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Offenbarung Vers für Vers

Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge der Serie „Offenbarung Vers für Vers“ beleuchtet Mirjam Giebfried Offenbarung 3, Vers 12. Sie erklärt, was es für die Gemeinde Philadelphia bedeutete, „festzuhalten, was man hat“ und „zu überwinden“, indem sie den Fokus auf Glauben und das Bleiben in Gottes Wort legt. Anhand biblischer Beispiele und der Adventgeschichte wird die tiefe Bedeutung der Verheißung, eine „Säule im Tempel Gottes“ zu sein, veranschaulicht.


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Serie: Offenbarung Vers für Vers

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Transkript

[0:47] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Schön, dass ihr jetzt live eingeschaltet habt, schön, dass ihr jetzt heute da seid. Wir haben das letzte Mal vor der Winterpause uns mit Offenbarung 3 Vers 11 beschäftigt. Da werden wir heute auch noch mal kurz reinschauen, es wird aber dann mit Offenbarung 3 Vers 12 weitergehen. Und bevor wir uns diesem Studium widmen, lasst uns gemeinsam, wo es möglich ist, niederknien, dass wir um den Heiligen Geist

[1:26] bitten. Lieber Vater im Himmel, ich danke dir, dass wir heute wieder die Offenbarung gemeinsam studieren dürfen. Danke, Herr, dass du uns dieses kostbare Buch geschenkt hast, aus dem wir schon so viel lernen konnten. Und heute wollen wir uns dem wieder zuwenden, aber Herr, wir brauchen dich. Bitte sei unser Lehrer, bitte offenbare uns, was dein Wort uns persönlich zu sagen hat und lass unsere Herzen von deiner Liebe schmelzen. Vater, befähige uns, deine Worte auch zu tun und sie anderen weiterzugeben. Das bitte ich dich im Namen Jesu.

[2:10] Amen. Lasst uns mal den Vers von heute aufschlagen, Offenbarung 3 und dort Vers 12, Offenbarung 3 Vers 12. Und wer ihn hat, darf gerne lesen: "Wer überwindet, den will ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen. Und er wird nie mehr hinausgehen. Und ich will auf ihn den Namen meines Gottes schreiben und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das vom Himmel herabkommt, von meinem Gott aus, und meinen neuen Namen." Danke schön.

[2:47] Lasst uns uns mal kurz ins Gedächtnis rufen, was so der Kontext von diesem Vers ist. Wir befinden uns ja im Großen und Ganzen weiterhin in den sieben Sendschreiben der Offenbarung. Ähm, von hier sind wir in der Gemeinde Philadelphia. Okay, und in Vers 11 ging es jetzt um was? Waren wir stehen geblieben? Ja, um die Wiederkunft. Und es ging nicht nur um die Wiederkunft, sondern es gab auch einen Aufruf, der hieß: "Siehe, ich komme bald." Das war die Wiederkunft. "Halte fest, was du hast, damit dir niemand deine Krone nehme." Und jetzt geht es weiter: "Wer überwindet, den will ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen." Jetzt noch mal so kurz zur

[3:39] Erinnerung: Was sollten die Gläubigen in Philadelphia festhalten? Was hatten wir da gesagt das letzte Mal, wenn ihr dabei gewesen seid, hatten wir uns ausführlicher damit beschäftigt, was man so an einem Schatz hatte zu der Zeit von Philadelphia? Ähm, genau: "Halte fest, was du hast." Und wir haben gesehen, gerade diese Wiederkunftshoffnung, das war ein Merkmal der Gemeinde, vor allem wenn man dann die geschichtliche Zeit anschaut. Das hatten sie ganz besonders. Sie hatten eine Gabe auch zu Gott, die daraus entstanden ist. Ja, sie hatten noch ein ganz tiefes Vertrauen daran, dass Gottes Wort wirklich inspiriert und Gottes Wort ist. Also, hat niemand gedacht, okay, dieser Vers ist vielleicht nur für die damalige Zeit geschrieben oder der ist nicht inspiriert. Also, genau, die ganze Bibelauslegung basierte darauf, dass Gott wirklich in seinem Wort zuspricht. Genau, die Bedeutung des Wortes Gottes. Da hatten wir auch das letzte Mal gesagt, eigentlich ist uns viel schon wieder verloren gegangen, und wir können uns ein Beispiel an den Pionieren, die zu dieser Zeit gelebt haben. Die haben wirklich auch ihren Glauben sehr ernst genommen. Also, können wir so festhalten: Es geht hier nicht darum, dass sie irgendwie etwas Materielles behalten sollten, sondern es geht um die Glaubenslehren, die sie damals hatten. Und jetzt heißt es hier in Vers 12: "Wer überwindet." Das hatten wir auch schon bei den anderen Gemeinden gesehen. Die Frage, die sich uns jetzt aber stellt, ist: Was konkret hatte die Gemeinde Philadelphia zu

[5:41] überwinden? Ich weiß noch, wir hatten bei einer der anderen Gemeinden mal so ganz ausführlich angeschaut, wo das Überwinden in der Bibel vorkommt, und dann hatten wir es noch einmal aus einem anderen Blickwinkel. Aber was meint ihr, wenn vorher schon der Aufruf kam: "Halte fest", und jetzt so dieses Versprechen kommt: "Wer überwindet", was könnte dann für die Gemeinde Philadelphia besonders dran gewesen sein?

[6:18] Überwinden ist ja nicht nur, dass man sozusagen etwas Falsches tut und denkt und das überwinden muss, sondern auch, dass, wenn man mit Versuchungen konfrontiert wird, diese dann überwindet. Jesus hat auch überwunden, aber Jesus hatte nichts, was er überwinden, also er hatte nichts in sich, was überwinden musste, aber er musste überwinden, als Satan von außen herankam. Ja, und also von allein schon aus der Perspektive, selbst wenn Philadelphia eine Gemeinde ist, die jetzt eigentlich keinen Tadel hat, die natürlich trotzdem auch Sünden gehabt hat. Natürlich ist es auch wichtig zu sehen, dass er ihnen gesagt: "Okay, es werden noch weitere Kämpfe auf euch zukommen. Ihr könnt euch jetzt nicht darauf ausruhen, dass ihr jetzt mal so einen hohen Stand erreicht habt." Ja, das ist sehr gut

[7:01] für mich, anzuknüpfen an das, was du jetzt gesagt hast, denn der eine Punkt war, es muss ja nicht immer nur was Negatives schon vorhanden sein, um es überwinden zu können. Das andere war auch, du hattest gesagt, sie hatten etwas, womit sie zu kämpfen hatten. Lasst uns mal, damit habe ich mich in den letzten Tagen mehr beschäftigt, Psalm 25 anschauen. Das ist ein ganz

[7:30] anderer Kontext, aber der macht uns eines klar. Im Psalm 25, dort Vers 2, dort steht, ich lese mal: "Mein Gott, ich vertraue auf Dich, lass mich nicht zu Schanden werden. Lass, dass meine Feinde nicht frohlocken über mich." Und das passt in dem Fall mit Überwinden zusammen, auch wenn hier es nicht ganz so klar steht. Frohlocken wird im Englischen mit Triumph übersetzt. Also, es geht darum: Entweder der David, der hier den Psalm geschrieben hat, triumphiert über seine über seine Feinde, oder seine Feinde triumphieren über ihn. Das zeigt uns diesen Kampf. Ja, in einem Kampf ist es so: Entweder du bist der Gewinner oder du bist der Verlierer. Es gibt kein, doch vielleicht in manchen Situationen gäbe es ein Unentschieden, aber in diesem Fall

[8:31] nicht. Und wenn hier jetzt dann der Aufruf ist: "Überwinde", dann heißt es, man soll gegen etwas siegen, dass es nicht über mich siegt.

[8:44] Jetzt gibt es hier so einen offensichtlichen Feind in Offenbarung 3? Was könnte die Herausforderung gewesen sein, vor der die Gläubigen in Philadelphia standen? Schwierig zu sagen, oder?

[9:12] Ja, wenn man sich die Geschichte, die Adventgeschichte anschaut, dann sieht man ja, wo die Fallen gewesen sind, an denen sie dann bald viele nicht weitergekommen sind. Das ist einmal Fanatismus gewesen, ja, Extremismus, Fanatismus war ein großes Thema. Und das andere war natürlich, Leute wieder in die Welt zurückgegangen sind, weil sie gedacht haben: "Jesus kommt ja doch nicht." Ja, was, und sie dann nicht mehr geglaubt haben, dass es sie noch erfüllt. Mhm.

[9:41] Also, wir können sagen, lass mich das jetzt mal, wie mache ich das am besten? Wir hatten in Vers, das ist vielleicht ein bisschen leichter zu malen, in Vers 11 hatten wir eine Krone, oder dass niemand eine Krone nehme. Ich mache das jetzt mal sinnbildlich für diesen Schatz der Wahrheit, den sie hatten. Aus meiner Sicht gibt es da zwei verschiedene Möglichkeiten, den zu verlieren. Entweder ich gebe ihn freiwillig auf, in Form von z.B. Fanatismus, oder dass ich doch anderen Lehren nachgehe. Das ist

[10:21] das andere wäre, wenn ich das zwar habe, nichts Neues annehme, aber das, was ich habe, einfach vergesse. Versteht ihr, was ich meine? Also, wenn sie ihre Erkenntnis, die sie von Gott bekommen haben, entweder bewusst hergegeben haben, war das eine. Das andere war aber, dass, na ja, dadurch, dass es alltäglich wird, dadurch, dass es an Bedeutung verliert, dass man es einfach irgendwie vernachlässigt und schließlich dann vergisst. Gibt es da eine Medizin

[11:11] dagegen? Schaut mal mit mir in Johannes 5. In Johannes 5 sagt Jesus etwas über Gottes Wort, und das finde ich ist so, so schön, weil er nicht nur beschreibt, was hier das Problem war, das also jetzt nicht nur bei der Gemeinde Philadelphia, sondern auch schon seiner Zeit, aber er sagt auch, was die Lösung dazu ist. Johannes 5, lesen wir mal Verse 36 bis

[11:46] 39: "Ich aber habe ein Zeugnis, das größer ist als das des Johannes; denn die Werke, die mir der Vater gab, dass ich sie vollbringe, eben die Werke, die ich tue, geben Zeugnis von mir, dass der Vater mich gesandt hat. Und der Vater, der mich gesandt hat, hat selbst von mir Zeugnis gegeben. Ihr habt weder seine Stimme jemals gehört noch seine Gestalt gesehen, und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat. Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir Zeugnis geben." Danke schön. Der Kern steckt hier eigentlich in Vers 38: "Und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat." Also, was ist das Problem, das Jesus hier aufzeigt?

[12:43] Unglaube. Unglaube, genau. Er sagt: Unglaube ist die Ursache, und das Symptom davon ist, dass das Wort Gottes nicht in euch

[12:57] bleibt. Jetzt diesen Schatz oder später dann auch diese Krone konnten die Gläubigen bewahren, indem Gottes Wort, also die Wahrheit, in ihnen bleiben würde. Und dazu braucht es Glauben. Ich habe mich manchmal gefragt, ich weiß nicht, wie es euch geht, manchmal geht man aus einer Predigt raus, findet so toll, und eine Zeit später hat man es wieder vergessen. Und dann hört man vielleicht wieder eine Predigt zum gleichen Thema und denkt man, und denkt sich so: "Warum muss Gott mich jetzt daran erinnern? Ich weiß es doch eigentlich." Und irgendwie ist es trotzdem untergegangen. Was ich seit diesen Versen festgestellt habe: Es lohnt sich, Gott um Glauben zu bitten, weil manchmal hören wir etwas, sind zwar begeistert, aber wenn es nicht wirklich durch Glauben in uns Wurzeln schlägt, dann bleibt dieses Wort auch nicht in uns. Und deswegen haben wir hier eine Lösung, wie auch Menschen in Philadelphia überwinden können, dass sie diese Wahrheit, die sie schon haben, behalten

[14:09] können. Jetzt schreibt White in diesem Zusammenhang mit Offenbarung 3 Vers 12: "Um den Sieg über jede Bedrohung durch den Feind zu erringen, ihr erinnert euch an diesen Kampf, müssen wir uns auf eine Kraft stützen, die außerhalb und jenseits von uns selbst liegt. Wir müssen eine ständige, lebendige Verbindung mit Christus aufrechterhalten, der die Macht hat, jeder Seele, die eine Haltung des Glaubens und der Demut beibehält, den

[14:46] Sieg zu geben. Überwinden – das ist die Kurzform von dem Ganzen – kann nie ohne Jesus stattfinden. Es ist der Glaube an Jesus, der uns dazu bringt, zu überwinden. Als diejenigen, die hoffen, den Lohn des Überwinders zu erhalten, müssen wir im christlichen Kampf voranschreiten, auch wenn wir bei jedem Fortschritt auf Widerstand stoßen. Als Überwinder sollen wir mit Christus in den himmlischen Höfen herrschen, und wir sollen durch das Blut des Lammes und das Wort unseres Zeugnisses überwinden. "Wer überwindet, den will ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen." Lasst uns das mal noch ein bisschen praktischer machen. Ich habe jetzt

[15:33] gesprochen, aber ja, wir sagen auch vielleicht: Natürlich, Glaube brauchen wir. Gibt es Situationen, die euch einfallen aus der Adventgeschichte, die besonders den Glauben der Menschen herausgefordert

[15:57] haben? Gibt es da irgendetwas? Ja, auf jeden Fall erstmal überhaupt der 22. Oktober 1844, weil man musste glauben, dass etwas passiert, ohne dass man etwas sieht, hört, geschmeckt hat. Und nicht umsonst wird ja in Habakuk 2 Vers 4 genau auch das dann mit dem berühmten Wort: "Der Gerechte wird durch seinen Glauben leben", verbunden. Also, das auf jeden Fall ein echter, ein richtig echter Glaubenstest. Überhaupt auch schon in der Zeit davor waren die Predigten, obwohl ein William Miller z.B. sich schon einer großen Zuhörerschaft erfreut hat, die waren aber trotzdem nicht unangefochten und von vielen auch verspottet, weil es war so etwas Neues, dass die Leute gesagt haben: "Was ist das für ein Spinner?" Es

[16:51] gibt so eine Begebenheit, wo William Miller – also er war ja derjenige schlechthin, der von der Wiederkunft gepredigt hat – hat wohl bei einem Phrenologen war, einem Mann, der meinte, er könne anhand der Gesichts- und Kopfmaße irgendwie bestimmen, wie hoch der IQ eines Menschen ist. Und William Miller war dort bei ihm, ohne dass der Mann wusste, wen er vor sich hatte. Und dann hat der Phrenologe seinen Kopf ausgemessen und hat gesagt: "Ah, Sie haben so eine große Intelligenz." Und dann hat er das im Vergleich gesetzt mit der Intelligenz, die wohl William Miller haben musste. Dann hat er sich lustig gemacht und gesagt: "Also, Ihren Kopf, den sollte mal William Miller sehen. Ich bin mir sicher, der hat ganz andere Maße und der hat gar keine Intelligenz. Das merkt man ja von dem, was er sozusagen hat, dass das beinahe herbeigezogen." Und er hat sich drüber ausgelassen, bis er am Ende der Behandlung erfahren hat, dass er William Miller persönlich vor sich hatte. Aber das zeigt nur, wie viel Spott und Hohn damals auch getrieben worden ist. Vielleicht nur kurz nebenbei: Wisst ihr, was so einer der Gründe war, dass das adventistische Bildungssystem überhaupt entstanden

[18:30] ist? Ich habe das, ich habe mich vor einiger Zeit mal damit beschäftigt, und tatsächlich war es so, dass nach der, gerade nach der großen Enttäuschung, viele Advent- oder adventistische Familien ihre Kinder aus den Schulen herausgenommen haben, weil sie Angst hatten, dass die Kinder so viel Spott ertragen müssen, dass sie es nicht ertragen können. Und dann hat man erst später gesagt: "Okay, jetzt müssen die Kinder doch mal wieder gelehrt werden." Und hat dann mit den Schulen angefangen. Okay.

[19:08] Jetzt, also, wir haben gesagt, Glauben ist absolut notwendig, um überwinden zu können. Aber dieser Vers in Offenbarung 3 Vers 12 geht ja noch weiter, und obwohl wir uns heute nicht den gesamten anschauen werden, wollen wir uns noch mit der Verheißung, die drin steckt, beschäftigen. Geht noch mal mit mir zu Offenbarung 3 Vers 12, denn dort heißt es – wir hatten vorher

[19:56] 5, 36 bis 39 – und jetzt sind wir noch mal bei dem Vers Offenbarung 3 Vers 12. Wird fortgesetzt mit: "Wer überwindet, den will ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes

[20:12] machen." Jetzt ist natürlich für uns die Frage: Was bedeutet es? Findet ihr das über – also, findet ihr das ein schönes

[20:28] Versprechen? So begeistert seht ihr jetzt nicht aus. Wir könnten uns wirklich ernsthaft die Frage stellen: Ist es jetzt ein Kompliment, das Gott macht? Aber lasst uns mal zu Psalm 84 Vers 11 gehen, dass wir so ein bisschen ein Gespür dafür bekommen, was das bedeutet. Psalm 84 Vers 11, ihr dürft gerne

[21:06] 84,11: "Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. Ich will lieber an der Schwelle im Haus meines Gottes stehen, als wohnen in den Zelten der Gottlosen." Danke schön. Das ist hier ein Psalm von den Söhnen Korahs, der sehr schön und auch so wunderbar beschreibend ausdrückt, wie welche Bedeutung das Haus Gottes für sie hat. Und sie wissen, sie wollen lieber im Vorhof Gottes stehen, als in den Zelten des Bösen zu wohnen. Ja, das ist so ungefähr dieses Bild: Einmal bist du Türsteher und einmal wohnst du drinnen. Aber sie sagen: "Lieber bin ich ein Türsteher im Haus Gottes, als dass ich irgendwo wohnen kann, wo das Übel genauso wohnt." Auch du hattest so einen ähnlichen Bezug zum Haus Gottes. Schaut mal mit mir in Psalm 27 Vers

[22:33] 4: "Eines will ich erbitten von dem Herrn, eines erbitte ich von dem Herrn, nach diesem will ich trachten: dass ich bleiben darf im Haus des Herrn mein ganzes Leben lang, um die Lieblichkeit des Herrn zu schauen und ihn zu suchen in seinem Tempel." Danke schön. Das ist eingebettet in einem Psalm, wo David auch noch über viele andere Sachen redet, aber er sagt: "Wenn ich einen Wunsch habe – ich weiß nicht, was ihr euch wünschen würdet, wenn ihr einen Wunsch hättet – aber er sagt: "Eines erbitte ich vom Herrn, dass ich in seinem Haus bleiben darf mein ganzes Leben lang." Das ist die Bedeutung, die der Tempel für David hatte. Jetzt geht es nicht nur darum, dass man dann überhaupt in dem Tempel Gottes sein kann, sondern dass man auch eine Säule sein soll.

[23:28] Wir werden gleich noch sehen, wie buchstäblich oder nicht buchstäblich das gemeint ist. Was verbindet ihr denn mit einer

[23:41] Säule? Ja, also, ich weiß, du willst noch drauf eingehen, aber es gab ja sogar zwei Säulen am Tempel Salomos, die sogar eine besondere Bedeutung

[23:52] hatten. Ja, ja.

[24:03] Jachin und Boas, genau. Die werden wir uns auch noch ein bisschen anschauen. Wenn man heute von einer Säule spricht, dann ist es vielleicht eher ein bisschen schon in die Jahre geraten, oder wir haben jetzt – wir bauen nicht mehr so viel Gebäude mit Säulen. Aber jeder von uns hat ein Bild davon. Oder ein sehr guter Freund von mir, von dem gibt es eine Geschichte aus seiner Kindheit: Als er ins Gymnasium gegangen ist, da gab es Elternabend, und seine Mama ist dann zum Elternabend gegangen. Das war damals so, irgendwie konnte man so Time Slots buchen, dass man bei welchem Lehrer man erscheinen möchte. Und dann ist die Mama unter anderem zum Geschichtslehrer gegangen. Hat sie den Geschichtslehrer gefragt: "Ja, wie macht sich mein Sohn so im Geschichtsunterricht?" Und dann hat der Geschichtslehrer gesagt: "Ja, Ihr Sohn, der ist eine tragende Säule für den Geschichtsunterricht." Das hatte wohl damit

[25:07] gemeint, na ja, wollte sagen, dass er sich wohl auf den Sohn gut verlassen kann, dass der Sohn, statt irgendwie zu stören, sogar eine Hilfe im Geschichtsunterricht ist. Und wenn jetzt Gott davon spricht, ich male einfach mal so ein Gebäude, dass wir es uns vorstellen können. Wenn Gott davon spricht, dass man ja irgendwie braucht, was, dass man eine Säule sein kann in seinem Tempel, dann ist es keine unbedeutsame Rolle, oder dann ist das etwas Wichtiges. Schaut, lasst uns mal ein paar Stellen anschauen, wo Säulen generell erstmal vorgekommen sind im Alten Testament und dann auch noch, ja, konkreter im Tempel.

[26:09] 1. Mose 35 Vers 14. Da heißt es: "Da richtete Jakob eine Säule auf an dem Ort, wo er mit ihm geredet hatte, einen Gedenkstein und goss ein Trankopfer darauf aus und schüttete Öl darüber. Und Jakob gab dem Ort, wo Gott mit ihm geredet hatte, den Namen Bethel." Dort wird Jakob

[26:49] oder dort – genau, das war, das war schon die Stelle, als Jakob zurückgekommen ist aus Padan-Aram, als ein bedeutsamer Ort für Jakob. Wir wissen, dass in Bethel hat er auch die Himmelsleiter gesehen, und dort stellt er einen Stein als Säule auf. Dann ist uns die Säule noch woher aus welcher Geschichte sehr gut bekannt?

[27:18] Eine – also, ich hätte jetzt an Simson gedacht. An Simson? Okay, ja, genau, da kommen auch die Säulen, das von diesem Haus vor. Genau. Aber es gibt doch ganz bekannterweise, welche Säule in der Bibel, oder welche zwei Säulen? Ich meine jetzt nicht Jachin und Boas, sondern es gab eine Säule, da müsst ihr drauf kommen. Es gab eine Säule, die hatte ein Volk die ganze Zeit vor Augen. Genau, als sie aus Ägypten herausgezogen sind: die Wolken- und die Feuersäule. Oder wofür stand diese Wolken- und

[28:00] Feuersäule beim Tag? Ja, ja, genau. Eine war bei Tag, eine war bei Nacht. Aber wofür stand die? Ja, für Christus selbst, genau. Gott selbst würde doch sein Volk herausführen. Und Gott selbst war mit einer Säule versinnbildet. Jetzt, wenn wir das

[28:23] übertragen, zeigt es uns, wie schön eigentlich das Bild ist, das Gott hier gebraucht für seine Gläubigen, für seine Nachfolger. Er sagt: "Ich war wie eine Säule vor euch. Ihr sollt auch eine Säule

[28:37] Ihr sollt auch eine Säule sein. Okay, dann vielleicht noch eine lustige Sache. Hier geht's auch wieder nicht um eine Säule im Tempel, aber eine Säule generell zeigt uns, was für einen Wert Säulen für die Menschen damals hatten.

[28:55] 2. Samuel 18 Vers 18: „Absalom aber hatte zu seinen Lebzeiten eine Gedenksäule genommen und für sich aufgerichtet, die im Königstal steht. Denn er sprach: Ich habe keinen Sohn, um meinen Namen in Erinnerung zu halten. So nannte er die Gedenksäule nach seinem Namen, und man nennt sie das Denkmal Absaloms bis zu diesem Tag.“

[29:29] Danke schön. Also, ich musste ein bisschen schmunzeln, als ich das gelesen habe, weil Absalom hatte keinen Sohn, aber er hatte eine Säule. Ja, er hat sich gesagt: „Okay, ich werde kein Vater, aber dann habe ich zumindest eine Säule, der ich einen Namen geben kann.“ Das ist auch ganz interessant.

[29:46] Später in Offenbarung 3 Vers 12 hat auch die Säule einen Namen. Ja, vielleicht noch ganz kurz dazu: Das ist natürlich super interessant. Also, erstens hätte man natürlich gern gewusst, was da drauf steht, weil das natürlich im Alten Orient eigentlich sehr üblich war, dass die Könige so Säulen aufgestellt haben und dann ihren Namen verewigt haben. Und dann schreiben die immer: „Wenn jemand meinen Namen auslöscht, sei verflucht und dann sollen die Götter das und jenes tun.“ Weil die halt die Idee hatten: „Wir sterben, wie wird unser Name weitergetragen werden?“ Ja, und die haben gedacht: „Wenn ich irgendwo dann halt in Stein geritzt meinen Namen auf so einer Säule habe, dann werden sich noch tausend Jahre später irgendwelche Könige an mich erinnern.“ Das hat also was damit zu tun, noch irgendwie sozusagen so quasi ewig zu leben. Ja, und das ist also durchaus eine interessante Idee, auch wenn man dann wieder auf die Bibel zurückkommt, diese Beständigkeit, ja, dass man nicht vergessen wird.

[30:38] Ja, danke schön. Also, so eine Säule, was wir vielleicht als einen Pfeiler und so, na ja, als irgendwie ein Teil eines Bauwerks sehen, hat große Bedeutung in der Bibel. Sogar so große Bedeutung, da können wir jetzt gleich hinkommen zu 1. Könige 7.

[31:02] Ähm, dass man sich auch ausgiebig damit beschäftigt hat. 1. Könige 7 Vers 15 bis 22. Das ist eine Stelle vom salomonischen Tempel. Ja, gerne.

[31:29] „Und er bildete die beiden ehernen Säulen. 18 Ellen hoch war jede Säule. Ein Faden von 12 Ellen konnte sie umspannen. Und er machte zwei Kapitelle aus Erz gegossen, um sie oben auf die Säulen zu setzen. Und jedes Kapitell war fünf Ellen hoch. Netzförmiges Geflecht und Schnüre wie Ketten waren an den Kapitellen oben auf den Säulen, sieben an dem einen Kapitell und sieben an dem anderen Kapitell. Und so machte er die Säulen, und zwei Reihen von Granatäpfeln gingen rings um das eine Geflecht, um die Kapitelle zu bedecken, die oben auf den Säulen waren. Und ebenso machte er es an den anderen, an dem anderen Kapitell. Und die Kapitelle oben auf den Säulen waren gemacht wie die Lilien in der Vorhalle, vier Ellen hoch. Und es waren Kapitelle auf den beiden Säulen auch außerhalb, nahe bei dem Wulst, der hinter dem Geflecht war. Und es gab 200 Granatäpfel ringsum in Reihen geordnet an dem einen und an dem anderen zweiten Kapitell. Und er richtete die Säulen auf beim Vorhof zur Tempelhalle. Und er richtete die rechte Säule auf und gab ihr den Namen Jachin. Und er richtete die linke Säule auf und gab ihr den Namen Boas. Und oben auf die Säulen kam das Lilienwerk. Damit war die Arbeit an den Säulen vollendet.“

[32:46] Danke schön. Ich habe dich bewusst alle Verse lesen lassen, denn die zeigen uns, wie viel man zu Säulen sagen kann. Oder das sind so viele Verse, und es geht um nichts anderes als nur die Säulen hier von dem Tempel. Warum so viel Aufmerksamkeit für Säulen?

[33:11] Was könnte ein Grund sein, warum hier so ausführlich beschrieben wird, wie die Säulen gestaltet sind? Ja?

[33:25] Mhm. Also, man muss ja sagen, die Säulen waren jetzt ja noch nicht einmal unbedingt nur tragende Natur. Die waren die beiden vorne, das heißt, die waren auch Schmuck. Viele Säulen heute in Architektur sind ja auch dann gebaut, um sozusagen schön zu machen. Das heißt, man hätte auch den Tempel ohne die Säulen bauen können, der hätte auch gehalten. Das war eine Verzierung auch, und das ist natürlich auch interessant für die Offenbarung.

[33:52] Genau, also wir haben solche Säulen, und wir haben solche Säulen. Wir haben sehr wohl auch welche, die einen Nutzen haben, die dann ähm die die Vorhänge auch gehalten haben. Und wir haben gerade eben diese zwei am Eingang des Tempels, die schön anzusehen waren, an denen jeder vorbeilaufen musste, der in den Tempel reingegangen ist, aber die sonst jetzt keinen baulichen Nutzen hatten.

[34:20] Ähm, in 1. Könige 10 Vers 12, ich lese euch das kurz vor. Würde mich interessieren, ob ihr da ähm eine andere Übersetzung habt. Da steht: „Und der König ließ einen Aufgang aus Sandelholz machen für das Haus des Herrn und für das Haus des Königs, und Lauten und Harfen für die Sänger. So viel Sandelholz ist nie mehr ins Land gekommen, noch gesehen worden bis zu diesem Tag.“

[34:47] Hier stehen keine Säulen, sondern hier heißt es jetzt der Aufgang, aber im Prinzip her ist es das Gleiche. Also, es zeigt uns auch, das Material war wohl sehr kostbar.

[35:08] Warum dieser ganze Aufwand? Was hat es mit den Säulen auf sich? Was meint ihr? Es gibt ja irgendwie zu denken.

[35:28] Oder ich geb euch noch einen anderen Text und dann einen Text von Ellen White, wo sie uns ein bisschen den Schleier von den Augen lüftet. In Sprüche 9 Vers 1, das können wir noch aufschlagen. Da heißt es Sprüche 9 Vers 1: „Die Weisheit hat ihr Haus gebaut, hat ihre sieben Säulen ausgehauen.“

[35:58] Hier werden die Säulen nicht irgendwie einfach zusammengebastelt oder so, sondern ausgehauen. Es zeigt uns, es ist Material, das besonders vorbereitet wird.

[36:11] Und Ellen White schreibt in dem Zusammenhang: „Einige Prediger liefern durch ihre Arbeit das kostbarste Material.“ Also, sie überträgt das Materielle jetzt auf etwas Geistliches. „Und sie sagt: Gold, Silber und Edelsteine, die den wahren, durch den Geist Gottes geheiligten und gereinigten moralischen Wert darstellen, sind dieses kostbare Material. Falsches Material, das vergoldet wurde, um das Wahre zu imitieren, das heißt ein fleischlicher Geist und ein ungeheiligter Charakter, der mit scheinbarer Rechtschaffenheit übertüncht wird, mag von sterblichen Augen nicht leicht erkannt werden. Aber der Tag Gottes wird das Material prüfen. Jedermanns Werk wird offenbar werden, denn der Tag wird es verkünden. Die Edelsteine stellen die vollkommensten Christen dar, die durch die Gnade Gottes und durch Leiden, die sie mit viel Gebet und Geduld ertragen haben, geläutert und geschliffen worden sind. Ihr Gehorsam und ihre Liebe ähneln dem großen Vorbild. Ihr Leben wird durch Selbstaufopferung verschönert und veredelt. Sie werden die Prüfung des brennenden Tages überstehen, denn sie sind lebendige Steine.“

[37:35] „Wer überwindet, den will ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen, und er soll nicht mehr hinausgehen.“

[37:41] Warum so viel Aufmerksamkeit auf Säulen? Mithilfe dieses Zitates können wir sagen, weil Gott nicht einfach irgendjemanden für seinen Tempel braucht oder irgendetwas, sondern weil dieser Tempel eigentlich ein Sinnbild dafür ist, dass Gott Menschen braucht, die nicht einfach nur normale Menschen sind, sondern die veredelte Menschen sind.

[38:20] Also, wenn ich als Säule einfach einen Betonklotz dahinstellen könnte, dann würde es diesem Sinnbild nicht nachkommen. Gott hat nicht gesagt: „Na ja, ich bin da jetzt nicht so, ich bin doch ein demütiger Gott, oder nehmt euch einen Holzstamm, schaut, dass niemand einen Spreißel in die Hand bekommt, wenn er ihn anfasst, und dann reicht mir das schon.“ Das hat Gott nicht gemacht. Gott hat gesagt, er will Säulen, die aus besonderem Material sind, die besonders geschmückt sind, die eine besondere Art und Weise, eine besondere Aufmachung haben, weil er auch möchte, dass Menschen, die ihm gehören, besonders sind. Und das gibt uns so ein bisschen einen Hinweis auf den Charakter, den wir mal haben sollen.

[39:21] Fällt euch eine Stelle ein, die auch davon spricht, dass gläubige Menschen am Ende der Zeit aus besonderem Material sein sollen? Es muss euch doch sofort in den Kopf schießen. Es gibt so eine Stelle, wo es heißt, ich sag das jetzt so vom Sinn her: „Selbst die Elemente werden zerschmelzen, und was müsst ihr dann für Menschen sein?“

[39:57] 2. Petrus 3. Ja, danke schön. 2. Petrus 3, Verse 10 bis 12. Lass uns das lesen, weil das hat eine ganz wichtige Anwendung für uns.

[40:11] 2. Petrus 3: „Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht. Dann werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente aber vor Hitze sich auflösen, und die Erde und die Werke darauf verbrennen. Da nun dies alles aufgelöst wird, wie sehr solltet ihr euch auszeichnen durch heiligen Wandel und Gottesfurcht, indem ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und ihm entgegenhalt oder es beschleunigt.“

[40:38] Danke schön. „An welchem die Himmel sich auflösen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden.“ Ja, genau, danke schön. Also, hier sagt der Petrus: Nicht mal die Elemente der Erde werden diesen Tag ertragen können, die werden zerschmelzen, weil sie nicht rein genug sind. Aber er setzt es im Vergleich mit den Menschen, und er sagt: „Was für Menschen müsst ihr dann sein? Wie untadelig müsst ihr sein, dass ihr ähm, dass es nichts mehr gibt, was ähm da durch diesen Tag an euch ähm zerstört werden kann.“

[41:18] Jetzt haben wir gesehen, es müssen besondere Säulen sein, wir sollen auch besondere Menschen sein. Was soll an uns besonders sein?

[41:36] Ganz kurz, um den Punkt noch mal zu machen: Ist es unsere Haarfarbe? Ist es unsere gesunde Körperhaltung? Was macht uns besonders, dass wir am Tag des Herrn bestehen können?

[41:52] Ja, er sagt in Vers 14: „Weil ihr dies erwartet, darum, Geliebte, weil ihr dies erwartet, so seid ähm, dass ihr als unbefleckt und tadellos gefunden werdet im Frieden.“ Also, die Tadellosigkeit ist unbefleckt sein, das ist ja genau, und das bezieht sich auf den Charakter. Oder es ist nichts Äußerliches, was Gott sich wünscht, sondern es ist der Charakter, durch den wir auf den Tag des Herrn vorbereitet sein können. Deswegen finde ich, passt auch dieses Bild mit dem Material ganz gut, weil es ist so die Frage: „Aus welchem Holz bist du geschnitzt?“ Oder äh, wie wie ist dein ganzes Inneres? Ja, nicht nur, was was außen sichtbar ist auch für die Menschen.

[42:36] Ähm, jetzt hatten wir schon gesehen, okay, diese Säulen, die sind wohl jetzt nicht buchstäblich gemeint. Also, ähm, Gott hat jetzt, denke ich, nicht vor, uns irgendwie zu Steinsäulen zu machen. Und es gibt noch andere Texte in der Bibel, das wollen wir jetzt ganz kurz noch anschauen, ähm, die das Ganze noch unterstützen.

[42:58] In Jeremia 1. Und bevor wir zu Jeremia 1 gehen, ganz kurz, habt ihr so eine Idee, worum es in dem Kapitel geht? Was was fällt euch ein, wenn ihr an Jeremia 1 denkt?

[43:22] Ja, Jeremia 1 ist die Berufung des Propheten und die ersten beiden kleinen Visionen, und die hat also kurzen, genau, die eigentlich auch schon damit zusammenhängen, könnte man sagen. In Jeremia 1 wird Jeremia berufen, und das ist für Gott gar nicht so leicht, ihn zu überzeugen, denn Jeremia ist jung, Jeremia kann nicht gut reden, und die Aufgabe, die er bekommt, ist gewaltig. Und Gott ähm redet ihm sehr gut zu, er ermutigt ihn, er gibt ihm diese Visionen, er zeigt ihm, es ist dringlich. Und Jeremia ist ja dann auch bereit, als Prophet hinzugehen.

[44:06] Und da lesen wir, was Gott zu Jeremia sagt in Jeremia 1 Vers 17 bis 19: „Du aber gürte deine Lenden, mache dich auf und rede zu ihnen alles, was ich dir gebieten werde. Sei nicht verzagt vor ihnen, damit ich dich nicht vor ihnen verzagt mache. Siehe, ich mache dich heute zu einer festen Stadt und zu einer eisernen Säule und zu einer ehernen Mauer gegen das ganze Land, gegen die Könige von Juda, gegen ihre Fürsten, gegen Priester und gegen das Volk des Landes. Und sie werden zwar gegen dich kämpfen, aber sie werden dich nicht überwältigen, denn ich bin mit dir, spricht der Herr, um dich zu erretten.“

[44:55] Ist es nicht schön? Schöne Stelle. Ich finde, die passt auch so gut zu unserem Offenbarung 3 Vers 12, weil es hier am Schluss noch heißt: „Sie werden dagegen dich kämpfen, aber sie werden dich nicht überwältigen. Du wirst überwinden“, heißt es mit anderen Worten. Und Gott nennt Jeremia hier, wie, was hat er zu ihm gesagt? „Eiserne Säule.“ „Du wirst eine eiserne Säule sein.“ Wurde Jeremia jemals in seinem Leben buchstäblich zu einer eisernen Säule? Nein, aber er hat in seinem Leben gezeigt, dass er sehr viel Widerstand ertragen konnte. Das Volk, das war nicht gerade einfach zu seiner Zeit.

[45:45] Jetzt haben wir noch eine andere Stelle, die wir noch ganz kurz aufschlagen wollen, wo auch Menschen eine Säule genannt werden. Und das ist die Frage, warum. Galater 2 Verse 9 und 10.

[46:05] Galater 2 Verse 9 und 10, da heißt es: „Und als sie die Gnade erkannten, die mir gegeben ist, reichten Jakobus und Kephas und Johannes, die als Säulen gelten, mir und Barnabas die Hand der Gemeinschaft, damit wir unter den Heiden, sie aber unter der Beschneidung wirkten. Nun sollten wir an die Armen gedenken, und ich habe mich auch eifrig bemüht, dies zu tun.“

[46:31] Wer wird hier eine Säule genannt? Die führenden Apostel. Petrus, Johannes, Jakobus. Gerade diejenigen, die mit Jesus am engsten gewesen waren. Oder ähm, die werden auch hier eine Säule genannt. Das waren besondere Menschen. Das waren Menschen, und bei Jeremia war das eigentlich ganz interessant noch zu sehen.

[47:06] Ähm, genau, da gab es diese umgekehrte Reihenfolge. Erst wurde er zur ähm zur Säule ernannt, und danach hieß es: „Sie werden dich nicht überwältigen.“ In Offenbarung haben wir erst: „Überwinde und dann wirst du einmal eine Säule genannt werden.“ Das waren Menschen, die hatten den Charakter, eine Säule für Gott zu sein.

[47:31] Und jetzt lasst mich zum Schluss noch etwas Ermutigendes von Ellen White lesen. Sie schreibt: „Es mag sein, dass noch viel Arbeit an deinem Charakter geleistet werden muss, dass du ein roher Stein bist, der zuerst zurechtgeschliffen und poliert werden muss, bevor du einen Platz in Gottes Tempel einnehmen kannst. Du brauchst dich nicht zu wundern, wenn Gott mit Hammer und Meißel die scharfen Ecken deines Charakters abschleift.“ Ja, in Sprüche 9 hatten wir gelesen, es muss abgehauen werden oder zugehauen werden. „Du brauchst dich nicht zu wundern, wenn Gott mit Hammer und Meißel die scharfen Ecken deines Charakters abschleift, bis du bereit bist, den Platz auszufüllen, den er für dich vorgesehen hat. Kein Menschenwesen kann dieses Werk vollbringen.“ Das ist, was wir gesagt hatten beim Überwinden: „Wir können es nicht aus uns heraus, es kann nur von Gott getan werden. Und sei versichert, dass er keinen einzigen unnützen Schlag ausführen wird. Jeder seiner Schläge wird in Liebe ausgeführt zu deinem ewigen Glück. Er kennt deine Schwächen und wirkt, um wiederherzustellen, nicht um zu zerstören.“

[49:00] Ist es nicht eine wunderbare Aussicht? Lass uns darum beten, dass Gott auch unseren Charakter so zurichtet, dass wir Säulen in seinem Tempel sein können, auch wenn es den ein oder anderen Schlag kosten mag. Lass uns beten.

[49:25] Lieber Vater im Himmel, danke dir, dass die Worte, die du an Philadelphia gerichtet hast, auch uns gelten. Danke, dass auch wir überwinden können durch den Glauben an dich und an das Opfer, das Jesus gebracht hat. Danke, Herr, dass du auch unseren Charakter so vorbereiten möchtest, dass wir etwas Kostbares sein dürfen, eine Säule in deinem Tempel. Herr, lass uns an dem Platz, an dem du uns heute, an den du uns heute hingestellt hast, jetzt schon so einen Charakter an den Tag legen. Herr, wenn vielleicht manches in unserem Leben passiert, was uns unangenehm ist, dann lass uns Trost darin finden, dass du keinen unnützen Schlag tun wirst. Vater, wir bitten dich, wir bitten dich, dass du unseren Charakter veredelst, sodass wir am Tag von Jesu Wiederkunft selbst dann, wenn die Elemente zerschmelzen, vor dir bestehen können. Das ist unser Wunsch und unser Gebet in Jesu Namen. Amen.

[50:54] Amen.


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