[0:00] In diesem Quartal beschäftigen wir uns mit der Auslegung der Bibel. Und diese Woche haben wir ein sehr spannendes Thema. Es geht darum, wie Jesus und die Apostel die Bibel sahen. Bevor wir in das Bibelstudium gehen, wollen wir zusammen beten und Gott bitten, dass er uns im Studium führt.
[0:39] Vater im Himmel, ich möchte dir danken, dass wir dein Wort haben. Ich möchte dir danken, dass es ein Licht auf unserem Weg ist, dass es uns Weisung gibt, dass wir darin lesen dürfen, dass wir dadurch dich besser kennenlernen. Und danke, dass wir jetzt auch studieren dürfen, wie es in Jesu Leben eine Auswirkung auf ihn hatte. Und ich möchte dich bitten, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst, dass wir verstehen, was wir lesen und dass es auch eine Anwendung in unserem Leben erfährt. Und dafür danke ich dir im Namen Jesu. Amen.
[1:15] Zu dieser CSH gibt es ein Sendemanuskript, in dem alle Ellen White Zitate, die ich hier zitiere und noch ein paar mehr, stehen werden. Also unter der Aufnahme findet ihr das Sendemanuskript. Und wenn ihr die Zitate gerne nochmal nachlesen wollt, dann könnt ihr da einfach schauen. Auch die Referenzen bekommt ihr dort.
[1:34] Wir beginnen unser Bibelstudium mit dem Merkvers. Unser Merkvers steht in Matthäus 4, Vers 4 und dort steht: "Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht."
[1:52] Mit diesem Merkvers sind wir schon direkt in der ersten Geschichte, die wir uns heute anschauen wollen, und zwar die Versuchung Jesu Christi. Es war nach Jesu Taufe, und die Taufe war der Beginn seines Dienstes auf der Erde, aber noch hat er nicht wirklich mit seinem Wirken begonnen. Es gab die Taufe, bei der die Taube auf ihn herabkam und die Stimme verkündete: "Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe." Aber nach der Taufe, bevor er sein wirkliches Wirken auf der Erde begonnen hat, ging er 40 Tage in die Wüste. Er war dort, er betete, er fastete. Und Ellen White schreibt, dass er ganz bewusst in die Wüste ging, um allein zu sein. Er wollte über seine Aufgabe nachdenken und sich selber durch Fasten und Beten für den blutbefleckten Weg stärken, der vor ihm lag.
[2:46] Und dieses Muster können wir auch bei anderen Personen in der Bibel sehen, zum Beispiel bei Mose. Bevor er das Volk aus Ägypten befreit hatte, war er auch 40 Jahre lang alleine in der Vorbereitung mit Gott für die Aufgabe, die er ihm vorgesehen hatte. Oder wenn wir an David denken, viele Jahre in seiner Kindheit war er Schafhirte. Er war mit den Schafen einfach draußen in der Natur. Er hat Gott in der Natur erlebt, er hat Erfahrungen mit ihm gemacht, er hatte viel Zeit, über ihn nachzudenken und wurde da auch auf die Aufgabe vorbereitet, später König von ganz Israel zu sein. Oder wir denken an Paulus bei seiner Bekehrung. Danach war er drei Tage blind. Und wir wissen, dass er in diesen drei Tagen den Erlösungsplan Gottes nochmal ganz neu verstanden hat und es wirklich begriffen hat, was Jesus für ihn am Kreuz getan hat.
[3:42] Wie ist es mit uns? Vielleicht gibt Gott uns in unserem Leben auch manchmal Zeiten, in denen wir zurückgezogen sind und in denen Gott uns ganz besonders nochmal vorbereitet für irgendeine Aufgabe, die er dann später in der Zukunft hat. Und das hat Jesus in der Wüste getan, 40 Tage lang.
[4:01] Aber Satan hat die Chance genutzt. Satan hatte viele tausend Jahre Zeit gehabt, um sich zu überlegen, wie er Jesus versuchen könnte, in der einen Hoffnung, dass Jesus fällt und der ganze Erlösungsplan zunichte gemacht wird. Und in dieser Situation, wo Jesus 40 Tage lang nichts gegessen hat, wo er körperlich schwach war, trat er an Jesus heran und dachte, das ist jetzt seine Chance.
[4:31] Von Ellen White wissen wir, dass Satan als Engel des Lichts gekommen ist. Und dann spricht er in Matthäus 4, Vers 3: "Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese Steine Brot werden." Er kam als Engel des Lichts, aber die ersten Worte, die er gesprochen hat, die verrieten ihn. Und in diesen Worten: "Wenn du Gottes Sohn bist", steckte der ganze Zweifel drin.
[5:06] Und wenn wir das vergleichen mit der Versuchung ganz am Anfang bei Adam und Eva, dann merken wir, dass viele Ähnlichkeiten bestehen. Wir schauen mal in 1. Mose 3, 1. Mose 3 und dort Vers 1. "Aber die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott dahergemacht hatte. Und sie sprach zu der Frau: Sollte Gott wirklich gesagt haben, dass ihr von keinem Baum im Garten essen dürft?" Hier haben wir auch wieder ganz am Beginn die Frage, das erste, was die Schlange gesagt hat: "Sollte Gott wirklich gesagt haben?" Auch hier sehen wir den Zweifel, der ausgedrückt wird, genauso wie bei Jesus.
[5:50] Wenn wir den Sündenfall von Adam mit der Versuchung von Jesus vergleichen, dann sehen wir, dass Adam keine Folgen der Sünde in sich trug. Seine menschliche Natur war in vollkommener körperlicher und geistiger Kraft. Und wenn wir jetzt das mit Jesus vergleichen, dann sehen wir, dass Jesus die Schwächen der degenerierten menschlichen Natur seit 4000 Jahren auf sich genommen hat, um die Menschen aus dieser abgrundtiefen Erniedrigung zu retten. Und darin ist ein interessanter Punkt für uns. Sollte Jesus in der Zeit jetzt gekommen sein, wo wir nochmal 2000 Jahre weiter sind, wo wir uns menschlich durch die Sünde immer weiter abbauen, dann hätte er den gleichen Körper angenommen, den wir heute haben und in dem wir heute stecken.
[6:41] Damals beim Sündenfall von Adam und Eva kam durch Appetit das Verderben in die Welt. Und dort, wo das Verderben in die Welt kam, hat Jesus angefangen, die Versuchung zu überwinden. Ellen White schreibt: "Christus hielt den Versuchungen stand, von denen wir denken, ihnen sei schwer zu widerstehen. Sie wurden ihm in so viel stärkerem Maß aufgezwungen, wie sein Charakter dem unseren überlegen ist."
[7:12] Die Versuchungen wurden ihm in so viel stärkerem Maß aufgezwungen, wie sein Charakter dem unseren überlegen ist. Für uns ist es keine Versuchung, aus Stein Brot zu machen, auch wenn wir noch so hungrig sind. Aber für Jesus schon. Er hatte die ganze schöpferische Macht in sich. Er hatte die Welt erschaffen. Er sprach ein Wort und es geschah. Und jetzt, nach 40 Tagen Fasten, hatte er Hunger. Er war körperlich und mental schwach, weil er einfach hungrig war. Und für ihn wäre es eine Kleinigkeit gewesen, aus diesem Stein Brot zu machen. Im Handumdrehen hätte er Leibe von Brot schaffen können. Aber was tat er?
[8:01] Es war nicht Jesu Aufgabe, dass er seine Göttlichkeit gegenüber Satan beweist oder dass er ihm den Grund für seine Erniedrigung erklärte, sondern er sprach Matthäus 4, Vers 4, unseren Merkvers: "Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht."
[8:24] Es steht geschrieben. Er hat ein Zitat aus dem Alten Testament verwendet. Und dieses Zitat wollen wir uns genauer anschauen. Und zwar zitierte er aus Fünfter Mose. Er zitierte Fünfter Mose 8 und dort Vers 1 bis 3. Also er zitierte aus Vers 3, aber wir lesen Vers 1 bis 3. "Das ganze Gebot, das ich dir heute gebiete, sollt ihr bewahren, um es zu tun, damit ihr lebt und euch mehrt und hineinkommt und das Land in Besitz nehmt, das der Herr euren Vätern zugeschworen hat. Und du sollst an den ganzen Weg gedenken, durch den der Herr, dein Gott, dich geführt hat, diese 40 Jahre lang in der Wüste, um dich zu demütigen, um dich zu prüfen, damit offenbar würde, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht. Und er demütigte dich und ließ dich hungern und speiste dich mit dem Man, das weder du noch deine Väter gekannt hatten, um dich erkennen zu lassen, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern dass er von all dem lebt, was aus dem Mund des Herrn hervorgeht."
[9:26] Hier in Fünfter Mose sind Worte der Ermahnung und der Erinnerung. Moses spricht zu dem Volk und macht ihm noch einmal bewusst, dass Gott sie 40 Jahre lang durch die Wüste geführt hat und sie keinen Mangel hatten. Sie hatten Kleider, die nicht kaputt gegangen sind, bei 40 Jahren Wanderung durch die Wüstenhitze. Sie hatten Füße, die nicht geschwollen sind, obwohl sie viele, viele Tage unterwegs waren und viele Kilometer gelaufen sind durch den heißen Wüstensand. Und Gott hat sie ernährt. Sie hatten Man, das Gott ihnen jeden Tag geschickt hat und das ganz treu, jeden Tag.
[10:08] Und es ist interessant, dass Jesus in der Versuchung gerade diese Textpassage benutzt, weil als Jesus diese Textpassage Satan dann zitiert hat, hat er damit explizit auch gesagt, dass er schon einmal für ein ganzes Volk gesorgt hat. Er hat gesagt: Gott steht zu seinen Verheißungen, Gott kann sein Volk versorgen, Gott kann sich um sein Volk kümmern. Und diese Gewissheit hat ihm dann auch die Gewissheit gegeben, dass Gott sich auch in Jesu Situation um ihn kümmert. Und indem er die Verheißung gesagt hat, hat er damit bezeugt, dass er Gott ganz vertraut für das, was er in der Vergangenheit getan hatte, aber auch für das, was er versprochen hat, weil er weiß, dass Gott zu seinem Wort steht.
[10:58] Ellen White schreibt: "In jeder Versuchung war das Wort Gottes die Waffe seiner Verteidigung." Größer aber als alle Wunder ist das feste Vertrauen auf einen so spricht Herr. Das war ein Zeichen, das nicht angefochten werden konnte. Solange Christus diese Haltung einnahm, konnte ihm der Versucher nichts anhaben.
[11:24] Gott ist ein Gott, der nie lügt. Gott sagt immer die Wahrheit. Und wenn wir in einer Versuchung sind, so wie Jesus, und Gottes Verheißungen für uns in Anspruch nehmen, so dürfen wir wissen, dass Gott sie auch erfüllt, weil Gott immer die Wahrheit ist.
[11:47] Wie ist Jesus Satan entgegengetreten? Er hat einfach gesagt: "Es steht geschrieben."
[11:55] Ellen White schreibt etwas Interessantes: "Jede Zusage in Gottes Wort gilt uns." Wenn Versuchungen an dich herantreten, dann schau nicht auf die äußeren Umstände oder auf deine Schwäche, sondern richte dein Augenmerk auf die Macht des Wortes. Seine ganze Kraft steht dir zur Verfügung. Das Wort Gottes ist unsere ganze Kraft. Und die dürfen wir benutzen in den schwierigen Situationen, in den Versuchungen. Und wir dürfen uns felsenfest darauf stellen und darauf vertrauen, dass Gott zu seinem Wort steht.
[12:31] Satan hatte sich damit aber nicht zufrieden gegeben. Und so trat er erneut an Jesus heran. Und wir lesen die zweite Versuchung. Die beginnt in Vers 5. "Darauf nimmt ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellt ihn auf die Zinne des Tempels und spricht zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, dann stürze dich hinab, denn es steht geschrieben: Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht etwa an einen Stein stößt."
[13:02] Hier ist es interessant. Auch in der zweiten Versuchung beginnt Satan seine Worte mit: "Wenn du Gottes Sohn bist." Also auch hier äußert Satan noch einmal die Zweifel: "Wenn du Gottes Sohn bist." Und jetzt hat er aus der ersten Versuchung gelernt. Jesus hat die Bibel benutzt, um ihm entgegenzutreten. Und jetzt benutzt Satan ebenfalls die Bibel und zitiert Verse aus Psalm 91, um ihm noch einmal aufzufordern, etwas zu tun. Und die Verse, die er zitiert, ist Psalm 91 und dort Vers 11 und 12. Und wir wollen uns die mal durchlesen. Psalm 91, Vers 11 bis 12: "Denn er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Auf den Händen werden sie dich tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt."
[13:59] Ellen White schreibt: "So wie Jesus zuvor Gottes Wort verwendet hatte, um seinen Glauben zu stärken, so gebraucht es nun der Verführer, um seine Täuschung zu bekräftigen." Und wir haben uns in Psalm gerade durchgelesen, die beiden Verse. Und wenn man jetzt Psalm 91, Vers 11 bis 12 mit Matthäus 4 vergleicht, so ist es interessant, dass Satan nicht die kompletten Verse zitiert, sondern er lässt einen wichtigen und entscheidenden Satz aus, nämlich den Teilsatz: "dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen." Satan wusste, dass diese Verheißung an die Bedingung geknüpft ist, dass der Mensch Gottes Wege ausführt. Und Satan wusste auch, dass die Versuchungen, die er Jesus vorlegt, nicht Gottes Plan entsprechen, weil den wollte er durchkreuzen. Und deswegen musste er es auslassen, damit er sich nicht selber verrät.
[14:56] Aber hierbei sehen wir etwas sehr Interessantes. Wir sehen, dass Satan der Inbegriff von Lüge ist. Und selbst wenn er Gottes Wort, und Gottes Wort ist die Wahrheit, wenn er dieses Wort zitiert, so ist es dennoch mit Lüge vermischt, weil er es nicht komplett zitiert oder weil er Sachen verträgt.
[15:16] Aber Satan hat keine Macht, uns zu zwingen. Und dies betont Ellen White öfters in verschiedenen Zitaten, wovon wir hier einige lesen wollen: "Auch wenn Satan zur Sünde verleiten kann, kann er doch niemanden zur Sünde zwingen." Oder an anderer Stelle: "Keine irdischen oder teuflischen Mächte konnten Christus zwingen, auch nur im Geringsten vom Willen seines Vaters abzuweichen." Und noch eine dritte Stelle: "Der Versucher kann uns nie zu einer Sünde zwingen. Er kann die Gedanken nicht kontrollieren, außer wenn wir uns seiner Macht unterordnen. Erst wenn wir zustimmen und die Hand von Christus loslassen, die wir im Glauben erfasst haben, kann Satan mit seiner Macht über uns herrschen."
[16:05] Also das ist eine Ermutigung. Auch wenn Satan uns versucht, kann er uns nicht zwingen. Und solange wir uns an Jesus festhalten, hat Satan keine Macht über uns.
[16:17] Und auch dieser zweiten Versuchung widerstand Jesus und er gebrauchte die gleichmächtige Waffe seines Wortes. Er antwortet wieder in Vers 7: "Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht geschrieben: Du sollst den Herrn, dein Gott, nicht versuchen."
[16:38] Aber Satan hat sich damit nicht zufrieden gegeben. Und er trat ein drittes Mal an Jesus heran. Er nimmt Jesus mit auf einen hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit. Wir lesen das in Matthäus 4, 8 bis 9. "Wiederum nimmt ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und spricht zu ihm: Dieses alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest."
[17:08] Auch hier sehen wir, dass Satan die Wahrheit verdreht. Wenn wir in Daniel gehen, Daniel 4, Daniel 4 und dort Vers 14. "Im Rat der Wächter wurde das beschlossen und von den Heiligen wurde es besprochen und verlangt, damit die Lebenden erkennen, dass der Höchste über das Königtum der Menschen herrscht und es gibt, wem er will und den Niedrigsten der Menschen darüber setzt." Hier sehen wir, dass Gott es ist, der Königreiche einsetzt, der Könige einsetzt und der sie auch wieder absetzt. Und was ist die Behauptung Satans? Die Behauptung Satans ist, dass es seine Welt ist und dass es seine Reiche sind. Und der Vers in Daniel 4 zeigt uns, dass Gott auch über Satan steht.
[18:05] Und jetzt ist es interessant, was wollte Satan damals im Himmel erreichen? In Jesaja 14 lesen wir, was Satans Absicht im Himmel war. Jesaja 14 und dort Vers 12 bis 15: "Wie bist du vom Himmel herabgefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte? Wie bist du zu Boden geschmettert, du Überwältiger der Nationen? Und doch hattest du dir in deinem Herzen vorgenommen: Ich will zum Himmel emporsteigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen und mich niederlassen auf dem Versammlungsberg im äußersten Norden. Ich will emporfahren auf Wolkenhöhen, die im Allerhöchsten mich gleich machen. Doch ins Totenreich bist du hinabgestürzt, in die tiefste Grube."
[18:45] Satan wollte seinen Thron über die Sterne erhöhen, er wollte Gott gleich sein. Und was hat er Jesus angeboten? Er wollte Jesus zur Anbetung überreden, um dann endlich sein Ziel zu erreichen, dass er gleich ist wie Gott.
[18:59] Und jetzt überlegen wir uns mal, der Fall Luzifers im Himmel war, bevor die Welt erschaffen wurde. Und Jesus kam auf die Erde 4000 Jahre nach dem Sündenfall, ungefähr. Das heißt, Satans Wunsch, Gott gleich zu sein, war vor der Schöpfung und er hatte mindestens 4000 Jahre, die ganze Zeit, die die Welt existierte, von der Schöpfung bis Jesus auf die Erde kam und bis er ihn versucht hatte, hatte er diesen gleichen Wunsch. Und Satans Motivation hat sich nicht geändert. Satan hat immer noch den Wunsch, Gott gleich zu sein. Sein Wesen ist immer noch gleich, er will sich immer noch erhöhen.
[19:45] Und Jesus, Jesus malt uns das Bild der Demut vor Augen. Wenn wir Jesu Leben anschauen, er ist ein demütig wandelnder Mensch. Aber auch dieser Versuchung hat Jesus widerstanden.
[20:01] In Matthäus 4, Vers 10, da spricht Jesus zu ihm: "Weiche, Satan! Denn es steht geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen." Da verließ ihn der Teufel, und siehe, Engel traten hinzu und dienten ihm.
[20:15] Ellen White schreibt: "Jesus errang den Sieg durch sein Gehorsam und sein Vertrauen auf Gott." Jesus hat uns gezeigt, wie auch wir Versuchungen widerstehen können. Und er hat uns die Worte der Bibel ganz praktisch gemacht. Wenn wir in Sprüche 18 lesen, Sprüche 18 und dort Vers 10, da heißt es: "Der Name des Herrn ist ein starker Turm, der Gerechte läuft dorthin und ist in Sicherheit."
[20:45] In der Versuchung haben wir gesehen, wie Jesus dies praktiziert hat und dass er wirklich in Sicherheit war und keiner Versuchung erlegen ist. Ein anderer Vers im Psalm 119 und dort Vers 11, da steht: "Ich bewahre dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht gegen dich sündige."
[21:07] Ellen White schreibt: "Satan zittert und flieht vor dem schwächsten Menschen, der seine Zuflucht im mächtigen Namen des Herrn findet." Wenn wir zu Jesus laufen, um Zuflucht zu suchen, dann beschützt er uns. Wenn wir uns auf sein Wort stellen und sein Wort in unserem Herzen bewahren, daran glauben, daran festhalten, dass Gott zu seinen Verheißungen steht, dann werden wir nicht sündigen, dann werden wir nicht der Versuchung erliegen. Und das können wir hier von Jesus lernen, in dieser Geschichte. Jesus hat sich dem Wort Gottes unterstellt und es war seine mächtigste Waffe und er kam immer wieder mit: "Es steht geschrieben", auch wenn Satan Bibelverse verdreht hat und vermeintlich zitiert hat.
[21:51] Ein weiterer Punkt, den wir sehen können, ist, dass Jesus das Wort auswendig kannte. Und auch wir dürfen immer wieder täglich neu die Bibel studieren, um Jesus kennenzulernen, um Gottes Prinzipien kennenzulernen. Wir dürfen auch Bibelverse auswendig lernen, weil man da nochmal ganz anders über den Inhalt der Verse nachdenkt. Einem kommen nochmal Verknüpfungen zu anderen Versen, die man bereits kannte. Und wenn wir Versuchungen haben, dann kommen uns auch diese Bibelverse wieder in den Sinn und wir dürfen sie als gleichmächtige Waffe benutzen.
[22:25] Und wir haben auch gesehen, dass die Bibel ein Fels ist, auf dem man steht. Und wenn wir uns auf diesen Fels stellen, wenn wir darauf bauen, dann haben wir Sicherheit, auch wenn der Sturm kommt, und dann werden wir nicht umknicken.
[22:39] Ich habe noch zwei Zitate dazu: "Satan kann seine angemaßte Macht nur soweit ausüben, wie Gott es zulässt. Gott ist der, der immer noch seine Hand über allem hält. Wenn Gottes Kinder sich auf Gottes Wort als ihre Verteidigung verlassen, kann Satan niemals einen Vorteil gewinnen." Dieses Vertrauen wünsche ich uns.
[23:01] Wir wollen uns noch eine zweite Geschichte anschauen, und zwar die Emmaus-Jünger. Es gab zwei Jünger, die Jesus von Herzen nachgefolgt sind. Und sie kamen nach Jerusalem zum Passahfest und dort haben sie von der Kreuzigung erfahren. Und das hat sie total durcheinandergebracht. Und sie waren wieder auf dem Weg nach Hause, in ihr Heim und unterhielten sich über all das, was sie erlebt hatten, über all das, was sie erfahren hatten und waren ziemlich verwirrt. Sie waren entmutigt, sie waren verzweifelt und ein Stück vom Glauben verlassen.
[23:37] Ellen White schreibt: "Sie waren noch nicht weit gekommen, als sich ein Fremder zu ihnen gesellte. Sie waren so von ihrer Schwermut und Enttäuschung gefangen, dass sie ihn nicht näher betrachteten." Sie unterhielten sich weiter über die jüngsten Ereignisse, über das, was passiert war. Aber Jesus, er war voll Mitgefühl und großer Liebe und er gesellte sich zu ihnen. Und Ellen White schreibt über Jesus: "Jesus sehnte sich danach, sie zu trösten. Er hatte ihren Kummer gesehen und verstand die gegensätzlichen und verwirrenden Gedanken, die in ihnen die Frage aufkommen ließ: Konnte dieser Mann, der so tief gedemütigt und erniedrigt worden war, der Messias sein?" Sie konnten ihren Kummer nicht zurückhalten und weinten. Jesus wusste, dass sie ihn von Herzen liebten. Er sehnte sich danach, ihre Tränen abzuwischen und sie mit Glück und Freude zu erfüllen. Doch zuerst musste er sie etwas lehren, was sie nie wieder vergessen sollten.
[24:35] Ihr Lieben, Jesus schaut auch uns mit Mitgefühl an, mit großer Liebe und er wartet darauf, dass er uns sein Wort erklären kann, auch wenn wir hoffnungslos sind und wenn wir mutlos sind und wenn wir gerade nicht ein oder aus wissen. Und so kam das Gespräch zustande, dass wir in Lukas 24 lesen und dort die Verse 19 bis 24. Da sprechen erstmal die Jünger und sie sprechen einfach, was sie bewegt. Sie sprechen einfach, was auf ihrer Seele brennt. Und Jesus? Jesus hört einfach erstmal zu und lässt sie reden. Und dann später begann Jesus zu reden und das wollen wir uns gemeinsam anschauen.
[25:17] In Vers 25 spricht er und er sprach zu ihnen: "O ihr Unverständigen, wie ist doch euer Herz träge zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben? Musste nicht der Christus erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?" Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legte ihn in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezieht.
[25:41] Interessant ist ganz am Anfang Vers 25: "Wie ist doch euer Herz träge zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben?" Die Jünger haben sich nicht an die Worte erinnert, die Jesus oder auch die im Alten Testament prophezeit wurden. Jesus hatte ganz genau die Ereignisse vorausgesagt, sein Tod, aber auch seine Auferstehung. Und interessant ist, dass die Jünger, die sich zu Jesus bekannt haben, dass sie daran nicht gedacht haben in der Situation. Aber die Priester und Obersten, und wir lesen in Matthäus 27, dass sie genau wussten, was Jesus gesagt hatte. Matthäus 27, Verse 62 bis 64: "Am anderen Tag nun, der auf den Rüsttag folgte, versammelten sich die obersten Priester und die Pharisäer bei Pilatus und sprachen: Herr, wir erinnern uns, dass dieser Verführer sprach, als er noch lebte: Nach drei Tagen werde ich auferstehen. So befiehl nun, dass das Grab sicher bewacht wird bis zum dritten Tag, damit nicht etwa seine Jünger in der Nacht kommen, ihn stehlen und zum Volk sagen: Er ist aus den Toten auferstanden, und der letzte Betrug schlimmer wird als der erste."
[26:53] Die Priester und Pharisäer, die haben sich erinnert an das, was Jesus gesagt hatte und sie haben noch Vorkehrungen getroffen, in der Hoffnung, dass sie Gottes Plan durchkreuzen können. Wir wissen, dass ihnen das nicht gelungen ist, aber interessant ist, dass sie sich an die Worte Jesu erinnert haben und die traurigen und verzweifelten Jünger in dieser Situation es vergessen haben. Aber Jesus nimmt sich ihnen an und erinnert sie daran.
[27:23] Ellen White schreibt: "Angefangen bei Mose, dem Beginn der biblischen Geschichte, erklärte ihn Christus alle Schriftstellen, die sich auf ihn bezogen." Und weiter schreibt sie: "Indem er sie unterwies, zeigte Jesus diesen Jüngern die Bedeutung des Alten Testaments als ein Zeugnis seiner Sendung." Und dann: "Es war die Stimme von Christus, die durch den Mund der Patriarchen und Propheten von den Tagen Adams an bis zu den letzten Ereignissen der Zeit spricht. Der Erlöser wird im Alten Testament ebenso deutlich offenbart wie im Neuen. Gerade das Licht der prophetischen Vergangenheit lässt das Leben von Christus und die Lehren des Neuen Testaments in ihrer Klarheit und Schönheit aufleuchten. Die Wunder von Christus sind ein Beweis für seine Göttlichkeit. Doch einen weit stärkeren Beweis dafür, dass er der Erlöser der Welt ist, findet man bei einem Vergleich der alttestamentlichen Prophezeiungen mit den Berichten des Neuen Testaments."
[28:17] Es ist wichtig, dass sich der Glaube von uns auf dem Wort baut und fest gegründet ist. Jesu Wunder allein oder seine Auferstehung, die überzeugen keinen Menschen von Jesu wirklicher Göttlichkeit. Da gibt es einen interessanten Vers in Lukas 16, Vers 31, der genau das zum Ausdruck bringt. Lukas 16, Vers 31: "Er sprach zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, so würden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer aus den Toten auferstände."
[28:51] Also wir sehen, dass wenn unser Glaube nicht auf die Verheißungen und die Prophezeiungen gebaut ist, dass wir dann Wundertaten sehen können, die noch spektakulärer sind, aber wir doch nicht die tiefe Liebe Gottes begreifen und unser Glaube nicht wirklich auf dem Fundament gebaut ist. Erst wenn wir alles im kompletten Licht der Bibel sehen, können wir die Tiefe der Liebe Gottes begreifen und können einen Anfang seinen Charakter immer mehr zu entdecken und zu begreifen. Und dann gründet sich unser Glaube auf ein festes Fundament.
[29:31] Jesus geht weiter. Und wir wissen von Ellen White, dass er fortfuhr. Er hat ihnen von Mose erzählt und von den Propheten und von seiner Sendung im Neuen Testament. Er hat ihnen aber auch erzählt, dass er nicht in die Welt gekommen war, um ein irdisches Königreich aufzurichten. Er erzählte ihnen von dem Leidenskelch, den er trinken musste. Er erzählte ihnen von der Erfüllung des Bundes, der bereits vor der Grundlegung der Welt geschlossen worden war. Und er richtete ihre Augen weiter. Er richtete ihre Augen auf die Zukunft und auf die herrlichen Aussichten, die wir haben im neuen Jerusalem, einmal wieder mit ihm zusammen zu sein. Gleichzeitig erzählte er ihnen aber auch von der Heiligung. Er erzählte ihnen von dem Auftrag, den die Jünger Jesu in der Welt hatten, auch wenn er ja dann bald nicht mehr da sein wird. Und er erzählt ihnen auch, was unmittelbar nach der Himmelfahrt passieren wird, ein paar Jahrzehnte später, wenn Jerusalem zerstört wurde.
[30:35] Und in all dem fragten sich die Jünger, wer dieser Fremde war, der ihr Innerstes ergründen konnte und der so liebevoll, mitfühlend und hoffnungsvoll sprach und sie wieder Hoffnung schöpfen lässt. Und Ellen White schreibt, dass Christus über sich selbst sprach, als wäre er eine andere Person. Und so, ihnen die Jünger für einen der Besucher hielten, die zum großen Passahfest gekommen waren und nun wieder nach Hause gezogen sind.
[31:05] Warum hat Jesus sich ihnen nicht früher zu erkennen gegeben? Ihr Glaube musste sich auf die Sinnbilder und Weissagungen gründen. Deshalb hatte er sich nicht gleich zu erkennen gegeben. Es war wichtig, dass der Glaube ein festes Fundament hatte. Und das hat Jesus ihnen erst gelegt, bevor er sich dann später ihnen zu erkennen gegeben hat.
[31:27] Die Jünger sind an ihr Ziel angekommen. Sie haben ihr Dorf erreicht. Aber der Fremde verhielt sich so, als wollte er weitergehen. Und die Jünger haben ihn gefragt, ob er nicht bleiben wollte. Es war schon Abend und sie wollten ihn einladen. Aber auch, weil sie sich so hingezogen gefühlt haben zu ihm. Und doch machte Jesus den Anschein, als wollte er die Einladung nicht annehmen. Und dann sprachen sie Vers 29. Lukas 24, Vers 29: "Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneigt." Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben.
[32:07] Also, die Jünger haben ihn wirklich gedrängt, dass Jesus da bleibt. Und Ellen White schreibt zu dem Vers: "Hätten die Jünger nicht mit Nachdruck auf ihre Einladung bestanden, hätten sie nie erfahren, dass ihr Weggefährte der auferstandene Herr war. Christus drängt seine Gemeinschaft nie jemandem auf. Er nimmt sich all jene an, die ihn brauchen. Und dann tritt er in die bescheidenste Hütte und erfreut das Herz des Allergeringsten. Sind die Menschen jedoch zu gleichgültig, um an den himmlischen Gast zu denken oder ihn zu bitten, bei ihnen zu bleiben, geht er weiter. Auf diese Weise erleiden viele einen großen Verlust. Sie kennen Christus nicht besser als jene Jünger, mit denen er damals unterwegs war."
[32:51] Hier ist ein interessanter Punkt für uns. Wollen wir auch, dass Jesus in unser Haus kommt? Wollen wir ihn einladen?
[32:59] Jesus nahm das Brot und segnete es, genauso wie die Jünger es bei ihrem Meister gesehen haben. Und dann erst sahen sie seine Nägelmale in seiner Hand. Und dann begriffen sie, wer die ganze Zeit mit ihnen gesprochen hat. Und sie wollten ihn gleich anbeten, aber er war verschwunden. Und ihre Freude war überschwänglich. Sie hatten wieder Hoffnung, aber sie hatten Hoffnung nicht nur, weil sie Jesus gesehen hatten, sondern weil sie verstanden hatten, wer Jesus war, im Sinne der ganzen Bibel. Und sie waren so glücklich, dass sie den ganzen Weg zurückrannten.
[33:39] Und Ellen White schreibt, dass dieser Weg viele gefährliche Stellen hatte. Es gab steile Abhänge. Sie rutschten immer mal wieder über die Steine und rutschten weg, aber sie fingen sich wieder. Mal kamen sie vom Weg ab und sie wollten ganz schnell nach Jerusalem, um die Botschaft auch den anderen zu verkündigen. Aber, und da schreibt sie diesen Satz: "Neben sich den ganzen Weg entlang den unsichtbaren Begleiter." Auch dort hat Jesus sie begleitet und hat auf sie aufgepasst.
[34:09] Und auch aus dieser Geschichte können wir einiges lernen. Wir können lernen, wie wichtig es ist, dass sich unser Glaube auf der ganzen Heiligen Schrift begründet. Und wir können das auch als Ansporn nehmen, dass wir nicht nur die Weltgeschichte und die Prophezeiungen bis zu Jesu Ersten Kommen anhand der Bibel erklären können, sondern wir haben seit Jesu Ersten Kommen über 2000 Jahre Weltgeschichte wieder und auch die ist in der Bibel vorhergesagt. Können wir auch diese Zeit der Weltgeschichte Leuten aus der Bibel erklären?
[34:49] Und als letzten Punkt, den wir für uns mitnehmen können, ist die Frage, ob wir Jesus einladen, in unserem Heim zu sein.
[35:01] Es gibt noch ein weiteres Zitat, das uns Christus im Alten und Neuen Testament zeigt. "Das Wort Gottes umfasst die Schriften des Alten und des Neuen Testaments. Das eine ist ohne das andere unvollständig. Christus wies darauf hin, dass die Wahrheiten des Alten Bundes ebenso wertvoll seien wie das des Neuen. Er war am Beginn der Welt nicht weniger der Erlöser der Menschen als heute. Lange bevor er seine Göttlichkeit mit Menschengestalt bekleidete und in unsere Welt kam, erfuhren bereits Adam, Seth, Henoch, Methuselah und Noah die Frohbotschaft. Abraham verbreitete das Evangelium in Kanaan, Lot in Sodom. In allen nachfolgenden Generationen verkündigten treue Boten den, der da kommen sollte. Christus selbst hatte die religiösen Zeremonien der Juden eingesetzt. Von ihm ging der Opferkult aus und in ihm erfüllte sich der gesamte Gottesdienst. Das Blutvergießen beim Opfern sollte auf den Tod des Gott-Lammes hinweisen. Alle vorbildlichen Opfer wurden in ihm erfüllt. Christus, kundgetan den Patriarchen, vorgezeichnet im Opferdienst, abgebildet im Gesetz, offenbart durch die Propheten, ist der Schatz des Alten Testaments. Sein Leben, sein Tod, seine Auferstehung und sein Wirken durch den Heiligen Geist ist er der Schatz des Neuen Testaments. Unser Heiland, der Abglanz der Herrlichkeit des Vaters, ist beides in einem. Das Alte und auch das Neue."
[36:29] Und damit kommen wir zu unserer nächsten Betrachtungsweise. Wir wollen uns anschauen, wie Jesus das Gesetz gesehen hat. In Matthäus 22 tritt ein Schriftgelehrter an Jesus heran und fragt ihn eine Frage. Matthäus 22, Vers 36: "Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz?" Und Jesus antwortet uns bekannt die darauf folgenden Verse. Und Jesus sprach zu ihm: "Du sollst den Herrn, dein Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das erste und größte Gebot. Und das zweite ist ihm vergleichbar: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."
[37:15] Die ersten vier Gebote regeln die Beziehung zwischen mir und Gott. Ich soll Gott lieben, mit meinem ganzen Herzen. Und die vier Gebote begleiten die Beziehung zwischen mir und Gott. Und das ist das erste, mit meinem ganzen Herzen. Und die weiteren sechs Gebote, der zehn Gebote, die werden in Vers 39 zusammengefasst: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." Die nächsten sechs Gebote regeln die Beziehung von mir zu meinen Mitmenschen. Und die werden in diesem Gebot zusammengefasst.
[37:59] Und Ellen White schreibt dazu: "Diese beiden Gebote bringen das Prinzip der Liebe zum Ausdruck. Weder kann das erste gehalten und das zweite gebrochen, noch das zweite beachtet und das erste übertreten werden. Räumen wir Gott den ihm gebührenden Platz in unserem Herzen ein, erhält auch unser Mitmensch den Platz, der ihm zusteht. Wir werden ihn so lieben, wie wir uns selbst lieben. Nur wenn wir Gott über alles lieben, können wir auch unseren Nächsten unvoreingenommen lieben." Und weiter schreibt sie: "Da sämtliche Gebote in der Liebe zu Gott und zum Nächsten zusammengefasst sind, kann kein einziges Gebot übertreten werden, ohne diesen Grundsatz zu verletzen. Christus lehrte seine Zuhörer also, dass Gottes Gesetz nicht aus vielen Einzelvorschriften besteht, von denen einige von großer Wichtigkeit und andere weniger bedeutend sind und somit straflos ignoriert werden können. Unser Herr stellte die ersten vier und die letzten sechs Gebote als sein göttliches Ganzes dar und lehrte, dass sich die Liebe zu Gott im Gehorsam gegenüber allen seinen Geboten zeigt."
[39:03] Und Jesus kam auf die Erde, um genau diese Gebote zu erfüllen und uns darin ein Beispiel zu sein. Wir lesen in Matthäus 5, Vers 17, dass Gottes Gesetz sich nicht verändert. Matthäus 5, Vers 17: "Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen." Gott kam, um uns das Gesetz praktisch vor Augen zu malen, was es bedeutet.
[39:29] Sie schreibt: "Christus kam, um das Gesetz herrlich und groß zu machen. Er zeigte, dass es sich auf der Liebe zu Gott und zum Nächsten gründet und dass alle sittlichen Pflichten im Gehorsam gegenüber diesen Weisungen zusammengefasst sind. In seinem Leben gab uns Christus selbst ein Beispiel solchen Gehorsams gegenüber dem Gesetz Gottes. In der Bergpredigt zeigte er, wie die Forderungen des Gesetzes sich nicht nur auf äußerliche Handlungen, sondern darüber hinaus auch auf Gedanken und Absichten befinden."
[39:59] In Jesaja 42 lesen wir auch, dass es Jesu Sendung war, das Gesetz groß und herrlich zu machen. Jesaja 42 und dort Vers 21: "Es gefiel dem Herrn, um seiner Gerechtigkeit willen das Gesetz groß und herrlich zu machen."
[40:21] Jesus kam, um uns das Gesetz zu zeigen, und er kam nicht, um das Gesetz aufzuheben. Das lesen wir gleich im Anschluss an den Vers, den wir vorhin gelesen haben, Matthäus 5. Dort steht in Vers 18: "Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe, noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist."
[40:49] Genauso wie Jesus von der Erde bis zu seiner Sendung die Geschichte erzählt hat, so hat er auch gezeigt, dass sein Gesetz von Anbeginn der Welt bis zu seiner Sendung und darüber hinaus immer noch gültig ist.
[41:07] Und an den Geschichten, die wir uns gerade angeschaut haben, können wir sehen, dass Jesus das Wort Gottes kannte. Er kannte es sehr gut. Und dass er es angewandt hat, um gegen Versuchungen zu widerstehen. Aber wir haben auch gesehen, dass das Wort Gottes nur dann vollständig ist, wenn man das alte und das neue Testament berücksichtigt. Und dass sie zusammen das volle Ganze sind. Wir haben gesehen, dass uns dieses ganze Wort Gottes, sowohl das alte als auch das neue Testament, die Sendung Christi zeigt. Und dass es schließlich seine Herrschaftsgrundlage ist. Zehn Gebote mit ihrer Gültigkeit von Anbeginn der Welt bis darüber hinaus zu seiner Wiederkunft am neuen Jerusalem.
[41:59] Und wir, die wir Jesus nachfolgen, wir folgen Jesu Vorbild. Und in Philipper 2, Vers 5 sagt uns der Vers, dass wir so gesinnt sein sollen wie Christus. Philipper 2, Vers 5: "Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Jesus Christus auch war." Das heißt, dass wir die gleiche Einstellung haben sollen wie er. Und nachdem er in den Himmel aufgefahren ist, haben seine Jünger das Werk weitergetrieben auf der Erde. Und auch sie waren so gesinnt wie Jesus und sollten auf ihn schauen.
[42:37] Und wenn wir in der Apostelgeschichte lesen, dann finden wir viele Beispiele, die uns zeigen, wie sie genauso gehandelt haben wie ihr Meister. Wie das, was sie gesehen hatten oder was sie gehört hatten oder was sie von ihm gelesen hatten. Und wir wollen nur ein paar Geschichten kurz anreißen. Wenn wir uns zum Beispiel in der Apostelgeschichte ein Reden anschauen. Apostelgeschichte 2, an der Pfingstrede. Da erklärte Petrus die ganze Kreuzigung im Lichte Davids. Und er zitiert immer wieder Bibelverse aus dem Alten Testament. Oder wenn wir uns die Rede von Stephanus anschauen. Apostelgeschichte 7, kurz vor seiner Steinigung. Dann fängt er bei Abraham an und erklärt ein Patriarch nach dem anderen, bis er bei Salomo ankommt. Und dann bricht die Rede ab. Aber er erklärte anhand der ganzen biblischen Prophezeiungen und der Geschichte, erzählt er die ganze Geschichte Israels. Und wenn wir ein paar Kapitel weiter gehen in Apostelgeschichte 13, dann sehen wir, wie Paulus Jesus vor den Juden verkündet hat. Und immer wieder heißt es in seiner Rede: "Wie die Heilige Schrift sagt, wie die Heilige Schrift sagt." Also das, was die Jünger hier verkündet hatten, das haben sie alles gestützt auf die Heilige Schrift. Und sie haben es nicht nur an einem Vers oder an einem Teilsatz festgemacht, sondern sie haben ihre Reden damit quasi gefüllt, dass sie die Schriften und die Prophezeiungen und Bibelverse immer aneinander gereiht haben.
[44:03] Und in der Lektion konnten wir auch sehen, dass die Apostel die Bibel als Gottes Wort ansahen und manchmal auch statt "die Schrift sagt", "Gott sagt" ersetzt haben und so bezeugt haben, dass die Schriften des Alten Testaments die Grundlage war für die Lehren, die die Apostel und Jesus hatten.
[44:27] Ellen White schreibt: "Die Jünger waren nur einfache Leute ohne Reichtum und mit nichts anderem als dem Wort Gottes ausgerüstet. Dennoch gingen sie in der Kraft Christi hinaus, in die wunderbare Geschichte von Krippe und Kreuz und überwanden jeden Widerstand. Ohne irdische Ehre und Anerkennung waren sie doch Helden des Glaubens. Von ihren Lippen kamen Worte göttlicher Beretsamkeit, die die Welt aufrüttelten." Möchtest du auch ein Jünger Jesu sein, der Jesu Vorbild nachfolgt?
[44:57] Zum Abschluss habe ich noch zwei Zitate. Das eine geht um Jesus: "Während seines Lehramtes wurde er beständig von verschlagenen und heuchlerischen Menschen verfolgt, die ihm nach dem Leben trachteten. Spione waren auf seiner Fährte, passten auf seine Worte auf, um etwas gegen ihn zu finden. Die scharfsinnigsten und gelehrtesten Geister der Nation suchten ihn in Streitfragen zu überwinden. Aber sie konnten niemals einen Vorteil erlangen. Verwirrt und durch den einfachen Lehrer von Galiläa beschämt, mussten sie sich zurückziehen. Die Lehren Christi waren von einer Frische und einer Macht, wie Menschen sie niemals vorher gehört hatten. Selbst seine Feinde mussten bekennen: Es hat nie ein Mensch also geredet wie dieser Mensch."
[45:41] "Die Kindheit Jesu in Düftigkeit verbracht, hatten die erkünstelten Gewohnheiten eines verdorbenen Zeitalters nicht beeinflussen können. Indem er als Zimmermann arbeitete, die Lasten des häuslichen Lebens trug, Gehorsam und Arbeit kennenlernte, fand er seine Erholungen der Natur und sammelte sich Kenntnisse, während er die Geheimnisse der Natur zu verstehen suchte. Er erforschte das Wort Gottes und seine glücklichsten Stunden waren die, wenn er seine Arbeit verlassen und in die freie Natur gehen konnte, um in den stillen Tälern nachzudenken, auf den Bergen oder unter den Bäumen des Waldes Gemeinschaft mit Gott zu pflegen. Oft fand ihn der frühe Morgen an einem einsamen Ort in Betrachtungen versunken, die Schrift erforschend oder im Gebet. Mit Gesang begrüßte er das Morgenlicht. Mit Dank und Lobliedern erhielt er seine Arbeitszeit und brachte des Himmels Freudigkeit den Ermüdeten und Verzagten."
[46:37] Und ein weiteres Zitat: "Lasst uns die reichen Verheißungen Gottes ergreifen. Der Garten Gottes ist voller reicher Verheißungen. Oh, lasst uns sie sammeln. Lasst uns sie nach Hause bringen. Lasst uns zeigen, dass wir an Gott glauben. Lasst uns ihn beim Wort nehmen. Lasst keinen von uns gefunden werden, der Gott misstraut oder an ihm zweifelt. Lasst uns wachsende Christen werden. Wir sollten nicht stillstehen. Wir müssen heute darüber hinaus sein, was wir gestern waren. Jeden Tag lernen, vertrauensvoller zu sein und uns voll und ganz auf Jesus verlassen. So wollen wir erwachsen werden. Du erreichst nicht auf einen Schlag die Vollkommenheit. Heiligung ist das Werk eines ganzen Lebens."
[47:17] Ihr Lieben, ich wünsche euch, dass wir tagtäglich in Gottes Wort lesen, Gottes Verheißungen für uns in Anspruch nehmen, dass wir Erfahrungen mit ihm machen, dass wir ganz bewusst merken, dass Jesus zu seinem Wort steht und dass wir täglich mit ihm durch den Tag gehen können und von ihm Weisung und Rat bekommen und dass wir die Verheißungen für uns persönlich in Anspruch nehmen. Ich wünsche euch Gottes Segen beim Bibelstudium und dann auch beim Sabbatgespräch am Sabbat. Amen.
[47:55] Musik