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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge von „Der Ersehnte“ beleuchtet Christopher Kramp die dritte Begebenheit aus Lukas 9, in der Jesus die bedingungslose Nachfolge betont: Wer die Hand an den Pflug legt, darf nicht zurückblicken. Anhand der Geschichte von Elia und Elisa wird verdeutlicht, dass wahre Jüngerschaft eine vollständige Hingabe erfordert, die keine Kompromisse mit weltlichen Prioritäten zulässt. Abschließend wird die Aussendung der 70 Jünger in Lukas 10 als Zeichen dafür interpretiert, dass Jesus der wahre Israel ist und seine Botschaft umfassend verbreitet werden soll, eine Aufgabe, die auch für uns heute relevant ist.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:33] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar „Der Ersehnte“. Schön, dass ihr wieder dabei seid auf www.kramp-media.de und wir weiter studieren können im Leben von Jesus auf seiner letzten großen Reise nach Jerusalem, einer Rundreise, die ihn jetzt auch in das Gebiet jenseits des Jordan nach Perea bringt. Wir haben das letzte Mal uns in Lukas neun zwei kurze Begebenheiten angeschaut, die von Lukas nebeneinander gestellt werden, weil sie das gleiche Grundthema haben, die sich dort auf dieser Reise ereignet haben: Menschen, die in die Nachfolge Jesu wollen, aber wo es bestimmte Dinge gibt, die erst noch bedacht werden müssen. Es geht um die Nachfolge. Wir haben gesehen, wie in Lukas neun erst einer Jesus nachfolgen möchte und dann in Lukas neun ab Vers 59 einer von Jesus aufgefordert wird.

[1:52] Und wir werden heute noch eine dritte Begebenheit uns anschauen, bevor wir das aber tun und dann auch in Lukas zehn mit dem neuen Thema weitermachen wollen, wollen wir Gott einladen, durch den Heiligen Geist zu uns zu sprechen und uns ja zu zeigen, was wir heute praktisch aus diesem Text des Evangeliums für uns mitnehmen können. Lass uns gemeinsam niederknien und beten.

[2:10] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen. Danke, dass du uns dein Wort gegeben hast und dass wir darin das Wirken und das Wesen Jesu immer besser und deutlich erkennen können. Wir möchten dich bitten, dass du heute durch die Verse, die wir lesen werden, auch zu uns persönlich sprichst, dass wir nicht nur klüger werden über das, was vor 2000 Jahren passiert ist, sondern dass wir deine Stimme zu unserem Herzen hören, dass wir verstehen, wie wir dir heute folgen können und was du auch in unserem Leben bewirken möchtest. Sei du jetzt unser Lehrer und hab Dank dafür. Amen.

[2:55] Gehen wir zu Lukas Kapitel neun und dort ab Vers 61. Wir haben, wie gesagt, zuvor zwei andere kurze Begebenheiten. Ein Mann kommt zu Jesus, der auf dem Weg ist, auf dem Weg geht und sagt: „Ich will dir folgen, wohin du auch gehst.“ Und Jesus macht ihm deutlich, dass sein Leben anders ist, als dieser Mann es vielleicht vermutet, der sich denkt: „Wenn Jesus jetzt auf dem Weg nach Jerusalem ist, dann wird er dort sicher als König gekrönt werden und endlich das Weltreich Israel gründen.“ Jesus macht ihm deutlich, dass der Sohn des Menschen nicht einmal einen Ort hat, wo er sein Haupt hinlegen kann, dass er abhängig ist, sich abhängig gemacht hat von anderen Menschen, kein Eigentum besitzt, und das alles, um uns zu helfen, um uns zu retten. Nachfolge Jesu bedeutet nicht nur, auf Dinge zu verzichten, die schädlich sind, sondern vielleicht sogar auf Dinge oder tatsächlich auch auf Dinge, die an sich nicht schädlich wären, damit wir anderen Menschen helfen können. Und es lohnt sich, darüber nachzudenken, was dieser Text uns gesagt hat und dass wir das nicht vergessen, in Erinnerung behalten. Dann haben wir gesehen, wie ein zweiter von Jesus angesprochen worden ist, und der allerdings warten wollte, warten wollte, bis sein Vater gestorben ist, bis er durch das Erbe eine finanzielle Sicherheit hat und sich dann sozusagen auf das Abenteuer einlassen kann, Jesus nachzufolgen. Aber Jesus sagt: „Nein.“ Jesus kennt den besten Zeitpunkt. Immer dann, wenn er uns ruft, ist es der beste Zeitpunkt. Und wenn wir erst auf irdische Sicherheit vertrauen, bevor wir Jesus folgen, dann haben wir nicht verstanden, wer hinter Jesus steht, dass der Vater im Himmel alle Macht hat, uns einzukleiden, uns Essen, Trinken zu geben, uns Freude zu schenken, alles, was wir brauchen, dass Jesus selbst alle Macht im Himmel und auf Erden hat.

[5:03] Wir wollen jetzt in Vers 61 die dritte Begebenheit anschauen. Es heißt hier in Vers 61: „Ja, sprach aber auch ein anderer: Herr, ich will dir nachfolgen, zuvor aber erlaube mir, von denen, die in meinem Haus sind, Abschied zu nehmen.“ Noch jemand will ihm folgen, und diesmal ist es eine Geschichte, die es in der Form jedenfalls bei Matthäus oder Markus nicht berichtet worden ist, also eine Geschichte, die hier in dieser Form mit diesem Argument zum ersten Mal uns berichtet ist in den Evangelien. Einer will Jesus nachfolgen, will aber erst noch Abschied nehmen. Und dann lesen wir in Vers 62: „Jesus aber sprach zu ihm: Niemand, der seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes.“

[6:00] Bei diesem Zurückschauen denken wir wahrscheinlich unwillkürlich auch an Lots Frau, die aus dem brennenden oder aus Sodom hinausgeführt worden ist, kurz bevor es dann zu brennen anfing, als Gott Feuer vom Himmel sandte, um diese gottlosen Kanaaniter dort zu ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Und sie wurde zwar gerettet aus Sodom, hatte aber ihr Herz in Sodom zurückgelassen, und sie schaute zurück und konnte für das Reich Gottes nicht gewonnen sein und ist zu einer Salzsäule geworden.

[6:37] Es geht auch hier beim dritten Mal um das Reich Gottes. Beim ersten Mal ging es ja ganz offensichtlich um das Reich Gottes, denn Jesus war ja auf dem Weg nach Jerusalem mit öffentlicher Ankündigung, und die Menschen glaubten, viele von ihnen, er sei der Messias, und er sagt, dass er der Sohn des Menschen ist, der einmal das Reich Gottes über alle Welt für alle Ewigkeit haben soll. Beim zweiten Mal ging es auch um das Reich Gottes, denn der Auftrag erging ja den Zweiten: „Geh hin und verkündige das Reich Gottes.“ Und hier geht es wieder um das Reich Gottes. Nur der ist tauglich für das Reich Gottes, der seine Hand an den Pflug legt und nicht zurückschaut.

[7:19] Nun, was bedeutet das? Bedeutet das, dass wir niemals auch nur für eine Sekunde an uns die Vergangenheit erinnern dürfen, wo wir mal früher gewesen sind, was wir erlebt haben? Auch ein Paulus erinnert sich ab und zu in seinen Briefen, wie er früher gewesen ist, was er gemacht hat. Er schaut manchmal zurück, aber nicht, um die alte Zeit zu glorifizieren, sondern um zu sehen, wie Gott ihn geführt hat. Das ist also nicht gemeint.

[7:49] Die Idee ist eigentlich die eines Mannes, der an einem Pflug arbeitet, das heißt, der bestellt das Feld, und er geht an dem Pflug, aber statt geradeaus zu schauen, schaut er die ganze Zeit beständig nach hinten. Nun, wenn ich einen Pflug über das Feld führen möchte und die ganze Zeit aber dabei nach hinten schaue, weil ich denke, da hinten ist etwas Interessanteres, etwas Spannenderes, als das, was ich direkt vor mir habe, der wird den Pflug nicht richtig führen, er wird keine gerade Linie ziehen. Interessanterweise ist im Alten Orient, das jetzt nur am Rande, die Idee der Gerechtigkeit entwickelt worden aus der geraden Linie, die ein Ochse beim Pflug zieht, ja, davon nicht abzuweichen. Übertretung von der Gerechtigkeit ist ein Abweichen von dieser geraden Linie. Jemand, der ständig zurückschaut, der hat seine Augen und damit auch sein Herz nicht auf der Arbeit, die er tut. Und die Frage, die Jesus letztendlich mit dieser Aussage verbindet, die unausgesprochen mitschwingt, ist: Wenn du mir nachfolgst, ist dir bewusst, dass das Werk Gottes dann noch deine Aufmerksamkeit braucht? Das ist nicht nur eine Arbeit, die getan werden muss, obwohl andere Dinge dich mehr interessieren. Und ich muss mich persönlich fragen, ich leite dir die Frage auch weiter: Wenn wir für Gott arbeiten, sind uns das lästige Pflichten, die wir einfach nur tun, damit es gemacht wird, aber eigentlich wollen wir was anderes tun? Dann wird unser Werk immer krumm und schief.

[9:30] Jemand hat es so: Derjenige, der das tut, ist nur halb bei der Arbeit, und es wird auch nur halbe Arbeit das Resultat sein. Es gibt eine Geschichte im Alten Testament, wo ganz ähnliche Begriffe auftauchen: 1. Könige sechs und dort Vers 19. Verzeihung, 1. Könige 19 und dort Vers 19 und 20. Es geht hier um Elia, der einen Nachfolger für ihn bestimmt. Und er ging von dorthin weg und fand Elisa, den Sohn Schaphats, der pflügte mit zwölf Joch Rindern vor sich her, und er selbst war beim zwölften. Und Elia ging zu ihm und warf seinen Mantel über ihn. Er aber verließ die Rinder und lief Elia nach und sprach: „Lass mich noch meinen Vater und meine Mutter küssen, dann will ich dir nachfolgen.“ Er aber sprach zu ihm: „Geh hin und kehre wieder zurück, denn was habe ich dir getan?“

[10:33] Es gibt einen interessanten Kommentar in „Patriarchen, Propheten und Könige“ im Englischen auf Seite 220. Als Elia diese Antwort gibt: „Geh zurück, denn was habe ich dir getan?“, dann sagt sie: „Das war nicht eine Zurückweisung, sondern ein Glaubenstest.“ Elisa musste die Kosten überschlagen. Er musste entscheiden für sich selbst, ob er den Ruf annehmen oder ablehnen wollte. Elia wollte nicht, dass Elisa einfach nur vielleicht aus der ersten Emotion heraus begeistert ist und nachfolgt, ohne dann sich zu überlegen, ob er das wirklich, wirklich möchte. Sein Glaubenstest: Wenn sein Verlangen auf seine Heimat, auf sein Heim und die damit verbundenen Vorteile gerichtet waren, war er frei, dort zu bleiben. Mit anderen Worten, er konnte nicht gleichzeitig ein Prophet Gottes sein und das normale Arbeitsleben und in seiner Heimatfamilie dort zu sein und die Vorteile dort zu genießen. Er konnte nicht das dann gleichzeitig als Priorität haben. Er konnte nicht hoffen, ein Prophet zu sein und gleichzeitig ein ganz normales Leben zu leben, so wie alle anderen, und diese Vorteile zu genießen.

[12:08] Er musste sich entscheiden. Wollte er weiterhin ein Landwirt sein, der den Acker bebaut, der Ernte einfährt, der davon vielleicht auch dann Wohlstand bekommt, der vielleicht ein schönes Haus hat, eine tolle Familie, es sich wirtschaftlich gut geht, oder wollte er ein Prophet sein? Es ging nicht beides gleichzeitig. Und das zeigt uns, und Jesus scheint auf diese Geschichte bewusst anzuspielen, um deutlich zu machen: Man kann nicht für das Reich Gottes wirken und gleichzeitig ein ganz normales, weltliches Leben leben ohne Einschnitte. Wir müssen uns entscheiden. Wir können nicht in beiden Welten gleichzeitig leben wollen. Wenn wir Gottes Werk tun, aber eigentlich etwas anderes Weltliches wollen, dann sind wir nicht tauglich für das Reich Gottes.

[13:08] Von Elisa heißt es hier: „Ohne Zögern verließ er ein Heim, wo er geliebt war, um bei dem Propheten zu sein in dessen ungewissem Leben.“ Hätte Elisa Elia gefragt, was denn von ihm erwartet sei, was seine Arbeit sein würde, dann hätte ihm Elia folgende Antwort gegeben: „Gott weiß es. Er wird es dir offenbaren. Wenn du auf den Herrn wartest, wird er dir jede Frage beantworten. Du kannst mit mir kommen, wenn du den Beweis hast, dass Gott dich gerufen hat. Wisse für dich selbst, dass Gott hinter mir steht und dass es seine Stimme ist, die du hörst. Wenn du alles andere für Spreu hältst, wenn du alles andere für Spreu halten kannst, um die Gunst Gottes zu gewinnen, dann komm.“

[14:50] Ich glaube, diese Worte, die sprechen auch heute zu uns. Jesus will uns deutlich machen: Ihm nachzufolgen ist kein Teilzeitjob. Man kann nicht Jesus Teilzeit nachfolgen. Wer Jesus nachfolgt, kann nicht mehr gleichzeitig Dinge verfolgen, die mit Jesu und seinem Reich nicht zusammenpassen. Ich möchte mich heute entscheiden, Jesus nachzufolgen und nur dem meine Aufmerksamkeit zu widmen, was für das Aufrichten der Wahrheit, für die Verkündigung des Reiches Gottes hilfreich und nützlich ist. Ist das auch dein Wunsch? Lasst uns diese Worte von Jesus wirklich im Herzen bewegen.

[16:01] Wir wollen tauglich sein für das Reich Gottes und von ganzem Herzen Jesus nachfolgen. Lasst uns Gottes Reich, seine Gerechtigkeit an die erste Stelle setzen als die Priorität, so wie Jesus sagt. Und er sagt ja selbst in Matthäus sechs und dort Vers 33: „Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden.“ Gott sorgt für mich und für dich, wenn wir ihm folgen. Können wir das im Alltag erleben und sehen, wie Gott für uns wirkt, durch uns wirkt, und wir dann tatsächlich durch ihn für das Reich Gottes tauglich gemacht sind.

[17:00] Wir lesen weiter in Lukas Kapitel zehn und dort Vers 1. Lukas Kapitel zehn und dort Vers 1: „Danach aber bestimmte der Herr noch 70 andere und sandte sie je zwei und zwei vor sich her in alle Städte und Orte, wohin er selbst kommen wollte.“ Jesus sendet eine noch weitaus größere Gruppe von Jüngern aus. Wir kennen schon die Missionsreise der zwölf, ja, wurden die zwölf Jünger, die eine Missionsreise gemacht hatten, und das haben wir gesehen, zum Beispiel in Lukas Kapitel neun, Vers 1 bis 5, muss das sein, Verzeihung. Es heißt: „Er rief aber seine zwölf Jünger zusammen und gab ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen zur Heilung von Krankheiten.“ Und dann wird es beschrieben, wie sie dann hinausgezogen sind, Jesus ihnen den Auftrag gibt. Wir finden das auch ausführlicher in Matthäus zehn beschrieben. Das war relativ gegen Ende seines Dienstes in Galiläa, oder dieses Jahres 29 bis 30 dieses Jahres in Galiläa, ziemlich gegen Ende, dass diese Missionsreise stattgefunden hat.

[18:29] Und jetzt sendet Jesus noch einmal andere, nämlich 70, das heißt 35 Paare.

[18:58] Und die Frage können wir stellen: Warum waren es hier zwölf Jünger und warum waren es hier 70 Jünger? Nun, wir denken vielleicht an die 70 Ältesten, die von Mose auch eingesetzt worden sind, auf die dann der Heilige Geist kam. Die vielleicht deutlichste Parallele finden wir aber, wenn wir zu 2. Mose 1 schauen, 2. Mose Kapitel 1 und dort in Vers 5. Dort heißt es: „Und die ganze Nachkommenschaft Jakobs betrug damals 70 Seelen. Josef aber war schon vorher in Ägypten.“ Nun, 70 Menschen war die Anzahl derer, die mit Jakob nach Ägypten kamen. Die 70 war also mit Jakob, das heißt, wenn wir ihn mit seinem neuen Namen benennen, mit Israel verknüpft.

[19:51] Nun gab es eine Verknüpfung von zwölf mit Jakob, sprich Israel? Ja, selbstverständlich, denn es waren zwölf Söhne, die er hatte, und 70 Nachkommen. Das heißt, diese beiden Zahlen in ihrer Kombination weisen uns auf Israel. Israel hatte zwölf Söhne aus den zwölf Stämmen und Israel hatte 70 Nachkommen. Indem Jesus zwölf Jünger auswählt, die zu seinen Aposteln macht, und dann auch noch später 70 weitere Jünger hat, deutet er an, dass er der wahre Israel ist.

[20:34] Wir haben dafür andere Belege, wenn wir zum Beispiel an das 2. Buch Mose denken, 2. Mose 4 und dort Vers 22. Dort heißt es: „Und du sollst zum Pharao sagen: So spricht der HERR: Israel ist mein erstgeborener Sohn.“ Also, wir haben hier 2. Mose 4,22. Und wenn wir das jetzt vergleichen mit Matthäus 3 und dort Vers 17, Matthäus 3 und dort Vers 17, dann heißt es hier: „Und siehe, eine Stimme kam vom Himmel, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“

[21:26] Jesus ist der Sohn Gottes. Er ist Israel. Israel ist der erstgeborene Sohn Gottes. Jesus ist der einziggeborene Sohn Gottes. Er ist Israel.

[21:49] Wenn wir an Jesaja 60 denken und dort Vers 1, dann sehen wir, was Gott für das Volk Israel geplant hatte, wer das Volk Israel sein sollte in dieser dunklen Welt: „Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir.“ Das Volk Israel sollte Licht sein. Und wir alle wissen, was in Johannes 8, Vers 12 steht. Jesus sagt dort: „Ich bin das Licht der Welt.“

[22:24] Das Volk Israel bestand aus, kam aus zwölf Stämmen und dann 70 Nachkommen von Israel. Das Volk Israel war symbolisch der Sohn Gottes. Das Volk Israel war das Licht der Welt. Jesus hatte zwölf Jünger. Jesus hatte 70 Jünger. Jesus war der Sohn Gottes. Jesus war das Licht der Welt. Jesus zeigt damit: „Ich bin der wahre Israel.“

[22:49] Und das ist deswegen interessant, weil in Jesaja 49 tatsächlich Israel der Name des Messias ist. Jesaja 49, Vers 3: „Und er sprach zu mir: Du bist mein Knecht, bist Israel, durch den ich mich verherrliche.“ Vers 6: „Ja, er spricht: Es ist zu gering, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten aus Israel wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht für die Heiden gesetzt, damit du mein Heil seist bis an das Ende der Erde.“ Derjenige, der sowohl Israel wiederherstellen sollte, als auch die Heiden für das Reich Gottes gewinnen sollte, das war nicht das Volk Israel selbst, das sollte hergestellt werden. Jetzt derjenige, der Knecht Gottes, der dann in Jesaja 53 auch die Sünden aller trägt, der sowohl Israel als auch die Heiden erreichen soll mit Gottes Botschaft, der wird genannt Israel.

[23:42] Jesus ist der wahre Israel. Jakob ist überhaupt nur Israel genannt worden, weil er sich ganz an Jesus geklammert hat: „Ich lasse dich nicht, es sei denn du segnest mich.“ Und dann gibt ihm Jesus ja seinen Namen, wenn er sagt: „Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel.“ Und weil es das ist, sein Name ist, erklärt dann auch, warum er dann auf die Nachfrage von Jakob, wie er denn heiße, sagt: „Warum fragst du noch meinem Namen?“ Es ist der Name von Jesus gewesen: Israel heißt „Gott kämpft“. Und das ist ein passender Name für Jesus, denn durch Jesus kämpft Gott in unserem Leben. Seit 1. Mose 3,15 kämpft Jesus für uns und siegt, damit wir mit ihm Sieger sein können.

[24:28] Es sind zwei und zwei, die ausgegangen sind. Das ist eine ganz praktische Sache, denn dabei können sie sich gegenseitig unterstützen. Sie können, wenn sie mit Problemen nicht fertig werden, einander um Rat fragen. Sie können miteinander beten. Es ist sehr empfehlenswert, dass wir Missionsarbeit nie ganz allein tun, sondern auch wenn wir vielleicht nicht immer zu zweit an jeder Straße stehen, aber dass wir doch, auch wenn wir Gebiete bearbeiten in der Missionsarbeit, dass wir uns immer wieder Gelegenheit haben, wo wir uns mindestens zu zweit dann treffen können, beten können, besprechen können, Erfahrungen erzählen können, schöne Dinge berichten können, negative Dinge, damit wir einander sie tragen können, vor Gott bringen kann.

[25:21] In Lukas neun und dort Vers 52, da haben wir gesehen, dass diese Reise ja damals schon begann, dass Jesus schon, als sie dann in das Samariterdorf kamen, kommen wollten, seine Jünger ausgesandt hat. Es heißt hier: „Das sandte der Boten vor sich her. Diese kamen auf ihrer Reise in ein Samariterdorf und wollten ihm die Herberge bereiten.“ Wenn wir den Text dann weiterlesen, haben wir den Eindruck, dass möglicherweise Jakobus und Johannes diese beiden gewesen sind, ein Zweierteam, das in dieses Dorf gegangen ist. Wie dem auch sei, es waren dann offensichtlich erstmal sechs Teams, sechs Zweierteams, und jetzt waren es weitere 35, also offensichtlich weitere 35 Teams. Auf jeden Fall bedeutet das für uns, dass Jesus seine Ankündigung der Reise nach Jerusalem noch sehr ausgeweitet hat. Er wollte, dass möglichst viele Menschen davon erfahren. Er hat jetzt sozusagen in den Outreach ganz massiv investiert, Jünger losgeschickt, die überall seine Ankunft verkündigten, die sein Kommen zu den einzelnen Ortschaften vorbereitet haben, die Menschen vorbereitet haben auf die Ankunft von Jesus.

[26:29] Und damit natürlich ist es eine interessante Geschichte für uns, denn auch wir haben ja die Aufgabe, die Welt auf die Wiederkunft Jesu vorzubereiten.

[26:39] vorzubereiten. Auf jeden Fall ist diese Aktion nicht einfach nur eine einfache Missionsreise, die jetzt mal dran war, sondern Teil dieser Strategie, dieser neuen, öffentlichkeitswirksamen Strategie von Jesus, die ja seit Lukas 9,51 plötzlich im Kontrast zu dem, was vorher gewesen ist, sein Wirken kennzeichnet. Nun, was sagt er diesen 70 Jüngern?

[27:00] Wir lesen weiter in Vers 2, Lukas 10 Vers 2: „Er sprach nun zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.“

[27:21] Interessant ist, dass Jesus diesen 70 genau dasselbe sagt, was er auch den Zwölf vor ihrer Missionsreise gesagt hat. Schauen wir uns das ganz kurz an in Matthäus Kapitel 9, Matthäus 9 und dort Vers 37 und 38. Matthäus 9 und dort Vers 37 und 38: „Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussende.“

[28:01] Es war also dieselbe Missionsreise – nicht dieselbe, eine ähnliche Missionsreise – und deswegen sagt Jesus auch dieselben Sachen. Noch einmal, wir haben schon das letzte Mal gesehen, dass wir gelernt haben, dass auf dieser Reise nach Perea und durch Perea Jesus vieles von dem wiederholt hat, was er in seinem Dienst in Galiläa schon mal gesagt hat. Und das wird hier ganz deutlich: Es gibt wieder eine Missionsreise und Jesus gibt ihnen dieselben Ratschläge. Und das zeigt uns auch, wie wichtig diese Ratschläge sind und wie übertragbar sie auf alle möglichen anderen Situationen auch heute sind, weil es sind die Ratschläge, die Jesus in verschiedenen Situationen den Missionaren gegeben hat.

[28:51] Ähm, was in Lukas 10 rauskommt, dass sie losgehen sollen und dabei dann bitten sollen. Wenn man nur Matthäus hat, dann äh dann sieht es aus, dass sie bitten sollen um Arbeiter und dann schickt er sie los. Und das ist auch die Reihenfolge, wie Jesus das damals gesagt hat. Er hat ihnen erst gesagt: „Bittet um Arbeiter!“, und dann sagt er: „Geht los!“ Aber hier wird es noch deutlicher: Es ist also nicht so, dass man erst lange, lange Zeit betet und dann irgendwann losgeht, sondern dass man, während man arbeitet, und geht, um weitere Arbeiter bittet.

[29:24] Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du damit beschäftigt bist, das Evangelium anderen Menschen weiterzubringen, dann – und ich habe mir auch diesen Punkt versucht deutlich zu machen jetzt im Studium – wir müssen für mehr Arbeiter beten. Das ist Jesu klarer Auftrag. Wir sollen gehen und nicht einfach nur die Arbeit machen, die wir sehen und sagen: „Wir haben alles gemacht, was wir getan haben.“ Wir alle sehen ja, die wir im Werk Gottes aktiv sind: Es gibt nicht genügend Arbeiter. Es könnte viel mehr Arbeiter geben. Die Ernte ist reif.

[29:56] Übrigens ein Bild, das wir schon aus Johannes 4 kennen, wo Jesus den Jüngern zeigen wollte: „Ihr glaubt gar nicht, wie viele Leute schon offen sind für das Evangelium.“ Sie hatten da in diesem Dorf der Samariter in Johannes 4 gar nicht gedacht, dass irgendjemand Interesse hätte. Stattdessen kam dann quasi die ganze Stadt heraus und Jesus blieb noch zwei Tage bei ihnen, weil so viel zu tun war und so viel Menschen ihn annahmen als Messias. Die Ernte ist groß. Wir vermuten gar nicht, wie viele Menschen bereit sind, in das Reich Gottes hineingebeten zu werden.

[30:27] Und wenn wir gehen, wenn wir von Jesus Auftrag erhalten, lasst uns nicht nur – jetzt möchte ich mir ganz neu vornehmen – nicht nur gehen und nicht nur wirken, sondern lasst uns auch beten, dass Gott noch weitere Arbeiter sendet, die mithelfen, denn niemand von uns kann dieses Werk alleine tun.

[30:46] Interessant ist, dass Jesus hier sagt: „Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.“ Gott ist der Herr der Ernte. Nun, wer hat denn die Zwölf in die Ernte gesandt? Lukas 9 Vers 1 und 2 ist ganz deutlich. Wir haben es ja gerade gelesen. Lukas 9 Vers 1 und 2: „Er, Jesus, rief aber seine zwölf Jünger zusammen und gab ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und zur Heilung von Krankheiten. Und er sandte sie aus, das Reich Gottes zu verkündigen und die Kranken zu heilen.“ Jesus hat die Zwölf in die Missionsreise, in die Ernte ausgesandt. Und wenn er jetzt sagt: „Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende“, dann ist das sehr interessant, denn Gott der Vater ist der Herr der Ernte, aber Jesus ist offensichtlich auch der Herr der Ernte, der in die Ernte aussendet.

[31:50] Dieses Senden ist ein interessantes griechisches Wort. Es bedeutet eigentlich quasi in das Erntefeld hineinwerfen, rauswerfen, raus in die Arbeit. Und das ist ein ein Wort, das auf jeden Fall Dringlichkeit ausdrückt: Entschiedenheit der Mission. Die Aufgabe ist groß. Wir sollen beten, dass Gott Menschen wirklich mit Nachdruck dazu beeindruckt, sich im Werk Gottes zu beteiligen. Ich glaube, das gilt heute in dieser Zeit. Es gab schon mal mehr Mitarbeiter im Reich Gottes. Lasst uns darum beten, während wir schon das tun, was Jesus uns zeigt, uns aufgetragen hat, wo er uns die Türen öffnet. Während wir für ihn arbeiten, lasst uns dafür beten, dass es noch mehr Mitarbeiter werden.

[32:37] Gott ist in der Lage, sie zu senden. Wir müssen uns nicht Gedanken machen, wir müssen die Leute nicht aus dem Boden stampfen, wir müssen nicht Leute rekrutieren. Wir müssen darum beten, dass Gott Menschen beruft, und zwar die, dann nach diesen Prinzipien ihm nachfolgen, wie wir das in dem, dem letzten Mal und dieses Mal in diesen drei Geschichten von Lukas 9,57 bis 62 gesehen haben.

[33:02] Lesen wir Lukas 10 Vers 3. Jesus sagt: „Geht hin! Siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe.“

[33:10] Dieses „geht hin“ ist sehr interessant, ein klarer Imperativ, eine ein Aufruf zum Gehen. Warum ist das so interessant? Weil es mittlerweile heutzutage eine Debatte gibt um einen anderen Bibeltext, der ganz ähnlich klingt, nämlich um Matthäus 28. Matthäus 28, dort steht ja in Vers 19: „So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Die Parallele ist offensichtlich.

[33:38] Nun ist es aber so, dass der Imperativ, das heißt die Aufforderung, in Matthäus 28 Vers 19 nicht auf dem „Geh“ steht, sondern auf dem „Macht zu Jüngern“. Das heißt, die Hauptaufforderung in Matthäus 28 Vers 19 ist: „Macht zu Jüngern!“ Und das Gehen ist dort im Griechischen als ein Partizip dargestellt, ausgedrückt, also wörtlich sowas wie „gehend macht zu Jüngern“, ja? Also macht gehend zu Jüngern, taufend im Namen des Vaters und des Sohnes, lehrend und so weiter. Und daraus haben einige die Idee entwickelt, dass dieses, was man im Deutschen bei der Übersetzung – im Griechischen gibt es viel mehr solcher Konstruktionen mit Partizipien – das ist im Deutschen dann ein bisschen mühsam, deswegen wird das immer in Nebensätze aufgelöst und dann dann übersetzt man das mit Nebensätzen und ist immer die Frage, was für eine Art von Nebensatz nimmt man, um das äh zu übersetzen. Also wörtlich steht dort: „Gehend macht zu Jüngern“ ist die Aufforderung, ja? Das ist Partizip. Und dann sagen einige: „Na, vielleicht heißt es ja sowas wie: während du gehst, mach – also während ihr, besser gesagt, während ihr geht, macht zu Jüngern.“ Also mit anderen Worten: „Während du so deiner Arbeit nachgehst, während du so deinen Alltagsgeschäften nachgehst, während du halt so machst, was du ohnehin so machst, währenddessen kannst du sozusagen dann auch noch Jünger machen.“ So als ob das etwas anderes wäre. Du gehst halt so durchs Leben und nebenbei, während du gehst, machst du zu Jüngern.

[35:31] Ähm, das ist wohl eigentlich nicht die beste Übersetzung, also die beste Variante. Es wird dann immer betont, das Gehen sei halt kein Imperativ. Das soll halt nicht dazu – jetzt es wird immer gesagt, man sollte jetzt nicht so sehr betonen, dass man gehen soll, sondern halt einfach, während man geht, macht man halt zu Jüngern. Aber unsere Stelle in Lukas 10 macht ganz deutlich, dass Gott dieses Gehen als ein – Jesus und Gott natürlich damit auch – dieses Gehen als ein Imperativ versteht. Er sagt: „Geht hin!“ Geht! Er sagt nicht: „Während ihr jetzt euren Geschäften nachgeht, schaut mal, ob ihr irgendwo mal eine Gelegenheit habt.“ Er sagt zu diesem 70 Jüngern: „Geht hin! Geht an diesen Ort und an diesen Ort und an diesen Ort und an diesen Ort. Und überall dort will ich hinkommen und dort kennt man mich noch nicht. Geht dorthin und dorthin und dorthin!“ Sie können nicht einfach, während sie ihre Geschäfte machen, dann nebenbei versuchen noch Zeugnis zu geben, sondern sie sollen bewusst dorthin gehen. Und deswegen glaube ich, wenn man dieses Partizip auflösen möchte, wäre es vielleicht besser, sowas zu übersetzen wie: „Indem ihr geht, macht zu Jünger!“ Indem ihr euch aufmacht, indem, nicht als zeitlich: „Während ihr das gerade so tut“, sondern wie ihr das macht: Macht zu Jüngern, indem ihr geht! Nicht indem ihr bleibt, wo ihr seid und hofft, dass irgendjemand euch fragt, sondern macht Jüngern, wie? Indem ihr geht! Nur wer geht, kann auch das Missionsfeld erreichen. Und ja, natürlich kann man überall ein Zeuge sein, aber hier geht es ja um die Einstellung. Ich kann auch zur Arbeit gehen und sagen: „Jetzt gehe ich, weil Jesus gesagt hat: Geht hin in alle Welt!“ Geht, eine Aufforderung.

[37:23] Lukas Kapitel 10 und dort Vers 3: „Geht hin! Siehe, ich sende euch.“ Das ist griechische *apostello*, also wo das Apostel herkommt. „Siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe.“ Das hatte Jesus schon mal so ähnlich gesagt, aber diesmal nur so ähnlich. Er hatte den Zwölf damals auf der, der, der Missionsreise, für die er sie vorbereitet hat, in Matthäus 10 haben wir die, die längste Beschreibung dieser Vorbereitung auf die Missionsreise. Das haben wir damals auch mal vor längerer Zeit ausführlich studiert, was Jesus dort in Matthäus 10 an praktischen Punkten den Zwölf mitgegeben hat, bevor er sie losgeschickt hat. Und dort hat er ihnen gesagt in Vers 16, Matthäus 10 Vers 16: „Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“ Jesus sagt also quasi denselben Gedanken, aber diesmal wiederholt, nicht einfach wie er damals gesagt hat. Er formuliert ihn noch ein bisschen krasser, noch ein bisschen deutlicher. Er sagt nicht: „Wie Schafe unter die Wölfe.“ Er sagt: „Ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe.“ Und die Erklärung dafür hat er schon Matthäus 10 damals gegeben in Vers 22: „Und ihr werdet von jedermann gehasst sein um meines Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.“

[38:44] Wer für Jesus Mission macht, wer geht, der wird Widerstand bekommen auf die eine oder andere Form. Es wird Widerstand geben. Die Wölfe – da kann man verschiedene Bibeltexte herannehmen. Wir können vielleicht ganz kurz sie uns anschauen in Zefanja Kapitel 3 und dort Vers 3. Da heißt es über die, über Jerusalem: „Ihre Fürsten in ihrer Mitte sind brüllende Löwen, ihre Richter Wölfe am Abend, die nichts übrig lassen für den Morgen.“ Jesus wusste, dass wenn diese Jünger sich für ihn einsetzen, werden sie in den Konflikt geraten mit den religiösen Autoritäten in Jerusalem. „Ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe.“ Er hatte nicht kurz, nicht lange zuvor in Johannes 10 die Wölfe als die Feinde des Volkes Gottes beschrieben. In Johannes 10 Vers 12: „Der Mietling aber, der kein Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht. Und der Wolf raubt und zerstreut die Schafe.“

[39:48] Und dann lesen wir noch Lukas 10 und dort Vers 4: „Tragt weder Beutel noch Tasche noch Schuhe und grüßt niemand auf dem Weg.“ Weder Beutel noch Tasche. Ähnliches hat er schon bei der Missionsreise der Zwölf in Lukas 9 Vers 3 heißt es: „Und er sprach zu ihnen: Nehmt nichts auf den Weg, weder Stäbe noch Tasche, weder Brot noch Geld. Auch soll einer nicht zwei Hemden haben.“ Das Besondere hier bei Lukas, in Lukas 10, in der Missionsreise der 70 ist jetzt die Erwähnung des Wortes „Beutel“. Das kommt vorher weder Matthäus, Markus oder Lukas bei der ersten Missionsreise vor. Das Wort „Beutel“ ist das *balantion*, und das ist ein Geldbeutel, während die, die, die Tasche, um die es hier geht, eine Art Rucksack ist, so so ein Reisesack, wo man dann vielleicht auch Proviant mit hat. Und das heißt, gibt noch eine eine Differenzierung dazwischen. Also weder sollten sie jetzt Lebensmittel mitnehmen, noch sollten sie Geld mitnehmen, damit sie dann vielleicht Lebensmittel von aus eigener Kraft kaufen könnten. Und bei den Schuhen geht es natürlich wohl wahrscheinlich um Ersatzschuhe. Wir lesen zum Beispiel in 5. Mose 29 und dort Vers 5 – Vers 4 Entschuldigung, 5. Mose 29 Vers 4: „Ich habe euch 40 Jahre lang in der Wüste geführt. Eure Kleider sind an euch nicht zerrissen und der Schuh an deinem deinem Fuß ist nicht abgenutzt.“ Also ein Bild dafür: Ihr brauchtet keine Ersatzsandalen. Und so sollten diese Jünger auch losgehen, ohne vorher selbst für ihre Ausrüstung zu sorgen, in dem darauf, dass Gott dafür sorgen würde, dass sie genügend Sandalen haben, damit sie nicht barfuß laufen müssen, dass sie genügend zu Essen bekommen, dass sie für all ihre Notwendigkeiten bezahlt werden würde. Gott würde für sie sorgen.

[44:04] Warum sollte er so schnell wie möglich zu diesem Jungen gehen? Aus dem einfachen Grund: Das war eine Sache auf Leben und Tod. Es war, es war so dringend, dass man keine Ablenkung gebrauchen konnte. Jeder, der die Geschichte liest, versteht sofort, was gemeint ist: Es ist so dringend, geh auf dem direktesten Weg dorthin, so schnell wie du kannst. Grüße niemanden! Nicht, weil du unfreundlich sein sollst, sondern weil dein Dienst so dringlich ist. Lass dich nicht ablenken von dieser Aufgabe. Und das ist genau das, was Jesus meint. Er meinte nicht, dass, dass sie nicht mal hallo sagen dürfen oder schön nicht zu sehen. Sie sollten in ihrer Mission, diese 70, sich nicht ablenken lassen von irgendwas, nicht irgendwie vom Weg abbringen lassen. Ihnen sollte bewusst sein, dass ihr Dienst für Jesu, ihr Gehen, um die Ankunft Jesu vorzubereiten in all den Dörfern, wo er hinkommen wollte, dass dieser Dienst, diese Mission, diese Verkündigung des Evangeliums buchstäblich eine Sache auf Leben und Tod war. Denn so wie dieser Junge mit dem Tod bedroht war und dann ja von Elisa wieder auferweckt worden ist, so waren die Menschen zur Zeit Jesu geistlich tot. Und Jesus allein kann sie auferwecken, aber er sendet uns als seine Boten. Er sandte die 70 Jünger als seine Boten, die niemanden grüßen sollten, um den Weg zu bereiten für das Kommen dessen, der wie Elisa den Toten lebendig gemacht hat, der die geistlich Toten zum geistlichen Leben bringt.

[46:02] „Grüßt niemand auf dem Weg“ bedeutet für die 70 und bedeutet für uns, dass die Mission, in die Gott uns ruft, eine Sache auf Leben und Tod ist. Wir müssen neu verstehen, ich muss neu verstehen, und wir alle müssen neu verstehen, wie lebensentscheidend die Aufgabe ist, die Gott uns gegeben hat. Und wir dürfen uns von nichts ablenken lassen. Und damit schließlich in gewisser Weise auch der Kreis zu dem, was wir am Anfang dieser Folge uns angeschaut haben. Wir können nicht woanders hinschauen, wir können nicht erstmal hier noch hallo sagen und ein bisschen ein Schwätzchen halten. Die Mission, die wir haben, erfordert unsere volle Aufmerksamkeit. Was Jesus sucht, sind Menschen, die sich seiner Botschaft vom Reich Gottes ganz hingeben. Möchtest du so ein Mensch sein? Möchtest du von dieser Botschaft an die 70 Jünger lernen?

[47:08] Wir werden nächste Woche uns weiter damit beschäftigen, nächsten Verse anschauen und sehen, was Jesus noch alles diesen 70 gesagt hat, um zu sehen, was wir für uns daraus lernen können. Heute wollen wir das mitnehmen, dass wenn wir Jesus folgen, wir ihm ganz folgen. Nicht Teilzeit, nicht ab und zu, nicht gleichzeitig etwas anderes wollend. Lasst uns ihm von ganzem Herzen folgen. Das bitten wir.

[47:32] Ähm, wollen wir Jesus in seinem Namen bitten und dazu, wo es möglich ist, niederknien. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du zu uns gesprochen hast, dass dein Wort seine Kraft entfalten kann in unserem Leben. Was wir heute lernen konnten, wie entscheidend, wie wichtig der Auftrag ist, den du uns gegeben hast. Wir möchten dich bitten, dass du jetzt in unseren Herzen wirkst und uns hilfst zu verstehen, wie lebenswichtig dieser, diese Mission ist, dass wir verstehen, wie sehr es eine Sache auf Leben und Tod ist, und dass wir von ganzem Herzen dir folgen, dass wir die Kosten überschlagen und uns ganz auf deine Seite stellen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[48:23] Nächste Woche sehen wir uns wieder, dann mit weiteren Gedanken zur Mission der 70 in Lukas 10. Bis dann wünsche euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes.


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