[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur zweiten Folge unserer neuen Serie über die Bibel und ganz genau gesagt über die Auslegungsprinzipien der Bibel, über die sogenannte Hermeneutik. Wir wollen uns drei Monate lang mit der Frage beschäftigen: Wie legen wir die Bibel aus? Eine fundamentale Frage, die darüber entscheidet, in allen prophetischen und lehrmäßigen Fragen, zu welchen Schlüssen und Ergebnissen wir kommen. Wir haben in der letzten Woche uns Gedanken gemacht über die Einzigartigkeit der Bibel und werden in dieser Hinsicht jetzt fortfahren und wollen über Ursprung und Wesen der Bibel, so der Titel der heutigen Sendung, nachdenken. Wir bereiten uns damit vor auf den 11. April auf das Bibelgespräch, sei es zu Hause im kleinsten Kreis oder vielleicht auch über Skype oder Zoom, je nachdem, welche Möglichkeiten ihr zur Verfügung habt.
[1:29] Wir möchten allerdings, bevor wir mit dem Studium beginnen, uns unter den Segen Gottes stellen und ihn bitten, dass er genau das wahr macht, was er mit seinem Wort bezweckt, nämlich dass er durch die Worte direkt zu unserem Herzen spricht. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, niemand von uns ist würdig in uns selbst, dass du zu uns reden solltest, und doch tust du es. Nicht, weil wir dich überzeugt haben, dass das notwendig wäre, sondern weil du uns gerne hast. Du redest zu uns, weil du ein so tiefes Interesse hast, dass wir gerettet werden. Und Herr, wir vergessen das so schnell oder sehen es oft nur so unklar, aber wir danken dir, dass du geduldig bist und dass du von großer Güte und großer Langmut bist und dass du immer und immer und immer wieder durch deinen Heiligen Geist, durch die Natur und vor allem durch dein Wort zu unseren Herzen sprichst. Und so möchten wir dich jetzt bitten, dass du auch in den kommenden Minuten die Kraft deines Wortes in unserem Leben ganz persönlich entfalten lässt, dass wir sehen können, was du auch uns ganz persönlich, mir und jedem, der zuschaut, heute sagen möchtest. Wir möchten dich bitten, dass du uns nach deiner Verheißung durch den Heiligen Geist in alle Wahrheit führst und dass wir ein sicheres Fundament haben, auf dem wir stehen. Herr, mach uns wieder zu einem Volk des Buches, dass die Bibel eine Freude für uns wird, weil wir darin deine Stimme zu unserem Herzen erkennen. Herr, darum bitten wir dich jetzt und danken dir, dass du es erfüllen wirst, denn du hast versprochen, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Amen.
[3:08] Der Merkvers der heutigen Lektion steht in 1. Thessalonicher 2, Vers 13. Ein bekannter Vers, den wir auch letzte Woche schon uns kurz angeschaut haben. Es heißt hier: „Darum danken wir auch Gott unerlässlich, dass ihr, als ihr das von uns verkündigte Wort Gottes empfangen habt, es nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das auch wirksam ist in euch, die ihr gläubig seid.“ Paulus dankt Gott dafür, dass es Menschen gibt, die in den Worten des Paulus Gottes Wort erkennen. Das ist ein Grund zu danken, dass wenn wir Menschen sehen und vielleicht auch selbst dazugehören, die Gottes Wort als das, was es ist, erkennen. Das ist nicht nur eine theologische Leistung oder gar keine theologische Leistung, das ist keine intellektuelle Aufgabe, das ist eigentlich die Anerkennung der Tatsache, dass Gott sich uns offenbart. Und dafür darf man, soll man, ja muss man dankbar sein. Und vielleicht sind wir zu selten dankbar dafür, dass Gottes Wort sich auf diese Art und Weise offenbart und dass es Menschen gibt, die Gottes Wort erkennen.
[4:33] Paulus sagt, das haben wir letzte Woche schon angeschaut, dass das Besondere am Wort Gottes seine Wirksamkeit ist. Während meine Worte nur beschreiben können. Ich kann sagen, das ist ein Pult, ich kann sagen, das ist ein Blatt Papier, eine weiße Rückseite, ich kann sagen, es ist eine schwarze Bibel. Ich kann die Dinge beschreiben, die ich sehe, aber meine Worte haben keine verändernde Kraft. Ich kann diese Rückseite durch meine Worte nicht grün machen und diese Bibel nicht rot. Gottes Wort ist anders. Wir wissen aus 1. Mose 1, Vers 2, wo es heißt: „Die Erde war wüst und leer und finster, es lag auf der Tiefe und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.“ Und dann heißt es: „Und Gott sprach: Es werde Licht!“ Und sein Wort war im Gegensatz zu der bisherigen Realität, aber sein Wort wurde Realität. Die Bibel sagt: „Und es wurde Licht.“ Eine Veränderung der Realität fand statt. Wenn meine Worte auf die Realität treffen, dann gewinnt die Realität. Wenn Gottes Wort auf die Realität trifft, dann zieht die Realität in Kürze und dann gewinnt Gottes Wort.
[5:49] Die Bibel gibt uns da viele Beispiele dafür. Paulus selbst wusste, das Evangelium ist die Kraft Gottes. Und das, was am ersten Tag der Schöpfung passierte, passiert in unserem Herzen. So sagt er in 2. Korinther 4, Vers 6: „Denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unseren Herzen Licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.“ Gottes Wort, das am ersten Tag der Schöpfung wirkte, wirkt in uns. Und Paulus sagt, genau das haben die Menschen in Thessalonich, die Thessalonicher, erlebt und erfahren.
[6:48] Interessant ist jetzt, wenn man diesen Vers anschaut, er beginnt ja in 1. Thessalonicher 2, Vers 13 mit einem „Darum“. „Darum danken wir auch Gott unerlässlich.“ Und wenn ein Vers mit „Darum“ beginnt, dann ist es immer auch lohnend, ein bisschen zu schauen, was der Kontext sagt, was die Verse, der Abschnitt vorher mitteilen. Und deswegen wollen wir mal ein bisschen Vers zu Vers durch dieses zweite Kapitel bis zu diesem Punkt gehen und einige interessante Dinge über diese Verkündigung von Paulus lernen, von der er selbst sagt, es ist nicht mein Wort gewesen, sondern Gottes Wort, quasi als eine Falschstudie für die biblischen Schriften. Denn Paulus ist ja nur einer von etlichen biblischen Autoren.
[7:24] Schauen wir mal in 1. Thessalonicher 2 und dort Vers 1: „Denn ihr wisst selbst, Brüder, dass unser Eingang bei euch nicht vergeblich war.“ Paulus berichtet hier von einer erfolgreichen Mission, sondern obwohl wir zuvor gelitten hatten und misshandelt worden waren in Philippi, wie ihr wisst, gewannen wir dennoch Freudigkeit an unserem Gott, euch das Evangelium Gottes zu verkünden unter viel Kampf. Paulus bezeugt hier, dass er, der das Wort Gottes verkündigt, damals ja auch dann mündlich, später auch schriftlich, wie hier in diesem Brief, dass das nicht einfach war, dass das nicht einfach so ohne Probleme vor sich ging, sondern dass es zum Teil massiven Widerstand gab. Wenn wir die Bibel lesen, sollten wir uns bewusst machen, sie stammt von Menschen, die massiven Widerstand erlebt haben und die kämpfen mussten dafür, dass sie überhaupt Gottes Wort sagen durften oder auch aufschreiben konnten. Mose hat enorm viel Widerstand erlebt. David ist schon als Psalmschreiber zu Tode, manchmal fast gejagt worden. Wir wissen von Johannes auf Patmos, der dort als Gefangener gewesen ist, und die Liste könnte man weiterführen. Menschen sind vom Geist Gottes inspiriert gewesen und Satan hat verhindern wollen, dass sie das Wort Gottes sagen. Was wir hier als Bibel haben, ist auch deswegen in unseren Händen, weil es Menschen gab, die als inspirierte Schreiber und Verkündiger der Wahrheit durch diese Kämpfe hindurch an Gott festgehalten haben und dran geblieben sind.
[9:07] Vers 3: „Denn uns zur Verkündigung entspringt nicht dem Irrtum, noch unlauteren Absichten, noch geschieht ziellistigem Betrug.“ Paulus ist sehr deutlich: Was ich sage, ist ohne Irrtum und die Aussagen des Paulus, also das Wort Gottes, wie er sagt, sind nicht dazu da, irgendjemanden zu betrügen. Er sagt, ich verwende keinen Köder, ich versuche nicht Leute irgendwie falsch zu manipulieren oder so. Das heißt, wir sehen, die Bibel hat zwar eine gewaltige Wirkung oder sie kann diese Wirkung haben, wenn wir bereit sind, diese Wirkung zu erleben. Die Bibel, das Wort Gottes, manipuliert niemanden, und wir sollten auch nicht die Bibel verwenden, um andere Menschen zu manipulieren. Paulus sagt ganz deutlich: Ich habe ganz offen und ehrlich das Evangelium verkündigt. Ich hatte keine, da war kein doppelter Boden dabei, keine geheime Agenda, die ich irgendwie noch nebenbei durchgezogen habe, keine Manipulation.
[10:05] Vers 4: „Sondern so, wie wir von Gott für tauglich befunden wurden, mit dem Evangelium betraut zu werden, so reden wir auch. Nicht als solche, die den Menschen gefallen wollen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft.“ Paulus macht sehr deutlich: Als biblischer Schreiber und Verkündiger des Wortes Gottes kann er sich nicht nach Menschen ausrichten. Das sehen wir im Alten Testament bei den Propheten. Hätten die versucht, den Menschen ihrer Zeit zu gefallen, wären ihre Botschaften ganz anders gewesen. Die biblischen Schreiber schreiben nicht so, dass es der Gesellschaft gefällt, sondern sie schreiben so, dass es Gott die Ehre gibt, und sie wurden von Gott für tauglich befunden. Das ist sehr interessant. Also Gott selbst hat Menschen geprüft, ob sie bereit sind oder ob sie fähig sind, ob sie tauglich sind, wirklich als Sprachrohre Gottes zu fungieren.
[11:02] Vers 5: „Denn wir sind nie mit Schmeichelworten gekommen, wie ihr wisst, noch mit verblümter Habsucht.“ Gottes Zeuge betont nochmal diesen Punkt, dass die Botschaft des Wortes Gottes den Menschen nicht schmeichelt. Und jeder, der sich mal wirklich intensiv und aufrichtig und ehrlich mit der Bibel beschäftigt hat, weiß, die Bibel ist kein schmeichelhaftes Buch. Es lobt uns nicht allzu sehr. Der Mensch wird hier in seinen wahrhaftigsten Farben dargestellt, und die sind nicht besonders rosig. Aber das hat auch einen Grund. Nur die Wahrheit führt zum Heil. Nur das, was wirklich ist, wenn es dann uns bewusst ist. Es hilft uns nur, wenn wir wissen, wie unser Zustand wirklich ist. Keine verblümte Habsucht, kein doppelter Boden, keine versteckte Agenda. Die Bibel ist sehr transparent mit ihrem Anliegen, weil Gott sehr transparent ist. Er sagt, was er möchte, er sagt auch, wie er es möchte, und er sagt, warum er es möchte, und er hilft uns und spricht so zu uns.
[12:11] Vers 6: „Wir haben auch nicht Ehre von Menschen gesucht, weder von euch noch von anderen, obgleich wir als Apostel des Christus würdevoll hätten auftreten können.“ Sehr interessanter Gedanke. Paulus sagt, als Verkündiger des Wortes Gottes, als inspirierter Verkündiger des Wortes. Paulus sagt ja später in Vers 13: Das, was ich euch gesagt habe, das ist das Wort Gottes gewesen. Als inspirierte Person ging es ihm nicht darum, von Menschen geehrt zu werden. Und das ist interessant, weil das eigentlich sehr deutlich eine Haltung von Jesus reflektiert. In Johannes Kapitel 5 sagt nämlich Jesus selbst in Vers 41: „Ich nehme nicht Ehre von Menschen.“ Gott ist so groß, dass er es nicht nötig hat, seine Ehre auf menschlichen Lob zu gründen oder auf menschlichen Beifall. Interessant ist dann, dass Jesus auch über die Pharisäer und die Sadduzäer im Sanhedrin spricht und sagt in Vers 44: „Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre von dem alleinigen Gott nicht sucht?“ Wenn also Menschen versuchen, anderen Menschen zu gefallen und ihren Selbstwert von dem Lob und Applaus anderer Menschen abhängig machen und nicht von der Zustimmung Gottes, dann können sie nicht glauben. Paulus sagt, das wäre für einen inspirierten Schreiber, Verkündiger der Wahrheit nicht passend.
[13:57] Ihr wisst ganz genau, wir haben die Ehre von Menschen nicht gesucht. Und er sagt, wir hätten ja als Apostel des Christus würdevoll auftreten können. Das hätte ja jeder Mensch verstanden, wenn die Apostel mit einer gewissen Autorität ausgespielt hätten. Aber das wäre gegen den Geist Jesu gewesen. Jesus kam als der König des Universums und hat nie durch äußerliche Zurschaustellung versucht, irgendwie Autorität zu erheischen. Und so ist es auch mit der Bibel. Sie versucht durch keinerlei äußerlichen Schmuck und äußerliche Zurschaustellung irgendwie die Aufmerksamkeit der Weltmenschen zu regen. Sie ist eigentlich, wenn man sie betrachtet, so eher ein schlichtes Buch. Aber in ihr zeigt sich die Herrlichkeit Gottes.
[14:41] Dann kommt Vers 7, ein sehr interessanter Vers: „Sondern wir waren liebevoll in eurer Mitte, wie eine stillende Mutter ihre Kinder pflegt.“ Paulus beschreibt hier sein Verhalten als der Verkündiger des Wortes Gottes. Die Bibel ist eigentlich ein Buch von Menschen, die sehr fürsorgliche Gefühle für das Volk Gottes gehabt haben. Ganz egal, ob das David war oder Mose oder Johannes oder hier Paulus, Petrus später. Sie alle hatten den Wunsch, Menschen zu helfen, wie eine Mutter. Gott selbst spricht ja von sich, dass er uns trösten wird, wie ein seine Mutter tröstet. Und in dem Leben von Paulus hier, in dieser Missionsreise nach Thessalonich, sehen wir einen Abglanz des Charakters Gottes und ein wesentliches Merkmal inspirierter Schreiber. Sie suchen zwar nicht die Ehre von Menschen, suchen aber deren Glück, deren Wohl. Sie haben ein Interesse an den Menschen, nicht an deren Lob. Ich glaube, wir sollten von ihnen lernen.
[16:00] Es wird im nächsten Vers sehr deutlich, es sagt: „Und wir sehnten uns so sehr nach euch, dass wir willig waren, euch nicht nur das Evangelium Gottes mitzuteilen, sondern auch unser Leben, weil ihr uns lieb geworden seid.“ Paulus sagt: Ich bin ein inspirierter Verkündiger des Wortes Gottes. Gott hat mir das Wort Gottes aufgetragen, meine Worte sind nicht nur meine. Und weil das so ist, habe ich ein Interesse an euch. Ihr braucht mich nicht loben, ich will gar nicht gelobt werden. Ich will nur, dass es euch gut geht. Ich will, dass ihr in den Himmel kommt. Ich will, dass ihr Jesus kennenlernt. Und dieses Interesse war so stark, dass es für Paulus nicht ausreichte, die Wahrheit, die Gott ihm gezeigt hatte, einfach zu predigen. Sein ganzes Leben, sein Verhalten war dieser Tatsache gewidmet, dass Gott die Menschen retten wollte. Wir sehen bei vielen biblischen Schreibern, dass sie nicht einfach nur Wort übermitteln, sondern dass ihr ganzes Leben das Wesen Gottes reflektierte. Ob wir da an Daniel denken oder an Mose, an Johannes und an viele andere, auch an Paulus, die durch ihr Leben gezeigt haben, dass sie hinter dieser Botschaft standen.
[17:05] Vers 9: „Ihr erinnert euch ja, Brüder, an unsere Arbeit und Mühe, denn wir arbeiteten Tag und Nacht, um niemand von euch zur Last zu fallen und verkündeten euch dabei das Evangelium Gottes.“ Sie wollten keine extra Lasten und Umstände verursachen. Allein das Evangelium war ihr Schwerpunkt, ihr Fokus. Auch die Bibel hat einen Fokus, einen Schwerpunkt. Sie möchte uns das Evangelium nahe bringen. All die Schreiber der Bibel hatten diese eine große Aufgabe, dieses eine große Ziel. Wenn Menschen die Bibel lesen und den Eindruck haben, dass sehr viele extra Lasten und extra Bürden damit verbunden sind, dann lesen die Bibel nicht so, wie sie gelesen werden möchte. Die Pharisäer haben das getan. Sie haben die Bibel gelesen und haben viele extra Lasten und extra Bürden daraus entnehmen wollen oder hinzugefügt, aber sie haben nicht den eigentlichen Sinn der Bibel verstanden, nämlich dass Gott retten möchte, dass Gott Liebe ist und dass er einen Plan für uns hat.
[18:16] Paulus macht sehr deutlich: Wir wollten euch nicht extra zur Last fallen. Unser einziger Wunsch war, dass ihr gerettet werdet. Die biblischen Schreiber, die zu uns sprechen über die Jahrhunderte hinweg, hatten nur einen Wunsch, dass wir gerettet werden. Nicht, dass es uns extra schwer fällt und dass wir Probleme im Leben haben. Das war nie das Ansinnen dieser Schreiber. Ihr Ansinnen war, dass wir gerettet werden, und wenn sie vom Geist inspiriert waren, dann war das das Ansinnen Gottes.
[18:45] Vers 10: „Ihr selbst seid Zeugen und auch Gott, wie heilig, gerecht und untadelig wir bei euch den Gläubigen gewesen sind.“ Paulus kann guten Gewissens sagen, dass er einen heiligen Charakter dort nicht nur verkündigt hat, sondern auch vorgelebt hat. Es war kein Geheimnis. Die Lehre und das Leben der Apostel stimmten überein. Wir sehen das bei Mose, wir sehen das bei Daniel, wir sehen das bei vielen Propheten, bei Jesaja, bei Jeremia, dass das, was sie tun, in weitestgehender Übereinstimmung war mit dem, was sie gelehrt haben. Nun waren Propheten natürlich und auch biblische Schreiber im Allgemeinen nicht ihr Leben komplett immer sündlos und haben natürlich auch Fehler gemacht. Das sehen wir auch. Wir sehen, dass sie trotzdem durch das Wort Gottes, das sie verkündigten, das sie ernst genommen haben, auch selbst eine starke Veränderung erlebt haben. Paulus ist ein besonders gutes und interessantes Beispiel.
[19:47] Und dann in Vers 11: „Ihr wisst ja, wie wir jeden Einzelnen von euch ermahnt und ermutigt haben, wie ein Vater seine Kinder.“ Was für ein schöner Vers. Er spricht, Paulus, von der Fürsorge einer Mutter, dann jetzt von der Ermahnung und Ermutigung eines Vaters. Die verschiedenen Aspekte von Elternschaft werden hier deutlich. Paulus sagt, im Grunde genommen, wenn ihr biblische Schreiber lest, dann solltet ihr das Gefühl haben oder den Eindruck haben, diese Einstellung haben, dass hier eigentlich geistliche Eltern zu euch sprechen, die euch gerne haben und die euch ermutigen wollen, die euch ja ermahnen müssen. Gottes Wort, so bezeugt Paulus, hat eine Ermahnung und eine Ermutigung für jeden einzelnen Menschen. Wenn wir in der Bibel lesen, ganz persönlich, dann gibt es dort Ermahnung und Ermutigung für mich, nicht nur kollektiv für die ganze Gemeinde, sondern für mich persönlich. Gott möchte mich ermahnen, er möchte mich ermutigen und zwar wie ein Vater, mein Vater im Himmel spricht durch dieses Wort in meinem Leben. Hast du das schon erlebt? Hast du erlebt, dass Gott als dein Vater fürsorglich, liebevoll, ermahnend, ermutigend zu dir spricht, eine besondere Botschaft für dich hat? Test es aus, Gott spricht zu jedem Menschen.
[21:21] Und dann kommt Vers 12: „Und euch ernstlich bezeugt haben, dass ihr so wandeln sollt, wie es Gottes würdig ist, der euch zu seinem Reich und seiner Herrlichkeit beruft.“ Die Bürde der Botschaft war: Lebt so, wie es sich für Gottes Reich geziemt. Erlebt diese Veränderung des praktischen Lebens, dass euer Leben tatsächlich eine Reflexion des Charakters Gottes ist. Darum ging es dem Paulus, aber nicht nur dem Paulus, auch dem Matthäus und dem Markus und dem Lukas und allen Propheten des Alten Testamentes. Das war die Würde, eine Veränderung des Lebens, sodass Gottes Charakter sichtbar wird.
[22:03] Und deswegen sagt Paulus in Vers 13: „Darum danken wir auch.“ Also mit anderen Worten, weil er all das vorhatte, weil er wie eine Mutter liebevoll für diese Menschen sorgen wollte, weil er wie ein Vater sie ermutigen, ermahnen wollte, weil er ein Interesse an ihrem ewigen Leben hatte. Er sagt: „Darum danken wir auch Gott unablässig, dass ihr, als ihr das von uns verkündigte Wort Gottes empfangen habt, es nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das auch wirksam ist in euch, die ihr gläubig seid.“ Paulus sagt: Ich bin Gott so dankbar, dass ich hatte diesen Wunsch und ich hatte dieses Sehen und ich habe alles gegeben und ich bin so dankbar, dass es bei euch auf fruchtbaren Boden fiel. Denn der Verkündiger kann noch so viel sehnen und hoffen und sich anstrengen. Der biblische Schreiber kann noch so präzise versuchen zu formulieren und so wunderbare Gedanken ausbreiten, wenn der andere, der Hörer, der Leser es nicht annimmt, dann kann es nicht wirken.
[22:57] Manchmal verpassen wir es vielleicht, uns Gedanken zu machen, wie sehr biblische Schreiber, inspiriert vom Heiligen Geist, sich Mühe gegeben haben, durch ihr Leben und ihre Worte Botschaften von Gott an die ganze Welt zu bringen und wie sehr sie sich gewünscht haben, dass viele, viele diese Worte lesen und verstehen. Und Paulus bezeugt hier, wie dankbar er ist. Wird nicht Daniel einmal im Himmel dankbar sein, wenn er sieht, wie viele Menschen seine Prophezeiung studiert haben und dadurch zu Christus gefunden haben und vorbereitet waren auf die Dinge, die dort angekündigt worden sind? Wird nicht Johannes einmal im Himmel dankbar sein, wenn er sieht, wie viele Menschen durch sein Evangelium zu Jesus gefunden haben und Jesus kennengelernt haben, als ihren persönlichen Freund und Erlöser? Wird nicht Mose im Himmel, ist nicht Mose jetzt schon im Himmel dankbar, wenn er sieht, wie viele Menschen dann doch seine Worte ernst genommen haben, auch wenn das Volk Israel immer wieder ihm so Mühe gemacht hat?
[24:00] Gottes Wort ist wirksam. Paulus sagt: Das, was ich mir gewünscht habe, das sehe ich in euch wirken, weil nicht ich spreche durch meine Worte, sondern Gott spricht, sagt er.
[24:12] Schauen wir uns einen anderen Apostel an, der ganz ähnliche Dinge sagt. 2. Petrus, Kapitel 1, und dort ab Vers 16. Petrus sagt: „Denn wir sind nicht klug ersonnenen Legenden gefolgt, als wir euch die Macht und Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus wissen ließen, sondern wir sind Augenzeugen seiner herrlichen Majestät gewesen. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als eine Stimme von der hoch erhabenen Herrlichkeit an ihn erging: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme hörten wir vom Himmel her ergehen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren.“ Petrus sagt: Was ich euch verkünde, was ich schreibe, ich weiß, es ist keine Fabel, ich weiß, es ist kein Märchen, denn ich habe die Herrlichkeit Gottes gesehen. Auf dem Verklärungswerk hat er gesehen, wie Jesus sich verwandelt hat in die göttliche Herrlichkeit.
[25:19] Petrus, und er ist nicht der einzige biblische Schreiber, konnte aus eigener Erfahrung bestätigen, was er geschrieben hat. Johannes schreibt oft in Offenbarung: „Ich habe den Himmel offen gesehen, den Thron Gottes gesehen, die Bundeslade gesehen, den Rauchaltar gesehen.“ Mose hat das himmlische Heiligtum als Abbild auf dem Berg gesehen. Er hat mit Gott von Angesicht gesprochen, mit dem Sohn Gottes, wie wir dann aus anderen Texten der Bibel ableiten können. Biblische Schreiber haben eine Erfahrung mit Gott gemacht und wussten deswegen, dass was sie schreiben, sicher ist.
[26:00] Und deswegen sagt der Petrus jetzt als Schlussfolgerung, weil er das Ganze persönlich erlebt hat: „Und so halten wir nun fest an dem völlig gewissen prophetischen Wort.“ Denn Petrus kann eins und eins zusammenführen. Er sagt, ich bin ein inspirierter Schreiber und ich habe die Dinge selbst gesehen, von denen ich spreche. Dann wird es mit Hesekiel und mit Daniel und mit Jesaja und mit Mose genauso gewesen sein. Wir können denen vertrauen, denn wenn der Geist sie inspiriert hat, dann sagen die Dinge, die sie selbst erlebt und gesehen haben, für die sie verbürgen können.
[26:31] „Ihr tut gut daran, darauf zu achten, als auf ein Licht, das an einem dunklen Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.“ Petrus sagt, diese Bibel, die wir in den Händen halten, die ist ein Schatz und wir tun gut daran. Er empfiehlt es uns, darauf zu achten, nicht nur einfach zu lesen, weil es Pflicht ist, sondern darauf zu achten, als ein Licht. Wir haben letzte Woche über Psalm 119, Vers 105 gesprochen: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“ Unsere Welt ist dunkel und sie wird nicht heller. Wir brauchen immer mehr Gottes Wort, damit wir wissen, welche Schritte wir gehen können.
[27:14] Das Ganze ist aber nicht nur eine Orientierung für die Zukunft, sondern er sagt, wir haben dieses prophetische Wort, damit der Morgenstern aufgeht in euren Herzen. Dieser Morgenstern wird in der Bibel eindeutig identifiziert in Offenbarung 22 und dort Vers 16 heißt es: „Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, um euch diese Dinge für die Gemeinden zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und der Spross Davids, der leuchtende Morgenstern.“ Petrus sagt und das bestätigt, was wir an anderer Stelle schon gesagt haben: Die Bibel verfolgt ein Hauptziel, nämlich dass Jesus in unserem Herzen aufgeht, immer heller und heller und heller scheint, dass wir im Laufe unseres Lebens mit der Bibel Jesus besser kennenlernen und uns nicht mehr von ihm entfernen, dass wir ihn mehr als unseren Freund empfinden als früher, dass er in unseren Gedanken ist.
[28:11] Denn das Herz ist ja in der Bibel der Sitz der Gedanken. Hebräer 4 und dort Vers 12 sagt er: „Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und es dringt durch bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens.“ Das Wort Gottes, wenn wir uns damit beschäftigen, zeigt uns, wo wir stehen. Kennst du das? Das ist dein persönliches Leben, dass wenn du in der Bibel liest, du merkst: Oh, Gott kennt meine Gedanken, er weiß es ganz genau. Und was Petrus uns sagt ist, dass wenn wir auf die Bibel achten, wenn wir auf das prophetische Wort achten, dann wird Jesus in unserem Herzen zunehmen, denn die Prophetie ist gegeben worden, damit wir Jesus besser kennenlernen.
[29:08] Was sagt Petrus noch in diesem so berühmten Abschnitt 2. Petrus 1? Er sagt in Vers 20: „Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, dass keine Weisung der Schrift von eigenmächtiger Deutung ist.“ Wir werden noch in einer der späteren Wochen über dann Auslegung der Bibel ja noch viel genauer sprechen. Was schon hier können wir sehen, einer der wichtigsten Punkte, vielleicht der wichtigste überhaupt ist: Bei der Bibel geht es nicht darum, dass ich meine Meinung habe, die ich jetzt irgendwie mir zusammenbastle, sondern es geht darum, dass ich Gottes Meinung höre. Es geht nicht darum, was ich in die Bibel hineininterpretiere, sondern das, was Gott mir sagen will.
[29:40] Vers 21: „Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen Menschen Gottes geredet.“ Was Petrus sagen möchte ist, und er kannte zumindest schon mal das gesamte Alte Testament von 1. Mose bis 2. Chronik, was damals das letzte Buch oder Chronikbücher, das letzte Buch des Alten Testamentes war, weil die Reihenfolge anders war, aber natürlich bis mal der Archiv war alles dabei. Petrus sagt, von all diesen alttestamentlichen Büchern ist kein einziges ohne den Heiligen Geist hervorgebracht worden. Kein einziges ist allein durch menschlichen Willen hervorgebracht worden.
[30:21] Heute gibt es oft die Theorie: Naja, die Bibel enthält Gottes Wort. Da wird gesagt, Christus ist die Mitte der Schrift und da gibt es so Randbereiche, so wo bestimmte Aussagen gemacht werden, die vielleicht nicht wirklich inspiriert sind oder gar nicht inspiriert sind oder nur halb inspiriert sind und nicht so wichtig sind. Wir konzentrieren uns nur auf das, was so im Zentrum ist. Aber die Bibel sagt nirgendwo, dass Jesus das Zentrum der Schrift ist. Er ist das A und das O von Anfang bis Ende. Er durchdringt alles, sowohl die Bereiche, die wir gut verstehen, als auch die, die wir vielleicht nicht so gut verstehen. Die Bibel fordert uns nicht auf, nur das zu glauben, was wir verstehen. Auch dort, wo wir vielleicht Mühe haben, was wir uns nicht gleich erklären können, dürfen wir Gott vertrauen, dass es sein Wort ist.
[31:00] Niemals, sagt Petrus, wurde eine Weissagung, und er kennt die Weissagung des Alten Testamentes, er kennt sie alle. Er sagt, niemals wurde eine durch menschlichen Willen hervorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes, die die Bibel geschrieben haben, sie wurden getrieben vom Heiligen Geist. Und deswegen ist es der Heilige Geist selbst, der uns das Wort erklären muss.
[31:27] 1. Korinther, Kapitel 2 und dort Vers 13. Das ist das vielleicht grundlegendste Auslegungsprinzip der ganzen Bibel. 1. Korinther 2, Vers 13: „Und davon reden wir auch nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind, indem wir Geistliches geistlich erklären.“ Eine Aussage des Heiligen Geistes, aufgeschrieben von Petrus vielleicht, wird erklärt durch eine andere Aussage des Heiligen Geistes, aufgeschrieben von Mose oder von Daniel oder von Hesekiel oder von Paulus oder von wem auch immer. Der Heilige Geist muss die Möglichkeit haben, sich selbst zu erklären, er, der durch verschiedene Instrumente gewirkt hat.
[32:08] Gehen wir zu Paulus zurück. 2. Timotheus, Kapitel 3, auch ganz berühmt, Vers 14. Er sagt hier an Timotheus: „Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und was dir zur Gewissheit geworden ist, da du weißt, von wem du es gelernt hast und weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche die Kraft haben, dich weise zu machen und zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist.“ Paulus ermutigt nicht nur Timotheus, sondern uns alle, bei dem zu bleiben, was wir schon gelernt haben. Wir, wahrscheinlich so gut wie jeder von uns, der jetzt dieses Video schaut, hat schon irgendetwas vom Heiligen Geist gelernt, etwas aus der Bibel erkannt. Bleibe bei dem, was Gott dir als Wahrheit offenbart hat, gerade in dieser Endzeit, wo alle Winde der Lehre wehen, alle möglichen Irrlehren sich an uns heranschleichen. Bleibe bei dem, was du als Wahrheit in der Bibel erkannt hast, weil du die Kraft erlebt hast, die dich zu Jesus geführt hat und die dir das Evangelium erklärt hat.
[33:10] Und dann sagt Paulus in Vers 16, dem berühmten Vers: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben, Gott gehaucht im Griechischen und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.“ Die ganze Schrift ist von Gott eingegeben, so wie Petrus sagt, auch Paulus. Wir können nicht einfach zitieren und sagen, das ist inspiriert, das ist nicht inspiriert. Alle Teile der Bibel haben Gott als ihren Urheber. Und er sagt, die Bibel hat vier praktische Ziele, nämlich Belehrung, das heißt die Frage: Was ist eigentlich Wahrheit? Dann die Überführung, dass ich merke: Oh, wo liege ich eigentlich falsch? Das hätte ich nicht tun sollen. Eine Zurechtweisung, dass ich also merke, ich muss mich ändern. Ich brauche jemanden, der mich zum Recht weist, der mich zu Christus weist. Die Bibel weist mich zu Christus. Und dann eine Erziehung in der Gerechtigkeit. Was muss ich in meinem Leben ändern und wie kann ich jetzt wachsen als Gotteskind? Denn selbst wenn ich Jesus angenommen habe und mit ihm gehe, gibt es noch viele Dinge, die ich lernen muss. Wir werden niemals aufhören zu lernen. Die Bibel ist also umfassend. Sie offenbart sowohl die Theorie als auch die Praxis. Das, was ein Mensch wissen muss, bevor er Christus kennenlernt, und das, was er lernen muss, während er Christus kennenlernt, und das, was er lernen muss, nachdem er Christus kennengelernt hat und mit ihm lebt. Für alle Bereiche ist die Bibel nützlich.
[34:44] Vers 17: „Damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.“ Wann ist der Mensch völlig ausgerüstet zu jedem guten Werk? Ganz zubereitet, wenn er alle Schrift als inspiriert wahrnimmt. Nur wenn die ganze Schrift als inspiriert angenommen wird, dann kann uns die Schrift auch vollständig zubereiten. Wer also die Bibel seziert, der wird vielleicht verpassen oder der wird dann von Gott nicht so verändert werden können, wie es Gottes Plan eigentlich ist.
[35:22] Jeremia 1, Vers 9, wie ist das jetzt mit der Inspiration? Ein Gedanke, ein Konzept, das auch oft für Streitigkeit und für Konfusion sorgt. Aber die Bibel gibt uns einige sehr klare und einfache Ideen, und wir müssen hier nicht im Dunkeln tappen. Jeremia 1, Vers 9, beispielhaft: „Und der Herr streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an“, sagt der Prophet Jeremia, als er hier noch sehr jung war. „Und der Herr sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.“ Das ist ein grundlegendes Konzept der Inspiration. Gott sagt: Das, was ich sagen möchte, das lege ich in deinen Mund, und du sagst, was ich sagen möchte. Deswegen sagen die Propheten immer so gern: „So spricht der Herr.“ Die berühmte Prophetenformel, die Botenformel, die die Propheten ganz oft im Alten Testament ausdrücken und sagen und damit ausdrücken, dass das, was sie jetzt sagen, Gottes Wort ist und nicht ihr eigenes.
[36:20] Das gilt allerdings nicht nur für die klassischen Propheten, die eine Vision gesehen haben, wie jetzt Jeremia oder Jesaja oder Ezechiel oder Daniel. Auch Paulus, obwohl er auch Visionen gesehen hat, der allerdings vielleicht auch Briefe schrieb, ist genauso vom Geist Gottes inspiriert. Er sagt das sogar auch sehr explizit. In 1. Korinther, Kapitel 7 und dort Vers 40 sagt er: „Glückseliger aber ist sie nach meinem Urteil, wenn sie so bleibt. Ich denke aber“, jetzt kommt es, „ich denke aber, dass auch ich den Geist Gottes habe.“ Paulus sagt, ich schreibe euch einen Brief, ich gebe euch hier Ratschläge für die Gemeinden, und er sagt, ich schreibe das in dem Bewusstsein, dass sie vom Heiligen Geist geführt werden, vom Heiligen Geist geleitet werden. Das ist deswegen interessant, weil er weiter vorher im Kapitel manche Dinge sagt, von denen er weiß, dass Jesus sie schon so gesagt hat, und er jetzt quasi Jesu Worte paraphasiert und wiederholt.
[37:16] In Vers 10 zum Beispiel: „Den Verheirateten aber gebiete nicht ich, nicht ich, sondern der Herr, dass eine Frau sich nicht scheiden soll von dem Mann.“ Er sagt also, das hat Jesus schon gesagt, und ich sage euch nur das, was Jesus gesagt hat. Aber dann sagt er in Vers 12: „Den Übrigen aber sage ich, nicht der Herr: Wenn ein Bruder eine ungläubige Frau hat und diese ist einverstanden, bei ihm zu wohnen, so soll er sie nicht entlassen.“ Paulus sagt hier: Was ich euch jetzt sage, da gibt es keine direkte Aussage von Jesus in den Evangelien, kein Wort, wo wir sagen können, aha, hier in Lukas steht das so und so. Ich sage das jetzt, aber er sagt dann später im Kapitel: Auch ich habe den Heiligen Geist. Ich bin von Gott inspiriert, und diese Worte, auch wenn sie nicht eine 1 zu 1 Wiederholung von Gedanken sind, die schon Jesus gesagt hat, sind sie trotzdem das Wort Gottes.
[38:12] Man hat immer wieder versucht, so Inspirationsmodelle aufzustellen und sich die Frage zu stellen: Okay, wie genau funktioniert jetzt Inspiration? Ist das eine Gedankeninspiration? Ist das eine Wortinspiration? Ist es eine Personeninspiration? Wer oder was ist jetzt inspiriert? Sind die Worte selbst? Sind es die Gedanken? Sind es die Personen? Auf welchen Wegen? Man hat versucht, in der Theologie immer wieder so wissenschaftliche Inspirationsmodelle aufzustellen. Das Problem daran ist, dass es eine Aussage gibt, die all das so ein bisschen durcheinander wirft, nämlich in Hebräer 1, Vers 1. Dort sagt es nämlich: „Nachdem Gott in vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat, durch die Propheten…“ Offensichtlich hat Gott nicht nur ein Inspirationsschema, das immer durchzieht, sondern es gibt verschiedene Formen. Er hat manchen Menschen Träume gegeben, er hat manchen Menschen Visionen gegeben, mit Mose davon Angesicht zu Angesicht gesprochen.
[39:07] Sicher können wir sagen, und das ist sehr wichtig, weil das in der Diskussion immer wieder auch aufkommt: Gott hat nicht einfach die Bibel diktiert. Gott hat sich keiner Prüfung in Orthografie oder Grammatik unterzogen. Die Worte in ihren Formulierungen, in ihren grammatischen Zusammenhängen sind ganz deutlich die Worte der Menschen. Wir können feststellen, dass Johannes einen anderen Schreibstil hat als der Petrus zum Beispiel. Wir können feststellen, dass es bei Mose noch bestimmte grammatische Besonderheiten gibt, die wir zum Beispiel bei Hesekiel nicht finden, oder dass bestimmte Schreiber auch zweisprachig geschrieben haben, wie zum Beispiel Daniel in seinem Buch. Wir können also sehen, dass es eine menschliche Komponente gibt, über die wir gleich noch kurz reden wollen, und dass letztendlich, und das ist auch ein wichtiger Punkt für die Auslegung, die Prinzipien, die Gedanken sehr klare und präzise Ideen sind, die Gott einem Propheten gegeben hat, Dinge, die er gesehen hat, die er gelernt hat, die ihm bewusst geworden sind durch den Geist Gottes, die er dann mit seinen eigenen Worten aufgeschrieben hat, wobei Gott natürlich über alles gewacht hat. Aber das Ganze jetzt in ein ganz festes theologisches Konstrukt zu ziehen ist schwierig, weil uns Gott hier selbst sagt durch Paulus, es war immer mal wieder auch ein bisschen anders. Er hatte verschiedene Arten und Weisen. Manche Propheten haben ein Leben lang gewirkt, manche haben nur für eine kurze Zeit geschrieben. Es gab Situationen wie bei Bileam, wo ein falscher Prophet vom Geist Gottes quasi gezwungen worden ist, eine Weissagung zu geben.
[40:50] Das fällt nicht unter die allgemeine Beobachtung, dass die meisten Propheten eigentlich ihr Leben auch wirklich mit dem Wort Gottes übereinstimmen. Bei Bileam war das mal ausnahmsweise nicht der Fall. Er war ja ein falscher Prophet und trotzdem konnte Gott durch ihn sprechen. Gott konnte durch Esel sprechen. Wir sehen also, dass Gott mehr Möglichkeiten hat, als wir das mit unseren Modellen vielleicht eingrenzen können. Gott hat tausend Wege, von denen wir nichts wissen. Und trotzdem ist es wichtig, die Dinge, die wir sehen können, sehr klar und deutlich zu erkennen und auch zu glauben. Nämlich, dass das, was die Bibel als Gottes Wort bezeichnet, auch wirklich Gottes Wort ist. Auch wenn wir nicht immer bis ins Letzte genau verstehen können, wie diese Inspiration in all ihren letzten Details funktioniert.
[41:33] Die Dinge, die Gott den Menschen, den heiligen Menschen, wie Petrus sagt, mitgegeben hat, die sind aufgeschrieben worden. Und das hatte einen Grund. In Hiob finden wir diese interessante Aussage in Hiob Kapitel 19 und dort Vers 23, dass Hiob sich wünschte, dass seine Geschichte aufgeschrieben werden würde. Hiob 19 Vers 23: „Oh, dass doch meine Worte aufgeschrieben, oh, dass sie doch in ein Buch eingetragen würden. Vers 24: Dass sie mit eisernem Griffel und Blei für immer in den Felsen gehauen würden.“ Hiob hat das zu Lebzeiten nicht erlebt. Erst später hat Mose in der Wüste Midian durch Visionen Gottes diese Geschichte gesehen und dann in einer unfassbar kunstvollen Art und Weise als ein großes literarisches Meisterwerk, als großes Gedicht aufgeschrieben. Das Buch Hiob, eines der ganz großen Meisterwerke der Weltliteratur. Hiob hat sich das gewünscht.
[42:28] Das Aufschreiben biblischer Gedanken ist ein wichtiges Thema. Wir sehen in 2. Mose 17 und dort Vers 14, dass Gott hier sagt: „Da sprach der Herr zu Mose: Schreibe das zum Gedenken in deinem Buch und trage es den Ohren Josuas ein. Ich will das Andenken Amalechs ganz und gar auslöschen unter dem Himmel.“ Also wir haben hier, wir haben hier Gott, der zu Mose sagt: Schreibe diesen Gedanken, die Ausrottung der Amalekiter, in dein Buch. Nun ist interessant, dass in 1. Samuel 15, Jahrhunderte später, diese Prophezeiung letztlich dann erfüllt worden ist. 1. Samuel 15, Vers 2: „So spricht der Herr, der Herrscher an: Ich will strafen, was Amalek an Israel tat, indem er sich ihm in den Weg stellte, als es aus Ägypten heraufzog. So zieh nun hin und schlage Amalek und verstrecke den Bann an allem, was er hatte, und schone ihn nicht, sondern töte Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel.“ Jahrhunderte später war dieses Wort, das Mose aufschrieb in einem Buch, immer noch top aktuell. Die Jahrhunderte konnten dieses geschriebene Wort nicht irgendwie relativieren. Gott wollte nicht, dass seine Worte vergessen werden.
[44:01] 2. Mose 24, und dort Vers 4. 2. Mose 24, Vers 4: „Da schrieb Mose alle Worte des Herrn nieder und er stand früh am Morgen auf und errichtete einen Altar unten am Berg und zwölf Gedenksteine für die zwölf Stämme Israels.“ Mose schrieb all diese Worte auf. Es waren die Worte der zehn Gebote und des gesamten Bundes, der dort geschlossen werden sollte. Am Sinai Ellenweit sagt es interessanterweise, dass Gott diese Worte, die er selbst gesprochen hatte, nicht dem vergesslichen Gedächtnis des Volkes anvertrauen wollte, sondern sie sollten niedergeschrieben werden, damit sie sich daran erinnern.
[44:40] Immer wieder sind Propheten aufgefordert worden, ihre Prophezeiungen schriftlich zu fixieren. Jeremia 30 als eines der Beispiele, Jeremia 30 und dort Vers 2. Dort heißt es: „So spricht der Herr, der Gott Israels: Schreibe dir alle Worte, die ich zu dir geredet habe, in ein Buch.“ Und zum Teil ist ja dieses Buch dann im Fall von Jeremia sogar beschlagnahmt worden und verbrannt worden, und Gott beauftragt dann wieder, dass dieses Buch wiederhergestellt wird und noch erweitert wird. Wir sehen uns damals schon, es gab einen Kampf Satans gegen das aufgeschriebene Wort Gottes. Den können wir durch die Jahrhunderte, insbesondere auch in der Zeit des Mittelalters, sehr gut nachverfolgen und nachvollziehen.
[45:32] Warum wurden biblische Geschichten aufgeschrieben? Erster Grund der 10 und dort Vers 11 sagt, da geht es um die Geschichten aus 2., 3., 4. Mose. „Alle diese Dinge aber, die jene wiederfuhren, sind Vorbilder, Typen im Sinne von Typos, und sie wurden zur Warnung für uns aufgeschrieben, auf die das Ende der Weltzeit gekommen ist.“ Wir haben eine geschriebene Bibel, weil wir aus den Geschichten lernen sollen. Sie sind Vorbilder, die sagen uns im Prinzip, wie der große Kampf auch in der letzten Zeit ablaufen wird. Wir können etliches daraus lernen. Sie sollen uns warnen, diese Geschichten.
[46:09] Ähnlich auch Römer 15 und dort Vers 4, dort wird uns gesagt in Römer 15 und dort Vers 4: „Denn alles, was zuvor geschrieben worden ist, wurde zu unserer Belehrung zuvor geschrieben, damit wir durch das Ausharren und den Trost der Schriften Hoffnung fassen.“ Warum brauchen wir eine schriftliche Fixierung der Offenbarung? Indem wir das lesen, können wir Hoffnung fassen, sagt Paulus. Wir können belehrt werden, wir können die Wahrheit erkennen und wir können in der Geduld, die wir brauchen, Offenbarung 14, Vers 12 kommt uns da vielleicht in den Sinn, der Stand der Ausharrenden Heiligen, können wir Hoffnung fassen, wir können Trost haben, wir brauchen die Bibel für die Endzeit.
[46:58] In Offenbarung 1, Vers 11, da sagt Jesus zu Johannes, die Sprache, diese Stimme: „Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte. Was du siehst, das schreibe in dein Buch und sende es den Gemeinden, die in Asien sind, nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardis und nach Philadelphia und nach Laodizea.“ Wir wissen aus unserem Offenbarungsstudium, dass diese Gemeinden die sieben großen Abschnitte der Kirchengeschichte darstellen. Was Johannes schrieb, sollte durch die gesamte Kirchengeschichte eine Botschaft von Jesus an sein Volk sein.
[47:36] An anderer Stelle in Offenbarung heißt es in Offenbarung 21, Vers 5: „Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er sprach zu mir: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss.“ Warum sollten biblische Schreiber schreiben? Weil es wahre Worte sind und weil sie gewiss eintreffen werden. Deswegen sagt uns die Bibel auch, dass an der Bibel nicht manipuliert werden darf.
[47:55] Offenbarung 22, Vers 18 und 19: „Fürwahr, ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand etwas zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, von denen in diesem Buch geschrieben steht. Und wenn jemand etwas wegnimmt von den Worten des Buches, dieser Weissagung, so wird Gott wegnehmen seinen Teil vom Buch des Lebens und von der Heiligen Stadt und von den Dingen, die in diesem Buch geschrieben stehen.“ Wir dürfen weder hinzufügen noch wegnehmen. An der Bibel darf nicht manipuliert werden.
[48:25] Und manche fragen sich ja, ist das nicht vielleicht trotzdem passiert? Die Bibel versichert uns, dass Gott über die Reinheit seines Wortes gewacht hat. In Psalm 12 und dort Vers 7 heißt es: „Die Worte des Herrn sind reine Worte, in irdenem Tiegel, geschmolzenes Silber, siebenmal geläutert.“ Gott hat darüber gewacht, in einem komplizierten Prozess, den wir wahrscheinlich nie wirklich verstehen werden, dass das, was er uns als Wort Gottes präsentiert, durch menschliche schwache Instrumente rein geblieben ist. Siebenmal geläutert, sodass alles weggenommen worden ist, was irgendwie als Schlacke gestört hätte. Siebenfach vollkommen gereinigt. Wir können der Bibel vertrauen.
[49:15] Wir haben schon das letzte Mal darüber gesprochen, dass die Bibel in gewisser Weise eine Parallele zu Jesus darstellt. Denn Jesus ist das Wort Gottes, das sich der Menschheit offenbart hat, das sichtbar, greifbar geworden ist. In Johannes 1, Vers 14 haben wir diese Idee: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Jesus war ganzer Mensch und doch gleichzeitig ganzer Gott. Und so finden wir in der Bibel, die von wahren Menschen geschrieben worden ist, trotzdem wahre menschliche Worte, menschliche Formulierung, menschliche Grammatik, zum Teil menschliche grammatische Fehler. Im Neuen Testament gibt es bei Markus und bei anderen durchaus nicht das allerbeste Griechisch. Menschliche Fehler. Übrigens gibt es bei Ellen White auch, gerade in ihren frühen Schriften, immer wieder auch Rechtschreibfehler. Und trotzdem, obwohl es so menschlich ist, sind die Gedanken, die Ideen, die Wahrheiten vollkommen göttlich. Das Wort Gottes, das sich offenbart.
[50:13] Für die Jünger selbst gab es offensichtlich keinen Unterschied zwischen dem, was die Bibel sagte, dem Alten Testament, und dem, was Jesus selbst sagte. In Johannes 2 Vers 22 heißt es: „Als er nun aus den Toten auferstanden war, dachten seine Jünger daran, dass er ihnen dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.“ Die Jünger hatten keinen Unterschied gesehen zwischen den Offenbarungen der Bibel und den Worten von Jesus selbst. Jesus hatte gesagt, in Johannes 8 Vers 31, dass seine Worte die Wahrheit sind. Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so bleibt ihr wahrhaftig meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch freimachen.“
[51:04] Später im selben Buch spricht er über das Wort Gottes, über die Bibel als die Wahrheit. „Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.“ Jesus machte keinen Unterschied zwischen seinen eigenen Worten, zwischen sich selbst und der Bibel, denn er ist das Wort Gottes.
[51:25] Zum Schluss wollen wir die Frage stellen: Was ist jetzt unsere Einstellung, wenn hier in der Bibel Gott persönlich zu mir spricht? In Hebräer Kapitel 11 und dort Vers 3 wird uns gesagt, Hebräer 11 und dort Vers 3: „Durch Glauben verstehen wir, dass die Welten durch Gottes Wort bereitet worden sind, so dass die Dinge, die man sieht, nicht aus Sichtbarem entstanden sind.“ Es ist durch den Glauben, dass wir Gottes Wort verstehen können.
[51:53] Wenn wir die Erfahrung gemacht haben, dass Gottes Wort unser Herz verändert, wie wir gesehen haben in 1. Thessalonicher 2 Vers 13, in Römer 1 Vers 16, das Wort Gottes als Kraft, wenn wir diese Erfahrung gemacht haben, wenn wir also gemerkt haben, Gott hat mir ein neues Herz geschenkt, wie Psalm 51 Vers 12 sagt: „Erschaffe mir ein neues Herz.“ Wenn wir sehen, dass er in unser Herz hineingesprochen hat, in die Finsternis, und es Licht geworden ist, wenn wir sehen, dass wir durch das Wort eine neue Kreatur geworden sind, dass alles neu ist, das Alte vergangen ist, dann können wir Gott auch glauben über eine Geschichte, die 6000 Jahre zurückliegt, dass als damals es wüst und leer und finster war, er gesprochen hat durch dasselbe Wort, und es wurde Licht.
[52:35] Der letztendliche Beweis für die Schöpfung sind nicht biologische Überlegungen und chemische, so wichtig sie auch sind und so gut es ist, sich damit zu beschäftigen. Der letztendliche Beweis, dass Gott der Schöpfer ist, ist, wenn wir die Erfahrung des Wortes Gottes in uns selbst gemacht haben und ihm jetzt vertrauen können, dass er das auch zu anderen Zeiten mit anderen Menschen und sogar bevor es einen Menschen gab, nach demselben Prinzip getan hat.
[53:02] Vers 6: „Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohl zu gefallen, denn wer zu Gott kommt, muss glauben, dass er ist und dass er die belohnen wird, welche ihn suchen.“ Liebe Freunde, liebe Geschwister, das Entscheidende ist der Glaube. Wenn wir Gott nicht glauben, dass er unser Bestes möchte, könnten wir niemals im Frieden mit ihm leben, weder hier noch in der Ewigkeit, weil er zu groß ist, als wir ihn fassen können. Gott ist so groß, so gewaltig, er kann so viel, er weiß so viel. Wir könnten als Menschen es niemals komplett überschauen, wir könnten niemals sozusagen uns extern sicher sein, dass er uns nichts Böses will. Wir können es ihm nur glauben.
[53:50] Die Bibel sagt sehr deutlich in Hiob 11, Vers 7, dass wir Gott nicht erfassen können in seiner Gesamtheit. In Hiob 11, Vers 7 heißt es: „Kannst du die Tiefe Gottes ergründen oder zur Vollkommenheit des Allmächtigen gelangen?“ Das ist eine rhetorische Frage, die Antwort ist offensichtlich nein. Wenn also Gott so groß ist und er tatsächlich nur das Beste für uns will, wir das aber nicht sozusagen wissenschaftlich beweisen können, weil wir nicht alle Gedanken Gottes übersehen können, weil wir nicht alle Taten Gottes wissen, weil wir nicht alles von Gott quasi in ein Labor tun können und analysieren können, weil er zu groß ist, haben wir nur eine Möglichkeit davon zu profitieren, wenn wir wie ein Kind es ihm glauben.
[54:31] Matthäus 18 und dort Vers 3 sagt genau das: „Und da sprach Jesus hier: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen.“ Was wir brauchen, sind mehr Menschen, die das Wort Gottes lesen wie Kinder und darin die Liebe einer Mutter, wie Paulus gesagt hat, und die Fürsorge eines Vaters erkennen, die darin Gottes väterliches Wesen erkennen, der zu uns spricht. Wenn wir ihm vertrauen, dann können wir auf ewig mit ihm leben, und diesen Glauben möchte uns der Schöpfer, möchte uns Jesus selbst schenken.
[55:24] Er steht vor der Gemeinde Laodizea, klopft an und sagt als allererstes: „Kaufe Gold von mir.“ Er sagt: „Ich rate dir, dass du von mir Gold kaufst, das im Feuer geläutert ist, Gold, das durch die Liebe, Glaube, der durch die Liebe wirksam ist.“ Und wenn wir auf Gottes Wort achten, wird Glaube in unserem Herzen immer mehr wachsen.
[55:44] Paulus sagt in Römer 10 und dort in Vers 16, Römer 10, Vers 17: „Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, aus dem Hinhören, aus dem Gehörten. Die Verkündigung aber durch das Wort Gottes.“ Das Wort Gottes, das Veränderung bringt, bringt auch den Glauben mit sich, wenn wir ihn nur annehmen wollen, wenn wir hinhören, was Jesus uns zu sagen hat. Deswegen sagt Mose immer wieder: „Höre, Israel.“ Und deswegen ist es allein der wahre, der rettende Glaube, der uns retten kann. Jesus sagt zu Nikodemus in Johannes 3, Vers 16: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“
[56:47] Möchtest du diesen echten, wahren, rettenden Glauben haben? Möchtest du ganz bewusst damit beginnen, auf die Stimme Gottes in der Bibel zu achten, zu hören, was er, der die biblischen Schreiber inspiriert hat, der sie motiviert hat, auch für dein Seelenheil wichtige Ratschläge zu geben? Möchtest du diese Ratschläge annehmen? Gott segne deine Entscheidung. Nächste Woche werden wir weiter studieren, diesem Thema, wie legen wir die Bibel aus, und wir hoffen, dass ihr dann wieder einschaltet und wünschen euch bis dahin Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.