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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge von „Der Ersehnte“ vertieft Christopher Kramp das Bild Jesu als den guten Hirten aus Johannes 10. Er kontrastiert die selbstlose Motivation Jesu, Leben im Überfluss zu geben und Verlorene zu retten, mit der zerstörerischen Absicht des Diebes. Anhand biblischer Texte aus dem Alten und Neuen Testament wird Jesus als der große und oberste Hirte vorgestellt, der sein Leben für seine Schafe hingibt. Die Sendung ermutigt auch „Unterhirten“ – uns alle – dazu, dem Beispiel Jesu zu folgen und sich mutig für die Verlorenen einzusetzen.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:33] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr heute Abend da seid und schön, dass wir jetzt euch im Livestream begrüßen dürfen auf www.joelmedia.de. Wir wollen heute weitermachen in Johannes Kapitel 10, und wir waren so mitten in Vers 10 stehen geblieben. Bevor wir damit aber loslegen, wollen wir gemeinsam beten.

[1:00] Lieber Vater im Himmel, wir möchten Dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir uns jetzt unter Dein Wort stellen können. Und wir möchten Dich bitten, dass Du mit Deinem Heiligen Geist zu uns sprichst, dass Du unser Lehrer bist und dass wir ein noch klareres, noch schöneres, noch kräftigeres Bild von Jesus gewinnen, dass wir Ihn noch lieber gewinnen und dass wir ganz fest mit Ihm verbunden sind und bleiben. Wir möchten Dich bitten, dass Du unsere Gedanken führst, dass Du uns nach Deiner Verheißung in alle Wahrheit führst, die für uns heute hier wichtig und notwendig ist. Und habe Dank dafür von ganzem Herzen.

[1:50] Amen. Schaut mit mir in Johannes Kapitel 10, Vers 10. Wir haben gesehen, oder wir haben das letzte Mal gesehen: Jesus ist die Tür, und Jesus ist der Hirte. Da kommen wir heute noch ausführlicher dazu. Es geht ja um die Weide, haben wir in Vers 9 gesehen. Jesus führt uns zu guter und zu saftiger Weide.

[2:15] Wer mag vielleicht noch mal Johannes 10, Vers 10 lesen? „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben.“

[2:34] Ganz genau. Da gibt es zwei Motivationen, ja? Also, wir haben das letzte Mal gesehen, wir haben die Schafe – vielleicht wiederholen wir noch ganz kurz noch mal, dass wir gedanklich dabei sind – wir haben die Schafhürde, nicht wahr? Und wir haben die Tür, und wir haben die Schafe da drinnen. Und wir haben gesagt, der Hirte, der führt die Schafe aus der... also, wer durch die Tür hineingeht, der ist Teil der Herde, und der Hirte führt sie dann zur Weide, nicht, zu saftiger Weide. Jetzt gibt es den Räuber, den Dieb, und es gibt den Hirten. Und in diesem Vers wird deutlich: Es gibt zwei verschiedene Motivationen. Was sind die beiden verschiedenen Motivationen von dem Dieb, dem Räuber und dem Hirten?

[3:41] Der Räuber ist gekommen, um zu nehmen, und der Hirte, um zu geben. Also, der Räuber will die Schafe stehlen, und der Hirte will sie zu saftiger Weide führen. Genau, der Räuber kommt, um zu nehmen, und zwar für wen? Für sich. Der Räuber denkt: „Ich will das Schaf haben, ich will das essen, ich habe Lust auf Lammkeule.“ Ja, er will etwas für sich auf Kosten der Herde. Und was will der Hirte? Der will, dass der Herde gut geht. Der will, dass der Herde gut geht, sogar auf Kosten von sich selbst, wenn wir jetzt gleich sehen werden. Das sind also zwei Prinzipien, die nicht miteinander irgendwie kombiniert werden können. Entweder es gibt im Universum zwei Prinzipien: Entweder ich erhöhe mich selbst auf Kosten von anderen, oder ich erniedrige mich selbst zugunsten von anderen. Wer sind die beiden Protagonisten in diesem großen Kampf von diesen beiden Prinzipien? Satan und Jesus, nicht wahr? Satan sagt: „Ich, ich, ich, ich, ich hinauf, hinauf, hinauf!“ Welches Kapitel sagt das? „Ich, ich, ich...“ Wo sagt Satan, dass er sich selbst erhöhen will, den Gott gleich machen will, den sein Thron über die Sterne Gottes erhöhen möchte? Ist Jesaja 14, nicht wahr? Jesaja 14. Und wo steht, dass Jesus sich selbst erniedrigt hat, Knechtsgestalt angenommen hat? Das ist in Philipper 2, ja, Philipper 2. Das sind die beiden Kapitel, die das so deuten. Zwei unterschiedliche Motivationen. Und die Motivation von Jesus wollen wir uns noch ganz kurz noch mal vor Augen führen, weil sie zeigt, warum Er – und das ist dann die Begründung – warum Er der gute Hirte ist. In Matthäus...

[5:16] ...18 und dort Vers 11. Matthäus 18 und dort Vers 11. Dort steht: „Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, um das Verlorene zu retten.“ Genau. Also, Jesus kommt in die Welt mit einem Ziel, nämlich Jesus ist gekommen, um Verlorene zu retten. Ja, das ist Seine Motivation. Er ist nicht gekommen, um sich an der Herde zu bereichern. Er ist gekommen, um Verlorene zu retten. Und dann gibt Er sogar das – übrigens dann in Matthäus 18 – ja, sogar ein Gleichnis, nämlich von wem? Von einem verlorenen Schaf. Und wer sucht das verlorene Schaf? Der Hirte, ja. Und der Hirte lässt die 99 in der Schafhürde zurück und geht und sucht unter eigenen Strapazen, ähm, dieses verlorene Schaf.

[6:08] 1. Timotheus 1. Paulus hat das sehr gut verstanden. 1. Timotheus 1, Vers 15. Dort sagt er: „Glaubwürdig ist das Wort und aller Annahme wert.“ Was heißt glaubwürdig? Da kann man sich drauf verlassen, das ist wirklich glaubwürdig, ja, das muss man nicht bezweifeln. Und was heißt aller Annahme wert? Interessant. Glaubwürdig und aller Annahme wert. Es ist wert, auch auf sich selbst angewendet zu werden, ja? Also, das eine ist, es ist verlässlich, es ist nicht gelogen. Das andere ist, es ist wichtig auch und es ist wertvoll, wenn man das auf sich selbst bezieht. Ja, glaubwürdig ist das Wort und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu retten. Also, er sagt, das brauchst du nicht bezweifeln. Macht das der Satan, dass er uns noch mal den Zweifel sät ins Herz, ob Jesus mich retten möchte? Er sagt: „Glaubwürdig ist das Wort, man kann es glauben.“ Und er sagt, es ist wichtig, dass wir nicht nur allgemein glauben: „Jesus ist gekommen, um die Sünder zu retten und er ist gekommen, um die Verlorenen zu retten“, sondern dass wir es persönlich annehmen. Und wie macht das der Paulus, dass er das persönlich für sich in Anspruch nimmt? Er sagt, wie macht er das? „Von denen ich der größte bin.“ Ja, also, es macht einen Unterschied, ob ich glaube: „Jesus ist gekommen, die Welt zu retten“, oder ob ich glaube: „Jesus ist gekommen, um mich zu retten.“ Macht einen großen Unterschied, oder? Für Paulus war das ganz deutlich: Jesus ist für ihn gekommen, Jesus ist für mich gekommen. Ich bin der größte Sünder.

[7:57] Johannes 3, Vers 17. Das haben wir, glaube ich, letztes Mal schon noch am Ende gelesen. Johannes 3 und dort Vers 17: „Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde.“ Ganz genau. Das haben wir, glaube ich, letztes Mal schon gelesen, nicht wahr, dass nicht nur Jesus uns retten möchte, sondern wer auch? Gott der Vater. Gott hat Seinen Sohn gesandt, damit er die Welt nicht verurteilt, nicht richte, sondern möglichst alle rette. Wie viel möchte Gott retten? Wie viel Menschen? Alle! Ja, der nicht möchte, dass irgendjemand verloren geht. Das heißt, Gott der Vater möchte mich retten, Jesus möchte mich retten. Wir schlussfolgern, ohne jetzt einen Text noch zu lesen, dass wahrscheinlich auch der Heilige Geist mich retten möchte, ja? Also, sicher, die Engel kämpfen dafür. Ich glaube, das ist manchmal gar nicht so uns im Alltag gar nicht so klar, wie sehr Gott möchte, dass ich gerettet werde. Wir denken eher so: „Ich möchte gerettet werden, ja? Was muss ich tun, damit ich gerettet werde? Ich möchte gern gerettet werden, wie kann ich das Ziel erreichen?“ Eigentlich ist die Frage ganz andersrum: Gott möchte, dass ich gerettet werde. Gott fragt sich: „Was muss ich tun, um mich zu retten? Wie komme ich an dieses Ziel?“ Ja, das ist der Punkt.

[9:33] Denn das Brot Gottes ist derjenige, der aus dem Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt. Genau. Wozu ist Jesus gekommen? Er ist gekommen, um Sünder zu retten. Er ist gekommen, Verlorene zu retten. Er ist gekommen, um nicht zu verurteilen. Er ist gekommen, um Leben zu geben. Was sagt Jesus in Johannes 10? „Ich bin gekommen, der Dieb kommt, um zu stehlen und zu verderben. Ich bin gekommen, um Leben zu geben, und zwar was für ein Leben?“ Haben wir letztes Mal gesehen: ein Leben im Überfluss, über das normale Maß, über das gewöhnliche Maß hinausgehend, nicht wahr? Nun, jetzt kommen wir zu Johannes 10, Vers...

[10:14] ...11. Johannes 10, Vers 11. Das ist einer dieser ganz großen, wichtigen Sätze in den Evangelien. Johannes 10, Vers 11. Wer mag das lesen? „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“ Ganz genau. Er sagt: „Ich bin der gute Hirte.“ Eines von diesen „Ich bin“-Worten, nicht? Ja, das Brot des Lebens, ich bin das Licht der Welt. Er sagt: „Ich bin der gute Hirte.“ Wir haben schon gesehen, im Alten Testament wird wer oft als Hirte bezeichnet? „Gott der HERR ist mein Hirte.“ Ja, haben wir schon den, den haben wir noch nicht gelesen. Psalm 80, da gibt's...

[11:00] ...mehrere Stellen, natürlich. Psalm 80. Schaut mal, was dort steht. Das ist, das ist also, das ist ganz poetisch, ganz wunderschön. Psalm 80 und dort Vers 2. Dort steht: „Du Hirte Israels, höre, der Du Josef führst wie Schafe, der Du thronst über den Kerubim, leuchte hervor.“ Aber was für ein Vers, nicht? Ja, wo, wo sind die Kerubim? Wo, wo an welchem Ort wohnt Er über den Kerubim? Ja, also, an der Bundeslade im Allerheiligsten. Das ist Gott, der in Seiner Herrlichkeit sich offenbart. Und in dem Gebet wird Er angesprochen als der Hirte, der Josef – also, das stellvertretend für ganz Israel – führt wie die Schafe. Und Hesekiel...

[11:53] ...34. Hesekiel 34 ist auch sehr schön. Hesekiel 34 und dort Vers ab Vers 11. Ich weiß, das haben wir auch schon uns mal angeguckt. Hesekiel 34 ab Vers 11. Wer mag das lesen? Vers 11 bis 13: „So spricht Gott der HERR: Siehe, ich selbst will nach meinen Schafen suchen und mich ihrer annehmen, wie ein Hirte seine Schafe, eine Herde, zusammensucht an dem Tag, da er inmitten seiner zerstreuten Schafe ist. So will ich meine Schafe erretten und sie aus allen Orten erretten, wohin sie zerstreut wurden an dem Tag des Gewölks und des Dunkels. Und ich werde sie aus den Völkern herausführen und aus den Ländern zusammenbringen, und ich werde sie in ihr Land führen, und ich werde sie weiden auf den Bergen Israels, in den Tälern und allen bewohnten Gegenden des Landes.“

[12:53] Ganz genau. Und jetzt sehen wir noch Vers 23 dazu. Vers 23. So, versuch mal die beiden Stellen zusammenzunehmen. Was steht in Vers 11 bis 13? Also, genau, Gott sagt ja vorher: „Die ganzen Hirten haben meine Herde zerstreut, die haben alles kaputt gemacht, nicht wahr? Die haben das Fette verzehrt, das waren – was für Menschen? Also, hier im Sinne von Johannes 10 – das waren Räuber, Diebe, ja? Die sind gekommen, haben das Fette verzehrt, die haben die Schafe kaputt gemacht, und die Schafe sind zerstreut.“ Und jetzt sagt Gott: „Wer kümmert sich um die Schafe?“ Er sagt: „Ich.“ Er sagt: „Ich will selbst nach meinen Schafen sehen.“ Ja, also, wer kommt? Gott kommt, ja, in Vers 11 und 12. Er sagt Vers 12: „Wie ein Hirte, ja, so will ich mich meiner Schafe annehmen.“ Vers 13: „Ich werde sie aus den [Völkern] herausführen.“ Und dann sagt er Vers 23, sagt er: „Es wird wer sein?“ Genau, „Ich will ihnen einen einzigen Hirten erwecken.“ Also, auf der einen Seite sagt er: „Ich will Hirte sein.“ Dann sagt er: „Ich will einen Hirten erwecken.“ Und zwar wen? „Den Knecht David.“ David noch mal aufverstehen? Nein, aber wer wird das sein? Der Sohn Davids. Und hier wird er sogar nicht nur Sohn Davids genannt, er wird sogar David selbst genannt. Warum? Warum wird hier Jesus David genannt, nicht nur der Sohn Davids, er wird David genannt? Ich denke, weil David für einen guten König steht, für einen guten König. Sehr gut. Und vielleicht noch, noch offensichtlicher: Er ist der Hirte, oder? Er ist der Hirte, der nicht nur gesagt hat: „Der HERR ist mein Hirte“, sondern der bereit war, der bereit war, für seine Schafe mit Löwen zu kämpfen.

[15:01] Ganz ehrlich, ich glaube, ich habe das früher schon mal gesagt: Wenn wir Hirten wären, so, weiß ich, 100 Schafe, für die wir zuständig sind, da kommt ein Löwe, und zwar nicht ein Löwenjunges, sondern ein großer, ausgewachsener Löwe, und der packt da hinten ein Schaf und rennt weg. Würden wir nicht wahrscheinlich – würden wir nicht wahrscheinlich sagen: „Puh, Glück gehabt, er hat nicht mich geholt“? Ja, also, wer von uns würde einem Löwen hinterherrennen, um ein Schaf zu retten? Ich meine, die Schafe vermehren sich ja jedes Jahr, kommen da mehr dazu, ja? Eins mehr, eins weniger, es werden sowieso welche geschlachtet, um Opfer zu bringen oder um gegessen zu werden. Warum soll man jetzt sein eigenes Leben aufs Spiel setzen, um einen Löwen... Und also, habt ihr mal gelesen in der Geschichte von David und Goliath? Man liest sie ja nie, man hört sie immer nur als Kindergeschichte, aber wisst ihr, wie er dort die Löwen bekämpft? Also, Frage: Wie hat? Ja, so steht in den Kindersabbatschulen, oder so steht immer in den Sabbatschul-Kinder- in den Kinderbibeln: „Mit deiner Schleuder.“ Aber das steht dort nicht. Da wisst ihr, was dort steht? Er hat sie gepackt, und zwar wo? Den Löwen hat er wo gepackt? Am Bart! Dort steht es. Also, von wegen hier so... Dort steht, er ist hinterhergerannt, hat den Löwen beim – das muss also ein männlicher Löwe gewesen sein, der noch mal deutlich stärker ist als eine weibliche, die wäre schon schlimm genug – am Bart gepackt, um das Lamm dem Löwen zu entreißen. Was, was denkt ihr, was macht denn ein Löwe, wenn ihn ein Hirte am Bart packt und dann man ihm das Fressen aus dem Maul reißt? Sagt er dann: „Oh, tut mir leid, es kommt nicht wieder vor.“ Das heißt, der muss den ordentlich verprügelt haben, den wirklich in die Flucht geschlagen haben. David war echt, also, echter Hirte. Der hat sein Leben aufs Spiel gesetzt, und nicht nur einmal, spricht doch von Bären, ja? Hat sein Leben aufs Spiel gesetzt für so Schafe. Und das ist, was Gott sagt. Er sagt: „Ich werde kommen, ich werde mich um sie kümmern, und das wird ein Hirte sein, der Hirte Davids.“ Gott wird Mensch. Das ist eigentlich, was hier schon steht, ja, wenn man sich richtig durchdenkt. Und er soll ihr... Und es war, es sind wie viel Hirten? Es ist nur ein einziger, wenn es nur ein wahrer, also, nur der eine echte, der Hirte schlechthin, sozusagen. Und deswegen nennt die Bibel ihn auch den großen Hirten. Schaut mal mit mir in Hebräer...

[17:39] ...13. Als Jesus auf der Welt war, war Er Gott und gleichzeitig war Er David, sozusagen Davids Sohn. Er war Mensch, Er war Hirte. Hebräer 13, Vers 20. Das ist auch so ein ganz, ganz, ganz schöner Vers. Also, wenn ihr mal Zeit habt, denkt mal über die beiden Verse nach. Da steckt so viel da drinnen. Ähm, der macht das Evangelium so klar und so einfach und so praktisch. Ist ganz, ganz toll von Paulus geschrieben. Aber der Punkt hier ist: Wie wird Jesus genannt hier in Bezug auf unser Thema? Er wird genannt der große Hirte. Er ist der große Hirte der Schafe. Er, ähm, wird deswegen auch der oberste Hirte genannt. Schaut mit mir in 1. Petrus 5. Schon hier bei Hebräer sind, geh weiter zu 1. Petrus, 1. Petrus Kapitel 5 und dort Vers 4.

[19:20] Petrus 5, Vers 4: „Dann werdet ihr auch, wenn der oberste Hirte offenbar wird, den unverwelklichen Ehrenkranz empfangen.“ Also, Jesus ist der einzige Hirte im Sinne von, Er ist der einzige, der wirklich Erlösung vollbringen kann. Er ist der große Hirte der Schafe, und Er wird auch der oberste Hirte genannt. Nun, wenn Er der oberste Hirte ist, was impliziert das?

[19:41] Es gibt Unterhirten. Es gibt Unterhirten, und die werden schon vorher genannt. Schaut mal in Vers 2 und 3, was steht dort? „Hütet die Herde Gottes bei euch.“ Genau, wer macht also, wer hütet? Unterhirten, Hirten, genau, Hirten. Genau. „Hütet die Herde dann, indem ihr nicht gezwungen, sondern freiwillig Aufsicht übt, nicht nach schändlichem Gewinn strebend, sondern mit Hingabe, nicht als solche, die über das ihnen Zugewiesene herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde seid.“ Genau. Und es ist wieder das, nicht wahr? Nicht als Räuber, nicht nach schändlichem Gewinn strebend, sondern als Vorbilder, als Menschen, die sich einsetzen für andere. Und dann sagt er, und dann ist Jesus der oberste Hirte. Also, Jesus der oberste Hirte, und er hat Unterhirten, die ihm nacheifern sollen, die ihn quasi imitieren sollen. Ja, was hier in dem Kapitel noch zu unserem Bild passt, ist auch in Vers 8, wo der Teufel als der brüllende Löwe geschildert wird. Also, hier heißt es: „Seid nüchtern und wacht.“ Die Schafe selber können ja auch ein bisschen mit aufpassen, aber also, du hast einfach dieses Bild auch sehr toll zeigt: Sie können es nicht alleine, und sie werden immer wieder den Hirten brauchen, der sie aus dem Löwenmaul herausreißt. Und was machen wir, wenn wir sehen, ein Glied in der Gemeinde wird vom Satan gepackt, oder Satan ist dabei, es auch für immer davonzutragen? Schauen wir nur mit dem Finger und sagen: „Es hat nicht genug aufgepasst, ja, zu weit weg von der Herde.“ Sind wir bereit als Unterhirten, insbesondere, wenn wir auch, sag mal, gewählte Verantwortung haben, aber nicht nur, sind wir bereit als Unterhirten, hinterherzurennen, um in einem gefährlichen Kampf Menschen wieder herauszureißen? Das ist sozusagen der Punkt, ja. Sind wir bereit, Menschen wieder herauszureißen, auch wenn das für uns Mühe bedeutet, vielleicht sogar ja, uns ein Opfer abverlangt?

[21:46] Zurück zu 1. Petrus 2, Vers 25. Petrus 2, Vers 25: „Denn ihr wart wie Schafe, die in die Irre gehen.“ Stopp. Wo kommt dieses Bild her? „Ihr wart wie Schafe, die in die Irre gehen“, von dem verlorenen Schaf auch, auch, auch, ja. Also, ich lese mal Vers 24, du kannst gleich ab 25 weiterlesen, aber Vers 24 sagt: „Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz, damit wir den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.“ „Denn ihr wart wie Schafe, die in die Irre gehen.“ Das ist ein ganz eindeutiges, klares Zitat, nämlich woher? Jesaja 53. „Wir alle waren wie Schafe, die in die Irre gingen, aber durch seine Wunden, durch seine Striemen sind wir geheilt worden. Er hat unsere Schuld getragen.“ Genau, Jesaja 53. So, und jetzt aber, wie geht's weiter? „Jetzt aber habt ihr euch bekehrt zu dem Hirten und Hüter eurer Seelen.“ Genau. Jesus ist der Hirte, also, er ist der Hirte der Schafe, aber konkret bedeutet das, was? Er ist der Hüter von wem? Er ist der Hüter meiner...

[22:56] wem es von mir? Er ist der Hüter meiner Seele, meines inneren Lebens. Auch ist er nicht nur der Hirte für mich als äußerer Mensch, der jetzt zu dem Alltag geht und Dinge tut, sondern er ist der Hüter von meinen tiefsten Gedanken, Emotionen. So wie der Hirte aufpasst, dass die Schafe nicht angegriffen werden, will Jesus aufpassen, dass meine Seele nicht angegriffen wird. Ja, also, er passt nicht nur im Straßenverkehr auf, sozusagen. Das ist ja – also, da sind wir auch dankbar dafür, dass Gott seine Engel sendet und dass Jesus auf uns aufpasst. Aber das Größte, das Wertvollste, was wir haben, sind nicht unsere Finger oder unsere Füße. Das Wertvollste, was wir haben, ist unser Innerstes, unser Herz. Und Jesus ist der Behüter unseres Herzens.

[23:43] Das ist ein interessanter Gedanke. Allerdings, wann kann er nur der Behüter unseres Herzens sein? Ja, wenn wir durch die Tür, wenn wir unser Herz durch die Tür geschickt haben, sozusagen, damit jetzt das Herz Teil der Herde ist und er dieses Herz behüten kann. Wenn wir ihm das geben: „Behüte es!“, dann kommt zwar der Satan, aber dann kann der Satan das Herz nicht mehr angreifen, nicht mehr wegtragen, weil Jesus es behütet.

[24:08] Wir haben gesagt, ein Hirte bewacht nicht nur die Schafe vor wilden Tieren. Er achtet auch, worauf? Worauf achtet er? Er achtet auf, was sie essen, weil die Schafe haben keine Ahnung, ob das Gift – also, nicht immer, vielleicht manche sind auch dann erfahrungsklug, ich weiß es nicht, aber die merken das vielleicht nicht, ob das giftig ist. Also, braucht es Jesus. Jesus achtet darauf, dass, wenn ich mein Leben ihm gebe, er achtet darauf, womit ich mich füttere, sozusagen. Interessant.

[24:38] Ja, wir haben meistens so die Perspektive: Als Christ muss ich aufpassen, was ich höre, was ich sehe, was ich – ja, ich muss da alles verschließen und ich muss aufpassen. Das stimmt auch, aber es stimmt nur halb. Die Wahrheit ist, ich muss mein Leben Jesus geben und er passt dann auf. Denn wenn ich bei Jesus bin, dann werde ich ja nur Dinge tun, die Jesus mir empfiehlt, und dann kann ich mir sicher sein, dass das, was ich dann noch höre, wenn ich mit Jesus die Ratschläge von Jesus befolge und ihn in meinem Herzen lasse, dass ich mich dann für die Dinge interessieren werde, die gut für mich sind. Ja, das ist ein wichtiger Punkt.

[25:12] Er behütet unsere Seele, dass wir gute geistliche Nahrung bekommen. Ja, das da habe ich – hat mir Gott vieles gezeigt durch den Kindergarten, wo ich jetzt Schafe auch so hüte, vier zwar nur, aber trotzdem. Ohne dass, wenn ich jetzt kommen würde, würden sie kein Essen haben. Das heißt, sie sind abhängig. Und wenn ich komme, dann nehmen sie das mit Freuden an.

[25:35] Eigentlich müssen wir uns gar keine Sorgen machen. Eigentlich müssen wir so wie die Schafe einfach warten und Jesus nachfolgen, und er gibt uns, was wir brauchen. Und die Schafe kommen und holen sich es ab. Und er – also, die Schafe merken nicht: „Okay, jetzt geht es heute zu Ende“, sondern ich sehe es, und dann hole ich frisches noch dazu, dass da kein irgendwie zu wenig kommt. Also, der, der die Schafe versorgt, der achtet darauf, dass auch genug zu trinken, genug zu essen, dass der Stall, wo sie sind, rein ist, dass da die Türen zu sind, dass keiner, keine fremden oder großen Tiere oder was auch immer reinkommen kann. Also, es ist wirklich so viel, was der Hirte macht. Und das hat mir so gezeigt, wenn ich das Schaf bin, was Jesus eigentlich alles macht, wo ich überhaupt nichts mitbekomme, weil die Schafe kriegen das ja nicht so, ja, im Prinzip. Die verfolgen mich ja nicht, sondern die kommen, irgendwann ist alles sauber, alles ist voll, alles ist da.

[26:31] Jesus kümmert sich darum, dass wir genügend gutes Futter haben. Fressen müssen wir selbst, ja. Aber selbst im Mittelalter, als es fast keine Bibeln gab, hat er sich drum gekümmert, dass es immer noch Abschriften gab, dass es immer noch ein paar Waldenser gab, die die Bibel auswendig kannten. Er hat sich drum gekümmert. Und ich meine, wenn wir das bedenken, auf was für einer großen, dicken, fetten, grünen Weide sitzen wir momentan! Das Internet ist voll von guter geistlicher Nahrung. Es ist natürlich – es gibt auch ganz, ganz viel giftige Sträucher, ja. Aber wenn wir einfach Jesus folgen, es gibt Bibeln und Bücher und Bibelstudienmaterialien und Predigten, Audiodateien, Videodateien. Also, wir leben eigentlich sozusagen im Schlaraffenland. Jesus kümmert sich wirklich, wenn wer will, für den hat Jesus mehr als vorgesorgt.

[27:27] Das ist jetzt vielleicht ein bisschen weit, weil es darum ums buchstäbliche Essen geht, aber mir ist es vor Kurzem wieder so bewusst geworden, dass noch bevor Gott sagt – also, im Garten Eden schon, bevor Gott sagt: „Ihr sollt nicht von dem Baum der Erkenntnis essen“, ist sein erstes Gebot sozusagen in 1. Mose – ähm, na ja, das kann man dann nachlesen, aber es ist jedenfalls so, zuerst – oder 1 oder 2 – das mit den Früchten des – warte, ich guck kurz nach. Also, was ich sagen wollte ist, dass Gott noch bevor er sagt: „Esst nicht von dem Baum“, sagt er: „Esst von den Bäumen“, also von allen anderen. Und das ist eben auch dieser genau dieser Gedanke: Gott versorgt uns. Und das ist wie ein Gebot, dass er sagt: „Ähm, von dem Guten, dann seid ihr satt und ihr werdet nicht Not haben, etwas Giftigem zu kosten.“ Ja, absolut.

[28:44] Nun ja, das war genau 1. Mose 1, Vers 29. Okay, gut. Gehen wir zu 1. Mose 31. Du hast gerade schon was Interessantes gesagt. Du hast gesagt, es ist für den Hirten manchmal ganz schön anstrengend. 1. Mose 31 erzählt uns etwas über Jakob. Ihr wisst, welchen Beruf Jakob hatte. Er war Hirte. Und schau mal, was er sagt über das Hirtendasein in 1. Mose 31, Vers 39 und 40: „Was zerrissen wurde, habe ich dir nicht gebracht. Ich musste es ersetzen. Du hast es von meiner Hand gefordert, ob es bei Tag oder Nacht geraubt war. Es ging mir so: Am Tag verschmachtete ich vor Hitze und in der Nacht vor Frost, und der Schlaf floh von meinen Augen.“

[29:38] Genau. Wie war das Leben eines Hirten? Beschwerlich! Super beschwerlich. Wir haben vielleicht so ein romantisches Bild, nicht wahr? Der David, der sitzt da mit seiner Harfe und komponiert die Psalmen und die Schafe, die blöken so ein bisschen fröhlich dazu. Das Leben eines Hirten war sehr anstrengend. Man musste genaue Routen einhalten. Man musste auf die Berge und wieder runter und Jahreszeiten – dann halbe Jahreszeit dort, ein halbes Jahr dort, halbes Jahr dort. Man musste darauf achten, dass die Schafe zusammenbleiben. Man hat ständig draußen übernachtet. Ihr könnt ja sehen. Ja, für Jesus war es kein Zuckerschlecken, Hirte zu sein. Es ist keine einfache Sache, Menschen zurück zu Gott zu bringen, ist nicht einfach.

[30:21] Ähm, es gibt ein interessantes Zitat von Ellen White, wo sie sagt: „So wie der Hirte vor seinen Schafen vorneweg geht, damit er als Erster den Schwierigkeiten des Weges begegnet, so geht Jesus mit seinem Volk.“ Ja, der Hirte geht voran und sieht, wo sind die Schwierigkeiten. So auch Jesus. Wir haben gelesen, Johannes 10: „Der Hirte geht seinen Schafen voraus.“ Ja, und dann sagt sie Folgendes: „Der Weg zum Himmel ist geweiht durch die Fußabdrücke des Erlösers. Der Pfad mag steil und rau sein, aber Jesus ist ihn bereits gegangen. Und jetzt kommt's: Seine Füße haben die grausamen Dornen schon runtergedrückt. Er hat den Weg für uns einfacher gemacht.“ Ja, also, wir folgen seinen Schritten. Wir folgen einem schwierigen Weg, aber es ist für uns nie so schwierig, wie es für ihn war. Ganz wichtig, ja. Auch wenn Ellen White mal sagt, wir nicht mal, dass wir in seinen Fußstapfen gehen sollen, heißt das immer noch, dass es für uns einfacher ist, weil er hat die Dornen schon mal runtergedrückt. Es kann mal sein, dass wir auch mal von einer Dorne verletzt werden, aber es ist nicht mehr so wie für ihn. Und das finde ich sehr, sehr beeindruckend. Er hat den Weg für uns einfacher gemacht.

[31:44] Jede Last, die wir gerufen sind zu tragen, hat er selbst getragen. Und die größte Last, die wir nicht tragen konnten, hat er ganz alleine getragen. Jesaja 53 und dort Vers 6. Jesaja 53, Vers 6, das ist das, was wir gerade schon angedeutet haben. Dort steht, Jesaja 53, Vers 6: „Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg, aber der Herr warf unser aller Schuld auf ihn.“

[32:18] Genau. Und das ist auch wieder das Bild eines Hirten, nicht? Wir sind alle wie Schafe und völlig verstreut gewesen, aber Jesus hat nicht nur versucht, uns zu retten. Er ist uns nicht nur hinterhergegangen. Er hat nicht nur versucht, uns wieder zurückzuführen. Er hat alle Schuld von uns auf sich genommen. Das geht noch über das Bild vom Hirten hinaus, sozusagen, ja. Und Jesus macht das deutlich, indem er sagt: „Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“ Der lässt sein Leben für die Schafe.

[32:52] Das bringt zurück zu Johannes 10. Schaut mal, wie die nächsten Verse dort weitergehen in Johannes 10, Vers 12 und 13. Jesus kontrastiert das wieder, und zwar jetzt interessanterweise nicht mit einem Räuber, sondern noch mit einer Figur, die wir bisher noch in dem Gleichnis gar nicht gesehen haben: den Hirten, den Räuber. Aber es gibt jetzt noch jemanden in Vers 12 und 13: „Der Mietling aber, der kein Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht, und der Wolf raubt und zerstreut die Schafe. Der Mietling aber flieht, weil er ein Mietling ist und sich nicht um die Schafe kümmert.“

[33:28] Genau. Also, die Räuber, die kommen in die Herde, um die Herde zu kaputt zu machen, zu stehlen, zu rauben, ja, zu töten. Der Hirte ist der, dem die Schafe gehören, nicht? Aber es gibt auch noch einen Mietling.

[33:44] Ein Mietling, was für eine Arbeit macht er das eigentlich? Auch ein Hirte, sozusagen. Also, er macht die – sagen wir so – er ist eben kein Hirte, aber er macht die Arbeit eines Hirten äußerlich. Er achtet auf die Schafe, aber er macht es warum? Fürs Geld. Warum macht das der Hirte? Weil sie ihm gehören. Und deswegen ist Jesus der gute Hirte, weil wir ihm gehören. Warum gehören wir ihm? Er hat uns erstens geschaffen und er hat uns wieder zurückgekauft. Er hat durch Schöpfung und Erlösung gehören wir ihm. Und deswegen ist er der Hirte. Aber ein Mietling, der macht es nur als – wie ein Lohnarbeiter. Das Wort wird auch verwendet für Söldner. Heutzutage wissen wir wieder, was Söldner sind, ja. Das war früher ganz allgemein bekannt. In den letzten Jahren ist das wieder modern geworden, ja, dass so Armeen gegründet werden, die eigentlich gar nicht für irgendjemand kämpfen, sondern für Geld sich sozusagen zur Verfügung stellen. Ja, kann ein Staat sagen: „Ich brauche diese Söldnerarmee.“ Dann kauft er die. Aber die Söldner wenden sich manchmal auch gegen den Staat, wie gesehen. Einer, der für Geld aufpassen soll.

[34:55] Und was hatten wir bei Petrus gelesen? Wenn wir Unterhirten sind, was sollten wir auf jeden Fall nicht tun? Wir sollten es nicht tun aus Gewinnsucht. Wir sollten es nicht machen, weil wir dafür bezahlt werden, weil wir dafür Geld bekommen. Deswegen sind auch die wichtigen Ämter in der Gemeinde Ehrenämter, natürlich. Ja, das hat natürlich auch schon seine Bedeutung. Natürlich, ein Vollzeitprediger muss davon arbeiten, aber die Gemeindeämter, auf die Schafe aufzupassen als Unterhirten, das kann man nicht einfach so als Broterwerb haben, so als Beruf.

[35:30] Weil woran erkennt man, wer der Hirte und wann der Mietling ist? Bei welcher Situation? Wenn es Gefahr droht, wenn es eine Krise gibt in der Gemeinde, dann erkennt man, wer sind die wahren Hirten und wer hat quasi nur ein Amt ausgeführt, weil er dazu bestimmt worden ist. Wer sind diejenigen, die sich einsetzen, damit die Gemeinde vor Schaden bewahrt wird? Das sind die wahren Unterhirten.

[36:00] Noch mal zurück zu Johannes 10. Ich meine, klar, der Wolf ist der Feind, das müssen wir nicht weiter betonen. Vers 14 und 15, und damit enden wir dann diese Verse, machen wir noch: „Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und bin den Meinen bekannt, gleich wie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne, und ich lasse mein Leben für die Schafe.“ Genau. Dann wiederholt er noch mal den Gedanken aus Vers 11, nicht wahr? „Ich bin der gute Hirte.“ Und dann sagt er was Interessantes. Er sagt nicht nur, dass die Schafe ihm gehören, sondern was sagt er noch? Die Schafe kennen ihn. Ja, hier sind die Schafe drin. Ich male jetzt keine Schafe, aber hier sind die Schafe, die kennen ihn, die kennen die Stimme des Hirten, und der Hirte kennt die Schafe alle genau mit Namen.

[36:55] Ja, schlagen wir zu 2. Timotheus. Das ist ein wichtiger Gedanke, dass Gott mich persönlich kennt, und zwar besser, als ich mich selbst. 2. Timotheus 2, Vers 19: „Aber der feste Grund Gottes bleibt bestehen und trägt dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen, und jeder, der den Namen des Christus nennt, wendet sich von der Ungerechtigkeit.“ Genau. Was ist ein fester Grund? Ein festes – was ist das? Das ist ein Fundament, auf das man sich bauen kann, ja. Und der feste Grund Gottes bleibt bestehen und er trägt ein Siegel, nämlich: Gott kennt mich. Gott kennt die Seinen. Er weiß, wer zu ihm gehört. Wir müssen uns nicht die Frage stellen: „Weiß Gott, ob ich zu ihm gehöre?“ Wir müssen uns nicht versuchen, bei ihm noch mal in Erinnerung zu bringen, sag: „Hey, ich bin auch noch da!“ Er kennt mich.

[37:57] Und ich glaube, wenn wir das mehr glauben würden im Alltag, dass Gott mich kennt, dass Gott ja ein Interesse hat, dass ich zum Ziel komme, dass er nicht einfach nur der Zuschauer ist, der sagt: „Mal sehen, wie schnell dieses Schaf laufen kann, hoffentlich kommt es an“, sondern dass er möchte, dass ich ankomme. Wenn ich ihm das glaube und vertraue, dann glaube ich, würde das christliche Leben – also, je mehr wir ihm vertrauen und je mehr wir das glauben, desto einfacher wird eigentlich das christliche Leben, weil er sich kümmert. Ich habe auch die Erfahrung wieder bei den Schafen gemacht, ähm, je mehr Hirten in Anführungsstrichen, einfach Menschen oder damals die Eltern, mitgeholfen haben, die Schafe sind durcheinander gekommen, die wussten nicht mehr, wo, was, wie. Und genau so kann man es anwenden: Wenn wir bei Jesus bleiben, haben wir Ruhe, haben wir Frieden, haben wir diese Sicherheit. Je mehr andere Mietlinge oder Hirten kommen, desto unsicherer. Da ist nicht mehr diese Ruhe und dieser Frieden da, ne?

[38:59] Schaut mit mir in Hebräer 8, Vers 11. In Hebräer 8 wird der neue Bund erklärt, nicht? Ja, vielleicht wisst ihr noch, was die drei Hauptelemente des neuen Bundes sind in Hebräer 8, Vers 10, 11 und 12. In Vers 10 heißt es, dass das Gesetz Gottes wohin geschrieben wird? In unsere Herzen. Und in Vers 12 steht, dass wir völlige Vergebung der Sünden haben dürfen. Ja, Vers 10: das Gesetz in die Herzen. Vers 12: die Vergebung der Sünden. Aber Vers 11, das ist der in der Mitte, der Vers, der sagt etwas, was auch im neuen Bund entscheidend ist, nämlich was ist der Gedanke dort in Vers 11? Ja, fast genau. Es nämlich heißt es: „Es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: ‚Erkenne den Herrn!‘, denn es werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen.“

[39:53] Neuer Bund ist, wenn du Jesus kennst. Alter Bund ist, wenn du einen tollen Prediger kennst, der über Jesus redet. Ja, Alter Bund ist, wenn man begeistert ist, weil jemand so toll von Jesus spricht. Neuer Bund ist, wenn ich Jesus kenne und ich weiß, Jesus kennt mich. Das ist der entscheidende Unterschied, ja. Und deswegen spricht Jesus hier natürlich auch vom Neuen Bund. Wer da hindurchgeht, der ist im Neuen Bund, der kennt den Hirten und der Hirte kennt ihn.

[40:29] Nun habt ihr gelesen in Johannes 10, wie eng die Verbindung zwischen Schaf und Hirte sein kann. Das ist unglaublich, oder? Also, es ist unfassbar. Er sagt: „Gleich wie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne.“ Wie gut kennen Gott der Vater und Jesus sich? Kennt ihr noch eine andere Stelle, wo die Beziehung zwischen Gott Vater und Gott Sohn Jesus quasi zum Vorbild für uns genommen wird? Wo Jesus auch sagt: „So wie ich in dir und du in mir bist, so sollen“ – im Gebet in Johannes 17, dem hohepriesterlichen Gebet, wo Jesus auch die Beziehung, die Einheit innerhalb der Gottheit zum Vorbild macht für die Einheit innerhalb der Gemeinde. Ja, und hier ist die Einheit, die Nähe innerhalb der Gottheit das Vorbild, wie eng wir mit Jesus sein können. Ja, er hat doch auch gesagt, wo der Philippus den Vater sehen möchte, und er sagt: „So lange bin ich da, und du hast mich noch nicht erkannt.“ Also, nicht? Ja.

[41:55] Aber jetzt denk mal drüber nach. Jesus kennt den Vater unfassbar gut. Jetzt Jesus kam auf die Welt, um was zu tun? Um uns zu zeigen, wie der Vater ist. Denn wir kannten den Vater noch nicht. Weil er ihn so gut kannte, konnte er ihn offenbaren, nicht wahr? „Wir sahen seine Herrlichkeit als die Herrlichkeit eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Und die – und dann, wie gesagt: „Ich war so lange bei euch, ihr habt mich noch nicht erkannt.“ Jetzt, wenn wir mit Jesus zu eng verbunden sind, werden auch wir in die Welt hinausgesandt. Was ist dann unsere Aufgabe? Den Menschen zu zeigen, wie Jesus ist. Oder gab es damals zur Zeit von Jesus Menschen, die dachten, dass sie wissen, wie Gott ist? Ganz viele. Die Pharisäer haben alle gedacht, sie wüssten, wie Gott ist. Und Jesus sagt zu ihnen: „Ich kenne Gott. Ja, ich bin bei ihm gewesen. Ich kenne ihn wirklich.“ Und Jesus hat den Menschen gezeigt, wie Gott wirklich ist.

[42:58] Gibt es heute Menschen, die glauben, dass sie wissen, wie Jesus ist? Und was die Welt heute braucht, mehr als alles, mehr als alles andere, ist, dass wir so eng mit Jesus verbunden sind, dass wir der Welt zeigen können, wie Jesus wirklich ist. Und das ist die Aufgabe für mich und für euch und für uns alle, die wir zuschauen, auch, dass wir Jesus als unseren Hirten so gut kennenlernen, dass wir, so wie Jesus auf die Welt kam, um den Vater zu offenbaren, wir in die Welt hinausgehen können, um Jesus zu offenbaren, wie er wirklich ist. Ja, und ähm, da werden wir das nächste Mal weitermachen. Das nächste Mal schauen wir uns dann noch an die letzten Verse hier ab Vers 15 mit: „Ich lasse mein Leben für die Schafe.“ Das gucken wir uns dann noch...

[43:44] Die Schafe, das gucken wir uns dann noch mal genauer an bis zum Ende dieser Geschichte. Dann für heute halten wir fest: Hirte sein ist nicht ein romantischer Zeitvertreib. Hirte sein ist ein großes Opfer, und Jesus ist große Opfer für uns eingegangen, sogar das Größte, was man sich vorstellen kann. Er ist für mich gestorben und ist für dich gestorben, und es gibt überhaupt gar keinen Grund, warum wir ihm nicht alles anvertrauen sollten, weil er weiß, was wir brauchen, und er sorgt dafür und er will unsere Seelen behüten. Und ich möchte heute mich hier entscheiden, mein Herz ihm anzuvertrauen, ja, dass er mein Herz behütet vor den Angriffen von den giftigen Gräsern und mich führt und dass ich auf seine Stimme höre und ihn immer besser kennenlerne.

[44:57] Und noch gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast. Wir haben gesehen, dass Jesus unser guter Hirte ist, und Herr, wir möchten lernen, im Alltag immer mehr zu verstehen, was das bedeutet, dass Jesus in allen Fragen unseres Lebens das Beste für uns möchte und sich darum dafür einsetzt, dass wir das bekommen, was wir wirklich dringend brauchen, dass er unsere Seelen behüten möchte, dass sie nicht verdorben werden, dass sie nicht angegriffen werden. Und Herr, Dank, dass wir heute uns daran erinnern durften, dass Jesus für uns gestorben ist, weil er uns so sehr lieb hat. Und dafür wollen wir von Herzen Danke sagen. Danke sagen, dass wir dich auch kennen dürfen. Wir wollen auch die Gelegenheiten nutzen, die wir bekommen, dich der ganzen Welt zu offenbaren durch unser Leben, durch unsere Worte, so wie Jesus uns führt. Das bitten wir in seinem Namen.


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