[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt wie immer allen Zuschauern auch auf dem Sender "Das Wort".
[0:51] Wir beginnen ein neues Thema, ein neues Quartal. Die nächsten drei Monate werden wir uns intensiv damit beschäftigen, wie man die Prophetie, die Weissagungen der Bibel, verstehen kann. Wir werden nicht so sehr wie sonst einzelne Prophezeiungen Stück für Stück studieren, sondern die Grundlagen legen. Wir wollen verstehen, wie jeder von uns mit den richtigen Werkzeugen aus der Bibel ausgestattet prophetische Symbole, Bilder und Vergleiche verstehen kann. Das Thema für die nächsten drei Monate lautet: "Analogien, Bilder und Symbole – biblische Texte verstehen".
[1:46] Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass es ein enormer Segen ist, wenn man die Bibel selbst studiert und merkt, wie Gott persönlich zu mir spricht und mir in meinem Leben hilft, mich trägt, mich stärkt, aber mir auch Dinge in seinem Wort zeigt, dass ich sie selbst verstehen kann. Und ich habe über die Jahre gemerkt, dass eines der größten Bedürfnisse in unseren Reihen darin besteht, dass die Geschwister selbst die Bibel lesen und verstehen und nicht abhängig sind von einem Prediger oder Gemeindeleiter oder Lieblingssprecher im Internet.
[2:29] Wir wollen heute einige Grundlagen besprechen, wenn es darum geht, Prophetie zu verstehen, zu studieren. Das Thema, mit dem wir uns heute vorbereiten wollen auf das Bibelgespräch am 5. April, lautet: "Einige Prinzipien der Prophetie".
[2:52] Bevor wir damit beginnen, möchten wir den einladen, der uns das prophetische Wort in der Bibel gegeben hat: den Heiligen Geist. Sind Propheten inspiriert worden, uns zu zeigen, was geschehen ist und was noch geschehen wird. Derselbe Heilige Geist, der die Schreiber der Bibel inspirierte, steht heute für uns bereit, uns aufzuschließen, was diese Botschaft für mich und für dich persönlich bedeutet. Wir möchten Gott einladen, dass er in seinem Wort zu uns redet und uns befähigt, selbst von ihm zu lernen. Wollen wir mit einem Gebet starten?
[3:42] Lieber Vater im Himmel, von ganzem Herzen möchten wir dir danke sagen, dass wir dich kennen dürfen und dass du dich uns offenbarst. Wir möchten dir danke sagen für die Prophetie, die nicht nur wahr, sondern auch spannend ist, die uns begeistert und in der wir so viel lernen dürfen über die Vergangenheit und die Zukunft, aber allermeisten über dich, der du alles in der Hand hältst. Herr, du hältst die ganze Geschichte der Welt in deiner Hand, und daraus dürfen wir schlussfolgern, dass du auch unsere Geschichte, unsere persönliche Lebensgeschichte in deiner Hand hältst. Herr, was wir uns wünschen, was ich mir wünsche, ist, dass noch viel mehr Gläubige von ganzem Herzen aus, ja, alleine persönlich von dir lernen, nicht abhängig sind von anderen Menschen, sondern dein Wort so studieren und verstehen, so wie du es gemeint hast und du es dir gedacht hast. Möchte dich bitten, dass die kommenden Minuten dazu beitragen, dass wir alle besser verstehen, wie wir deine Botschaft in der Bibel, wie wir die Prophetie richtig begreifen können und dass wir anderen helfen können, selbstständig die Wahrheit zu entdecken und damit die Erfahrung zu machen, dass du zu uns persönlich sprichst. Herr, darum bitten wir dich jetzt, dass du unser Lehrer bist, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast, und dass wir diese Freude empfinden dürfen, wie einer, der große Beute macht, wie die Bibel sagt, dass wir das empfinden dürfen, was im Psalm eins steht: "Wohl dem, der seine Lust hat an dem Gesetz des Herrn und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht." Herr, gib, dass wir Jesus dabei immer besser kennenlernen und unsere Beziehung, unsere Freundschaft zu ihm immer tiefer wird. Dank für dein Wort und hab Dank, dass wir es jetzt studieren dürfen. Im Namen Jesu.
[5:57] Amen. Seit es Sünde gibt, gibt es Prophetie. Denn seit es Sünde gibt, gibt es das Evangelium. Auf der Seite der Bibel, auf der die Sünde in die Welt kommt, weil erst die Eva und dann der Adam von dieser Frucht essen, auf derselben Seite kommt Jesus in den Garten und spricht mit ihnen, sucht sie, versucht sie zu gewinnen für die Erlösung, die er ihnen bereiten möchte. Und der Stern der Hoffnung, der inmitten der Dunkelheit der Sünde aufgeht, erscheint als eine Prophetie.
[6:49] 1. Mose 3 Vers 15: "Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir" – er spricht zu der Schlange, dem Satan – "und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen." Eine Prophezeiung über das Kommen des Messias auf diese Erde, der Mensch werden würde. Gott wird Mensch, um den Satan zu besiegen und der verführten Menschheit die Hoffnung zu geben, dass sie doch noch gerettet werden können.
[7:29] Von Anfang an hat die Prophetie den Zweck, das Evangelium zu verkündigen. Die allererste Prophetie der Bibel ist ein Versprechen, eine Verheißung der kommenden Erlösung, eine Erlösung, die Adam und Eva jetzt schon in diesem Moment im Glauben annehmen konnten und dadurch Vergebung erhielten. Gerechtigkeit durch den Glauben wurde ihnen möglich gemacht, weil sie durch die Prophetie das Evangelium und den Erlöser kennenlernten. Sie erfuhren durch die Prophetie von dem Plan Gottes, sie zu retten. Und dazu ist die Prophetie gegeben worden.
[8:17] Im letzten Buch der Bibel – wir waren gerade im ersten Buch – im letzten Buch der Bibel, Offenbarung 10 Vers 7, wird uns gesagt, was die Propheten predigen. Offenbarung 10 Vers 7, dort heißt es: "Sondern in den Tagen der Stimme des siebten Engels, wenn er in die Posaune stoßen wird" – das ist heute jetzt hier an dieser Stelle nicht unser Thema, das auszulegen, da haben wir andere Videos dazu – "aber wir wollen uns auf diesen Vers hier konzentrieren: 'Sondern in den Tagen der Stimme des siebten Engels, wenn er in die Posaune stoßen wird, soll das Geheimnis Gottes vollendet werden, wie er es seinen Knechten, den Propheten, als Heilsbotschaft verkündet hat.'" Gott hat den Propheten etwas verkündet. Er hat ihnen sein Geheimnis verkündet, und zwar als Heilsbotschaft. Eine andere Möglichkeit, das Wort Heilsbotschaft wiederzugeben, wäre vielleicht Evangelium, die Botschaft vom Heil. Die Propheten haben von Gott das Evangelium empfangen, das Geheimnis Gottes.
[9:27] In Kolosser 1 Vers 27 wird es erklärt. Paulus macht den Geschwistern in Kolosser deutlich, worin dieses Geheimnis besteht. Er sagt in Kolosser Kapitel 1 und dort Vers 27: "Ihnen wollte Gott bekannt machen, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Heiden ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit." Das möchte Gott bekannt machen. Er möchte es offenbaren. Es gibt eine Möglichkeit, obwohl wir in Sünde gefallen sind, dass Christus in uns leben kann. Die Hoffnung auf die Herrlichkeit. Dieses Geheimnis hat Gott den Propheten gegeben, hat ihnen gesagt: "Verkündet eine Botschaft des Heils."
[10:16] Wenn wir uns mit Prophetie beschäftigen, müssen wir als allererstes, bevor wir irgendetwas anderes besprechen und durchdenken, als allererstes verstehen: Prophetie spricht vom Evangelium.
[10:33] Das vielleicht berühmteste prophetische Buch der Bibel, das letzte Buch, die Offenbarung, beginnt mit diesen Worten: "Offenbarung Jesu Christi." So in Offenbarung 1 Vers 1: "Offenbarung Jesu Christi." In diesem Buch wird Jesus Christus offenbart. Er offenbart uns, was die Vergangenheit brachte, was die Zukunft bringen wird. Und Paulus verwendet ebenfalls diesen Begriff "Offenbarung Jesu Christi". Er wird mehrmals im Neuen Testament verwendet, auch bei Petrus. Wir wollen uns heute hier beschränken auf die Stelle bei Paulus im Galaterbrief, Galater 1 und dort Vers 12. Paulus sagt in Galater 1 Vers 11 und 12: "Ich lasse euch aber wissen, Brüder, dass das von mir verkündigte Evangelium nicht von Menschen stammt. Ich habe es auch nicht von einem Menschen empfangen noch erlernt." Achtung: "Sondern durch eine was? Durch eine Offenbarung Jesu Christi." Paulus sagt: "Ich kenne das Evangelium durch die Offenbarung Jesu Christi." Und wer die Bibel von vorne nach hinten durchliest, der kommt zuerst an diese Stelle, bevor er dann auf die Offenbarung trifft, wo es heißt: "Offenbarung Jesu Christi." Wir sollen, wenn wir Offenbarung Jesu Christi in Offenbarung 1 Vers 1 lesen, uns daran erinnern, dass durch diese Offenbarung Jesu Christi auch im letzten Buch der Bibel wir das Evangelium kennenlernen sollen. Nicht von Menschen, sondern durch die Offenbarung. Die Prophetie ist uns gegeben, damit wir selbst, nicht nur secondhand, nicht nur durch die Vermittlung von anderen, sondern selbst durch eigenes Anschauen, durch eigenes Verstehen, Gottes gute Botschaft für mich begreifen können.
[12:42] Kein Wunder also, dass Prophetie und Evangelium untrennbar auch im Leben von Jesus verbunden waren. Wir lesen in Markus 1 und dort Vers 14 und 15, wie Jesus das Evangelium in Galiläa hat: "Nachdem aber Johannes gefangen genommen worden war, kam Jesus nach Galiläa und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes und sprach: 'Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist nahe. Tut Buße und glaubt an das Evangelium.'" Als Jesus das Evangelium predigte, da hat er sich auf Zeitprophezeiungen berufen. Jesus wollte nicht sagen, es wurde langsam Zeit, sondern er wollte sagen, dass die Zeit aus Daniel 9, die konkret den Beginn des Dienstes des Messias berechnete, dass diese Zeit sich erfüllt hat. Die 483 Jahre, die 7 + 62 prophetische Wochen, die nach dem Jahrtagprinzip ausgerechnet werden müssen, diese 483 Jahre, die begannen im siebten Jahr des Xerxes im Jahre 457 vor Christus, die waren im Jahre 27 nach Christus ans Ende gekommen. Jesus war genau zu dem Zeitpunkt, der von der Prophetie vorhergesagt war, genau zu diesem Zeitpunkt getauft worden. Er hatte den Heiligen Geist in besonderer Weise für seinen Dienst empfangen. Er war der Messias und der predigt das Evangelium basierend auf der Tatsache, dass die Prophetie sich erfüllt hat. Erfüllte Prophezeiung und die Predigt des Evangeliums waren für Jesus untrennbar miteinander verbunden.
[14:38] Menschen, die sich Christen nennen, die Jesus Christus nachfolgen, die sollten deswegen niemals das Evangelium von der Prophetie trennen. Heute gibt es Menschen, die sagen: "Rede nicht so viel von der Prophetie, sondern rede einfach vom Evangelium." Man kann gar nicht vom Evangelium reden, das Jesus gepredigt hat, ohne nicht gleichzeitig auch von der Prophetie zu sprechen. Man kann auch nicht die Prophetie studieren, wie sie in der Bibel gemeint ist, ohne nicht gleichzeitig Jesus als das Lamm Gottes hervorzuheben und emporzuhalten. Wir müssen beides zusammennehmen. Da ist die Kraft der Adventbotschaft. Wenn das Evangelium ohne Prophetie gepredigt wird, verliert es seine Dringlichkeit und seine Konkretheit. Wenn die Prophetie ohne das Evangelium gepredigt wird, dann wird sie zu einem reinen Faktenwissen von Daten und Reichen, ohne dass sie das Herz verändern kann. Wenn beides zusammenkommt – nein, eigentlich muss es nicht zusammenkommen, es besteht ja eigentlich schon immer zusammen – dann haben wir das wahre Evangelium und dann haben wir die wahre biblische Prophetie.
[15:51] Das vielleicht grundlegendste Kapitel in der Bibel zur biblischen Prophetie, in dem wir viele wesentliche Grundlagen kennenlernen über das, was Gott vorhat mit der Prophetie, ist sicherlich Daniel Kapitel 2, berühmt wegen dem Standbild und der großen Abfolge der Weltreiche. Aber manchmal verpassen wir in den Versen vorher diese fundamentalen Aussagen, diese Basisgrundlagen zu verstehen, die hier in diesem Kapitel ebenfalls uns mitgegeben werden. Daniel 2 zeigt nicht nur den großen Rahmen der biblischen Abfolge von Weltreichen. Es zeigt uns auch den großen Rahmen, das Fundament des Prophetiestudiums an sich, den Zweck der biblischen Prophetie.
[16:37] In Daniel Kapitel 2 lesen wir, und dort in Vers 27, in Daniel 2 und dort in Vers 27, vielleicht lesen wir zunächst in Vers 29 in Daniel 2 und dort Vers 29 sehen wir den Grund, warum es Prophetie gibt. Daniel 2 Vers 29 heißt es: "Dir, oh König, stiegen auf deinem Lager Gedanken auf, was nach diesem geschehen werde, und da hat dir der, welcher die Geheimnisse offenbart, mitgeteilt, was geschehen wird." Der Grund dafür, dass es Prophetie überhaupt gibt, dass Gott sich der Prophetie bedient, dass er Dinge vorhersagt, besteht darin, dass wir Menschen uns für die Zukunft interessieren. Gott hat sich nicht einfach die Prophetie ausgedacht als eine Übung für uns, damit wir uns ein bisschen im Rechnen üben, sondern Gott weiß, dass uns die Zukunft interessiert. Nicht nur den König Nebukadnezar den Zweiten damals in Daniel 2. Jeder Mensch fragt sich immer wieder: "Was bringt die Zukunft für mich?"
[17:47] "Dir, oh König, stiegen auf deinem Lager Gedanken auf, was nach diesem geschehen werde." Die Prophetie existiert, weil Menschen sich Sorgen um die Zukunft machen. Auch heute noch. Menschen fragen sich, wie es weitergeht in dieser Welt, wie es weitergeht mit der Wirtschaft, mit der Politik. Sie fragen sich, wie es weitergeht in ihrem persönlichen Leben, mit ihrer Gesundheit, mit ihrer Familie, mit ihren Kindern. Die Prophetie gibt die Antworten Gottes auf alle diese Fragen. Und deswegen ist die Prophetie so aktuell, deswegen ist die Prophetie so geeignet, Menschenherzen für Gott und seine Botschaft zu erreichen. Deswegen ist sie für die Mission und die Evangelisation so unersetzlich. Und deswegen ist es töricht, wenn wir die prophetische Botschaft aus unseren missionarischen Bemühungen heraushalten wollen. Wir halten dann das heraus, was Gott unbedingt dabei haben möchte. Gott versucht durch die Prophetie Nebukadnezar zu erreichen, um sein Herz zu erreichen.
[18:58] Es heißt in Vers 30: "Mir aber", sagt Daniel, "ist dieses Geheimnis nicht durch eine Weisheit, die ich vor allen Lebenden voraus hätte, geoffenbart worden, sondern damit dem König die Deutung bekannt gemacht werde und du erfährst, was dein Herz zu wissen wünscht." Biblische Prophetie soll nicht einfach nur unseren Intellekt ansprechen, sie soll unser Herz erreichen. Gott weiß, was in unserem Herzen ist, und biblische Prophetie ist so konzipiert, dass sie unser Herz erreicht. Die biblische Prophetie ist etwas, was menschlichen Verstand übersteigt. Wir lesen vorher in Daniel 2 Vers 27: "Daniel antwortete vor dem König und sprach: 'Das Geheimnis, nachdem der König fragt, können Weise, Wahrsager, Traumdeuter oder Zeichendeuter dem König nicht verkünden.'" Die Dinge, die die Prophetie bespricht, das Wissen um die Zukunft, sind Dinge, die über die menschliche Möglichkeit, etwas zu wissen und zu ergründen, hinausgehen.
[19:59] Zukunftsvorhersage ist Menschen unmöglich. Prophetie ist etwas, das wir mit menschlichem Verstand, auch mit Wissenschaft, die einfach nur menschlicher Methoden sich bedient, niemals ergründen können. Aber Daniel sagt nicht nur diesen Satz in Vers 27. Er setzt ein "aber" danach in Vers 28. Er sagt: "Aber, aber es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart." Das, was für Menschen zu unverständlich ist, das, was Menschen nicht sehen können, was sie nicht wissen können, das offenbart Gott in der Prophetie. Er offenbart die Geheimnisse. Deswegen heißt es auch in Offenbarung 1 Vers 1: "Offenbarung Jesu Christi." Der ein Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart, der hat den König Nebukadnezar wissen lassen, was am Ende der Tage geschehen soll. Gott spricht über die Zukunft. Und wenn Gott über die Zukunft spricht, wer sind wir, wenn wir dann sagen wollen, Prophetie sei unwichtig? Wollen wir etwa Gott sagen, dass seine eigenen Worte, die er den Menschen nahebringen möchte, dass sie unwichtig sind, dass man sie vernachlässigen könnte, dass sie nicht zum Kern der Botschaft gehören? Wenn Gott spricht, wenn Gott sich mitteilen möchte, dann ist es immer wichtig, weil er weiß, damit kann er unser Herz erreichen.
[21:25] Der Gott des Himmels hat den König Nebukadnezar wissen lassen, was am Ende der Tage geschehen soll mit deinem Traum und den Gesichten deines Hauptes auf deinem Lager. Verhielt es sich so. Und dann kommen die Verse, die wir schon gelesen haben. Ich möchte noch einmal auf Vers 30 verweisen. "Mir aber", sagt Daniel, "ist dieses Geheimnis nicht durch eine Weisheit, die ich vor allen Lebenden voraus hätte, geoffenbart worden." Daniel macht ganz deutlich: "Ich verstehe nicht die Prophetie, weil ich einen hohen IQ habe. Ich verstehe nicht die Prophetie, weil ich eine besondere Ausbildung habe." Es ist keine spezielle Fähigkeit, die Daniel besser hat als andere Menschen, die ihn befähigt, die Prophetie zu verstehen. Liebe Freunde, um Prophetie zu verstehen, brauchen wir keine besonderen Fähigkeiten. Wir brauchen keine besondere Begabung, keine intellektuellen Fähigkeiten, die uns von den anderen herausheben. Ja, Daniel war klüger und stärker und schöner als die anderen in Daniel 1. Er war zehnmal klüger als die Experten des babylonischen Reiches. Aber nicht deswegen konnte er die Prophetie verstehen. Daniel sagt das ganz deutlich: "Nicht damit der König denkt, dass Prophetie etwas für die Experten sei." Lieber Freund, liebe Freundin, so schnell tappen auch wir in die Falle zu glauben, dass Prophetie etwas für die Experten sei und dass ich vielleicht nicht klug genug bin, nicht informiert genug, nicht versiert genug, nicht intellektuell genug, um die Prophetie zu verstehen. Daniel, einer der beiden Schreiber, die am meisten Endzeitprophetie in der Bibel aufgeschrieben haben, einer der beiden großen apokalyptischen Propheten der Bibel, er sagt: "Ich habe das verstanden nicht wegen einer Weisheit, die ich vor anderen voraushätte", sondern die Weisheit, die ihn dazu befähigt hat, die kam von Gott.
[23:15] Denn es heißt in Vers 20, selbes Kapitel, Daniel 2 Vers 20: Daniel begann und sprach: "Gepriesen sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn sein ist beides Weisheit und Macht." Und dann Vers 23: "Dir, dem – Verzeihung – dir, dem Gott meiner Väter, sage ich Lob und Dank, dass du mir Weisheit und Kraft verliehen hast, verliehen und mich jetzt wissen lassen hast, was wir von dir erbeten haben, denn die Sache des Königs hast du uns wissen lassen." Daniel hat es verstanden, weil er Weisheit von Gott bekommen hat. Und Gott gibt gerne Weisheit. Jakobus Kapitel 1 macht deutlich, dass Gott bei der Vergabe seiner himmlischen Weisheit nicht auf unser Zeugnis schaut. Es gibt keinen Numerus clausus, um Zugang zur Weisheit Gottes zu bekommen. Man muss nicht erst ein Qualifikationsschreiben oder ein Empfehlungsschreiben vorlegen. Das heißt in Jakobus 1 und dort Vers 5: "Wenn aber jemand" – das kann jeder sein, und du und ich auf jeden Fall auch – "wenn aber jemand unter euch an, wenn es aber Verzeihung, wenn es aber jemand unter euch an Weisheit mangelt, so erbitte sie von Gott, der was? Das nächste Wort: der allen gibt, der allen gern und ohne Vorwurf gibt, so wird sie ihm gegeben werden." Gott gibt jedem die Weisheit, seine prophetische Botschaft zu verstehen. Nun, das stimmt. Manche Menschen behaupten irgendwelche menschlichen Theorien, die sie dann mit der Prophetie vermengen, und das ist manchmal sehr komplex und sehr undurchsichtig und ehrlich gesagt, auch überhaupt gar nicht zu verstehen. Aber das, was Gott selbst als prophetische Botschaft in sein Wort hineingelegt hat, das kann jeder verstehen, der demütig um Weisheit bittet.
[25:05] Denn das hat Daniel getan. Vers 17: "Darauf zog sich Daniel in sein Haus zurück und teilte die Sache seinen Gefährten mit: Hananja, Mischaël und Asarja." Vers 18: "Damit sie von dem Gott des Himmels Erbarmen erflehen möchten wegen dieses Geheimnisses, das Gott offenbart hat, um den König Nebukadnezar zu erreichen, damit nicht Daniel und seine Gefährten samt den übrigen Weisen von Babel umkämen." Es war das Gebet. Es war das gemeinsame Gebet einer Studiengruppe, die ihnen den Schlüssel, den dieses Gebet hat. Es hat den Weg geebnet, dass Gott ihnen die Wahrheit zeigen konnte. Wie oft beten wir noch? Wie oft bete ich, wie oft betest du, wie oft beten wir noch um Verständnis der Prophetie? Wir gehen vielleicht schnell auf YouTube und schauen uns unser Lieblingsprediger an und sagen: "Ach so war das, alles klar." Wie oft sitzen wir vor einer Bibelstelle und beten und sagen: "Herr, ich möchte das..."
[26:11] und beten und sagen: Herr, ich möchte das jetzt verstehen. Und wenn ich es jetzt nicht verstehen kann, aber dann zeig mir wenigstens das, was ich heute verstehen muss, damit ich irgendwann noch diese Stelle verstehen kann. Wie oft beten wir, vielleicht weinen wir sogar, damit Gott uns das Geheimnis offenbart.
[26:29] Lieber Freund, liebe Freundin, die wichtigste Voraussetzung, Prophetie zu verstehen, ist nicht eine Kenntnis von exegetischen Regeln und von wissenschaftlichen Methoden, sondern ehrliches, aufrichtiges Gebet. Denn jeder, der so betet, wird von Gott die Weisheit bekommen, um das zu verstehen, was Gott ihm mitteilen möchte.
[26:56] Auch in der Prophetie halten wir fest: Die Prophetie ist dazu da, um das Evangelium zu predigen. Eine besondere Form, natürlich. Es gibt verschiedene Formen. Die Bibel kennt auch Psalmen, die in Liedform das Evangelium predigen. Und sie kennt Geschichten, die narrativ durch die Geschichten erzählt werden, das Evangelium, die Prinzipien des Evangeliums illustrieren. Sie kennt Gleichnisse, die das Evangelium illustrieren. Sie kennt theologische Abhandlungen wie den Römerbrief, die das Evangelium systematisch erklären. Und auch die Prophetie ist so eine Form, in der Gott ebenfalls das Evangelium uns erklärt. Und deswegen kann auch jeder die Prophetie verstehen, weil Gott möchte, dass jeder das Evangelium versteht.
[27:35] Daniel Kapitel 2, Vers 21. Worum geht es in der Prophetie? Vers 21: Er führt an, also Gott ändert Zeiten und Stunden herbei. Er setzt Könige ab und setzt Könige ein. Er gibt den Weisen die Weisheit und den Verständigen den Verstand.
[28:00] Die Prophetie offenbart uns, dass auch wenn wir glauben, die Welt steht Kopf, und wenn wir nicht mehr weiter wissen, weil Politiker und Wirtschaft und alles durcheinandergeht und wir nicht mehr verstehen, wo oben und unten ist, dürfen wir wissen, wenn wir auf die Prophetie schauen: Gott hat alles in seiner Hand. Gott wird durch die Nachrichten nicht erschreckt. Und er setzt Könige ab und setzt Könige ein. Der Lauf der Weltgeschichte ist in seiner Hand. Und deswegen dürfen wir wissen, dass auch der Lauf unserer Lebensgeschichte in seiner Hand ist und wir Weisheit erhalten können, wenn wir es wollen.
[28:32] Die Prophetie spricht zu unserem Herzen, wie wir schon gesagt haben, in Vers 30: „Mir aber ist dieses Geheimnis nicht durch eine Weisheit, die ich vor allen Lebenden voraus hätte, geoffenbart worden, sondern damit dem König die Deutung bekannt gemacht werde und du erfährst, was dein Herz zu wissen wünscht.“ Es geht nicht nur um ein äußeres Wissen von politischen Ereignissen und Weltgeschichte und Schlachten, sondern all das wird uns gegeben, damit unsere Fragen, unsere innersten Fragen, unsere Herzensfragen ihre Antwort finden.
[29:06] Petrus hat diesen Gedanken von der Prophetie und dem Herzen aufgegriffen. In 2. Petrus Kapitel 1, Vers 19, sagt er uns: „So halten wir nun fest an dem völlig gewissen prophetischen Wort.“ Und ich möchte uns zurufen: Lasst uns festhalten, lasst uns von niemandem, egal wer es ist, einreden, wir müssten die Prophetie aufgeben, die Prophetie sei nicht so wichtig, die Prophetie sei nur was für Experten, die Prophetie könne man auch weglassen. Nein, lasst uns festhalten an der völlig gewissen Prophetie. Es heißt weiter in Vers 19: „Und ihr tut gut daran, dieses gewisse, völlig gewisse prophetische Wort darauf zu achten als auf ein Licht, das an einem dunklen Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.“
[29:54] Wer auf die Prophetie achtet als auf ein Licht, wer also in der Prophetie das Evangelium sieht, dass die Sonne der Gerechtigkeit in uns aufgehen kann, bis der Tag anbricht, der wird erleben, wie der Morgenstern in seinem Herzen aufgeht. Der Morgenstern in Offenbarung 22, Vers 16, von Jesus selbst erklärt. Er sagt: „Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, um euch diese Dinge für die Gemeinden zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und der Spross Davids, der leuchtende Morgenstern.“
[30:33] Wenn wir uns mit der Prophetie beschäftigen, wie Gott es möchte, wird Jesus in unserem Herzen Gestalt gewinnen. Das heißt aber auch: Wenn wir uns mit der Prophetie beschäftigen, aber unser Leben kein bisschen dem Wesen Jesu ähnelt, wenn wir mit Besserwisserei, mit Hochmut vor anderen mit prophetischen Daten um uns schlagen, dann haben wir die Prophetie nie so studiert, wie Gott es sich gewünscht hat. Dann haben wir nur Daten und Fakten auswendig gelernt, aber haben die Prophetie nicht als die Stimme Gottes zu unserem Herzen gehört.
[31:23] Wer die Prophetie versteht, so wie Gott sie gegeben hat und so wie Gott sie möchte, der wird in seinem Denken Jesus ähnlicher.
[31:34] Ich glaube, es ist kein Zufall, dass genau zwei Menschen, von denen die Bibel explizit sagt, dass sie eine besondere Liebesbeziehung zu Gott hatten.
[31:44] Von Daniel heißt es sowohl in Daniel 9 als auch in Daniel 10 mehrfach, er sei ein Vielgeliebter gewesen. Und von Johannes, der die Offenbarung niederschrieb, heißt es, er war der Jünger, den Jesus liebte. Diese enge Beziehung zu Jesus hat sie befähigt, Endzeitprophetie so weiterzugeben, wie Gott sie gemeint hat.
[32:12] Wir werden die prophetische Botschaft nur verstehen und so weitergeben, wie Gott es sich wünscht, wenn wir nahe mit Jesus leben. Wenn das Lamm, das für uns geschlachtet worden ist, das Zentrum unseres Denkens bildet, dann haben wir die richtige Einstellung, um Daniel und Offenbarung zu verstehen und weitergeben zu können.
[32:43] Jesus selbst hat uns ausdrücklich gebeten, die Prophetie zu studieren. In Matthäus 24 sagt er in Vers 15, Matthäus 24, Vers 15: „Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung, von dem durch den Propheten Daniel geredet wurde, an heiliger Stätte stehen seht, wer es liest, der achte darauf.“ Es ist, soweit ich sehen kann, das einzige alttestamentliche Buch, das Jesus mit Namen erwähnt und sagt, das sollt ihr studieren. Nicht falsch verstehen: Natürlich hat Jesus zum Studium des gesamten Alten Testamentes aufgerufen. Natürlich hat er aus allen möglichen alttestamentlichen Schriften, und sie insbesondere ausgelegt, und seine Lehren basierten alle auf dem Alten Testament. Aber es ist schon interessant, dass er hier das Buch Daniel im Kontext der Endzeit besonders hervorhebt und sagt: „Wer das liest, der achte darauf.“
[33:45] Wir haben im Sendemanuskript ein paar Gedanken dazu, was die Bedeutung für dieses verwüstende Gräuel im Kontext von Matthäus 24 bedeutet, warum es wichtig ist und welche Stellen in Daniel von diesem verwüstenden Gräuel sprechen und wie das zusammen zu verstehen ist. Wir lassen uns aus Zeitgründen jetzt hier im Sendemanuskript, und ihr könnt das dann, wenn ihr möchtet, selbst nachlesen. Die Bibelverse sind dabei und versuchen, das selbst zu studieren im Eigenstudium. Ist ganz interessant, dieses Studium.
[34:24] Wir gehen an den Anfang der Offenbarung noch einmal. Das heißt in Offenbarung 1, und dort Vers 1 bis 3: „Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gegeben hat, um seinen Knechten zu zeigen, was rasch geschehen soll. Und er hat sie bekannt gemacht und durch seinen Engel seinem Knecht Johannes gesandt, der das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi bezeugt hat und alles, was er sah.“
[34:50] „Glückselig ist der, der die Worte der Weissagung liest und der sie hört und bewahren, was darin geschrieben steht, denn die Zeit ist nah.“
[35:05] Jesus offenbart uns durch das letzte Buch der Bibel, was Gott uns über die Zukunft zu sagen hat. Das ist so eine Kette hier in Offenbarung 1, Vers 1: Es ist Gott der Vater, der die Offenbarung Jesus gibt, denn Jesus hat sie ja von dem Vater erhalten. Das heißt die Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gegeben hat.
[35:28] Der Vater gibt sie Jesus, und Jesus gibt sie seinem Engel. Ich gehe davon aus, das ist so wie im Buch Daniel der Engel Gabriel gewesen ist, der dem Johannes diese Dinge gezeigt hat.
[35:44] Gott der Vater gibt es, gibt die Offenbarung, die prophetische Botschaft Jesus. Jesus gibt sie dem Engel, der Engel gibt sie Johannes, und Johannes schreibt sie auf an die sieben Gemeinden. Und diese Gemeinden schreiben diese Offenbarung immer wieder ab und geben sie von Generation zu Generation, sodass sie irgendwann heute bei uns sind.
[36:07] Also halten wir fest: Das prophetische Wort kommt von Gott dem Vater. Er hat es Jesus gegeben. Jesus hat es dem Engel gegeben. Der Engel hat es Johannes gegeben. Johannes hat es den sieben Gemeinden gegeben. Die sieben Gemeinden haben es dann verbreitet in der gesamten Christenheit. Es wurde immer weiter verbreitet von Generation zu Generation, bis es heute zu uns gekommen ist. Und auch wir sind nicht das Ende dieser Kette. Denn wir haben die Aufgabe, dieses prophetische Wort, das Gott der Vater Jesus gegeben hat, und Jesus dem Engel, und der Engel Johannes, und Johannes den Gemeinden, und die Gemeinden uns – dass wir dieses prophetische Wort weitergeben. Wir sind Teil einer Kette.
[36:46] Wer die Prophetie studiert, der tritt ein in diese Kette vom Thron Gottes bis zum Sünder, der ganz weit weg von Gott ist. Dieses prophetische Wort wie ein Rettungsanker, als das Evangelium immer weitergegeben wird, damit Menschen Gott kennenlernen und vorbereitet sind auf die Dinge, die noch kommen werden.
[37:13] Wer Prophetie studiert, wird Teil der Kommunikationskette, die vom Thron Gottes ausgeht.
[37:25] Prophetie zu ignorieren bedeutet, diese Kommunikationskette zu unterbrechen für sein eigenes Leben und vielleicht auch für die Menschen um einen herum, für die man ein Segen hätte sein können.
[37:33] Wir können es uns nicht leisten, die Prophetie als Nebenthema zu betrachten, wenn Gott sie zu einem Hauptthema in der Bibel macht.
[37:49] Die Offenbarung sagt ganz deutlich, dass wer sich mit der Prophetie beschäftigt, wer liest und wer hört, wer zuhört, was Gott zu sagen hat, wer die Dinge bewahrt und nicht einfach nur, wenn es nicht nur hier reingeht und da rausgeht, sondern wir uns wirklich damit beschäftigen und es als einen Schatz betrachten, dann werden wir glücklich sein. Und ich frage mich: Könnte es sein, dass es so wenig Glücklichkeit im Volk Gottes gibt, weil wir zu wenig uns persönlich mit der biblischen Prophetie beschäftigen, die das Potenzial hat, die Kraft hat, uns glücklich zu machen, weil wir sehen in der Prophetie, wie Gott die Weltgeschichte in der Hand hat, weil wir sehen, wie Gott auf unnachahmliche Weise für sein Volk eintritt, weil wir Gewissheit bekommen können, dass die Dinge, die Gott versprochen hat für die Zukunft, genauso sicher eintreten werden, wie all die Dinge, die er früher versprochen hat und die sich schon erfüllt haben.
[38:40] Wer die Prophetie versteht, bekommt Sicherheit und kann seine Füße auf dem Felsen platzieren, und er wird fröhlich im Geist, echte Freude im Geist, echtes Glück. Glückselig. Sieben Seligpreisungen gibt es in Offenbarung. Das hier, hier ist die erste.
[39:07] Und halten wir fest: Es wird gesagt, dass die Zeit nah ist. Das heißt, die Prophetie behandelt nicht primär Dinge, die in ferner Zukunft liegen.
[39:14] Gott offenbart uns nicht, was in 3 Millionen Jahren auf einem bestimmten Planeten in seinem Sonnensystem, in irgendeinem Universum passieren wird. Da wird es Ereignisse geben, interessante Dinge, die uns vielleicht auch Freude machen würden zu studieren, aber offenbart uns das nicht, weil das jetzt für uns nicht wichtig ist.
[39:32] Dinge, die für die Lehrer und Hörer aktuell sind.
[39:39] Und da wir die Offenbarung schon seit mehr als 1900 Jahren haben und hier steht: „Denn die Zeit ist nah“, kann es nur eine vernünftige Schlussfolgerung geben, dass nämlich es in der Offenbarung gegenwärtige Wahrheit für jedes Zeitalter gab. Mit anderen Worten, dass die Offenbarung ein Buch ist, dass für jeden Abschnitt der Kirchengeschichte eine bestimmte Wahrheit hatte, so wie auch das Buch Daniel für jeden Abschnitt der Weltgeschichte eine Botschaft hat. Es gibt Verse im Buch Daniel, die sprechen von der Zeit der Babylonier. Es gibt Verse, die sprechen von den Persern oder von den Griechen oder von den Römern. Es gibt Verse, die sprechen von der Zeit des Papsttums. Es gibt Verse, die sprechen von der Endzeit.
[40:31] Niemand würde auf die Idee kommen zu sagen, dass alle Verse im Buch Daniel von der Endzeit direkt vor der Wiederkunft sprechen. Und deswegen möchte ich hier als einen kurzen Exkurs ganz deutlich betonen, dass nicht alles in der Offenbarung von der Endzeit spricht. Denn ansonsten wären die Worte nicht wahr. Denn wenn alle die sieben Gemeinden, sieben Siegel, die Posaunen – wenn alles in der Endzeit ist, die einige im Futurismus lehren und wie es manchmal auch in unseren Kreisen immer mehr modisch wird, immer mehr diese Richtung zu tendieren, dann wäre der Satz nicht wahr. Dann hätte es über viele Jahrhunderte Menschen gegeben, die von der Offenbarung eigentlich kaum profitiert hätten.
[41:20] Aber als Volk Gottes am Ende der Tage sind wir in der Bibelauslegung Historizisten. Wir glauben, dass die Offenbarung, genau wie das Buch Daniel, für jedes Zeitalter eine Botschaft hat.
[41:31] Es gibt eine Botschaft für die Zeit der verfolgten Gemeinde, in der verfolgten Christenheit. Es gibt eine Botschaft für die Zeit unter Konstantin und den Kompromissen. Es gibt eine Botschaft für die Zeit im dunklen Mittelalter, in den verschiedenen Epochen und den verschiedenen Ereignissen. Für jedes Jahrhundert und jede Epoche gibt es wertvolle Wahrheiten in der Offenbarung.
[42:00] Wir dürfen heute nicht alles für uns beanspruchen.
[42:04] Wir dürfen von all dem lernen, wir dürfen aus den erfüllten Prophezeiungen lernen, so wie wir aus den erfüllten Prophezeiungen von Medo-Persien und Griechenland und Rom und im Papsttum im Mittelalter, wie wir daraus lernen können für unsere Zeit.
[42:23] Deswegen möchte ich ganz deutlich davor warnen, wenn Menschen, wenn in unseren Reihen manchmal der Versuch unternommen wird, große Teile der Offenbarung, die eigentlich historizistisch ausgelegt werden sollten, allesamt in die Endzeit zu verlegen.
[42:38] Selbst wenn man die Offenbarung tatsächlich, also wenn wir die Offenbarung gründlich studieren und historizistisch auslegen, ist es ja immer noch so, dass ein beträchtlicher Teil für die Endzeit spricht.
[42:49] Wir haben die Abschnitte, insbesondere die von der Endzeit sprechen, hier notiert. Es ist auch in einer historizistischen Auslegung so, dass die Zeit unsere Zeit nicht zu kurz kommt, keineswegs.
[43:01] Wahrscheinlich sind wir immer noch dann die Epoche, wo die Offenbarung am meisten zusagt. Umso wichtiger ist es, dass wir realisieren: Auch andere Epochen hatten ihre gegenwärtige Wahrheit, die sich in bestimmten Abschnitten der Offenbarung gezeigt hat.
[43:16] Wir müssen diese Dinge also nicht künstlich in die Endzeit verlegen.
[43:26] Wir haben gerade schon gesehen, in Offenbarung 1, Vers 3, dass es glücklich macht, die Prophetie zu studieren. Das passt zu diesem Gedanken in Psalm 1: „Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern seine Lust hat an dem Gesetz des Herrn und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, seine Frucht bringt zu seiner Zeit und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl.“ Hier lernen wir, dass wir dieses Glück nicht erleben können, wenn wir an Sünde festhalten, auf sündigen Wegen gehen, uns in sündige Gesellschaft aufhalten – nicht als Missionare, um Menschen zu retten, sondern weil wir Freude an der Sünde haben. Wenn wir ein Doppelleben führen, werden wir die Prophetie nicht verstehen können.
[44:19] Wenn wir echtes Interesse an der Bibel haben, und das zeigt sich nicht daran, dass wir zum Gottesdienst gehen, eine Predigt über uns ergehen lassen, sondern wenn wir zu Hause uns Gedanken machen, was bedeutet das, wie kann ich das verstehen, wie kann ich das weitergeben, dann werden wir dieses Glück erleben. Und der Psalmschreiber sagt uns, wir werden nicht nur glücklich, wir werden erfolgreich im Leben. Die zwei Dinge, die vielleicht am allergrößten, am allerwichtigsten für die Menschen sind, nämlich Glück und Erfolg, die werden in Psalm 1 mit einem echten Interesse am Wort Gottes verbunden, das sich in einem echten Nachdenken über Gottes Wort zeigt. Wenn wir es nicht nur schnell oberflächlich lesen, sondern wirklich versuchen, Gottes Gedanken nachzuvollziehen, das ist für die Prophetie enorm entscheidend, dass wir nicht einfach nur schnell irgendwelche Daten zuordnen, schnell uns unsere eigene Meinung vielleicht sogar bestätigt sehen wollen, sondern wenn wir uns Gedanken machen, was Gott sich hier gedacht hat, wenn wir ihn verstehen wollen, dann werden wir echtes Glück finden.
[45:23] Und die Quelle, die Kraftquelle, die uns wirklich erfolgreich macht. Schauen wir Matthäus Kapitel 11 ab Vers 25. Wir haben schon davon gesprochen, dass man kein intellektueller Gigant sein muss, um die Bibel zu verstehen.
[45:38] Jesus hat das sogar explizit so ausgedrückt. Matthäus 11 ab Vers 25: „Zu jener Zeit begann Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen geoffenbart hast.“ Ja, es kann sogar sein, dass die, die besonders gut die Bibel auf Hebräisch und Griechisch lesen können, die besondere Kenntnisse geschichtlicher Zusammenhänge haben, dass die es vielleicht gerade nicht verstehen, weil sie sich allein auf ihre menschlichen Fähigkeiten verlassen.
[46:14] Vers 26: „Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir.“ Zur Zeit von Jesu gab es die Pharisäer, aber sie haben die Erfüllung der Prophetie nicht erkannt, obwohl sie die Experten waren,
[46:28] die Schriftgelehrten, die Gesetzeskundigen. Und die Erfüllung der Prophetie wurde von einfachen Fischern verstanden, die schon ziemlich bald, nachdem sie Jesus begegneten, sagten: „Das ist der Messias!“
[46:46] Vielleicht kannten sie nicht alle Kommentare zu den prophetischen Schriften, aber sie haben die Erfüllung erkannt. Was nützt es, wenn wir alle Kommentare gelesen haben, aber die Erfüllung verpassen?
[47:02] Vers 27: „Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden.“ Das klingt so wie in Offenbarung 1, die Offenbarung, die er von seinem Vater bekommen hat. „Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater, und niemand erkennt den Vater als nur der Sohn, und der, welchem der Sohn es offenbaren will.“ Nur durch Jesus können wir die Geheimnisse Gottes verstehen. Nur durch Jesus haben wir Zugang zu dem Zukunftswissen Gottes. Deswegen sagt Jesus: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“ Johannes 14, Vers 6. Das bezieht sich auf die Erlösung, das bezieht sich auf die Sündenvergebung, das Inanspruchnahme der Gnade Gottes. Das bezieht sich aber auch auf alles andere, was von Gott kommt.
[47:50] Nur durch Jesus haben wir Zugang zum Vater. Nur durch Jesus können wir dessen Wahrheit verstehen. Und wenn die Prophetie, wie wir gesehen haben in Offenbarung 1, vom Vater kommt, dann können wir sie nur verstehen, wenn Jesus sie uns offenbart. Und jetzt verstehen wir, warum Daniel und Johannes Endzeitprophetie erhalten haben.
[48:12] Sie waren so eng mit Jesus, dass Jesus ihnen diese Geheimnisse offenbaren kann.
[48:20] konnte. Menschen, die besonders eng bei Jesus sind, erhalten die Prophetie, Verständnis über die Prophetie. Und ist das nicht eine erstaunliche, eine erstaunliche Erkenntnis, wenn wir drüber nachdenken, dass Gott seiner Endzeitgemeinde eine so große Erkenntnis über Prophetie gegeben hat, wie keiner christlichen Kirche jemals zuvor!
[48:56] Was sagt das über Gottes Liebe zu uns?
[49:03] Ist es da wirklich angebracht, dass wir diese prophetischen Wahrheiten beiseitestoßen, weil wir angeblich mehr von der Liebe Gottes reden wollen? Wie können wir von der Liebe Gottes reden, wenn wir gleichzeitig einen der größten Liebesbeweise ignorieren und nicht haben wollen?
[49:22] Erkenntnis über die biblische Prophetie zu haben, wie Gott sie gemeint hat, ist eines der größten Liebesbeweise, die Gott seiner Gemeinde schenkt.
[49:31] Jesus offenbart uns, was der Vater weiß.
[49:39] Und so lädt er uns alle ein. Das ist nicht nur eine Einladung, wenn wir am Ende des Tages geschafft sind oder wenn uns Sünden niederdrücken. Das ist eine Einladung, in welcher Situation wir uns immer befinden: Wir dürfen zu ihm kommen. Vers 28: „Kommt her zu mir, alle die ihr müde und beladen seid, so will ich euch zur Ruhe bringen, erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn“
[50:06] euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen, denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.
[50:16] Wenn wir die Prophetie studieren, wie Jesus sie uns gibt, dann werden wir nicht nur klüger, was die Geschichte betrifft, wir werden sanftmütig und von Herzen demütig. Das sehen wir bei Daniel, das sehen wir bei Johannes. Wir sehen, wie das ihr Leben lang bestimmt hat: die Heiligung des Charakters.
[50:41] Und nur wenn unser Charakter auch tatsächlich geheiligt wird, wenn wir tatsächlich Jesus ähnlicher werden, dann haben wir wirklich die Prophetie von ihm erhalten. So mancher hat einfach nur Bücher gelesen und möchte mit seinem Wissen andere beeindrucken, aber das ist nicht, worum es geht in der biblischen Prophetie. Wir finden echte Ruhe, echten Frieden, echte Gemeinschaft mit Jesus, wenn er uns das offenbart, was der Vater sagen möchte.
[51:21] Ich weiß nicht, was dein Lebensziel ist. Für viele Menschen besteht das Lebensziel darin, intelligent zu werden, stark zu werden oder reich zu werden oder eine Kombination dieser Dinge. Intelligenz, Stärke, Reichtum – das scheint vielen Menschen das Lebensziel zu sein, entweder indem sie eine akademische Laufbahn anstreben und sich ihrer Intelligenz berüsten wollen, oder indem sie sich körperlich fit machen, um stark zu sein, oder indem sie Geld anhäufen, um reich zu sein.
[52:02] Was dein Lebensziel? In Jeremia 9, Vers 22 und dort Vers 23 gibt Gott uns einen Rat, was unser Lebensziel betrifft. Jeremia 9, Vers 22 und 23: „So spricht der HERR: Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit, und der Starke rühme sich nicht seiner Stärke, der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums, sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er Einsicht hat und mich erkennt, dass ich der HERR bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden; denn daran habe ich Wohlgefallen“, spricht der HERR.
[52:42] Ich möchte heute die Entscheidung neufällen, dass mein Lebensziel nicht darin besteht, intelligent zu werden oder stark zu sein oder reich zu werden, sondern darin, Gott zu kennen, ihn immer besser kennenzulernen. Und Prophetie ist eines der von Gott erwählten Mittel, damit das geschehen kann, damit ich ihn besser kennenlernen kann.
[53:07] Gott möchte sich mitteilen. In Johannes 1, Vers 1 heißt es: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ Gott möchte kommunizieren, er möchte mit uns reden, er möchte, dass seine Gedanken für uns verständlich werden, so sehr, dass Jesus sogar wurde – und das Wort, Vers 14 in Johannes 1, „wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit als die Herrlichkeit eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Er möchte, dass wir ihn und sein Wesen kennenlernen.
[53:53] Nun hat Gott sozusagen die Herausforderung, dass seine Gedanken, die er hat, so viel höher sind als unsere. Jesaja 55 und dort Vers 8 und 9: „Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR; sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“ Wer den Kontext liest, Vers 6 und 7, stellt fest, da geht es auch um das Evangelium. Wir können uns vielleicht gar nicht vorstellen, wie sehr Gott uns vergeben möchte und wie viel Vergebung bereit ist und wie egal es ist, wie schwarz unsere Sünde ist und wie rot, dass Gott sie in jedem Fall, wenn wir es bereuen und zu ihm kommen, Vergebung bitten, er uns vergeben kann. Wir haben keine Ahnung, wie groß Gottes Wunsch ist, uns zu reinigen.
[54:46] Seine Gedanken sind vielleicht für uns zu schwer zu verstehen, aber es heißt in Vers 10 und 11: „Denn gleich wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und wieder dahin zurückkehrt, bis er die Erde getränkt und befruchtet und zum Grünen gebracht hat und dem Sämann Samen gegeben hat und Brot dem, der isst, genauso soll auch mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird ausrichten, was mir gefällt, und durchführen, wozu ich es gesandt habe.“
[55:12] Gottes Wort ist nicht dort oben, und wir müssen versuchen, es irgendwie zu verstehen, sondern Gottes Wort, das höher ist als der Himmel über der Erde, kommt zu uns. Es kommt auf die Erde, und es bewirkt das, was es sagt. Wir müssen nicht Gottes Wort intellektuell durchdringen, sondern wir müssen unsere Herzen aufmachen, dass Gottes Wort in Jesus Christus uns durchdringen kann. Denn Gott weiß, was wir brauchen, und Gott weiß, was unsere größte Not ist, und Gott kann das alles tun. Wir müssen es ihm glauben.
[55:43] Und so wird es in der Prophetie immer Dinge geben, die wir nicht verstehen können, weil es immer Dinge bei Gott gibt, die wir intellektuell nicht umfassen können. Jede biblische Lehre enthält Dinge, die zu tief für uns sind. Wir können sie nicht erfassen, wir können sie glauben. Und indem wir sie glauben, kann Gott all das, was er möchte, selbst das, was wir nicht verstehen können, in uns tun. Wir müssen es nicht durchdringen, er soll uns durchdringen durch sein Wort. Und ja, es gibt genügend Hinweise, genügend Belege, die uns zeigen, wir müssen unseren Verstand nicht abgeben. Es gibt genügend Dinge, die wir verstehen können, und insbesondere durch die Prophetie, die sich gerade dadurch eignet, weil sie sich auch überprüfen lässt in der menschlichen Geschichte.
[56:35] Wir wollen hier noch einen kurzen Gedanken, zumindestens kurz, anreißen. In Daniel Kapitel 12 und dort Vers 4 finden wir eine vielleicht erstaunliche Aussage im Kontext dessen, was wir gerade alles studiert haben. Gott möchte sich mitteilen, aber wir sehen hier in Vers 4, dass es einen Teil oder dass etwas gibt, was nicht sofort verstanden wurde. Daniel 12, Vers 4: „Du aber, Daniel, verschließe diese Worte und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes. Viele werden darin forschen, und die Erkenntnis wird zunehmen.“
[57:14] Das Buch Daniel sollte versiegelt werden bis zur Zeit des Endes. Wenn wir in Daniel 11 schauen, da finden wir diese Zeit des Endes, Vers 33: „Und die Verständigen im Volk werden die vielen unterweisen; sie werden aber eine Zeit lang dem Schwert, dem Feuer, der Gefangenschaft und der Plünderung unterliegen. Und dem, die unterliegen werden, sie ein wenig Hilfe erlangen, und es werden sich viele heuchlerisch an sie hängen. Auch von den Verständigen werden viele unterliegen, damit unter ihnen eine Läuterung geschehe, eine Sichtung und Reinigung bis zur Zeit des Endes; denn es währt bis zur bestimmten Zeit.“
[57:45] Die Zeit des Endes ist ein bestimmter Zeitpunkt, mit dem das Ende der mittelalterlichen Verfolgung, die hier beschrieben wird, endet. Es ist noch nicht das Ende der Zeit, denn wir sehen in Vers 40, dass es heißt: „Zur Zeit des Endes aber wird dann das und jenes passieren.“ Es kommen noch einige Verse. Die Zeit des Endes ist der Endpunkt der Verfolgung, wie sie in Vers 32, 33 und 34 beschrieben wird, und sie wird erklärt in Daniel 12, Vers 6 und 7. Es heißt: „Und einer sprach zu dem in Leinen gekleideten Mann, der oberhalb der Wasser des Flusses stand: Wie lange wird es dauern, bis diese unerhörten Zustände zu Ende sind? Da hörte ich den in Leinen gekleideten Mann, der oberhalb der Wasser des Flusses war, wie er seine Rechte und seine Linke zum Himmel erhob und bei dem schwor, der ewig lebt: Eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Und wenn die Zerschmetterung der Kraft des Heiligen Volkes vollendet ist, so wird das alles zu Ende gehen.“
[58:41] Die dreieinhalb Zeiten kennen wir aus Daniel 7, und dort werden diese dreieinhalb Zeiten, werden Offenbarung 12, Vers 14 und 6, als 1260 Tage erklärt, die nach Hesekiel 4, Vers 6, ein Tag für ein Jahr, 1260 Jahre sind. Und die – und das haben wir an anderer Stelle ausführlich mal begründet und erklärt und studiert – im Jahre 1798 enden. Bis zu diesem Jahr bestand die Versiegelung. Aber natürlich war nicht das gesamte Buch Daniel versiegelt. Es gab Kapitel wie Daniel 1 und 2 und 3 und 4, 5 und 6, auch Kapitel 9, glaube ich, viele Stellen, Teile, die tatsächlich gut zu verstehen waren. Jesus hat ja selbst in Markus 1 gesagt: „Die Zeit ist erfüllt.“ Er wollte ja, dass die Menschen verstehen, dass Daniel 9 sich erfüllt hat. Was genau ist also versiegelt gewesen? In Daniel 8, Vers 26 heißt es: „Was aber über das Gesicht von den Abenden und Morgen gesagt worden ist, das ist wahr; und du sollst das Gesicht verwahren, denn es bezieht sich auf fern liegende Tage.“ Das Gesicht von den Abenden und Morgen wurde verwahrt. Vers 14: „Er sprach zu mir: Bis zu 2300 Abend und Morgen, dann wird das Heiligtum gerechtfertigt werden.“ All das, was mit den 2300 Jahren zusammenhängt, auch das Gericht in Daniel 7 und so weiter, ist der Teil, der versiegelt worden war.
[1:00:03] Wir finden denselben Jesus, der hier in Daniel 12 sagt, dass dieses Buch versiegelt wird bis 1798. Wir finden in Offenbarung 10, wo er dieses Buch geöffnet herabbringt. Offenbarung 10, Vers 1: „Und ich sah einen anderen starken Engel aus dem Himmel herabsteigen, bekleidet mit einer Wolke und ein Regenbogen war auf seinem Haupt, und sein Angesicht war wie die Sonne, und seine Füße wie Feuersäulen.“ Wir wissen, dass es Jesus ist. Sein Angesicht leuchtet wie die Sonne, so auch schon in Offenbarung 1, Vers 16, und natürlich auf dem Verklärungsberg. Und er möchte sein Volk führen, deswegen Wolke und Feuersäule. Mit der Wolken- und Feuersäule führt er schon das Volk Israel durch die Wüste. Er möchte sie führen, nämlich vom Heiligen ins Allerheiligste. Das ist genau das, worum es in Daniel 8, Vers 14 geht, um den Beginn des großen Versöhnungstages. Jesus betritt als Priester, als Hohepriester, das Allerheiligste. Daniel 7 spricht davon, wenn die Throne aufgestellt werden. Offenbarung 11, Vers 19 spricht davon, wenn die Bundeslade sichtbar wird, weil die Tür sich öffnet im Himmel.
[1:01:17] Der entscheidende Punkt hier für uns heute ist, dass es Jesus Christus selbst ist, der diese Botschaft predigt. Er kommt vom Himmel mit dem geöffneten Buch Daniel. Es ist nicht irgendein Bauer hier oder ein Theologe dort, es ist Jesus Christus selbst, der sich wünscht, dass das Buch Daniel, insbesondere jetzt dieser Teil, der bis 1798 verschlossen war in Bezug auf die 2300 Abend und Morgen, er wünscht sich, dass das verstanden wird. Er predigt, es heißt in Vers 2: „Und er hielt in seiner Hand ein offenes Büchlein.“ Wir haben die Zeit heute nicht, das ganze Kapitel anzuschauen, und wir sehen ganz starke Parallelen hier zu Daniel 12, auch wenn wir später hier in Offenbarung 10 dann Vers 5 und 6 lesen mit dem Schwur, den Jesus tut, der eine direkte Parallele und Erinnerung ist an den Schwur, den wir in Daniel 12 gesehen haben. Das Buch ist jetzt geöffnet, und er, Jesus, setzte seinen rechten Fuß auf das Meer, den linken aber auf die Erde. Die ganze Welt soll davon erfahren. Und er rief, Vers 3, mit lauter Stimme, wie ein Löwe brüllt – ein Bild aus Amos 3 über die Wirkung biblischer Prophetie. Jesus predigt die Endzeitprophetie, Jesus predigt die Adventbotschaft. Wenn wir diese Dinge, Offenbarung und Daniel, insbesondere Daniel 8, Vers 14 und alles, was damit zusammenhängt, wenn wir das in den Mittelpunkt stellen, dann deswegen, weil wir Jesus folgen. Wir können nicht Jesus folgen und diese Wahrheiten beiseiteschieben. Wer aber behauptet, dass er sich für diese Dinge nicht interessiert, weil er mehr Zeit mit Jesus verbringen möchte, der kennt den biblischen Jesus, wie ihn die Prophetie zeigt, nicht. Der biblische Jesus bringt der Welt das Buch Daniel, und Menschen, die im Geiste Jesu das Buch Daniel und auch die Offenbarung studieren und weitergeben, sind Mitarbeiter von Jesus, durch die Jesus laut brüllen kann wie ein Löwe, nicht, um den Menschen Angst zu machen, sondern um sie zu versammeln. Hosea gibt es diese Stelle, dass wenn Gott brüllt wie ein Löwe, dann werden sein Volk aus allen Ländern zusammenkommen. Die haben diese Botschaft an alle Völker, Nationen, Stämme und Sprachen. Lass mich kurz diesen Vers finden. In Hosea steht – nicht im Sendemanuskript, damit ihr den auch noch euch vermerken könnt. Genau, es heißt in Hosea 11 und dort Vers 10: „Sie werden dem Herrn nachfolgen, der brüllen wird wie ein Löwe. Wenn er brüllt, so werden die Söhne zittern vom Meer herbeieilen, wie Vögel werden sie aus Ägypten zittern herbeieilen und wie Tauben aus dem Land Assyrien, und ich werde sie in ihren eigenen Häusern wohnen lassen“, spricht der HERR. Wenn er brüllt wie ein Löwe, dann ruft er sein Volk von allen Enden der Welt zusammen. Wieder, er möchte das Volk Gottes hier sammeln, es geht um eine Sammlungsbewegung. Er möchte sie führen vom Heiligen ins Allerheiligste.
[1:04:11] Vers 8 und 9 in Offenbarung 10: „Und die Stimme, die ich aus dem Himmel gehört hatte, redete nochmals mit mir und sprach: Geh hin, nimm das offene Büchlein in der Hand des Engels, der auf dem Meer und auf der Erde steht. Und ich ging zu dem Engel und sprach zu ihm: Gib mir das Büchlein. Und er sprach zu mir: Nimm es und iss es auf; und es wird dir Bitterkeit im Bauch verursachen, in deinem Mund aber wird es süß sein wie Honig.“ Wer zu Jesus kommt, erhält die prophetische Botschaft für unsere Zeit. Das heißt auch, um die besondere prophetische Botschaft für unsere Zeit studieren zu können, müssen wir zu Jesus kommen, denn er hat es in der Hand.
[1:04:59] Es gibt heute auch Fälschungen. Da steht auch Daniel, Offenbarung drauf, aber da fehlt die Liebe Jesu, da fehlt das Evangelium, da fehlt der Charakter Jesu. Da ist es nur ein Werkzeug, um andere Leute kaputt zu machen. Das ist nicht die prophetische Botschaft, sie sieht nur äußerlich so aus. Die prophetische Botschaft von Jesus ist das Buch Daniel, Offenbarung als Evangelium mit großen, feierlichen Warnungen, die wir nicht verwässern dürfen, die wir niemals weglassen dürfen, aber die wir im Geist und in der Liebe Jesu predigen müssen, der für die Menschen, die am Ende verloren gehen, sein Leben gegeben hat.
[1:05:45] Jesus ist das Vorbild für unser Bibelstudium. Wir sind gleich am Ende angelangt, aber ich möchte kurz vielleicht zur Erinnerung für den einen oder anderen, vielleicht auch zum ersten Mal, auf das ABC des Bibelstudiums verweisen. Jesus hat die Bibel auf eine Art und Weise studiert, von der wir uns ein Beispiel nehmen müssen. In Lukas 24, Vers 27 heißt es: „Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legte ihnen in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezieht.“ Hier ist das ABC des Bibelstudiums, das gilt auch für die Prophetie: A – Alle Schrift. Die Gesamtheit der Bibel muss zu einem Thema betrachtet werden. Wer Daniel und Offenbarung studiert, stellt fest, es ist vor allem die Offenbarung voll von Zitaten, Anspielungen, Echos aus der gesamten Bibel. B – Beginne von vorn. Studiere systematisch. Spring nicht einfach mal wahllos in Daniel 11 oder Offenbarung 17 und rätsel ein bisschen rum, sondern schau dir Sachen gründlich an, systematisch. Fang in Daniel 1 an, schau dir die Prophezeiung Stück für Stück an, studiere sie systematisch, so wie Jesus auch systematisch studiert hat. Und C – Christus im Zentrum. Wie wir schon gesagt haben, in jedem Buch, in jedem Abschnitt, in jedem Thema dürfen wir Jesus, sein Wesen, sein Werk, seine Natur, seine Absichten, seine Verheißungen, seine Lehren – all das dürfen wir erkennen in Daniel, Offenbarung, in der restlichen Bibel. Vergiss niemals das ABC des Bibelstudiums: A – Alle Schrift, B – Beginne von vorn, C – Christus im Zentrum. Wenn du so die Prophetie studierst, dann kann Jesus dich führen.
[1:07:21] In 2. Timotheus 3, Vers 15 bis 17 sehen wir, welche Wirkung die Bibel und damit auch die Prophetie auf unser Leben haben soll. 2. Timotheus Kapitel 3 und dort Vers 14 bis 17: „Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und was dir zur Gewissheit geworden ist, da du weißt, von wem du es gelernt hast, und weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche die Kraft haben, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. Alle Schrift ist von Gott eingegeben – also auch die Prophetie – und nützlich zur Belehrung.“ Prophetie soll uns belehren und sagen, wann welches Reich wann kam, welche Könige und so weiter. Das ist wichtig, aber es ist nur ein Viertel dessen, was die Prophetie soll, denn sie ist nützlich zur Belehrung, zur Überführung – auch die Prophetie, nicht nur das Gesetz Gottes, auch die Prophetie, denn alle Schrift ist nützlich zur Belehrung, zur Überführung. Auch die Prophetie soll uns von Sünde überführen, zeigen, wo wir falsch liegen.
[1:08:34] Und wer die prophetischen Bücher aufrichtig liest und studiert, der wird merken, dass der Heilige Geist auch in diesen Büchern zu unserem Herzen spricht und uns von Sünde überführt. Aber nicht nur das: zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung. Wer die Prophetie studiert, wird merken, dass Gott dort den Weg zum Heil zeigt, dass die Kraft des Wortes uns hilft, die Erlösung in Jesus anzunehmen und Wiederherstellung zu erleben. Und dann zur Erziehung in der Gerechtigkeit. Auch die Prophetie, nicht nur die Sprüche und die Psalmen, auch die Prophetie, wie alle anderen Bücher der Bibel, sind dazu da, damit wir dazulernen, damit wir erzogen werden in der Prophetie. Wenn wir Prophetie bisher studiert haben, um nur zu wissen, was kommt und was war, dann haben wir nur 25% dessen ausgeschöpft, wofür die Prophetie gegeben worden ist. Wollen wir heute anfangen, uns vorzunehmen, die Prophetie so zu studieren, dass alle vier Bereiche tatsächlich in unserem Leben gegeben sind und wir sie erfahren?
[1:09:33] Esra 7, Vers 10. Esra 7, Vers 10 zeigt uns einen wunderbaren Rahmen, in den das Prophetiestudium eingebunden werden muss. Esra, ein berühmter Bibelstudent, der auch große Verdienste sich um die Bibel erworben hat. Wir lesen Esra 7, Vers 10: „Denn Esra hatte sein Herz darauf gerichtet, das Gesetz des Herrn zu erforschen und zu tun und in Israel Gesetz und Recht zu lehren.“ Vier Dinge, die wir tun müssen: Wir müssen unser Herz darauf richten. Wir müssen eine Einstellung haben, das Wort Gottes wirklich verstehen zu wollen. Wir müssen unser ganzes Herz ihm weihen. Ohne diese Einstellung werden wir die Prophetie nicht verstehen können. Ja, es wird uns vielleicht sogar schaden, wenn wir mit einer falschen Einstellung an Gottes Wort gehen. Dann hat er es erforscht. Die Bibel und auch die Prophetie will gründlich gelesen werden, will durchforscht werden. Wir werden nicht alles auf einmal verstehen. Ich studiere manche Kapitel der Prophetie seit vielen, vielen Jahren, und immer wieder noch in diesem Jahr entdecke ich neue Dinge und neue Dinge. Und ich werde noch in den nächsten Jahren, immer solange Jesus noch nicht wieder gekommen ist, immer wieder neue Dinge entdecken. Es gibt immer mehr zu erforschen. Wir werden niemals ans Ende gelangt sein, so wie man einen Schatz sucht. Es gibt Texte, wir haben sie im Sendemanuskript, die davon sprechen, dass wir nach der Bibel in der Bibel forschen sollen wie nach Schätzen. Aber Esra hat nicht nur eine richtige Einstellung gehabt, hat nicht nur sein Herz darauf gerichtet, er hat es nicht nur erforscht, gründlich das Wort Gottes, er hat es auch getan. Wir werden auch sehen, dass in der Prophetie uns Dinge gezeigt werden, wo Gott von uns etwas fordert. Wir müssen Dinge umsetzen. Wenn wir das nicht tun, dann nützt alles...
[1:11:13] Wenn wir das nicht tun, dann nützt alles Prophetie-Studium nichts. Und dann heißt es hier: "Um in Israel Gesetz und Recht zu lehren." Gott gibt uns immer Wahrheit, und insbesondere die prophetische Adventbotschaft, das ewige Evangelium von Offenbarung 14. Er gibt uns immer diese Wahrheit, damit wir sie mit anderen teilen. Es soll ja zu allen Völkern, Nationen, Stämmen und Sprachen gehen, was wir lernen und was wir verstehen.
[1:11:41] Eine letzte Frage heute, die noch in der Lektion, im Lektionsheft angesprochen worden ist, ist die oft gestellte Frage: "Woher weiß ich jetzt in der Prophetie, ob etwas buchstäblich oder symbolisch gemeint ist?" Und da wollen wir ganz kurz noch Stellung zu nehmen und dann hiermit schließen.
[1:11:58] Die Faustregel ist folgende, und die möchte ich sehr betonen: Wir lesen die Bibel immer grundsätzlich zunächst buchstäblich. Es gibt einige, die der Meinung sind oder so vielleicht vermuten, dass man bei Daniel und Offenbarung das genau umgekehrt macht, dass man erstmal grundsätzlich symbolisch liest. Aber wir lesen grundsätzlich die Bibel zunächst immer buchstäblich. Und nur dann, wenn der Kontext oder der Inhalt selbst es deutlich machen, ist eine Stelle symbolisch zu deuten.
[1:12:32] Hier ein paar Beispiele: Bei Jesus werden zum Beispiel Gleichnisse dann als Gleichnisse angekündigt, ja? Oder er redete in Gleichnissen, dann weiß man, was jetzt kam und was jetzt kommt, das sind Gleichnisse.
[1:12:52] Ähm, oder wenn eine Stelle keinen guten Sinn ergibt, wenn man sie buchstäblich liest. In Daniel 7 redet es von einem Löwen, der aus dem Meer hervorkommt mit Adlerflügeln; von einem Bär, der aus dem Meer hervorkommt mit Rippen im Maul; und von einem vierköpfigen Panther mit vier Flügeln. Das kann nicht buchstäblich gemeint sein, das muss symbolisch gemeint sein. Der Text selbst legt das offensichtlich nahe.
[1:13:16] Oder aber wir finden in der Offenbarung manchmal Stellen, die dann auch wieder ausgelegt werden, wo wir also merken, dass das, was zuerst geschrieben war, ein Symbol, zum Beispiel, wenn es heißt, dass aus dem Mund des Drachen, des Tieres und des falschen Propheten Frösche herauskommen. Und dann heißt der nächste Vers, dass diese Frösche Dämonen sind. Das heißt, die Frösche waren ein Symbol, sind keine buchstäblichen Frösche. Das heißt, die Bibel erklärt sich selbst. Sie erklärt sich nicht immer direkt an Ort und Stelle vielleicht selbst. Aber wenn wir das ABC des Bibelstudiums beachten: "Alle Schrift, beginne von vorn, Christus im Zentrum", dann werden wir in dieser Frage, glaube ich, nicht scheitern müssen, sondern sehen, dass die Bibel uns selbst zeigt, wann sie nicht buchstäblich verstanden werden kann, weil sie, wie wir das auch manchmal machen, Gleichnisse benutzt, Analogien, Bilder. Und wir werden in diesem Quartal uns viel damit beschäftigen, welche Bilder, welche Analogien, welche Gleichnisse, welche Symbole verwendet werden und wie das sozusagen für das Prophetie-Studium wichtig ist.
[1:14:22] Es kann übrigens noch mal vorkommen, dass an ein und derselben Stelle etwas buchstäblich und symbolisch nebeneinander steht, ja? Es gibt die berühmte Aussage von Jesus in den Evangelien: "Die Toten sollen die Toten begraben." Und da steht innerhalb von einem Satz, fast getrennt, wenig Worte dazwischen, nur: "Die Toten sollen die Toten begraben." Das einmal sind die Toten symbolische Tote, und das andere sind buchstäbliche Tote. Wir können also nicht sagen: "Ist ein Vers da, ist ein symbolisches Wort, deswegen ist alles symbolisch." Ja, wir müssen also tatsächlich versuchen, den Gedankengang zu verstehen. Das ist das Entscheidende, statt einfach eine sture Regel einfach über die Verse drüber zu stülpen, denn so würden wir ja auch nie mit unseren menschlichen Gesprächen umgehen. Wir verstehen ja auch, wenn wir miteinander reden, wenn jemand mal ein Gleichnis erzählt oder wenn jemand eine Redewendung verwendet. Das verstehen wir, indem wir den gesamten Argumentationszusammenhang uns anschauen, wenn wir zuhören, was der andere sagen will, dann verstehen wir auch, dass der eine Satz oder das eine Wort gerade nicht buchstäblich gemeint gewesen sein kann. Genauso ist es wichtig, nicht einfach Verse rauszureißen oder einzelne Worte zu verdrehen, sondern tatsächlich den roten Faden, die gedankliche Argumentation nachzuvollziehen. Das hilft übrigens nicht nur in der Prophetie, das hilft auch sonst in der gesamten Bibel, zum Beispiel auch beim Paulus ganz, ganz wichtig in den Paulusbriefen, wenn man versucht zu verstehen, wofür argumentiert er, wogegen argumentiert er, was ist der rote Faden. Und wenn man das macht, dann wird man in jedem Fall die wesentliche Botschaft des Textes erkennen. Und auch wenn man dann vielleicht in einem Detail sich nicht sicher ist oder man unterschiedliche Meinung hat, dann hat man trotzdem die Hauptbotschaft verstanden. Und auf der kann man weiter aufbauen. Je mehr man solche Hauptbotschaften versteht, desto klarer wird das Bild und desto mehr Licht wird auch auf die noch unklaren Stellen geworfen.
[1:16:11] Und wir dürfen wissen, dass Jesus folgendes verheißen hat. Und damit wollen wir heute schließen, in Johannes 16 und dort Vers 13 und 14. Johannes 16, Vers 13 und 14. Es heißt: "Wenn aber jener kommt", sagt Jesus, "der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten."
[1:16:33] Am Ende geht es nur mit dem Heiligen Geist, denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden. Und was zukünftig ist – Prophetie –, da wird er euch verkündigen. "Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen." Der Heilige Geist wird uns in der Prophetie in Wahrheit führen, die ganze Wahrheit führen, indem er uns die prophetische Botschaft von Jesus erklärt und dadurch Jesus verherrlicht. Dort, wo Prophetie so verstanden wird, dass Jesus im Mittelpunkt steht, dort wirkt der Heilige Geist. Wo Prophetie ohne Jesus gepredigt wird, da ist es nur Menschenwerk. Wo Menschen die Prophetie ablehnen, weil sie angeblich sich nur mit Jesus beschäftigen wollen, da ist das nur Menschenwerk. Wo aber die Prophetie immer besser verstanden wird, weil Jesus dadurch emporgehoben wird, da wirkt der Heilige Geist. Darf er heute auch in deinem und meinem Herzen wirken, darf in unserem Leben wirken? Möchtest du heute die Entscheidung fällen, dass du dankbar bist, dass Gott durch sein Wort zu dir spricht? Und möchtest du den Heiligen Geist einladen, das in deinem Leben zu tun, was wir heute studiert haben? Dann wollen wir noch gemeinsam mit einem Gebet ihn darum bitten.
[1:18:05] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns deine Gedanken mitteilen möchtest. Und das, obwohl deine Gedanken so viel höher sind als der Himmel über der Erde, du Wege und Möglichkeiten suchst und findest, wie du es uns, die wir so schwer von Begriff sind, so einfach wie möglich zu erklären. Und dass jeder, der um Weisheit bittet, deine prophetischen Botschaften verstehen kann, weil sie Jesus erhöhen und das Evangelium verständlich machen. Ich möchte dich von Herzen bitten, dass wir niemals uns von irgendjemandem einreden lassen, dass man Jesus und die Prophetie, das Evangelium und die Prophetie trennen könnte. Und mach uns zu Bibelstudenten, Prophetie-Studenten, die die Bibel so und die Prophetie so studieren, wie Jesus sie studiert hat. Dass wir uns an Leuten wie Daniel und Esra, Paulus und anderen ein Vorbild nehmen, dass die Prophetie unser Herz verändert, bis Jesus darin ganz Gestalt gewonnen hat. Wir wünschen uns, dass der Heilige Geist uns in alle prophetische Wahrheit führt, wie du sie es wünschst, wie du es dir wünschst, dass wir sie verstehen und dass wir damit anderen Hoffnung geben können, diese Botschaft in der ganzen Welt verbreiten können. Rüst uns dadurch dazu aus und hab Dank dafür.
[1:19:41] Amen. Nächste Woche werden wir weiter studieren jetzt in diesem interessanten Thema. Wir werden dann verschiedene einzelne Aspekte uns in den nächsten Wochen und drei Monaten uns anschauen. Bis dann, wünschen euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium der von Gott gegebenen Prophetie. Amen.
[Musik]