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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge der Serie „Der Ersehnte“ vertieft Christopher Kramp Jesu Lehre über das Gebet aus Lukas 11. Er beleuchtet rhetorische Fragen Jesu, die die Güte irdischer Väter mit der unermesslichen Liebe Gottes vergleichen. Der Sprecher betont, dass Gott, der uns sogar seinen Sohn gab, uns erst recht alles Gute schenken möchte, insbesondere den Heiligen Geist. Die Botschaft ermutigt dazu, mit größerem Glauben und höherer Erwartung zu beten.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:33] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte" hier auf www.joelmedia.de. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Wir sind dabei, die Worte von Jesus in Lukas 11 über das Gebet zu studieren. Wir haben die Wiederholung des Vaterunsers uns sehr genau angeschaut und in den letzten beiden Folgen über diese Illustration nachgedacht, die Jesus im Anschluss seinen Jüngern gesagt hat, über den Mann, der bei einem Freund Brot erbittet, weil ein anderer Freund ihn besucht hat, und haben das letzte Mal über diese wichtigen Verse nachgedacht, die auch eine Wiederholung aus der Bergpredigt gewesen sind: "Bittet, so wird euch gegeben" und so weiter und so fort. Wir wollen heute diesen Abschnitt abschließen. Es gibt noch einige Verse, die wir uns anschauen wollen, die uns noch einmal ganz besonders zeigen sollen und wollen, wie wichtig das Gebet ist und was Gott uns alles schenken möchte. Denn Gott muss nicht überredet werden, uns zu segnen.

[1:42] Das werden wir heute ganz deutlich sehen. Und es gibt nichts Besseres, was wir tun können, als bevor wir darüber sprechen, tatsächlich Gott zu bitten, dass er uns segnet, weil er gesagt hat: "Bittet, so wird euch gegeben." Und wenn es dir möglich ist, lieber Freund, liebe Freundin, dann lade ich dich ein, dass wir gemeinsam zu einem Anfangsgebet
[2:10] niederknien. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns lieb hast und danke, dass du das Beste für uns willst. Manchmal sehen wir das nicht immer gleich, manchmal kommen Zweifel auf. Aber Herr, heute wollen wir uns erneut daran erinnern, was dein Wort sagt und was du uns schon so oft gezeigt hast in unserem Leben, dass du das Beste für uns möchtest. Wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, wenn wir jetzt dein Wort lesen, dass dein Heiliger Geist nach deiner Verheißung unsere Herzen erfüllt. Du hast gesagt: "Bittet, so wird euch gegeben." Und Herr, wir bitten, weil wir es so dringend brauchen. Wir brauchen den Heiligen Geist, denn ohne ihn können wir dein Wort nicht verstehen. Ohne ihn können wir nicht verstehen, was diese Worte für uns persönlich im Alltag bedeuten. Wir möchten dich bitten, dass du unser Lehrer bist, dass wir alles, was störend ist, alle falschen Gedanken, alles, was uns sonst ablenken könnte, dass du es beiseite nimmst, dass wir zu deinen Füßen sitzen dürfen und die Worte des Lebens empfangen von dir. Das bitten wir in deinem Namen, Herr Jesus, und danken dafür, dass du dieses Gebet erhörst in deinem Namen.

[3:31] Amen. Wir sind in Lukas Kapitel 11 und wir haben zuletzt in Vers 9 gelesen, dass Jesus diesen Punkt ganz deutlich gemacht hat: "Und ich sage euch: Bittet, so wird euch gegeben. Sucht, so werdet ihr finden. Klopft an, so wird euch aufgetan." Und um es nochmal zu unterstreichen, zu bekräftigen, wiederholt er in Vers 10: "Denn jeder, der bittet, empfängt. Da gibt's keine Ausnahme. Und wer sucht, der findet, und wer anklopft, dem wird aufgetan."

[4:03] Und um diese Punkte noch mehr zu verdeutlichen, um diesen Gedanken, dass wir zu Gott kommen dürfen, ja, sollen, dass er uns gerne das gibt, was wir über die Maßen brauchen, fügt Jesus ein paar Fragen an. Wir lesen Lukas 11 und dort Vers 11. Dort geht unser Studium heute weiter. Jesus fragt: "Welcher Vater unter euch wird seinem Sohn einen Stein geben, wenn er ihn um Brot bittet? Und wenn er ihn um einen Fisch bittet, gibt er ihm statt des Fisches eine Schlange?"

[4:39] Wie nennt man solche Fragen, die Jesus hier stellt? Es sind rhetorische Fragen. Es sind Fragen, die quasi illustrieren sollen, dass das ja eigentlich gar nicht vorkommt, wo die Antwort schon klar ist. Und das ist nicht das erste Mal in der Bibel, dass Jesus oder Gott dieses Stilmittel der rhetorischen Frage benutzt. Denken wir zum Beispiel an die berühmte Frage in Jesaja Kapitel 49. In Jesaja 49 und dort Vers 14 und 15. Zion sprach: "Der Herr hat mich verlassen und der Herrscher hat mich vergessen." Jetzt kommt die Frage: "Kann auch eine Frau ihr Kindlein vergessen, dass sie sich nicht erbarmt über ihren leiblichen Sohn?" Eine rhetorische Frage.

[5:28] Die Antwort ist eigentlich nein. Aber da es in dieser sündenkranken Welt sogar dafür noch Ausnahmen gibt, fügt Gott noch hinzu: "Selbst wenn sie ihn vergessen sollte, ich will dich nicht vergessen", weil jede rhetorische Frage, jede Illustration ihre Grenzen hat natürlich, aber sie trotzdem diesen Vorteil haben, dass sie uns das, was Gott uns sagen möchte, lebensnah und anschaulich illustrieren. In der Regel wird deine Mutter ihr Kind nie vergessen. Es weiß, es gibt Rabenmütter, es gibt schlimme Fälle, aber eigentlich wissen wir, eine Mutter liebt ihr Kind über alles und Gott sagt, noch mehr liebe ich dich. Und auf eine ähnliche Weise

[6:03] verwendet Jesus jetzt, ähm, Gott im Fleisch, dieses rhetorische Mittel, diese rhetorische Frage, sagt: "Welcher Vater unter euch wird seinem Sohn einen Stein geben, wenn er ihn um Brot bittet?" Er sagt, denk doch mal so, wenn ihr ein Kind habt und das Kind kommt zu euch und euer Kind euch bittet: "Darf ich Brot haben?" Wer von euch würde dann sagen, ihm einen Stein geben und damit dem Kind schaden? Wenn wir um Segen bitten, wenn wir um Hilfe bitten, wird Gott uns absichtlich schaden wollen, wird er uns absichtlich ärgern wollen? Nein, nein, nein, nein, nein. Wir haben oft einen völlig, einen völlig falschen Eindruck von Gott.

[6:54] Hier wird deutlich: Gott tut mindestens so viel, wenn wir Jesaja 49 hinzunehmen, noch viel mehr als irdische Eltern für ihre Kinder. Dieser Vers hier ist ebenfalls eine Wiederholung aus der Bergpredigt. Wir gehen ganz kurz, wir lassen den Finger hier zu Matthäus Kapitel 7 und dort in Vers 9. Matthäus 7 und dort Vers 9. Genauso wie auch die Verse 7 und 8, die in Lukas 11 Vers 9 und 10 stehen, hatte Jesus schon in der Bergpredigt diesen Gedanken ausgedrückt. Das heißt, der hier in Vers 9: "Oder ist unter euch ein Mensch, der wenn sein Sohn ihn um Brot bittet, ihm einen Stein gibt? Vers 10: Und wenn er um einen Fisch bittet, ihm eine Schlange gibt?"

[7:45] Jesus wiederholt also diesen Gedanken erneut jetzt in diesem neuen Setting hier in Lukas 11 vor seinen Jüngern. Und wenn wir das genau anschauen und vergleichen, stellen wir fest, dass hier diese Formulierung ein klein wenig anders ist, während in Matthäus 7 es hieß: "Oder ist unter euch ein Mensch, der wenn sein Sohn ihn um Brot bittet", woraus wir schlussfolgern natürlich, dass es sich um einen Vater handelt, wird hier in Lukas 11 dieser Punkt mit dem Vater sein noch klarer betont, indem nämlich Jesus sagt: "Welcher Vater unter euch wird seinem Sohn einen Stein geben?" Es handelt sich also tatsächlich um zwei verschiedene Ereignisse. Einmal die Bergpredigt und dann viele, viele Monate später hier in Lukas 11. Jesus hat wie jeder Prediger, der ja der Predigt Gedanken auch wiederholt, die er schon in anderen Predigten gesagt hat. Manchmal bis wörtlich. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Es gibt also keinen Anlass jetzt da irgendwie zu spekulieren, wer jetzt da Matthäus oder Lukas recht hätte und wie das alles dann zusammengeschrieben. Nein, Jesus hat solche Sachen mehrmals gesagt. Ganz offensichtlich. Haben wir schon an anderer Stelle öfter

[8:59] betont. Jeder weiß, wie Väter normalerweise behandeln. Und wir können hier vielleicht gedanklich hinzufügen, wie in Jesaja 49: Selbst wenn ein Vater mal tatsächlich so ein schlimmer Rabenvater ist, dass er so etwas tun würde, normalerweise würde ein Vater das nie tun. Interessant, und das

[9:12] möchte ich nur am Rande hier kurz zum Nachdenken weitergeben. Es heißt hier: "Welcher Vater unter euch?" Könnte es sein, dass wir hier einen indirekten Hinweis darauf haben, dass einige der Apostel, der Jünger, nicht nur verheiratet waren? Wir wissen zumindest von Petrus, dass er schon zu diesem Zeitpunkt verheiratet war. Wir wissen später auch aus dem Korintherbrief des Apostel Paulus, dass es auch die anderen Apostel verheiratet waren. Und es ist ja an sich erstmal auch gar nicht abwegig dann auch anzunehmen, dass sie auch Kinder gehabt haben. Und obwohl wir das meistens nicht so uns vorstellen, könnte das durchaus hier ein Hinweis sein, dass zumindest einige von ihnen auch Kinder hatten und deswegen auch wussten, wovon Jesus spricht: "Welcher Vater unter euch?"

[10:05] Wie wir gesehen haben, war Jesus ja mit seinen Jüngern hier wohl relativ alleine, wie wir in Vers 1 gesehen haben: "Und es begab sich, dass er an einem Ort im Gebet war. Und als er aufhörte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte." Möglicherweise war die Gruppe hier größer als die zwölf Apostel. Vielleicht waren noch andere Jünger im weiteren Kreis dabei, aber der entscheidende Punkt hier ist, Jesus spricht zu Menschen, die das aus Erfahrung wissen.

[10:38] Welcher Vater unter euch würde so was tun? Niemand, der sein Kind auch nur ein wenig liebt, würde eine Schlange einem Kind geben, das eigentlich nur einen Fisch essen wollte.

[10:53] Wie viel weniger wird Gott uns schlechte Dinge geben, wenn wir um etwas Wichtiges, Gutes bitten? Das ist der Gedanke, den Jesus hier bekräftigen möchte. Und weil er ihn so sehr betonen möchte, macht er jetzt etwas, was er in Matthäus 7 nicht gemacht hat. In Matthäus 7 werden diese zwei rhetorischen Fragen gestellt. In Lukas 11 kommt eine dritte hinzu, die wir in der Bergpredigt nicht hatten. Vers 12 sagt nämlich: "Oder auch, wenn er um ein Ei bittet, wird er ihm einen Skorpion geben." Der Gedanke ist natürlich noch

[11:25] einmal derselbe, nur noch mal mit anderen Worten, mit einem anderen Beispiel illustriert. Es ist dreimal derselbe Gedanke, und während in der Bergpredigt zweimal ausgedrückt wird, wird er hier dreimal ausgedrückt, um deutlich zu machen: Jesus möchte diesen Punkt wirklich richtig betonen. So wie auch in Vers 9 und 10, dass durch Wiederholung, den Gedanken dreimal gesagt und dann noch mal dreimal wiederholt, diesen Punkt ganz deutlich in uns hinein sprechen möchte, dass wir endlich glauben: Gott möchte uns Gutes geben und er wird es uns geben. Vers 9 und 10 bestätigen, dass wenn wir aufrichtig bitten, wir empfangen werden. Und Vers 11 und 12 bestätigt, dass Gottes größter Wunsch es ist, uns zu segnen, so wie ein Vater gerne seinem Kind etwas Gutes geben möchte.

[12:21] Wenn mein kleiner Titus mit seinen drei Jahren so mit seiner Flasche angewatschelt kommt und sagt, ich soll ihm seine Flasche geben. Oder wenn er zum Schrank geht und auf das Gefäß zeigt, wo das Brot drin ist und der so macht, dann kann ich als Vater nur eine Sache tun. Ich kann ihm das, ich möchte ihm das geben, was er braucht und was er sich jetzt wünscht: Essen, Trinken. Und ich glaube, jeder, der selbst Vater oder Mutter ist, der weiß, das ist doch selbstverständlich. Warum nehmen wir das oft nicht für selbstverständlich? Oder besser gesagt, warum gehen wir nicht selbstverständlich davon aus, dass Gott uns das Beste geben möchte? Warum hinterfragen wir das so oft?

[13:24] Lukas 11 und dort Vers 13 bringt Jesus diesen Punkt jetzt nach Hause. Er sagt in Vers 13: "Wenn nun ihr, die ihr böse seid." Und auch hier haben wir wie in Jesaja 49 diesen Gedanken, dass die Eltern quasi eine Illustration sind, aber das steht nicht auf derselben Stufe wie Gott. Gott ist noch eine viel höhere Stufe. Er ist noch viel besser als die Eltern.

[13:50] "Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr?" Und das ist genau der Gedanke, wie viel mehr, wie Jesaja 49: Wenn sogar eine Mutter in der Regel ihr Kind nicht vergessen wird, wie viel mehr Gott, wie viel mehr wird er euch niemals vergessen. "Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten." Auch dieser

[14:18] Satz findet sich fast gleich, aber nur fast, das werden wir gleich sehen, in Matthäus 7 und dort in Vers 11. Matthäus 7, Vers 11: "Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten."

[14:44] Selbst sündige Menschen lieben ihre Kinder und möchten das Beste für sie.

[14:52] Selbst sündige Menschen wissen, dass man einem bittenden Kind das Brot braucht, nicht einen Stein gibt. Wie viel mehr unser Vater im Himmel, von dem wir schon in Vers 2 gelesen haben, dass wir ihn so ansprechen dürfen: "Unser Vater, der du bist im Himmel."

[15:18] "Ihr böse seid." Nur ganz kurz, was meint Jesus damit? In 1. Mose 8 und dort Vers 21, da sagt Gott und heißt es hier in 1. Mose 8, Vers 21: "Und der Herr roch den lieblichen Geruch und der Herr sprach in seinem Herzen: Ich will künftig den Erdboden nicht mehr verfluchen um des Menschen willen, obwohl das Trachten des menschlichen Herzens böse ist von seiner Jugend an. Will ich künftig nicht mehr alles Lebendige schlagen, wie ich es getan habe." Von Jugend an

[15:58] verderbt. In Johannes 3 und dort Vers 5 und 6 lesen wir: Jesus antwortete: "Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch. Was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist." Von Geburt an sind wir fleischlich.

[16:31] Das menschliche Herz ist von Jugend an verderbt, sagt 1. Mose 8. Jesus sagt hier in Johannes 3, wir sind von Geburt an fleischlich. Was bedeutet in Römer 7 und dort Vers 18? Dort sagt Paulus: "Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht." Wenn Jesus sagt: "Die ihr böse seid", will er nicht damit sagen, dass in dem Moment seine Jünger die Liebe zu ihm aufgekündigt hätten. Er will damit sagen, im menschlichen Herzen ohne den Heiligen Geist, da ist nichts Gutes.

[17:18] Fleischliche Menschen, selbst fleischliche Menschen, Menschen, die Gott nicht kennen, sind in der Regel zu ihren Kindern gut.

[17:30] Weil das Gott so tief in uns hineingelegt hat, dass wir für unsere Kinder sorgen wollen, dass selbst Menschen, die Gott ablehnen und gegen ihn rebellieren, doch in aller Regel, wenn sie nicht völlig gestört sind, ihren Kindern Gutes tun wollen. Ich glaube, das ist ein Punkt, den Jesus hier machen möchte: Wenn das schon bei denen ist, die fleischlich sind und die böse sind, wenn das schon in uns drin ist, noch bevor wir eine Bekehrung erlebt haben, wie viel mehr können wir davon ausgehen, dass Gott so denkt, bei dem nichts Fleischliches ist.

[18:11] Denn die Erziehung, die Gott uns gibt, ist weitaus besser als die Erziehung unserer Eltern. Paulus macht den Punkt in Hebräer Kapitel 12 und dort Vers 9 und 10: "Zudem hatten wir unsere leiblichen Väter als Erzieher und scheuten uns vor ihnen, sollten wir uns da nicht viel mehr dem Vater der Geister unterwerfen und leben? Denn jene" (also Vater der Geister, besser müssen wir übersetzen: dem geistlichen Vater). "Wir hatten zwar leibliche Väter, ja, wir sind vom Fleisch gezeugt als fleischliche Menschen, aber wir haben auch einen Vater im Himmel, einen geistlichen Vater." Vers 10: "Denn jene haben uns für

[18:49] wenige Tage gezüchtigt, so wie es ihnen richtig schien. Er aber zu unserem Besten." Eltern, sogar fleischliche Eltern wollen etwas Gutes für ihr Kind, so wie es ihnen richtig erscheint. Aber sie sind nicht vollkommen. Sie machen Fehler. Gott will das Beste für uns. "Er aber zu unserem Besten, damit wir seiner Heiligkeit teilhaftig werden." Gott erzieht uns so. Gottes Wunsch, sein Erziehungsziel ist, damit wir so heilig, damit wir an seiner Heiligkeit Anteil haben. Dahin und alles, was dazu notwendig ist, wird Gott uns geben. Wenn wir also bitten um Sündenvergebung, wenn wir bitten um Buße und Reue, wenn wir bitten um ein reines Herz, wenn wir bitten um Kraft für den Alltag, wenn wir bitten darum, seinen Willen zu erkennen und zu tun, dann wird uns Gott das geben, weil das sein Ziel ist mit uns. Er will uns heiligen.

[19:47] Diesen Gedanken, dass Gott uns Gutes geben möchte, den hatte Jesus in der Bergpredigt bereits früher deutlich ausgedrückt. In Matthäus 6 und dort Vers 30 stellt er diese ebenfalls eine rhetorische Frage: "Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen?" Wenn Gott sogar für die Fauna und Flora sorgt und Gutes den Tieren und Pflanzen gibt, wie viel mehr wird er Gutes für die Menschen geben wollen.

[20:24] Ähnlicher Gedanke in Römer Kapitel, oder noch weiterer Gedanke in Römer 5 und dort Vers 9 und 10. Römer 5, Vers 9 und 10: "Wie viel mehr nun werden wir, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt worden sind, durch ihn vor dem Zorn errettet werden? Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, wie viel mehr werden wir als Versöhnte gerettet werden durch sein Leben?" Paulus macht folgendes. Er sagt:

[20:48] "Wenn er sogar bereit ist, seinen Sohn zu geben, als wir noch Sünder waren, als wir noch nichts von ihm wissen wollten, als wir gegen ihn rebelliert haben, als er bereit ist, uns das Beste zu geben, was er hatte damals, wie viel mehr wird er jetzt, da wir Jesus angenommen haben, jetzt wo wir im Glauben sind, jetzt wo wir ihn kennenlernen wollen, wie viel mehr wird er uns jetzt alles geben, was wir brauchen? Warum glauben wir, dass Gott sündigen Menschen seinen Sohn gibt?"

[21:15] Das heißt, er hat ihn nicht ausgeliehen, er hat ihn gegeben. "Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab." Wenn Gott seinen Sohn gab für Menschen, die ihn nicht kannten, wie viel wird er geben für Menschen, die ihn kennenlernen wollen und die ihn kennengelernt haben? Lieber Freund, liebe Freundin, ich glaube, wir beten mit zu wenig Erwartung.

[21:39] Wir beten, aber wir haben, glaube ich, diese Gedanken nicht bis ins Letzte wirklich durchdacht, dass Gott uns, die wir die Erlösung annehmen, die wir Jesus nachfolgen, dass er uns mindestens genauso viel geben möchte. "Wie viel mehr", sagt der Paulus, "wie viel mehr werden wir als Versöhnte gerettet werden durch sein Leben", wenn Jesus für uns gestorben ist? Was meinst du, kann Gott für uns tun, dadurch, dass Jesus jetzt im himmlischen Heiligtum lebt und seinen Geist uns geben möchte? Ist uns bewusst, wie sehr und wie viel Gutes Gott uns geben möchte?

[22:23] Ist uns bewusst, wie sehr sich Gott wünscht, mir Gutes zu tun und dir Gutes zu tun, aber wir müssen es ihm glauben, denn nur durch den Glauben lebt der Gerechte. Durch den Glauben wird es unser. Ähnlicher Gedanke wie der in Römer 5, und in Römer Kapitel 8, Vers 32. Paulus sagt: "Er, Gott der Vater, er der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat", haben wir gerade gesehen. "Er ist sogar für Sünder und Rebellen und Feinde gestorben. Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat." Jetzt kommt wieder die rhetorische Frage: "Wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken?" Gibt es irgendwie? Also können wir uns ernsthaft vorstellen, dass Gott im Himmel, unser Vater, der bereit ist, selbst als wir

[23:13] Vater, der bereit ist, selbst als wir noch Sünder waren und nichts von ihm wissen wollten, alles zu geben in seinem Sohn, dass, wenn wir seinen Sohn angenommen haben und jetzt mit Jesus durch den Alltag gehen und ein Problem haben und eine Not haben und eine Sorge haben, dass wir jetzt zu Gott kommen und sagen: "Herr, wir brauchen dich," können wir uns vorstellen, dass Gott sagt: "Ja, also, als ihr Sünder wart, hätte ich euch meinen Sohn gegeben, aber jetzt möchte ich nicht das Beste geben." Können wir uns vorstellen, dass Gott sagt: "Ja, ne, aber das ist mir jetzt doch zu teuer. Das werde ich jetzt vielleicht nicht machen. Das wäre jetzt zu viel."

[23:46] Paulus stellt die rhetorische Frage: Wenn er seinen eigenen Sohn gegeben hat, gibt es irgendetwas, was er zurückhalten würde, was gut für uns ist? Irgendetwas, wo er sagt: "Ah, das behalte ich lieber für mich." Nein, nein, nein, ihr Lieben. Nein, nein, nein. Er gibt uns alles, was gut für uns ist, alles, was uns hilft, dass wir an seiner Heiligkeit teilhaftig werden.

[24:15] Und das bringt uns zu dem einen entscheidenden Unterschied, also nicht inhaltlich, aber sprachlich, den wir zwischen der Bergpredigtfassung und Lukas 11 finden. Wir lesen noch mal Matthäus 7 und dort Vers 11, wie Jesus es damals in der Bergpredigt ausgedrückt hatte. Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten. Also hätten wir allgemein die Formulierung "Gutes", aber in Lukas 11 wird das spezifiziert. Das wird jetzt genauer erklärt, was das eigentlich meint. Was ist das Gute, das Gott uns geben möchte?

[25:00] Lesen wir noch einmal Lukas 11, Vers 13. Dort heißt es, Jesus sagt: "Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten." Das Gute, was wir brauchen, ist nicht der Ferrari, den sich vielleicht mancher wünscht. Das Gute, was wir brauchen, ist der Heilige Geist.

[25:36] So wie Kinder etwas zu essen brauchen, ein Brot, ein Fisch, ein Ei, damit sie wachsen und groß werden und gesund sind. So brauchen Gottes Kinder den Heiligen Geist, damit sie geistlich wachsen und geistlich erwachsen werden und geistlich gesund sind. Und Gott, der Vater, der seinen Sohn gegeben hat, ist genauso bereit, seinen Heiligen Geist zu geben. So bereitwillig, wie Gott der Vater Jesus gegeben hat, so bereitwillig gibt er den Heiligen Geist allen, die darum bitten. So wie jeder, der um Sündenvergebung bittet, das Kreuz von Jesus für sich in Anspruch nehmen darf, so darf jeder, der um den Heiligen Geist bittet, wissen und in Anspruch nehmen, dass Gott ihn erhört.

[26:42] Gott möchte uns gerne mit dem Heiligen Geist erfüllen.

[26:50] Schauen wir uns ein paar Verse an, die darüber sprechen, dass Gott uns gerne seinen Heiligen Geist geben möchte. Wir schauen zu Sprüche Kapitel 1, Vers 23. Wir lesen vielleicht ab Vers 20. Die Weisheit ruft draußen laut. Öffentlich lässt sie ihre Stimme hören. Auf den Plätzen, im ärgsten Straßenlärm, schreit sie. An den Pforten der Stadttore hält sie ihre Reden. Wie lange wollt ihr Unverständigen den Unverstand lieben und ihr Spötter Lust am Spotten haben und ihr Toren Erkenntnis hassen?

[27:31] Das Evangelium von Jesus Christus ruft mitten in den Alltag, mitten in den Trubel, das Getümmel unserer Welt, mitten, wenn alles um uns herum laut und chaotisch ist, ruft Gottes Stimme zu uns und bittet uns umzukehren. Vers 23: "Kehrt um zu meiner Zurechtweisung."

[27:53] Und dann heißt es in Vers 23: "Siehe, ich will euch meinen Geist hervorströmen lassen. Ich will euch meine Worte verkünden." Wenn wir umkehren, wenn wir auf die Stimme Gottes hören und bitten, dann gibt er uns gerne den Heiligen Geist, und dann hören wir auch auf Gottes Wort. Dann werden wir Gottes Wort verstehen, denn der Heilige Geist ist der Autor der Bibel. So macht es uns der 2. Petrus ganz deutlich.

[28:32] Kapitel 1 und dort Vers 21: "Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht, sondern vom Heiligen Geist getrieben, haben die heiligen Menschen Gottes geredet." Und deswegen können wir die Bibel nicht verstehen ohne den Heiligen Geist.

[28:45] Und deswegen gibt es so viel Unsinn in der akademischen Theologie, weil Menschen einfach das Buch Bibel aufschlagen und nicht um den Heiligen Geist bitten.

[29:01] Und deswegen ohne Erkenntnis, ohne Gottes Führung einfach Buchstaben lesen, versuchen zu interpretieren. Wir brauchen den Heiligen Geist, und Gott ist bereit, jedem, egal ob klein oder groß, erfahren oder ganz frisch im Glauben, jedem den Heiligen Geist zu geben, um die Worte Gottes zu verstehen.

[29:23] So wie ein Kind nicht nur ein Brot braucht in seinen 18 Jahren, bis es erwachsen ist oder 20 Jahren, je nachdem, wo dann die Erwachsenengrenze ist in der Kultur, sondern jeden Tag Brot braucht, immer wieder ein Fisch, ein Ei oder was immer die Kinder dann essen sollen, so brauchen wir beständig den Heiligen Geist. So brauchen wir die Taufe mit dem Heiligen Geist Tag für Tag, und wir werden wachsen. So wie ein Kind wächst, das immer wieder isst und isst und isst und wächst und heranwächst und stärker wird und klüger wird. So werden wir das Wort Gottes immer besser verstehen. Wir werden nicht alles auf einmal verstehen, sondern so wie ein Kind wächst, weil Eltern ihm immer wieder und immer wieder regelmäßig das Gute geben, dass es braucht und dass es bittet. So wachsen wir im Glauben, wenn wir regelmäßig um den Heiligen Geist bitten, damit wir die Dinge immer besser verstehen, wenn wir vor jeder Predigt beten, vor jedem Bibelstudium, vor jedem Hauskreis, vor jeder persönlichen Andacht und sagen: "Herr, bitte öffne mir die Augen für die Wunder in deinem Gesetz. Erfülle mich mit deinem Heiligen Geist, damit ich verstehe, was du sagen wolltest, was hier die Botschaft dieser Worte sind."

[30:36] So werden wir uns immer mehr von diesem Wort ernähren. Jesus sagt in Matthäus 4, Vers 4: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein." Sein Zitat aus 5. Mose: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht." Gott gibt uns gerne den Heiligen Geist.

[30:55] Jesaja, Kapitel 44, Vers 3 und 4. Dort heißt es: "Denn ich werde Wasser auf das Durstige gießen und Ströme auf das Dürre. Ich werde meinen Geist auf deinen Samen ausgießen und meinen Segen auf deine Sprösslinge." Und sie sollen hervorsprossen zwischen dem Gras wie Weiden an den Wasserbächen.

[31:27] Fühlst du dich geistlich durstig? Hast du das Gefühl, dass du innerlich, emotional, geistig, geistlich vertrocknest?

[31:34] Stell dir vor, da ist so ein trockenes Land, und da kommt das Wasser, das dieses trockene Land erfrischt: Ströme, nicht ein bisschen Tröpfeln hier und Tröpfeln da, sondern Ströme von Wasser, die das Land befeuchten und tränken, sodass die Pflanzen wachsen können. So ist es, wenn Gott seinen Heiligen Geist ausgießt. Wenn Gott seinen Geist ausgießt, dann haben wir nicht so ein klein bisschen Verbesserung hier, sondern wir fühlen uns erfrischt, gestärkt, getränkt. Er sagt: "Ich werde meinen Geist auf deinen Samen ausgießen, meinen Segen auf deine Sprösslinge." Mit anderen Worten: Es soll wachsen. Da gibt es echtes Wachstum, wo der Geist ist. Die Gabe des Heiligen Geistes ist wie frisches Wasser auf durstigem Land.

[32:30] Und lieber Freund, liebe Freundin, wenn du dich heute geistlich durstig fühlst, dann warte nicht darauf, dass du das Problem irgendwie löst, sondern bitte Gott, dass er heute jetzt – zur Not mach das Video aus, stopp es hier – und bitte Gott auf deinen Knien, dass er heute hier jetzt dir den Heiligen Geist schenkt. Verlass dich nicht darauf, dass du vielleicht vor drei Wochen oder sieben Monaten ihn gehabt hast. Wir brauchen diese Erfrischung täglich. Bitte Gott, dass er dein geistliches Leben tränkt mit dem Heiligen Geist.

[33:15] Was bewirkt der Heilige Geist, wenn er an unser Herz kommt? Hesekiel 36, eine wunderbare, schöne Stelle. Hesekiel 36. Wir lesen ab Vers 24. Hesekiel 36 ab Vers 24. Gott sagt: "Denn ich will euch aus den Heidenvölkern herausholen und aus allen Ländern sammeln und euch wieder in euer Land bringen." Gott sagt: "Ich will euch wiederherstellen." Vers 25: "Und ich will reines Wasser über euch sprengen, und ihr werdet rein sein. Von aller eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen, und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen. Ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben." Ja, er betont es: "Ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmungen befolgt und tut." Wenn der Heilige Geist in unser Leben kommt, dann verstehen wir nicht nur das Wort Gottes besser, dann fühlen wir uns nicht nur geistlich erfrischt, sondern Gott bewirkt durch seinen Geist, dass wir Gottes Gebote halten können, dass wir sie halten, weil der Heilige Geist Gottes Gebote in unser Herz schreibt. Nicht auf steinernen Tafeln, sondern auf fleischernen Tafeln des Herzens, wie es in 2. Korinther 3 deutlich gesagt wird. Gott bewirkt in uns das, was er sich gerne wünscht.

[34:44] Dann sind die zehn Gebote nicht mehr Regeln, die ich versuche aus eigener Kraft fleischlich irgendwie einzuhalten und immer wieder scheitere. Und das Gefühl, "aber die zehn Gebote sind viel zu schwer". Dann kann ich sagen, wenn der Geist in meinem Leben ist, wie Johannes es ausdrückte in 1. Johannes Kapitel 5 und dort Vers 3: "Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten und seine Gebote sind nicht schwer." Das kann nur jemand sagen, der vom Heiligen Geist erfüllt ist. Das ist nicht die Anstrengung eines Menschen, das ist nicht jemand, der sich ganz besonders fromm versucht hat anzustrengen, sondern das ist jemand, der den Heiligen Geist erbeten hat und weil Gott es versprochen hat, ihn auch empfangen hat, der Heilige Geist in ihm wirken darf.

[35:31] Lieber Freund, liebe Freundin, alles – und ich meine das ganz genauso, wie ich es sage – alles, was wir brauchen, um ein Leben zu leben, das vor Gott wohlgefällig ist. Alles, was wir brauchen, um durch die Endzeit sicher hindurchzugehen. Alles, was wir brauchen, um so zu leben, dass wir auf jeden Fall sicher erlöst sind, auf der neuen Erde sein werden. Alles, was wir dazu brauchen, schenkt uns Gott durch seinen Heiligen Geist. Wir müssen nur darum bitten.

[36:01] Woher weiß ich, dass es alles ein Geschenk ist? So sagt es Petrus in 2. Petrus Kapitel 1, Vers 3 und 4. Dort heißt es nämlich: "Da seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und zum Wandel in Gottesfurcht dient." Also alles, was wir brauchen, um gottesfürchtig zu leben, um gottesfürchtig durch den Alltag zu gehen, wird uns alles durch göttliche Kraft geschenkt. Und zwar wodurch? Durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat. Durch die Erkenntnis Jesu, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend, durch welche er uns die überaus großen und kostbaren Verheißungen gegeben hat, die versprechen, damit ihr durch dieselbe göttliche Natur teilhaftig werdet. So ein köstliches, so ein kostbares, wichtiges Versprechen ist: "Bittet, so wird euch gegeben. Sucht, und ihr werdet finden. Klopft an, und es wird euch aufgetan werden." Das sind diese Versprechen, von denen der Petrus hier sagt, diese Verheißung, wenn wir sie einfach in Anspruch nehmen, wenn wir sie nehmen und glauben, dann werden wir durch sie, durch dieselbe göttliche Natur teilhaftig, weil der Heilige Geist in unserem Herzen wirken kann. Nachdem ihr dem Verderben entflohen seid, das durch die Begierde in der Welt herrscht.

[37:36] Ja, der Heilige Geist schenkt uns alles. Gott schenkt uns alles. Den Heiligen Geist kann er unser Herz umprogrammieren, wenn wir ihn darum bitten. Und deswegen sagt Jesus, er betont es: "Bittet, so wird euch gegeben." Denn wenn schon Eltern ihren Kindern gute Gaben geben wollen, wie viel mehr möchte Gott uns den Heiligen Geist geben?

[38:04] Unbedingt möchte er uns den Heiligen Geist geben.

[38:07] Joel Kapitel 3, Vers 1. Der Heilige Geist soll nicht nur auf einzelne hier und da ausgegossen werden, sondern Joel hat eine unglaublich schöne und große und faszinierende Vision in Joel Kapitel 3 und dort Vers 1. "Und nach diesem wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgieße über alles Fleisch und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Ältesten werden Träume haben, eure jungen Männer werden Gesichte sehen. Und auch über die Knechte und über die Mägde will ich in jenen Tagen meinen Geist ausgießen." Wenn Gott seinen Geist ausgießt, fragt er nicht, welches Geschlecht hast du? Er fragt nicht, ob du Mann oder Frau bist. Er fragt nicht, wie lange du in der Gemeinde bist. Er fragt nicht, wie alt du bist. Für den Heiligen Geist gibt es keine verschiedenen Klassen von Menschen. Jeder Mensch kann den Heiligen Geist in Fülle haben, wenn Gott ausgießt. Er fragt nicht, was du geleistet hast. Er fragt nicht, wie lange du in der Gemeinde bist. Er fragt nicht, wie viel Lebenserfahrung du hast oder welche Abschlüsse du da hast. Er fragt einfach nur: Möchtest du und brauchst du? Und wenn du sagst: "Ja, ich brauche und ich möchte", dann bekommst du.

[39:18] Lieber Freund, liebe Freundin, brauchst du den Heiligen Geist? Möchtest du den Heiligen Geist? Dann bekommst du den Heiligen Geist. Der Heilige Geist erklärt dir Gottes Wort. Glaube nicht denjenigen, die vom Heiligen Geist reden, aber Gottes Wort vernachlässigen. Das ist nicht der Heilige Geist, das ist Fanatismus. Der Heilige Geist macht dein geistliches Leben frisch. Ich glaube nicht denen, die vom Heiligen Geist reden, aber selbst trocken wie die Hügel von Gilboa sind. Das ist Fanatismus. Der Heilige Geist bewirkt Gehorsam in unserem Herzen. Glaube denen nicht, die da sagen: "Na, der Heilige Geist, der bewirkt in uns, dass wir die zehn Gebote nicht unbedingt beachten müssen, weil wir vom Geist erfüllt sind." Nein, nein, nein. Das ist alles Fanatismus und Schwärmerei. Das hat nichts mit dem Heiligen Geist zu tun.

[40:11] Den wahren Heiligen Geist erkennst du daran, dass er Gottes Wort erklärt, dass er unser geistliches Leben erfrischt, dass er in uns Gehorsam bewirkt aus Liebe zu Gott. Denn wenn der Heilige Geist in unser Herz kommt, dann verstehen wir Gottes Liebe zum ersten Mal richtig oder anders gesagt, der Heilige Geist bringt die Liebe Gottes in unsere Herzen. So sagt es der Römer – sollten wir es besser formulieren – in Römer 5 und dort Vers 5: "Die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist." Der Heilige Geist sagt uns nicht nur, dass Gott uns lieb hat. Der Heilige Geist gießt die Liebe Gottes in unsere Herzen. Es macht einen Unterschied, ob ich überzeugt bin, dass Gott mich lieb hat oder ob ich die Liebe Gottes in meinem Herzen habe. Es ist ein Unterschied, ob ich glaube, dass die zehn Gebote gut und gerecht sind oder ob ich die zehn Gebote in meinem Herzen habe. Es ist ein Unterschied, ob ich glaube, dass Jesus Christus der Erlöser der Welt ist oder ob ich Jesus Christus in meinem Herzen habe. Der Heilige Geist bringt die Dinge, von denen wir vielleicht sonst auch theologisch-theoretisch überzeugt sind. Er bringt sie in unser Herz hinein, und deswegen brauchen wir ihn so dringend, weil eine theoretische Erkenntnis über das Leben Jesu und über den – eine theologische, ein theologisches Verständnis vom Kreuzestod und vom Erlösungsplan – reicht uns nicht aus, wenn der Heilige Geist diese Dinge nicht in unser Herz hineinbringt. Der Heilige Geist, der Gottes Liebe in unser Herz hineinbringt und dort wirkt Gottes Liebe und schreibt sein Gesetz in unser Herz und bewirkt, dass wir Gottes Charakter immer mehr widerspiegeln, dass so wie Gott uns geliebt hat, wir auch andere lieben, weil Gott auch sie liebt.

[42:25] Der Heilige Geist soll auf die ganze Gemeinde fallen.

[42:35] Ich möchte schließen in Johannes Kapitel 4. Johannes Kapitel 4 und dort Vers 10. Ich glaube, manchmal wissen wir gar nicht, was alles zur Verfügung stünde. Wir gehen durch das Leben, wir gehen vielleicht sogar zur Gemeinde. Wir sitzen vielleicht sogar im Gottesdienst und beten, machen vielleicht sogar unsere Andacht und wissen gar nicht, was uns alles entgeht.

[43:08] Johannes 4, Vers 10. Jesus antwortete und sprach zu ihr, zu der Frau am Jakobsbrunnen: "Wenn du die Gabe Gottes erkennen würdest – mit anderen Worten, wenn du wüsstest, was Gott dir gerne geben möchte, wenn du wüsstest, was Gott dir geben kann, wenn du wüsstest, was da vorbereitet ist, was du in Anspruch nehmen darfst – wenn du das wüsstest..." Wenn du die Gabe Gottes erkennen würdest und wer der ist, der zu dir spricht: "Gib mir zu trinken." Wenn wir Jesus richtig kennen, so sagt er jetzt: "So würdest du ihn bitten, und er gäbe dir lebendiges Wasser." Er sagt: "Der Grund, warum du nicht darum bittest, ist, weil du gar nicht weißt, was es gibt und weil du nicht weißt, wer ich bin."

[44:01] Lieber Freund, liebe Freundin, kann es sein, dass wir deswegen nicht so viel um den Heiligen Geist bitten, weil uns gar nicht bewusst ist, was Gott uns alles schenken kann und weil uns gar nicht bewusst ist, wer Jesus eigentlich wirklich für uns ist? Denn Jesus sagt, wenn wir uns das bewusst machen würden, wenn wir wüssten, was Gott uns geben möchte und wenn wir wüssten, wer Jesus für uns ist, dann würden wir ihn bitten. Und wenn wir bitten – wir kennen schon die Geschichte, wir kennen schon das Prinzip: Wer betet, der empfängt. Wer anklopft, dem wird aufgetan. Wer sucht, der wird finden. Und deswegen möchte Satan uns davon abhalten zu verstehen, wer Jesus ist und abhalten davon zu verstehen, was Gott uns alles tun möchte, für uns tun möchte. Und deswegen möchte er immer, dass wir versuchen, auf uns selbst zu schauen und versuchen, selbst etwas zu erreichen und selbst uns irgendwie. Er möchte nicht, dass wir verstehen, was Gott alles für uns tun kann.

[44:57] Wenn du die Gabe Gottes erkennen würdest, sagt er, und wer der ist, der zu dir spricht, so würdest du ihn bitten. Jesus sagt: "Gib mir zu trinken." Man sagt eigentlich: Wenn du verstehen würdest, was hier wirklich gerade vor sich geht, du würdest bitten, und er gäbe dir lebendiges Wasser. Unser Studium heute hat, so glaube ich, zumindest ansatzweise gezeigt, was Gott bereit ist, uns zu geben. Und wir sehen, was Gott bereit ist, für uns zu tun. Sollen wir nicht dann sagen: "Herr, das brauche ich." Ich brauche deinen Heiligen Geist, deinen guten Geist, damit ich dein Wort richtig verstehe. Ich brauche deinen Geist, damit mein Leben geistlich erfrischt wird. Ich brauche deinen Heiligen Geist, damit du dein Gesetz in mein Herz schreibst, damit ich gehorsam sein kann, was ich alleine aus eigener Kraft nie sein könnte.

[46:02] Lebendiges Wasser. Johannes 7, drei Kapitel weiter. Wir finden Jesus noch einmal, der hier ein ähnliches oder das gleiche Bild aufgreift mit ähnlichen Worten in Johannes 7 und dort Vers 37. Ab Vers 37 heißt es: "Aber am letzten, dem großen Tag des Festes, stand Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet – erinnern wir uns an das durstige Land, trockene Land – wenn jemand dürstet, der komme zu mir und..."

[46:30] "Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke." Und es ist nicht interessant, dass in Lukas 11 Jesus seinen Jüngern sagt: "Bittet euren himmlischen Vater, euer himmlischer Vater wird es geben." Aber hier sagt er auch: "Wer zu mir, wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke, denn Jesus und der Vater sind eins." Vers 38: "Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen." Jetzt kommt Vers 39, die Erklärung. Johannes erklärt, was damit gemeint ist. "Das sagt er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, welche an ihn glauben. Denn der Heilige Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war." Wer bekommt den Heiligen Geist? Die, die an Jesus glauben.

[47:17] Und wir haben heute gelernt in Lukas 11, die, die darum bitten, die Jesus so sehr glauben, dass sie auch diesen Verheißungen glauben. Wenn Jesus sagt: "Bittet, so wird euch gegeben." Denn so wie ein Vater seinem Kind Brot, Fisch und Ei gibt, so ist unser himmlischer Vater bereit, den Heiligen Geist uns zu geben. Wenn wir ihm das glauben, werden wir es erhalten. Und zwar nicht im kleinen Maß, nicht so ein bisschen, sondern so sehr, dass es überfließt. Das sehen wir bei der Frau in Johannes 4. Sie empfing Gottes, das floss, es fing gleich an zu fließen. Sie musste nicht erst fünf Jahre ein Studium absolvieren, damit es ein bisschen jetzt anfängt zu fließen. Sobald sie Jesus als ihren Erlöser annahm, begann es zu fließen und sie musste unbedingt anderen erzählen.

[48:06] Lieber Freund, liebe Freundin, möchtest du den Heiligen Geist in deinem Leben haben?

[48:23] In Offenbarung 21 Vers 6, letzter Vers Offenbarung 21 und dort Vers 6. Und er sprach zu mir: "Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden geben aus dem Quell des Wassers, des Lebens umsonst." Lieber Freund, liebe Freundin, du musst nichts bezahlen. Du musst nicht irgendwelche Qualifikationen vorweisen. Du kannst kommen, wie du bist, bitten, beten. Und er gibt, er gibt gerne. Er wartet darauf, dir endlich geben zu dürfen. Warte nicht länger. Bitte ihn jetzt gleich.

[49:09] Lasst uns ihn bitten, dass er in meinem und in deinem Leben uns die Fülle des Heiligen Geistes heute gibt. Und lass uns dieses Gebet nicht vernachlässigen, sondern täglich das Gute bekommen, das, was das Beste für uns ist, den Heiligen Geist, mit dem alle anderen Verheißungen, alle anderen Segnungen, die Liebe Gottes, der Gehorsam, das Verständnis seines Wortes, das Teilhaftigwerden der Natur Gottes, die Heiligung – all das mitkommt, weil der Heilige Geist all das in uns bewirkt. Wollen wir ihn jetzt darum bitten?

[49:54] Lieber Vater im Himmel, du hast gesagt: "Bittet, so wird euch gegeben." Und Herr, wir möchten bitten, dass du unser geistliches Leben erfrischst mit deinem Heiligen Geist, dass wir deine Liebe nicht nur theologisch-theoretisch verstehen, sondern dass sie durch den Geist in unser Herz gegossen wird, dass wir dein Wort nicht nur routinemäßig lesen, sondern dass dein Geist, dein Wort uns erklärt, dass wir nicht mehr versuchen, uns abzustrampeln, um Gebote zu halten, sondern dass dein Heiliger Geist in uns den Gehorsam bewirkt, den du dir wünschst. Dass die Liebe, die in unser Herz gegossen wird, den anderen höher schätzt, als wir uns selbst. Herr, wir brauchen so dringend den Heiligen Geist für jeden Aspekt unseres Alltags. Und darum bitten wir dich und danken dir, dass wir wissen dürfen, dass das einzige Argument, das zählt, unser Bedürfnis ist und du uns gerne gibst. Danke, dass du uns schon so oft und so viel mit deinem Heiligen Geist ausgestattet hast und gib, dass wir das niemals vernachlässigen, sondern ab heute Tag für Tag darum bitten, dass du uns mit dem Heiligen Geist erfüllst, sodass wir im Glauben wachsen bis zum vollkommenen Tag, bis zur vollen Mannesreife. Das bitten wir im Namen Jesu. Ja.


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