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Manuskript zur Sendung   >>>   CSH_Manuskript_2024 4th Nr 3   <<<

In dieser Folge der Christ Study Hour taucht Christopher Kramp tief in den Prolog des Johannesevangeliums (Johannes 1,1-5, 9-10) ein. Er beleuchtet die Präexistenz und Göttlichkeit Jesu als „das Wort“, indem er Parallelen zur Schöpfungsgeschichte zieht und die griechische Grammatik der Schlüsselverse erklärt. Die Lektion betont, dass Jesus nicht nur ein Prophet oder ein himmlisches Wesen ist, sondern der ewige Gott selbst, die Quelle des Lebens und das wahre Licht für die Menschen.


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Serie: Christ Study Hour 2024 Q4: Jesus im Johannesevanhelium

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Transkript

[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern wie immer auf dem Sender Das Wort.

[0:46] Wir sind in der dritten Folge angelangt unseres Studiums über Jesus im Johannesevangelium. Wir wollen unseren Erlöser, unseren König, unser ewiges Leben, unseren Schöpfer und Heiland im Johannesevangelium, das explizit auch dafür geschrieben worden ist, besser kennenlernen.

[1:13] Die heutige Lektion bringt uns an den Anfang des Buches. Schwerpunktmäßig werden wir uns mit den allerersten Versen beschäftigen, die ein eigener Kosmos für sich sind. So viele Tiefe und trotzdem für uns so praktisch wichtige Wahrheiten werden schon in den ersten Versen des Johannesevangeliums präsentiert. Nachdem wir in den letzten beiden ersten Folgen uns mit den Zeichen beschäftigt haben, die den Weg weisen und die die Göttlichkeit Jesu, ähm, die Göttlichkeit Jesu hingewiesen haben, wollen wir jetzt uns mit den ersten Versen beschäftigen, die insbesondere auch zu diesem Thema Jesu Gottheit ganz viel zu sagen haben.

[1:51] Wir wollen das auch sehr gründlich und ausführlich tun, soweit es die Zeit hier erlaubt, und bereiten uns damit vor auf das Bibelgespräch am 19. Oktober. Und wir laden euch ein, auch explizit das Sendemanuskript dann währenddessen mitzulesen, später nachzustudieren, gerne auch weiterzuleiten an Menschen, die gerade auch bei diesen Themen – wir werden heute auch über Johannes 17, Vers 3 und andere Verse sprechen – Fragen haben, dass wir gemeinsam hier biblisch vorangehen können und biblische Wahrheit besser verstehen können. Das können wir aber nur, wenn Gottes Geist uns in alle Wahrheit führt, wenn er uns mit dem Licht erleuchtet, von dem es hier auch in Johannes 1 am Anfang, von dem die Rede ist, wenn Gott unser Lehrer ist. Und deswegen wollen wir ihn einladen, dass er jetzt unsere Gedanken leitet. Lasst uns gemeinsam beten.

[2:51] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du es möglich machst, dass wir dein Wort studieren können, dass wir es weitergeben können, dass wir uns austauschen können darüber. Herr, wir möchten dich bitten, dass die Worte, die so voller Wahrheit sind, die wir jetzt lesen werden, die so gewichtig und so weit umspannt sind, dass sie unser beschränktes menschliches Denken weit übersteigen, dass wir sie so verstehen, dass wir sie im Alltag mitnehmen können, dass wir verstehen, was es für uns persönlich bedeutet und dass wir in unserer Beziehung zu dir wachsen, dass wir eine enge, innige, freundschaftliche Beziehung mit kindlichem Glauben haben zu dir und wissen, dass du unser Erlöser bist, dass unser Retter bist, unser König, unser Schöpfer und unser Freund. Sei du jetzt unser Lehrer und erfülle uns mit deinem Heiligen Geist nach deiner Verheißung. Hab Dank dafür, dass du versprochen hast, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast.

[3:52] Amen. Wir wollen beginnen in Johannes Kapitel 1. Berühmt sind schon diese allerersten Worte im ersten des Johannesevangeliums: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ „Am Anfang“ schreibt oder „im Anfang“, wie es die Schlachter übersetzt, diese beiden ersten Worte sind...

[4:21] ...ein direktes Zitat aus 1. Mose 1, Vers 1: „Am Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.“ In der griechischen Übersetzung von 1. Mose 1, Vers 1 steht „en archē“ – „im Anfang“, „am Anfang“. Und genau die beiden selben Worte verwendet Johannes hier. Er möchte also ganz unverkennbar eine direkte Brücke zur Schöpfung schlagen. Johannes sagt uns, dass das, was er über Jesus, über das Evangelium, über das ewige Leben uns sagen möchte, letztlich eine Neuschöpfung beschreibt.

[4:57] Eine kleine Tech-Sache zur Übersetzung: Meistens werden diese Worte übersetzt „im Anfang“. Nun, genauso wie in 1. Mose 1, Vers 1, wo man übersetzen könnte „im Anfang“ oder „am Anfang“, ist auch tatsächlich im Griechischen es möglich, hier zu übersetzen „im Anfang“ oder „am Anfang“. Beides ist grammatikalisch möglich. Da nun 1. Mose von der Schöpfung dieses Planeten spricht, Johannes 1 allerdings von dem allerersten Anfang, wie wir noch sehen werden, wenn wir Vers 3 anschauen, bevor irgendetwas im Universum erschaffen worden ist, würde ich persönlich sogar vorschlagen, dass man eher 1. Mose 1, Vers 1 mit „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde“ übersetzen könnte und sollte, und Johannes 1, Vers 1 aber tatsächlich „Am Anfang“ übersetzen sollte, weil es tatsächlich hier an den allerersten Anfang geht.

[6:01] In Johannes 1, Vers 1 und 2 wird auch deutlich gesagt, dass Jesus als das Wort des ewigen Lebens von Anfang an beim Vater gewesen ist. Das können wir vielleicht kurz hier auch nachschlagen in 1. Johannes 1, und dort Vers 1 und 2 heißt es: „Was von Anfang war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen haben, was wir angeschaut und was unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens. Und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das ewige Leben.“ Merken uns das, kommt später noch mal wichtig für uns wieder, „das bei dem Vater war und uns erschienen ist.“ Von Anfang an in der Offenbarung, die auch von Johannes geschrieben ist, wird Jesus mehrmals explizit der Anfang, der Erste oder einfach das A, das Alpha in Formulierungen wie „der Erste und der Letzte“, „das A und das O“ genannt.

[6:56] Die Verse könnt ihr euch im Sendemanuskript dann auch noch einmal anschauen. Wir haben einige wichtige Ellen White Zitate auch diesmal mit dabei im Sendemanuskript auf Englisch für alle, die das auch im Original noch mal präzise nachlesen wollen. Hier werde ich versuchen, das so genau wie möglich zu übersetzen. Sie sagt: „Wenn Christus von seiner Präexistenz spricht, bringt er das Denken zurück durch datumslose Zeitalter. Er versichert uns, dass es niemals eine Zeit gab, in der er nicht in enger Gemeinschaft mit dem ewigen Gott gewesen ist.“ Jesus versichert uns, es gab niemals eine Zeit, in der er nicht in enger Gemeinschaft mit Gott dem Vater gewesen ist. Sie sagt dann an anderer Stelle: „Jesus war mit dem Vater seit ewigen Zeitaltern vor der Schöpfung des Menschen.“ Und sie nennt ihn auch das ewige Wort, das dann Fleisch wurde und unter uns wohnt. Und sie sagt: „Dieses Thema wird den Unglauben auslöschen.“

[8:07] Johannes sagt aber nicht nur „im Anfang“ oder „am Anfang“. Er sagt dann „im Anfang“, „am Anfang war“. Mit anderen Worten: Egal wie weit wir zurückgehen, wenn wir an den allerersten Anfang zurückgehen, den wir uns zeitlich vorstellen können, dann war das Wort schon da. Es war schon da, es existierte schon am frühesten für unser menschliches Gehirn vorstellbaren Zeitpunkt. Existierte Jesus bereits. Er ist nicht entstanden, sondern er ist, wenn wir Johannes 8, Vers 58 anschauen, dann finden wir das. Da heißt es: „Ehe Abraham war, bin ich.“ Und hier werden jeweils zwei verschiedene griechische Worte verwendet: „genomai“, was auch „sein“ bedeutet, aber auch „entstehen“ bedeuten kann, und „eimi“, dieses existenzielle „sein“. Das Wort war bereits da. Und Hebräer 13, Vers 8 sagt: „Jesus ist unveränderlich gestern, heute und in Ewigkeit.“ Genannt wird er das Wort.

[9:02] „Im Anfang war das Wort.“ Das ist ein Titel von Jesus, wie wir auch in Offenbarung 19, Vers 13 finden. So wie Worte die ansonsten unhörbaren Gedanken hörbar machen, so drückt Jesus das Wesen des unsichtbaren Vaters aus, sodass wir ihn verstehen können. Das wird dann auch in Vers 18 noch deutlich gesagt: „Niemand hat Gott je gesehen. Der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat Aufschluss über ihn gegeben.“ Weil Jesus so eng mit dem Vater verbunden ist, kann er uns sagen, wie Gott der Vater ist. Niemand hat von alleine Gott sehen können, aber indem wir Jesus sehen, sehen wir auch den Vater. Das sehen wir dann in Johannes 14, z.B. ab Vers 8, als ein Jünger Jesus fragt: „Zeig uns den Vater!“ Und Jesus sagt dann: „Solange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ Was das, was die Rede bezüglich des Gedankens ist, so ist Christus das, ist Christus für den unsichtbaren Vater. Er ist die Manifestierung des Vaters und ist das Wort Gottes genannt.

[10:14] So, Ellen White. Wir lesen weiter: „Und das Wort war bei Gott.“ Und hier müssen wir ganz kurz einmal, weil das so wichtig ist, jetzt auch gleich für den nächsten Teilsatz, in die griechische Grammatik hineinschauen. Hier steht das Wort Gott, das im Griechischen „Theos“ heißt, im Akkusativ „Theon“ mit dem Artikel. Das heißt, wir haben hier ein „ton Theon“. Das Wort Gott hat hier den Artikel. Und wenn wir wissen wollen, wer damit gemeint ist, wenn es heißt: „Und das Wort war bei Gott“, dann müssen wir nur zuerst Johannes 1, Vers 1 und 2 gehen, denn dort heißt es, dass das Wort des ewigen Lebens bei dem Vater gewesen ist. Also hier ist ganz deutlich gemeint: Das Wort war bei dem Vater.

[11:02] Und dann kommt – und das ist jetzt der entscheidende Abschnitt für das, was viele Menschen sich auch fragen, nämlich: Wie genau muss man sich die Göttlichkeit Jesu vorstellen? Es heißt jetzt: „Und das Wort war Gott.“ An dieser Stelle hat das Wort Gott keinen Artikel. Es steht also nicht „ho Theos“, sondern nur „Theos“. Daraus haben einige Ausleger geschlussfolgert, dass es einen Unterschied gebe zwischen der Göttlichkeit des Vaters, weil dort ja Gott mit dem Artikel verwendet wird, und ähm der Göttlichkeit Jesu, die ohne Artikel ist. Und deswegen sollte man dann besser übersetzen, nach Ansicht einiger: „ein Gott“ oder „göttlich“ oder so „göttlicher Art“. Aber das lässt sich aus der Grammatik so nicht ableiten.

[11:53] Das ist ganz wichtig, dass wir das einmal ganz deutlich hier festhalten, denn schon in Vers 18, in Johannes 1, Vers 18 finden wir Gott den Vater, wie er dort als Gott bezeichnet wird, und zwar Gott ohne Artikel. Wenn wir in Vers 18 lesen, da heißt es: „Niemand hat Gott je gesehen.“ Das ist offensichtlich der Vater. Das heißt, der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat Aufschluss über ihn gegeben. Und am Anfang dieses Verses, wenn es heißt: „Niemand hat Gott je gesehen“, steht Gott auch ohne Artikel. Also, wenn jemand sagen würde, ähm, Jesus kann nicht vollständig Gott sein, weil in Vers 1 der Artikel fehlt, dann wäre die Schlussfolgerung, die natürlich niemand möchte, dass auch der Vater nicht vollständig Gott ist. Und deswegen dürfen wir hier die griechische Grammatik nicht überstrapazieren, sondern müssen den gesamten Kontext betrachten.

[12:48] Also, warum steht einmal in Vers 1 Gott mit Artikel und einmal ohne Artikel? Und das hat mit der griechischen Grammatik zu tun. In der Regel werden im Altgriechischen Substantive, die ein Prädikat als Prädikat gebraucht werden, ohne Artikel geschrieben, auch wenn das Subjekt im selben Satz einen Artikel hat. Also, wenn ich sage: „Christopher ist Mensch“, ja, dann ist Christopher das Subjekt und Mensch das Prädikat, eine Beschreibung. Das sind meistens Sätze, die man nicht unbedingt umdrehen kann, ja? Man kann nicht sagen: „Mensch ist Christopher.“ Nicht jeder Mensch ist Christopher, aber Christopher ist Mensch. Und das ist also gemeint mit Subjekt und Prädikat.

[13:31] Jetzt schauen wir uns ein paar Beispiele an. Das erste ist genau dieses hier: „kai Theos en ho Logos“. Und das, wörtlich: „Und Gott war das Wort“. „Ho Logos“ ist das Wort, ist das Subjekt. Das Wort. Das Prädikat ist „Theos“, weil es ein Prädikat ist, ohne Artikel. Der Satz erläutert also, was das Wort ist. Es ist nämlich Gott. Um das besser zu verstehen, nehmen wir ein anderes Beispiel: Johannes 4, Vers 24. Dort steht im Griechischen: „Pneuma ho Theos“. Wörtlich: „Geist ist Gott“. Ja, das Hilfsverb „sein“ wird dort gar nicht ausgedrückt. Das muss unbedingt nicht sein. Hier ist das Subjekt Gott. Alle wissen, dort steht: „Gott ist Geist“. Gott ist das Subjekt mit Artikel. Das Prädikat, was er ist, nämlich Geist, steht ohne Artikel. Aber wir übersetzen natürlich nicht: „Gott ist ein Geist“ oder „Gott ist geistlich“, sondern „Gott ist im vollsten Sinne Geist“.

[14:29] Das hier der Artikel fehlt, hat damit zu tun, dass es als ein Prädikat gebraucht wird. Noch einmal Johannes 1, Vers 14, auch ganz bekannt: „Und das Wort wurde Fleisch.“ Auch hier ist das Wort das Subjekt. Das Wort wurde nämlich etwas, nämlich was es wurde: Fleisch. „Sarx“ ist das Prädikat und steht wiederum ohne Artikel. Wir übersetzen aber nicht: „Das Wort wurde ein Fleisch.“ Wir übersetzen auch nicht: „Das Wort wurde fleischlich.“ Wir übersetzen das Wort und meinen auch: „Das Wort wurde voll und ganz im höchsten Sinne Fleisch.“ In diesem Sinne ist also auch Vers 1 zu verstehen. Das Wort war nicht ein Gott und auch nicht göttlich, sondern es war Gott. Der einzige Grund, warum hier kein Artikel geschrieben ist, ist, weil es als ein Prädikat, als eine Beschreibung, als ein Attribut verwendet wird, um das Wort Logos näher zu bestimmen. Das heißt, wir haben hier einfach eine Gesetzmäßigkeit oder ein Prinzip, das sich häufig findet in der altgriechischen Sprache. Tatsächlich hat Johannes keinen qualitativen Unterschied gemacht zwischen Gott mit Artikel und Gott ohne Artikel, wie wir gerade gesehen haben, denn in Vers 18 nennt er Gott den Vater Gott ohne Artikel. Und das hat dort grammatisch noch mal andere Umstände, und die uns jetzt nicht interessieren müssen. Damit ist deutlich: Wir können nicht aus der Grammatik des Griechischen ableiten, dass Jesus nicht voller Gottes ist. Im Gegenteil: Die Bibel ist hier ziemlich deutlich, deutlich. Wenn dort der Artikel gestanden hätte, dann wäre das eher missverständlich gewesen. Dann hätte man schlussfolgern können, dass Gott der Vater, der ja gerade mit dem Artikel genannt worden ist – „das Wort war bei Gott“ – ja, dass Gott der Vater gleichzeitig das Wort ist. Und das ist unbiblisch, denn Jesus ist nicht identisch mit dem Vater. Sie sind zwar eins in Natur, in Wesen, in in in in in Ziel, in Charakter, aber sind nicht dieselbe Person. Und das hätte man aber schlussfolgern können, wenn hier Johannes den Artikel verwendet hätte.

[16:41] Dass Jesus im vollsten und höchsten Sinne Gottes ist, geht aus vielen anderen Bibelstellen hervor. Johannes 20, Vers 28: Thomas nennt ihn „mein Herr und mein Gott“. Jesaja 9, Vers 5 nennt den geborenen Messias „starker Gott“. Jesaja 40, Vers 9 bis 11 spricht von Gott, der als Hirte sich der Schafe annehmen wird. Und wir denken dann an Johannes 10. In 1. Timotheus 3, Vers 16 heißt es: „Gott ist geoffenbart worden im Fleisch.“ Hebräer 1, Vers 8 bis 12, besonders wichtig, weil Gott der Vater dort selbst Jesus, seinen Sohn, als Gott bezeichnet. Ellen White hat auch diesen Vers 1 so verstanden, dass hier übersetzt werden sollte: „Das Wort war Gott.“ Und entsprechende Zitate haben wir hier auch abgedruckt. Sie sagt auch an anderer Stelle: „Christus war Gott, essentiell und in dem höchsten Sinne. Er war mit Gott seit aller Ewigkeit, Gott über alles für immer gesegnet.“

[17:53] Vers 2: „Dieses war im Anfang bei Gott.“ Dieser Vers ist im Grunde genommen eine Zusammenfassung der ersten beiden Teilsätze aus Vers 1. Wir haben das hier im Sendemanuskript sogar grafisch deutlich gemacht: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott.“ Und dann heißt es hier: „Dieses war im Anfang bei Gott.“ Das ist eine Zusammenfassung also vom ersten und zweiten Teilsatz aus Vers 1. Und dadurch, dass der erste und zweite Teilsatz noch mal aufgegriffen werden, wird der dritte Teilsatz, der alleine steht, so ein bisschen gerahmt, so als ob er sozusagen ins Zentrum gerückt wird. Und dieser dritte Teilsatz ist: „Und das Wort war Gott.“ Das scheint also sogar eine zentrale Aussage zu sein, die Johannes hier hervorbringen möchte.

[18:38] Vers 3: „Alles ist durch dasselbe entstanden, und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist.“ Hier trifft Johannes durch die Inspiration des Heiligen Geistes eine absolute Aussage: Alles, was irgendwann in die Existenz gekommen ist – das Wort meint nicht einfach nur geschaffen sein, sondern überhaupt entstanden sein –, also alles, was irgendwann mal nicht existierte und dann existierte, ist ausnahmslos durch Jesus in die Existenz gekommen. Und ich denke, das macht ganz deutlich, dass Jesus selbst nicht in diese Kategorie fällt. Er ist nicht jemand, der mal nicht existierte und dann erst in die Existenz kam.

[19:23] Vers 4: „In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.“ Jesus hat ursprüngliches, originales, unabgeleitetes Leben in sich. So finden wir es deutlich bei Ellen White ausgedrückt. Er sagt nämlich in Johannes 14, Vers 6: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Er ist das Leben. Er hat sich das Leben nicht geborgt. Es ist ihm nicht ähm einfach anvertraut worden als etwas, was er vorher nicht gehabt hätte. Er sagt in Johannes 11, Vers 25: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Sie sagt: „In ihm war das Leben“ oder „war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.“ Hier geht es nicht um physisches Leben, sondern um Unsterblichkeit. Das Leben, das ausschließlich, exklusiv das Eigentum Gottes ist, das Wort, das mit Gott war und das Gott war, hatte dieses Leben, das ausschließlich das Eigentum Gottes ist.

[20:45] Vers 5: „Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen.“ Insgesamt sind die Parallelen zwischen 1. Mose 1, Vers 1 bis 5 und Johannes 1, Vers 1 bis 5 sehr interessant. In beiden Fällen beginnt es mit „im Anfang“ oder „am Anfang“. Es geht jeweils um Gott. „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.“ Hier haben wir ebenfalls Gott zentral als Formulierung schon in Vers 1. Es geht darum, dass etwas geschaffen worden ist. Hier geht es in Vers 3 darum, dass etwas entstanden ist. Es geht also um die gesamte Schöpfung, hier sogar des Universums. Es geht in beiden Passagen um Finsternis und um das Licht, das durch das Wort in die Finsternis hineinkommt. Johannes kommentiert sozusagen in gewisser Weise, oder besser gesagt, er nimmt 1. Mose 1, Vers 1 bis 5 als Grundlage, als Folie, und baut sozusagen mit den Begriffen, die dort aufkommen, seine Botschaft auf, die Botschaft des Evangeliums, die auf den Begriffen und Gedanken und Konzepten der Schöpfungsgeschichte aufbauen. Und damit ist dieses Kapitel ein enorm wichtiges Kapitel. Wir haben gar nicht die Zeit, alle Details hier anzuschauen, die man dazu sagen könnte. Und doch, es ist eine ganz einfache Botschaft: Jesus, um den es hier im Johannesevangelium die gesamte Zeit geht, ist nicht nur ein guter Mensch, nicht nur ein von Gott gesandter Prophet, nicht nur ein himmlisches Wesen, das sündlos ist, wie die Engel, sondern er war schon immer. Er hat Leben in sich selbst, wie Ellen White es ausdrückte. Er ist der aus sich selbst existierende Sohn Gottes. Er war bei Gott seit aller Ewigkeit, und er war Gott im allerhöchsten Sinne. Und in ihm ist das Leben, und er kommuniziert das Wesen, den Charakter des Vaters zur Schöpfung. Das ist die große, das große Bild, in das dann das gesamte Johannesevangelium eingefasst wird, und dass wir verstehen müssen, um zu verstehen, was Jesus dann immer wieder im Johannesevangelium uns sagt.

[23:05] Lesen wir weiter. Wir springen ein bisschen. Die Lektion führt uns jetzt zu Johannes 1, Vers 9: „Das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen.“ Jesus ist das wahre Licht. Wir denken an Johannes 8, Vers 12, als er sagte: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Und wir sind berufen, sein Licht dann zu reflektieren, wie in Matthäus 5, Vers 14 sagt. Vers 10: „Er war in der Welt, und die...“

[23:36] sagt Vers 10: „Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden.“ haben wir gerade gesehen in Vers 3. Doch die Welt erkannte ihn nicht. Der Schöpfer hat seine Schöpfung besucht und wird von den Menschen doch nicht erkannt. In Vers 11 heißt es: „Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ Hier dürfte insbesondere das Volk Israel auch im Blick sein, denn es heißt in 2. Mose 19, Vers 4 bis 6, dass Israel das besondere Eigentum Gottes ist.

[24:06] Vers 12: „Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.“ Offensichtlich sind die Aussagen in Vers 10 und 11 nicht so gemeint, dass es keine Ausnahmen gäbe. Es gibt Menschen sowohl aus der heidnischen Welt als auch aus dem Volk Israel, die ihn angenommen haben.

[24:26] Jeder kann sich für ihn entscheiden, und zwar durch den Glauben. Durch den Glauben an Jesus – eines der großen Themen, wir werden gleich noch mehr darüber sprechen. Durch den Glauben an Jesus werden wir Kinder Gottes, dürfen Kinder Gottes sein. Und das ist ein Liebesbeweis, das sagt Johannes in Johannes 3 Vers 1: „Oh, welche Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir seine Kinder genannt werden dürfen, dass wir seine Kinder sein dürfen.“

[24:50] Und dort wird deutlich, wer diesen Liebesbeweis annimmt. Wer Kind Gottes wird, wird von der Welt genauso abgelehnt, wie Jesus von ihr abgelehnt wird.

[25:00] Vers 13: Wer wird also Kind Gottes? Wer bekommt das Anrecht, Kind Gottes sein zu dürfen? Wenn wir an ihn glauben.

[25:06] Vers 13: „Die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.“ Wir werden nicht erlöst, weil wir in das richtige Gottesvolk hineingeboren worden sind. Erlösung ist keine Frage der Genetik. Wir werden nicht erlöst, weil wir mit unseren Gefühlen und Trieben, weil wir unseren Gefühlen und Trieben nachgeben. Ja, manche Menschen denken ja: „Folge deinem Herzen, dann bist du am richtigen Ziel angekommen.“ Aber nein, Erlösung ist nichts, was unser alter sündiger Mensch uns geben könnte.

[25:33] Wir werden auch nicht erlöst, weil wir das Richtige wollen. Erlösung ist keine Frage unseres Willens. Wir werden erlöst, weil Gott die Initiative ergreift und uns eine Neugeburt schenken möchte und schenken kann. Erlösung ist aus Gnade und Liebe, ist ein Geschenk und ein Wunder. Das erklärt Jesus ja in Johannes 3 dem Nikodemus ganz deutlich.

[25:55] Unser Wille spielt dann eine Rolle, wenn es darum geht, dass wir dieses Geschenk, diese Wiedergeburt für uns persönlich annehmen. Wir können also nicht sagen: „Weil ich erlöst werden wollte, musste Gott mich erlösen“, sondern Gott will mich erlösen, und mein Wille spielt die Rolle, dieses Geschenk, das ich Gott nicht aufdrängen konnte, sondern dass er von eigenen, aus eigenen Stücken, aus völlig, ohne dass ich ihm das diktiert habe, dieses Geschenk, das er mir anbietet, das muss ich annehmen. Dazu spielt mein Wille eine entscheidende Rolle. Aber die Erlösung basiert eben dann nicht darauf, dass ich es wollte, sondern weil Gott es wollte und mir es angeboten hat. Und durch unseren Willen können wir also Erlösung nicht erzwingen, sondern wir können nur das bereits vorbereitete und vollendete, geschenkte Erlösung uns dafür entscheiden, täglich neu dafür entscheiden, dass Gott das bewirkt, was wir alleine nicht tun können.

[26:47] Vers 14: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Jesus, der ganz Gott war und ganz Gott ist, wurde gleichzeitig ganzer Mensch. Die Himmelsleiter, die Jakob sah, ging von ganz vom Boden bis ganz zum Himmel.

[27:11] Immer wieder versucht der Satan durch Theorien, die Himmelsleiter an der einen der beiden Stellen zu beschneiden. Manchmal sagen Leute: „Jesus war halt nicht ganz Mensch, sondern halt nur so ähnlich.“ Er war ganzer Mensch. Manchmal sagen Leute, er war nicht ganz Gott, sondern nur so ein bisschen. Aber nein, er war ganz Gott, und dadurch, dadurch allein ist unsere Erlösung möglich, weil jemand, der ganz Gott ist, gleichzeitig ganz Mensch wurde und uns dort geholt hat, wo wir sind, um uns dorthin zu bringen, wo er seit Ewigkeiten war.

[27:48] Matthäus 1 Vers 23 wird er genannt Immanuel, übersetzt „Gott mit uns“. Gott und Mensch. Er wohnte unter uns, und das erinnert sehr stark an 2. Mose 25, und dort Vers 8. Das können wir vielleicht hier kurz lesen. 2. Mose 25 und dort Vers 8. Dort heißt es: „Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne.“

[28:12] Jesus kam auf diese Welt, der hat unter uns gezeltet, wie man das Griechische übersetzen kann. Er ist mitten unter uns gewesen. Das Heiligtum, anders ausgedrückt, ist eine im Alten Testament, ist eine Illustration für den Jesus, wie er auch im Johannesevangelium beschrieben wird.

[28:31] Er wird genannt der Eingeborene, und das ist eine Bezeichnung für Jesus als den Sohn Gottes. Er ist der einzig Gezeugte, der Einzigartige, Monogenes, und das beschreibt seine absolute Einzigartigkeit. Manchmal fragen sich Menschen: „Wie ist es möglich, dass Jesus von Anfang an schon da war und gleichzeitig der Sohn genannt wird?“

[29:00] Alles, was wir tun können, ist bei Fragen, die so weit unseren Verstand übersteigen, dem zu glauben, was die Inspiration uns sagt. Sie nennt ihn den Sohn Gottes, also nenne ich ihn den Sohn Gottes. Und sie sagt, er existiert aus sich selbst heraus, er war schon immer da, also glaube ich so wie Ellen White, dass er der aus sich selbst herausexistierende Sohn Gottes ist. Und ich glaube, in der Ewigkeit werde ich einmal besser verstehen. Solange halte ich mich an das, was die Inspiration sagt. Es gibt Menschen, die betonen das „aus sich selbst heraus existieren“ so stark, dass sie dann sagen: „Man darf ihn gar nicht Sohn Gottes nennen, er ist gar nicht der Sohn Gottes.“ Andere betonen die Sohnschaft so sehr, dass sie denken, er hat irgendwann nicht existiert und wurde sozusagen biologisch gezeugt, sodass er dann irgendwann in die Existenz kam. Aber ich glaube allem, was geschrieben steht: Er ist der Sohn Gottes, der schon immer existierte. Wie das funktioniert, das wird die Ewigkeit zeigen. Aber das, was Gottes Wort sagt, und so offenbart sie sich, offenbart sich die Inspiration, offenbart sich das Wort Gottes uns, und das dürfen wir im Glauben wie ein Kind annehmen, auch wenn unser Verstand es nicht in allen Details verstehen kann.

[30:22] „Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Die Herrlichkeit Jesu besteht in seinem Charakter und in seiner Wahrheit. Wir denken da an 2. Mose 33, 2. Mose 33 Vers 18 und 19. „Er aber antwortete: „So lass mich doch deine Herrlichkeit sehen!“ Und der Herr sprach: „Ich will alle meine Güte vor deinem Angesicht vorüberziehen lassen und will den Namen des Herrn vor dir ausrufen und will mich gnädig erweisen, wem ich gnädig und über wen ich mich erbarme, über den erbarme ich mich.“ Die Herrlichkeit Gottes, das ist ein Charakter, dass wenn er sagt: „Ich erbarme mich“, dann erbarmt er sich wirklich. Wir müssen keinen Zweifel haben: Wenn er gnädig ist, dann ist er wirklich gnädig. Er sagt es nicht nur und tut uns dann doch eigentlich bestrafen und uns keine Gnade geben. Wenn er sagt, dass er uns begnadigt, dann begnadigt er uns wirklich. Wenn er uns vergibt, dann vergibt er uns wirklich, weil er uns liebt.

[31:18] Wenn wir ihm folgen, wenn wir ihm glauben, wenn wir den Bund, den er uns anbietet, annehmen, dann wird er all das tun, was er versprochen hat. Das ist sein Charakter, er steht zu seinem Wort, und deswegen ist es so wichtig, seine Wahrheit zu kennen.

[31:34] Der Glaube und die Herrlichkeit, das sind die Themen, die hier eine Rolle spielen. Wir wollen sie noch kurz etwas vertiefen, und zwar durch Abschnitte, die uns jetzt hier beschäftigen wollen.

[31:45] In Johannes 3 Vers 16, da geht es um den Glauben, der vielleicht berühmteste Vers der Bibel. Johannes 3 Vers 16: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht und ein ewiges Leben hat.“

[32:02] Echter rettender Glaube an Jesus wird immer zum ewigen Leben führen. Ja, es gibt einen Glauben, der nicht zum ewigen Leben führt. Jakobus 2 Vers 19 sagt: „Die Dämonen glauben, dass es Gott gibt, und sie zittern.“ Sie werden nicht gerettet. Der Glaube, der hier gemeint ist, ist nicht der Glaube, der sich in einer Zustimmung zu theologischen Wahrheiten offenbart. Die Dämonen wissen viele theologischen Wahrheiten und wissen auch, dass das stimmt, aber sie haben nicht den Glauben, um den es geht, wenn es heißt: „Denn so hat Gott die Welt geliebt.“ Vers 14 und 15 erklären das. Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

[32:42] Die Geschichte in 4. Mose 21 mit den Schlangen, die dort die Menschen bissen und zu Tode bringen sollten, die illustriert, wie jeder Mensch gerettet werden kann. So wie die Menschen damals wegschauen sollten von den Schlangen, die ihnen den Tod brachten, und hinschauen sollten auf das Feldzeichen, wo die Schlange schon tot war, sozusagen diese bronzene Schlange, im Glauben, dass Gott das hier sie bedrohende Problem dort gelöst hat. So ist Jesus auf die Welt gekommen und hat sich mit allen meinen Sünden, mit allen deinen Sünden, mit allem, was unseren alten Menschen ausmacht, identifiziert, das auf sich genommen und dort am Kreuz von Golgatha besiegt.

[33:39] Und wenn wir wegschauen von unseren Sünden, wegschauen von unserer Schuld, die uns überwältigen will, wegschauen von den Versuchungen, wegschauen von dem, was unser Fleisch oder auch von außen uns zur Versuchung führen möchte, und hinschauen zum Kreuz, wo all das besiegt ist, dann können wir erleben, was Israeliten erlebt haben, dass obwohl die Schlangen da noch existieren, sie nicht mehr tödlich beißen, sie keine Gefahr mehr darstellen, sondern wir das Leben haben. Damals ging es nur um eine Weiterführung des irdischen Lebens, aber bei dem Blick auf das Kreuz geht es um viel mehr. Es geht um das Leben, das in Jesus ist, das ewige Leben, das Gottes Eigentum ist, wie wir gelernt haben. Wir dürfen Anteil haben an seinem Leben, indem wir hinschauen auf Jesus, wie er für uns stirbt, weil er uns liebt, wie er sich für uns mit uns identifiziert. Durch das Anschauen werden wir gerettet. Durch das Anschauen seiner Herrlichkeit, sagt 2. Korinther Vers 18, werden wir verwandelt.

[34:49] Wir lesen weiter Johannes 3 Vers 17: „Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde.“ Gott möchte dich und mich retten, er möchte uns nicht verdammen.

[35:02] Vers 18: „Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet. Wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat.“ Hier geht es nicht um das Untersuchungsgericht seit 1844, denn das gilt auch für alle Menschen, für alle Gläubigen, auch Prediger 12, 13, 14. Wir haben andere Bibelstellen, die das zeigen. Das Wort „richten“ hier meint, so wie öfter im Johannesevangelium, eine Verurteilung. Wer glaubt, wird nicht verurteilt. Wer nicht glaubt, ist schon verurteilt und bleibt verurteilt, weil er Sünder ist.

[35:33] Johannes 3 Vers 19: „Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse.“ Wir sehen, wie die Themen von den ersten Versen von Johannes hier wieder eine große Rolle spielen. Menschen haben wegen ihrer Sünden die Finsternis mehr geliebt als Jesus und seine Botschaft. Das haben wir in Vers 4 und 5 auch gesehen.

[35:57] Vers 20 und 21: „Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott getan sind.“ Es gibt, liebe Freunde, zwei Gruppen von Menschen: Menschen, die aus sich selbst heraus Werke tun und nicht möchten, dass die Sündhaftigkeit ihres Tuns dabei offenbar wird, weswegen sie Gottes Wahrheit ignorieren oder sogar bekämpfen. Und es gibt Menschen, die Glauben haben, die an Jesus glauben und dadurch neu geschaffen werden und nun durch den Glauben die Werke tun, die Gott zuvor schon bereitet hat, wie es Epheser 2 Vers 10 sagt.

[36:46] Denn wie heißt es hier in Epheser 2 Vers 10: „Denn wir sind seine Schöpfung, geschaffen zu guten, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.“ Wer weiß, dass Gott in seinem Leben gewirkt hat, der kommt auch gerne zum Licht, um zu zeigen, dass es Gott war, der gewirkt hat, und nicht man selbst.

[37:13] Wir gehen kurz zu Johannes 9, auch dort geht es um den Glauben. Der Blinde, blind Geborene, ist geheilt worden. Wir haben bereits über diese Geschichte einiges gehört in einer früheren Folge.

[37:27] Vers 35: „Jesus hörte, dass sie ihn ausgestoßen hatten.“ Er hatte sich zu Jesus bekannt und wollte ihn nicht verleugnen, und ist, obwohl er gerade geheilt worden war von einer lebenslangen Krankheit, aus der Gemeinde ausgeschlossen worden, weil er sich zu Jesus bekannt hat. Jesus hörte, dass sie ihn ausgestoßen hatten, und als er ihn fand, sprach er zu ihm: „Glaubst du an den Sohn Gottes?“ Jesus hört davon, wenn Menschen, wenn sogar die Gemeinde falsch mit uns umgeht, und er geht uns nach. Jesus lässt uns nicht im Stich. Andere mögen uns ausschließen, aber Jesus lässt uns nicht im Stich. Er fragt nach seinem Glauben. Und die Frage, die er stellt, ist sehr interessant, sie ist nämlich so sinngemäß zu übersetzen: „Du glaubst doch bestimmt an den Sohn Gottes, nicht wahr?“ Also so, dass er tatsächlich in ihm das Vertrauen auch erzeugt, dass das glaubst du.

[38:22] Oder Vers 36: „Er antwortete und sprach: „Wer ist es, Herr, damit ich an ihn glaube?“ Offensichtlich weiß dieser ehemals Blindgeborene nicht viel überhaupt über das, was wir christlichen Glauben nennen, aber er hat eine Erfahrung mit Jesus.

[38:35] Vers 37: „Jesus aber sprach zu ihm: „Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist es.“ Jesus offenbart sich diesem Mann genauso wie er sich der Frau am Jakobsbrunnen in Johannes 4 Vers 26 offenbart hat.

[38:51] Vers 38: „Er aber sprach: „Ich glaube, Herr!“, und fiel anbetend vor ihm nieder.“ Das ist, was den rettenden Glauben ausmacht: Wenn Jesus sich offenbart, ihn anzunehmen, ihn anzubeten, was wiederum zeigt, dass Jesus Gott ist. So wie die Jünger Jesus angebetet haben in Matthäus 14 Vers 33, so wie später Thomas Jesus nennen wird: „Mein Herr und mein Gott“ in Johannes 20.

[39:20] Dieser Mann hatte nicht viele theologische Bücher gelesen. Er hatte noch gar keine theologische Bücher gelesen, er konnte gerade erst überhaupt sehen. Er wusste theologisch nicht viel, aber er kannte Jesus, und das machte den rettenden Glauben aus. Da gab es andere, die wussten theologisch viel, die konnten genau sagen, welcher Rabbi wann, wie durch welche Exegese welche Auslegung gebracht hatte, und doch glaubten sie nicht an den Messias, so wie in Johannes 5 Vers 39 und 40. Er sagt: „Ihr forscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben, und sie sind es, die von mir Zeugnis geben, und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen.“ Was nützt es, wenn wir alles theologisch wissen und nicht zu Jesus kommen und mit ihm leben?

[40:04] Manchmal sollten wir weniger theologisch streiten, und unser Herz – eigentlich sollten wir, wir sollten immer unser Herz Jesus geben und ihm glauben und ihn anbeten, ihm vertrauen, auch dann, wenn wir gerade nicht verstehen, was, wenn wir nicht alles bis ins Letzte verstehen können. Und gerade bei der Frage der Göttlichkeit Jesu und der Frage, warum er Sohn genannt wird, bleiben sicherlich viele Fragen unserem menschlichen Gehirn zurück, die wir jetzt nicht alle hinein, wo wir die Antworten nicht finden können, weil wir zu beschränkt sind. Aber können wir glauben das, was geschrieben steht, oder müssen wir, damit wir unsere eigene Ansicht bestätigen können, die Verse und die Aussagen drehen und biegen, damit wir ja recht haben? Oder können wir glauben wie ein Kind allem, was geschrieben steht, egal ob es mit unseren Meinungen bisher übereinstimmte, bis unseren bisherigen Meinungen übereinstimmt oder nicht? Können wir den Glauben haben, dass wenn Jesus sich offenbart und wenn er in seinem Wort deutlich macht, dass er angebetet werden kann, dass er Gott ist, dass er der Sohn ist und Gottes seit Ewigkeit aus sich selbst heraus mit einem eigenen, unabgeleiteten Leben? Können wir das einfach glauben als Kinder, die von ihm erlöst worden sind? Das ist der entscheidende Punkt, und das wird so, viele – das wird viele, wenn wir das tun, wird es viele Streitigkeiten auflösen, und danach sehen sich viele.

[41:37] Vers 39: „Und Jesus sprach: „Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, damit die, welche nicht sehen, sehend werden, und die, welche sehen, blind werden.“ Diese Worte hängen eng mit Johannes 3 Vers 17 bis 21 zusammen, wie wir das gerade schon gelesen haben.

[41:51] Vers 40, und wir haben noch mehr Verse im Sendemanuskript. Ihr könnt das noch weiter studieren. Vers 40: „Und dies hörten etliche der Pharisäer, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: „Sind denn auch wir blind?“ Die Pharisäer hören die Worte Jesu, aber wollen sie nicht auf sich selbst anwenden. Ihr Verhalten illustriert das, was in Offenbarung 3 Vers 17 steht, wo Laodizea sagt: „Reich bin ich und reich bin ich geworden und nichts habe ich nötig.“ Eine völlige Fehleinschätzung des eigenen geistlichen Zustandes.

[42:20] Vers 41: „Jesus sprach zu ihnen: „Wenn ihr blind wärt, so hättet ihr keine Sünde. Nun sagt ihr aber: „Wir sind sehend“, deshalb bleibt eure Sünde.“ Sie sehen, sie könnten sehen, aber sie wollten nicht, und deswegen bleibt ihre Sünde.

[42:49] Johannes 8 Vers 24 hat Jesus gesagt: „Darum habe ich euch gesagt, dass ihr in euren Sünden sterben werdet, denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin.“ Man kann hier übersetzen, dass „Ich bin“. Eine der großen Fragen im Johannesevangelium ist die Frage: Wer ist Jesus? Er sagt dann im selben Kapitel mehrmals, dass er „Ich bin“, am berühmtesten in Vers 58. Da sagt er: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich.“ „Im Anfang war das Wort, das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ Und er sagt: „Wenn ihr nicht glaubt, dass ich bin, so wörtlich, so werdet ihr in euren Sünden sterben.“ Ein Engel hätte uns nicht erlösen können. Jemand, der für diese Aufgabe geschaffen worden ist oder gezeugt worden wäre im Sinne, dass er vorher nicht existierte, der in die Existenz gebracht worden ist für diese Aufgabe, hätte uns nicht erlösen können. Denn es ist ein ewiges Gesetz gebrochen worden, und deswegen musste Jesus sterben, der seit Ewigkeit Gott ist.

[44:03] Ein ewiges Gesetz, deswegen musste das ewige Wort, der ewige Sohn Gottes für uns sterben. Nur so konnte eine gerechte Erlösung bewirkt werden.

[44:25] Schauen wir zu Johannes Kapitel 12. In Johannes 12 und dort ab Vers 36: „Solange ihr das Licht habt, glaubt an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes werdet.“ Dies redete Jesus und ging hinweg und verbarg sich vor ihnen. Wenige Tage vor der Kreuzigung ist Jesus in Jerusalem. Die Menschen sollen die Gelegenheit noch ergreifen, solange Jesus das Licht der Welt bei ihnen ist. Sie sollen es nutzen und an ihn glauben. Obwohl er aber so viele Zeichen vor ihnen Tat getan hatte, Vers 37, glaubten sie nicht an ihn. Hier wird jetzt die finale Ablehnung Jesu durch sein Volk.

[45:00] Ablehnung Jesu durch sein Volk, beschrieben, wie wir es in Johannes 12 Vers 38 gesehen haben, damit das Wort des Propheten Jesaja erfüllt würde, das er gesprochen hat: „Herr, wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und wem ist der Arm des Herrn geoffenbart worden?“ Das ist aus Jesaja 53 Vers 1, das Kapitel, das dann auch das Leiden und das Sterben des Messias für meine und für deine Sünden prophezeit hat.

[45:24] Aber der Unglaube war natürlich nicht universell. Es gab Menschen, die Jesus angenommen haben.

[45:28] Vers 39 und 40: „Darum konnten sie nicht glauben, denn Jesaja hat wiederum gesprochen: ‚Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verhärtet, damit sie nicht mit den Augen sehen noch mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile.‘“ Jesus hatte selbst diese Verse auf den Unglauben ihm gegenüber bezogen in Matthäus 13 Vers 13 bis 15 im Zusammenhang mit den Gleichnissen der Seepredigt.

[45:51] Und dann kommt in Vers 41 ein sehr interessanter Vers, ein sehr interessanter Gedanke, denn dieses Zitat aus Vers 40 kommt aus Jesaja 6 Vers 10.

[46:01] Und jetzt sagt Johannes: „Dies sprach Jesaja – Achtung – als er seine, also Jesu, Herrlichkeit sah und von ihm redete.“

[46:13] Nun, gibt es in Jesaja 6 irgendwo eine Stelle, wo die Herrlichkeit Jesu sichtbar wird?

[46:19] Nun, schauen wir in Jesaja 6: Gibt es dort eine Stelle über die Herrlichkeit? Und natürlich gibt es dort eine Stelle wenige Verse vorher: die Vision, die Jesaja hat, die dann in den Auftrag mündet, und in diesem Auftrag wird dann auch Vers 10 gesagt, wo Jesaja darauf vorbereitet wird, dass viele seiner Botschaft nicht glauben werden.

[46:39] Was ist also diese Vision der Herrlichkeit? Wir sehen in Jesaja 6 ab Vers 1: „Im Todesjahr des Königs Usija sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron, und seine Säume erfüllten den Tempel. Seraphim standen über ihm. Jeder von ihnen hatte sechs Flügel. Mit zweien bedeckten sie ihr Angesicht, mit zweien bedeckten sie ihre Füße, und mit zweien flogen sie. Und einer rief dem anderen zu und sprach: ‚Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen. Die ganze Erde ist erfüllt von seiner Herrlichkeit.‘“

[47:10] Johannes sagt uns: Als Jesaja das sah, sah er die Herrlichkeit Jesu. Er, der hier genannt wird, der Herr mit dem Gottesnamen J-H-W-H, der Herr der Heerscharen, es war Jesus, dessen Herrlichkeit Johannes hier sah. Und deswegen kann er auch so ohne Zweifel deutlich machen, dass dann, als Jesaja diese Botschaft empfängt und es gesagt wird: „Viele werden es nicht glauben“, deswegen kann Johannes klar sagen: Deswegen haben viele auch nicht tatsächlich an Jesus geglaubt.

[47:44] Wir sehen das in Jesaja 6: die Beschreibung der Herrlichkeit des Herrn der Heerscharen auf dem Thron im Allerheiligsten des irdischen Tempels.

[47:53] Diese Vision, dass das Jesus war.

[47:58] Vers 42: „Doch glaubten sogar von den Obersten viele an ihn, aber wegen der Pharisäer bekannten sie es nicht, damit sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen würden.“

[48:12] Es gab viele, die intellektuell überzeugt waren, aber die sich nicht zu ihm bekannten, denn die Ehre der Menschen war ihnen lieber als die Ehre Gottes.

[48:19] Es reicht nicht, innerlich überzeugt zu sein, sondern wir müssen auch zu Jesus stehen. Die Israeliten mussten das Blut des Lammes an die Türpfosten streichen und an die Oberschwellen.

[48:29] Vers 44: „Jesus aber rief und sprach: ‚Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den – Verzeihung – der mich gesandt hat.‘“

[48:37] Echter Glaube an Jesus ist identisch mit dem Glauben an Gott den Vater, weil Jesus und der Vater nämlich eins sind, wie er das in Johannes 10 Vers 30 gesagt hat.

[48:49] Vers 45: „Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat“, wie Jesus das in Johannes 14 ab Vers 8 ganz deutlich betont dann bis Vers 11.

[49:00] Kapitel 12 Vers 46: „Ich bin als ein Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt.“

[49:07] Hier fasst Johannes noch einmal die Kerngedanken des Johannesevangeliums. Hier fasst Jesus – Verzeihung – diese Kerngedanken des Johannesevangeliums zusammen: Jesus ist das Licht, er ist in die Welt gekommen. Wer an Jesus glaubt, wird gerettet, und wer an Jesus glaubt, ist nicht in der Finsternis. Wir haben die Textstellen beispielhaft dazu hier aufgeschrieben.

[49:28] Zum Schluss noch wenige Verse über die Herrlichkeit. Wir haben gesehen, es geht um den Glauben an Jesus und um seine Herrlichkeit.

[49:35] Johannes 17, 1 bis 5: „Dies redete Jesus und hob seine Augen zum Himmel empor und sprach: ‚Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit auch dein Sohn dich verherrliche.‘“

[49:47] Jesus betet jetzt wenige Stunden vor seiner Kreuzigung auf dem Weg nach Gethsemane. Seine Jünger sollen hören, was er nach seiner Auferstehung im Himmel als Hohepriester im himmlischen Heiligtum für sie beten wird.

[49:57] „Die Stunde ist gekommen.“ Bisher waren alle Versuche, Jesus zu ergreifen und zu töten, umsonst gewesen. Doch jetzt ist die Stunde gekommen. Das Leben von Jesus und sein Sterben folgen einem exakten prophetischen und typologischen Zeitplan.

[50:11] Vers 2: „Gleich wie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, damit er allen ewiges Leben gebe, die du ihm gegeben hast.“

[50:19] Jesus hat die Autorität, jedem Glaubenden – Johannes 3 Vers 16 – ewiges Leben zu geben.

[50:23] Und jetzt kommt ein interessanter und wichtiger Vers: „Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“

[50:32] Das ewige Leben besteht also darin, mit Gott dem Vater und mit Jesus eine innige Verbindung zu haben.

[50:39] Wir denken an 1. Mose 4 Vers 1: „Adam erkannte seine Frau, und sie wurde schwanger.“

[50:45] Nun, was bedeutet die Formulierung „der allein wahre Gott“? Diese Formulierung findet sich noch ein paar Mal in der Bibel: in 2. Chronik 15 Vers 3, in Jeremia 10 Vers 10 und in 1. Thessalonicher 1 Vers 9. Ihr könnt das dann zu Hause nachlesen.

[50:59] In allen diesen drei Fällen geht es immer um den Kontrast des biblischen Gottes zu den heidnischen Götzen. Es geht immer um den Gott der Bibel gegenüber den heidnischen Götzen.

[51:13] Und das wird dann auch ganz deutlich in 1. Johannes 5 Vers 20, das dann die letzte Verwendung, wo das letzte Mal, wo dieser Begriff „wahrer Gott“ vorkommt. Dort steht nämlich: „Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, also Gott dem Vater, in seinem Sohn Jesus Christus.“

[51:33] Und jetzt heißt es: „Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. Kinder, hütet euch vor den Götzen.“

[51:42] Auch dort geht es um die Abgrenzung von den Götzen. Wann immer die Bibel „allein wahrer Gott“ verwendet – in allen anderen Beispielen, außer wenn, also wenn man neben diesem Vers alle anderen anschaut, geht es immer um die Abgrenzung des biblischen Gottes von den heidnischen Götzen, den falschen Göttern. Es geht niemals um eine Differenzierung zwischen dem Vater und dem Sohn, niemals.

[52:03] Denn in 1. Johannes 5 Vers 20 kann man den Vers sogar so lesen, dass grammatikalisch „dieser“ – wir haben das im Sendermanuskript deutlich gemacht – sich auf Jesus Christus bezieht.

[52:14] Also es ist zumindestens absolut sprachlich möglich, dass Jesus selbst hier als der wahrhaftige Gott bezeichnet wird. Da gibt es verschiedene Ansichten, worauf sich „dieser“ bezieht, aber Johannes hat das so geschrieben, dass das grammatisch theoretisch möglich ist, zumal er nicht nur hier der wahrhaftige Gott genannt wird, sondern auch das ewige Leben. Und genau dieser Begriff „das ewige Leben“ in Johannes 1 Vers 2 explizit auf Jesus angewandt wird.

[52:45] Was heißt das? Jesus wollte hier nicht deutlich machen, dass er selbst weniger Gott ist als der Vater, sondern er hat eine Phrase, eine Ausdrucksweise aufgegriffen, die in der Bibel öfter verwendet wird, um zu zeigen: Der Gott der Bibel ist der einzige wahre Gott.

[53:03] Und wenn die Bibel im Alten Testament von dem Gott spricht, der alleine der wahre Gott ist, dann verwendet sie oft den Herrn, der Herr der Heerscharen. Und wir finden oft dann Beispiele, dass im Neuen Testament diese Formulierung auf Jesus angewendet wird. Wir haben hier ein paar Beispiele aufgeschrieben.

[53:23] Ellen White sagt: „Jehova“ – damit meint sie also J-H-W-H, den Namen Gottes – „ist der Name, der Christus gegeben ist.“

[53:33] Das bedeutet, wenn zum Beispiel ein Vers wie 5. Mose 4 Vers 35 und 36 – nur um ein Beispiel zu nennen – wir sind gleich am Ende angelangt. 5. Mose 4 Vers 35 und 36: „Dir ist es gezeigt worden, damit du erkennst, dass der Herr Gott ist und keiner sonst als er allein. Er hat dich vom Himmel her seine Stimme hören lassen, und um dich zu unterweisen, und auf Erden hat er dir sein großes Feuer gezeigt, und du hast seine Worte mitten aus dem Feuer gehört.“

[53:58] Das sind so Verse, mit denen die Bibel begründet, warum Gott der einzige wahre Gott ist und keine anderen Götzen unser Vertrauen genießen sollen.

[54:05] Wenn wir also so einen Vers betrachten, dann müssen wir deutlich machen, dass nach Ellen White, Gott der Vater, seit den Tagen Adams nicht mehr direkt zu den Menschen gesprochen hatte.

[54:16] Sie sagt im „Leben Jesu“: „Seit der Sünde Adams war die menschliche Rasse von direkter Gemeinschaft mit Gott abgetrennt. Die Verbindung zwischen Himmel und Erde war durch Christus gewesen.“

[54:32] Heißt das, dass Gott der Vater keine Rolle gespielt hat bei diesen Ereignissen?

[54:34] Nein, nein. Sie sagt an anderer Stelle: „Als Israel zum Sinai kam, hat er die Gelegenheit genutzt, sie erneut daran zu erinnern, was seine Anforderungen, seine Gebote sind. Christus und der Vater standen Seite an Seite auf dem Berg und verkündeten mit feierlicher Majestät die Zehn Gebote. Der Vater war dabei.“

[54:56] Wessen Stimme haben sie gehört? Wer ist das Wort Gottes? Der Vater und der Sohn standen beide auf dem Berg, aber wessen physische Stimme wurde gehört? Das war die Stimme vom Sohn Gottes, und er wird hier genannt als der Herr, der Gott ist.

[55:16] Das heißt, das ewige Leben besteht darin, dass wir an den wahren Gott der Bibel glauben und ihn erkennen. Dazu müssen wir Jesus erkennen und ihm glauben.

[55:23] Johannes will nicht sagen, dass Jesus nicht im vollen Sinne Gott ist, sondern er gebraucht mit „allein wahrer Gott“ eine Idee – also Jesus gebraucht sie – die an jeder anderen Stelle der Bibel den biblischen Gott im Kontrast zu den heidnischen Göttern oder Götzen bezeichnet und im Alten Testament auch so verwendet wird, dass sie sich auf Jesus bezieht.

[55:41] Noch viel wichtiger: Statt die präzisen Details der Spekulation – Verzeihung – statt die präzisen Details der Gottheit alle genau verstehen zu wollen, will Jesus mit diesem Satz etwas viel Wichtigeres mitteilen, nämlich, dass ewige Leben besteht gerade nicht darin, theologische Konzepte zu verstehen, sondern eine persönliche Beziehung zu Gott zu haben und ihm vollständig zu vertrauen, ihn zu lieben und ihm zu gehorchen.

[56:20] Vers 4: „Ich habe dich verherrlicht auf Erden. Ich habe das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tun soll.“

[56:27] Jesus hat genau das Werk getan, das er in Johannes 4 Vers 34 beschrieben hat: Menschen zu Gott zu bringen.

[56:32] Vers 5: „Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.“

[56:39] Was ist der Wunsch von Jesus? Wenn wir wissen wollen, was er damit meint, diese Herrlichkeit, die er sich wünscht, dann schauen wir zu Vers 24: „Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir sein, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt.“

[56:58] Jesu größter Wunsch ist, dass wir bei ihm sind und seine Herrlichkeit auch im Himmel sehen und dann auf der neuen Erde.

[57:05] Lieber Freund, liebe Freundin, glaubst du, dass Jesus von Anfang an existierte und Gott im höchsten Sinne ist, dass er in allem den Vater offenbart in dem, was er sagt und was er tut, wie das Johannesevangelium beständig offenbart? Siehst du, dass unser Glaube an Jesus bedeutet, dass wir auch an den Vater glauben und dass seine Herrlichkeit in seiner Wahrheit und in seinem Charakter besteht? Möchtest du mehr über Jesus nachdenken und dadurch, durch Jesus, auch Gott den Vater besser kennenlernen? Gott segne dich in deiner Entscheidung.

[57:36] Lass uns gemeinsam beten.

[57:39] Lieber Vater im Himmel, wir haben so tiefe Wahrheiten studiert. Die sind zu tief, als dass wir sie menschlich ergründen könnten, aber doch hast du uns Dinge offenbart und bittest uns, sie zu glauben. Wir danken dir, dass du uns immer weiter in alle Wahrheit führst. Wir möchten dich bitten, dass wir bei all dem niemals vergessen, dass es darum geht, Jesus zu erhöhen, nicht darum, dass es nicht darum geht, ihn klein zu machen. Es geht darum, ihn zu erhöhen und dich zu lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele. Herr, das sollen wir tun. Wir danken dir, dass du zu uns sprichst. Ich möchte dich bitten, dass wir lernen, unsere Fragen zu dir zu bringen, statt Gemeinden aufzuwühlen und durcheinander zu bringen, dass wir lernen, kindlich allem zu glauben, was du geschrieben hast, als schreiben lassen, und dass wir dir folgen und dir glauben. Hab Dank dafür. Füll uns mit deinem Heiligen Geist. Amen.


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