In dieser Folge der Christ Study Hour beleuchtet David Thiel die „Spielregeln“ im kosmischen Konflikt zwischen Gott und Satan. Anhand biblischer Beispiele aus 1. Könige, 5. Mose, 1. Korinther, Daniel, Offenbarung und Hiob wird erklärt, wie Gott, geleitet von seiner Liebe und dem Wunsch nach Transparenz, Satan innerhalb klarer Grenzen agieren lässt. Die Betrachtung zeigt, dass Gott sich selbst begrenzt, um einen fairen Kampf zu gewährleisten und seine Gerechtigkeit vor dem gesamten Universum zu beweisen.
CSH 2025 Q1 – Gottes Liebe & Gerechtigkeit: 10. Spielregeln
David Thiel · Christ Study Hour 2025 Q1: Gottes Liebe und Gerechtigkeit ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Daniel, Hiob, Johannes, Markus, OffenbarungWeitere Aufnahmen
Serie: Christ Study Hour 2025 Q1: Gottes Liebe und Gerechtigkeit
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:34] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour. Ich heiße David und ich freue mich heute mit euch wieder in das Thema Gottes Liebe und Gerechtigkeit einzutauchen. Heute sprechen wir über das Thema Spielregeln. Was es damit auf sich hat, das schauen wir gleich. Doch bevor wir starten, möchten wir beten und Gott in unsere Mitte einladen und ihn darum bitten, dass er uns Verstand und Weisheit schenkt. Ich lade euch ein, mit mir zu beten.
[1:03] Lieber Gott, wir danken dir, dass du dich uns in deinem Wort offenbart hast, dass wir so viel über deine Liebe und über deine Gerechtigkeit, über deinen Charakter und über dein Wesen verstehen können. Ich will dich bitten, dass du auch dieses Mal mit uns bist, dass du uns deinen Heiligen Geist schenkst, der uns mehr über dich offenbart, dass wir dich wirklich so kennenlernen können, wie du wirklich bist. Ich bitte dich, dass du mir die richtigen Worte schenkst, dass du mit deinem Heiligen Geist hier anwesend bist, dass wir in die Bibel eintauchen können und dich besser kennenlernen können. Hab Dank dafür, lieber Gott. Amen.
[1:52] Ich möchte mit euch einsteigen mit einer Geschichte aus dem Alten Testament, und es ist eine der legendärsten und epischsten Geschichten aus dem Alten Testament, die es gibt, und es gibt schon einige aus dem Alten Testament, aber ich spreche über die Geschichte auf dem Berg Karmel, 1. Könige 18, wo Elia auf der einen Seite und die Baalspriester auf der anderen Seite stehen und es zu einem richtigen Showdown der Götter kommt. Es geht darum, dass die Frage nach dem echten und einzig wahren Gott endgültig geklärt werden soll. Die Challenge sieht so aus, dass jede Partei jeweils ein Opfer bringen soll, ohne es dabei eigenhändig zu entzünden. Und am Ende ist es so, dass die Baalspriester ziemlich alt aussehen, dass Gott Elia mit der Hilfe Gottes gewinnt und das Feuer entzündet. Die Götzen der Baalspriester sehen mittlerweile ziemlich alt aus, und man merkt, dass es sich dabei um tote Götzen handelt.
[3:14] Und wir sehen in der Bibel, dass heidnische Götzen nicht nur Vorstellungen von den Heiden sind, wie Götter aussehen oder wie Götter sind, sondern dass es sich dabei tatsächlich um Dämonen handelt. Lesen wir gemeinsam 5. Mose Kapitel 32, Vers 17. „Sie opferten den Dämonen, die nicht Gott sind, Göttern, die sie nicht kannten, neuen Göttern, die erst vor Kurzem aufgekommen waren, die eure Väter nicht verehrten.“ Eine zweite Stelle finden wir im Neuen Testament, in 1. Korinther 10, Vers 20. Dort heißt es: „Nein, sondern dass die Heiden das, was wir opfern, den Dämonen opfern und nicht Gott. Ich will aber nicht, dass ihr in Gemeinschaft mit den Dämonen seid.“ Die Bibel sagt also ganz deutlich, dass hinter diesen Götzen nicht nur Stein und Holz steckt, sondern tatsächlich Dämonen, welche die Anbetung, die eigentlich nur dem einzig wahren Gott gebührt, diese Anbetung für sich beanspruchen. Und das steht wieder im Zeichen des gesamten kosmischen Konfliktes. Es geht hier um die Anbetung.
[5:01] Dämonen stehen nicht nur hinter vermeintlichen Götzen, sondern tatsächlich auch hinter irdischen Herrschern. Und so sehen wir das beispielsweise in Daniel 10. Und dort wollen wir ganz besonders die Verse 12 und 13 uns anschauen. Also bitte kommt mit mir in das Buch Daniel, und dort Kapitel 10 und die Verse 12 und 13.
[5:36] „Da sprach er zu mir: Fürchte dich nicht, Daniel, denn von dem ersten Tag an, da du dein Herz darauf gerichtet hast, zu verstehen und dich vor deinem Gott zu demütigen, sind deine Worte erhört worden. Und ich bin gekommen um deiner Worte willen. Aber jetzt schaut mal Vers 13: Aber der Fürst des Königreichs Persien hat mir 21 Tage lang widerstanden, und siehe, Michael, einer der vornehmsten Fürsten, ist mir zu Hilfe gekommen, sodass ich dort bei den Königen von Persien entbehrlich war.“ Also, wie kann es sein, dass einem von Gott gesandten Engel drei Wochen lang widerstanden werden konnte? Also, Gott ist doch unserer Vorstellung nach allmächtig. Warum hat Gott da nicht direkt geantwortet?
[6:33] Ellen White schreibt über diese Begebenheit in dem Buch „Macht und Unmacht“ auf Seite 385: „Drei Wochen lang kämpfte Gabriel mit den finsteren Mächten, um dem Einfluss entgegenzutreten, der den Geist des Kyros bedrängte. Alles, was Gott für sein Volk tun konnte, war getan. Schließlich wurde der Sieg errungen. Die Mächte des Feindes wurden während der ganzen Lebenszeit des Kyros und seines Sohnes Kambyses, der etwa siebeneinhalb Jahre lang regierte, in Schach gehalten.“
[7:17] Damit es zu einem solchen Konflikt kommen kann, darf Gott nicht seine gesamte vollkommene Macht ausüben. Satan und seinen Engeln muss ein gewisses Maß an Macht zugestanden werden. Und diese Macht wird allerdings eingeschränkt durch gewisse Parameter, die beiden Parteien des Konfliktes bekannt sind und somit die Rahmenbedingungen dieses Konflikts auch darstellen. Diese Rahmenbedingungen fungieren quasi als Spielregeln, demnach auch der Titel der heutigen Betrachtung. Und diesen Spielregeln wird dieser kosmische Konflikt zwischen Gott und Satan ausgetragen. Und in der englischsprachigen Sabbatschule wird hier der Begriff „Rules of Engagement“ verwendet, was eigentlich aus dem militärischen kommt. „Rules of Engagement“ sind Regeln, die – oder sind ja, wie soll ich sagen – es sind Regeln, es sind Vereinbarungen, die getroffen wurden, die bestimmen, wie Krieg ausgeführt wird, unter welchen Bedingungen wie gekämpft wird und so weiter. Vielleicht so etwas wie das Kriegsrecht, damit zum Beispiel Zivilisten geschützt werden und so weiter und so fort. Und diese „Rules of Engagement“ gibt es auch in dem kosmischen Krieg.
[8:57] Die Frage ist, warum bedarf es überhaupt solcher Regeln? Und warum gerade muss sich ein allmächtiger Gott irgendwelchen Spielregeln unterordnen? Und ich glaube, es ist wichtig zu verstehen, dass Gott Liebe ist. Das sagt die Bibel ja selbst. Das sagt Gott ja selbst von sich aus. Gott sagt, er sei die Liebe, und das lesen wir in 1. Johannes Kapitel 4, Vers 16. „Und wir haben die Liebe erkannt und geglaubt, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ Wir können auch zurückgehen in den Vers 8. Dort steht: „Wer nicht liebt, der hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe.“
[10:00] Also, Liebe ist nicht nur der Charakter Gottes, sondern Gott ist die personifizierte Liebe, und somit ist auch sein Charakter und der Ausdruck seines Seins immer Liebe. Und Gottes Regierungsform, seine Herrschaftsordnung, ist Liebe. Die himmlische Ordnung, all das, was Gott geschaffen hat, kann nur bestehen auf der Ordnung seiner Liebe.
[10:36] Und Liebe bedient sich nicht dem Zwang. Liebe übt keinen Druck aus. Liebe manipuliert nicht. Liebe repressiert nicht. Liebe setzt nicht unter Druck. Es gibt keine Regierung, die – oder keine Diktatur und kein Polizeistaat, der auf den Grundsätzen der Liebe funktionieren könnte, der auf den Grundsätzen der Liebe bestehen würde. Denn Liebe ist nicht die Anwendung von Gewalt, sondern Liebe kann nur durch Liebe erweckt werden. Die Liebe, also Gottes Charakter, veranlasst ihn selbst dazu, sich auf diesen Dialog einzulassen mit Satan, mit Satan in einen Konflikt zu treten, ein Konflikt, den er allerdings unter seinen eigenen Bedingungen austrägt. Und wir werden im weiteren Verlauf dieser Betrachtung sehen, wie das konkret aussieht.
[11:32] Die übergreifende Perspektive dieses kosmischen Konflikts finden wir in dem Buch der Offenbarung. Dort wird es zusammengefasst. Zunächst schauen wir in Offenbarung Kapitel 12, in den Vers 9. Dort lesen wir: „Und so wurde der große Drache niedergeworfen, die alte Schlange genannt, der Teufel und der Satan, der den ganzen Erdkreis verführt. Und er wurde auf die Erde hinabgeworfen, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeworfen.“
[12:16] Also, wir haben hier den Teufel in Form eines Drachens beziehungsweise einer Schlange. Und der Teufel verführt den gesamten Erdkreis. Und wenn wir ins nächste Kapitel schauen, in Kapitel 13, dort möchte ich die ersten acht Verse mit euch erstmal lesen. Offenbarung Kapitel 13, ab Vers 1: „Und ich sah aus dem Meer ein Tier aufsteigen, das sieben Köpfe und zehn Hörner hatte, und auf seinen Hörnern zehn Kronen, und auf seinen Köpfen einen Namen der Lästerung. Und das Tier, das ich sah, glich einem Panther, und seine Füße waren wie die eines Bären, und sein Rachen wie ein Löwenrachen. Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Vollmacht. Und ich sah einen seiner Köpfe wie zu Tode verwundet, und seine Todeswunde wurde geheilt. Und die ganze Erde sah verwundert dem Tier nach, und sie beteten den Drachen an, der dem Tier Vollmacht gegeben hatte. Und sie beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tier gleich? Wer vermag mit ihm zu kämpfen? Und es wurde ihm ein Maul gegeben, das große Worte und Lästerungen redete. Und es wurde ihm Macht gegeben, 42 Monate lang zu wirken. Und es tat sein Maul auf zur Lästerung gegen Gott, um seinen Namen zu lästern und sein Zelt und die, welche im Himmel wohnen. Und es wurde ihm gegeben, Krieg zu führen mit den Heiligen und sie zu überwinden. Und es wurde ihm Vollmacht gegeben über jeden Volksstamm und jede Sprache und jede Nation. Und alle, die auf der Erde wohnen werden – und die alle und alle, die auf der Erde wohnen werden, es anbeten, deren Namen nicht geschrieben steht im Buch des Lebens des Lammes, das geschlachtet worden ist von Grundlegung der Welt an.“
[14:28] Also, hier wird wieder der Drache erwähnt. Aber nicht nur der Drache, den wir schon aus Offenbarung 12 kennen, der Teufel, der Satan, sondern auch ein Tier aus dem Meer. Und diesem Tier aus dem Meer wird ein Maul gegeben, um große Dinge zu reden, Lästerungen. Und es wurde ihm Macht gegeben von dem Drachen. Und ihm wird Macht gegeben, diese Dinge zu tun, 42 Monate lang. Das lesen wir in Offenbarung 13, Vers 5. Satan, also der Drache, gibt diesem Tier aus dem Meer, also einer religiös-politischen Macht, eine große Herrschaftsgewalt. Und das Tier übt diese Gewalt aus, um die Verehrung, die Gott gebührt, für sich selbst zu beanspruchen und an sich selbst zu reißen. Und das Tier lästert den Namen Gottes. Es verfolgt die Heiligen und es überwindet sie sogar, aber nur für eine kurze Zeit.
[15:35] Wir sehen, dass in diesem Konflikt sowohl der Drache als auch das Tier aus dem Meer eine ganz große Macht hat. Es scheint, als wäre diese Macht uneingeschränkt. Der Drache gibt dem Tier Macht, und wir sehen, dass es hier wirklich – man es scheint, dass diesem Tier keine Grenzen gesetzt werden. Doch wir sehen auch hier, dass in diesem Konflikt die Spielregeln greifen. Wir sehen, das können wir in Kapitel 12, Vers 12 lesen. Offenbarung 12, Vers 12, dass Satan nur eine geringe, kurze Zeit gegeben ist. Lest mit mir Kapitel 12, Vers 12: „Darum seid fröhlich, ihr Himmel, und die ihr darin wohnt! Wehe denen, die auf der Erde wohnen und auf dem Meer! Denn der Teufel ist zu euch herabgekommen und hat einen großen Zorn, der weiß, dass er nur wenig Zeit hat.“
[16:42] Was sagt dieser Text aus? Satan ist auf die Erde hinabgekommen und weiß, dass er nur wenig Zeit hat. Sein Wirken ist durch eine festgesetzte Zeit beschränkt. Was ist mit dieser kurzen Zeit gemeint? Wenn wir Offenbarung 12, Vers 14 lesen und dann später noch Offenbarung 13, Vers 5. Wir fangen an mit Offenbarung 12, Vers 14. Dort heißt es: „Und es wurden der Frau zwei Flügel des großen Adlers gegeben, damit sie in die Wüste fliegen kann an ihren Ort, wo sie ernährt wird, eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit fern von dem Angesicht der Schlange.“ Wir haben hier eine festgesetzte Zeit. Und wenn wir in Offenbarung 13, Vers 5 weiterlesen, beginnt uns auch eine weitere festgesetzte Zeit. Ich lese Vers 5: „Und es wurde ihm ein Maul gegeben, das große Worte und Lästerungen redete. Und es wurde ihm Macht gegeben, 42 Monate lang zu wirken.“
[17:50] Auch hier haben wir eine festgesetzte Zeit. Und diese beiden Zeitangaben erinnern und spielen an auf die 1260 Tage beziehungsweise Jahre, die wir aus Daniel Kapitel 7, Vers 25 kennen. Es geht es nicht darum, aber wir wollen eigentlich nur aufzeigen, dass wir eine festgesetzte Zeit, also eine zeitliche Begrenzung haben, die Satans Macht einschränkt. Und nicht nur hier sehen wir, dass der große Kampf unter gewissen Spielregeln ausgetragen wird, sondern auch im Buch Hiob. Wenn wir uns das Buch Hiob anschauen, dann wird uns noch mal ganz deutlich, wie auch dort der große Kampf zwischen Gott und Satan illustriert wird. Und wir sehen auch, dass Gott dem Satan dort ganz klare Auflagen auferlegt. Gott sagt dem Satan: „Taste ihn nicht an!“ Das sehen wir nach der Unterredung zwischen Gott und Satan.
[19:01] Satan wirft Gott vor: „Wie kann es sein, dass Hiob so treu ist? Ich weiß warum: Weil er von Gott gesegnet ist, weil du ihn segnest und du sein Leben erhältst.“ Satan wirft sowohl dem Hiob als auch Gott selbst – Satan wirft dem Hiob sowie auch Gott selbst ein gewisses Kalkül vor: „Du weißt ganz genau, warum er dich anbetet, warum er treu zu dir ist. Du weißt ganz genau, warum er ein rechtschaffener Mann ist: Weil er weiß, dass er dafür etwas bekommt. Und du segnest ihn auch nur so sehr, weil du weißt, dass er dich deswegen anbeten wird.“ Das bedeutet, Satan, was er hier tut, ist, dass er sowohl den Charakter Gottes als auch den Charakter Hiobs verleumdet. Und es wird deutlich, dass auch hier dieses gesamte Gespräch im weiteren Kontext des großen Konfliktes stattfindet.
[20:15] Satan klagt Gott an, so wie er es auch schon davor gemacht hat, bevor er aus dem Himmel geworfen wurde, als er noch Luzifer hieß. Und dort hat er auch schon damals Gottes Charakter und die Reinheit und Gerechtigkeit des Charakters Gottes in Frage gestellt. Und jetzt bringt er genau dieses Thema wieder ins Gespräch. Und dieses Gespräch wird mitten in der himmlischen Versammlung ausgetragen, wo alle Engel und alle himmlischen Wesen zuhören. Und Satan hat auch damals schon, bevor er gefallen ist, einige himmlische Wesen eben auf seine Seite gezogen und sie zu Fall gebracht. Und auch jetzt möchte er wieder die – ja, das Vertrauen der zuhörenden Engel, das Vertrauen, ihr Vertrauen in Gott, erschüttern.
[21:12] Und obwohl Gott das nicht nötig hat – er hat das nicht nötig –, antwortet Gott auf Satans Anschuldigungen. Er geht auf Satan ein, und zwar vor dem gesamten himmlischen Rat. Er hat keine Angst, sich da verwundbar zu machen. Er erlaubt Satan, seine Theorie auf die Probe zu stellen. Und das allerdings nur innerhalb von bestimmten, festgesetzten Rahmenbedingungen, den unseren bekannten Spielregeln. Denn wir erinnern uns: Gott sagt: „Verschone sein Leben!“ Und davor hat er gesagt: „Taste ihn nicht an!“ Also, die erste Szene war so, dass Satan alles, alle Reichtümer, all die Viehherden, all die Kinder von Hiob ihm genommen hat, aber nichts an Hiob selbst getan hat, weil Gott gesagt hat: „Ihn fasst du nicht an!“ Und dann sehen wir, wie Hiob treu bleibt und sich weiterhin Gott unterwirft und sagt: „Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, der Name des Herrn sei gelobt!“ Und dann in der zweiten Runde, als sich wieder die himmlischen Wesen treffen, dann kommt es wieder zum Gespräch. Und dann sagt Satan: „Ja, ja, taste seinen Körper an, und dann wird er dir ins Angesicht fluchen!“ Und Gott sagt: „Tu dies, aber verschone sein Leben!“
[22:37] Also, Gott behält immer noch die Kontrolle, und er setzt die Rahmenbedingungen fest, innerhalb derer Satan seine Macht ausüben kann. Wir sehen also, dass Gott immer noch im Allgemeinen die Kontrolle hat und immer noch Grenzen aufzeigt, wo er dem Satan sagt: „So weit gehst du, aber nicht weiter!“
[23:04] Die Frage ist: Hat Gott Hiob so dem Satan ausgeliefert? Und ich glaube, das ist eine sehr wichtige Frage, aber es ist ganz wichtig, dass wir verstehen, dass Gott immer alles unter Kontrolle hat und dass Gott immer das Beste für uns kennt. Und er wird nicht zulassen, dass seinen Grundsätzen, den Grundsätzen seines Charakters, widerstrebt und nicht seiner Liebe entspricht.
[23:41] Oft wird auch gesagt und wird darüber gesprochen, dass Gott den Glauben der Menschen testet. Aber wenn wir ehrlich sind, ergibt das wenig Sinn, denn Gott kennt den Menschen bereits. Er weiß, wie ein Mensch in einer Situation reagieren würde. Und deswegen braucht Gott niemanden zu testen. Aber für den Menschen selbst sind oft diese Erfahrungen wertvolle Erfahrungen, wo sie ihren Glauben vertiefen können, wo sie ihre Treue noch mal verstärken können und wo sie Gott auf eine neue Art und Weise erleben können und eine tiefe, eine tiefere Erkenntnis von Gott erhalten.
[24:22] Wie auch – also, wie in dieser Geschichte, Entschuldigung, wie wir in dieser Geschichte gesehen haben, wie wir in der Offenbarung gesehen haben, gibt es eben in diesem kosmischen Konflikt Parameter. Und diese Parameter, die halten das Spiel oder besser gesagt den Konflikt fair und transparent. Und somit kann man auch sehen, dass wenn dieser Konflikt ausgetragen wird, er am Ende, wenn es einen Sieger gibt, dass dieser Sieger am Ende wirklich der rechtmäßige Sieger ist. Es gibt kein dreckiges Spiel. Alles läuft nach klaren Richtlinien ab. Es gibt Parameter am himmlischen Gericht. Innerhalb dieser Parameter werden die erhobenen Anschuldigungen beigelegt. Und dies geschieht in dem Rahmen, dass Gott den eigenen Grundsätzen der Liebe, seiner Liebe, dass er nicht verstößt.
[25:28] Diese Grundsätze, damit sind die Grundsätze gemeint, die die Grundlage der göttlichen Ordnung sind, die Grundlage des Gesetzes Gottes, die das gesamte Universum und all die Bewohner des Universums betreffen. Wir können also schließen, dass Gott nicht konfliktscheu ist. Er hätte Satan abwenden können. Er hätte sagen können: „Ich muss mit dir nicht diskutieren.“ „Ich habe es nicht nötig, mit dir zu diskutieren, denn du kennst nicht meine wirklichen Motive.“ „Ich bin Gott, und du bist nur ein geschaffenes Wesen.“ Aber Gott ist nicht konfliktscheu. Er lässt sich darauf ein. Gott sagt nicht: „Es ist so, weil ich es so gesagt habe“, sondern Gott sagt: „Ich möchte es veranschaulichen.“ Gott lässt Fragen zu. Gott lässt Vorwürfe zu. Er lässt mit sich diskutieren. Er gibt Satan die Chance, sich zu erklären und zu kommen und seine Punkte auch auszuführen, und nicht nur mit Worten, eben auch mit Taten. Und Gott legt Wert auf Transparenz. Er legt Wert darauf, fair zu spielen, und er will das veranschaulichen und zeigen, warum das, was er sagt, auch gut und richtig ist. Und wenn Gott handelt, dann tut er dies eben nach diesen Rahmenbedingungen, die er sich selbst auferlegt hat.
[27:02] Also können wir daraus schließen, dass nicht nur Satan durch diese Spielregeln gebunden ist, sondern auch Gott selbst, weil er in diesem Konflikt mit Satan auf Augenhöhe kommuniziert. Er spielt wirklich ein faires Spiel.
[27:25] Doch unabhängig davon stehen Gottes Versprechen und seine Verheißungen fest. Wir dürfen uns sicher sein, dass trotz alldem, was in diesem Konflikt geschieht, Gottes Zusagen zu uns wahrhaftig sind und verlässlich sind. Nicht trotz der Spielregeln, sondern vielleicht besser gesagt den Spielregeln konform.
[27:52] Das hat allerdings zur Folge, dass Satan für eine gewisse Zeit eine gewisse Macht zugestanden wird. Und diese Macht ist allerdings begrenzt, aber es wird ihm gewährt, diese Macht auszuüben. Gott hat sich also selbst begrenzt, aber dabei seine eigene Macht nicht abgelegt, sondern einfach sich selbst, wie gesagt, begrenzt. Er erhebt nicht den Anspruch, seine gesamte Macht auszuüben, weil er in diesem Konflikt fair spielen möchte, damit er keinen Vorwurf von Satan sich anhören kann.
[28:44] Wir dürfen allerdings wissen, dass in diesem Konflikt es dann auch letztendlich zu einem Ende kommen wird.
[28:48] letztendlich zu einem Ende kommen wird und diese Auseinandersetzung wird irgendwann entschieden werden. Und weil dieser Konflikt fair und transparent ausgehen wird, können wir sicher sein, dass der Sieger, der eines Tages aus diesem Konflikt als Sieger hervorgehen wird, der rechtmäßige Sieger dieses Konfliktes ist.
[29:12] Ich möchte mit euch zwei Bibelstellen lesen. Die erste Bibelstelle befindet sich in Johannes 31. Entschuldigung, Johannes Kapitel 12, Vers 31.
[29:38] Und dort lesen wir Johannes 12, Vers 31: „Jetzt ergeht ein Gericht über diese Welt. Nun wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden.“
[29:54] Und eine weitere Stelle im Johannesevangelium, verzeiht, in Kapitel 16, in den Versen 8 bis 11, sagt folgendes: „Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und vom Gericht. Von Sünde, weil sie nicht an mich glauben. Von Gerechtigkeit aber, weil ich zu meinem Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht. Vom Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist.“
[30:22] Meine Lieben, Satan ist bereits gerichtet. Das Spiel ist schon entschieden. Wir befinden uns in den letzten Spielschritten und die Zeit wird bald ablaufen, wie wir es auch schon in der Offenbarung gesehen haben. Und es wird einen legitimen Sieger geben, und das ist Gott.
[30:46] Mit dieser Botschaft möchte ich diese Betrachtung schließen und euch ermutigen: Was auch immer die Herausforderungen in eurem Leben sind, der Kampf läuft, aber wir wissen, dass es einen endgültigen Sieger geben wird und der Sieg wurde bereits entschieden am Kreuz, und das ist Jesus Christus.
[31:16] Ich möchte euch einladen zum Gebet. Und ja, ich werde jetzt ein Gebet sprechen. Lieber Vater, wir wollen dir danken, dass du dich auf diesen Konflikt eingelassen hast, dass du dich ja vor dem ganzen Universum verteidigen möchtest, dass du nicht nur Satan einfach irgendwie zensieren willst, sondern dass du offen bist und dass du sagst: „Das ist meine, das ist, wer ich bin, und meine Grundsätze liegen euch offen, und ich bin ohne irgendwelche Zweifel, dass ich gut bin.“
[31:54] Danke, lieber Gott, dass du dich auf Konflikte einlässt, dass du transparent bist, dass du fair spielst und dass du auch den Sieg errungen hast für uns. Wir wollen diesen Sieg auch für uns in Anspruch nehmen. Wir wollen ja eines Tages an deinem Sieg teilhaben und mit dir diesen Sieg über die Sünde und auch über den Widersacher feiern.
[32:21] Wir wollen dich bitten, dass du uns in diesem Konflikt auch immer wieder den Mut und die Stärke gibst, auf dich zu vertrauen und uns in diesem Konflikt auf deine Seite zu stellen. Es gibt Dinge, die wir nicht verstehen, es gibt Dinge, die uns unbekannt sind, aber wir wollen dich weiterhin suchen und dich besser verstehen. Und auch wenn es Dinge gibt, die wir nicht ganz verstehen, wollen wir immer wieder uns daran erinnern, dass du gut bist und dass du es gut mit uns meinst.
[32:52] Lieber Gott, bitte segne jeden, der hier zuschaut, was auch immer ihm oder ihr auf dem Herzen liegt, und ich will dich darum bitten, dass du dieser Person ganz nah bist und ihr deinen Frieden schenkst. Hab Dank für alles. Amen.
[33:10] Ich freue mich, dass ihr zugeschaut habt. Ich hoffe, dass ihr etwas aus diesem Studium mitnehmen konntet. Ich freue mich auf das nächste Mal und wünsche euch bis dahin Gottes Segen. Seid gesegnet.
Lizenz
Copyright ©2025 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.