In dieser Predigt aus der Serie „CSH 2023 Q3 – Der Brief an die Epheser“ spricht Rabea Kramp über das Thema der Einheit im Leib Christi, basierend auf Epheser Kapitel 4. Sie beleuchtet, warum Gott Einheit in seiner Gemeinde wünscht und wie diese erreicht werden kann. Dabei werden die Bedeutung von Liebe, Freiwilligkeit und die Rolle der göttlichen Einheit als Vorbild für die Gemeinde thematisiert. Die Predigt ermutigt zu einem Leben, das von Demut, Sanftmut und Langmut geprägt ist, um die Einheit des Geistes zu bewahren.
CSH 2023 Q3 – Der Brief an die Epheser: 7. Der geeinte Leib Christi
Rabea Kramp · CSH 2023 Q3 - Der Brief an die Epheser ·Themen: 1. Korinther, Apostelgeschichte, Bibelstudium, Epheser, Gemeinde, Jesaja, Philipper, PsalmenWeitere Aufnahmen
Serie: CSH 2023 Q3 - Der Brief an die Epheser
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Transkript
[0:34] Hallo liebe Freunde, willkommen zur CSH Nummer 7 in diesem Quartal, in dem wir dem Epheserbrief studieren. Heute widmen wir uns der ersten Hälfte von Kapitel 4, und das Thema ist: Der geeinte Leib Christi. Wir wollen uns mit der Gemeinde beschäftigen, mit dem, wie Gott sich Gemeinde vorstellt, wie Gott Gemeinde gedacht hat, geplant hat. Und wir wollen uns zwei Fragen vor allem stellen: Warum möchte Gott, dass seine Gemeinde geeint ist, und wie können wir dahin kommen? Und bevor wir einsteigen in das Thema, lass uns gemeinsam beten.
[1:12] Lieber Vater im Himmel, du hast einen besonderen Plan für deine Gemeinde, und wir möchten dich bitten, dass sie diesen Plan heute, auch wenn wir ihn schon oft gelesen haben, noch einmal besser verstehen. Uns noch mal vieles klarer wird, vor allem, wie wir zu diesem Ziel gelangen, dass dein Leib, deine Gemeinde, wirklich geeint ist. Und ich danke dir dafür. Amen.
[1:42] Die vollkommenste Einheit, die wir in der Bibel finden, ist wohl die Einheit zwischen Vater, Sohn und Heiligen Geist. Das ist das Vorbild, dem wir nacheifern. In Johannes 17, dem berühmten Kapitel, in dem Jesus für seine Jünger betet, unter anderem um Einheit, betet dort. Heißt es in Vers 23: "Ich in ihnen und du in mir, damit sie zu vollendeter Einheit gelangen und damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, gleich wie du mich liebst."
[2:20] Jesus hat ein Rezept für die Einheit, und das Rezept heißt: Der Vater in ihm und er in den Jüngern, in den Nachfolgern. Jesus betet ja in diesem berühmten Gebet, dass seine Jünger eins werden. Und wir wissen, dass die Jünger eine ganz, ganz bunte Truppe waren. Es war keine Selbstverständlichkeit, dass diese zwölf Männer eines Sinnes sind, dass sie am gleichen Strang ziehen, dass sie harmonisch miteinander arbeiten können. Sie waren Fischer, sie waren Zöllner, sie waren Zeloten und einige andere Berufe und Herkünfte, die sie hatten. Jesus zeigt uns aber, warum diese Einheit unter den Jüngern überhaupt möglich ist: Weil er und der Vater eins sind. Das ist der einzige Grund, warum es überhaupt möglich ist, dass auch wir mit Jesus, aber auch wir untereinander eins sein können. Wäre der Vater, wären der Vater und der Sohn und der Heilige Geist nicht eins, gäbe es auch unter uns diese Einheit nicht. Ohne die Einheit und Einigkeit in der Gottheit, keine Einheit in der Gemeinde.
[3:39] Einheit ist etwas, das mit Zuneigung zu tun hat. Wir können auch sagen, mit Liebe. Ohne die Liebe gäbe es keine Einheit. Wenn ihr euch erinnert, was ihr in der letzten Woche studiert habt, am Ende von Epheser 3, von diesem Kapitel, von Vers 14 bis 21, dann können wir da ganz gut herausarbeiten, dass die Einheit ohne Liebe gar nicht möglich ist.
[4:10] Wenn wir uns das Geschenk der Ehe anschauen, das Gott uns ja gemacht hat im Garten Eden, dann können wir es vielleicht ein bisschen von einer abstrakten Ebene runterbrechen auf unseren Alltag und es besser verstehen. Wir leben ja zum Glück in einer Zeit und in einem Land, in dem wir uns unseren Ehepartner, unsere Partnerin frei wählen können. Und wir wählen aus nach dem Prinzip der Liebe. Denn wenn wir eine Person nicht mögen würden, nicht sie sympathisch finden würden, mit ihr vielleicht gut reden könnten und sie lieben würden, dann würden wir die Person auch nicht heiraten.
[4:53] Diese Liebe drückt sich auf ganz unterschiedliche Weise aus. Die Bibel kennt das Prinzip des Einswerdens von Mann und Frau, des Ein-Fleisch-Werden. Und darin bekräftigen die Ehepartner ihre Liebe zueinander. Sie bezeugen und leben ihre Liebe aus. Ohne diese Liebe, die zwischen beiden herrscht, würden wir dieses Ein-Fleisch-Werden niemals tun. Und hier kommt die nächste Komponente ins Spiel: die Freiwilligkeit.
[5:31] Liebe fußt auf Freiwilligkeit und Einheit fußt auf Liebe. Andersherum: Einheit kommt nur zustande, wenn wir Liebe und einander haben. Und Liebe entsteht nur, wenn wir freiwillig entscheiden können, ob wir leben und wen wir lieben. Das bedeutet, dass die Einheit des Leibes Christi, also die Einheit der Gemeinde, niemals eine erzwungene Einheit sein kann, wenn sie funktionieren soll, sondern eine Einheit, die auf Freiwilligkeit und auf Liebe basiert. Und das wollen wir nun mal als Grundthese, als Basis für alles nehmen, was wir heute im Epheser 4 lesen wollen. Diese Freiwilligkeit, diese Liebe, die dann Einigkeit ermöglicht.
[6:20] Wir lesen Epheser 4, Vers 1 bis 3: "So ermahne ich euch nun, ich, der gebundene Herr, dass ihr der Berufung würdig wandelt, zu der ihr berufen worden seid, indem ihr mit aller Demut und Sanftmut mit Langmut einander ertragt und eifrig bemüht seid, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens."
[6:48] Paulus spricht hier davon, dass wir einerseits berufen sind und aber auch, dass wir uns der Berufung würdig erweisen sollen. Also, dass wir zeigen sollen, dass wir verstanden haben, warum wir berufen worden sind, von wem wir berufen worden sind und wozu wir berufen worden sind.
[7:06] Wie ja, er nennt hier so ein paar Worte, die wir auch aus einem anderen Kapitel kennen: Demut, Sanftmut, Langmut, oder auch Geduld. Und einander Liebe ertragen. Einheit bewahren durch den Frieden. Diese Eigenschaften finden wir auch im Kapitel 5 im Galaterbrief, bei der Aufzählung der Früchte des Geistes. Und es ist kein Zufall, dass Paulus hier diese Liste voranstellt, oder diese Eigenschaften voranstellt, wenn er jetzt in den nachfolgenden Versen über Einheit sprechen möchte. Denn um Einheit in der Gemeinde zu ja, zu bekommen oder zu bewahren, braucht es eben diese Früchte. Und gleichzeitig entwickeln sich aber auch diese Früchte, wenn die Einheit wirklich entsteht.
[8:05] Um die Früchte zu bekommen, das wissen wir aus Galater 5, brauchen wir den Heiligen Geist. Sie heißen ja nicht umsonst Früchte des Geistes. Also brauchen wir ein tägliches Leben mit Gott, ein Gebetsleben, ein tägliches Beziehungsleben, ja, ein Leben mit der Bibel.
[8:25] Wenn wir aber einen ehrlichen Blick in unsere Gemeinden und vielleicht auch im größeren Sinne auf die Christen werfen, müssen wir konstatieren, dass wir sehr oft sehr weit weg sind von dieser Einheit. Sowohl in persönlichen, vielleicht auch familiären Leben, aber auch in der Kirche, Gemeinde.
[8:48] Mag es vielleicht daran liegen, dass unser tägliches Leben mit Gott einiges zu wünschen übrig lässt? Dass vielleicht unsere ganz persönliche Beziehung zu Gott gar nicht so tief ist, gar nicht so viel Früchte trägt, dass das nach außen sichtbar ist? Und dass wir ein Glied in der Gemeinde sind, das Frieden fördert, das Geduld hat, das Demut übt?
[9:16] Wie oft ringst du darum, dein Temperament in den Griff zu bekommen oder geduldiger zu werden? Vielleicht die Kritik, die dir auf der Zunge liegt, doch herunterzuschlucken, bevor du sie äußerst. Vielleicht bringst du auch damit nicht über andere schlecht zu reden.
[9:39] Was auch immer es ist, wenn wir mit Gott leben, dann wird uns Jesus schenken, dass wir statt dieser schlechten Eigenschaften die Früchte des Geistes bekommen.
[9:55] Jesus hat es nicht so leicht mit uns Menschen. Wir sind oft abgelenkt durch den Alltag. Wir haben unser eigenes Ich, was wir in den Vordergrund stellen. Und anstatt, dass wir Jesus an uns arbeiten lassen, versuchen wir oft an anderen zu arbeiten. Das beginnt in der Ehe, weil wir unseren Ehepartner verändern wollen, weil wir immer sehen, was er falsch macht oder sie falsch macht. Aber wir erleben das eben auch in der Gemeinde, dass wir anderen ihre Fehler vorhalten. Entweder äußern wir sie, oder wir behalten sie für uns, aber es ärgert uns innen drinnen und wir regen uns auf. Vielleicht zu Hause am Mittagstisch, vielleicht noch vor den Kindern und vor der Familie. Aber ist das wirklich unsere Aufgabe?
[10:47] Ich habe eine Aussage gefunden von Ellen White in "The Spirit of Prophecy", Band 1, Seite 172, wo sie sagt: "Ich möchte euch jetzt eines sagen: Um Christi Sache willen, lasst uns Einigkeit haben. Lasst uns unser Ich beiseitelegen. Wir können selbst nicht erneuert werden, wenn wir mit dem Finger auf die Fehler von anderen zeigen und hoffen, dass dadurch unsere eigenen Fehler verschwinden." Gott sagt, dass wir einander lieben sollen. Ja, sie sagt, es ist überhaupt nicht geholfen der Einheit der Gemeinde, nicht geholfen, wenn wir Fehlersuche betreiben, fortwährend. Im Englischen: "fault finding". Wenn wir Kritik-süchtig sind, wenn wir immer zuerst die Fehler von anderen sehen.
[11:42] Und es mag vielleicht so sein, dass Fehler passieren. Menschen machen Fehler, das ist total normal. Und nicht jeder ist auf dem gleichen Stand, und nicht jeder ist ja in der Entwicklung gleich schnell. Und es muss eine gewisse Fehlerkultur auch akzeptiert sein in der Gemeinde. Aber das Band der Liebe, die Bibel kennt diesen Begriff, das Band der Liebe muss alles umspannen. Das heißt nicht, dass man Sünde nicht beim Namen nennen darf. Natürlich gibt es Dinge, die auch bestimmte Konsequenzen in der Gemeinde nach sich ziehen dürfen und sollen. Aber es ist nicht unsere Aufgabe, ständig die Fehler von anderen beim Namen zu nennen und sie darauf hinzuweisen. Vielleicht ist es viel eher geholfen, wenn wir für andere beten, wenn wir für sie da sind, wenn wir merken, jemand kämpft, jemand kommt vielleicht nicht zum Gottesdienst, jemand ja, tut Dinge, die offensichtlich den Glaubenspraktiken widersprechen. Und einfach hingehen und fragen, wie es der Person geht. Mal hinhören, bevor wir verurteilen.
[12:53] Die Einheit der Gemeinde, die Einheit des Leibes Christi, hängt davon ab, wie ich mich von Gott verändern lasse und ob ich mit Jesus eins bin. Ich bin meine erste Baustelle.
[13:06] Und Baustelle ist vielleicht in diesem Zusammenhang ein gutes Stichwort. Man kann sich die Gemeinde ein bisschen wie eine Stadt vorstellen, voller Gebäude, die im Bau sind. Wo es eigentlich kein fertiges, schönes Gebäude gibt. Es gibt lauter halbfertige Häuser und Gebäude, die noch am Anfang sind, wo erstmal ein Fundament gegossen wird. Gebäude, die noch im Rohbau sind. Einige Gebäude, die vielleicht stagnieren, die verlassen sind, die Baustelle geht nicht weiter. Aber dann gibt es vielleicht auch Gebäude, die schon eine schöne Fassade haben, wo der Innenausbau schon am beginnen ist. Und es gibt vielleicht sogar Gebäude, die fast fertig sind, wo nur noch die Außenanlagen und der Garten gemacht werden muss. Und so unterschiedlich ist unsere Gemeinde. Es gibt lauter Menschen, die auf einem unterschiedlichen Entwicklungsstand sind, geistlich gesehen.
[14:03] Und geistlich gesprochen, diese im Bau befindliche Stadt kommt nicht zur Ruhe. Es ist immer was zu tun. Und manchmal kommt die ein oder andere Baustelle auch schlecht voran. Aber die Hauptsache ist, dass es voran geht.
[14:22] Viele Häuser sind vielleicht mit sich selbst beschäftigt, haben noch gar keine Kraft nach außen zu schauen, vielleicht anderen beim Bau zu helfen. Die Infrastruktur der Stadt ist noch völlig rudimentär, und von Ästhetik, anästhetisch ist noch längst nicht zu denken. Und ihr merkt, ich überspitze dieses Bild ein bisschen, um uns gedanklich ja, hineinzunehmen in das, ja, in den Gedanken, dass die Gemeinde wirklich eine Baustelle ist.
[14:55] Jemand anders hat gesagt: "Die Welt ist ein Krankenhaus." Und eigentlich können wir auch sagen: Die Gemeinde ist ein Krankenhaus.
[15:05] Der äußere Schein ist oft trügerisch. Und wenn eine Familie vielleicht am Sabbat nach außen hin strahlend und fröhlich wirken mag, so wissen wir nicht, was zu Hause hinter den Wänden, hinter verschlossenen Türen, für Probleme sind. Mit in der Ehe, mit den Kindern, mit der Arbeitsstelle, mit Krankheit, mit Geld Sorgen.
[15:30] Und ich glaube, was wir in der Gemeinde brauchen, ist mehr Anteilnahme, mehr Liebe, mehr hinhören. Denn wenn wir Gemeinschaft miteinander haben und Zeit miteinander verbringen, und wir werden nachher noch ein bisschen auf diesen Aspekt zu sprechen kommen, dann beginnen wir einander mit mehr Sympathie und mehr Mitgefühl zu begegnen. Und dann sind wir auf dem richtigen Weg, Einheit in der Gemeinde zu bekommen.
[16:04] Hier liegen die Herausforderungen. Wenn jeder mit Gottes Hilfe es schafft, an sich zu arbeiten, dann leistet er einen ganz wertvollen Beitrag zu der Einheit im Leib Christi.
[16:19] Ein fertiges Gebäude kann bezogen werden, und dann sind wieder Hände frei, um anderen zu helfen, ihre Häuser fertig zu stellen. So hat Jesus auch auf der Erde gehandelt und gearbeitet mit seinen eigenen Jüngern. Das kann man in den Evangelien ganz wunderbar nachvollziehen. Jesus war charakterlich das Vorbild für seine Mitarbeiter, für seine Jünger, und er hat ihnen geholfen, ihr Charakterhaus zu bauen.
[16:48] Die Bibel kennt ja das Bild des Goldes, das geläutert werden muss. Und die Früchte des Geistes sind die Gaben, die Gott uns geben möchte, um die Gemeinde zu bauen. Zum einen und selber aber natürlich auch anderen zu helfen, diese Früchte des Geistes. Sie helfen uns in jeglicher Beziehung hier auf der Erde, und sie sind es auch, die wir als unseren Charakter dann in den Himmel mitnehmen. Wir brauchen sie sehr dringend, um das Ziel zu erreichen. Und deshalb ist es so wichtig, dass wir täglich mit Jesus daran arbeiten, dass wir diese Früchte bekommen und dass sie verfeinert werden, dass unser Charakter edel wird.
[17:32] Ja, aber was heißt das, eine lebendige Beziehung mit Gott zu haben? Wie oft fragst du Gott, woran du demnächst mit, woran du demnächst mit dem arbeiten kannst, und zwar charakterlich.
[17:47] Es ist eine Sache, für die Dinge, die wir falsch gemacht haben, zu beten und um Vergebung zu bitten. Aber der nächste Schritt sollte sein, dass wir sagen: Gott, woran möchtest du arbeiten an mir? Wo es noch eine kantige Stelle, die du glatt schleifen möchtest? Wo es noch irgendein Fleck, wo es noch irgendeine Runzel heraus muss? Und das ist immer mit ja, mit Entbehrung, mit Schmerzen verbunden. Aber es ist heilsam für dich und heilsam für dein Umfeld.
[18:23] Dieses Gebet, Gott zu bitten um Charakterformung, bleibt nie unbemerkt und es bleibt auch nie unbeantwortet.
[18:32] Schauen wir mal in Epheser 4, ab Vers 4: "Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, über allen und durch alle und in euch allen."
[18:59] Ja, dieses, diese Aufzählung beschreibt genau dieses Band des Friedens, von dem wir in Vers 3 am Ende gelesen haben. Diese Einigkeit in der Gottheit und diese Einigkeit in der Lehre ist das Band, was uns zusammenschweißt. Als Menschen sind wir unglaublich verschieden, aber durch unsere Glaubensüberzeugungen, die uns vereinen, sind wir so stark verbunden, dass jegliche kulturelle Barriere, unterschiedliche Herkunft und entstellte Sprache, unterschiedlicher gesellschaftlicher Stand in den Hintergrund gestellt wird. Dieses einheitliche Band ist es, was uns auch weltweit als Adventgemeinde zusammenschweißt, was uns vereint. Und wir alle, die wir der Gemeinde angehören und in irgendeiner Weise dienen, sind aufgerufen, unseren Dienst so auszuführen, dass er der Einheit dient.
[19:55] Ja, alles, was wir tun, alles, jede Kleinigkeit, die wir in der Gemeinde tun, soll der Einheit dienen.
[20:08] Ein schöner Abschnitt im Römerbrief macht das deutlich: Römer Kapitel 12, ab Vers 5: "So sind auch wir, die vielen, ein Leib in Christus, und als einzelne untereinander Glieder. Wir haben aber verschiedene Gnadengaben, gemäß der uns verliehenen Gnade. Wenn wir Weissagung haben, so sei sie in Übereinstimmung mit dem Glauben. Wenn wir einen Dienst haben, so geschehe er im Dienen. Wer lehrt, diene in der Lehre. Wer ermahnt, diene in der Ermahnung. Wer gibt, gebe in Einfalt. Der Vorsteht, tue es mit Eifer. Wer Barmherzigkeit übt, mit Freudigkeit."
[20:55] Was heißt dieser Text nun? Was bedeutet das, wenn ich Weissagung habe, dann soll diese Übereinstimmung mit dem Wort Gottes, mit der Bibel sein. Ansonsten stifte ich nur Unruhe und Uneinigkeit. Falls natürlich Widerspruch gibt, wenn ich diene, dann soll ich dies im Geist des Dienstes tun, so wie Jesus es vorgemacht hat, voller Demut, voller Selbstlosigkeit, ohne Hintergedanken und ohne etwas dafür zu erwarten. Wenn man lehrt, dann soll man das in der Lehre der weltweiten Gemeinde tun und keine neuen, ungeprüften Ideen verbreiten, die dann der Bibel widersprechen. Denn dies stiftet wieder Unruhe und Uneinigkeit.
[21:42] Also, alles, was wir in der Gemeinde tun, soll diesen einen Fokus haben. Es soll zur Auferbauung und Förderung der Einheit der Gemeinde dienen.
[21:54] In der Apostelgeschichte 2, und dieses Jahr auch ein Kapitel, was uns diese Woche beschäftigt, da wird deutlich, dass die Gabe der Zungenrede, man kann auch sagen, die Gabe der Fremdsprachen, dem Wachstum der Gemeinde dienlich war. Ja, die Jünger haben am Pfingsten den Heiligen Geist bekommen, konnten in Zungen reden, das heißt, in fremden Sprachen sprechen, damit alle Menschen, die dort versammelt waren, sie auch verstehen konnten. Und ohne diese Gabe wäre nicht so viele Menschen getauft worden. In Vers 41 heißt es, dass es 3000 Seelen waren. Und es war ein gewaltiges Wunder, dass den Jüngern deutlich gemacht hat, dass Jesus durch und für sie wirkt, auch wenn er augenblicklich nicht mehr unter ihnen ist. Aber der Heilige Geist war nun mit ihnen, Jesu Stellvertreter.
[22:52] Also, diese Einigkeit, dieses Eins-Sein in der Lehre, im Dienst, in allem, was wir tun, das sagt Paulus, das ist das Geheimnis dieser Einheit.
[23:06] Epheser 4, Vers 7: "Jedem einzelnen von uns aber ist die Gnade gegeben nach dem Maß der Gabe des Christus. Darum heißt es: Er ist empor gestiegen zu Höhe, hat Gefangene weggeführt und den Menschen Gaben gegeben." Das Wort aber: "Er ist hinaufgestiegen." Was bedeutet es anderes, als dass er auch zuvor hinabgestiegen ist zu den Niederungen der Erde? Der hinabgestiegen ist, ist derselbe, der auch hinaufgestiegen ist über alle Himmel, damit er alles erfülle.
[23:41] Jesus hat eines versprochen nach der Himmelfahrt. Er hat versprochen, einen Tröster zu schicken, den Heiligen Geist. Denn er wusste, die Jünger haben zwar aufgepasst in den Jahren, wo sie mit Jesus gelaufen sind, aber sie hatten noch so viel zu lernen. Vor allem brauchten sie einen Beistand, sie brauchten eine Verstärkung, die mit ihnen geht. Und das war der Heilige Geist. Er soll uns in alle Wahrheit führen, und er ist es auch, der uns täglich hilft, unser Leben gemäß dem Vorbild von Jesus auszuleben.
[24:14] Wie macht er das? Indem er uns ins Gewissen spricht und uns an Vorsätze erinnert, vielleicht auch ein Bibelwort erinnert, die wir uns mal vorgenommen haben.
[24:29] Dieser Text in Epheser macht aber auch deutlich, dass der Jesus, der hier auf der Erde gelebt hat, nämlich ein tadelloses Leben, dass er auch derselbe ist, der jetzt im Himmel für uns dient. Jesus ist kein anderer jetzt, genauso wie er auf der Erde die Einheit unter seinen Jüngern gefördert und dafür gebetet hat, indem er es ihnen vorlebte, genauso möchte er auch jetzt, dass seine heutigen Jünger, seine Nachfolger, seine Gemeinde diese Einheit erlebt, die die Jünger erlebt haben an Pfingsten.
[25:09] Nun, was passiert, wenn diese Einheit tatsächlich eintritt? Die ja auf Pfingsten unglaubliches vollbracht hat. Habt ihr schon mal eine Gemeinde erlebt, die diese Einheit wirklich hatte, eines Sinnes war, eine Lehre, ein Ziel gehabt hat, harmonisch untereinander war, ohne Streit war?
[25:33] Was kann so eine Gemeinde bewirken? Auf jeden Fall kann Jesus mit so einer Gemeinde ganz anders arbeiten als in einer Gemeinde, in der Streit und Zwietracht und verschiedene theologische Ideen vorherrschen.
[25:50] Apostelgeschichte 2, Vers 44 sagt dies: "Alle Gläubigen aber waren beisammen und hatten alle Dinge gemeinsam." Also, sie haben geteilt, sie verkauften die Güter und Besitztümer und verteilten sie unter alle, je nachdem, einer bedürftig war. Also, sie haben abgegeben, sie waren spendabel, großzügig. Und jeden Tag waren sie...
[26:12] großzügig und jeden Tag waren sie beständig und einmütig im Tempel und brachen das Brot in den Häusern. Nahmen die Speise mit frohem und in einem Fall des Herzens. Sie lobten Gott und waren angesehen bei dem ganzen Volk. Der Herr aber tatsächlich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden. Diese Gemeinde war ein Herz und eine Seele und Gott konnte diese Gemeinde mehren.
[26:40] Und zwar täglich. Wir sind froh, wenn wir ein, zwei Taufen im Jahr in der Gemeinde haben, oder nicht? Stellt euch vor, wir hätten jeden Sabbat Taufen, weil Gott jeden Tag Menschen hinzu bringt. Das war keine gespielte Einheit hier in Apostelgeschichte 2. Das war eine echte geschwisterliche Liebe. Und dieser Abschnitt, wenn wir ihn lesen, mag für uns heute ein bisschen wünschenswert, vielleicht auch realitätsfern klingen. Aber genau diese Einheit ist das, die Jesus auch mit deiner Gemeinde anstrebt.
[27:19] Gott will ja nicht Einheit um der Einheit willen, sondern weil durch die Einheit andere Menschen gerettet werden. Weil unsere Gemeinde dadurch attraktiv werden, weil die Welt da draußen ist, alles andere als einig und stimmig. Und Menschen werden angezogen von solchen Gruppen, die harmonisch sind, die Liebe und einander haben, die ja, die man einfach nicht da draußen finden kann.
[27:49] Im Buch "Adventist Home" heißt es auf Seite 179: "Je näher wir Christus kommen, umso näher kommen wir auch einander." Umso näher kommen wir auch einander. Gott wird verherrlicht, indem sein Volk sich in harmonischen Tun vereint. Für Gott ist das beste und das gewinnbringendste, wenn wir uns ihm nahen und uns einander nahen. Wenn diese vertikale Ebene stimmt, dann stimmt auch die Horizontale und dann kann Gott wirklich Großes bewirken. Das ist das Geheimnis echter Einheit. Das sind Apostelgeschichte 2, Vers 42 auch beschrieben ist: "Und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brot brechen und in den Gebeten."
[28:43] Es sind vier Dinge, die hier aufgezählt werden, die der Einheit förderlich sind. Es ist die Lehre, und zwar die Lehre der Apostel, ja, die die Jesus noch gekannt haben. In dieser Lehre sind sie beständig geblieben. Sie haben mal ihr festgehalten. Sie haben nicht lauter neue, fancy Ideen kreiert und gesagt haben: "Man könnte die Bibel auch so und so legen." Nein, sie sind in der Lehre geblieben, die Jesus ihnen anvertraut hat. Wie wichtig ist es, dass wir als Adventisten auch in der Lehre bleiben, die Gott uns anvertraut hat, dass wir auch den Dingen, die im Geist der Weissagung stehen, in den Büchern von Ellen White, dass wir auch diesen Dingen immer noch glauben, sie ernst nehmen. Vor allem, wenn es um die Prophezeiung und die Zukunft geht.
[29:32] Das zweite Geheimnis war die Gemeinschaft. Und wir haben vorhin schon mal ein bisschen dieses Thema angetippt. Aber wo keine Gemeinschaft stattfindet, wie soll eine Einheit entstehen? Zeit miteinander zu verbringen ist nicht nur in der Familie wichtig, sondern auch in der Gemeinde. Und da, wo das passiert, da wird weniger Streit, weniger Missgunst und weniger schlechtes übereinander reden sein.
[30:01] Das dritte Geheimnis ist das Brotbrechen. Ja, wir nennen das heute Abend mal, aber wenn wir miteinander essen, wenn wir miteinander Abendmahl feiern, uns gemeinsam daran erinnern, was Jesus für uns getan hat, uns unsere Sünden bekennen, auch in der Fußwaschung uns demütigen, dann kann Gott Großes tun. Und das Gebet.
[30:22] Das Gebet ist ein wichtiger Faktor, der in unseren Gemeinden oft zu kurz kommt. Und ich glaube, es ist nicht damit getan, wenn wir einfach nur am Sabbatvormittag im Gottesdienst mit und füreinander vielleicht beten. Es ist auch wichtig, dass wir in der Woche füreinander und miteinander, miteinander beten.
[30:48] Ein Werkzeug, durch das Gott Einheit schaffen möchte, das sind diese Geistesgaben, die jeder bekommt. Und wir wollen uns noch mal zurück vertiefen in Epheser 4 und dort Vers 11 und 12: "Und er hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer, zurüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi."
[31:19] Dieser Text macht deutlich: Gott hat die Gaben verteilt. Er hat nicht einer Person alle Gaben gegeben. Es gibt natürlich Menschen, wo man merkt, okay, die haben viele Gaben abbekommen. Aber Gott verteilt die Dinge, und das ist auch wichtig und richtig so. Wenn wir mit den Gaben, die wir von Gott bekommen haben, verantwortungsvoll umgehen, wenn wir sie anwenden, wenn wir sie für die Gemeinde einsetzen, dann dürfen wir sicher sein, dass Gott unsere Gaben auch noch vermehren wird.
[31:51] In 1. Korinther 12, ab Vers 8 heißt es: "Dem Einen nämlich wird durch den Geist ein Wort der Weisheit gegeben, einem anderen aber ein Wort der Erkenntnis gemäß demselben Geist, einem anderen Glauben in demselben Geist, einem anderen Gnadengaben der Heilungen in demselben Geist, einem anderen Wirkungen von Wunderkräften, einem anderen Weissagung, einem anderen Geist dazu unterscheiden, einem anderen verschiedene Arten von Sprachen, einem anderen die Auslegung der Sprachen."
[32:31] Diese Gaben sind alle wichtig und wir alle und wir haben diese Gemeinden auch in unseren Gemeinden eine Gabe, von der ich manchmal mir wünschen würde, dass sie noch breiter verteilt wäre, ist die Unterscheidung der Geister. Was heißt das?
[32:50] Die Unterscheidung der Geister hat damit zu tun, dass wir, wenn wir vielleicht mit ihr Lehrern konfrontiert werden, dass wir sie entlarven können, dass wir merken, dass es etwas ist, was nicht von Gott kommt. Auf der anderen Seite können wir bei anderen Sachen merken, diese Sache ist von Gott. Und das ist eine wichtige Gabe, die ich jedem wünsche, dass wir die Unterscheidung von Geistern bekommen. Ja, ist das von einem bösen Geist oder ist das vom Geist Gottes? Ist das etwas, was Satan in die Gemeinde bringt, oder ist das etwas, was Gott uns schenken möchte?
[33:25] Und als Gemeinde sind wir manchmal so ein bisschen hin und her geworfen. Jakobus drückt es aus: "Vom Wind der Lehre." Und es strömen immer wieder neue und manchmal auch alte Ideen in den Gemeinden hinein. Und ihr selber seid erfahrene Gemeinde-Glieder, um zu wissen, was ich vielleicht auch meine. Und die ein oder andere Verschwörungstheorie oder auch ja, die antitrinitarischen Ideen, die immer auch wieder unsere Gemeinden beschäftigen, verwirren junge Gemeinde-Glieder und Menschen, die vielleicht auch frisch im Glauben sind, die noch nicht so fest sind. Und da ist es wichtig, auch um diese Gabe zu beten.
[34:15] Denn wir können für alle diese Gaben beten. Wir können Gott sagen: "Herr, gib mir eine neue Geistesgabe und die ich habe, hilf mir, sie sinnvoll anzuwenden." Aber ganz wichtig finde ich Vers 12 hier im Epheser 4, denn hier sagt Paulus, wozu die Gaben überhaupt gegeben sind: "In den drei Dinge: die Zurüstung der Heiligen, das Werk des Dienstes und Erbauung des Leibes."
[34:46] Und das sind alles so ein bisschen alte Worte, oder? Die Zurüstung der Heiligen. Was meint er damit? Er meint, dass wir als Jünger fit gemacht werden sollen für den Himmel, dass wir unseren Charakter so von Gott formen lassen, dass Gott sagen kann: "Ja, du bist reif für den Himmel, du bist eine reife Frucht." Für das Werk des Dienstes sind die Gaben gegeben, damit wir die Gemeinde unterstützen können, damit die Gemeinde gebaut werden kann und damit die Gemeinde ihre Arbeit wirklich gut ausführen kann. Und die Erbauung des Leibes.
[35:25] Das haben wir schon an anderer Stelle gelesen, dass die Gaben sind zur Auferbauung der Gemeinde-Glieder. Es ist nicht unsere Aufgabe, und wir haben am Anfang schon darüber nachgedacht, dass wir Fehlersuche betreiben und Kritik üben, sondern dass wir die Geschwister, die vielleicht schwach sind im Glauben, dass wir sie ermutigen, dass wir sagen: "Komm doch mal wieder, oder kommt doch zum Hauskreis, oder kommt zum Gottesdienst, oder bring deine Kinder zur Kinderbibelwoche, oder was auch immer sein mag."
[35:57] Keine Gabe ist zur Selbstverherrlichung gedacht, sondern damit sie zum Segen für andere wird. Wenn euch jemand begegnet, der sagt: "Er ist ein Prophet und er hat neue Botschaften, aber dieser Mensch zeigt keine Demut, er dient nicht der Gemeinde, er sammelt vielleicht sogar zehn Gelder ein", dann könnt ihr schon mal ein bisschen mit Skepsis nach Hause gehen und beten und darüber nachdenken. Denn wenn jemand eine Geistesgabe hat, dann zeigen sich auch die Früchte des Geistes. Und wenn sie nicht vorhanden sind, dann ist es auch keine Geistesgabe.
[36:42] 1. Korinther 12, Vers 7 sagt: "Jedem wird aber das offenkundige Wirken des Geistes zum allgemeinen Nutzen verliehen." Das noch mal der gleiche Gedanke, also das alles, was wir von Gott bekommen, ist nicht für uns, ist nicht damit wir uns gut fühlen und damit wir auffallen in der Gemeinde, sondern es ist dazu da, damit wir anderen dienen.
[37:04] Immer dann, wenn Menschen bestimmte Positionen oder Ämter unbedingt haben möchten, dann sollten wir hellhörig werden und ein bisschen die Augen drauf haben. Zwar dürfen und sollen wir Gaben erstreben, und wir dürfen uns nach ihnen ausstrecken, wir dürfen dafür beten, aber nicht damit wir uns selbst erhöhen.
[37:22] Philipper 2, Vers 3 drückt es so aus: "Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst." Und das ist eine gute Übung, die wir immer wieder machen sollten, dass wir uns selber nicht für zu wichtig nehmen.
[37:43] Jesus kann mit solchen Charakteren allerdings sehr gut umgehen. Das hat er gezeigt, als er auf der Erde war. Er ist ein Meister darin, aus uns sanftmütige und demütige Menschen zu machen, wenn wir es wollen. Mit seinen Jüngern Johannes und Jakobus hatte es geschafft. Ellen White sagte über diese beiden Brüder, vor allem über Johannes: "Böse Laune, Rache und der Geist der Kritik waren alle samt in dem geliebten Jünger Johannes verankert. Er war stolz und ehrgeizig, der erste im Reich Gottes zu sein."
[38:19] Also Johannes war keinesfalls der Prototyp von Jünger, den sich Jesus so vorgestellt hat. Er war ein ganz unbehauener, unebener Stein und er musste, ganz viel an ihm arbeiten. Und Johannes hat es zugelassen und am Ende wurde Johannes sein Lieblingsjünger und wurde betraut mit der Inside-Prophetie in der Offenbarung. Er hat die Gabe der Weissagung bekommen als seine Krönung und die wirkt bis heute nach für die Gemeinde als Erbauung und als ganz, ganz wichtiges Buch, damit wir wissen, was uns in Zukunft erwartet. Also die Veränderung dieses einen jungen Mannes wirkt bis in unsere heutige Zeit hinein.
[39:12] Vers 13: "Bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zu vollkommenen Mann, Reife zum Maß der vollen Größe des Christus, damit wir nicht mehr unmündige sein, hin und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre, durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen."
[39:37] Die Gaben des Geistes dienen der Einheit, den Christus. Das haben wir heute ganz gut herausgearbeitet. Es dient auch der Erkenntnis von Jesus und es dient unserer Charakterweiterentwicklung. Charakterreifung. Paulus macht den selben Punkt auch im Kolosserbrief und er sagt dort deutlich in Kolosser 1, was 28: "Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, um jeden Menschen vollkommen in Christus Jesus darzustellen."
[40:14] Paulus lehrte und ermahnte zu einem Zweck: nämlich die Charakterreifung der Gläubigen. Weil er wusste, dass nur diese Charakterreifung zur Einheit des Leibes Christi dient. Er sagt dann Vers 29 sogar, dass er dafür ringt, dass er für die Heiligen betet, für die Jünger, für die Nachfolge, für die Gemeinde-Glieder. Und aus verschiedenen Briefen, ja, geschrieben hat, wissen wir auch, dass er es getan hat. Er hat sehr viel gebetet, er hat sehr viel geäffert und sehr viel gerungen für die Gemeinden.
[40:48] Der hat sie besucht, er hat ernste Briefe geschrieben, damit sie ihre Streitigkeiten überwinden, ihre Lauheit ablegen und ja, bei der Lehre bleiben, damit neue Menschen hinzugewonnen werden können.
[41:04] Vielleicht müssen wir uns an dieser Stelle einmal gründlich hinterfragen: Bei allen Diensten, die du und die ich in der Gemeinde tun, warum tun wir sie? Wenn wir Gottesdienstgestaltung machen, wenn wir vielleicht das Podium dekorieren, wenn wir Kindersabbatsschule halten, Erwachsenensabbatsschule, wenn wir Gebete sprechen, wenn wir Lieder auswählen für den Gottesdienst, wenn wir Pfadfinderarbeit machen, wenn wir Hausmeisterdienste in der Gemeinde machen. Denkt ihr dann jedes Mal daran, dass ihr diesen Dienst tut, damit ihr eure Geschwister zu vollkommen in Einheit und vollkommen Charakter reife in Christus ja, hinbringt?
[41:52] Ich glaube, dass wir sehr selten daran denken, dass wir eher denken: "Das muss gemacht werden, oder es hat sich niemand anderes für das Amt gefunden, also tue ich es." Oder seht ihr eure Aufgaben in der Gemeinde als Privileg, mit Jesus zusammen am Haus Gottes zu arbeiten?
[42:10] Vielleicht denkt ihr mal in den nächsten Tagen darüber nach und vielleicht auch in eurer Sabbatschulgruppe und reflektiert euren ganz eigenen und persönlichen Dienst in der Gemeinde. Aber Achtung: Reflektiert bitte euren Dienst und nicht den Dienst der anderen.
[42:30] Vers 14: "Damit wir nicht mehr unmündige sein, hin und hergeworfen vom Wind der Lehre." Wir haben diesen Gedanken schon einmal gerade ausgeführt, dass wir ein festen Glauben haben brauchen, dass wir in der Lehre bleiben sollen. Paulus war sein großes Anliegen, und Gott möchte, dass wir uns so auf den Felsen Christus stellen, dass wir mündige Christen sind, dass wir nicht abhängig sind von anderen Menschen.
[43:06] Wir selbst sollen eine feste Beziehung mit Gott haben. Dir selbst sollen den Heiligen Geist sprechen hören und wissen, was wir glauben, damit uns kein Irrelehre irgendeine innere verkaufen kann. Und um ehrlich zu sein, passiert das viel zu oft. Jeder von uns sollte ein stabiler Pfeiler im Haus Gottes sein, keine stagnierende Baustelle, sondern eine immer reifer werdende Frucht.
[43:36] Was 15: "Sondern wahrhaftig in der Liebe heranwachsen in allen Stücken zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus." Also wir sollen immer mehr zu Jesus hinwachsen, von ihm aus vollbringt der ganze Leib zusammengefügt und verbunden durch alle Gelenke, die einander Handreichung tun, nach dem Maß der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Gliedes, das Wachstum des Leibes zur Erbauung seiner selbst in Liebe.
[44:05] Diese beiden Verse malen ein wunderschönes Bild des Ineinandergreifens der einzelnen Glieder und ihre Aufgabenbereiche. Mir kam das Bild eines Uhrwerks. Ja, wenn ihr eine Uhr aufmacht und seht, wie ein Rad ins andere greift, dann ist das vielleicht ein gutes Beispiel dafür, wie Jesus sich Gemeinde vorstellt.
[44:28] Ein anderer Aspekt, ich habe es eben schon gesagt, ist dieses Hinwachsen zu Christus, in dem jedes Gemeindeglied zu Christus hinwächst, sich nach ihm ausstreckt. Passt es auch mit den anderen Stücken im Uhrwerk hervorragend zusammen? Dieser Mechanismus funktioniert.
[44:47] Allerdings nur nicht nur in der Gemeinde. Er funktioniert auch in der Familie, er funktioniert auch da, auch in der Ehe. Da, wo beide Partner ein erfülltes Christsein haben und leben, wird es auch meist eine erfüllte und glückliche, harmonische Ehe geben. Anders kann man auch sagen, dass eine christliche Ehe, die keine gemeinsame geistliche Grundlage kennt, eigentlich oft zum Scheitern verurteilt ist. Denn nur, wenn sich beide nach Jesus ausstrecken, dann kann die Ehe gesund, erfüllt und glücklich bleiben oder auch wieder werden.
[45:28] In der Gemeinde sind es mehr als zwei Menschen, die miteinander auskommen müssen. Und Gott hat uns in die Gemeinde gestellt, weil er wusste, wir brauchen diese Menschen um uns herum, um selber zu wachsen und zu merken, welche Wachstumsbereiche wir noch haben.
[45:46] In 1. Korinther 12, Vers 12 heißt es: "Denn gleich wie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des einen Leibes aber, obwohl es viele sind, als Leib eins sind, so auch der Christus." Ja, es ist ein Wunder, jedes Mal ein Wunder und das Wirken Gottes, wenn alle Glieder des Leibes nicht nur ein gutes Auskommen miteinander haben, sondern auch noch gerne zusammenarbeiten und harmonisch miteinander agieren.
[46:18] Ellen White drückte es so aus: "Eint euch, eint euch. Übt es, euch umeinander zu kümmern, um Zwietracht und Streit zu vermeiden." Sie sagt nicht: "Kümmert euch umeinander", sondern sie sagt: "Ihr müsst das Üben, euch umeinander zu kümmern." Seid füreinander da und übt eine aneinander Nächstenliebe.
[46:40] Ist ein Glied kaputt in der Kette, so geht es allen schlecht. Dieser Gedanke, den kennen wir aus 1. Korinther 12, für 26: "Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit. Und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit."
[46:56] Gott hat Gemeinde ins Leben gerufen, damit wir füreinander da sind, aber auch damit wir aneinander wachsen lernen und zu respektieren und den anderen trotz seiner Fehler zu akzeptieren und gern zu haben.
[47:14] Möge uns Gott die Kraft dafür schenken, echte Einheit in unseren Gemeinden, in unseren Familien und in unserer Ehe zu praktizieren und zu erreichen. Wir alle sind längst noch nicht am Ziel, aber wir kennen den Weg, wenn wir ihn gehen, so wie wir ihn heute in Epheser 4 gewesen haben. Ich wünsche euch Gottes Segen für euer Sabbatgespräch und wir beten noch gemeinsam.
[47:40] Lieber Vater im Himmel, dein Maßstab ist sehr hoch, um deine Ideale auch, aber Herr, mit dir können wir über Mauern springen. Mit dir können wir Dinge erreichen, die wir für unerreichbar halten. Und ich möchte dich auch bitten, dass wir mit unseren Ortsgemeinden dieses Ideal nacheifern, es anstreben und es auch erreichen, weil du es in uns tust. Und dafür danke ich dir.
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