In dieser Folge von „Der Ersehnte“ beleuchtet Christopher Kramp das Gleichnis vom unverschämten Bittsteller aus Lukas 11. Er erklärt, wie Jesus uns durch dieses und weitere Beispiele wie Jakob und die kanaanäische Frau lehrt, beharrlich und „schamlos“ im Gebet zu sein. Der Sprecher betont, dass Gott, im Gegensatz zu menschlichen Freunden, immer bereit ist zu helfen und unsere Bitten erhört, wenn wir von ganzem Herzen und ohne Zögern zu ihm kommen.
Der Ersehnte: 247. „um seiner Unverschämtheit willen“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, JesusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Der Ersehnte
„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[0:08] Und die Idee ist also, dass hier ein befreundeter Mensch seine Reise unternimmt und quasi während der Reise sozusagen offenbar vom Weg etwas sich entfernt, um Zwischenstation bei seinem Freund zu machen. Ja, bei dem, der jetzt der Bittsteller ist. Mit anderen Worten, das ist also nicht so, dass man schon lange wusste, diese dritte Person, dieser Freund kommt vorbei, und der Bittsteller hat sich jetzt überhaupt nicht vorbereitet, sondern es scheint eher so zu sein, dass hier quasi jemand zufällig, unerwarteterweise, weil er sowieso gerade unterwegs ist und an dem Haus vorbeigekommen ist, zufällig sozusagen oder unerwarteterweise plötzlich da aufkreuzt und sagt: „Hey, wir haben uns lange nicht gesehen, ich bin gerade unterwegs. Ich würde gerne bei dir übernachten.“
[0:59] Das heißt, der Bittsteller, der jetzt sozusagen der Typus ist für uns als Beter, der ist wohl offensichtlich nicht darauf vorbereitet gewesen. Er bittet seinen Freund nicht – also zu dem er jetzt anklopfen kommt – er bittet ihn nicht, weil er nachlässig gewesen ist und einfach gefaulenzt hat und deswegen nichts hat. Er ist tatsächlich überrascht worden. Es gibt eine Schwierigkeit, die er nicht hat kommen sehen, eine Herausforderung, auf die er nicht vorbereitet ist. Er braucht echte Hilfe. Er sagt ja in Vers 6: „Ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann.“ Und das ist genau die Situation, die wir auch in unserem Leben erleben. Wir werden immer wieder mit unerwarteten Situationen konfrontiert, mit denen wir nicht gerechnet haben und auf die wir keine Antwort haben, für die wir keine Lösung haben. Wir haben nichts, und wir müssen zu jemandem gehen, der uns helfen kann. So wie dieser Bittsteller überrascht wird von dem Freund, der auf der Reise ist und plötzlich von ihm etwas braucht, und er hat nichts, und er deswegen zu seinem anderen Freund geht, damit er interessanterweise seinem Freund, der gerade vorbeigekommen ist, helfen kann.
[2:14] So können wir, wenn wir merken, wir haben nichts, was wir geben können, dann können wir zu unserem himmlischen Freund, unserem Vater, gehen und ihn bitten. Interessanterweise ja hier gar nicht nur für uns selbst, sondern um für jemand anderen da sein zu können. Denn das, was der Bittsteller hier erbittet, ist ja nicht für ihn selbst. Es ist für seinen Freund, der ihn überrascht hat. Also mindestens auch für seinen Freund. Sicherlich wird der Bittsteller auch etwas davon essen.
[2:54] Vers 7: „Es ist ja schon Mitternacht, mitten in der Nacht.“ Und entsprechend ist jetzt der Freund, von dem er etwas haben möchte, gar nicht darauf vorbereitet. Vers 7: „Und jener würde von innen antworten und sagen: ‚Mache mir keine Mühe, die Tür ist schon verschlossen und meine Kinder sind bei mir in der Kammer.‘“ Es war wohl üblich damals, dass die ganze Familie, manchmal auch mit den Mägten und Knechten, alle zusammen in einem Schlafzimmer geschlafen haben. „Mache mir keine Mühe, die Tür ist schon verschlossen und meine Kinder sind bei mir in der Kammer. Ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben.“ Es ist eigentlich schon zu spät. Dieser Freund möchte schlafen, und er hat auch ein gutes Recht darauf, jetzt aufzustehen, jetzt noch mal Brot zu holen. Das macht Mühe. Das könnte sein, dass die Kinder aufwachen, dass sie dann wieder schreien. Es ist eigentlich total ungelegen, und wir alle kennen diese Situation, wenn wir um Hilfe gebeten werden und es passt gerade wirklich nicht. Nicht, weil wir grundsätzlich nie helfen wollen, sondern weil es einfach gerade wirklich schlecht ist.
[4:19] Dem Freund ist jetzt nicht danach, zu helfen, aber der Bittsteller, der braucht wirklich Hilfe. Und jetzt sagt Jesus in Vers 8: „Ich sage euch, wenn er auch nicht deswegen aufstehen und ihm etwas geben wird, weil er sein Freund ist, so wird er doch um seiner Unverschämtheit willen aufstehen und ihm geben, so viel er braucht.“ Jesus sagt, da gibt es vielleicht unterschiedliche Motive, aber der entscheidende Punkt ist: Der Bittsteller bekommt, was er braucht. Vielleicht nicht, weil sein Freund einfach: „Ah, du bist mein Freund und natürlich helfe ich dir.“ Vielleicht aus einem anderen Grund, aber er bekommt, was er braucht.
[5:07] Selbst wenn dieser Freund nicht aus Freundschaft handelt, wird dennoch Hilfe gegeben. Wie viel mehr bei Gott, der dieses Problem des Freundes nicht hat. Gott ist nie müde. Gott hat sich nie in seine Kammer gelegt. Gott hat nicht Angst, dass, wenn er jetzt hilft, die Kinder aufwachen oder so. All das, was dem Freund Mühe macht, all das, was ihn hindert, jetzt mit Freuden aufzustehen und zu helfen, all das gilt für Gott nicht. Das heißt, dieses Gleichnis soll nicht sagen, bei Gott ist es in jedem Detail genauso wie hier, sondern es macht diesen Punkt: Wenn sogar ein Freund trotz seiner Schwierigkeiten hilft, wie viel mehr unser wahrer Freund im Himmel, der all diese Schwierigkeiten nicht hat und der niemals den Eindruck hat, dass es gerade nicht passt. Wenn sogar der hilft, wie viel mehr der – das ist der Punkt. Und wir sehen, dass Jesus diesen Punkt dann später auch noch in Lukas 18 – da werden wir dann später irgendwann mal zu kommen – diesen gleichen Punkt macht, wo er deutlich sagt, dass wenn sogar der ungerechte Richter am Ende der Witwe hilft, weil sie einfach so unablässig weiterbittet, obwohl er selbst Gott nicht fürchtet und keinen Menschen achtet, wie viel mehr wird Gott dann denen gerne helfen, die beständig zu ihm rufen. Das können wir lesen in Lukas 18, dort Vers 6 bis 8. Und der Herr sprach: „Hört, was der ungerechte Richter sagt.“ Mit anderen Worten: Schaut mal, wenn sogar der Richter der Ungerechtigkeit, wenn der so handelt, einfach nur, weil er genervt ist, wie viel mehr? Es heißt hier in Vers 7: „Gott, aber Gott ist nicht wie der ungerechte Richter, aber er hilft auch, und zwar aus einer viel besseren Motivation. Wir dürfen also viel sicherer sein, dass Gott hilft, wenn wir sehen, dass sogar ein ungerechter Richter am Ende hilft. Gott aber, wird er nicht seinen Auserwählten Recht schaffen, die Tag und Nacht zu ihm rufen, wenn er auch lange zuwartet mit ihnen.“ Da werden wir uns dann ausführlich mit beschäftigen, wenn wir hier bei diesem Gleichnis angekommen sind, in wahrscheinlich einigen Monaten. Vers 8: „Ich sage euch, er wird ihnen schnell Recht schaffen. Doch wenn der Sohn des Menschen kommt, wird er nicht – Verzeihung – wird er auch den Glauben finden auf Erden?“ Der Punkt also sowohl dort als auch hier ist: Jesus kontrastiert eine menschliche Bitte mit der Bitte zu Gott und macht deutlich: Wenn sogar unter schwierigen Umständen Menschen bereit sind, uns das zu geben, was wir brauchen, obwohl sie vielleicht gar nicht wollen oder sich nicht so richtig danach fühlen – wie viel mehr Gott, der all diese Probleme nicht hat, der auch uns immer helfen möchte.
[8:00] Das Wort „Unverschämtheit“ ist eigentlich interessant. Das ist vielleicht gar nicht so die allerbeste Übersetzung, die man hier wählen könnte. Obwohl es passt eigentlich schon ganz gut. Manche übersetzen es auch, oder das Wort bedeutet auch „Frechheit“. Das ist jetzt eigentlich auch nicht so passend. Am besten finde ich, passt hier eigentlich die Nuance „Schamlosigkeit“.
[8:30] Der Gedanke ist – ich weiß nicht, ob wahrscheinlich kennst du das auch, lieber Freund, liebe Freundin. Manchmal traut man sich nicht, jemanden etwas zu fragen, weil man ihm keine Mühe machen möchte. Kennst du das? Man bräuchte etwas und man denkt sich: „Ah, den kann ich jetzt nicht fragen.“ Man möchte, man muss jemand anrufen, denkt sich: „Ah, ist schon 22:30 Uhr, da kann ich nicht mehr anrufen. Ja, das schäme ich mich jetzt.“ Man braucht etwas und sagt: „Ah, der hat jetzt gerade zu tun mit seinen Kindern. Da frage ich jetzt lieber nicht.“ Der Gedanke hier ist, dass der Bittsteller genau das nicht hat. Er überlegt sich nicht: „Ah, ich bräuchte das, aber na, das ist schon zu spät jetzt. Bitte ich lieber nicht.“ Er sagt nicht: „Ah, die Kinder sind wahrscheinlich schon in der Kammer, die wachen wieder auf, das kann ich jetzt nicht. Ah, dann müssen wir halt heute fasten.“ Er lässt sich von diesen Überlegungen, dass hier Schwierigkeiten entstehen könnten, nicht abhalten. Er bittet in dem Fall, er bittet trotzdem schamlos, sozusagen. Er schämt sich nicht zu bitten. Das hat jetzt keine so moralisch negative Bedeutung in diesem Kontext. Ist also nicht der Schamlose im Sinne, wie wir heute sagen: „Jemand ist ein Schamloser, weil er alles raubt und gierig ist oder unverschämt, weil er frech ist.“ Das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist: Er fragt trotzdem, obwohl er weiß, dass es Schwierigkeiten bereiten könnte. Er lässt sich sozusagen gedanklich nicht davon abbringen. Und Jesus sagt: Das ist der Grund. Dieser Freund wird ihm geben, was er braucht, auch wenn es nicht aus Freundschaft ist, sondern einfach nur, weil er trotzdem gefragt hat.
[10:11] Ganz ähnlich in Lukas 18: Die Witwe bittet immer weiter. Sie lässt sich nicht abwimmeln. Sie lässt sich nicht abbringen durch die Idee, vielleicht zu sagen: „Ja, dieser Richter, der hat mich jetzt so oft abgewimmelt, der hat so oft meinen Fall nicht angehört, der hat mich so oft verachtet, das bringt nichts.“ Sie bittet immer weiter. Einer der entscheidenden Gedanken beim Gebet ist, dass wir bitten, egal wie die Umstände sind, dass wir uns nicht einreden lassen: „Jetzt bringt es gerade nichts“ oder „jetzt ist es eh egal.“ Dass wir uns nicht entmutigen lassen, dass wir auch nicht denken: „Ah, das ist jetzt unangemessen.“ Wir dürfen immer zu Gott kommen, auch um Mitternacht, egal wie die Umstände sind.
[11:03] Der Bittsteller schämt sich nicht zu fragen, und das bewirkt, dass er das Erbetene erhält.
[11:24] 1. Mose 32. Ich denke, wir kennen die Geschichte. 1. Mose 32, Vers 26. Jakob ringt mit einem Mann, von dem wir dann später erfahren, dass es Jesus Christus selbst ist, bis die Morgenröte anbrach. Vers 26: „Und als dieser sah, dass er ihn nicht bezwingen konnte, da rührte er sein Hüftgelenk an, sodass Jakobs Hüftgelenk verrenkt wurde beim Ringen mit ihm.“ Und der Mann sprach: „Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an.“ Jakob sprach: „Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich.“ Jakob hätte denken können, als er versteht, dass er hier mit Gott kämpft, der hätte sagen können: „Ja, aber Gott ist wahrscheinlich gerade nicht in dem Modus, mich segnen zu wollen. Er hat mich ja sogar verletzt. Gott wird mich bestimmt jetzt nicht segnen. Er hat doch gerade gesagt, dass er mich verlassen möchte. Er möchte gehen.“ Und trotzdem bittet Jakob und sagt: „Obwohl du mich verletzt hast und obwohl du die ganze Nacht mit mir gekämpft hast und obwohl du sagst: ‚Lass mich gehen‘, bitte ich dich trotzdem. Ich schäme mich nicht, dich zu bitten, mich zu segnen.“
[12:38] Kann es sein, dass wir manchmal Gott um Segen deswegen nicht bitten, weil wir uns aufgrund der Umstände, aufgrund der Dinge, die wir gerade so erlebt haben, selbst einreden, dass Gott uns jetzt nicht segnen möchte? „Vielleicht später, vielleicht in zehn Jahren, vielleicht in fünf Monaten, vielleicht in drei Tagen, aber jetzt nichts.“ Jakob hätte sagen können: „Na ja, ich lasse jetzt Jesus erst mal gehen. Vielleicht wird er mich dann morgen segnen, vielleicht kann ich ihn ja in drei Tagen noch mal bitten.“ Jakob brauchte jetzt den Segen, denn Esau war im Anmarsch. Es war tief in der Nacht, so wie bei diesem Mann. Tief in der Nacht.
[13:22] Er brauchte jetzt den Segen und nicht erst in drei Wochen. Lieber Freund, liebe Freundin, egal was du erlebt hast, egal wie es dir gerade geht, du brauchst jetzt den Segen. Und wenn der Satan dir einredet: „Bitte darum, wenn du dich besser fühlst, bitte darum, wenn du dich erst mit deinen Mitmenschen wieder versöhnt hast, bitte erst um den Segen, wenn sich etwas geändert hat, wenn du ein positives Wort von Gott gehört hast“, dann sage ich dir: Nein, bitte jetzt, ganz egal, wie die Situation ist.
[13:58] Es gibt Bedingungen, mit denen wir – wir werden gleich noch ein paar Bedingungen studieren und anschauen – und es gibt Bedingungen für das erhörte Gebet, aber eine der entscheidenden Bedingungen ist, dass wir bitten, egal wie die Umstände sind. Denn wer nicht bittet, weil er denkt: „Später wäre eine bessere Zeit“, der kann es nicht erhalten.
[14:26] Matthäus 15, Vers 22: „Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus jener Gegend, rief ihn an und sprach: ‚Erbarme dich über mich, Herr, du Sohn Davids, meine Tochter ist schlimm besessen.‘“ Er beantwortete ihr nicht ein Wort. Scheinbar hat Jesus keine Zeit. Scheinbar hat er kein Interesse. Scheinbar hat er Wichtiges zu tun. Man könnte entmutigt sein. Man könnte sich denken: „Es ist gerade nicht gelegen“ oder „vielleicht komme ich in drei Wochen noch mal wieder.“ Da traten seine Jünger herzu, baten ihn und sprachen: „Fertige sie ab, denn sie schreit uns nach.“ Er antwortete und sprach: „Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.“ Jesus scheint nicht helfen zu wollen. Aber diese Frau schämt sich nicht, trotzdem zu fragen. Da kam sie viel vor ihm nieder und sprach: „Herr, hilf mir!“ Vers 26: „Er antwortete und sprach: ‚Es ist nicht recht, dass man das Brot der Kinder nimmt und es den Hunden vorwirft.‘“ Mehrmals wird sie scheinbar abgewiesen, aber sie schämt sich nicht, weiter zu fragen. Sie bittet ihn trotzdem.
[15:30] Sie aber sprach: „Ja, Herr.“ „Und doch essen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen.“ Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: „Oh Frau, dein Glaube ist groß!“ Sie ist eine Illustration dieser Gebetslektion.
[15:55] Sie hat in Anführungsstrichen schamlos, ohne sich zu schämen, immer weiter Jesus um den Segen gebeten.
[16:18] Lieber Freund, liebe Freundin, wenn wir zu Gott kommen, kommen wir zu einem Freund, der uns immer helfen möchte, ganz egal, wie wir die Situation einschätzen. Und wenn es für uns eine Notsituation ist und wenn wir den Eindruck haben, vielleicht passt es gerade nicht, werden wir trotzdem Gottes Ohr erreichen, wenn wir bitten, ohne uns darüber Gedanken zu machen, wie das jetzt ankommen könnte.
[16:52] Gott, der Vater, möchte uns noch viel lieber helfen als sein Freund, der in einer unangenehmen Situation vielleicht dann, na ja, uns hilft, aber ohne große Begeisterung, einfach nur damit es jetzt schnell geschieht.
[17:25] Kolosser 4, Vers 12. Ein wunderschönes Beispiel für jemanden, der ein großes Gebetsanliegen gehabt hat. „Es grüßt euch Epaphras, der einer der Euren ist, ein Knecht Christi, der alle Zeit in den Gebeten für euch kämpft, damit ihr feststeht, vollkommen und zur Fülle gebracht in allem, was der Wille Gottes ist.“ Hier bittet jemand für andere. So wie der Mann in unserem Gleichnis zu seinem Freund geht und sagt: „Du, ein anderer Freund von mir, der braucht gerade was. Ich habe es nicht, aber du hast es. Bitte gib mir, damit ich ihm geben kann.“
[18:04] So bittet Epaphras bei seinem Freund Gott für seine Freunde in der Gemeinde, damit sie gesegnet werden. Lieber Freund, liebe Freundin, beten wir für unsere Gemeinden. Sind wir wie Epaphras, der alle Zeit in den Gebeten für die Gemeinde kämpft? Paulus sagt ja auch, dass er einen großen Kampf hat für die Gemeinde in Laodizea und in Kolossä. Das sagt er in Kolosser 2, gleich am Anfang, in Vers 1. Und das Ziel der Gebete von Epaphras ist, damit die Gläubigen feststehen, dass sie vollkommen sind und zur Fülle gebracht in allem, was der Wille Gottes ist. Wie oft beten wir für die Nöte unserer Geschwister? Wie oft beten wir, dass die Gemeinde Gottes vollkommen wird, feststeht in allem, was der Wille Gottes ist, zur Fülle gebracht? Dürfen wir das beten? Epaphras hat das gebetet. Und wenn wir denken: „Aber ja, jetzt passt gerade nicht und kann ich für die Gemeinde überhaupt beten? Das ist Gott nicht vielleicht...“ Wir dürfen beten und werden erhört, weil wir beten, auch wenn vielleicht die Umstände suggerieren, dass es nicht viel bringen könnte.
[19:42] ...ist und wir uns nicht abwimmeln lassen. Und Jesus macht ganz deutlich: Wenn schon ein Freund gibt, einfach nur weil die Bitte so ohne Scham ausgesprochen ist, wie viel mehr wird Gott uns geben?
[20:06] Lukas Kapitel 11, Vers 9: Jesus zieht die Schlussfolgerung, und die ist erstaunlich. Er sagt in Vers 9: „Und ich sage euch: Bittet, so wird euch gegeben. Sucht, so werdet ihr finden. Klopft an, so wird euch aufgetan.“ Er sagt nicht: „Bittet, so wird euch vielleicht gegeben.“ Er sagt nicht: „Sucht und möglicherweise werdet ihr finden. Klopft an und unter bestimmten Umständen wird euch aufgetan.“ Nein, wenn wir so beten, wie Gott es uns gezeigt hat – ein wichtiger Punkt. Wir können nicht einfach beten, wie wir wollen, sondern wir müssen tatsächlich nach den Prinzipien beten, die Gott uns zeigt. Und wir werden dazu noch mehr zu sagen haben. Aber wenn wir so beten, wie Jesus uns zeigt, dann dürfen wir wissen: Wir werden empfangen.
[20:59] Uns wird aufgetan. Wir werden finden. Vers 9 zeigt uns ganz deutlich: Hier gibt es ein Gebot, das gleichzeitig eine Verheißung ist. Denn Jesus sagt: „Ich sage euch: Bittet.“ Das ist ein Imperativ, das ist eine Aufforderung, ist ein Gebot. Er sagt: „Bittet.“ Er sagt: „Sucht.“ Er sagt: „Klopft an.“ Wir haben einen Imperativ, eine Aufforderung: Mach das. Aber wir haben auch eine Verheißung: Wenn du das tust, dann wirst du finden, es wird dir aufgetan werden, dir wird gegeben werden. Wenn wir das Gebot Jesu befolgen, haben wir die Verheißung. Und das ist ein entscheidender Punkt. Die Erfüllung der Verheißung hängt an dem Gebot: Suche, klopfe, bitte.
[22:02] Diesen Satz: „Bittet, so wird euch gegeben. Sucht, so werdet ihr finden. Klopft an, so wird euch aufgetan“, hat Jesus hier nicht zum ersten Mal gesagt. Auch dieser Satz, genauso wie das Vaterunser, stammt aus der Bergpredigt. Und dort in Matthäus Kapitel 7, Vers 7 und 8, finden wir diesen Gedanken: „Bittet, so wird euch gegeben. Sucht, so werdet ihr finden. Klopft an, so wird euch aufgetan. Denn jeder, der bittet, empfängt. Und wer sucht, der findet. Und wem anklopft, dem wird aufgetan.“ Jesus macht sogar ganz deutlich: Das ist nicht nur ein Prinzip, das meistens funktioniert, sondern ein Prinzip, das immer funktioniert. Bei jedem Menschen. Es spielt keine Rolle, ob ich sehr lange in der Gemeinde bin oder ganz frisch, ob ich alt oder jung bin, intelligent oder anders begabt. Jeder Mensch, der ernsthaft, aufrichtig, ehrlich bittet, wird empfangen. Jeder, der wirklich sucht, wird finden. Jesus hat das so ausgedrückt in Jeremia 29, Vers 12 und 13, sagt: „Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und zu mir flehen, und ich will euch erhören, ja, ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir verlangen werdet.“ Hier geht es nicht um formale Gebete, die man einfach abhakt und sagt: „Jetzt muss ich jetzt mal beten“, sondern wenn es mein Herzenswunsch ist. Das zeigt sich daran, dass ich bitte, egal wie die Umstände sind. Wir werden das nächste Mal – die Zeit reicht heute nicht – uns eine Reihe von Bibeltexten noch anschauen, die dieses Gebot und diese Verheißung illustrieren, die uns im Alten und dem Neuen Testament zeigen, welche Bedingungen es dort gibt, welche Verheißungen wir haben, was dieses Gebot alles umfasst. Wir wollen das noch besser verstehen. Das werden wir beim nächsten Mal uns dann in die Tiefe anschauen. Aber so viel können wir heute schon sagen: Es ist, wenn wir von ganzem Herzen bitten, wenn wir es wirklich so meinen, wenn es wirklich unser Herzensanliegen ist, dann werden wir immer Gott finden. Es gibt überhaupt niemanden, der von ganzem Herzen bittet, der nicht erhört wird.
[24:17] niemanden, der von ganzem Herzen aufrichtig Gott gesucht hat und nicht gefunden hat. Wenn wir aufrichtig uns nach Gott ausstrecken, werden wir ihn finden. Wenn wir ihn aufrichtig bitten, werden wir erhört. Vielleicht ist die Erhörung anders, als wir gedacht haben. Das mag sein. Das werden wir das nächste Mal ausführlicher studieren, aber wir bekommen immer das, was wir wirklich brauchen, damit wir es auch dann unserem anderen Freund, der von der Reise gekommen ist, geben können.
[24:49] Nächste Woche wollen wir uns anschauen, wie dieses Gebot „Bittet, und es wird euch gegeben“ sich in unserem Leben praktisch zeigt. Wollen heute für uns mitnehmen, dass wenn wir Gott bitten, wir uns nicht Gedanken machen müssen, ob es ihm gerade passt oder nicht, wir nicht Gedanken machen müssen, ob er gerade vielleicht anderweitig beschäftigt ist. Wir dürfen wissen, Gott hat nicht diese Begrenzung, nicht diese Hindernisse, nicht diese Einstellung, die ein Freund haben kann, wenn die Situation gerade ungelegen ist.
[25:19] Gott hat das nicht. Wann immer wir zu Gott kommen, werden wir immer jemanden finden, der auf dem Thron der Gnade sitzt, der uns gerne hilft.
[25:28] Wir schließen mit Hebräer, Kapitel 4 und dort in Vers 14 bis 16: „Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise wie wir, doch ohne Sünde. So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade.“
[26:00] Das ist Freimütigkeit: Wenn ich zu Jesus komme, wie ich bin, und um den Segen bitte, egal was gerade passiert ist, wenn ich darum bitte, ihn finden zu dürfen, wenn ich darum bitte, mit ihm Gemeinschaft haben, ihn festhalten zu dürfen, egal was vorher schiefgelaufen ist, Jesus wird niemanden wegstoßen, der so aufrichtig Hilfe suchend zu ihm kommt.
[26:35] So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe.
[26:46] Vielleicht mag ein Freund denken: „Ich würde dir gerne Brot geben, aber erst morgen früh.“ Aber Gott denkt nie so. Er wird niemals das, was wichtig für uns ist, vor uns zurückhalten. Vielleicht gibt es bestimmte Segnungen, die er uns nicht gleich geben kann, weil er weiß, wir würden sie nicht richtig gebrauchen. Es wäre zu unserem Schaden. Gott gibt das Beste für uns, aber alles, was er weiß, das für uns gut ist, das gibt er uns so schnell, wie es nur irgendwie möglich ist.
[27:13] Lieber Freund, liebe Freundin, wenn wir beten, reden wir zu jemandem, der uns helfen will und helfen kann. Glaubst du das heute? Dass wir zu jemandem reden, der uns helfen will und helfen kann? Wollen wir ihm dafür danke sagen?
[27:39] Lasst uns noch am Ende gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir heute verstanden haben, dass egal was passiert ist und egal wie unsere Empfindungen sind und die Umstände, wir immer zu dir kommen können mit einem aufrichtigen Gebet und dass du uns, wenn wir es ehrlich meinen, niemals wegstößt. Herr, lehre uns, dass wir so beten, dass wir nicht einfach nur die theologischen Gedanken des Vaters kennen, sondern dass wir sie dann vor dich bringen, wenn unsere Emotionen, die Umstände, Erfahrungen uns sagen wollen, dass es jetzt nichts bringt, dass wir gerade dann dich bitten, weil wir gelernt und verstanden haben, dass du uns immer helfen möchtest.
[28:41] Lass uns so werden wie Jakob, der festgehalten hat, wie die kanaanäische Frau, die einfach weitergebetet hat. Hab Dank dafür, dass wir wissen dürfen, dass wenn wir dich suchen, du dich immer finden lässt. Hab Dank dafür von ganzem Herzen und gib, dass wir diesen Gedanken unserem Herzen bewahren und immer tiefer verstehen im Namen Jesu. Amen.
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