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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge des Seminars „Der Ersehnte“ taucht Christopher Kramp in Johannes 10, Vers 22 ein und beleuchtet das Hanukkah-Fest als historischen Kontext für Jesu Aufenthalt in Jerusalem. Er erklärt die Ursprünge des Festes und die innerjüdischen Spannungen, die zur Wiedereinweihung des Tempels führten. Anschließend analysiert er die Frage der Juden an Jesus, ob er der Messias sei, und betont, dass Jesus seine Identität bereits durch Worte und Taten unmissverständlich offenbart hatte, es aber am Glauben der Zuhörer mangelte.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:34] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar „Der Ersehnte“. Schön, dass ihr wieder dabei seid hier auf www.joelmedia.de. Wir wollen weiterstudieren, das Leben von Jesus, sein Wirken und sein Wesen besser kennenlernen. Wir wollen heute eine neue Geschichte uns anschauen, nachdem wir das letzte Mal über Maria und Martha gesprochen haben, als Jesus bei ihnen in Betanien zu Besuch gewesen ist.

[1:05] Heute eine neue Geschichte, die uns nach Jerusalem bringen wird. Aber bevor wir uns das anschauen und in das Johannesevangelium dann wieder einsteigen werden, möchten wir gemeinsam beten. Und ich lade dich ein, lieber Freund, liebe Freundin, dass, wenn es dir möglich ist, dass wir gemeinsam niederknien.

[1:33] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir uns auf dich verlassen können, dass in all unserer Schwachheit und Beschränktheit wir uns immer an dich wenden können und du für uns da bist. Herr, wir möchten dir danke sagen für die Möglichkeit, dein Wort zu studieren und dadurch Jesus besser kennenzulernen. Und Herr, wir möchten jetzt alles ablegen, was uns äußerlich oder innerlich abhalten könnte, auf deine Stimme zu hören. Herr, wir möchten dich bitten, dass du mit deinem Heiligen Geist die Aufmerksamkeit auf dich und deine Wahrheit lenkst, dass wir verstehen, was wir heute benötigen und wie du es uns geben möchtest. Wir möchten dich bitten, dass dein Heiliger Geist unser aller Herzen erfüllt und wir aus deinem Wort leben, das aus deinem Mund hervorgeht, so wie Jesus gesagt hat. In seinem Namen beten wir.

[2:40] Amen. Nachdem wir nun eine Zeit lang im Lukasevangelium gewesen sind, gehen wir für diese eine Geschichte, die wir jetzt und die nächsten beiden Male uns anschauen werden, zurück in das Johannesevangelium, in Johannes Kapitel 10 und dort Vers 22.

[3:00] Das scheint, wenn man die Bibel aufschlägt, einfach Teil des zehnten Kapitels zu sein. Aber im Grunde genommen beginnt hier etwas ganz Neues in Vers 22, was durch die Zeitangabe auch deutlich wird. Während die ersten 21 Verse von Kapitel 10 gedanklich oder chronologisch zu Kapitel 9 und das zu Kapitel 8 und das zu Kapitel 7 gehört – dieser große Komplex der Geschichten, die im Zuge des Laubhüttenfestes und kurz danach im Jahre 30 stattgefunden haben – ist dieser neue Abschnitt in Vers 22 und den folgenden Versen etliche Monate später gewesen, ungefähr jetzt in der Zeit, in der wir uns in unserem chronologischen Studium jetzt genähert haben. Wir fangen einfach an in Johannes 10 und dort Vers 22: „Es fand aber in Jerusalem das Fest der Tempelweihe statt, und es war Winter.“

[4:02] Dieses Fest der Tempelweihe ist kein anderes Fest als das auch heute noch bekannte Hanukkah-Fest. Nun, wer die Bibel aufschlägt und im dritten Mose die Feste, die dort Mose von Gott empfangen hat, studiert, der wird feststellen: Es gibt kein Fest im Winter, es gibt dort kein Hanukkah-Fest. Das Hanukkah-Fest war kein und ist bis heute kein biblisches Fest. Nun, woher kam es? Es erinnerte oder erinnert auch heute noch an die Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels. Daher kommt der Name Hanukkah, was so viel wie Einweihung bedeutet, die Wiedereinweihung des Tempels im Jahre 164 vor Christus.

[5:05] Was war geschehen? Im Zuge der innerjüdischen Auseinandersetzungen gab es dort hellenisierte Juden, die sehr stark sich am Griechentum orientiert hatten. Das ist ja die Zeit nach Alexander dem Großen, als dann die Diadochen und die verschiedenen Königreiche im Nahen Osten gab und im östlichen Mittelmeer. Und als allgemein die griechische Kultur sich ausgebreitet hat bis weit nach Asien hinein. Und im Zuge dessen gab es einige Juden, die versucht haben, die bisherige jüdische Religion stark zu hellenisieren. Man hat dann dort eine Zeusstatue zum Beispiel im Tempel aufgestellt, weil man meinte, letztlich der Zeus der Griechen und der biblische Gott, das wäre ein und derselbe Gott. Dagegen haben sich die traditionellen und biblisch orientierten Teile des Judentums gewandt. Sie haben das natürlich nicht gutgeheißen. Und so gab es einen innerjüdischen Streit darüber, in den dann der König des Seleukidenreiches, Antiochus der Vierte Epiphanes, eingegriffen hat. Und der dann auch ganz schlimmen, berüchtigten Ruf erworben hat, dadurch, dass er dort den Tempel regelrecht entweiht hat, hat ein Schwein geopfert, so wird berichtet. Es kam zum Aufstand, dem sogenannten Makkabäeraufstand. Es gibt ja unter den Apokryphen Büchern, die entstanden sind zwischen der Zeit des Alten und Neuen Testamentes, auch das erste und zweite Makkabäerbuch, das von dieser Zeit berichtet, wenn auch nicht als inspiriertes Wort Gottes, doch uns einen Einblick gibt in das, was damals passiert ist. Und mit diesem Aufstand der Makkabäer endet der politische Einfluss der Seleukiden in Judäa. Und das führt dann dazu, dass der Tempel wieder eingeweiht werden kann.

[7:14] Angeblich sei es so gewesen, dass man bei der Einweihung des Tempels kaum noch dafür angemessenes Öl finden konnte, weil das meiste Öl sozusagen entheiligt worden war. Man fand nur noch ein Gefäß mit Öl, und das hätte nur noch für einen Tag gereicht. Und dann, so geht die Legende, habe das Öl gereicht für acht Tage. Und deswegen wird heute das Hanukkah-Fest acht Tage lang gefeiert.

[7:49] Diese Stelle hier in Johannes 10 Vers 22 ist die einzige Stelle im gesamten Neuen Testament, in der dieses Fest erwähnt wird. Es spielt sonst biblisch keine Rolle. Es beginnt immer am 25. Kislev, und der Kislev ist der Monat, der so ungefähr in der Zeit von unserem November und Dezember liegt. Zum Beispiel beginnt in diesem Jahr, das Hanukkah-Fest wird ja auch heute noch gefeiert, im Jahre 2024 beginnt dieses Fest, der 25. Kislev, das beginnt am 26. Dezember. Also ungefähr fast zeitgleich mit dem an vielen Orten gefeierten Weihnachtsfest. Das ist nicht in jedem Jahr so deckungsgleich, aber immer mal wieder. Wir sind hier bereits weniger als vier Monate vor dem Passah des Jahres 31 und damit weniger als vier Monate vor der Kreuzigung.

[9:06] Vers 23: „Und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos umher.“

[9:18] Jesus, so sagt uns Johannes, ist in Jerusalem während des Hanukkah-Festes. Es gibt keinen Grund zu glauben, dass er diesem Hanukkah-Fest eine besondere religiöse Bedeutung zugemessen hätte und es auch keinen Hinweis darauf, dass er es als seine religiöse Pflicht gesehen hätte, hier im Tempel zu sein. Aber es ist interessant, dass er auch nicht demonstrativ fernblieb, sondern dass er hier offensichtlich anwesend gewesen ist, offensichtlich um die Gelegenheit zu nutzen, das Evangelium noch einmal hier in Jerusalem zu verkünden.

[9:58] Das heißt, er ging in der Halle Salomos umher. Die wird dann später noch in der Apostelgeschichte zweimal erwähnt, in Apostelgeschichte 3 und dort Vers 11. Dort heißt es: „Dass sich aber der geheilte Lahme zu Petrus und Johannes hielt, lief alles Volk voll Erstaunen bei ihnen zusammen in der sogenannten Halle Salomos.“ Und dann vor allem in Apostelgeschichte 5 Vers 12. Dort heißt es in Apostelgeschichte 5, Verzeihung, Vers 12: „Durch die Hände der Apostel aber geschahen viele Zeichen und Wunder unter dem Volk, und sie waren alle einmütig beisammen in der Halle Salomos.“ Damals war dann offensichtlich diese Halle auch eine Art Versammlungsort für die junge christliche Gemeinde.

[10:50] Diese Halle war etwa 250 Meter lang und befand sich an der östlichen Umfassungsmauer des Tempels, soweit jedenfalls die Angaben des jüdischen Geschichtsschreibers Josephus. Archäologisch kamen wir natürlich zu dieser Halle Salomos, genauso wie auch zu den allermeisten anderen Aspekten des Jerusalemer Tempels, keine genauen archäologischen Daten.

[11:18] Eine große Halle. Jesus ist dort, und wir wissen jetzt die Zeit, wir wissen den Ort. Was genau geschah dort? Etwas, was nur Johannes, wie so oft, uns berichtet. Vers 24: „Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du unsere Seele im Zweifel? Bist du der Christus, so sag es uns frei heraus!“

[11:46] Die Juden kommen und sie umringen Jesus. Wir wissen bereits aus den vorherigen Kapiteln im Johannesevangelium, dass es dort konkrete Mordpläne gegeben hatte. Man hatte in Johannes 7 schon Leute ausgesandt, die ihn ergreifen sollten. Die Tatsache, dass Jesus hier umringt wird, ist nicht einfach ein Gesprächsangebot, sondern durchaus eine ernstzunehmende, bedrohliche Situation.

[12:18] Bisher hatte Jesus noch nie gegenüber den Juden offiziell wörtlich gesagt, dass er der Messias sei. Er hatte das allerdings schon an anderen Stellen deutlich gemacht. In Johannes 4 zum Beispiel der Samariterin hat er deutlich gesagt, als sie von dem kommenden Messias sprach, in Vers 26: „Jesus spricht zu ihr: Ich bin’s, der mit dir redet.“

[12:51] Wir denken auch an die Jünger von Jesus, die schon in Johannes 1 Vers 41 deutlich machen, dass sie den Messias gefunden haben, sich dann gegenseitig zu Jesus bringen und Jesus diese Aussage auch implizit bestätigt. So auch dann in Matthäus 16, als Petrus diese berühmten Worte noch einmal sagt auf die Frage Jesu, was sie denn, die Jünger, glauben würden, wer er sei. Vers 16: „Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, also der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: „Glückselig bist du, Simon, Sohn des Jona, denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel.“

[13:40] Jesus hat also gegenüber seinen Jüngern, gegenüber dieser Frau am Jakobsbrunnen, Menschen, denen er vertrauen konnte, die offen waren für die Wahrheit, schon lange immer wieder deutlich gemacht, dass er tatsächlich der Messias ist. Die Juden umringen ihn und sie fragen: „Bist du der Messias, sag es uns frei heraus!“

[14:02] Interessant ist diese Formulierung hier in Vers 24: „Wie lange hältst du unsere Seele im Zweifel?“ Wörtlich steht hier: „Wie lange hältst du unsere Seele hoch?“ Damit ist gemeint, dass, wenn man jemanden oder etwas hochhebt, dann ist das sozusagen in der Schwebe, dann hat das noch kein Fundament, man hängt sozusagen in der Luft. Sie fühlen sich in der Luft hängend: Ja, bist du nun der Messias oder nicht? Diese Spannung, diese Ungewissheit, die kommt durch diese Formulierung, die Seele hochhalten, zum Ausdruck.

[14:45] Interessant ist, dass sie schon in Johannes 8 Vers 25 ihn gefragt hatten: „Da sagten sie zu ihm: Wer bist du?“ Diese Frage treibt sie um. Auch in Johannes 8 Vers 53: „Bist du größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist, und die Propheten sind auch gestorben? Was machst du aus dir selbst?“

[15:18] Die Frage ist sehr interessant, die sie hier stellen: „Bist du der Christus, so sag es uns frei heraus!“ Wir wissen aus den vorherigen Kapiteln, dass diese Frage sehr aufgeladen war und weitreichende Konsequenzen hatte. Es war ja bereits entschieden worden, wie wir aus Johannes 9 Vers 22 erfahren, dass, wenn jemand sich zu Jesus als dem Messias bekennen würde, dass er ausgeschlossen werden sollte aus der Gemeinde.

[15:53] Vers 22: „Das sagten seine Eltern deshalb, weil sie die Juden fürchteten; denn die Juden waren schon übereingekommen, dass, wenn einer ihn als den Christus anerkennen würde, dieser aus der Synagoge ausgeschlossen werden sollte.“

[16:07] Diese Juden umringen also nicht, weil sie einfach sich fragen: Ja, bist es nun oder nicht? Sondern sie hatten bereits beschlossen, dass ein Mensch ihn nicht als Messias bekennen darf. Entsprechend müssen wir davon ausgehen, dass auch diese finsteren Gedanken hier im Hintergrund bei dieser Frage mitschwingen.

[16:36] Sie wollen ihn in die Falle locken. Johannes 7 Vers 13: „Doch redete niemand freimütig über ihn aus Furcht vor den Juden.“ Wir sehen in den Kapiteln vorher bereits ein Klima der Angst. Menschen fürchten sich, Jesus als den Messias zu bekennen. Wir denken an die Eltern des ehemals Blindgeborenen, die sich nicht trauen, obwohl sie wissen, dass Jesus ihren Sohn geheilt hat, sich nicht trauen zu sagen, dass es Jesus gewesen ist. Sie möchten nicht Jesus bekennen. Jesus als den Messias zu bekennen war eine offensichtlich gefährliche Sache. Und mit diesen Versen im Hintergrund bekommt diese Frage: „Bist du der Christus, so sag es uns frei heraus!“ in ein ganz neues Licht getaucht. Hier sind nicht Menschen, die einfach die Wahrheit wissen wollen. Hier sind Menschen, die Jesus angreifen wollen.

[17:37] Vers 25: „Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt nicht.“

[17:47] Implizit macht Jesus damit deutlich, dass er der Messias ist, ohne zu sagen: „Ich bin der Messias.“ Wir haben das schon oft gesehen im Leben von Jesus, dass er implizit das gesagt hat für jeden, der genau zugehört hat und es wissen wollte. Wir denken an die Bergpredigt zum Beispiel, wo Jesus in den ersten Seligpreisungen sich explizit fast wörtlich auf Jesaja 61 bezieht, wo das Kommen des Messias vorhergesagt und sein Wirken beschrieben wird. Wir denken noch an Lukas 4, wo er diese gleiche Stelle aus Jesaja 61 findet und sagt: „Diese Schrift hat sich erfüllt.“ Er hatte zwar nicht gesagt: „Ich bin der Messias“, aber hatte doch so deutlich gesprochen, dass jeder, der es wissen wollte, ohne Zweifel sein musste.

[18:42] Lieber Freund, liebe Freundin, Jesus spricht zu jedem von uns, so dass wir die Wahrheit erkennen können, wenn wir möchten. Jesus redet nicht in Rätseln, sondern Jesus möchte, dass wir ihn verstehen. Wir sehen hier, dass Jesus durchaus auch vorsichtig und überlegt gehandelt hat, dass er nicht einfach mit Dingen rausgeplatzt ist, als er gemerkt hat, dass sowieso niemand Interesse dran gehabt hätte, sondern nur ihm eine Falle stellen wollte. Aber obwohl Jesus überlegt redet und durchdacht antwortet, ist doch für jeden die Wahrheit klar erkennbar, der sie hören möchte.

[19:32] „Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt nicht.“ Das Problem ist nicht die fehlende Information von Jesus. Keiner dieser Obersten wird am Ende verloren gegangen sein, weil ihm Informationen gefehlt haben. Was gefehlt hat, ist der Glaube. „Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt nicht.“ Das große Thema im Johannesevangelium ist der Glaube. Allein durch den Glauben, Johannes 3 Vers 16, können wir Jesus erkennen und ewiges Leben haben: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht nur theoretisch von etwas überzeugt ist, sondern, wie wir schon öfter gesehen haben an verschiedenen Stellen, der wegschaut von den Problemen, wegschaut von den Schlangen und hinschaut zu Jesus.“

[20:29] Aber das wollten die Obersten hier nicht tun, einfach im Glauben auf Jesus zu schauen.

[20:41] Lieber Freund, liebe Freundin, das Problem in unserem Leben sind nicht fehlende Informationen. Die Bibel enthält genügend Information, auf denen wir unseren Glauben basieren können, wenn wir möchten. Aber glauben müssen wir Gott. Gott schenkt uns die Möglichkeit zu glauben, er gibt uns ein Maß des Glaubens, aber wir müssen diesen Glauben einsetzen, müssen anwenden. Wir werden niemals gezwungen werden zu glauben.

[21:19] Jesus hatte schon lange zuvor, in Johannes 5, mehr als anderthalb Jahre zuvor, als er vor dem Sanhedrin verhört worden war, ausführlich zu seiner Stellung, zu seiner Identität Stellung bezogen. Er hatte dort damals gesagt, dass er der Richter der ganzen Welt sein würde, Johannes 5 Vers 22: „Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn übergeben.“ Er hat damals deutlich gemacht, dass er die Toten auferwecken würde, in Vers 25: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Die Stunde kommt und ist schon da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören werden, leben.“ Jesus hatte damals gesagt, dass der Vater selbst Zeugnis von seinem Amt und von seiner Position, von seiner Identität gegeben hat, dass die Werke, die er getan hat, Zeugnis geben. Er hat deutlich gemacht, dass die gesamte Heilige Schrift von ihm spricht. Vers 39: „Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben, und sie sind es, die von mir Zeugnis geben.“ Jeder Jude damals wusste: Die Heiligen Schriften weisen auf den Messias, von 1. Mose 3 Vers 15 an, die gesamten Schriften hindurch. Jesus sagt: „Sie zeugen von mir.“ Vers 40: „Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen.“ Jesus sagt: „Wer zu mir kommt, hat das Leben.“ Allein die Predigt von Jesus in Johannes 5 vor dem Sanhedrin hätte auch ausgereicht, um jedem deutlich zu machen: Jesus ist der...

[23:12] Wenige Monate, ja, eher Wochen, bevor das hier passiert ist, hatte Jesus angesichts des Laubhüttenfestes und kurz danach einige Aussagen gemacht, die wir damals ausführlich studiert haben, die unmissverständlich waren. In Johannes 8 Vers 12: „Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben.“ Jesus sagt: „Wer mir nachfolgt, wird das Licht des Lebens haben.“ Er ist das Licht der Welt. In Vers 24: „Darum habe ich euch gesagt, dass ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben.“ Vers 58 dann der Höhepunkt all dieser Aussagen, als er sagte: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich.“ Ehe Abraham war, ich bin.

[24:14] Jesus hatte nicht nur deutlich gemacht, dass er der langersehnte Messias war, der Prophet, der kommen sollte nach 5. Mose, der König Israels, den die Propheten vorhergesagt haben. Er hatte deutlich gemacht: Er ist Gott offenbart im Fleisch. Jeder, der ihm zugehört hat und die Wahrheit wissen wollte, konnte unmissverständlich erkennen, dass Jesus der Messias ist.

[24:54] Vers 25 in Johannes 10: „Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt nicht.“ Jesus wusste ganz genau, wenn er jetzt die genaue Formulierung „Ich bin der Messias“ sagen würde, würde das auch keinen Glauben in ihnen plötzlich erzeugen. Diese exakte Formulierung würde keinen Unterschied machen. Er hatte schon mehr als genug gesagt. Jeder, der wollte, konnte glauben.

[25:24] Und dann sagt Jesus weiter: „Die Werke, die ich tue im Namen meines Vaters, die geben Zeugnis von mir.“ Es waren nicht nur die Äußerungen von Jesus, die Behauptungen – behaupten kann ja jeder viel. Es gab auch danach und davor Menschen, die behauptet haben, sie seien der Messias. Aber die Werke, die Jesus getan hat, das, was er gemacht hat, wie er gelebt hat, unterstrich seine Worte und bewies seine Identität. Diese Taten waren allgemein bekannt, sie waren nicht im Geheimen geschehen. Johannes 3 Vers 2: Nikodemus, der ja einer vom Sanhedrin war, kam zu Jesus mit folgenden Worten bei Nacht: „Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn, dass Gott mit ihm ist.“ Im Sanhedrin waren diese großen Taten bekannt, und man wusste: Das ist nicht menschlich allein zu erklären, hier steckt Gott dahinter.

[26:21] Johannes 5 Vers 36, in der gerade schon erwähnten Verteidigung von Jesus, oder seiner Rede besser gesagt, vor dem Sanhedrin, sagte in Vers 36: „Ich habe aber ein Zeugnis, das größer ist als das des Johannes; denn die Werke, die mir der Vater gab, dass ich sie vollbringe, eben die Werke, die ich tue, geben Zeugnis von mir, dass der Vater mich gesandt hat.“ Das, was Jesus getan hat, gab Zeugnis.

[26:50] Johannes 7 Vers 31 sehen wir das auch allgemein im Volk: Niemand an diesen Werken vorbeikam, man musste sich entscheiden, wie man darüber dachte. Vers 31 in Johannes 7: „Viele aber aus der Volksmenge glaubten an ihn und sprachen: Wenn der Christus kommt, wird er wohl mehr Zeichen tun als die, welche dieser getan hat?“ Wenn die Volksmenge die Zeichen, die Wunder, die Taten Jesus sah, dann dachten sie unwillkürlich an den Messias. Auch später konnte Petrus zu Pfingsten in der Apostelgeschichte 2 dann auf diese Taten verweisen, in Vers 22: „Ihr Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus, der Nazarener, einen Mann, der von Gott euch gegenüber beglaubigt wurde durch Kräfte und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte wirkte, wie ihr auch selber wisst.“ Das Wirken Jesu konnte als gegeben, als bekannt vorausgesetzt werden. Jesus wusste, dass die, die ihn umringten und jetzt ihm suggerierten: „Du hältst uns im Zweifel, du sagst uns nicht, wer du...“

[27:58] Zweifelst du? Du sagst uns nicht, wer du bist. Er wusste ganz genau, dass das nicht stimmt. Er wusste, sie alle kannten die Werke, sie hatten seine Aussagen gehört. Er sagt: „Ich habe es gesagt, ihr glaubt mir nicht. Meine Werke beweisen es.“ Jesus verweist sie auf das, was sie schon erlebt haben mit ihm.

[28:41] Wenn wir im Unglauben immer wieder ein neues Zeichen fordern und sagen: „Gott möge jetzt das tun oder das tun, damit wir ihm endlich glauben“, dann macht Jesus dieses Spiel nicht mit, sondern er verweist mich und dich auf die Dinge, die wir schon mit ihm erlebt haben und bittet uns zu glauben. Denn wenn wir keinen Glauben haben wegen den Zeichen und Wundern, die wir bisher gesehen haben, wie wird dann Glaube uns entstehen, wenn wir neue Wunder sehen? Wird nicht dasselbe geschehen wie bei den Israeliten der ersten Generation nach dem Auszug, die ein Zeichen nach dem anderen gesehen haben und doch immer wieder von Gott abgefallen sind?

[29:07] Wenn wir uns mit Jesus beschäftigt haben, wenn wir die Bibel gelesen haben und wir meinen, als sei alles ganz unklar, dann liegt das nicht an Jesus, es liegt an unserem mangelnden Glauben. Und ich möchte mich neu entscheiden, dem zu glauben, was Gott mir bereits gezeigt hat, dem zu glauben, was er bereits in meinem Leben gewirkt hat und nicht immer wieder von vorne alles in Frage zu stellen, wie wir das so oft vielleicht machen, gerade dann, wenn wir in Schwierigkeiten sind, gerade dann, wenn wir plötzlich mit Dingen konfrontiert werden, die wir nicht einordnen können. Lass uns heute neu entscheiden, Glauben zu haben, Jesus von Herzen zu glauben. Vers 26.

[30:01] Johannes 10, Vers 26: „Aber ihr glaubt nicht.“ Und jetzt kommt die Begründung: „Denn ihr seid nicht von meinen Schafen, wie ich euch gesagt habe.“ Wiederum wiederholt Jesus diesen Gedanken, damit betont er ihn: „Ich habe es euch gesagt, ihr glaubt nicht.“ Ja, also Jesu Worte trafen auf Unglauben.

[30:30] Jesu Werke trafen auf Unglauben. Er sagt: „Ich habe es euch gesagt, ihr glaubt nicht. Meine Werke beweisen es, und ihr glaubt nichts.“ Und jetzt sagt er, was der Grund ist, warum weder seine Worte noch seine Werke bei diesen Obersten zum Glauben führen. Er sagt: „Ihr gehört nicht zu meinen Schafen.“

[30:56] Sie sind keine Schafe des guten Hirten. Er greift damit das Bild vom guten Hirten auf, das ja am Anfang von Johannes 10 steht. Und das ist sicherlich der Grund, warum auch Johannes diese Geschichte so ganz direkt im Anschluss hier an Johannes 10, Vers 1 bis 21 erzählt. Denn in Johannes 10 geht es darum, dass Jesus damals schon kurz nach dem Laubhüttenfest in diesen Worten gesagt hat: „Ich bin der gute Hirte.“ Vers 4: „Und wenn er seine Schafe herausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme.“ Und Jesus macht sogar deutlich, dass er ja schon darüber gesprochen hat, wie es hier in Vers 26 sagt, wie ich euch gesagt habe. Jesus sagt ihnen auch hier nichts Neues. Er verweist sie auf das, was er bereits vorher am Anfang von Johannes 10 gesagt hat.

[32:01] Und auch an anderer Stelle hat er ihnen schon deutlich gemacht, dass sie nicht erlöst sind. Wir denken an Johannes 8 und dort Vers 24: „Darum habe ich euch gesagt, dass ihr in euren Sünden sterben werdet. Denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben.“ Oder Vers 47: „Wer aus Gott ist, der hört die Worte Gottes. Darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.“ Gleiche Begründung. Ihr sagt hier in Johannes beim Chanukka-Fest, sagt er: „Weil ihr keine Schafe seid, glaubt ihr nicht, weder den Worten noch den Werken.“ Hier in Johannes 8 hat er gesagt: „Weil ihr nicht aus Gott seid, darum hört ihr nicht und deswegen vertraut ihr den Worten Jesu nicht.“

[32:53] Und dann kommt ein berühmter und wichtiger Vers, Johannes 10, Vers 28. Jesus sagt – und diese Worte wollen wir uns ganz gut merken und sie uns genau anschauen und vor allem glauben: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach.“ Vers 28: „Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“

[33:26] Meine Schafe hören meine Stimme. Wir denken zurück an Johannes 10, dort heißt es in Vers 4: „Und wenn er seine Schafe herausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme.“ Vers 8: „Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber, aber die Schafe hörten nicht auf sie.“ Vers 16: „Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Schafhürde sind. Auch diese muss ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte sein.“

[34:01] Wie gerade in Johannes 8, Vers 43 gesehen, Jesus hatte über diese Obersten gesagt: „Warum versteht ihr meine Rede nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt.“ Wir denken an 5. Mose Kapitel 4, Kapitel 5, Kapitel 6, Vers 4: „Höre, Israel!“ Wir müssen zuhören. Gott möchte, dass wir auf Jesus hören. Matthäus 17 und dort Vers 5. Er selbst hat es den Jüngern gesagt, er selbst, Gott der Vater, auf dem Berg der Verklärung. Vers 5: „Als er noch redete, siehe da, überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Auf ihn sollt ihr hören!“

[35:00] Das Hören auf den Messias ist heilsentscheidend. Das wussten die Juden. Apostelgeschichte 3, Vers 23, dort konnte folgende Idee vorausgesetzt werden: „Und es wird geschehen, jede Seele, die nicht auf diesen Propheten hören wird, soll vertilgt werden aus dem Volk.“ Das Hören auf den verheißenen Propheten, das Hören auf den Messias, ist heilsentscheidend. Jesus sagt auch uns heute, dass wir auf seine Stimme hören müssen. Er sagt in Offenbarung 3, Vers 20: „Ich stehe an der Tür, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir.“

[35:52] Lieber Freund, liebe Freundin, hörst du Jesu Stimme zu deinem Herzen? Hörst du, wenn er ruft? Hörst du, wenn er dich warnt? Bist du ein Schaf, das hört, wenn der Hirte ruft, das umdreht, wenn der Hirte warnt, das folgt, wenn der Hirte weitergeht?

[36:21] Weil wenn wir nicht hören auf Jesus, dann werden uns weder die Predigten von Jesus noch seine Taten erreichen. Wir werden sein wie die, die hier Jesus zum Chanukka-Fest umringen und sagen: „Sag uns doch jetzt endlich.“ Wie viele Menschen, wie viele Theologen kennen alle Worte Jesu und alle seine Werke, haben alles gelesen, zum Teil in der Grundsprache, im Griechischen? Sie kennen das alles und haben doch keinen Glauben. Denn Glaube geschieht nicht dadurch, dass ich eine Predigt von Jesus höre oder Werke von ihm sehe, sondern dass ich höre wie ein Schaf auf den Hirten hört, wenn ich vertraue und folge.

[37:10] Denn Schafe hören ja nicht auf den Hirten, als wenn sie ein Musikstück hören würden und sagen: „Ach, wie schön ist die Stimme meines Hirten.“ Sie hören ja, indem sie dann die Stimme erkennen und zum Hirten gehen, dass sie das tun, was die Stimme des Hirten sagt. Und das ist das Geheimnis. Nur wer auf die Stimme Jesu, die zu ihm spricht, auch hört, reagiert.

[37:52] Leben. Wer den klaren Anweisungen des guten Hirten sich widersetzt, davon nichts hören will, es ignoriert, den können alle Worte und alle Werke von Jesus selbst nicht zum Glauben bewegen.

[38:09] Deswegen gibt es so viele Menschen, die mit der Bibel vor dem Kopf im Unglauben leben und wenn sie nicht umkehren, in ihren Sünden sterben werden. „Meine Schafe hören meine Stimme.“ Und Jesus sagt: „Und ich kenne sie.“ Johannes 10, Vers 3: „Er kennt uns nicht kollektiv, sondern individuell.“ „Diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie heraus.“ Der Hirte kennt jedes Schaf mit Namen. Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du ein Nachfolger Jesu bist, kennt er dich. Nun, Jesus kennt uns alle mit Namen, weil wir geschaffen sind von ihm. Er weiß, wer wir sind, er ist allwissend. Aber hier ist mehr gemeint. Und das wird deutlich, wenn wir das vergleichen mit Matthäus Kapitel 7, Vers 23. Dort heißt es in Matthäus 7, Vers 23: „Und dann werde ich ihnen bezeugen“ – gemeint sind diejenigen, die gesagt haben in Vers 22: „Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht?“ Menschen, die sich selbst als Christen bezeichnen, Menschen, die sogar sehr aktiv waren für Jesus. „Und dann werde ich ihnen bezeugen“, sagt Jesus in Vers 23: „Ich habe euch nie gekannt, ihr Gesetzlosen.“

[39:50] Gesetztesübertreter, die die Gesetzlosigkeit tun, die in Sünde leben. Sie haben Christus bezeugt mit ihren Worten, haben für Christus sich aktiv eingesetzt, aber haben nicht auf seine Stimme gehört. Sie waren keine Schafe, denn Jesus kennt seine Schafe. Es gibt kein echtes Schaf, von dem Jesus sagt: „Ich kenne dich nicht.“ Was Jesus hier mit anderen Worten sagt: Hier sind Menschen, die nennen Jesus Herr, aber sind keine Schafe, sind keine Schafe von Jesus. Die Frage heute stellt sich mir und dir: Sind wir heute ein Schaf? Sind wir ein Schaf von Jesus, das auf seine Stimme hört?

[40:45] Johannes 10 und dort Vers 14. Jesus hat das dort mehrmals so ausgedrückt. Er sagt: „Ich bin der gute Hirte.“ Johannes 10, Vers 14: „Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und bin den Meinen bekannt.“ Mit anderen Worten: „Ich kenne sie, und sie kennen mich.“ Das ist keine Einbahnstraße.

[41:07] „Sie werden mich alle kennen, vom größten bis zum kleinsten unter ihnen.“ Steht das nicht in Jeremia 31 über den neuen Bund? Jeremia 31 und dort Vers 33: „Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: Erkenne den Herrn! Denn sie werden mich alle kennen.“ Im neuen Bund kennt Jesus mich wie ein Hirte das Schaf, und ich kenne ihn wie ein Hirten, vom kleinsten bis zum größten unter ihnen, spricht der Herr. „Denn ich werde ihre Missetat vergeben und ihre Sünden nicht mehr gedenken.“ Und weil wir Jesus kennen und seiner Stimme vertrauen, folgen wir ihm und tun, was er sagt.

[42:10] Deswegen sagt Jesus nicht: „Die, die sagen: Herr, Herr!“, sondern: „Die, die den Willen des Vaters im Himmel tun.“ Denn was Jesus uns sagt, ist immer der Wille des Vaters.

[42:28] 1. Korinther 8, Vers 3: Wer sind diejenigen, die Jesus kennt? „Ich kenne sie.“ Damit ist nicht gemeint, dass er von den anderen nichts weiß. Wie heißt es noch bei Adam und Eva? Adam erkannte seine Frau, sie wurde schwanger. 1. Korinther 8, Vers 3: „Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt.“ Das sind Menschen, die Jesus lieben, die Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele. Das sind seine Schafe. Galater 4, Vers 9.

[43:17] Galater 4, Vers 9: „Jetzt aber, da ihr Gott erkannt habt, ja viel mehr von Gott erkannt seid.“ Wir sagen: „Ich habe Gott erkannt.“ Aber Paulus sagt: „Das stimmt, wir müssen Gott erkennen, aber noch viel, viel mehr als dass wir Gott erkennen, erkennt Gott uns.“ Gott ist nicht eine philosophische Formel, die man entdeckt, nicht ein fernes Land, das man endlich erreicht, sondern man wird erkannt, und dann erkennt man zurück. Jesus kennt mich, und weil er mich kennt und für mich sorgt, deswegen darf auch ich ihn kennen und ihm dienen.

[44:02] 2. Timotheus 2, Vers 19: Was ist das Fundament unseres Glaubens? Was ist das, was hält, wenn alles andere zusammenbricht? 2. Timotheus 2, Vers 19: „Aber der feste Grund Gottes“ – mit anderen Worten, das Fundament, das Fundament Gottes, der feste Grund Gottes, Gottes Fundament – „bleibt bestehen und trägt dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen.“

[44:25] Was Jesus hier sagt, wenn er sagt: „Ich und ich kenne meine Schafe“, dann sagt er das, was nach Paulus das Fundament unseres Glaubens, ja, das Fundament unseres Lebens ist. Egal, was kommt, egal, wie verwirrt ich sein mag, egal, wie schwach ich bin, egal, wie ermüdet ich sein mag, Gott kennt mich.

[45:01] Wenn ich auf seine Stimme höre, dann kann ich mit ihm eine innige Freundschaft haben. Ich möchte ihm vertrauen, du auch? Ich möchte ihm dankbar sein dafür, dass er mich kennt. Niemand, der auf Gottes Stimme hört, ist ein Unbekannter bei Gott. Niemand muss sich erst noch zeigen und muss erstmal auf sich aufmerksam machen. Wenn du von Herzen Gott magst und ihm folgen möchtest, dann darfst du wissen, er kennt dich schon viel besser, als du denkst, und hat ein viel größeres Interesse an dir, als du dir vorstellen kannst. Darauf können wir uns verlassen. „Der Herr kennt die Seinen.“ Niemand folgt Jesus nach und wird dann von Gott verlassen. Niemals, niemals, niemals. Der feste Grund trägt dieses Siegel: „Der Herr kennt die Seinen.“

[46:03] Jesus sagt: „Ich kenne sie, und sie folgen mir.“ War das nicht die Aufforderung von Jesus an die Jünger: „Folge mir nach, komm mir nach.“ Er hat nicht sie aufgefordert: „Nur glaube theologisch, theoretisch, dass ich der Messias bin.“ Er sagte: „Folge mir nach.“

[46:30] Johannes 10, Vers 4: „Und wenn er seine Schafe herausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme.“ Weil sie ihm, weil sie hören und ihn kennen, folgen sie ihm. Aber wie können wir Jesus folgen, wenn wir nicht hören und ihn nicht kennengelernt haben? Wenn du ein Nachfolger Jesu sein möchtest, gibt es nur eine einzige Möglichkeit: Lerne Jesus kennen. Achte darauf, wie er in deinem Leben handelt, was er tut, wie er zu dir ist, was er für dich tut, wie gerne er dich hat, wie er dich segnet, wie er dir vergibt, wie er dir aufhilft, wie er dich wiederherstellt. Ich habe das in meinem Leben so unfassbar erlebt, dass Jesus so gut zu mir ist.

[47:31] Und ich weiß, er kennt mich. Ich möchte ihn besser kennenlernen, ich möchte ihm folgen.

[47:42] Johannes 8, Vers 12: „Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben.“ Wenn wir Jesus nachfolgen, haben wir das Licht, das Licht des Lebens. Aber das bedeutet, dass wir nicht unsere eigenen Wege gehen können. Matthäus 16, Vers 24.

[48:08] Matthäus 16, Vers 24: „Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Lukas 9, Vers 23 macht deutlich, dass es eine tägliche Sache ist. Ich kann nicht sagen: „Ich habe einmal mein Kreuz auf mich genommen, habe einmal gezeigt, dass ich es ernst meine, jetzt müsste das ja reichen.“ Nein, warum sollen wir täglich unser Kreuz auf uns nehmen? Wir sollen täglich zeigen, dass wir Jesus folgen wollen. Und in dieser Welt, solange die Sünde regiert und solange wir sündiges Fleisch haben, wird es immer die Versuchung geben, Jesus an die zweite Stelle zu rücken, Jesus etwas aus den Augen zu verlieren, um eigenen Wünschen nachzugehen, die nicht mit denen von Jesus übereinstimmen, die nicht das Beste für uns sind. Diese Versuchung wird immer da sein. Und deswegen bedeutet, auf die Stimme Jesu zu hören, ihm zu folgen, täglich bereit zu sein, Jesus über meinen eigenen Willen zu stellen. Das möchte ich lernen. Ich bin noch nicht am Ziel, du wahrscheinlich auch noch nicht. Aber Jesus lädt uns ein, seine Schafe zu sein und ihm zu glauben, ihm zu folgen. Weil wenn wir ihm folgen, dann werden wir nicht nur gerettet, dann werden wir verwandelt.

[49:37] Von den Gläubigen der Endzeit heißt es in Offenbarung 14 und dort Vers 4: „Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich rein. Diese sind es, die dem Lamm nachfolgen, wohin es auch geht.“ Ist das nicht schön? Der Hirte ist selbst das Lamm. Er hat sich mit den Schafen identifiziert. Unser Hirte weiß, wie es ist, Schaf zu sein.

[50:31] Es heißt hier: „Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“ Was das im Einzelnen konkret bedeutet, das werden wir beim nächsten Mal uns genauer anschauen, wenn wir dann auch weiter studieren werden, die nächsten Verse uns anschauen werden, wie es weitergeht. Aber halten wir für heute fest: Wenn wir auf Jesu Stimme hören, nicht indem wir die Worte lesen und die Werke beobachten, sondern indem wir zuhören, was Jesus mir persönlich zu sagen hat. Wenn wir merken, ich muss etwas aufgeben, wenn wir merken, ich muss mich ändern, ich muss eine Sünde, eine Schuld, etwas, was Jesus mir gezeigt hat, zu ihm bringen. Wenn wir auf ihn hören, dann sind wir seine Schafe. Dann dürfen wir wissen, dass wir eine Beziehung mit ihm haben, die so eng ist, dass kein Blatt dazwischen passt. Und dann werden wir ihm nachfolgen.

[51:34] Dann, solange wir bei ihm sind und auf ihn hören und ihm nachfolgen, können wir nicht verloren gehen, und niemand, nicht einmal der Satan, kann uns aus seiner Hand reißen. Deswegen möchte der Satan nicht, dass wir auf seine Stimme hören und ihn kennenlernen. Lieber Freund, liebe Freundin, möchtest du heute sagen: „Herr, ich möchte dein Schaf sein.“ Vielleicht fühlst du dich genauso dumm und kurzsichtig, wie es Schafe sind. Aber gerade deswegen brauchen wir einen Hirten, einen Hirten, der uns sicher führt. Möchte heute Jesus bitten: „Lass mich heute ein Schaf sein und morgen wieder. Führe du mich.“

[52:28] Und weil du mich kennst, möchte auch ich dich kennen. Lass uns gemeinsam beten.

[52:37] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast. Herr, du weißt, wie leicht wir uns vom Weg abbringen lassen. Aber danke, dass du uns nicht in die Irre laufen lässt. Danke, dass die Stimme Jesu als ein treuer Hirte uns immer wieder zurückruft. Und Herr, wir wollen lernen, auf seine Stimme zu hören, wollen lernen, ihm zu folgen. Herr, das möchten wir heute neu entscheiden und danken dir, dass du uns zu ihm ziehst und er uns zu dir. In seinem Namen. Amen.


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