Das Geheimnis der sieben Sterne, die du in meiner Rechten gesehen hast und der sieben goldenen Leuchter. Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden und die sieben Leuchter, die du gesehen hast, sind die sieben Gemeinden. Jesus ist mitten in seiner Gemeinde. Egal, ob diese Gemeinde Ephesus heißt, die erste Liebe verloren hat. Ob sie Smyrna heißt, verfolgt wird bis zum Tod. Ob sie Pergamon heißt, anfängt Kompromisse zu machen. Ob sie Thyatira heißt, von Irrlehren geplagt wird. Ob sie Sardes heißt und innerlich tot ist. Ob sie Philadelphia heißt, klein und voller Treue. Oder ob sie Laodizea ist, die gar nicht weiß, wie erbärmlich sie ist. Jesus ist inmitten seiner Gemeinden. So wie er damals zu dem Volk Israel gesagt hat: Lass dir ein Heiligtum machen, damit ich unter ihnen wohne.

[48:46] Und wenn Jesus bei seiner Gemeinde ist, dann möchte ich bei seiner Gemeinde sein. Wenn Jesus seine Gemeinde baut, dann möchte ich mich mitbauen lassen. Möchtest du auf diesen Felsen dich aufbauen lassen, das Wort Gottes und Teil seiner Gemeinde sein, die nicht überwunden werden kann, indem du das liest und hörst und tust, was er sagt? Dann kann der Wind kommen, dann können die Pforten der Hölle kommen. Wir werden nicht überwunden werden als Teil dieser Gemeinde Gottes. Es ist dein Wunsch, dich so für echte Einheit einzusetzen, dass Gottes Wort deutlich leuchtet und die Menschen um uns herum sehen, dass Gott etwas Außergewöhnliches für diese Gemeinde getan hat. Es ist dein Wunsch. Lass uns daran denken im Gebet. Nächste Woche werden wir ein weiteres Thema haben. Wir werden einen weiteren Lehrpunkt anschauen, den Jesus den Jüngern und damit auch uns weitergegeben hat. Und bis dahin wünschen wir euch Gottes Segen. Viel Freude im Studium seines Wortes und bis bald.


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