In dieser Folge von „Der Ersehnte“ setzt Christopher Kramp die Betrachtung von Jesu Rede in Lukas 11 fort. Er beleuchtet weitere Wehe-Rufe Jesu an die Pharisäer und Schriftgelehrten, die deren Stolz und Heuchelei entlarven. Insbesondere wird die Metapher der „unkenntlich gewordenen Gräber“ analysiert, die vor dem unheiligen Einfluss falscher Lehren warnt. Die Episode betont die Notwendigkeit von Demut und wahrer Herzensfrömmigkeit im Gegensatz zu äußerlicher Religiosität.
Der Ersehnte: 254. „wie die unkenntlich gewordenen Gräber“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, JesusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Der Ersehnte
„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
Weitere Aufnahmen
Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[0:33] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte" hier auf www.joelmedia.de. Schön, dass ihr wieder dabei seid und eingeschaltet habt zu einer weiteren Folge, in der wir das Leben, das Wirken, den Charakter und die Worte unseres Erlösers Jesus Christus genauer unter die Lupe nehmen wollen, um besser zu verstehen, wer er ist, wie er ist und was er alles für uns ist.
[0:58] Wir haben in der letzten Folge begonnen, eine besondere Rede von ihm in Lukas 11 genauer anzuschauen, und da wollen wir heute weitermachen. Bevor wir aber dort hineinsteigen, möchten wir wie immer mit einem Gebet beginnen und laden auch dich dazu ein, wenn es dir möglich ist, lieber Freund, liebe Freundin, dass wir dazu alle gemeinsam niederknien.
[1:26] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du uns immer zu dir ziehst und dass, wenn wir unsere Augen nur öffnen, wir sehen, dass du deine Hand ausgestreckt hast, Herr. Wir möchten dir danke sagen für all das Gute und Schöne, was du uns schenkst und dass du uns auch durch jede Prüfung hindurch begleiten möchtest. Wir möchten dich jetzt bitten, dass die Worte, die wir lesen, uns von deinem Heiligen Geist so erklärt werden, wie du es dir wünschst. Wir möchten Schüler sein zu deinen Füßen und möchten verstehen, wie du bist. Herr, erfüll uns mit deinem Heiligen Geist und gib, dass wir tiefen, echten Glauben an dich und dein Wort entwickeln und dass wir daran wachsen und sprich du jetzt zu uns. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[2:33] Wir sind in Lukas Kapitel 11 und haben das letzte Mal gesehen, wie Jesus zu einer Mahlzeit von einem Pharisäer eingeladen worden ist, wohl zum späten Frühstück, das gegen die frühe Mittagszeit eingenommen worden ist. Jesus hat diese Einladung des Pharisäers angenommen, aber jener Pharisäer hat sich verwundert, als er sah, dass Jesus sich nicht die Hände gewaschen hatte vor dem Essen.
[3:04] Und Jesus nimmt diesen Punkt zum Anlass, um – und das haben wir das letzte Mal studiert – sozusagen mit trauriger, liebevoller Stimme sehr deutliche Worte an die Pharisäer zu richten, die zwar äußerlich darauf bedacht sind, alles richtig zu machen, aber innerlich voller Sünde waren. Und er hat sie aufgefordert, darüber nachzudenken, dass es ja nicht ausreicht, nur äußerlich eine Religion zu praktizieren, wenn doch Gott, der das Äußere gemacht hat, auch in das Innere hineinschaut und auch das Innere gemacht hat. So hat er sie aufgefordert, dass sie aus dem Inneren, von ganzem Herzen, das geben, was gut ist, was Gott ihnen schenken möchte.
[4:07] Er hat darauf hingewiesen, dass, obwohl sie zwar korrekterweise – damit haben wir letztes Mal aufgehört – Minze und Raute verzehnten, sie doch die wichtigeren Dinge, das Recht und die Liebe Gottes, die entscheidenden Dinge des Evangeliums vernachlässigt, umgangen, ignoriert haben, sodass auch das richtige Zehntengeben letztlich ohne Wert war. Alle äußerliche Religion hat nur dann einen Wert, wenn sie von Herzen kommt. Das ist die tiefe Lektion, die schon im Buch 5. Mose angesprochen wird.
[4:50] Also in 5. Mose Kapitel 6, wo Mose dem Volk sagte in Vers 4 und 5: "Höre Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft."
[5:08] An dieser Stelle geht es in Lukas 11 ab Vers 43 weiter. Ein weiterer Wehe-Ruf von Jesus. Es heißt hier: "Wehe euch Pharisäern, dass ihr den ersten Sitz in den Synagogen und die Begrüßungen auf den Märkten liebt."
[5:30] Jesus tadelt hier den Stolz der Pharisäer. Die Pharisäer glaubten, dass, wenn sie äußerlich die richtigen Regeln einhalten, die richtigen Rituale durchführen, wenn sie äußerlich rein sind und wenn sie den Zehnten gegeben haben und all die Äußerlichkeiten vollbracht haben, dass sie dann ein Anrecht darauf haben, sich besonders hoch zu positionieren, dass sie ein Anrecht haben auf die besten Plätze und auf besondere Aufmerksamkeit.
[6:05] Aber Hochmut und Stolz sind kein Kennzeichen wahrer Religion. Hochmut und Stolz, so sagt schon das Alte Testament, sind die Vorstufe zum Ruin. In Sprüche Kapitel 16, Vers 18, da heißt es: "Stolz kommt vor dem Zusammenbruch und Hochmut kommt vor dem Fall."
[6:33] Was die Bibel hier zeigt, ist, dass Stolz eine Folge hat, nämlich den Ruin. Und diese Folge ist nicht eine willkürliche Rechtssprechung Gottes, dass er jetzt eine Strafe sich ausgedacht hat. Diese Verbindung von Stolz und Ruin ist eine logische Folge, die wir durch die gesamte Geschichte hindurch verfolgen können.
[7:01] Es begann mit Luzifer, der stolz wurde, der sich selbst erhöht hat. Wir lesen in Hesekiel Kapitel 28 und dort in Vers 17: "Dein Herz hat sich überhoben wegen deiner Schönheit. Dein Herz hat sich überhoben. Du hast deine Weisheit um deines Glanzes willen verderbt. So habe ich dich auf die Erde geworfen und dich vor den Königen zum Schauspiel gemacht." Wegen der Schönheit hat sich sein Herz überhoben. Er wurde hochmütig, stolz, hat seine Weisheit verdorben und landet im Ruin.
[7:45] Jesaja 14 spricht über ihn und seine Gedanken. Und doch hattest du dir Vers 13 in deinem Herzen vorgenommen: "Ich will zum Himmel emporsteigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen und mich niederlassen auf den Versammlungsberg, auf dem Versammlungsberg im äußersten Norden." Er wollte den besten Platz haben. "Ich will emporfahren auf Wolkenhöhen, dem Allerhöchsten mich gleich machen." Er wollte Anbetung haben. Das sehen wir dann später in Matthäus Kapitel 4, als der Satan Jesus auffordert, ihn anzubeten.
[8:29] Wenn also Jesus die Pharisäer dafür tadelt, dass sie stolz sind, dass sie die besten Plätze haben wollen, dass sie das Lob und die Anerkennung suchen, dann tadelt er sie deswegen, weil er bemerkt, was sie nicht sehen. Er bemerkt, dass sie auf dem Weg Luzifers, der zu Satan wurde, sind. Genau die gleichen Eigenschaften, die der Satan im Himmel zeigte und die zu seinem Fall führten, zeigen sich bei den Pharisäern. Und weil Jesus sie vor dem Ruin bewahren möchte,
[9:19] wir Menschen sehen in der Regel nicht den Ruin. Wir sehen nur den Stolz und wir sehen dann die Warnung und wir fragen uns, ist die Warnung in ihrer Schärfe und in ihrer Deutlichkeit gerechtfertigt? Aber Gott sieht nicht nur den Stolz, er sieht auch den Ruin, wohin der Stolz hinführt, und deswegen warnt er vor dem Stolz.
[9:41] Die Wehe-Rufe von Jesus sind keine Temperamentsausbrüche. Die sind nicht einfach ein, dass er sich mal vergessen hat oder übertrieben hätte, sondern sie sind eine deutliche und klare Warnung, damit die Pharisäer nicht auf dem Weg des Ruins weitergehen.
[10:04] Wir sind ja hier in Lukas 11 wenige Wochen vor der Kreuzigung. Jesus weiß ganz genau, was kommt, und er weiß auch, wer die treibenden Kräfte sein werden auf dem Weg zum Kreuz. Die treibenden Kräfte, die ihn ans Kreuz bringen werden. Er weiß, dass der Stolz der Pharisäer zu ihrem geistlichen Ruin führen wird und schließlich sogar zu ihrem wirtschaftlichen, nationalen Ruin.
[10:31] Wo immer Menschen sich erheben, kann der Ruin nicht lange warten. Wir denken an Nebukadnezar, der voller Stolz war über seine Leistung und dann sieben Jahre lang vom Thron gestoßen wurde. Bei ihm war noch Hoffnung und er konnte wiederhergestellt werden. Aber wir sehen hier, wie gefährlich Stolz ist.
[10:55] Im Evangelium werden wir nicht nur aufgefordert, uns nicht zu erhöhen, sondern sozusagen als sicheres Gegenmittel das Gegenteil zu tun. Philipper Kapitel 2, Vers 3: "Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst."
[12:03] In deinem Hauskreis, deiner Familie, kannst du die anderen höher achten als dich selbst?
[12:14] Ist nicht die einzige Stelle in der Bibel, wo uns das gesagt wird. Römer 12, Vers 10 geht in eine ähnliche Richtung. In Römer 12, Vers 10, in einem Abschnitt, der vor allem das praktische Christentum im Alltag thematisiert, dort heißt es unter anderem Vers 10: "In der Bruderliebe seid herzlich gegeneinander. In der Ehrerbietung komme einer dem anderen zuvor."
[12:37] Statt zu hoffen, einen möglichst guten Platz zu bekommen, statt zu hoffen, dass sich die Aufmerksamkeit auf einen selbst richtet, wie die Pharisäer, möchte ein wahrer Christ, der vom Geist Gottes erfüllt wird, dass die Ehrerbietung einem anderen zuteil wird und nicht mehr sich selbst. Und insbesondere, dass alle Ehre Jesus gebührt.
[13:09] "Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre." Suchen wir bei der Verkündigung des Evangeliums Gottes Ehre oder unsere eigene? Das ist die Frage, die ich mir stellen muss, die wir uns alle stellen müssen, Tag für Tag. Geht es um uns oder geht es um Gott? Geht es um unser Ansehen oder die Herrlichkeit Jesu? Sollen die Menschen auf uns schauen oder auf Jesus?
[13:32] Johannes der Täufer hatte das verstanden, als er berühmterweise in Johannes Kapitel 3, Vers 30 über Jesus gesagt hat: "Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen."
[13:57] Das Problem des Stolzes war, wie wir schon gesehen haben, nicht auf die Pharisäer beschränkt. Schon der Luzifer im Himmel, der zu Satan wurde, hatte dieses Problem. Und immer wieder können wir das in der Weltgeschichte sehen. Eines der größten Probleme der Menschheit überhaupt ist der Stolz.
[14:15] Und auch die junge Christengemeinde war nicht frei von diesem Problem. In 3. Johannes Kapitel 9 lesen wir, dass sich Dinge, die Jesus bei den Pharisäern tadelte, sich jetzt auch in der Urgemeinde an verschiedenen Punkten wieder einzuschleichen drohten und eingeschlichen hatten. 3. Johannes Vers 9: "Ich habe der Gemeinde geschrieben, aber Diotrephes, der bei ihnen der Erste sein möchte, nimmt uns nicht an."
[14:44] Und wir sehen hier, dass das, was Jesus bei den Pharisäern tadelt, in der Gemeinde Gottes genauso vorkommen kann. Und wenn Jesus über eine solche Haltung ein Wehe ausruft, weil es auf dem Weg zum Ruin führt, dann spricht Jesus über diese Haltung auch in unserer Gemeinde ein Wehe aus, weil es in den Ruin führen wird.
[15:14] Wann immer du und ich, wann immer wir auf uns selbst bedacht sind, unseren eigenen Vorteil suchen, uns selbst erhöhen auf Kosten von anderen, sind wir auf dem Weg zum Ruin, und Jesus warnt uns in Liebe deutlich, um uns zu retten. Jesus will nicht mit dem Finger auf die Pharisäer zeigen. Er will sie vor dem Ruin retten. Und weil sie mit solchem Tempo auf den Ruin zurasen und weil sie sogar glauben, dass es alles richtig so ist, muss er mit einer ganz deutlichen Warnung sie davor bewahren oder ihnen zumindest das Angebot machen, dass sie bewahrt werden können.
[16:03] Lukas Kapitel 11 und dort Vers 44. Ein dritter Wehe-Ruf. Wir hatten Vers 42: "Wehe euch, ihr Pharisäer, dass ihr die Minze und die Raute und all das Gemüse verzehntet und das Recht und die Liebe Gottes umgeht. Dieses sollte man tun und jenes nicht lassen." Vers 43 hatten wir den zweiten Wehe-Ruf mit den Synagogen-Sitzen und den Begrüßungen auf den Märkten. Jetzt kommt der dritte Wehe-Ruf.
[16:29] "Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer." Diesmal werden auch die Schriftgelehrten mit eingeschlossen. Jesus sagt: "Ihr Heuchler, dass ihr wie die unkenntlich gewordenen Gräber seid, über welche die Leute dahingehen, ohne es zu wissen."
[16:49] Jesus weitet den Blick. Nicht nur die Pharisäer als Religionspartei im damaligen Judentum, sondern auch die Schriftgelehrten allgemein. Diese beiden Gruppen waren nicht deckungsgleich. Es gab Schriftgelehrte, die nicht zur Partei der Pharisäer gehörten. Natürlich gab es Pharisäer, die keine Schriftgelehrten waren. Die Schriftgelehrten waren die Theologen, und in der damaligen Zeit gab es viele Theologen, die zur Partei der Pharisäer gehörten. Das waren sozusagen die Konservativen der damaligen Zeit, die auf die Traditionen der Väter Wert legten.
[17:25] Und Jesus spricht hier die Theologen seiner Zeit an und die Pharisäer und sagt: "Ihr Heuchler, dass ihr wie die unkenntlich gewordenen Gräber seid." Nun, was hat es damit auf sich? Jesus verwendet eine Metapher, verwendet ein Bild. Gräber sollten kenntlich gemacht werden. Warum? 4. Mose 19 und dort Vers 16 sagt folgendes. 4. Mose 19 und dort Vers 16: "Auch wer auf freiem Feld einen mit dem Schwert Erschlagenen anrührt oder sonst einen Toten oder das Gebein eines Menschen oder ein Grab, der ist sieben Tage lang unrein."
[18:05] Das heißt, die Bibel sagt hier in 4. Mose 19, dass die Berührung eines Grabes unrein macht für sieben Tage. Entsprechend haben Menschen versucht, das zu vermeiden, eben keinen Toten zu berühren oder auch kein Grab. Und um nicht aus Versehen ein Grab zu berühren, hat man diese kenntlich gemacht. Man hat also gesagt, okay, hier ist ein Grab. Man hat es auf eine bestimmte Art und Weise deutlich gemacht, dass man an dieser Stelle jetzt hier nicht anfassen sollte, nicht das berühren sollte, weil dort ein Toter liegt.
[18:42] Der Gedanke ist also, wenn es dort ein Grab gibt, aber man weiß gar nicht, dass es ein Grab ist und es ist nicht kenntlich gemacht, man läuft über die Stelle, man wird unrein, ohne dass man es merkt, weil man gar nicht weiß, dass es dort ein Grab gibt.
[19:06] Und Jesus sagt über die Theologen seiner Zeit: "Ihr seid wie solche Gräber." Mit anderen Worten, der Kontakt mit euch macht unrein. Nicht in einem zeremoniellen Sinne, aber in einem geistlichen Sinne.
[19:30] Und die Leute wissen das nicht einmal. Sie denken nämlich, wenn sie zu euch kommen, empfangen sie die Worte Gottes. Sie empfangen dann die korrekte Auslegung. Sie empfangen die Interpretation, die man dem Wort Gottes geben soll. Und sie wissen gar nicht, dass, wenn sie euren Predigten zuhören, wenn sie euren Auslegungen folgen, dass sie vom Weg abkommen, dass es ein unheiliger Einfluss ist.
[19:58] Und hier müssen wir uns alle die Frage stellen: Kann es sein, dass auch wir uns manchmal auf vermeintlich gute Ausleger der Bibel stützen und gar nicht ahnen, welch schädlichen Einfluss sie auf uns haben? Und kann es uns vielleicht sogar passieren, dass wir anderen das Wort Gottes erklären und sie ein implizites Vertrauen zu uns haben und sie gar nicht merken, dass wir ihnen gar nicht die Wahrheit sagen?
[20:38] Das war eine extrem unangenehme Aussage von Jesus. Einem Theologen zu sagen, dass eine Auslegung der Bibel die Menschen letztlich unrein macht, dass sie den Menschen schadet, ist schon ziemlich schwer zu verdauen.
[21:01] Dass die Menschen das nicht einmal bemerken können, weil der Eindruck entsteht, dass sie ja eigentlich die Wahrheit sagen.
[21:13] Aber Jesus hat einen Grund, warum er so deutlich die Theologen seiner Zeit tadelt. Er weiß ja, was das Wort Gottes kann. In Johannes 17, Vers 17 sagt Jesus in dem berühmten hohepriesterlichen Gebet: "Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit."
[21:41] Das Wort Gottes ist nicht nur wahr, es hat einen heiligenden Einfluss, wenn es so gepredigt wird, wie es steht, wenn es ohne menschliche Verderbnis, ohne menschliche Zusätze und Wegnahmen einfach präsentiert wird, wie Gott es gegeben hat, hat es einen heiligenden Einfluss. Genau das Gegenteil von dem unreinen Einfluss.
[22:13] Und Jesus weiß, das Wort Gottes, wenn es so gepredigt wird und so erklärt wird, wie Gott es gegeben hat, dann verändert es unser Leben. Und weil Jesus unbedingt möchte, dass wir geheiligt werden – er sagt in Vers 19 auch: "Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit." Es ist sein Ziel, dass wir geheiligt sind, und er weiß, wir werden geheiligt durch das Wort Gottes.
[22:41] Deswegen möchte er unbedingt, dass wir das Wort Gottes verstehen, wie es wirklich ist. Und deswegen warnt Jesus jeden, der den Eindruck erweckt, die Wahrheit zu predigen und sie nicht im Herzen hat. Er warnt jeden, der den Eindruck erweckt, für Gott zu sprechen und in Wirklichkeit die Menschen auf einen falschen Weg zu führen, weil das so ist wie ein Grab, das man nicht kennt, und man denkt, man tut nichts Verkehrtes, und dann wird man unrein dadurch.
[23:22] Die Bibel hat nichts gegen Theologen. Jesus hat selbst gesagt, dass ein Schriftgelehrter, der in den Dingen des Reiches Gottes unterwiesen ist, Schätze aus der Bibel hervorheben kann. Paulus hatte über die Hälfte des Neuen Testaments geschrieben. Ein bekehrter Theologe ist eine besondere Kraft im Werk Gottes. Aber ein unbekehrter Theologe ist mit all seinem Wissen ein Fluch und kein Segen.
[23:50] Denn Menschen vertrauen ihm einfach nur aufgrund seines Abschlusses, aufgrund seiner Bildung, ohne dass Gott durch ihn wirken kann. Er ist dann so ähnlich, wie wir vorher das in Lukas 11 gesehen haben, wie ein äußerlich reines Gefäß. Er hat alles gut studiert, kennt die Sprachen, kennt den geschichtlichen Hintergrund, aber innerlich nicht geheiligt, unrein, und durch den Kontakt werden Menschen, die diesen Theologen zuhören und glauben, auch unrein, weil sie falsche Ideen über das Evangelium aufnehmen.
[24:34] Als Jesus diese Worte sagt, ist einer unter den Menschen, die dort zu Gast sind, der sich persönlich beleidigt fühlt, kann man fast sagen. Wir lesen in Lukas 11, Vers 45: "Da antwortete einer der Gesetzesgelehrten und sprach zu ihm: 'Meister, mit diesen Worten schmähst du auch uns?'"
[25:03] Nun, dieser Mann ist kein Theologe im engeren Sinne. Ob er ein Pharisäer ist, wissen wir nicht einmal. Er ist einer der Gesetzesgelehrten, und wir haben schon an anderer Stelle darüber gesprochen, dass es neben den Theologen auch eine besondere Gruppe gab, die sich mit einem Spezialgebiet der Tora auseinandersetzten, nämlich den juristischen Abschnitten. Dieser Mann war sozusagen ein Jurist. Er hat sich auch mit dem Alten Testament befasst oder mit dem, was damals quasi die Bibel war, der hebräischen Bibel, weil das Rechtsdenken des jüdischen Volkes natürlich auf den fünf Büchern Mose basierte, aber er tat es weniger aus einer theologischen Perspektive als aus einer juristischen Perspektive.
[25:48] Und wir haben schon einen solchen Gesetzesgelehrten in Lukas Kapitel 10 kennengelernt. Vielleicht erinnern wir uns daran in Lukas 10, Vers 25: "Und siehe, ein Gesetzesgelehrter trat auf, versuchte ihn und sprach: 'Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?'" Damals hatte dieser Jurist die Frage an Jesus: "Wie kann ich in das ewige Leben kommen?" Und Jesus hatte dann mit besonderem Takt ihn darauf hingewiesen, dass das schon in den Texten steht, die er studiert, nämlich im Gesetz. "Was steht im Gesetz geschrieben?", Vers 26: "Ähm, wie liest du?"
[26:24] Und dann gibt dieser Jurist sogar die richtige Antwort, nämlich: "Du sollst Gott von ganzem Herzen lieben mit deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft, mit deinem ganzen Denken und deinen Nächsten wie dich selbst." Und dann sagt Jesus: "Tue dies und du wirst leben."
[26:40] Ein solcher Gesetzesgelehrter ist jetzt hier auch in Lukas 11 dabei. Wir haben ansonsten nicht viel bisher in den Evangelien über sie erfahren, außer in Lukas 7, Vers 30, wo es heißt: "Die Pharisäer aber und die Gesetzesgelehrten – hier sehen wir also, dass es auch hier offensichtlich eine ganze Reihe von Juristen gab, die nicht direkt Pharisäer waren – die Pharisäer aber und die Gesetzesgelehrten verwarfen den Ratschluss Gottes, sich selbst zum Schaden, indem sie sich nicht von ihm taufen ließen." Mit anderen Worten, nicht nur die Pharisäer und die Schriftgelehrten, sondern auch die Juristen haben die Botschaft von Johannes dem Täufer abgelehnt.
[27:25] Zurück zu Lukas Kapitel 11 und dort Vers 45. Dieser Jurist spricht zu Jesus: "Meister, mit diesen Worten schmähst du auch uns?" Dieses Wort "schmähen" ist sehr interessant. Dieses Wort "schmähen" heißt nämlich wörtlich "Hybrizo". Und vielleicht kennen wir das Wort, das es auch in das Deutsche geschafft hat, das Wort "Hybris". Und Hybris meint eigentlich Stolz, Übermut.
[27:56] Er wirft Jesus vor, Hybris zu haben. Er wirft Jesus vor, übermütig zu sein, sich selbst zu erhöhen. Wörtlich heißt Hybrizo: "sich an jemandem aus Übermut vergreifen". Also, wenn man denkt, ich bin größer als der andere, ich tue ihm jetzt einfach mal eine runterhauen, ja, dann das ist so, das ist Hybrizo, sich selbst größer fühlen als der andere, sich an dem anderen vergreifen.
[28:16] andere, sich an dem anderen vergreifen, weil man sich für höher, für besser hält, für übermütig. Übermütig behandeln, misshandeln, verhöhnen, entehren, wenn man den anderen klein machen will, um sich selbst zu erhöhen. Das steckt alles in dieser Hybris so drinne. Dieser Jurist wirft also Jesus genau das vor, wovor Jesus eigentlich sie warnen möchte.
[28:42] Dieser Jurist dreht den Spieß um. Der Finger Gottes durch den Heiligen Geist ist auf seine Wunde gelegt und er nimmt diesen Finger von der Wunde und wirft ihn zurück auf Jesus.
[29:02] Wann immer der Geist Gottes uns unsere Sünden zeigt und wir das nicht annehmen, werden wir den Spieß umdrehen wollen und Gott die Schuld geben wollen.
[29:16] „Die Frau, die du mir gegeben hast“, hat schon Adam in 1. Mose 3 gesagt. Dieser Jurist wirft Jesus vor, verbale Gewalt sozusagen anzuwenden, sich ungebührlich zu äußern, und zwar nicht nur gegen ihn, sondern auch gegen die anderen, denn er sagt: „Mit diesen Worten schmähst du auch uns.“ Mit anderen Worten: „Du schmähst auch die Pharisäer, du schmähst die Theologen, du machst Hybris, du überhebst dich über sie.“
[29:49] Und nun leider gibt es heute immer wieder Menschen auch in der Gemeinde, die mit der Wahrheit anderen über den Kopf knallen und tatsächlich sich überhöhen und denken, dass sie alles besser wissen. Aber es kommt auch nicht selten vor, dass wenn in Liebe und Demut im Geist Jesu die Warnung ausgesprochen wird und Sünde getadelt wird, dass dann der Vorwurf erschallt: „Du willst dich ja nur selbst über die anderen erheben.“
[30:26] Jesus selbst hatte diesen Vorwurf, der an ihn gerichtet wurde.
[30:35] Interessanterweise geht Jesus auf diesen Vorwurf nicht ein. Er lässt ihn im Raum stehen, aber er spricht diesen Gesetzesgelehrten an,
[30:54] denn auch der trägt schwere Schuld. Auch die Juristen sind auf einem falschen Weg. Vers 46: Er aber sprach: „Wehe auch euch Gesetzesgelehrten, wehe euch Juristen!“
[31:08] Jesus verteidigt sich nicht. Er versucht nicht zu erklären, was er gemeint hat. Seine Worte sind ja klar und deutlich. Er hat niemandem Gewalt angetan. Er hat niemanden entehrt. Er hat sich schon gar nicht selbst erhöht. Er hat einfach nur mit messerscharfer Klarheit die Wahrheit in Liebe offenbart.
[31:35] Und statt seine Worte zu verteidigen, versucht er auch den Juristen zu zeigen, wie falsch sie liegen. Er sagt: „Wehe euch Gesetzesgelehrten, denn ihr ladet den Menschen unerträgliche Bürden auf und ihr selbst rührt die Bürden nicht mit einem Finger an.“
[31:51] Wie so oft sind auch das Worte, die ein Echo aus dem Alten Testament sind: Jesaja Kapitel 10, Vers 1.
[32:08] Jesaja 10, Vers 1: „Wehe denen, die ungerechte Gesetze erlassen und den Schreibern, die bedrückende Vorschriften schreiben.“ Schon im Alten Testament hatten die Propheten gesagt: Wenn Schreiber, wenn Juristen, wenn Menschen, die in Verantwortung sind, ungerechte Gesetze erlassen, wenn sie durch Recht und Verordnung andere unterdrücken, dann wehe ihnen.
[32:27] Was Jesus hier macht, ist keine Neuerung. Er wendet die Botschaft der Bibel, die im Alten Testament deutlich steht, auf die konkrete Situation und sagt: „Ihr macht euch dessen schuldig, was im Alten Testament steht, was dort verboten ist.“
[32:43] Ihr, die ihr das Alte Testament kennt, handelt nicht danach.
[32:48] Ihr ladet den Menschen unerträgliche Bürden auf.
[32:53] Das Wort heißt wörtlich: schwer zu tragen.
[32:57] Und das Wort für „anrühren“ – „und ihr selbst rührt die Bürde nicht mit einem Finger an“ – ist interessanterweise ein Begriff, der auch wohl in der Medizin verwendet wurde, und zwar für das sanfte Berühren einer Wunde, wenn der Arzt oder wer auch immer dann geholfen hat, die Wunde ganz sanft berührt.
[33:21] Und Lukas, der Arzt, verwendet diesen Begriff und sagt, dass Jesus damit deutlich gemacht hat, dass diese Juristen zwar heftige Bürden durch ihre Vorschriften und ihre Gesetzesauslegung den anderen aufgelastet haben, aber sie selbst nicht mal ein bisschen die Bürde berühren würden.
[33:50] Und dann kommt noch ein Weheruf. Vers 47 und Vers 48: „Wehe euch, dass ihr die Grabmäler der Propheten baut, eure Väter aber haben sie getötet. So bestätigt ihr also die Taten eurer Väter und habt Wohlgefallen daran, denn jene haben sie getötet, ihr aber baut ihre Grabmäler.“
[34:19] Vielleicht haben die Angesprochenen im ersten Moment gedacht: „Moment mal, was möchte Jesus hier sagen?“
[34:22] „Wenn wir die Grabmäler der Propheten bauen, dann zeigen wir doch, dass wir die Propheten gut finden.“
[34:36] Aber wenn wir über diese Verse ein bisschen nachdenken, dann erkennen wir schnell, was Jesus gemeint hat.
[34:42] Diese angesprochenen Pharisäer, Schriftgelehrten, Gesetzesgelehrten, sie bauen Grabmäler für die Propheten, die tot sind.
[35:02] Sie reden gut von Elia und von Elisa und von Jesaja und Jeremia und so weiter.
[35:10] Aber während sie das tun, bekämpfen sie Jesus, den Sohn Gottes, und haben die Botschaft des unter ihnen lebenden Propheten Johannes des Täufers abgelehnt.
[35:33] Sie reden zwar gut von den Propheten, die seit Jahrhunderten tot sind, aber als sein Prophet aufstand mit derselben Botschaft im Geist und in der Kraft des Elias, haben sie ihn verfolgt, haben sie ihn ähm oder zumindest erstmal abgelehnt. Ja, bei Johannes kann man sagen, sie haben ihn abgelehnt, und als dann Jesus auftritt, haben sie ihn verfolgt und sind dabei, ihn weiter zu verfolgen, bis wenige Wochen später Jesus am Kreuz von Golgatha hängt.
[36:03] Und damit wird deutlich, und das ist, was Jesus sagen möchte.
[36:15] Da gibt es tote Propheten und da gibt es lebende Propheten.
[36:25] Und wenn ich für die toten Propheten ein Grabmal mache und sie ehre, aber gleichzeitig die lebenden Propheten bekämpfe und sie nicht hören möchte, dann wird deutlich: Das, was mir an den toten Propheten gefällt, ist nicht, dass sie Propheten sind, denn das mag ich ja nicht. Mir gefällt, dass sie tot sind.
[36:59] Mir gefällt, dass sie tot sind. Sie bauen das Grabmal des Propheten, weil sie froh sind, dass er tot ist, weil die Botschaft des Propheten wollen sie nicht hören. Denn als die Botschaft des Elias kam durch Johannes den Täufer, haben sie sie nicht angenommen. Als die Botschaft von Jesaja und von Jeremia und von Daniel, von all den Propheten kommt, in der Person von Jesus Christus, verfolgen sie diese Botschaft.
[37:25] Sie bauen die Grabmäler, weil sie froh sind, dass diese Propheten tot sind und sie nicht mehr in ihrem Lebenswandel stören.
[37:39] Und in diesem Sinne haben sie durch die Tatsache, dass sie die Grabmäler bauen, Wohlgefallen daran, dass die Propheten getötet worden sind.
[37:53] Denn wie wir gerade gesehen haben, aufgrund ihrer Ablehnung des lebenden Propheten Johannes des Täufers, des Sohnes Gottes, aufgrund ihrer Ablehnung der Botschaft der Propheten, kann sich ihr Wohlwollen gegenüber den toten Propheten nur darauf beziehen, dass diese tot sind.
[38:17] Und das bedeutet eine stillschweigende Anerkennung, dass es gut war, dass sie getötet worden sind.
[38:24] Tatsächlich ist man so mit den Propheten umgegangen.
[38:29] 2. Chronik 36.
[38:51] Und dort Vers 16: „Aber sie verspotteten die Boten Gottes und verachteten seine Worte und verlachten seine Propheten, bis der Zorn des Herrn über sein Volk so hochstieg, dass keine Heilung mehr möglich war.“
[39:02] Diejenigen, die die Propheten getötet haben, haben sie ausgelacht, verspottet und verachtet.
[39:08] Diejenigen, die jetzt die Grabmäler der Propheten bauen, werden in wenigen Wochen den Sohn Gottes verlachen, verspotten, beschimpfen, verachten.
[39:21] Und damit wird deutlich, dass wenn sie das Grabmal von Jesaja oder Jeremia oder wem auch immer bauen, dann nicht, weil sie unbedingt wünschen, dass seine Botschaft noch ihr Leben verändert, sondern sie sind einfach froh, dass dieser Prophet tot ist.
[39:42] Die Frage für uns ist: Wenn wir die Männer und Frauen der Bibel gut finden und sie als Glaubenshelden bezeichnen, wenn wir uns das Leben der Reformatoren anschauen und das gut finden, was sie getan haben, wenn wir das Leben vielleicht auch der Adventpioniere betrachten und sie als Vorbilder ansehen, aber gleichzeitig das bekämpfen in unserem eigenen Leben, was diese Männer und Frauen tun würden, wenn sie heute leben würden,
[40:21] dann begehen wir denselben Fehler wie damals die Pharisäer und Schriftgelehrten, wenn wir aus rein musealem Interesse stolz sind auf Luther und Calvin und Zwingli und Hus und Wycliff,
[40:37] wenn wir uns erfreuen an den Geschichten der Bibel, aber mit Ablehnung reagieren, wenn jemand diese biblischen Prinzipien, die reformatorischen Prinzipien tatsächlich auslebt und heute predigt und auf die heutige Zeit anwendet, wenn wir dann das Ganze nicht hören wollen, vielleicht sogar bekämpfen,
[41:00] dann entlarvt sich die ganze Heuchelei. Jesus entlarvt unter Tränen. Das haben wir letztens mal gesehen. Ellen White sagt ganz deutlich: Wenn Jesus auch scharfe Tadel ausgesprochen hat, dann immer mit Tränen in den Augen,
[41:12] er entlarvt die Heuchelei von Menschen, zu denen das Volk aufschaute und glaubte, sie würden uns richtig führen.
[41:26] Und es gab Momente im Leben von Jesus, da musste er sie so richtig schütteln, sagen: „Ihr führt das Volk auf einem falschen Weg. Gott ist nicht so. Er ist nicht so voller Stolz, dass er überall den besten Platz haben will. So ist er nicht. Ihr gebt ein falsches Bild von Gott und dem Evangelium.“
[41:52] Wenn ihr nur die toten Propheten ehrt, aber nicht die lebendigen, gebt ihr ein falsches Bild vom Evangelium. Übrigens auch
[41:59] heute, wenn wir die alten Propheten ehren, aber die moderne Prophetin nicht hören wollen,
[42:08] haben wir da nicht auch genau ein ähnliches Problem?
[42:16] wenn wir anderen sagen, was sie zu tun und zu lassen haben, aber selbst keine Korrektur annehmen wollen, wenn es immer nur darum geht, die anderen mit Vorschriften zu überladen,
[42:25] und in unserem Herzen selbst Finsternis ist.
[42:34] Und wenn wir anderen immer den Eindruck erwecken, dass wir alles wissen, unsere Herzen aber unrein und ungeheiligt sind,
[42:42] dann sind wir nicht anders als die Pharisäer und die Schriftgelehrten und die Gesetzesgelehrten.
[42:49] Und der Weheruf Jesu ist nicht dazu da, uns einfach zu verdammen, sondern uns zu warnen, solange noch Hoffnung auf Umkehr ist,
[43:01] damit wir so schnell wie möglich eine Reinigung des Herzens suchen, damit wir so schnell wie möglich innerlich rein werden,
[43:17] denn eine rein äußerliche Religion wird niemanden retten, egal auf welchem Posten er sitzt, niemanden.
[43:26] Weder mich noch dich, noch irgendjemanden.
[43:28] Das Einzige, was uns retten wird, ist, wenn wir nicht nur das Äußere, sondern auch das Innere vollständig von Jesus reinigen lassen.
[43:40] Das möchte ich in meinem Leben Tag für Tag daran festhalten
[43:45] und dabei bleiben. Du auch.
[43:49] Wir wollen nächste Woche dann oder bei der nächsten Folge besser gesagt dann diese Rede weiter studieren. Für heute wollen wir uns das
[44:01] mitnehmen, im Herzen behalten.
[44:05] Jesus warnt uns, weil er sieht, wohin das alles führt. Und wenn Jesus uns deutlich warnt und tadelt, dann lasst uns das annehmen und nicht gegen ihn murren, nicht ihm vorwerfen, dass er uns Gewalt antut, wenn er in Wirklichkeit nur versucht, den Krebs aus unserem Herzen herauszuschneiden.
[44:29] Wollen wir darum bitten, dass er uns die Kraft schenkt und den Glauben, seine Worte als Warnung der Liebe anzunehmen. Lasst uns gemeinsam beten.
[44:48] Lieber Vater im Himmel, du weißt, wie oft ich und wie oft wir auf uns selbst schauen und unsere eigene Ehre suchen. Und Herr, wir möchten dich von Herzen um Vergebung bitten,
[45:03] Herr. Wir haben so oft durch unser Handeln und durch unsere Worte, ja, vielleicht auch nur durch unsere Motive, dein Evangelium entstellt und den Blick auf dich verdeckt.
[45:15] Und Herr, wir möchten dich von Herzen bitten, dass du uns vergibst, dass du uns reinigst und dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst, dass wir echte Christen sind, die den anderen höher achten als sich selbst,
[45:37] dass wir zur Wahrheit stehen, koste, was es wolle, und dass wir nicht darauf bedacht sind, anderen das Leben schwer zu machen, sondern so leicht wie möglich, dass wir lieber Selbstbürden und Lasten tragen als andere zu überladen.
[45:53] Herr, wir möchten dich von Herzen bitten,
[45:56] dass wir nicht nur die toten Propheten ehren, sondern auch die lebendige prophetische Botschaft in unserem Leben, die zu uns spricht.
[46:06] Herr, das bitten wir, dass du uns innerlich reinigst, sodass wir dann innen und außen vollständig rein sein können. Herr, wir danken dir, dass du in Liebe zu uns sprichst
[46:24] und dass du uns warnst vor dem, was für viele ein schlimmer Ruin gewesen ist. So möchten wir dich bitten, dass du unser Leben
[46:34] ganz heiligst, dass dein Wort uns ganz verändert, dass wir bei dir bleiben und in deiner Hand gehen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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