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Manuskript: CSH_2012_Q2_Folge12.pdf

In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour wird die Bedeutung der Auswertung von Evangelisations- und Zeugnisarbeit beleuchtet. Christopher Kramp ermutigt die Zuhörer, ihre eigenen Bemühungen kritisch zu hinterfragen und mit biblischen Kriterien abzugleichen. Anhand von Bibelstellen wird aufgezeigt, wie wichtig es ist, die eigenen Wege zu prüfen, sich selbst zu hinterfragen und sich an Gottes Maßstäben zu orientieren, um eine effektive und gottgefällige Mission zu gewährleisten.

In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour, Teil 2 des zweiten Quartals 2012, geht es um die Auswertung von Evangelisation und Zeugnisgeben. Christopher Kramp betont die Wichtigkeit, die eigenen Bemühungen im Dienst für Gott kritisch zu hinterfragen und mit biblischen Kriterien abzugleichen. Anhand von Bibelstellen aus Sprüche, 1. Timotheus, 1. Korinther, Haggai, Psalm und Matthäus werden Kriterien für eine erfolgreiche und gottgefällige Mission aufgezeigt. Die Lektion ermutigt dazu, sich selbst zu prüfen, die eigenen Wege zu überdenken und sich an den Maßstäben Gottes zu orientieren, um ein bewährter Arbeiter im Reich Gottes zu sein.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2012 Q2: Evangelisation und Zeugnisgeben

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Transkript

[1:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Wir freuen uns, dass wir wieder mit euch gemeinsam die Bibel studieren können. Wir haben heute unsere vorletzte Folge in unserem Quartal, Evangelisation und Zeugnis geben. Diese sehr praktische Auseinandersetzung mit dem Thema der Mission findet jetzt langsam ein Ende. Leider hoffentlich nur in der Quartalsbesprechung, aber nicht in unserem Leben. Denn wir wollen, wie wir es im nächsten Thema dann sehen werden, einen fortwährenden Dienst erleben. Wir wollen beständig für Gott arbeiten.

[1:45] Und wenn wir jetzt so in unseren Themen hier ans Ende gelangen, dann kommen wir heute zu einem Thema, das durchaus sehr wichtig ist und meistens doch ein wenig vernachlässigt wird, nämlich Evangelisation und Zeugnis geben auswerten. Mit anderen Worten, wenn man diesen ganzen Zyklus von Vorbereitung und von Aussaat und von Pflege und von Ernte dann durchlaufen hat, möchte man sich am Ende auch mal fragen, hat das, was ich geplant habe, auch wirklich stattgefunden? Haben die Methoden, die ich angewendet habe, wirklich den Erfolg gebracht, den ich mir versprochen habe? Obwohl wir natürlich wissen, dass Erfolg nicht das entscheidende Kriterium ist. Aber trotzdem ist es wichtig, einmal sich die Frage zu stellen, wo stehen wir? Wo stehe ich? Wo stehst du? Evangelisation und Zeugnis geben wollen auch ausgewertet sein. Wir haben ja letzte Woche schon darüber gesprochen, dass es wichtig ist, auch der Gemeinde Bericht zu geben. Und ganz natürlich folgt jetzt auch, dass man sich selbst sozusagen einmal hinterfragt und schaut, was habe ich gemacht? Und wie sehr sind unsere Bemühungen in der Evangelisation und dem Zeugnis geben in Übereinstimmung mit dem göttlichen Ideal?

[2:53] Unser Merkvers, den wir uns hier gemeinsam betrachten wollen in unserem Bibelstudium, das hinführt zum 23. Juni. Der steht in Sprüche 25 und dort Vers 12. Sprüche 25 und dort Vers 12. Die Bibel sagt: „Wie ein goldener Ring und Schmuck aus feinem Gold, so passt eine weise Mahnung zu einem aufmerksamen Ohr.“ Wenn wir Evangelisation und Zeugnis geben auswerten, wenn wir uns einmal fragen, wie das, was wir in den letzten Tagen, Wochen, Monaten getan haben, übereinstimmen mit dem, was Gott uns gezeigt hat, dann ist es sehr, sehr, sehr wahrscheinlich, dass es da Dinge gibt, wo wir ermahnt werden müssen. Es ist recht unwahrscheinlich, dass du oder dass ich, in meinem Fall weiß ich zumindest ganz sicher, es ist auch recht unwahrscheinlich, dass es in deinem Fall alles so funktioniert hat, wie Gott es geplant hat. Wir machen Fehler, wir machen Dinge, die nicht ganz optimal sind, wir irren uns. Und wenn wir das Ganze dann auswerten, wenn wir uns in Übereinstimmung bringen wollen mit dem göttlichen Ideal, dann hören wir die Ermahnung. Und dieser Vers hier möchte uns darauf vorbereiten, dass die Ermahnung wichtig und notwendig ist. Ein aufmerksames Ohr und eine weise Mahnung werden hier zusammengebracht. Also eine Mahnung voller Weisheit, so wie sie aus der Bibel kommt. Die Bibel ermahnt uns ja auch und wir wollen dieses aufmerksame Ohr haben.

[4:27] Und der Dichter der Sprüche findet hier einen interessanten Vergleich, um das Verhältnis von weiser Mahnung und einem aufmerksamen Ohr zu beschreiben. Er beschreibt es wie einen goldenen Ring und wie Schmuck aus feinem Gold. Nun, das ist vielleicht ein bisschen merkwürdig. Man würde denken, dass doch die Bibel im Großen und Ganzen eigentlich sich gegen Schmuck ausspricht. Warum wird Schmuck hier in einer positiven Art und Weise benutzt? Die Antwort lässt sich finden, wenn man sich vergegenwärtigt, wozu Ringe und auch goldener Schmuck in der biblischen Zeit verwendet wurden im positiven Sinne. Und da können wir nur ein Beispiel hier aus 1. Mose anführen. In 1. Mose 24 und dort Vers 53. Das ist die Geschichte, wo der Knecht von Abram eine Frau für Isaak sucht. Und nachdem er Rebekka gefunden hat und Rebekka auch einwilligt, die Braut des Isaak zu sein, finden wir folgende Aussage in Vers 53: „Und der Knecht zog silberne und goldene Schmuckstücke und Kleider hervor und gab sie Rebekka. Auch ihrem Bruder und ihrer Mutter gab er Kostbarkeiten.“ In der damaligen Zeit waren diese Schmuckstücke, waren diese Kostbarkeiten Ausdruck des eben gerade beschlossenen und sozusagen unterschriebenen Vertrages. Der Ring, der Schmuck, der hier weitergereicht wurde, sollte einen Bund ausdrücken. Ein verbindlicher Vertrag, damals gab es noch keine Verträge, wie sie heute unterschrieben werden. Ring und Halsbänder wurden benutzt, um zum Beispiel diesen Ehebund auszudrücken. Und in diesem Sinne verwendet dieses Sprüchevers dieses Bild. Nicht im Sinne von glitzernder Schönheit, die jetzt hier hervorgehoben werden sollte von Ringen, sondern im Sinne eines Vertrages, im Sinne eines Bundes. Wenn wir das lesen, macht der Vers noch einmal einen ganz neuen Sinn. Wie ein goldener Ring und Schmuck aus feinem Gold, das heißt, wie so ein fester Vertrag, so ein verbindlicher Bund. So passt eine weise Mahnung zu einem aufmerksamen Ohr. Die Verbindlichkeit der Mahnung für das aufmerksame Ohr soll damit verdeutlicht werden. Es ist wichtig, dass wir auf das, wie wir gemahnt werden, dass wir darauf hören und dass wir es auch tatsächlich umsetzen.

[7:08] Wir können gemeinsam noch einen wichtigen Vers lesen in Sprüche 9 und dort Vers 8. Das unterstreicht noch ein bisschen diesen Gedanken. Heißt es: „Weise nicht den Spötter zurecht, damit er dich nicht hasst. Weise den Weisen zurecht, und er wird dich lieben.“ Die Bibel macht ganz deutlich, dass Ermahnung und Zurechtweisung, wozu die Bibel gegeben ist, zwei Gruppen von Menschen trifft. Jede Zurechtweisung trifft entweder auf einen Spötter oder auf einen Weisen. Und derjenige, der auf die Mahnung, auf die Weisung achtet, beweist damit seine eigene Weisheit. Das heißt, wenn wir im Prozess der Auswertung, was haben wir in der letzten Zeit missionarisch erlebt? Was haben wir getan? Wie ist es gelaufen? Wenn wir dort merken, dass wir Dinge falsch gemacht haben und wir von der Bibel ermahnt werden, gibt es zwei mögliche Reaktionen. Wir können sagen, ach na ja, die biblischen Methoden sind auch nicht die wahren und das wäre ja Quatsch, das umzusetzen. Oder man könnte sagen, oh ja, wir haben hier Fehler gemacht und wir wollen in Zukunft uns noch näher, wenn möglich völlig, dem biblischen Ideal hingeben. Das wäre eine weise Entscheidung. Eine unweise Entscheidung wäre es, über die biblischen, über die inspirierten Methoden zu lachen und zu spotten. Und meistens sind es die jenigen, die darüber spotten, die dann auch Hass entwickeln, wenn andere diese richtigen Methoden anwenden. Wollen wir also auf die Mahnung, auf die Weisung hören? Wollen wir uns also korrigieren lassen, wenn nötig, in unserem evangelistischen Ansatz? Auch wenn es viele Möglichkeiten in der Evangelisation gibt, Dinge zu tun, ist nicht alles richtig, sondern nur das, was mit Gottes Wort und mit seiner Inspiration übereinstimmt.

[9:09] Und mit diesem Grundgedanken wollen wir uns jetzt Gedanken machen über das biblische Thema der Beurteilung. Wie beurteile ich etwas? Wonach beurteile ich etwas? Und warum beurteilen wir? Dass im Werk Gottes beurteilt werden muss, wird an einem sehr klassischen Beispiel sehr deutlich. Und zwar in 1. Timotheus 3 finden wir eine ganze Reihe von Hinweisen auf die Beurteilung von Gemeindegliedern mit dem Ziel, dass ein geeigneter Gemeindeleiter und ein geeigneter Diakon gefunden wird. 1. Timotheus 3, ab Vers 1, wir können uns einfach mal diese ganzen 13 Verse durchlesen. Da heißt es: „Glaubwürdig ist das Wort. Wer nach einem Aufseherdienst trachtet, der begehrt eine vortreffliche Tätigkeit. Nun muss aber ein Aufseher untadelig sein, Mann einer Frau, nüchtern, besonnen, anständig, gastfreundlich, fähig zu lehren, nicht der Trunkenheit ergeben, nicht gewalttätig, nicht nach schändlichem Gewinn strebt, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig. Einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und die Kinder in Unterordnung hält mit aller Ehrbarkeit. Wenn aber jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie wird er für die Gemeinde Gottes sorgen? Kein Neubekehrter, damit er nicht aufgeblasen wird und in das Gericht des Teufels fällt. Er muss aber auch ein gutes Zeugnis haben von denen außerhalb der Gemeinde, damit er nicht in üble Nachrede und in die Fallstricke des Teufels gerät.“ Mit anderen Worten, im Werk Gottes, in der Mission und Älteste einer Gemeinde sollten die Mission befördern, sollten dort eine leitende Rolle einnehmen, kommt es darauf an, dass bestimmte Persönlichkeiten im Werk Gottes, die eine leitende Funktion haben, da kommt es darauf an, dass sie bestimmte klare spezifische Kriterien erfüllen und wenn sie diese nicht erfüllen, können sie die Aufgabe nicht übernehmen. Das heißt, Gott sagt nicht einfach, wer ist begeistert für das Evangelium und wenn du begeistert bist für das Evangelium, dann kannst du tun und lassen im Werk Gottes, was du willst, sondern es gibt bestimmte klare spezifische Merkmale für bestimmte Aufgaben. Genauso lesen wir über die Diakone. Gleicherweise sollen auch die Diakone ab Vers 8 ehrbar sein, nicht doppelzüngig, nicht viel im Weingenuss ergeben, nicht nach schändlichem Gewinn strebend, sie sollen das Geheimnis des Glaubens in einem reinen Gewissen bewahren und diese sollen zuerst erprobt werden, dann sollen sie dienen, wenn sie untadelig sind. Die Frauen sollen ebenfalls ehrbar sein, nicht verleumderisch, sondern nüchtern, treu in allem. Die Diakone sollen jedermann einer Frau sein, ihren Kindern und ihrem Haus gut vorstehen, denn wenn sie ihren Dienst gut versehen, erwerben sie sich selbst eine gute Stufe und viel Freimütigkeit im Glauben in Christus Jesus. Das heißt, und auch hier sehen wir wieder ganz spezifische, ganz eindeutige Merkmale. Mit anderen Worten, wenn so eine Position besetzt werden soll, müssen die Gemeindeglieder eine Beurteilung vornehmen. Passt die vorgeschlagene Person in dieses Schema, das die Bibel sehr deutlich vorgibt und wehe uns, wenn wir Menschen in Aufgaben wählen, die nicht nach diesen Prinzipien ausgewählt wurden. Wehe uns, wenn wir glauben, wir könnten die Beurteilungskriterien Gottes ändern, sodass unsere Lieblingsperson ein Amt ausführen kann. Wehe uns. Und so ist es wichtig, dass wir verstehen, dass in Gottes Werk Gott selbst klare Maßstäbe anlegt und Beurteilung im Werk Gottes geschieht nach klaren Richtlinien.

[13:03] Nun sollen wir aber nicht nur andere prüfen, das fällt uns ja noch relativ einfach. Lasst uns gemeinsam in 1. Korinther 11 und dort Vers 28 einmal anschauen, was ebenfalls von uns gefordert wird. In 1. Korinther 11 und dort Vers 28, dort heißt es: „Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken.“ Ein sehr einfaches Prinzip: Der Mensch prüfe sich selbst. Ja, es ist wahr, wir sollen, wenn es darum geht, Gottes Werk zu tun, sollen wir auch unsere Mitgeschwister beurteilen, um zu sehen, wer welche Aufgabe übernehmen kann und nicht jede Aufgabe ist von jedem übernehmbar, aber vor allem sollst du dich selbst prüfen. Soll ich mich selbst prüfen? Prüfst du dich? Und gerade wenn es auch zur Mission kommt, prüfst du dich und prüfst du, wie es hier heißt, dich selbst?

[14:20] Schauen wir gemeinsam in Haggai 1, Vers 5. In Haggai und dort im ersten Kapitel, Vers 5, finden wir folgende Aussage: „Und nun, so spricht der Herr der Herrscharen: Achtet doch aufmerksam auf eure Wege.“ Achtest du auf deine Wege? Achtest du, wohin dein Weg, dein Lebensweg hinführt, wo deine Taten, deine Handlungen, deine Worte, wo dein Einfluss hin zielt? Achtest du aufmerksam darauf? Nun, warum sagt Gott, dass wir auf unsere Wege, auf das, was wir tun, wie unser Leben vorangeht, dass wir darauf achten sollen? Schauen wir gemeinsam in Psalm 119, Vers 59, wo wir den Grund dafür finden können. In Psalm 119 und dort Vers 59. Da heißt es nämlich: „Als ich meine Wege bedachtete, da wandte ich meine Füße zu deinen Zeugnissen.“ Mit anderen Worten, wenn wir nicht über unseren Weg nachdenken, wenn wir einfach so vor uns hinleben und einfach alles auf uns zukommen lassen, dann werden wir unsere Füße nicht nach Gottes Plan ausrichten. Die Bibel sagt in Vers 6, dass wir beschützt sein sollen mit den Stiefeln zur Verkündigung des Evangeliums. Aber unsere Füße, wenn sie hinausgehen, das Evangelium zu verkündigen, müssen sich gewandt haben zu Gottes Zeugnissen. Aber zu Gottes Zeugnissen, wenn sie sich nur, wenn wir vor über unsere Wege nachgedacht haben. Wohin führt dein Lebensweg? Wohin führt dein Weg in der Mission? Wie sieht es mit Evangelisation und Zeugnis geben in deinem bisherigen Lebensweg aus? Wenn du nachdenkst über deinen Weg, über das, was bisher in deinem Leben passiert ist, dann gibt es die Möglichkeit, dass du siehst: Oh, Moment mal, Gottes Zeugnisse sind eigentlich da, ich muss meine Füße neu ausrichten. Ich muss vielleicht ein wenig umkehren, mich bekehren zu diesem Punkt hin.

[16:20] Schauen wir einmal gemeinsam eine erstaunliche Aussage an in Psalm 26. Psalm 26 und dort ab Vers 2. Wir lesen dann bis Vers 7. Psalm 26 Vers 2 bis 7. Es heißt hier: „Prüfe mich, Herr, und erprobe mich, läutere meine Nieren und mein Herz.“ Das heißt, David ruft aus und sagt: Prüfe mich, Herr. Nicht nur sollen wir uns selbst prüfen, wir sollen es Gott erlauben, dass er uns prüft. Nur nebenbei gesagt, Gott prüft uns sowieso, aber David drückt damit aus: Herr, bitte zeige mir, was in mir ist. Prüfe mein Herz, das heißt, prüfe meine Gedanken und meine Entscheidung. Prüfe meine Nieren, prüfe meine Emotionen, meine Gefühle. Ich möchte dir alles transparent vor dir geben und dir offen darlegen. Es heißt dann in Vers 3: „Denn deine Gnade ist mir vor Augen, und ich wandle in deiner Wahrheit. Ich sitze nicht bei falschen Leuten und gehe nicht um mit Hinterlistigen. Ich hasse die Versammlung der Übeltäter und sitze nicht zusammen mit den Gottlosen.“ Kannst du das, was hier steht in diesen Versen, heute von dir sagen? Kann ich das, der ich hier stehe, heute von mir sagen? Das ist die Herausforderung, das ist die wahre Prüfung, die wahre Auswertung. Denn wenn wir das von uns sagen können, dann wird Evangelisation und Zeugnis geben ein gewaltiger Erfolg sein in den Augen des Himmels. Vers 6: „Ich wasche meine Hände in Unschuld; ich umschreite deinen Altar, o Herr, um dir zu danken mit lauter Stimme und alle deine Wunder zu verkünden.“ Kannst du das heute sagen, dass du diese Erfahrung gemacht hast?

[18:13] Und nicht nur hier in Psalm 25, auch in Psalm 17 finden wir ähnliche Gedanken. In Psalm 17, Vers 3, da sagt David: „Du hast mein Herz geprüft, mich in der Nacht durchforscht. Du hast mich geläutert, und du hast nichts gefunden, worin ich mich vergangen hätte mit meinen Gedanken oder mit meinem Mund.“ Ist es nicht erstaunlich, was durch die Gnade Gottes möglich ist? Ist es nicht erstaunlich, was die Kraft Jesu vermag? Ist es nicht unglaublich, dass Jesu Liebe und seine umwallende Kraft dazu fähig sind, dass ein Mensch wie David sagen kann: Herr, du hast mich geprüft, du hast mich nicht nur am Tag, sondern in der Nacht, da wo keiner sieht, wo keiner in die Gedanken hineingucken kann, geprüft. Du hast mir ins Herz geschaut, in meine Gedanken geschaut, in das, was ich gedacht habe, was ich gesagt habe, und du hast nichts gefunden, worin ich mich vergangen hätte. Es ist dein Wunsch, dass du auch so etwas sagen kannst. Das ist mein Wunsch. Lass uns Gott um Gnade und Kraft bitten, dass wir sagen können: Gott, du hast mich durchforscht, du hast mich geprüft, und Gott kommt in jede Herzenskammer, er kommt in jeden Winkel unseres Gehirns. Wir sagen können: Gott, du weißt genau, in meinen Gedanken und in meinem Mund bin ich dir ganz treu ergeben. Gott möchte uns prüfen.

[20:07] Lass uns gemeinsam noch Psalm 139 anschauen, denn Gott möchte auswerten, wie das Werk der Erlösung in uns Gestalt gewonnen hat. Er möchte sehen, ob das, was er investiert hat, auch wirklich zum Tragen kommt. Das ist übrigens ein sehr interessantes Prinzip, denn es zeigt uns, dass dieser Gedanke der Auswertung letztendlich einer der entscheidenden Faktoren für das Untersuchungsgericht ist. In Psalm 139 und dort Vers 23 und 24, da sagt David: „Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne, wie ich es meine.“ Manchmal, da wissen wir selbst nicht genau, was eigentlich wir vorhaben. Da betrügen wir uns selbst, aber Gott möchte uns zeigen, was unsere wahre Motivation ist. Er möchte uns zeigen, wie wir es meinen. Und vielleicht sagst du heute: Das, was ich gerade gehört habe und gelesen habe von David, das bin ich gerade nicht. Ich kann nicht sagen, dass letzte Nacht keiner meiner Gedanken unrein war. Ich kann nicht sagen, dass ich nur Gutes gedacht habe. Ich kann nicht sagen, dass ich völlig ohne Fehler und Tadel vor Gott stehe. Dann ist Vers 24 hier für dich geschrieben: „Und sieh, ob ich auf bösem Weg bin, und leite mich auf dem ewigen Weg.“ Wenn wir Gott es erlauben, in unser Herz hineinzuschauen und unser ganzes Herz offen darzulegen, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder wir sind schon völlig mit Gott eins, und dann gibt es große Freude. Oder aber wir sehen unser Abdriften und lassen uns von Gott leiten zurück. Wenn wir uns ihm ganz übergeben, dann kann er uns entweder bestätigen oder zu ihm hinführen. Aber wehe uns, wenn wir unser Herz verschließen. Gott kann immer noch hineinschauen, aber er kann uns nicht mehr zeigen, was er für uns vorhat, weil wir dann nicht mehr auf ihn hören wollen. „Sieh, ob ich auf bösem Weg bin, und leite mich auf dem ewigen Weg.“ Es gibt viele böse Wege, aber es gibt nur den einen ewigen Weg. Bist du heute auf bösem Weg? Gott möchte dich leiten. Jesus möchte dich als dein guter Hirte leiten auf den ewigen Weg zurück auf die wahre Straße, denn er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.

[22:47] Und wenn wir zur Mission kommen, was ja unser generelles Thema ist, zur Evangelisation und zum Zeugnis geben, dann sollen wir beten: Sieh, ob ich auf bösem Weg bin. Gott, erlaube es mir zu sehen, ob meine Missionsmethoden vielleicht nicht deinem Willen entsprechen und leite mich dann wieder auf den wahren Weg. Ja, es gibt viele Methoden, ja, es gibt viele Dinge, die wir tun können, aber nicht alles ist richtig. Und heutzutage wird auch manchmal im Volk Gottes Methoden verwendet, die nicht dem entsprechen, was die Bibel sagt, die nicht dem entsprechen, was Gott uns durch seine Inspiration hat kundgetan. Sind wir bereit, unser Herz durchforschen zu lassen? Sind wir bereit, dass Gott uns zeigt, ob wir auf dem richtigen Weg sind oder auf dem falschen Weg?

[23:34] Lesen wir gemeinsam 2. Korinther 13, Vers 5 und 6. 2. Korinther 13 und dort Vers 5 und 6. Die Bibel sagt: „Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid. Stellt euch selbst auf die Probe. Oder erkennt ihr auch euch selbst nicht, dass Christus Jesus Christus in euch ist? Es sei denn, dass ihr unecht wäret.“ Ich hoffe aber, ihr werdet erkennen, dass wir nicht unecht sind. Paulus sagt: Prüft euch selbst mit einem bestimmten Hintergedanken. Er möchte, dass die Christen von Korinth und damit auch wir erkennen, ob wir echte Christen sind oder ob wir nur wie Christen aussehen. Prüfst du dich selbst? Bist du ein echter Christ oder siehst du nur aus wie ein Christ? Redest du nur wie ein Christ? Benimmst dich vielleicht nach außen wie ein Christ an bestimmten Tagen zu bestimmten Uhrzeiten? Prüfe dich selbst. Ich muss mich selbst prüfen. Du musst dich selbst prüfen, ob du wirklich im Glauben bist, ob Christus in dir ist. Uns ist auch mit der Mission, wenn wir uns prüfen, dann stellen wir fest, ob unsere Missionsmethoden echte Missionsmethoden sind oder ob sie nur so aussehen wie Mission, ob sie nur eine Scheinmission sind, um die Fassade aufrecht zu halten, damit wir der Gemeinde das Gefühl geben, na ja, zumindest tun wir ein bisschen was. Es ist so leicht, sich hinter der Scheinmission zu verstecken. Ein bisschen Aktivismus, um ein bisschen die Geschwister bei Laune zu halten. Aber ist es echte Mission? Ist es wirklich eine Mission mit dem Ziel, Menschen zu retten für das Königreich Gottes, weil Jesus bald wiederkommt, wo weder Kosten noch Mühen noch Energie gescheut werden, um das zu vervollständigen? Die Prüfung wird es ergeben. Gott braucht echte Missionare.

[25:52] Schauen wir gemeinsam in Klagelieder 3 und dort Vers 40. Klagelieder 3 und dort Vers 40. Die Bibel sagt: „Lasst uns unsere Wege prüfen und erforschen und umkehren zum Herrn.“ Nicht nur sollen wir uns individuell prüfen, wir sollen uns auch kollektiv prüfen als lokale Gemeinde, als weltweite Gemeinde, auf welcher Ebene auch immer. Wir sollen uns prüfen. Wenn du dich mit deiner Ortsgemeinde prüfst, gibt es Grund zur Umkehr. Wenn wir uns als deutschlandweite Gemeinde prüfen, gibt es dort Grund zur Umkehr, als weltweite Gemeinde, auf welcher Ebene auch immer. Die Bibel sagt: Lasst uns unsere Wege prüfen. Lasst uns schauen, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind. Hin und wieder kommt es vor, wenn man nicht mehr ganz weiß, wo man ist, dann schaut man auf eine Karte und überprüft, ob man noch auf dem richtigen Weg ist. Lasst uns gemeinsam auf die Karte schauen, damit wir sehen, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind oder ob wir uns eventuell verloren haben, ob wir verloren gegangen sind und zurückkehren müssen auf den wahren Weg, auf den schmalen Weg. Lasst uns umkehren zum Herrn, lasst uns unsere Wege prüfen.

[27:29] Gemeinsam wollen wir einen Text anschauen in Jakobus 4 und dort Vers 4. Jakobus 4 und dort Vers 4, da steht diese eine entscheidende Frage, die uns zum Prüfen, zur Auswertung bringen soll. Jakobus 4, Vers 4: „Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft mit der Welt Freundschaft gegen Gott ist?“ Weißt du, lieber Freund, weißt du, liebe Freundin, dass die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wie schnell werden wir zu Feinden Gottes, weil wir das lieben und das mögen und uns dafür entscheiden, was die Welt uns anzubieten hat? Und wie ist es dann in der Mission, wie ist es bei Evangelisation und Zeugnis geben, wenn wir die Welt und ihre Methoden in die Evangelisation hineinbringen und wir dann noch glauben, dass wir für Gott arbeiten, in Wirklichkeit nach diesem Vers wir dann gegen Gott arbeiten. Nicht nur, dass wir dann ineffektiv sind, nein, wir sind zu seinen Feinden geworden, wenn wir weltliche Methoden, wenn wir den Geist der Welt in die Mission hineinbringen, wenn wir versuchen, Weltmenschen durch Weltlichkeit zu erreichen. Freundschaft mit der Welt ist Feindschaft mit Gott. Wer also ein Freund der Welt sein will, der macht sich zum Feind Gottes. Wenn wir in unserer Mission Freunde der Welt sein wollen, dann machen wir uns zu Feinden Gottes. Versteht mich richtig, wir wollen Freunde der Sünder sein, wir wollen ihre Freunde sein, aber wir wollen keine Freunde der Sünde sein. Wir wollen Freunde der Weltmenschen sein, um sie herausretten zu können aus der Welt, aber wir wollen keine Freunde der Welt, der Sünde. Viel zu oft lieben wir die Welt und kümmern uns kaum damit, Weltmenschen zu Christus zu führen. Stattdessen sollten wir die Weltmenschen lieben und ihre Freunde sein und deswegen die Welt hassen, denn die Welt sorgt dafür, dass die Weltmenschen sterben werden, wenn sie nicht gerettet werden. Wie können wir dann die Welt lieben und gleichzeitig behaupten, dass wir die Weltmenschen lieben, wenn es doch die Welt ist, die die Weltmenschen in die Ruinen treibt? Seht ihr, die Welt zu lieben bedeutet, die Sünder zu hassen, aber Gott zu lieben bedeutet, die Sünder zu lieben, um sie aus der Sünde herauszuholen.

[30:37] Nun, wenn wir also Evangelisation und Zeugnis geben auswerten wollen, dann brauchen wir konkrete Kriterien. Und was wäre naheliegender, als die Grundlage aller Evangelisation zu nehmen und zu schauen, finden sich dort Kriterien, an denen wir unsere Mission, die wir bisher betrieben haben, bewerten können. Lasst uns gemeinsam zu Matthäus 28 und dort Versen 19 und 20 gehen. Matthäus 28 und dort Versen 19 und 20. Sehr berühmter Missionsbefehl, wir haben in den letzten Wochen immer und immer wieder hier zitiert. Es heißt: „So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe, und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit.“ Amen. Nun, wir haben diesen Text oft gelesen und oft in motivierenden Ansprachen gehört und wir wissen, was wir tun sollen. Aber wollen wir das Ganze mal ein bisschen umdrehen und uns mal fragen, ob das, was wir bisher getan haben in der Mission und du kannst dich persönlich fragen, ich kann mich persönlich fragen, wir alle haben ja mehr oder weniger ein bisschen Erfahrung, auch wenn wir jetzt vielleicht in den letzten Wochen erst angefangen haben. Dann können wir uns fragen, wenn wir keine Erfahrung haben, dann kommt halt sozusagen null raus bei der Auswertung. Wollen wir uns einmal fragen, ob wir den Kriterien des Missionsauftrages gerecht geworden sind.

[32:06] Punkt Nummer eins: „So geht nun hin und macht zu Jüngern.“ Haben wir, sind wir wirklich losgegangen? Das wäre vielleicht der erste Punkt, den wir im Sendemanuskript gar nicht wirklich aufgezählt haben. Gehen wir wirklich oder warten wir darauf, dass die Leute zu uns kommen? Frage dich selbst: In deiner Gemeinde wartet man auf die Leute oder geht man zu den Leuten? Alle Missionsmethoden sind nutzlos, wenn wir nur darauf warten, dass sie zu uns kommen. Alle Konzepte, wo man Leute einfach nur einlädt und wartet, dass jemand kommt, sind nutzlos, wenn wir nicht bereit sind, hinauszugehen. Das heißt, eigene Energie hineinzustecken, eigene Zeit, eigene Bemühungen. Gehen wir? Gehst du? Frag dich das. Wenn du auch wirklich wissen willst, ob deine Mission, ob dein Zeugnisgeben effektiv ist, dann musst du dich fragen, ob du der offensive Part bist oder ob du nur derjenige bist, der darauf wartet, dass Gott irgendwann mal zu dir schickt und dir alle Fragen stellt, die du dann hoffentlich beantworten kannst. Bist du offensiv in der Mission? Bewegst du dich auf die Menschen zu? Ja oder nein?

[33:14] Punkt 2: „Sind die Menschen, die wir gewonnen haben, wirklich Jünger geworden?“ Das heißt, sind sie zu Nachfolgern Jesu geworden oder haben sie einfach eine Reihe von Glaubenspunkten abgehakt und intellektuell verstanden? Frage dich: Wie viele Menschen sind in deiner Gemeinde zum Glauben gekommen? Wie viele Menschen sind durch dich zum Glauben gekommen und sind diese Menschen zu Jüngern geworden, die Jesus eigenständig nachfolgen, oder sind sie einfach nur Platzfüller, die einfach einen Platz in der Gemeinde ausfüllen, einen Stuhl besetzen und theologisch einigermaßen richtig wissen, was die Gemeinde glaubt? Sind es Jünger geworden? Das sind vielleicht herausfordernde Fragen, aber sie sind absolut notwendig, damit wir uns wieder darauf besinnen, was Gott von uns in der Mission fordert.

[34:13] Schauen wir weiter. Der nächste Punkt ist hier: „und macht zu Jüngern alle Völker.“ Erreichen wir alle Völker? Das ist ein Punkt, der vielleicht zuallererst mal die weltweite Gemeinde angeht. Erreichen wir wirklich alle Völker? Wie viele Volksgruppen gibt es noch, die unerreicht sind? Und ja, das Evangelium ist in fast alle Länder vorgedrungen, aber wie viele Volksgruppen gibt es noch, die unerreicht sind? Auch hier in Deutschland könnte man sich fragen, wie viele der Bevölkerungsschichten erreichen wir? Erreichen wir alle Ausländer? Erreichen wir alle ältere Menschen? Erreichen wir die Jüngeren, die Armen, die Reichen? In deiner Stadt, in deiner Umgebung, erreichst du dort die Vielzahl der verschiedenen Gruppierungen, oder ist dein missionarischer Ansatz immer nur auf genau eine Zielgruppe getrimmt? Heutzutage ist es ja Mode geworden, sich Zielgruppen herauszunehmen und sich einfach auf diese Zielgruppen zu konzentrieren, aber Jesus hat niemals sich eine Zielgruppe herausgenommen, gesagt, die will ich erreichen, die anderen nicht. Sondern Jesus sagt: Geht hin und macht alle Völker, egal ob Inder oder Deutsche oder Brasilianer oder Südafrikaner, egal wer, egal welcher intellektuelle Stand, egal welche Kultur, egal welche Religion, sind wir in unserer Mission so weit, dass wir alle Menschen ansprechen möchten und können, so sich die Möglichkeit ergibt.

[35:39] Nächster Punkt: „Und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes?“ Führt die Mission, die wir durchführen, führt sie zu Taufen, ja oder nein? Das ist ein heikler Punkt, weil manche Menschen sagen, na ja, Taufen sind nicht alles. Das stimmt, deswegen haben wir gesagt, sie sollen auch Jünger werden, aber der Umkehrschluss ist der, dass viele sagen oft, nun ja, Hauptsache die Menschen lernen Jesus kennen und wir haben einen Samen gestreut und der Rest, der wird dann schon irgendwann passieren. Ja, das stimmt, es gibt viele Fälle, wo man einen Menschen nicht direkt bis zur Taufe begleiten kann, aber ist es unser Ziel, die Menschen über Wochen und Monate zu begleiten, sodass sie geführt werden bis zu einer Taufentscheidung? Wie sind dann tatsächlich auch Fälle? Wie viele Taufentscheidungen gab es in deiner lokalen Gemeinde in den letzten zehn Jahren von Menschen, die tatsächlich von draußen gewonnen wurden? Und wie viele sind davon Jünger geworden, die Jesus nachfolgen? Ist es noch unser Ziel, Taufen herbeizuführen, oder sehen wir das nur noch als Nebenprodukt, das ganz schön ist, wenn es passiert, aber auch nicht wirklich notwendig? Haben wir wirklich das Ziel, Taufzahlen zu haben? Und da wird es nicht so sehr entscheiden, wie viele, aber wollen wir die Menschen, die wir erreichen, tatsächlich bis zur Taufe bringen und haben wir die Energie, die Zeit und die Ressourcen von Gott, da haben wir auf jeden Fall, aber sind wir bereit, diese einzusetzen, damit die Menschen auch wirklich die Taufentscheidung fällen? Weißt du eigentlich, was notwendig ist, damit ein Mensch eine Taufentscheidung fällt? Wie viel Zeit und Energie dafür notwendig ist, bis ein Mensch wirklich so weit ist, bist du bereit, in deiner missionarischen Bemühung das einzusetzen?

[37:33] Und dann heißt es hier, und das ist sehr wichtig: „und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe.“ Und das ist ein absolut entscheidender Punkt in der Mission. Sind wir bereit, tun wir das, dass wir wirklich alles lehren, was Jesus gesagt hat? Oder tun wir all das beiseite, was eventuell ein bisschen, ja, anstößig sein könnte? Sind wir bereit, nacheinander, nicht alles auf einmal, aber am Ende dann doch, alles zu lehren, was Jesus gesagt hat? Alles, ohne Abstriche, keine verwässerte Botschaft. Und wenn wir diese Kriterien hier sehen, dann können wir uns fragen: Könnte es sein, dass in meinem Leben ich bisher ein völlig falsches Konzept von Mission und Zeugnis geben gehabt habe? Könnte es sein, dass wir als Gemeinde ein völlig falsches Konzept gehabt haben? Und könnte es sein, dass wir uns wieder nach diesen Kriterien ausrichten müssen? Denn der Missionsauftrag ging an alle Jünger, auch an uns. Das heißt, diese Kriterien gelten dir und mir, nicht nur der weltweiten Gemeinde, so nach dem Motto, irgendeiner wird schon irgendwas erfüllen, sodass am Ende alles abgedeckt ist. Nein, jeder von uns sollte diese Ziele haben.

[39:01] Schauen wir gemeinsam in Apostelgeschichte 16, Vers 1 und 2. Dort heißt es: „Er kam aber nach Derbe und Lystra, und siehe, dort war ein Jünger namens Timotheus, der Sohn einer gläubigen jüdischen Frau, aber eines griechischen Vaters. Der hatte ein gutes Zeugnis von den Brüdern in Lystra und Ikonium.“ Nun, wir wissen, Timotheus war einer der Nachfolger von Paulus. Er war einer seiner Zöglinge, wurde von ihm ausgebildet und geprägt. Und ist es nicht interessant zu sehen, dass Paulus einen jungen Menschen nimmt, der in seinen Ortsgemeinden, in seinem Bezirk sozusagen, als treu erfunden wurde? Er wurde zum Nachfolger des berühmtesten oder zum Assistenten des berühmtesten Apostels oder eines der größten Apostel überhaupt, weil er in seiner Ortsgemeinde treu war. Und das, obwohl seine Umstände vielleicht nicht mal die günstigsten waren. Er hatte eine jüdische Mutter, aber einen griechischen Vater. Und wir wissen nicht so viel über seine, ein paar Informationen wissen nicht so viel über seine Kindheit und die Tage, in denen er aufgewachsen ist. Aber wahrscheinlich waren es nicht die einfachsten Umstände. Aber durch seine Treue in der Mission in der Ortsgemeinde konnte er für große Aufgaben berufen werden. Gott sucht nicht diejenigen, die die meisten Titel und die größte Expertise haben. Gott sucht diejenigen, die in ihrer Ortsgemeinde treu das Werk tun. Die kann er für größere Aufgaben benutzen. Tust du in deiner Ortsgemeinde treu das Werk, sodass du ein gutes Zeugnis hast in deiner Ortsgemeinde? Wenn ja, dann hat Gott etwas Großes für dich vor. Und selbst wenn du noch sehr jung sein solltest.

[40:55] Schauen wir noch gemeinsam in 1. Korinther 11 und dort Vers 2. Wenn es um das Auswerten von Evangelisierung und Zeugnis geben geht, dann könnte man auch in das Extrem verfallen, alles schlecht zu reden, was es überhaupt noch gibt. Und oftmals ist das ein Problem, dass man nur noch kritisiert und frustriert sich über alles beschwert, was schief gelaufen ist. Aber stellen wir fest, was Paulus hier den Korinthern schreibt. In 1. Korinther 11 Vers 2. Und wir wissen, die Korinther waren eine schwierige Gemeinde, da lief einiges kreuz und quer und durcheinander. Es gab vieles Negatives über die Gemeinde und Korinther und trotzdem sagt Paulus in Vers 2: „Ich lobe euch, Brüder, dass ihr in allem an mich gedenkt und an den Überlieferungen festhaltet, so wie ich sie euch übergeben habe.“ Das heißt, Paulus hat nicht nur das Schlechte gesehen, das er auch durchaus deutlich beschreibt, wie zum Beispiel in Vers 22 im gleichen Kapitel, wo er sagt: „Habt ihr denn keine Häuser, wo ihr essen und trinken könnt? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und beschämt die, welche nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch etwa loben? Dafür lobe ich euch nicht.“ Das heißt, Paulus hat keine Augenwischerei betrieben. Paulus hat durchaus die Fehler klar im Namen genannt, aber war trotzdem bereit, auch das Gute zu loben. Sei also realistisch, sei nicht überschwänglich und habe eine rosa-rote Brille drauf, aber sei auch nicht destruktiv und vernichte alles, was getan ist. Es gibt viele gute Dinge, die auch in der Vergangenheit geschehen sind und was Gott möchte, ist, dass wir weiter lernen und immer mehr seinem Ideal nahe kommen. Lobe deine Gemeinde, lobe deine Brüder und Schwestern für das, was sie Gutes getan haben, auch in der Mission. Wenn es etwas Gutes gibt, was getan worden ist, lobe sie dafür. Ein wichtiger Teil in der Auswertung.

[42:37] Schauen wir gemeinsam in 5. Mose 10 oder Vers 12 und 13. 5. Mose 10, Vers 12 und 13. Hier haben wir noch einmal Auswertungskriterien. Es heißt hier: „Und nun, Israel, was fordert der Herr, dein Gott, von dir, als nur, dass du den Herrn, deinen Gott, fürchtest, dass du ihm in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem Herrn, deinem Gott, dienst mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, indem du die Gebote des Herrn und seine Satzungen hältst, die ich dir heute gebiete zum Besten für dich selbst.“ Frage dich: Fürchte ich Gott? Wandle ich auf allen seinen Wegen, auch wenn es zur Mission kommt? Wandle ich auf seinen Wegen, die er mir vorgegeben hat, oder gehe ich meine eigenen Wege, weil ich glaube, ich bin klüger als Gott? Wandelst du auf seinen, kennst du seine Wege und wenn ja, wandelst du darauf? Liebst du Gott und dienst du ihm? Und worin besteht der Dienst für Gott? Der Dienst für Gott besteht darin, dass wir für ihn arbeiten, das heißt, dass wir sein Evangelium anderen Menschen weitergeben. Und wie sollen wir ihm dienen? Mit ganzem Herzen und mit deiner ganzen Seele, das heißt mit deinem ganzen Denken, mit all dem, was du fühlst und empfindest und entscheidest, bist du dort der Mission verpflichtet, ja oder nein? Das ist das wahre Kriterium für die Auswertung von Evangelisation und Zeugnisgebung. Ja, es mag wichtig sein, mal die Taufzahlen zu zählen, ja, es mag wichtig sein, Flyer zu zählen, wie viel verteilt worden sind, Hochrechnungen zu machen, aber das alles ist unentscheidend im Vergleich zu diesem Kriterium. Dienst du Gott von ganzem Herzen und von ganzer Seele?

[44:43] Und so schnell ist Satan damit beschäftigt, dich und mich abzulenken, andere Dinge einzubringen, dass wir Gott nicht mehr mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele dienen, dass wir nicht mehr mit ganzem Herzen seiner Mission uns verschreiben, weil wir andere Dinge vorhaben, weil uns andere Dinge interessieren oder weil wir glauben, es wäre nicht ganz so wichtig, das zu tun jetzt. Hältst du seine Gebote? Wenn es zur Mission kommt, tust du das, was er dir sagt?

[45:13] Matthäus 26 Vers 41, dort lesen wir: „Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt.“ „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“ Wachst du für die Mission? Betest du für die Mission? Der Heilige Geist ist willig, mit uns zusammenzuarbeiten, er ist willig, Menschen vorzubereiten, er ist willig, uns den richtigen Weg und die richtigen Methoden zu zeigen, aber unser Fleisch ist oft so schwach, dass wir uns von den Versuchungen Satans überführen lassen und an anderen Dingen tun oder Dinge, die falsch sind, die uns dann das Gefühl geben, wir können sowieso keine Mission machen. Wachst du für die Mission? Betest du für die Mission?

[46:11] In 2. Timotheus 2 Vers 15, da lesen wir: „Strebe eifrig danach.“ Wie? Eifrig. Strebe danach. Strebe eifrig danach, dich Gott als bewährt zu erweisen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht austeilt, wörtlich steht dann, in gerader Weise schneidet. Strebst du danach, ein bewährter Arbeiter für Gott zu sein? Ich möchte dir was sagen, ich strebe nach, ich möchte so gern ein bewährter Arbeiter für Gott sein und ich weiß, ich habe viele Fehler gemacht, aber möchtest du danach streben, eifrig streben, dich bewährt zu erweisen, dass das, was Gott dir aufgetragen hat, du auch wirklich tust, dass Gott sagen kann: „Brechst du, du treuer Knecht.“ Möchtest du jemand sein, der sich nicht zu schämen braucht, der weiß, wie man das Wort Gottes in rechter Weise austeilt, wie man es in rechter Weise schneidet, wie man es richtig auslegt, ein bewährter Arbeiter.

[47:08] Und dann gibt es die Kriterien des Inhalts. Offenbarung 14, wir haben die Zeit nicht alles zu lesen, Offenbarung 14, Vers 6 bis 12, da wird das ganze ewige Evangelium für diese letzte Zeit ganz konzentriert zusammengefasst und wir müssen uns die Frage stellen, ob wir dieses Evangelium tatsächlich genau so verkündigen. Das heißt, wenn wir Missionen machen, kommt dann irgendwann, vielleicht nicht gleich am Anfang, aber kommt dann irgendwann auch etwas über das Gericht seit 1844? Kommt dann irgendwann auch etwas über den Sabbat? Kommt dann irgendwann auch etwas über Babylon, über das Mahlzeichen des Tieres und über all die Dinge, über den Glaubensgehorsam von Offenbarung 14, Vers 12, oder verkürzen wir das Evangelium nur auf das Wortevangelium selbst, ohne dann die restlichen Verse dort hinein zu packen. Wehe uns, wenn wir nicht die ganze dreifache Engelsbotschaft in ihrer biblischen Auslegung so verkündigen, wie sie uns gegeben ist. Wehe uns, dann wird unsere Mission scheitern und dann wird unsere Mission nutzlos sein. Wir müssen uns fragen: Ist das, was wir verkündigen, ist das, was du verkündigst, ist das, was ich verkündige? In welcher Form auch immer, durch Bibelstunden, Predigten oder einfach durch ein Wort am Arbeitsplatz, zur richtigen Zeit, Gefühl vom Heiligen Geist. Ist es dazu angetan, den Menschen zur dreifachen Engelsbotschaft zu ziehen?

[48:45] Und lass uns einen wichtigen Punkt hier ansprechen, Matthäus 6, Vers 33. Dort lesen wir: „Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit. So wird euch dies alles hinzugefügt werden.“ Die erste Priorität in unserer Auswertung sollte immer Gottes Königreich sein. Ja, es gibt einige technische Dinge, die kann man auswerten, man kann sich Gedanken über Finanzen und so weiter machen, aber das alles muss in den Hintergrund treten vor der geistlichen Auswertung. Bevor du anfängst Zahlen und Statistiken zu errechnen über das, was deine Gemeinde getan hat in den letzten zehn Jahren, frage dich zuallererst: Was ist die geistliche Grundlage für die Mission in meiner Gemeinde? Was ist meine geistliche Grundlage? Denn wenn etwas geistlich richtig ist, treten alle anderen Bewertungsfaktoren in den Hintergrund. Und wenn es noch so unwirtschaftlich ist, noch so unwissenschaftlich, wenn es geistlich richtig ist, dann wird das andere schon folgen. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes.

[49:55] Unser letzter Vers für heute findet sich in Markus 2, Vers 38 und dort lesen wir in Markus 2, Vers 38: „Und er spricht zu ihnen: Lasst uns in die umliegenden Orte gehen, damit ich auch dort verkündige, denn dazu bin ich gekommen.“ Bist du bereit, notfalls auch woanders hinzugehen, den Ort der Bequemlichkeit zu verlassen, deine aufgebauten Strukturen notfalls zu verlassen, wenn Gott dich ruft, woanders hinzugehen, denn du bist gerufen, das Evangelium auch woanders hinzutragen. Sind wir bereit, aus unserer Zone der Bequemlichkeit herauszutreten, dorthin, wo Gott uns ruft? Alle Auswertungen und alle Statistiken sind nutzlos, wenn wir nicht bereit sind, Gott auch dorthin zu folgen, wo es vielleicht ein bisschen unbequem ist, zu neuen Ufern, zu neuen Zielen. Möchtest du die Aufgabe vor Augen haben und nicht deine eigene Bequemlichkeit, die Aufgabe, um die es geht als Christ? Hast du diese Aufgabe vor Augen?

[51:17] Wir hoffen, dass wir mit dieser Cannstatt Study Hour diesem Quartal uns gegenseitig ermutigen konnten für einen fortwährenden Dienst. Das wird das letzte Thema nächste Woche sein. Ich hoffe, ihr seid unbedingt dabei. Schaut es euch an und ladet auch andere aus eurer Gemeinde dazu ein, damit wir vorbereitet sind für das, was wir tun sollen. Gott segne euch im Studium seines Wortes und bis bald. Amen.


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