In dieser Folge des Offenbarungsseminars vertieft Christopher Kramp die Botschaft an Laodizea aus Offenbarung 3, Vers 14. Er beleuchtet die Rolle des „Engels der Gemeinde“ als menschlichen Boten oder Gemeindeleiter, der die Verantwortung trägt, die gesamte Offenbarung an die Gläubigen zu übermitteln. Die Predigt unterstreicht, dass Jesu ernste Worte an Laodizea ein Ausdruck seiner Liebe sind, um die Gemeinde zur Umkehr und zur vollen Entfaltung der göttlichen Herrlichkeit zu führen. Dabei wird die kirchengeschichtliche Interpretation der Sendschreiben als Wegweiser für alle Zeiten betont.
Offenbarung 3:14b
Christopher Kramp · Offenbarung Vers für Vers ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Endzeit, Gemeinde, Großer Kampf, Offenbarung, Zeichen der ZeitPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Offenbarung Vers für Vers
Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
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Serie: Offenbarung Vers für Vers
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Transkript
[0:48] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt auf www.j-media.de und dass wir heute gemeinsam in der Offenbarung weiter studieren können. Wir haben die Botschaft an Laodizea in Offenbarung 3 Vers 14 beim letzten Mal angefangen uns genauer anzuschauen. Diese Botschaft ist eine sehr ernste, eine sehr feierliche Botschaft, aber auch eine, in der wir enorm viel über Jesus lernen können und die uns direkt in der Zeit, in der wir leben, ansprechen. Und unser großer Wunsch, das ist hier bei J-Media, dass das Studium von der Laodizea-Botschaft endlich das bewirkt, wozu die Laodizea-Botschaft gegeben worden ist. Das haben wir das letzte Mal uns angeschaut, dass Gott ringt um uns. Paulus sagt das, dass Gott mit Kraft in ihm ringt. Paulus hat gerungen um die Gemeinde Laodizea, genauso wie um die Gemeinde Kolosser. Das sagt er an die Kolosser, dass Christus in uns die Herrlichkeit entsteht, dass wir vollkommen in Christus sind und Christus vollkommen in uns. Das ist das große Anliegen der Laodizea-Botschaft, dass die Herrlichkeit Gottes sich in unserem Leben zeigt und damit Offenbarung 18 Vers 1 die ganze Erde erleuchtet. Und was Jesus hier sagt in der gesamten Laodizea-Botschaft, dient diesem Ziel, dass wir in unserer Beziehung zu Jesus wachsen, dass wir in unserer Beziehung zu Jesus vollendet werden, vollkommen in ihm, er vollkommen in uns, die Hoffnung der Herrlichkeit, dass wir ermutigt werden, dass wir in Liebe zusammengeschlossen werden und dass wir aus dem Glauben leben, so wie Gott sich das wünscht.
[2:42] Heute wollen wir weiter studieren in diesem Vers 14, dem Einleitungsvers in die Laodizea-Botschaft. Und bevor wir das tun, wollen wir Gott einladen, dass er durch den Heiligen Geist unser Denken leitet und führt. Lass uns dazu, wo es möglich ist, vor euch auch niederknien.
[3:08] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du uns durch dein Wort Schritt für Schritt im Alltag führen möchtest. Du möchtest nicht nur, dass wir intelligenter werden, sondern du möchtest, dass wir dir ähnlicher werden. Und Herr, darum bitten wir dich jetzt, dass das Studium einiger Worte aus Offenbarung 3 Vers 14 uns Mut schenkt, Kraft schenkt, auch herausfordert uns, dass wir tatsächlich den nächsten Schritt an deiner Hand gehen, dass wir nicht stehen bleiben in unserer Erfahrung, sondern noch mehr Herrlichkeit erleben, sehen bei dir und in uns aufnehmen dürfen durch den Glauben. Herr, erfülle uns mit deinem Heiligen Geist und hab Dank für die Schönheit und die Kraft der Laodizea-Botschaft und danke, dass du jetzt durch diese Botschaft direkt zu unserem Herzen sprechen möchtest. Sei du unser und hab Dank dafür. Du hast versprochen, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Und darum, darum bitten wir dich jetzt, wir wollen zu deinen Füßen sitzen und deine Schüler sein. Amen.
[4:19] Offenbarung 3 und dort Vers 14. Es heißt dort: "Und dem Engel der Gemeinde von Laodizea schreibe: Das sagt der Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Ursprung der Schöpfung Gottes."
[4:37] Das letzte Mal haben wir gesehen, wo Laodizea, ja, die Stadt in der Provinz Asien, Kleinasien, gelegen ist und was wir aus der Bibel, aus dem Neuen Testament, über die Gemeinde dort erfahren können von Paulus im Brief an die Kolosser. Heute wollen wir uns an die einzelnen Elemente hier ein bisschen genauer herantasten und versuchen zu verstehen, was die einzelnen Worte und Phrasen uns zu sagen haben.
[5:12] Wir beginnen mit dem Gedanken: "Und dem Engel der Gemeinde von Laodizea schreibe." Wir haben das letzte Mal schon gesehen, diese Botschaft geht natürlich an die ganze Gemeinde. Das wird deutlich in Offenbarung 1 und dort Vers 11, wo es heißt: "Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es den Gemeinden, die in Asien sind: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamus und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea." Die Botschaft ist an die ganze Gemeinde gegeben und es wird auch daran deutlich, dass wir in Offenbarung 3 Vers 22 die Aussage finden: "Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt." Also, es ist keine Frage, die Botschaft, die gesamte Offenbarung, inklusive der Botschaft an Laodizea, geht an die gesamte Gemeinde.
[6:14] Gerade deswegen ist es so interessant, dass hier nicht einfach die Gemeinde angesprochen wird am Anfang, sondern der Engel der Gemeinde. Das ist genau das, was wir auch in allen sechs anderen Gemeinden finden. Das haben wir in den vorherigen Monaten, wo wir das studiert haben, ja auch gesehen, in den Jahren, jetzt schon anderthalb Jahren, wo wir diese Sendschreiben uns einzeln anschauen. In Offenbarung 2 Vers 1: "Dem Engel der Gemeinde von Ephesus schreibe." Vers 8: "Und dem Engel der Gemeinde von Smyrna schreibe." Vers 12: "Und dem Engel der Gemeinde Pergamus schreibe." Und so weiter und so fort. Es sind immer die Engel der Gemeinden, die besonders angesprochen werden, obwohl in Kapitel 1 gesagt wird, dass die Botschaft an die ganze Gemeinde gerichtet ist und auch jeweils am Ende der Sendschreiben deutlich wird: "Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt." Das wird immer ungefähr im letzten Vers des Sendschreibens, an jedem Sendschreiben, im letzten Vers gesagt. Was ist also die Bedeutung davon, dass immer am Anfang der Engel angesprochen wird?
[7:21] Zunächst finden wir in Offenbarung 1 Vers 20 die Beziehung zwischen Engel und Jesus. Und wir wollen jedes Thema in der Bibel aus der Perspektive von Jesus betrachten. In Offenbarung 1 Vers 20 heißt es: "Das Geheimnis der sieben Sterne, die du in meiner Rechten gesehen hast, und der sieben goldenen Leuchter: Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter, die du gesehen hast, sind die sieben Gemeinden." Übrigens fällt mir – möchte ich vielleicht hier noch kurz erwähnen – das Geheimnis der sieben Sterne und das Geheimnis der sieben goldenen Leuchter. Wir wissen, die sieben goldenen Leuchter sind die sieben Gemeinden. Wenn man das so liest in Vers 20, eigentlich sehr interessant, fällt mir hier auf: In Vers 19: "Schreibe, was du gesehen hast und was ist und was nach diesem geschehen soll." Da finden wir ja diesen Aspekt, dass sozusagen ein zeitlicher Ablauf stattfindet, ja, was geschehen ist, was ist und was nach diesem geschehen soll, also zukünftig. Und das allein schon belegt, dass diese sieben Gemeinden sich nicht nur auf den Ist-Zustand zur Zeit von Johannes beziehen können, sondern dass sie auch Zukünftiges ansprechen. Und das ist eine weitere Stütze dafür, dass die sieben Sendschreiben sich nicht nur, also vor allem auch kirchengeschichtlich durch die Jahrhunderte entfalten, auch wenn natürlich die Gemeinden alle real auch zur Zeit von Johannes existiert haben. Aber der Punkt für uns jetzt ist hier in Vers 20: "Das Geheimnis der sieben Sterne, die du in meiner Rechten gesehen hast." Die sieben Sterne sind die Engel. Sie befinden sich in der rechten Hand von Jesus.
[9:07] Wer in der rechten Hand von Jesus ist, der ist in einer besonderen Position. Jesus sagt selbst, dass niemand uns aus seiner Hand reißen kann, wenn wir nicht selbst von dort weggehen. Kann uns niemand aus seiner Hand reißen. Die Boten sind in Jesu Hand, und zwar seiner rechten Hand. In der Bibel, allgemein, nun, in der Kultur damals, war die rechte Seite die Seite der Gunst, die Seite der Gnade, des Erbarmens, die Seite der Zugewandtheit, des Positiven. Jesus hat uns in seiner rechten Hand, wenn wir Engel der Gemeinde sind. Das finde ich eine sehr, sehr, ein sehr schönes Bild. Auch wenn zum Teil in einigen Gemeinden und insbesondere auch in der Gemeinde Laodizea sehr deutliche, ernste, dringliche Worte gesprochen werden müssen, die wirklich deutlich machen, dass wir aus unseren falschen Vorstellungen aufwachen müssen, bevor es zu spät ist, sind das doch Worte, die gesprochen werden an jemand, der in der Hand Jesu ist. Jesus spricht nicht zu den Engeln der Gemeinde, indem er einfach sie aus der Ferne anspricht. Er spricht nicht zum Engel von Laodizea all diese Worte, die er sagt, spricht er nicht zu jemandem aus der Distanz und sagt: "Jetzt mach mal so und so", sondern er spricht sie zu jemandem, der in seiner rechten Hand ist. Die Worte der Botschaft an Laodizea, sie werden nicht zu Unrecht immer als bittere Pillen bezeichnet, als ernste Botschaft. Aber es ist eine ernste Botschaft an einen Engel, der in seiner rechten Hand ist. Ich finde, das ist eine wirklich wichtige Botschaft. Jesus, wie er später sagt, überführt und züchtigt diejenigen, die er lieb hat. Wir denken immer, dass Tadel schlecht sei, aber Tadel ist ein Liebesbeweis, weil Jesus nicht möchte, dass wir getäuscht am Leben vorbeigehen. Die Botschaft an den Engel ist eine Botschaft an jemanden, der in seiner rechten Hand ist, in der rechten Hand von Jesus.
[11:33] Nun, wer oder was ist dieser Engel? Wer ist der Engel der Gemeinde Laodizea? Nun, eins ist sicher: Es kann sich nicht um einen buchstäblichen guten Engel handeln, obwohl natürlich auch wir heute Engel haben, die uns beschützen und die auf uns aufpassen. Es sind nicht diese Engel gemeint, denn es heißt ja in Vers 17 zum Beispiel: "Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluss und mir mangelt es an nichts. Und du erkennst nicht, dass du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt." Das kann sich nicht auf einen buchstäblichen guten Engel beziehen. Kann es sich auf einen bösen Engel beziehen, einen Dämon? Auch das ist unmöglich, denn es heißt in Vers 19: "Alle, die ich lieb habe, die überführe und züchtige ich. Sei nun eifrig und tue Buße." 21: "Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe." Dieses Angebot der Umkehr, dieses Angebot der Buße und Bekehrung ist für die gefallenen Engel nicht mehr gültig. Sie haben ihre Gnadenzeit verstreichen lassen, die rote Linie überstritten. Dämonen werden nicht wieder bekehrt werden. Und wir sehen ja auch, dass überhaupt in den sieben Gemeinden die verschiedenen Engel zum Teil gelobt werden für Dinge, die sie gut getan haben aus Glauben, und einige Dinge auch getadelt werden, die sie falsch gemacht haben. Und das entspricht dem Bild, dass wir von Menschen haben: Menschen, die im Glauben Dinge getan haben, die Gott loben kann, aber die auch dann durch Unglauben Fehler gemacht haben, die Gott tadeln muss. Es handelt sich also um Menschen, Menschen, die mit der Gemeinde zu tun haben, Menschen, die eine besondere Aufgabe in der Gemeinde haben.
[13:20] Und da kommt das Wort Engel wieder zum Zuge, denn griechisch "Angelos" bedeutet Bote, jemand, der eine Botschaft übermittelt. Und vielleicht müssen wir kurz uns noch einmal vergegenwärtigen, worum es hier eigentlich bei den Sendschreiben insgesamt geht, um besser zu verstehen, wer ist der Bote der Gemeinde Laodizea.
[13:50] Wie wir gesehen haben in Offenbarung 1 und dort Vers 1, andersrum, Verzeihung, Offenbarung 1 Vers 11, da lesen wir Offenbarung 1 Vers 11, da hörte der Johannes eine Stimme, die sprach: "Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte." Es geht also zweifelsohne um Jesus Christus, der sich danach auch in den nächsten Versen offenbart, sichtbar. Und: "Was du siehst, das schreibe in ein Buch." Welches Buch ist gemeint? Es ist das Buch der Offenbarung. "Das schreibe in ein Buch und sende es den Gemeinden, die in Asien sind: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamus und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea." Also, wir haben das Buch der Offenbarung, die von Jesus zu Johannes kommt, und Johannes schreibt sie in ein Buch. Dieses Buch nennen wir die Offenbarung, das, was er gesehen hat, ja, die Offenbarung selbst war erstmal das, was er gesehen hat, was er gehört hat, was er erlebt hat dort auf Patmos. Das ist ihm gegeben worden von Jesus. Er hat diese Offenbarung gegeben. Er ist ja selbst dort dem Johannes erschienen, und Johannes sollte das aufschreiben, und er sollte das senden an die Gemeinden, zum Beispiel an Laodizea. Laodizea sollte nicht nur die Laodizea-Botschaft bekommen, sondern Laodizea bekam das gesamte Buch, die gesamte Offenbarung. Und das ist übrigens ein ganz wichtiger Punkt: Die gesamte Offenbarung. Und ich glaube, ich habe das auch schon mal angesprochen: Die gesamte Offenbarung ist an die sieben Gemeinden geschrieben, was bedeutet, da wir sehen, dass die Offenbarung in ihrer Gesamtheit von Offenbarung 1 bis 22, bis zur neuen Erde reicht, die gesamte christliche Geschichte abdeckt, über die Wiederkunft hinaus, die 1000 Jahre bis zur neuen Erde. Ist damit ganz klar, dass sich diese sieben Gemeinden nicht nur auf sieben buchstäbliche Gemeinden im ersten Jahrhundert beziehen können. Wenn denn sonst hätten all die Dinge, die in Offenbarung stehen, allesamt mit Wiederkunft, Totenauferstehung, Endgericht, Vernichtung der Sünde, neue Erde, all das in dieser Zeit dieser Ortsgemeinden im ersten Jahrhundert ereignen müssen. Das ist unmöglich, das ist definitiv. Dann können wir die Offenbarung nur zumachen, dann können wir die Bibel zumachen. Das heißt also, die Laodizea ist also neben den anderen sechs Gemeinden auch eine Metapher, ein Symbol für die Gemeinden in dieser gesamten Zeit, die alle zu bestimmten Zeiten leben und dann von dieser Offenbarung, diesem Buch, besondere wichtige Botschaften erhalten. Deswegen heißt es ja in Offenbarung 1 auch Vers 3: "Glückselig ist der, der die Worte der Weissagungen liest und die sie hören und bewahren, was darin geschrieben steht, denn die Zeit ist nah." Das heißt nicht, dass alle Dinge in der Offenbarung gleich nahe waren, denn in Offenbarung wird deutlich, dass manche Dinge aufeinander folgen, aber zu jeder Zeit, zur Zeit von Ephesus und zur Zeit von Smyrna und zur Zeit von Pergamus und Thyatira und Sardes und Philadelphia und Laodizea, zu jeder Zeit gibt es in der Offenbarung Botschaften, die gerade für diese Gemeinde nah sind. Und es ist natürlich besonders wichtig, dass die Gemeinde natürlich das gesamte Buch der Offenbarung liest, aber insbesondere sich mit den Dingen beschäftigt, die gerade nah sind für sie. Und deswegen ist es wichtig, dass wir eine historizistische Prophetieauslegung haben und die Prophetie so auslegen, dass wir sehen, wie zu jedem Zeitabschnitt sich bestimmte Dinge erfüllt haben. Das ist absolut entscheidend für das ewige Evangelium.
[17:33] Wir sehen also, die gesamte Offenbarung soll der Gemeinde Laodizea gegeben werden. Und es heißt hier in Vers 11, dass Johannes sie aufschreiben soll und er soll sie senden. Es ist nicht Johannes selbst, der nach Smyrna reist und der nach Philadelphia reist oder nach Laodizea reist, um dort das Buch abzugeben. Das kann er ja nicht, weil er auf Patmos ist. Er hat das Buch weitergegeben. Jetzt ist interessant, dass wir in Vers 1 lesen, in Vers 1, dass auch hier in diesem Übermittlungsweg es einen Engel gibt. "Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gegeben hat, um seinen Knechten zu zeigen, was rasch geschehen soll. Und er hat sie bekannt gemacht und durch seinen Engel seinem Knecht Johannes gesandt." Hier ist also sozusagen ein Engel dazwischengeschaltet, der das auch begleitet, der das also, natürlich spricht Jesus auch direkt zu Johannes, und Johannes sieht auch Dinge, aber immer wieder finden wir in Offenbarung auch, wie ein Engel ihm Dinge erklärt, gerade in den letzten Kapiteln ist das ganz, ganz häufig zu sehen, dass ein Engel mit involviert ist. Jesus bekommt die Offenbarung von dem Vater, das sagt der Text ganz deutlich. Der Vater gibt sie Jesus. Jesus gibt sie dem Engel. Der Engel gibt sie Johannes. Johannes schreibt sie auf. Und bisher habe ich immer gedacht, ja, Johannes sendet sie halt an die Gemeinden, an uns. Aber vielleicht können wir noch einen Punkt dazwischenschalten, nämlich so wie es einen Engel gibt, der von Jesus die Dinge an Johannes weitergibt, gibt es auch von Johannes einen Engel, jeweils Boten. Jetzt gut mitdenken: Die offensichtlich diese Botschaft, aufgeschrieben im Buch der Offenbarung, den Gemeinden weitergeben, die diese Botschaft vorlesen, möglicherweise erklären, die dafür sorgen, dass diese Botschaft die Gemeinden auch erreicht, alle Geschwister, die dort wohnen. Das heißt, könnte es sein, dass mit dem Engel nicht nur die Missionare gemeint sind, die einfach zu der Zeit von Laodizea allgemein hinausgehen, sondern die insbesondere auch, was das andere nicht ausschließt, aber insbesondere auch damit beauftragt sind, genau diese Botschaft der Offenbarung der Gemeinde zu bringen? Denn es ist ja Gottes Ziel, dass diese Botschaft die Gemeinde erreicht. Das Ziel ist, dass es bei der Gemeinde ankommt. Und demzufolge ist der Engel, der Bote, derjenige, der dafür sorgt, dass diese Botschaft bei der Gemeinde ankommt. Es sind diejenigen, die zu der Gemeinde predigen, und zwar nicht irgendetwas, nicht einfach Politik oder Weltgeschehen oder dies und jenes und Zeitgeschehen, sondern die die Offenbarung der Gemeinde predigen.
[20:18] Und daraus folgt natürlich, weil die Gemeinde nicht das tote Meer ist, wo alles reinfließt und nichts weitergeht, sondern hoffentlich wie der See Genezareth, wo das Wasser reingeht und wieder rausgeht, weil die Gemeinde ja ein Leuchter ist, der leuchten soll, wo es also strahlt. Ist jetzt keine besonders schöne Flamme, aber daraus folgt natürlich, dass sicherlich diese Engel, die die Offenbarung der Gemeinde predigen, auch diejenigen sein werden, die insbesondere eine führende Rolle dabei spielen, dass dann die Gemeinde auch diese Botschaft in die ganze Welt trägt. Es sind also diejenigen, die die Verantwortung dafür tragen, dass die Botschaft Gottes des Vaters über Jesus, die Johannes erhalten hat in dem Buch der Offenbarung, die Gemeinden erreicht. Und deswegen stehen die Sendschreiben auch am Anfang. Sie sind sozusagen die Arbeitsanweisung an die Boten, die das gesamte Buch übergeben sollen. Denn der Bote soll ja nicht nur die Botschaft an Laodizea bringen, sondern er soll das gesamte Buch da bringen: Offenbarung 4, 5, 6, 7, 8, 9 bis 22. Und am Anfang wird jedem Boten für jede Gemeinde etwas Spezifisches gesagt für seine Aufgabe. Er wird besonders gelobt oder getadelt, sodass sichergestellt wird, dass wenn er den Tadel annimmt, dann wirklich auch die gesamte Offenbarung bei dem Volk ankommt.
[21:59] Und damit ist die Botschaft an Laodizea nicht einfach nur ein in sich geschlossenes Statement von Jesus über die Endzeitgemeinde, sondern der Blick weitet sich dadurch, dass es Jesu Evaluation ist, wie gut oder auch nicht die Boten den Auftrag erfüllen, die Botschaft der Offenbarung dem Volk nahezubringen. Und ich glaube, wenn wir die Laodizea-Botschaft in diesem Sinne lesen, ergeben sich möglicherweise ganz neue Einsichten. Zum Beispiel, wenn es in Vers 16 – werden wir noch ausführlicher studieren ein andermal – aber wenn es heißt: "So aber, weil du lau bist und weder kalt noch heiß, werde ich dich ausspeien aus meinem Mund." Warum? Weil der Engel ja derjenige ist, der die Worte Jesu der Offenbarung weitergeben soll. Wenn er aber so lau ist und vorgibt, die Offenbarung zu glauben und weiterzugeben, aber es in Wirklichkeit gar nicht tut und gar nicht weiß, wie wenig er von der Offenbarung versteht, dann wird Jesus ihn ausspeien, weil er eben nicht die Worte Jesu weitergibt.
[23:24] Und das zeigt uns, wie wichtig es Jesus ist, dass die Botschaft der Offenbarung beim einfachen Gemeindeglied ankommt. Und deswegen werden Prediger und Gemeindeleiter, Verkündiger, Evangelisten, Bibelarbeiter, wer auch immer, aufgefordert, immer und immer wieder auch in den Schriften Inspiration die Offenbarung zu predigen, auszulegen, nicht um Neugierde zu befriedigen, nicht einfach um Spekulation anzufachen, sondern um die Botschaft Gottes in all ihrer Klarheit und Schönheit darzustellen, um die Geschwister festzumachen, damit sie, wie wir gelesen haben in Kolosser, ermutigt werden und zusammengeschlossen werden im Glauben und gefestigt werden.
[24:09] werden im Glauben und gefestigt werden im Wissen um das Evangelium und im Wissen um Gottes Wahrheit, dass Christus in ihnen Gestalt gewinnt, dass die Offenbarung Jesu Christi, das wahre Evangelium, in ihnen seine Kraft entfaltet. Deswegen brauchen wir die Offenbarung.
[24:28] Und jeder Prediger, jeder Verkündiger, jeder Gemeindeleiter, jeder Bibelsabbatschullehrer, jeder Hauskreisleiter, der die Offenbarung ignoriert, nicht haben möchte oder an die Seite drängt, begeht einen schweren Fehler. Und ich glaube, die Laodizea-Botschaft ist Gottes Evaluation, wie sehr...
[24:52] ...wie sehr seine Gemeinde, die sich dem prophetischen Wort Gottes verpflichtet gibt, die nach außen hin sagt, dass sie ja natürlich der Prophetie folgt und dass sie das prophetische Wort studiert und dass sie Offenbarung 14, Vers 6 bis 12, zu ihrem, zu ihrer Kernbotschaft hat, wie sehr sie wirklich diese Botschaft versteht, auslebt und...
[25:27] Vielleicht ist es an der Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, dass dieses "ich bin reich, habe Überfluss und mir mangelt es an nichts" vielleicht sich auch insbesondere auf unser Verständnis der Offenbarung bezieht.
[25:42] Und wir wissen – das haben wir, glaube ich, in den letzten Jahren genügend demonstriert –, dass die Offenbarung wie ein Sackbahnhof ist, wo alle Gleise der Bibel zusammenkommen. Wer die Offenbarung studiert, muss natürlich die ganze Bibel studieren. Es ist ganz unmöglich, die Offenbarung in Isolation zu studieren. Wer die Offenbarung studiert, der studiert das Alte Testament, der studiert auch das Neue Testament. Wer die Offenbarung studiert, der studiert letztlich die gesamte Bibel, weil die Offenbarung die gesamte biblische Botschaft endzeitrelevant zusammenfasst und auf den Punkt bringt und Tiefen auslotet, die für unsere Zeit besonders wichtig sind.
[26:21] Jesus wendet sich an die Engel. Er wendet sich an jeden, der durch sein Amt, seine Position, seine Fähigkeiten, seine Zeit, seine Gelegenheiten in irgendeiner Art und Weise potenziell die Möglichkeit hat, das ewige Evangelium, wie es in der Offenbarung, im Buch der Offenbarung, komplett dargestellt wird, der Gemeinde weiterzugeben. Und damit natürlich – wir erinnern uns, nie vergessen: Laodizea ist ein Leuchter – damit die Gemeinde es weitergeben kann.
[26:50] Die Idee ist noch nicht einmal so sehr die, dass einfach die Gemeinde passiv daseitzt, wie die Boten diese Botschaft nehmen und jetzt einfach in der ganzen Welt verbreiten und die Gemeinde das mit Zehnten und und vielleicht ein bisschen Zuspruch ermutigt, sondern die Idee ist, dass die Engel natürlich die Gemeinden befähigen, die Gemeinden mit dem Wort Gottes unterrichten, damit die Gemeinde selbst leuchtet. Und natürlich werden die Engel damit an vorderster Front dabei sein. Natürlich werden die Engel auch die Geschwister anleiten, wie sie die Offenbarung weitergeben können, aber sie sind nicht die Einzigen, die die Botschaft predigen. Es sind diejenigen, die die Botschaft zur Gemeinde bringen und damit die Gemeinde nicht nur bereichern, nicht nur belehren, sondern befähigen...
[27:33] ...ausbilden, Botschafter der Offenbarung Jesu Christi sein. Und das ist unser ganzes Ziel hier bei dem Offenbarungsseminar. Wir möchten, dass du, lieber Freund, liebe Freunde, so ein Leuchter bist, nicht nur für die Laodizea-Botschaft, sondern die Laodizea-Botschaft soll dir und mir sagen, dass es an der Zeit ist, die Offenbarung wieder richtig zu studieren, damit wir endlich der Leuchter sind, endlich der Leuchter, den Jesus haben möchte, damit die Herrlichkeit Gottes die Welt erleuchtet, so wie es in Offenbarung 18, Vers 1, steht.
[28:08] Wie sagt Paulus: "Die, die Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit." Das ist Jesu Wunsch, und darum geht es bei dem Engel. Jesus möchte, dass die Botschaft in der Gemeinde ankommt. Er möchte nicht, dass die Botschaft von einigen wenigen...
[28:19] ...Internetevangelisten verstanden wird, die das dann einfach erklären und die anderen glauben das und sagen: "Aha, alles klar, so müssen wir das machen." Er möchte, dass die Gemeinden selbst, dass die Botschaft in der Gemeinde lebt, dass die Geschwister zu Hause über die Offenbarung nachdenken und durch die Offenbarung angeleitet werden, durch die Offenbarung angeregt werden, sich mit Daniel zu beschäftigen, mit Hesekiel zu beschäftigen, mit Johannes zu beschäftigen, mit dem Römerbrief zu beschäftigen, das Evangelium in all seinen Facetten kennenzulernen, weil es für das Studium der Offenbarung so entscheidend ist und weil die Offenbarung das alles zusammenfasst.
[28:48] Ihr Lieben, lasst uns neu die Offenbarung entdecken. Lasst uns die Botschaft an Laodizea ein Aufruf sein, die Offenbarung von allen Seiten zu durchleuchten, denn ich glaube, die Laodizea-Botschaft sagt uns, dass das, was in der Offenbarung für uns geschrieben steht, nicht richtig verstanden wird. Wir sind lau, wir denken, wir haben es verstanden, aber wir haben es noch nicht richtig verstanden.
[29:16] Entsprechend würde es sich lohnen – aber die Zeit haben wir heute nicht –, mal nachzuschauen, wie man auch bei allen anderen Gemeinden, die wir in den letzten Monaten ja auch schon ausführlich studiert haben, diesen Gedanken nachvollziehen kann, wie zum Beispiel in der Gemeinde Thyatira gesagt, dem Engel, dass Gott keine weitere Last auf ihn legen will, dass er festhalten soll, was er hat, weil natürlich zur Zeit von Thyatira, Mittelalter, das Verständnis der Offenbarung gar nicht so groß gewesen ist, wie es vielleicht heute ist, aber Gott sie auffordert, das, was sie haben, zu verstehen.
[29:44] Und so könnten wir verschiedene Punkte anschauen. Wir könnten uns Philadelphia anschauen, wie sie durch das Studium der Offenbarung diese geöffnete Tür gesehen haben, die in Offenbarung 11 steht, in der siebten Posaune Offenbarung 10, der Jesus, der dort kommt mit dem geöffneten Büchlein und dann der, der schwört, dass keine Zeit mehr sein wird, dass 1844 die letzte Prophezeiung abgelaufen ist, aber dass das Evangelium vollendet wird. Und das in der Offenbarung steht das ja, dass in der siebten Posaune die Tür sich öffnet und die Bundeslade gesehen wird. All das ist Teil der Botschaft an die Gemeinde Laodizea.
[30:19] Wir sehen also, wie die Botschaften an die Engel der Gemeinden sozusagen in prägnanter Form die wichtigsten Gedanken sind, die diejenigen verstehen müssen, die in der jeweiligen Zeit leben und die die gesamte Offenbarung ihrer Zeit ihren Gemeinden predigen sollen.
[30:39] Man könnte also sagen, die Laodizea-Botschaft ist Jesu Handlungsanweisung an diejenigen, die die Aufgabe und die Gelegenheit haben, das Buch der Offenbarung in der Endzeit zu predigen, damit Gottes Gemeinde ein Leuchter ist.
[31:04] Das ist die Botschaft, so glaube ich, wenn es heißt: "Und dem Engel der Gemeinde von Laodizea schreibe..."
[31:14] Und das ist natürlich oft die Verantwortungsträger. Deswegen ruht eine besondere Verantwortung auf all denen, die für die, über die Lehre einer Ortsgemeinde wachen, den Predigern, den Gemeindeleitern, denen, die die Sabbatschule leiten, denen, die Bibelstunden geben, Hauskreise leiten. Große Verantwortung! Die Botschaft an Laodizea, wie sie hier steht, ist insbesondere auch an uns gerichtet, und ich muss sie für mich ernst nehmen, neu studieren und...
[31:51] Vers 14: "Und dem Engel der Gemeinde von Laodizea schreibe: Das sagt der Amen."
[31:59] Wir haben gesehen, wie in jeder Gemeinde sich Jesus selbst vorstellt, und wir haben herausgefunden, dass diese Selbstvorstellung von Jesus in der Regel sehr deutlich korreliert werden kann mit dem, was in der Gemeinde gerade aktuell ist.
[32:13] ...was entsprechend gelobt und getadelt wird. Da gibt es also, das ist nicht willkürlich, wie Jesus sich vorstellt. Wir haben auch gesehen, dass die meisten Selbstvorstellungen in den Sendschreiben direkt Bezug nehmen auf die Dinge, die über Jesus in Kapitel 1 gesagt werden, als er sich dem Johannes auf Patmos offenbart und dort bestimmte Attribute gesehen werden von Johannes und beschrieben werden. Und viele dieser Attribute werden dann in den Sendschreiben wieder aufgegriffen.
[32:43] Das, was hier in Offenbarung 3, Vers 14, über ihn gesagt wird, so wie auch schon in Vers 7 bei den, bei der Gemeinde, bei dem Schreiben an den Engel der Gemeinde in Philadelphia, diese Dinge sind so in der Form in Offenbarung 1 nicht explizit erwähnt worden. Natürlich sind das Dinge, die auch zu dem Zeitpunkt für Jesus galten und gelten, aber Dinge, die sozusagen neu ausgedrückt werden.
[33:13] Wir wollen jetzt in den verbleibenden Minuten uns Gedanken machen über den ersten Ausdruck, nämlich "der Amen". Wir alle kennen "Amen" als das Wort, das wir am Ende eines Gebetes sagen. Und interessanterweise ist das die Stelle, in der das Wort "Amen" nicht einfach als Beendigung oder als Ausruf verwendet wird. Jesus sagt das Wort ganz oft, auch wenn er etwas bekräftigen möchte. Er sagt dann "Amen, Amen", und das wird meistens dann übersetzt mit "wahrlich, wahrlich".
[33:43] Es wird hier als Substantiv verwendet: "der Amen". Es ist sozusagen sein Name. "Das sagt der, der Amen ist." So wie Gott die Liebe, so wie Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, ist er auch das Amen oder der Amen. Amen ist sozusagen nicht eine Eigenschaft, ist nicht sozusagen etwas, was anders gesagt: Amen ist das, was Jesus ist. Er ist das personifizierte Amen.
[34:08] Interessanterweise gibt es eine Stelle im Alten Testament, in der Gott bereits mit dem Namen Amen in Verbindung gebracht wird. Interessanterweise Jesaja 65 und dort Vers 16.
[34:29] Dort heißt es: "Sodass, wer sich im Land segnen will, sich bei dem wahrhaftigen Gott segnen wird, und wer im Land schwören will, bei dem wahrhaftigen Gott schwören wird, denn wird die frühen Nöte vergessen, und sie werden vor meinen Augen verborgen sein." In der Schlachter-Übersetzung kommt das Wort "Amen" hier gar nicht vor, aber sehr wohl im Hebräischen. Das, was hier übersetzt wird als "der wahrhaftige Gott", ist eigentlich wörtlich der "Gott des Amens". Und das wird manchmal, wie hier, einfach so ein bisschen geglättet, indem man sagt: "Na ja, was soll das schon sein? Dann bedeutet es vielleicht der zuverlässige Gott, der wahrhafte Gott." Aber ich finde, diese Formulierung ist eigentlich, man sollte sie stehen lassen, unüberschrieben, wie sie dort steht: "des Amens", der des Amens. Warum?
[35:30] Weil es gut möglich ist, dass Jesus sich explizit auf diesen Vers bezieht in Jesaja 65, Vers 16. Und interessanterweise ist es der Gott des Amens. Und auch das wieder ein interessanter Hinweis darauf, dass Jesus hier auch an dieser Stelle seine Gottheit zum Ausdruck bringt. Er ist der Amen. Im Alten Testament sagt Gott, dass er der Gott des Amens ist, zweimal. Man wird bei dem wahrhaftigen Gott, äh, bei dem Gott des Amens, Verzeihung, sich segnen, und man wird auch bei dem Gott des Amens schwören.
[36:10] Und das hat damit zu tun, dass "Amen" ein Begriff ist, der sowohl für Bundesschlüsse und Eide verwendet worden ist, dazu gleich mehr. Aber was ich besonders interessant finde und total begeistert, ist das, was hier in Vers 16 wirklich steht: "Sodass, wer sich im Land segnen will, sich bei dem Gott des Amens segnen wird, und wer im Land schwören will, bei dem Gott des Amens schwören wird." Denn jetzt kommt die Begründung, warum wird man bei dem Gott des Amens sich segnen, warum wird man bei dem Gott des Amens schwören? Darum: "Denn man wird – Achtung! – die früheren Nöte vergessen, und Gott selbst sagt: 'Und sie werden vor meinen Augen verborgen sein.'" Der Name Amen in Jesaja 65 ist deswegen gewählt, weil Gott die früheren...
[37:06] ...Nöte hinter sich geworfen hat. Er wird nicht mehr an sie gedenken, und sie werden vergessen sein. Und das ist eine so wunderbare Botschaft, denn die Botschaft an Laodizea ist voll von Nöten. Sie ist so traurig, sie ist so, so, so, so ernst. So viele Dinge laufen dort schief, dass man vielleicht verzweifeln könnte. Aber bevor Jesus auch nur irgendetwas davon sagt, sagt er als allererstes: "Ich bin der, den ihr aus dem Alten Testament kennt, der Gott des Amens. Ich bin der Amen." Und weil ich der Amen bin, dürft ihr wissen: Wenn ihr mir glaubt und wenn ihr diese Botschaft annimmt, wenn ihr hört, was der Geist den Gemeinden sagt, dann werden alle diese Dinge, die in der Laodizea negativ erwähnt werden, einmal vergessen sein, und Gott wird nicht mehr an sie gedenken. Es geht von Anfang an nicht darum, die Dinge einfach zu benennen, sondern die...
[38:11] ...Realität, die momentan so traurig ist, hinter sich zu lassen. Jesus gibt die Laodizea-Botschaft nicht, um uns eins auszuwischen und sagen: "Siehst du, wie schlecht du bist?", sondern damit wir diesen Zustand überwinden. Ich glaube, es ist zu wenig drüber nachgedacht worden, wie wir den Zustand Laodizeas überwinden können. Wenn überhaupt über Laodizea gepredigt wird, dann meistens nur, um zu zeigen, wie Laodizea ist. Aber der Schwerpunkt von Anfang an, von dem ersten Satz an, ist, dass das nicht so bleiben muss.
[38:48] Der Gott des Amens, wie gesehen, wie gesagt. Amen steht am Ende von Bundesschlüssen, von Eiden. Nehemia Kapitel 5 und dort Vers 13.
[39:06] Da heißt es hier, als Nehemia eine Vereinbarung trifft mit dem Volk, um dort Missstände auszuräumen – also passend zu Laodizea: Es laufen Dinge schief im Volk Gottes. Das Berufung ist, die Stadt wieder aufzubauen. Das ist genau unser Nehemia, ein ganz wunderbarer Typus für unsere Zeit. Wir haben auch die Aufgabe, die wieder aufzurichten, Jesaja 58. Das sind genau die Erfüllung mit der Wiederaufrichtung des Sabbats und und die Herstellung, Wiederherstellung der alten Wahrheiten der Bibel. Das ist unsere Aufgabe. Aber während sie dort daran bauen, gibt es Missstände in der Gemeinde, wie auch bei uns. Und Nehemia will diese Missstände beseitigen, nicht einfach nur aufdecken, sondern beseitigen. Und dann heißt es hier in Vers 13 auch:
[39:50] "Schüttelte ich den Bausch meines Gewandes aus und sprach: So schüttle Gott jedermann von seinem Haus und von seinem Besitztum ab, der versprochen hat und nicht ausführt, der also Dinge sagt, aber nicht tut, und könnte fast sagen, der lau ist, ja, so werde er ausgeschüttelt und leer bleiben." Mit Hinterkopf vielleicht auch für "ich spucke dich aus" in Offenbarung. Und die ganze Versammlung sprach: "Amen!" Und sie lobten den Herrn, und das Volk handelte nach diesem Wort. Es geht darum, dass Missstände beseitigt werden. Nehemia 5, Vers 13. Nicht einfach nur benannt, Missstände.
[41:09] 5. Mose 27, und dort haben wir Segen und Fluch, der auf den Bergen Garizim und Ebal bei der Einnahme Kanaans dann ausgesprochen werden sollte. Da finden wir immer wieder das Wort "Amen". "Verflucht sei, wer ein geschnitztes oder gegossenes Bild macht, das dem Herrn ein Gräuel ist, ein Machwerk von Künstlerhand, und es heimlich aufstellt." Das ganze Volk soll antworten und sagen: "Amen!" Vers 16: "Verflucht sei, wer seinen Vater und seine Mutter verachtet." Und das ganze Volk soll sagen: "Amen!" "Verflucht sei, wer die Grenze seines Nächsten verrückt." Und das ganze Volk soll sagen: "Amen!" Und so geht's immer weiter und immer weiter, und jetzt mal soll das Volk sagen: "Amen!" Und dann heißt es in Vers 26, Verzeihung: "Verflucht sei, wer die Worte dieses Gesetzes nicht aufrechterhält, indem er sie tut." Und das ganze Volk soll sagen: "Amen!"
[41:57] Hier geht es also auch um das Halten des Gesetzes, ganz eindeutig. Also 5. Mose 27, Vers 26. Die Gebote halten, das soll durch einen Bund, der geschlossen wird, und soll durch ein Amen bekräftigt werden.
[42:16] Und dann finden wir in Kapitel 28, was der Segen ist, wenn die Gebote gehalten werden, und was der Fluch ist, wenn sie nicht gehalten werden. Aber dann geht's immer noch weiter, weil dann finden wir in Kapitel 30 folgendes ab Vers 1:
[42:26] "Es wird aber geschehen, wenn alle diese Worte über dich kommen werden, der Segen und der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und du es dir zu Herzen nimmst unter all den Heidenvölkern, wohin dich der HERR, dein Gott, verstoßen hat, und wenn du umkehrst zu dem HERRN, deinem Gott, und seiner Stimme gehorchst in allem, was ich dir heute gebiete, du und deine Kinder, von ganzem Herzen und von ganzer Seele..." Jemand könnte denken: "Na ja, okay, ich habe Amen gesagt, ich habe versprochen, es zu tun, habe es gebrochen, damit ist es vorbei." Unser Amen wird gebrochen. Wir haben Amen gesagt bei der Taufe, wir haben Amen gesagt, als wir gesagt haben: "Wir möchten das nicht mehr tun, wir möchten dieses nicht mehr tun, wir nehmen uns jetzt vor, ein Mensch zu sein." Wir haben Gottes Gebote gelesen und gesagt: "Amen!" und haben sie trotzdem gebrochen. Unser eigenes Amen hat sich nicht als tragfähig erwiesen. Aber Gott sagt hier in 5. Mose...
[43:10] ...30, ab Vers 1: "Es wird aber geschehen, wenn alle diese Worte über dich kommen werden, der Segen und der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und du es dir zu Herzen nimmst unter all den Heidenvölkern, wohin dich der HERR, dein Gott, verstoßen hat, und wenn du umkehrst zu dem HERRN, deinem Gott, und seiner Stimme gehorchst in allem, was ich dir heute gebiete, du und deine Kinder, von ganzem Herzen und von ganzer Seele." Ich möchte sagen, das sind Worte, die gehen direkt an Laodizea. Laodizea, das Segen erlebt hat und Fluch erlebt hat, das von Gott berufen ist, seine besondere Botschaft an die ganze Welt zu bringen, aber das durch Sünde und Rebellion und Uneinigkeit sich von Gottes Segen immer wieder getrennt hat. Und Gott sagt: "Wenn du umkehrst" – das ist ja die Botschaft an Laodizea: "Tu Buße, und eifrig Buße!" – "wenn du umkehrst zu dem HERRN, deinem Gott, und seiner Stimme gehorchst in allem, was ich dir heute gebiete, du und deine Kinder, von ganzem Herzen und von ganzer Seele, nicht lau, nicht ein Bein hier und ein Bein dort, sondern von ganzem Herzen, so wird der HERR, dein Gott, dein Geschick wenden und sich über dich erbarmen und wird dich wieder sammeln aus allen Völkern, wohin dich der HERR, dein Gott, zerstreut hat." Ich liebe dieses, dieses Kapitel, ich finde es das tollste Kapitel der gesamten Bibel. "Und wenn du auch bis an das Ende des Himmels verstoßen wärst, so wird dich doch der HERR, dein Gott, von dort sammeln und dich von dort holen." Gott gibt uns Gebote, er gibt uns sein Wort, und wir sagen: "Amen!" Und wir wollen es halten, und wir versuchen es zu halten, und wir scheitern, weil wir aus eigener Kraft es oft versuchen. Und Gott sagt: "Obwohl du mit deinem eigenen Amen gescheitert bist, gebe ich dich nicht auf." Das habe ich in meinem Leben erlebt. Gott ist ein Gott der Wiederherstellung. Gott gibt uns nicht auf.
[44:55] Es heißt dann in Vers 5: "Und der HERR, dein Gott, wird dich in das Land zurückbringen, das deine Väter besessen haben, und du wirst es in Besitz nehmen, und er wird dir Gutes tun und dich mehren mehr als deine Väter. Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz, das Herz deiner Nachkommen, beschneiden, dass du den HERRN, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, damit du lebst." Gott verlangt nicht von uns, dass wir aus eigener Kraft etwas tun, um ihn gnädig zu stimmen oder ihn zu beeindrucken. Er möchte, dass wir ihm erlauben, dass er unser Herz verändert. Gott möchte nicht, dass wir einfach nur sehen: "Oh, wir sind Laodizea, wir strengen uns jetzt mehr an." Er möchte, dass wir ihn einladen, dass er uns verändern kann.
[45:42] Und dann heißt es hier, Vers 8: "Du aber wirst umkehren und der Stimme des Herrn gehorchen und alle seine Gebote befolgen, die ich dir heute gebiete." Wenn Gott unser Herz beschneidet, dann können wir seine Gebote halten. Hesekiel hat das anders ausgedrückt, er hat das so ausgedrückt, ganz ähnlich in Hesekiel 36 und dort Vers 26 und 27: "Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen. Ich will das steinene Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und..."
[46:23] dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmungen befolgt und meine Rechtsbestimmungen befolgt. Gebote nicht durch unser Amen, sondern dadurch, dass Jesus das Amen ist und wir dem zustimmen und ihn zu unserem Amen machen, nicht durch unser aus eigener Kraft gesprochenes Amen, sondern indem wir das Amen von Jesus zu unserem eigenen machen, in ihm leben, weil er das Amen ist, weil er die Sicherheit, die Gewissheit, die Stärke, die Konstanz bildet. Amen bedeutet Festigkeit, Sicherheit. Darauf kann man sich verlassen. Auf unsere Versprechen kann man sich nicht verlassen, aber auf Jesu Versprechen kann man sich verlassen.
[47:22] Wir sind am Ende gleich angelangt. 5. Mose 30, Vers 11: „Denn dieses Gebot, dass ich dir heute gebiete, ist nicht zu wunderbar für dich und nicht zu fern. Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest: Wer will für uns zum Himmel fahren und es uns holen und es uns hören lassen, dass wir es tun? Es ist doch nicht jenseits des Meeres, dass du sagen müsstest: Wer will für uns über das Meer fahren und es uns holen und es uns hören lassen, dass wir es tun? Sondern das Wort ist sehr nahe bei dir, in deinem Mund und in deinem Herzen, dass du es tun kannst.“
[47:51] Und diesen Vers hat Paulus ausgelegt in Römer Kapitel 10. In Römer 10, da sagt er dann nämlich: „Aber die Gerechtigkeit aus Glauben spricht so: Sprich nicht in deinem Herzen: Wer wird in den Himmel hinaufsteigen?“, nämlich um Christus herabzuholen. „Oder wer wird in den Abgrund hinuntersteigen?“, nämlich um Christus von den Toten zu holen. „Sondern was sagt sie? Das Wort ist dir nah, in deinem Mund und deinem Herzen. Dies ist das Wort des Glaubens, das wir verkündigen.“
[48:20] Paulus sagt, der Glaube, der im Römerbrief beschrieben ist, dieser Glaube an Jesus Christus ist genau das, was Mose in 5. Mose gemeint hat, was Gott in 5. Mose gemeint hat. Es ist durch Jesus, dass wir Gottes Gebote halten können.
[48:38] Es gibt in diesem Leben zwei Arten von Versprechen. In 5. Mose 8 – Verzeihung – in Hebräer 8 heißt es in Vers 6: „Nun aber hat er einen umso erhabeneren Dienst erlangt, als er auch der Mittler eines besseren Bundes ist, der aufgrund von besseren Verheißungen festgesetzt ist.“
[49:07] Jesus zeigt uns hier, es gibt einen neuen Bund und der basiert auf besseren Verheißungen, nicht auf unseren Versprechen, wie im alten Bund, als das Volk sagte: „Wir wollen alles tun, wir halten die Gebote Gottes“, sondern auf Gottes Versprechen, dass er versprochen hat, in uns den Gehorsam zu bewirken. Hat er versprochen. Und auch wenn unser Amen gebrochen worden ist, wird das Amen von Jesus nie gebrochen werden.
[49:33] Zu Beginn der Laodizea-Botschaft sagt Jesus: „Was Gott versprochen hat, kann man halten, wird man halten, darf man halten in mir, in Jesus.“ Und jeder Versuch, aus eigener Kraft das zu schaffen, Gott zu beeindrucken, alleine den Laodizea-Zustand überwunden zu haben, wird kläglich scheitern.
[49:55] Jesus sagt: „In mir.“ Und damit enden wir in 2. Korinther 1, Vers 20. Was bedeutet es, dass Jesus das Amen ist? 2. Korinther Kapitel 1 und dort Vers 20, dort steht: „Denn so viele Verheißungen Gottes es gibt, die sind in ihm das Ja und in ihm das Amen, Gott zum Lob durch uns.“ Das heißt konkret: Was immer du in der Bibel an Verheißungen Gottes liest, egal ob im Alten Testament, im Neuen Testament, große Verheißungen, kleine Verheißungen, weitreichende, egal um was es geht: Wenn Gott es versprochen hat, gibt es in Jesus zu dieser Verheißung ein Ja und ein Amen.
[50:51] Jesus garantiert, dass Gott dir diese Verheißung schenken möchte und dass er dabei bleiben möchte. Das Ja sagt: Gott wird es auch dir geben, er ist dafür, er muss nicht überredet werden. Das Amen sagt: Er wird dabei bleiben. Diese Verheißung ist nicht ein zufälliges, plötzliches, zeitlich begrenztes, eine zeitlich Begrenzung, sondern sie bleibt. Du kannst dich darauf verlassen.
[51:10] Das Wichtigste, was Laodizea am Anfang hören muss, ist: Gottes Verheißungen erfüllen sich alle dauerhaft bei dem, der in Jesus ist. Und das bedeutet nur eine Sache: Wir können nicht nah genug bei Jesus sein. In Jesus wird der Zustand von Laodizea so überwunden, dass Gott nie wieder daran denkt.
[51:33] Und ich wünsche mir von meinem ganzen Herzen, dass wir nicht noch 100 Jahre lang über Laodizea reden, sondern dass wir so bald wie möglich den Laodizea-Zustand vergessen können, dass so bald wie möglich Gott diesen Laodizea-Zustand hinter sich lassen kann, weil er der Gott des Amens ist und wir endlich im Glauben, dass die Dinge, die er dir versprochen hat, er auch so meint, und zwar für mich und für dich und zwar für alle Ewigkeiten, dass wir uns die Verheißungen Gottes nehmen und so leben, als ob sie wirklich wahr sind. Das ist die Botschaft, lautet sie.
[52:08] Möchtest du heute Gottes Verheißung annehmen, nicht weil du ihm Treue versprichst, sondern weil Jesus verspricht, in dir Treue zu bewirken? Möchtest du mit ihm zusammenarbeiten, anstatt alleine zu kämpfen? Möchtest du mit ihm kämpfen, mit ihm gehen, mit ihm wandeln, mit ihm zusammenarbeiten? Er braucht deinen Willen, er braucht deine Entscheidung und er wird dafür sorgen, dass alle Verheißungen sich erfüllen. Ist das dein Wunsch? Amen.
[52:35] Dann lass uns auch gemeinsam niederknien und beten. Lieber Vater im Himmel, was für ein Segen ist dein Wort, was für eine wunderbare Botschaft hast du uns gegeben. Ich möchte dich bitten von ganzem Herzen, dass ich selbst das in meinem Leben Tag für Tag erlebe und dass wir jeden Tag uns ganz fest an dich klammern, näher, noch näher zu dir kommen, dass Jesus unser Ein und Alles wird. Und Herr, danke, dass wir wissen dürfen, dass es keine Verheißung gibt, die in Jesus nicht für uns gelten würde. Jede Verheißung dürfen wir in Anspruch nehmen, weil Jesus es versprochen hat und weil er sich dafür verbürgt, dass wir allen Segen erhalten werden, den du versprochen hast. Deswegen wollen wir dein Wort studieren, deine Verheißungen und daraus leben. Im Namen Jesu. Amen.
[53:30] Nächste Woche werden wir uns weiter mit dem Vers 14 beschäftigen, weiter uns anschauen, wie Jesus sich der Gemeinde Laodizea vorstellt und daraus viele Dinge für unser Leben und für unseren Glauben entdecken und sehen, wie Gott selbst, wie Jesus selbst die Laodizea-Botschaft gemeint hat und wie wir sie weitergeben können an unsere Gemeinden, damit diese leuchten, die Erde erleuchtet wird mit der Herrlichkeit Gottes. Möge Gott euch reichlich segnen im Studium der Laodizea-Botschaft und seines Wortes allgemein. Gott mit euch bis zum nächsten Mal. Amen.
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