Veröffentlicht am
588 Klicks

In dieser dritten Folge der „Christ Study Hour“ zur Josua-Serie beleuchtet Christopher Kramp die Kapitel 3 und 4 des Buches Josua unter dem Titel „Denkmäler der Gnade“. Er analysiert den Durchzug Israels durch den Jordan und die zentrale Rolle der Bundeslade als Symbol für Gottes Gegenwart, Wort und Gesetz. Die Sendung betont die Bedeutung von Gehorsam und Heiligung, um Gottes Verheißungen zu empfangen, und zieht Parallelen zu heutigen Herausforderungen im Glauben.


Weitere Aufnahmen

Serie: Christ Study Hour 2025 Q4: Das Buch Josua

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:34] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern auf dem Sender Das Wort zur dritten Folge unserer neuen Serie über das Buch Josua. Heute wollen wir uns mit Kapitel 3 und 4 im Buch Josua beschäftigen. Unter dem Titel Denkmäler der Gnade wollen wir uns auf das Bibelgespräch am 18. Oktober vorbereiten. Wir wollen heute die Geschichte uns anschauen, als Israel über den Jordan ging und dann Sorge dafür trug, dass auch spätere Generationen diese Geschichte nicht vergessen. Ein Thema, das absolut aktuell für jeden von uns ist. Gott hat schon so viel Großes in unserem Leben getan, aber erinnern wir uns auch an das, was er für uns getan hat? Wir wollen dieses Bibelstudium von Josua 3 und 4 unter den besonderen Segen Gottes stellen. Wir möchten mit einem Gebet starten und ich lade dich ein, lieber Freund, liebe Freundin, mit uns dieses Bibelstudium mit einem Gebet zu beginnen.

[1:46] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass wir jetzt vor dich treten können, dass wir im Glauben zum Thron der Gnade kommen können. Und Herr, wir wollen nicht einfach nur die Bibel lesen. Wir wollen deine Stimme zu unserem Herzen hören. Wir möchten dich bitten, dass du uns von allem reinigst, was dich hindern könnte, uns zu segnen. Wir möchten dich bitten, dass du uns festen Glauben schenkst und ein Verständnis für dein Wort. Wir möchten dich bitten, dass die Worte, die wir lesen, uns stärken, uns festmachen im Glauben, uns herausfordern und ermutigen, den Weg mit dir zu gehen, Herr. Wir wünschen uns so sehr, dass du uns so führst, wie du die Israeliten geführt hast. Lass unseren Blick auf dich gerichtet sein, auf die Bundeslade, so wie damals auch. Und hab Dank, dass dein Wort jetzt zu uns sprechen wird. Schenk uns das Verständnis, das wir brauchen, die Weisheit, die du allein geben kannst, und Herr, du sollst in unseren Herzen wohnen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[3:04] Wir beginnen in Josua Kapitel 3 und dort in Vers 1. Josua 3, Vers 1: „Da machte sich Josua früh auf und sie zogen aus Schittim und kamen an den Jordan, er und alle Kinder Israels, und sie rasteten dort, ehe sie hinüberzogen.“ Dieses Motiv früh aufzustehen, sich früh aufzumachen, ist eine typische Wendung, die wir im Alten Testament öfter antreffen. Zum Beispiel in der Geschichte von Abraham in 1. Mose 22, als er seinen Sohn Isaak opfern soll. Und dort lesen wir in 1. Mose 22 und dort Vers 3: „Da stand Abraham am Morgen früh auf und sattelte seinen Esel.“ Eine Ausdrucksweise, die absoluten Gehorsam ausdrückt, der nicht erst noch lange zögert und überlegt. Wenn Gott dich und mich ruft, stehen wir auch früh auf? Gehen wir auch gleich voran oder zögern wir lange und wägen die Möglichkeiten ab? Überlegen wir, ob wir gehen sollen oder nicht? Josua macht sich früh auf. Interessanterweise ist diese Ausdrucksweise „machte sich früh auf“ nicht nur eine, die von Gottes Männern und Frauen gebraucht wird, die auf Gottes Ruf folgen. Es ist eine Ausdrucksweise, die auch Gott auf sich selbst bezieht. Im Buch Jeremia 7 und dort Vers 13 lesen wir zum Beispiel: „Und nun, weil ihr alle diese Werke verübt habt, spricht der Herr, und weil ich zu euch geredet habe, indem ich mich früh aufmachte und immer wieder redete, ihr aber nicht hören wolltet, weil ich euch gerufen habe, ihr aber nicht geantwortet habt.“ Und das ist kein Einzelfall. In Jeremia 25, gerade der Prophet Jeremia hat immer wieder diese Aussagen Gottes in seinem Buch verzeichnet. Hier Jeremia 25 und dort Vers 3: „Seit dem 13. Josias, des Sohnes Amon, des Königs von Juda, bis zum heutigen Tag, diese 23 Jahre hindurch ist das Wort des Herrn an mich ergangen und ich habe zu euch geredet, indem ich mich früh aufmachte und immer wieder redete, aber ihr habt nicht gehört.“ Also Gott sagt, dass er sich immer wieder früh aufgemacht hat, um das Volk zu warnen. Der Prophet Jeremia, der von diesem Wort Gottes inspiriert ist, sagt, dass er sich immer wieder früh aufgemacht hat, um das Wort Gottes weiterzugeben.

[5:35] Die Idee hier ist auch, dass man alles tut, was in der eigenen Macht steht. Gott möchte sein Volk nicht in die Irre gehen lassen und deswegen tut er alles, was er tun kann. Er macht sich früh auf. Er wartet nicht. Niemand kann sagen, dass Gott zu spät sie gewarnt hätte. Er macht sich früh auf. Er tut alles, was er tun kann, um uns zu warnen. Er kann uns nicht zwingen, den richtigen Weg zu gehen, aber er kann uns rechtzeitig warnen. Das heißt, diese Idee, er machte sich früh auf, ist nicht nur eine Zeitangabe. Sie impliziert auch, dass man von ganzem Herzen alles tut, was man tun kann. Josua machte sich früh auf. Er zögert nicht lange, er überlegt nicht, sondern er geht von ganzem Herzen voran im Glauben. Und das ist etwas, was wir von ihm lernen können, wenn es auch um die Endzeit geht. Wir haben ja gelernt, dass das Buch Josua auch eine Typologie für das Ende ist. Und was wir am Ende brauchen, ist dieser Glaube, der sich früh aufmacht, der nicht abwartet, sondern dass wenn Gott ruft, wir uns auf den Weg machen mit allem, was wir tun können.

[6:39] Sie waren in Schittim gewesen und dort schon eine geraume Zeit gewesen. In 4. Mose 25, Vers 1 lesen wir, wie die Israeliten nach Schittim kamen. Dort fand dann diese schlimme Geschichte mit Baal-Peor statt und auch die weitere Volkszählung, die zweite Volkszählung, und dann natürlich die gesamte Predigt von Mose, die wir als das fünfte Buch Mose kennen, und all das, was dann in diesem Zusammenhang auch passiert ist, die Ordination von Josua zum neuen Führer. All das ist dort in Schittim passiert.

[7:14] Jetzt verlassen sie Schittim und die erste Teilstrecke bringt sie an den Jordan. Vers 2: „Nach drei Tagen aber gingen die Vorsteher durch das Lager.“ Wenn sich diese drei Tage auf Josua 1, Vers 11 beziehen, dann, wie wir schon im Zusammenhang mit Kapitel 2 gesagt haben, dann fand wohl diese Geschichte in Kapitel 2 mit den zwei Kundschaftern schon vorher statt. Das haben wir schon in früheren Folgen uns angeschaut. Vers 3: „Und geboten dem Volk und sprachen: Wenn ihr die Bundeslade des Herrn eures Gottes sehen werdet und die Priester, die Leviten, die sie tragen, so brecht auf von eurem Ort und folgt ihr nach.“ Um in das gelobte Land zu kommen, mussten die Israeliten der Bundeslade folgen.

[8:03] Und ich glaube, hier haben wir eine ganz wichtige und interessante Typologie für unsere Zeit. Wenn wir in das gelobte Land in den Himmel kommen möchten, dann müssen wir der Bundeslade folgen. Die Bundeslade repräsentiert Gottes Thron. Sie repräsentiert das Königreich Gottes, seine Gegenwart, denn dort hat er sich offenbart. Dort hat er, so sagt 2. Mose 25 ganz deutlich, dort hat er zu dem Volk, zu Mose, dem Vertreter des Volkes gesprochen. 2. Mose 25 lesen wir am Ende der Beschreibung der Bundeslade dort, also bei der Bundeslade: „Will ich mit dir zusammenkommen und mit dir reden von dem Sühnedeckel herab zwischen den beiden Cherubim, die auf der Lade des Zeugnisses sind, über alles, was ich dir für die Kinder Israels befehlen will.“ Gottes Wort war assoziiert mit der Bundeslade. Dort hat Gott gesprochen und zwar vom Sühnedeckel, der die Gnade Gottes und die Bereitschaft Gottes, uns zu vergeben, durch das Blut Jesu darstellt. Das heißt, das Evangelium ist auch an der Bundeslade ganz prominent illustriert. Und dann haben wir natürlich die Gebote, die Zehn Gebote, das Gesetz Gottes in der Bundeslade. All das ist also absolut entscheidend, wenn wir das gelobte Land erreichen wollen. Wir müssen der Bundeslade folgen: Gottes Gegenwart, seinem Wort, seinem Evangelium, seinem Gesetz.

[9:32] Es heißt hier, dass die Priester, die Leviten, sie tragen sollten. Das lesen wir schon in 5. Mose 31 und dort Vers 25: „Da gebot er den Leviten, welche die Bundeslade des Herrn trugen und sprach:“ Wir sehen, dass die Priester diese Aufgabe ganz besonders, dass die Priester diese Aufgabe gehabt haben. Vers 4: „Doch soll zwischen euch und ihr etwa 2000 Ellen Abstand sein. Kommt ihr nicht zu nahe, damit ihr den Weg erkennt, den ihr gehen sollt, denn ihr seid den Weg zuvor nicht gegangen.“ Das heißt, ungefähr so ein knapper Kilometer Abstand zwischen der Bundeslade und dem Volk. Und das erinnert uns vielleicht ein wenig an die Geschichte von der Gesetzgebung am Berg Sinai in 2. Mose 19. 2. Mose 19 und dort in Vers 12 heißt es: „Und ziehe dem Volk eine Grenze rings um und spricht zu ihnen: Hütet euch davor, auf den Berg zu steigen und seinen Fuß anzurühren, denn jeder, der den Berg anrührt, muss unbedingt sterben.“ Damals waren die Zehn Gebote gegeben worden, die jetzt in der Bundeslade sich befanden, und die Israeliten sollten damals nicht allzu nahe kommen.

[11:01] Wenn also jetzt auch die Israeliten der Bundeslade nicht allzu nahe kommen sollten, dann war das offensichtlich vermutlich auch gedacht, um sie wieder an den Sinai zu erinnern und an diesen Bund, den Gott mit seinem Volk geschlossen hat. Wenn man nicht zu nahe kommen kann, dann deswegen, weil Gott in besonderer Weise sich offenbart. Wir denken an den brennenden Dorn, wo Gott sagte: „Bleib stehen.“ Mose konnte in das Heiligtum nicht hinein, weil Gott sich dort in besonderer Weise offenbart hat. Diese Distanz soll nicht deuten, soll nicht sagen, dass Gott fern ist. Im Gegenteil, sie soll sagen, dass Gott in besonderer Weise gegenwärtig ist. Es ist ja nicht ein Kasten aus Akazienholz, der das Volk in das gelobte Land führt. Auch nicht zwei Tafeln aus Stein, sondern es ist Gott selbst, der diesen Kasten aus Akazienholz zum Symbol seiner Gegenwart und seines Thrones erwählt hat. Es ist Gott, der sie führt. Und die Israeliten sollten verstehen, dass Gott selbst ihnen vorausgehen würde und ihnen den Weg bahnen würde. Die Distanz mag sicherlich auch pragmatische Gründe gehabt haben, praktische Gründe, damit alle den Weg gut sehen. Aber vor allem sollte sie wohl genau die Israeliten an das erinnern, was knapp 40 Jahre zuvor am Sinai gewesen ist. Sie sollten damals nicht zu nahe kommen, weil Gott ihnen so nahe kommen wollte auf dem Berg, sich ihnen offenbaren wollte und ihnen sein Gesetz gesagt hat.

[12:47] Und dass das tatsächlich eine Anspielung auf 2. Mose 19 und die Gesetzgebung am Sinai her ist, wird auch in Vers 5 deutlich. Und Josua sprach zum Volk: „Heiligt euch, denn morgen wird der Herr unter euch Wunder tun.“ Genau das hatten wir auch schon in 2. Mose 19. Auch dort war die Botschaft an das Volk in 2. Mose 19, Vers 10: „Da sprach der Herr zu Mose: Geh zum Volk und heilige sie heute und morgen und sie sollen ihre Kleider waschen.“ Auch sie sollten sich vorbereiten auf das große Wunder, dass sie erleben würden, dass Gott dort auf dem Sinai sich offenbaren würde im Feuer und im Erdbeben und all dem, was dort passiert ist, um mit ihnen diesen Bund zu schließen.

[13:33] Natürlich denken wir beim Durchzug durch den Jordan zuallererst an den Durchzug durch das Rote Meer, seine parallele Geschichte. Aber auch der Sinai ist offensichtlich hier mitgedacht und soll vor Augen den Israeliten sein.

[13:55] Auch dieses Thema der Heiligung weist auf die Nähe Gottes und seine Gegenwart hin. In 3. Mose Kapitel 10 und dort Vers 3, im Zusammenhang mit dieser tragischen Geschichte von Nadab und Abihu, lesen wir: „Und Mose sprach zu Aaron: Das hat der Herr gemeint, als er sprach: Ich will geheiligt werden durch die, welche zu mir nahen und geehrt werden vor dem ganzen Volk.“ Und Aaron schwieg still: „Ich will geheiligt werden durch die, welche zu mir nahen.“ Heiligung hat etwas mit der Nähe Gottes zu tun.

[14:30] Wir lesen im nächsten Vers in Vers 6: „Und zu den Priestern sprach Josua: Tragt die Bundeslade und zieht vor dem Volk hinüber. Da trugen sie die Bundeslade und gingen vor dem Volk her.“ Übrigens ist die Bundeslade seit dem Berg Sinai die Vorhut sozusagen des Volkes Israel gewesen. Wir lesen in 4. Mose Kapitel 10 und dort Vers 33: „Dort heißt es: So brachen sie auf vom Berg des Herrn drei Tagereisen weit und die Lade des Bundes des Herrn zog drei Tagereisen vor ihnen her, um ihnen einen Ruheplatz zu erkunden.“ Also, wir haben hier mehrere textliche Bezüge zurück zum Sinai, das, was am Sinai passiert ist, und dann, wie sie vom Sinai losgegangen sind. Und die Israeliten hatten das ja vor Augen, oder sie hatten es zumindest gehört von ihren Vätern und Müttern, dass damals am Sinai man sich geheiligt hatte, dass damals man nicht den Berg berühren durfte, dass man sozusagen Abstand halten sollte, weil Gott so nahe war, und dass dann die Bundeslade vom Sinai weg sie geführt hat. All das wird hier besonders betont, um deutlich zu machen, dass keine neue Geschichte, die jetzt einfach für sich alleine steht, sondern hier wird eigentlich zu Ende geführt, was schon am Sinai angefangen worden ist. Sozusagen diese Geschichte ist die Vollendung dessen, was 2. Mose uns zeigt. Das Volk beendet jetzt die damals schon angefangene Reise.

[16:10] Und es zeigt auch, dass der Bund, den Gott mit dem Volk Israel am Sinai schließen wollte, die alleinige Grundlage ist, mit der sie das gelobte Land jetzt betreten können. Damals wollten sie ja das Wort Gottes nicht weiterhören und kurze Zeit später standen sie in Kadesch-Barnea und glaubten, dass Gott gar nicht bei ihnen ist. Wenn wir das gelobte Land erreichen wollen, müssen wir uns daran erinnern, wie Gott einen Bund mit uns geschlossen hat, und zwar den neuen Bund in unserem Herzen, indem er uns alle Sünde vergeben hat, wir eine direkte Beziehung zu ihm haben dürfen, ihn kennen dürfen, und dass er sein Gesetz in unser Herz schreibt. Nur so, nur so werden wir das gelobte Land erreichen können.

[17:10] Vers 7: „Und der Herr sprach zu Josua: Heute will ich anfangen, dich vor ganz Israel groß zu machen, damit sie wissen, dass ich mit dir sein werde, wie ich mit Mose gewesen bin.“ Gott hatte das ja schon in Kapitel 1 versprochen. Wir haben in Vers 5 gelesen, Kapitel 1: „Niemand soll vor dir bestehen dein Leben lang, wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein. Ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen.“ Hier war eine dieser kostbaren Verheißungen, die wir gelesen haben in Josua 1. Und jetzt in Kapitel 3 sagt Gott: „Ich zeige dir das jetzt so, dass du tatsächlich das auch mit Augen, mit Händen greifen kannst, dass du es mit deinen eigenen Augen sehen kannst. Ich will bei dir sein, wie ich mit Mose gewesen bin.“ Auch das Volk hatte ja das zur Bedingung gemacht. In Josua 1, Vers 17 hatten wir gelesen, wie die Stämme Ruben, Gad und der halbe Stamm Manasse folgendes geantwortet hatten: „Wie wir Mose gehorsam gewesen sind, so wollen wir auch dir in allem gehorsam sein, wenn nur der Herr, dein Gott, mit dir ist, wie er mit Mose war.“ Und genau das will Gott jetzt zeigen. Er hat es versprochen, das Volk erwartet es, dass ihr Führer auch wirklich mit Gott eng zusammenarbeitet und Gott ihn führt und leitet. Und diese Geschichte hier in Josua 3 soll genau das zeigen. Gott hat nicht nur Mose gesegnet und ist nicht nur mit Mose gewesen, er ist auch mit Josua.

[18:43] Vers 8: „Du aber gebiete den Priestern, welche die Bundeslade tragen und sprich: Wenn ihr bis an das Wasser des Jordan kommt, so bleibt im Jordan stehen.“ Wie schon gesagt, die Priester sollen mit der Bundeslade im Jordan stehen bleiben. Die Bundeslade spielt eine zentrale Rolle beim Eingang in das gelobte Land und immer wieder kreist diese Geschichte um die Bundeslade, und das zeigt uns, wie entscheidend all das, was die Bundeslade repräsentiert, für den Einzug in das gelobte Land am Ende ist. Vers 9: „Und Josua sprach zu den Kindern Israels: Kommt herzu und hört die Worte des Herrn eures Gottes.“

[19:29] Auch wir brauchen heute Leiter im Volk Gottes, die genau das sagen, die sagen: „Kommt herzu und hört die Worte des Herrn eures Gottes.“ Wir brauchen nicht Leiter, die einfach gesellschaftspolitische Analysen vornehmen. Wir brauchen Leiter, die das Wort Gottes predigen, die das Volk zusammenrufen: „Kommt herzu, hört das Wort Gottes.“ Wir brauchen Leiter, die das Volk sammeln, in die Einheit führen, um ihnen dann das Wort Gottes zu predigen. Nicht die eigene Meinung, nicht Spekulation und Interpretation des Wortes, sondern einfach das Wort Gottes weitergeben, so wie Gott es uns anvertraut hat. „Hört die Worte des Herrn eures Gottes.“ Immer wieder hatte Mose schon am Ende seines Lebens in 5. Mose diese Aussage getroffen. In 5. Mose Kapitel 4 zum Beispiel lesen wir in Vers 1: „Und nun, Israel, höre auf die Satzungen, auf die Rechtsbestimmung, die ich euch zu tun lehre, damit ihr lebt und hineinkommt und das Land in Besitz nehmt, dass euch der Herr, der Gott eurer Väter, gibt.“ Mose hatte gesagt, ihr werdet nur hineinkommen, wenn ihr auf das Wort Gottes, das Mose ihnen gegeben hatte, wenn ihr darauf hört. 5. Mose Kapitel 5, Vers 1: „Und Mose berief ganz Israel und sprach zu ihnen: Höre, Israel, die Satzungen und Rechtsbestimmung, die ich euch heute vor euren Ohren lehre. Lernt und bewahrt sie, um sie zu tun.“ Sie sollten hören, um es zu verstehen, um es umzusetzen. 5. Mose Kapitel 6 und dort Vers 3: „So, höre nun, Israel, und achte darauf, sie zu tun, damit es dir gut geht und ihr sehr gemehrt werdet, so wie es der Herr, der Gott deiner Väter, verheißen hat, in einem Land, in dem Milch und Honig fließt.“ Das Wort Gottes ist entscheidend, um in das Gelobte Land hineinzugehen. Es ist entscheidend, um dort auch gut leben zu können. Vers 4: „Höre, Israel! Der Herr ist unser Gott, der Herr allein.“ Immer wieder hat Mose die Israeliten aufgefordert, die Worte Gottes zu hören.

[21:45] In Offenbarung lesen wir in Offenbarung 1, Vers 3: „Glückselig sind, die da lesen und die da hören die Worte der Weissagung, die sie bewahren. Die Zeit ist nahe.“ Ein echter Leiter wird Menschen einladen, auffordern, ermutigen und ermahnen, die Worte Gottes zu hören, hinzuhören, was der Geist der Gemeinde durch das Wort Gottes sagen möchte.

[22:20] Vers 10, Josua 3, Vers 10: „Und Josua sprach: Daran sollt ihr erkennen, dass der lebendige Gott in eurer Mitte ist und dass er die Kanaaniter, Hethiter, Hiwiter, Perisiter, Girgasiter, Amoriter und Jebusiter gewiss vor euch vertreiben wird.“ Vers 11: „Die Bundeslade des Herrn der ganzen Erde wird vor euch her über den Jordan gehen.“ Das, was jetzt geschieht, der Durchzug durch den Jordan, sollte ein Zeichen sein für die Israeliten. Und zwar für zwei Dinge. Erstens, und hier sehen wir genau das, was wir in den ersten Versen schon durch unser Bibelstudium erarbeitet haben: Der Durchzug durch den Jordan sollte die Israeliten erneut daran erinnern, dass Gott in ihrer Mitte ist, dass er gegenwärtig ist. Gott tut keine Wunder in unserem Leben, einfach nur weil er sozusagen als Superheld schnell eingreift und dann sich wieder zurückzieht. Gott tut immer dann Wunder, um uns daran zu erinnern, wenn er uns daran erinnern möchte, dass er da ist, dass er gegenwärtig ist und er auch bleiben möchte. Gottes Wunder sind nicht einfach nur schnelle Interventionen von außen, sondern ein Beweis seiner Gegenwart.

[23:43] Wenn du dir unsicher bist, ob Gott in deinem Leben gegenwärtig ist, wenn du seine Gegenwart suchst, dann schau auf das, was Gott tut, auf die Wunder in deinem Leben, im Leben von Menschen, die du kennst. Schau auf

[23:57] von Menschen, die du kennst. Schau auf die Wunder, die Gott tut, die ein Zeichen sind für seine Gegenwart.

[24:08] Und noch etwas sollte dieses Wunder ihnen zeigen: Nicht nur, dass Gott gegenwärtig ist, sondern dass er ihnen auch den Sieg schenken würde über Kananiter, Hethiter, Perisiter, Girgasiter, Amoriter, Jebusiter, über alle Feinde. So wie er es in Kapitel 1 verheißen hatte, dass wo immer sie mit ihrer Fußsohle hintreten sollten, dieses Land ihnen gehören sollte. Kein Feind soll vor ihnen bestehen bleiben. Gott hat es verheißen und Gott schenkt ihnen jetzt ein Wunder, um ihren Glauben zu stärken für die Kämpfe, die noch vor ihnen liegen.

[24:41] Jedes Wunder, das Gott tut, ist eine Stärkung im Glauben, eine Bekräftigung, damit wir für die kommenden zukünftigen Kämpfe gerüstet sind.

[24:53] Und deswegen ist es wichtig, dass wir uns an diese Wunder erinnern, dass wir sie nicht vergessen. Denn wenn Gott Großes für uns tut, aber wir vergessen, was er getan hat, dann haben wir den Sinn und Zweck des Wunders gar nicht richtig erfasst. Denn das Wunder ist ja dazu da. Das Eingreifen Gottes ist dazu da, damit wir vorbereitet sind, damit wir Zuversicht haben, Gewissheit haben, dass auch in den kommenden Krisen, in den Kämpfen gegen große Mauern und große Riesen, dass Gott auch dort für uns so wirken wird, wie er in der Vergangenheit gewirkt hat.

[25:29] Ich glaube, wir vergessen zu oft Gottes Wirken in unserem Leben. Wenn ich in mein Leben schaue, dann muss ich sagen, ich muss mich mehr daran erinnern, was Gott für mich schon alles getan hat. Geht's dir auch so? Wie oft stehen wir vor großen Herausforderungen und wissen nicht mehr oder erinnern uns nicht mehr daran, was Gott schon Großes getan hat? Wir stehen vor den Perisitern und Girgasitern unseres Lebens und erinnern uns nicht mehr daran, wie sich schon der Jordan geteilt hat.

[25:59] Gott wirkt, um uns die Gewissheit zu geben, dass wir den Sieg auch in der Zukunft haben können. Jedes Wunder ist ein Beweis für die Gegenwart Gottes. Jedes Eingreifen Gottes ist eine Zusicherung, dass wir auch in Zukunft den Sieg haben können. Lasst uns mit diesen Augen auf die Wunder Gottes, auf das Eingreifen Gottes in unserem Leben schauen.

[26:22] Vers 11: "Siehe, die Bundeslade des Herrn der ganzen Erde wird vor euch her über den Jordan gehen." Wieder wird die Bundeslade so sehr betont. Interessanterweise wird Gott als der Herr der ganzen Erde bezeichnet. Gott ist Gott über die ganze Welt. Sein Evangelium, das ja durch die Bundeslade auch repräsentiert wird, soll ja zu allen Völkern gelangen. Offenbarung 14, Vers 6 und 7: das ewige Evangelium soll aus allen Völkern, Nationen, Stämmen und Sprachen gepredigt werden.

[26:58] Gott erobert das Land Kanaan für die Israeliten, nicht einfach als der Stammesgott der Israeliten, sondern als der Herr über die ganze Erde. Sein Eingreifen in die Geschichte ist nicht – das ist ganz wichtig – einfach sozusagen eine Gunsterweisung an die Israeliten, weil er die mehr lieb hat als die Kananiter. Es ist keine Vetternwirtschaft bei Gott, sondern die Eroberung des Landes Kanaan ist Teil des oder ist die Ausübung des gerechten Gerichtes des Herrschers über die gesamte Welt an den Kananitern, die jetzt ihre Gnadenszeit verwirkt haben. Gott erobert Kanaan nicht als Stammesgott der Israeliten, sondern er gibt ihnen das Land als derjenige, dem der gesamte Planet gehört, und daran sollten sie sich erinnern. Es ist der Herr der ganzen Erde, der den Israeliten vorhergeht, vorangeht. Es ist der Herr, der die ganze Welt geschaffen hat, dem alle Völker gehören. Er hat es ja ihnen auch selbst gesagt in 2. Mose, dass auch wenn sie sein besonderes Volk sind, sie sich niemals daran, also niemals vergessen sollten, dass Gott die gesamte Erde gehört. 2. Mose 19, Vers 5 und 6: "Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und ihr gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein, denn die ganze Erde gehört mir. Ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein." Das sind die Worte, die du den Kindern Israels sagen sollst. Die Israeliten waren ein besonderes Volk, weil sie Gott kannten, weil sie ihn in ihrer Mitte haben wollten, weil sie ihn anbeteten, weil sie seine Erlösung angenommen haben. Sie sollten nie vergessen, dass er der einzige wahre, der echte Gott ist, der über die ganze Erde herrscht, ja, über das ganze Universum.

[28:54] Unser Gott ist der Gott der ganzen Welt. Und wenn er uns vorangeht, wenn er unseren Weg führt, wenn er die Adventbewegung zum Ziel bringt, das ist eine ganz besondere Sache, dass wir das Vorrecht haben, dem Herrn der ganzen Welt folgen zu dürfen.

[29:18] Vers 12: "Sondert nun aus den Stämmen Israels zwölf Männer aus, aus jedem Stamm einen Mann." Die zwölf Männer sollen ausgewählt werden, aber hier in Vers 12 haben wir noch keinen Hinweis direkt darauf, was sie tun sollen. Das kommt dann jetzt gleich in Kapitel 4. Vers 13: "Wenn dann die Fußsohlen der Priester, welche die Lade des Herrn, des Herrn der ganzen Erde – da haben wir das noch einmal, diese Betonung – tragen, im Wasser des Jordan stillen, so wird das Wasser des Jordan, das Wasser, das von oben herabfließt, abgeschnitten werden und es wird stehen bleiben wie ein Damm."

[29:54] Die Priester müssen mit ihren Füßen in das Wasser.

[30:03] Wenn sie einfach von Ferne stehen geblieben wären und gewartet hätten, bis sich der Jordan teilt, dann würden sie vielleicht heute noch da sein. Nein, also der Punkt ist natürlich ganz deutlich: Die Israeliten mussten im Glauben vorangehen. Die Priester mussten in den Jordan gehen. Dann wurde der Weg gebahnt. Wenn wir immer darauf warten, dass Gott erst ein Wunder tut, bevor wir einen Schritt machen, dann werden wir die wunderwirkende Kraft Gottes vielleicht nie erleben. Wir müssen dem Glauben vorangehen, weil Gott es gesagt hat, unabhängig davon, ob wir schon etwas sehen oder nicht.

[30:42] Die zweite Generation hat ihr eigenes Rotes Meer-Erlebnis, wenn man so möchte. Ihre Väter und Mütter sind durch das Rote Meer gegangen. Wir haben das ja im letzten Quartal mit 2. Mose ausführlich auch studiert. Und die neue Generation, die geht nicht durchs Rote Meer, die geht durch den Jordan, an einer anderen Stelle und anderen Bedingungen, keine ägyptische Armee, die hinter ihnen ihr Leben bedroht. Es gibt also eine Reihe von Unterschieden, die deutlich machen: Geschichte wiederholt sich nicht genau Punkt für Punkt exakt. Es gibt neue Umstände. Die Geschichte ist weitergegangen. 40 Jahre später sieht die Welt anders aus. Und doch erleben sie im Prinzip dasselbe. Die Wassermassen sind vielleicht nicht so hoch wie im Roten Meer. Auch ist die Art und Weise, wie das Wasser vor ihnen sich öffnet, eine etwas andere. Und doch ist die Geschichte bei allen Unterschiedlichkeiten so ähnlich, dass ganz deutlich wird, dass auch die nächste Generation dasselbe auf ihre Weise erlebt. Gott schenkt jeder Generation ihr eigenes Erlebnis.

[32:10] Wir können dieselben Dinge erleben, die in der Bibel stehen, auch wenn wir nie unter einer Tamariske sitzen oder nie in Kleinasien unterwegs sind oder nie auf einem Kamel sitzen oder die konkreten Umstände, wie sie in den biblischen Geschichten sind, nicht in unserem Leben sein werden. Und doch können wir erleben, was Gott mit Abraham getan hat. Wir können die Erfahrung von Rebekka und Isaak, die Erfahrung von Paulus und David und Daniel, wir können diese Erfahrung auch machen in unserer Umgebung, in unseren Situationen. Und das können wir hier aus dieser Geschichte lernen.

[32:48] Vers 14 und 15: "Es heißt nun, als nun das Volk auszog aus seinen Zelten, um über den Jordan zu gehen und die Priester die Bundeslade vor dem Volk her trugen. Und als die, welche die Lade trugen, an den Jordan kamen und die Priester, welche die Lade trugen, ihre Füße am Flussrand in das Wasser tauchten – der Jordan aber war überall über die Ufer getreten während der ganzen Zeit der Ernte." Wir sehen also, dass all die Dinge, die jetzt in Vers 1 bis 13 angesprochen worden sind, dass das alles umgesetzt wird. Das Volk zieht tatsächlich aus und die Priester tragen tatsächlich die Bundeslade und sie gehen tatsächlich voraus und sie kommen tatsächlich an den Jordan und sie steigen tatsächlich in das Wasser hinein.

[33:30] Die Israeliten tun also all das, was Gott gesagt hat. Sie können das Wasser nicht aufhalten, aber sie können treu dem folgen, was Gott sagt. Ihr Gehorsam aus sich heraus hätte das Wasser nicht vertrocknen lassen. Der Jordan wäre nicht beeindruckt gewesen, wenn einfach die Menschen das tun, was ihnen aufgetragen worden ist. Aber indem die Menschen Gott treu waren, konnte Gott für sie ein gigantisches Wunder wirken.

[34:03] Kann Gott in unserem Leben all die Wunder tun, die er tun möchte? Oder behindert unsere Untreue seine wunderwirkende Kraft? Schon mal drüber nachgedacht, dass Ungehorsam und Untreue so manches Wunder vielleicht vereitelt haben, das Gott getan hätte, wenn wir einfach dem gefolgt wären, was sein Wort uns gesagt hat? Denn es ist ganz deutlich: Dieses Wunder ist nur möglich, weil oder dieses Wunder geschieht, weil die Israeliten tun, was sie tun sollen. Es geschieht nicht wegen diesen Israeliten, wegen ihrem Gehorsam, aber ohne den Gehorsam wäre es nicht passiert.

[34:53] Es ist Frühling und der Bibeltext sagt deutlich: Der Jordan war überall über die Ufer getreten. Der Jordan heute ist nicht mehr zu vergleichen mit dem Jordan damals. Mittlerweile ist er so sehr menschlich bearbeitet worden. Überall wird Wasser rausgezogen für die Bewässerung. Heute ist er nur noch so ein kleines Flüsschen. Damals war er ein reißender Fluss. Die Schneeschmelze aus dem Antilibanon und aus den Gegenden dort im Norden hat den Jordan zu einem reißenden Fluss gemacht. Menschlich gesehen ist eine Überquerung jetzt unsinnig. Menschlich gesehen hätte man sagen können: "Na ja, dann lasst uns noch ein bisschen warten. Wir sind jetzt 40 Jahre unterwegs. Da kommt es auf ein paar Wochen auch nicht mehr drauf an. Lasst uns warten, bis die Schneeschmelze vorbei ist. Lasst uns warten, bis der Jordan wieder normales Wasser führt. Und dann können wir im Sommer rübergehen, im Frühsommer vielleicht oder wann auch immer. Dann nehmen wir die Furten und dann geht das auch so." Aber Gott führt das Volk an den Jordan genau an dem Zeitpunkt im Jahr, wo es von menschlicher Perspektive aus am allerunwahrscheinlichsten ist, dass man jetzt rübergehen kann. Zum ungünstigsten Zeitpunkt menschlich gesehen führt Gott das Volk an den Jordan. Sie hätten sagen können: "Ja, wir warten einfach noch ein bisschen, das ist jetzt unklug jetzt zu gehen. Warten wir einfach, bis die Situation besser ist, bis sich die Umstände geändert haben." Aber Gott hatte gesagt: "Geht jetzt." Er hatte sie aufgefordert zu gehen, obwohl menschlich gesehen Warten sinnvoll gewesen wäre. Aber jetzt tut Gott das Wunder. Und wenn sie einfach gewartet hätten und dann einfach in menschlicher Weisheit durch die Furten gegangen wären später im Sommer oder so, dann hätten wohl die Kananiter nicht den Eindruck gehabt, dass Gott in besonderer Weise für dieses Volk kämpfen wird. Sie hätten selbst nicht diese Erfahrung gemacht, dass Gott den Weg für sie bereitet. Wenn wir immer alles auf menschliche Methoden versuchen zu organisieren und zu machen, wenn wir die Probleme immer nur menschlich lösen, dann fehlt uns irgendwann das Bewusstsein für die wunderwirkende Kraft Gottes. Und ja, manche Dinge kann man vielleicht erstmal mit menschlicher Weisheit lösen. Die Israeliten hätten durchaus später menschlich ohne Probleme auch die Furten durchqueren können. Die zwei Kundschafter haben das ja vorher auch getan.

[37:14] Aber ihnen hätte dann diese Erfahrung gefehlt, dass Gott für sie dasselbe tut wie für die Generation zuvor. Die Erfahrung, die sie gebraucht hatten, gebraucht haben, um dann auch vor Jericho und vor den großen Schlachten gegen die Kananiter bestehen zu können.

[37:33] Lasst uns Gott folgen, auch wenn es manchmal menschlich unsinnig erscheint.

[37:39] Ihre Erfahrung hier hat ihnen geholfen, dann später in Josua 6 tatsächlich immer um die Stadt zu gehen, obwohl das menschlich unsinnig erschien.

[37:54] Ein reißender Fluss, über alle Ufer getreten, und jetzt sagt Gott: "Geht hindurch!" Jetzt geht das Volk voran. Die Priester tauchen ihre Füße in dieses reißende Wasser und als sie das so tun, da heißt es in Vers 16: "Als nun das Volk auszog und über den Jordan gehen wollte und als die Priester die Bundeslade trugen und als sie dann ihre Füße in den Fluss getaucht haben, da stand das Wasser, das von oben herab kam, aufgerichtet wie ein Damm, weit entfernt bei der Stadt Adam, die neben Zaretan liegt." Keiner weiß ganz genau, wo das ist, aber es scheint wohl ein ziemliches Stück weiter Richtung Norden gewesen zu sein. "Weit entfernt", sagt der Bibeltext, "aber das Wasser, das zum Meer der Araba hinabfloss, zum Salzmeer, also zum, wie wir es heute nennen, zum Totenmeer, nahm ab und verlief sich völlig." Mit anderen Worten, es war nicht so wie beim Durchzug durchs Rote Meer, dass das Wasser zu beiden Seiten stand, sondern in weiter Ferne wurde das Wasser aufgestaut und der Rest lief ab. Das Wasser fließt ja von Norden nach Süden im Jordan und dann war plötzlich alles trocken. Und jetzt zeigt sich auch, dass wenn Gott Wunder tut, er es immer wieder auch auf andere Art und Weisen tut. Die Wunder gleichen sich nicht alle eins zu eins. Gott hat 1000 Wege, von denen wir nichts wissen.

[39:27] Vers 17: "Und die Priester, welche die Bundeslade des Herrn trugen, standen fest auf dem Trockenen mitten im Jordan und ganz Israel ging auf dem Trockenen hinüber, bis das ganze Volk den Jordan völlig überschritten hatte." Die eigentliche Überquerung des Jordan wird relativ kurz erzählt. Ein langer Bericht vorher die Vorbereitung und was das Volk genau tun sollte. Dann ein, kurze anderthalb Verse sind es, die sagen, das Volk geht hinüber und dann jetzt ein ganzes Kapitel mit dem, was danach passierte als Nachbereitung.

[39:59] Offensichtlich sind die Vor- und die Nachbereitung sogar entscheidender als die Tat selbst,

[40:09] denn das, was die Vorbereitung betrifft, das ist das, was das Volk, also das Volk – das war die Aufgabe des Volkes, sich vorzubereiten. Die Nachbereitung ist das, was das Volk Gottes jetzt tun soll, um sich daran zu erinnern. Bei dem Durchzug selbst, das war Gottes Sache. Er hat das gemacht. Das Volk musste einfach nur hindurchgehen.

[40:28] Kapitel 4, Vers 1: "Es geschah aber, nachdem das ganze Volk vollens über den Jordan gezogen war, dass der Herr zu Josua redete und sprach:"

[40:44] "Nach dem Durchzug ist es noch nicht vorbei." Das Wunder ist zwar geschehen, das Volk ist jetzt auf der anderen Seite, aber Gott hat noch eine Botschaft. Vielleicht ist es für uns oft, dass wenn Gott ein Wunder getan hat, wir sagen: "Ach ja, dann wunderbar, jetzt mache ich wieder mein eigenes Ding." Aber Gottes Botschaft geht noch weiter, auch wenn das Wunder, das Eingreifen in besonderer Weise geschehen ist.

[41:06] Vers 2 und 3: "Nehmt euch aus dem Volk zwölf Männer aus, aus jedem Stamm einen Mann, und gebietet ihnen und sprecht: 'Hebt hier zwölf Steine auf mitten aus dem Jordan von dem Ort, wo die Füße der Priester gestanden haben, und bringt sie mit euch hinüber und legt sie nieder in dem Nachtlager, wo ihr diese Nacht verbringen werdet.'" Jetzt wissen wir, was der Auftrag ist für diese zwölf Männer, die schon in Kapitel 3, Vers 12 ausgesucht werden sollten.

[41:33] Sie sollen Steine aus dem Flussbett ins Lager bringen. Vers 4 und 5: "Da rief Josua die zwölf Männer, die er aus den Kindern Israels bestellt hatte, aus jedem Stamm einen Mann." Übrigens, es waren ja auch zwölf Kundschafter, die fast 40 Jahre zuvor behauptet hatten, dass man das Land nicht erobern kann. Jetzt sind es zwölf Männer, die hier ein Gedenken an das wunderbare Eingreifen Gottes aufbauen.

[42:03] Vers 5: "Und er sprach zu ihnen: 'Geht hinüber vor die Lade des Herrn eures Gottes mitten in den Jordan und hebt jeder einen Stein auf seine Schulter nach der Zahl der Stämme der Kinder Israels.'" Auch hier ist die Bundeslade zentral. Dort, wo die Bundeslade ist, von dort sollen die Steine genommen werden. Übrigens, die Bundeslade stand immer noch da. Das gesamte Volk war rübergegangen, aber die Bundeslade stand noch da und hat durch ihr Dortstehen das Wasser aufgehalten.

[42:30] Ganz wichtiger Punkt, den wir gleich noch genau betrachten werden: Die Bundeslade ist der Schlüssel, ja, der Schlüssel, um zu verstehen, warum dieses Wasser dort aufgehalten worden ist. Dazu gleich noch mehr.

[42:43] Vers 6: Was ist der Grund für diese Aufrichtung der zwölf Steine? Vers 6: "Damit sie ein Zeichen unter euch seien, wenn eure Kinder künftig fragen und sagen werden: 'Was haben diese Steine für euch zu bedeuten?' Sollt ihr ihnen sagen, dass das Wasser des Jordan vor der Bundeslade des Herrn abgeschnitten wurde. Als sie durch den Jordan gingen, sind die Wasser des Jordan abgeschnitten worden. So sollen diese Steine den Kindern Israels zu einem ewigen Gedenken dienen."

[43:17] Immer und immer wieder finden wir in den Büchern Mose schon diesen Gedanken, dass die großen Taten Gottes in Erinnerung bleiben sollen.

[43:27] 2. Mose Kapitel 13 und dort Vers 14 bis 16. Nach dem großen Auszug aus Ägypten, dem Passah, als in der zehnten Plage die Erstgeburt Ägyptens starb. Da lesen wir in 2. Mose 13 ab Vers 14: "Und wenn dich künftig dein Sohn fragen wird: 'Was bedeutet das?', so sollst du ihm sagen: 'Der Herr hat uns mit mächtiger Hand aus Ägypten rausgeführt, aus dem Haus der Knechtschaft. Denn es geschah, als der Pharao sich hartnäckig weigerte, uns freizulassen, da schlug der Herr alle Erstgeburt im Land Ägypten, von der Erstgeburt des Menschen bis zur Erstgeburt des Viehs. Darum opfere ich dem Herrn alles Männliche, das als Erstes den Mutterschoß durchbricht. Alle Erstgeburt meiner Söhne aber löse ich aus.'" Also diese Opferung der Erstgeburt der Tiere und die Auslösung der menschlichen Erstgeburt sollte erklärt werden. Sie sollte eine Erinnerung sein an etwas, was Gott getan hat, und die Kinder würden fragen und so das Evangelium kennenlernen.

[44:27] In 5. Mose Kapitel 6 und dort ab Vers 20 im Zusammenhang mit den zehn Geboten: "Wenn dich nun dein Sohn in Zukunft fragen wird: 'Was sind das für Zeugnisse, Satzungen und Rechtsbestimmungen, die euch der Herr, unser Gott, geboten hat?' Sollst du deinem Sohn sagen: 'Wir waren Knechte des Pharaos in Ägypten und der Herr führte uns mit starker Hand aus Ägypten und der Herr tat vor unseren Augen große und schreckliche Zeichen und Wunder in Ägypten an dem Pharao, an seinem ganzen Haus. Uns aber führte er von dort heraus, um uns hierher zu bringen und uns das Land zu geben, das er unseren Vätern zugeschworen hat. Und der Herr hat uns geboten, alle diese Satzungen zu halten, dass wir den Herrn, unseren Gott, fürchten und es uns gut geht alle Tage und er uns am Leben erhält, wie es heute der Fall ist.'"

[45:20] Gott wollte, dass die nächste Generation, die das nicht buchstäblich erlebt hat, auch erfährt, was Gott Großes getan hat.

[45:30] Wenn deine Kinder dich fragen, wenn du Kinder hast oder Kinder in der Gemeinde fragen: "Warum machen wir das so? Warum halten wir das so? Warum glauben wir das so?" Erzählen wir ihnen dann das, was Gott in unserem Leben getan hat? Die Antwort sollte nie sein: "Gott hat das so gesagt, keine weiteren Fragen." Die Antwort sollte nie sein: "Das machen wir schon immer so." Die Antwort sollte immer sein: "Gott hat in meinem Leben gewirkt. Er hat uns geholfen. Er hat uns befreit. Er hat uns aus Ägypten herausgeführt. Er hat uns hier durch den Jordan...

[46:05] herausgeführt. Er hat uns hier durch den Jordan gebracht. Es sind Erinnerungen an Gottes Wirken, das wir selbst erlebt haben.

[46:15] Könnte es sein, dass mehr Kinder und Jugendliche in der Gemeinde bleiben würden, wenn sie mehr davon hören würden, was Gott tatsächlich in unserem Leben getan hat? Wenn sie die Wunder sehen könnten in dem, was unseren Alltag betrifft, wenn wir mehr davon erzählen würden, wenn unsere Worte nicht immer nur von Kritik gegenüber anderen geprägt wären und Beschwerden und Murren hier, sondern von einer Freude über die Erlösung, die Gott uns schenkt? Wenn wir von der Erlösung erzählen würden, die wir persönlich erlebt haben? Gott wollte schon immer, dass die Erziehung von Kindern für die nächste Generation der Gemeinde davon geprägt wird, dass wir erzählen, was Gott in unserem Leben getan hat. Hat Gott Großes in deinem Leben getan? Hast du Wunder erlebt? Erzähl davon.

[47:11] Und es lohnt sich vielleicht auch, Erinnerungssteine zu haben, seien es Gegenstände, die man sich ja irgendwo hinstellt, um sich an etwas zu erinnern. Seien es Texte, die man sich aufschreibt, Notizen, die man sich macht, Erinnerungen, die man irgendwo präsent hat, die sagen: Gott hat mir geholfen dort und dort und dort. So wie später Samuel diesen Ort Eben-Ezer nennt: Bis hierhin hat der Herr uns geholfen.

[47:43] Vers 8: „Da machten es die Kinder Israels so, wie es Josua geboten hatte. Und sie hoben zwölf Steine aus dem Jordan, wie der Herr es Josua gesagt hatte, nach der Zahl der Stämme der Kinder Israels, und brachten sie mit in das Nachtlager und legten sie dort nieder.“ Der Auftrag wird ausgeführt.

[48:01] Vers 9: „Und Josua richtete auch zwölf Steine mitten im Jordan auf.“ Also zusätzlich zu dem, was Gott geboten hatte, macht Josua noch eine weitere Erinnerung: zwölf Steine mitten im Jordan an der Stelle, wo die Füße der Priester gestanden hatten, welche die Bundeslade trugen. „Die sind noch dort bis zu diesem Tag.“ Dieser Gedenkort war noch offensichtlich viele Generationen später zu sehen.

[48:25] Vers 10 und 11: „Die Priester aber, welche die Lade trugen, standen mitten im Jordan, bis alles ausgerichtet war, was der Herr Josua geboten hatte, dem Volk zu sagen, ganz wie Mose es dem Josua geboten hatte und das Volk ging rasch hinüber.“ „Als nun das ganze Volk vollständig hinübergegangen war, da zog die Lade des Herrn auch hinüber und die Priester vor den Augen des Volkes.“

[48:45] Die Bundeslade war die Vorhut in den Jordan gewesen, aber sie war auch die Nachhut aus dem Jordan heraus. Sie ging als Erstes und kam als Letztes. Man konnte ja nicht zwei Bundesladen haben, aber so wurde trotzdem dieser Gedanke ganz deutlich: Gott geht uns voraus und er geht uns hinterher. Wir sind sozusagen umschlossen von Gottes Führung.

[49:17] Vers 12 und 13: „Die Söhne Rubens aber und die Söhne Gads und der halbe Stamm Manasse gingen in Kampfordnung von den Kindern Israels her, wie Mose zu ihnen geredet hatte. Etwa 40.000 als zum Krieg Gerüstete zogen vor dem Herrn zum Kampf in die Ebene von Jericho.“

[49:30] Jetzt ist eine interessante Sache. Wir haben in Kapitel 1 gelesen, dass sie den Auftrag hatten, ihrem Versprechen gegenüber Mose treu zu sein und sie haben auch versprochen, das zu tun. Wir lesen in Josua 22 und dort Vers 1 bis 3, dass sie auch tatsächlich in aller Treue gehandelt haben. Das heißt ja in Vers 2: „Und er sprach zu ihnen: Ihr habt alles gehalten, was euch Mose, der Knecht des Herrn, geboten hat und habt in meiner Stimme gehorcht in allem, was ich euch geboten habe. Ihr habt eure Brüder während dieser langen Zeit nicht im Stich gelassen bis zu diesem Tag und habt getreulich festgehalten an dem Gebot des Herrn, eures Gottes.“

[50:07] Nun, man könnte oberflächlich denken, wenn man den Text oberflächlich liest, dass sie einfach Kinder und Frauen zurückgelassen haben und allesamt dort gekämpft haben in Palästina. Aber wenn man sich die Liste in 4. Mose 26 anschaut, ähm, wie viel kampffähige Soldaten diese Stämme hatten, dann stellt man fest: Ruben hatte 43.730, Gad hatte 40.500, Manasse hatte 52.700. Wir hören, es war der halbe Stamm Manasse. Wenn wir es einfach durch zwei teilen – wir wissen ja nicht ganz genau, ob das Hälfte Hälfte war –, dann wären das bei 26.350. Das heißt, ungefähr Pi mal Daumen dürfte die Gesamtstärke an kampffähigen Männern bei über 100.000, bei circa 110.000 Männern gelegen haben. Und Josua sagt uns in Josua 4 Vers 13, von diesen über 100.000 Männern sind 40.000 mitgezogen und das war in Gottes Augen eine vollständige Erfüllung des Versprechens.

[51:07] Was sagt uns das? Das sagt uns, dass wenn wir im Werk Gottes uns einsetzen, es richtig ist, wenn wir trotzdem auch Zeit für die Familie verwenden. Gott verlangte nicht von diesen zweieinhalb Stämmen, dass sie jahrelang Frauen, Kinder und Herden völlig schutzlos ausliefern. Über die Hälfte durfte zurückbleiben als notwendiger Schutz der Familien dort. Und alles, was man irgendwie entbehren konnte, wurde jetzt mit in die Schlacht in Kanaan mit hineingeworfen. Alles, was nicht dringend notwendig war für die Familien, hat man investiert in das Werk Gottes. Wenn wir das Werk Gottes an die erste Stelle setzen, dürfen wir trotzdem genügend Zeit und Ressourcen auf unsere eigenen Familien verwenden. Gott möchte nicht, dass wir im Wirken für ihn unsere eigene Familie aufs Spiel setzen.

[52:00] Und das finde ich ein sehr ermutigender Gedanke. Über die Hälfte war im Ostjordanland geblieben, hat auf die Familien und Herden aufgepasst, aber alles, oder anders gesagt, so viel man tatsächlich aufbringen konnte von all dem, hat man in das Werk Gottes gesteckt für die Eroberung des Landes Kanaan.

[52:22] Wenn Gott uns in die Arbeit für sein Werk beruft, bedeutet das nicht, dass wir unsere eigenen Familien dafür opfern müssen. Wir dürfen für unsere Familien sorgen und gleichzeitig alles, was wir darüber hinaus an Kräften verfügen, in das Werk Gottes investieren.

[52:39] Vers 14. Verzeiht, Vers 14 hier: „An diesem Tag machte der Herr den Josua groß vor den Augen von ganz Israel und sie fürchteten ihn, wie sie Mose gefürchtet hatten, sein ganzes Leben lang.“ Das, was Gott versprochen hatte in Kapitel 3, Vers 7, hat sich jetzt hier erfüllt.

[52:59] Und der Herr sprach zu Josua: „Gebiete den Priestern, welche die Lade des Zeugnisses tragen, dass sie aus dem Jordan heraufsteigen.“ Und Josua befahl den Priestern und sprach: „Steigt herauf aus dem Jordan.“ Und als die Priester, welche die Bundeslade des Herrn trugen, aus der Mitte des Jordan heraufstiegen und die Fußsohlen der Priester kaum das Trockene berührt hatten, da kehrte das Wasser des Jordan wieder in das Flussbett zurück und trat über alle seine Ufer wie zuvor.

[53:24] Was das Wasser aufgehalten hatte, war die Bundeslade, also symbolisch die Bundeslade. Es sollte sich einbrennen, das Verständnis, das Gedächtnis der Israeliten, dass es die Bundeslade war – symbolisch. Solange die im Wasser stand, wurde der Weg bereitet.

[53:51] Schauen wir heute im Glauben auf die Bundeslade, die uns den Weg bereitet, das gelobte Land?

[53:59] Vers 19: „Es war aber der zehnte Tag des ersten Monats, genau 40 Jahre, nachdem die Israeliten in Ägypten das Lamm in ihr Haus genommen hatten, vier Tage vor dem Passah, als das Volk aus dem Jordan heraufstieg und sie lagerten sich in Gilgal an der Ostgrenze des Gebietes von Jericho.“

[54:16] Und Josua richtete die zwölf Steine, die sie aus dem Jordan genommen hatten, in Gilgal auf. Und er redete zu den Kindern Israels und sprach: „Wenn eure Kinder ihre Väter fragen und sagen werden: Was bedeuten diese Steine? So sollt ihr es euren Kindern erklären und sagen: Israel ging auf trockenem Boden durch diesen Jordan.“ Was nützen die Steine, wenn sie dort stehen, aber niemand die Geschichte erzählt?

[54:38] Wir müssen tatsächlich nicht einfach nur Erinnerungsorte schaffen, wir müssen von unseren Erfahrungen mit Gott erzählen.

[54:49] Und so bekommen die Israeliten den Auftrag, ein Auftrag, der auch an uns gerichtet ist, dass das, was Gott in unserem Leben gewirkt hat, dass wir das unseren Kindern und Kindeskindern weitergeben.

[55:01] Vers 13: „Als der Herr, euer Gott, das Wasser des Jordan vor euch vertrocknen ließ, bis ihr hinübergegangen wart, ebenso wie der Herr, euer Gott, es am Schilfmeer getan hat, dass er vor uns vertrocknen ließ, bis wir hindurchgegangen waren.“

[55:14] Hier sehen wir jetzt auch explizit die Parallele zum Durchzug durch das Rote Meer.

[55:19] Und dann Vers 24: „Damit alle Völker auf Erden erkennen, wie mächtig die Hand des Herrn ist. Und damit ihr den Herrn, euren Gott, allezeit fürchtet.“

[55:34] Das Ziel ist ein doppeltes Ziel.

[55:39] Gottes Name und Kraft sollen auf der ganzen Welt verkündigt werden. Das haben wir schon in Josua 3 gesehen, dass Gott der Herr der ganzen Erde ist. Das ewige Evangelium soll in der ganzen Welt gepredigt werden. Der Durchzug durch den Jordan war ein Mittel, um überall bekannt zu machen: Gott ist mit den Israeliten. Er ist der wahre Gott. Er kann wirklich Wunder tun. Und der zweite Grund, das zweite Ziel, besser gesagt, war: Die Israeliten sollten Gott allezeit fürchten.

[56:10] Wir lesen in 2. Mose 20 und dort Vers 20: „Mose aber sprach zum Volk“ – haben wir wieder die Parallele zum Sinai – „Fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, um euch zu prüfen und damit die Furcht vor ihm euch vor Augen sei, damit ihr nicht sündigt.“ Der Durchzug durch den Jordan sollte zum einen die ganze Welt von der Kraft Gottes überzeugen, die ja letztlich sich im Evangelium offenbart. Römer 1, Vers 16.

[56:42] Und sie sollte den Israeliten zeigen, dass das, was Gott am Sinai zu ihnen gesagt hat, also was Mose zu ihnen gesagt hat, dass sie Gott fürchten sollen – was übrigens ja die Hauptkernaussage am Anfang des ewigen Evangeliums ist: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre“ –, dass diese Aussage Moses, „damit ihr nicht sündigt“, etwas ist, das sie tatsächlich in ihrem Leben erleben können.

[57:16] Weil sie jetzt wissen, dass selbst das reißendste Wasser aufgehalten werden kann durch die Bundeslade.

[57:28] Gott ist in der Lage, jeden reißenden Strom aufzuhalten, auch den Strom, der menschlich nicht zu durchqueren scheint. Und unser Leben ist geprägt von solchen reißenden Strömen, von erlernten und ererbten Neigungen zur Sünde. Manche sind so stark, manchmal ist der Trieb so stark, ist die Strömung so stark, dass wir menschlich nicht dadurch kommen. Lieber Freund, liebe Freundin, die Bundeslade ist stark genug. Der Sühnedeckel ist stark genug. Das, was Jesus im Allerheiligsten für uns jetzt tut, ist stark genug. Wenn wir darauf glauben, wenn wir im Glauben darauf schauen, kann Gott die Strömung aufhalten.

[58:13] Wenn wir auf die Bundeslade im Glauben schauen, wo Jesus jetzt für uns dient, im himmlischen Allerheiligsten. Wenn wir das ewige Evangelium des neuen Bundes im Herzen tragen, dann kann Gott ein Wunder tun, das menschlich unmöglich ist. Er kann sogar die stärksten Strömungen der Neigung zur Sünde aufhalten, solange wir der Bundeslade folgen.

[58:37] Er kann uns den Sieg schenken.

[58:42] Und wenn wir diese Erfahrung machen, dann werden wir auch gestärkt für die Kämpfe der Endzeit. Wenn wir die Erfahrung machen, dass wir nicht ständig dieselben Sünden tun müssen, obwohl uns die Strömung sozusagen in die Richtung drängt, wenn wir plötzlich merken, es gibt einen Weg hindurch, dann wird uns das zur Stärkung dienen, weil wir wissen auch, was noch für Riesen kommen mögen in der Endzeit. Wir wissen: Gott hat mir den Sieg geschenkt. Erinner dich daran an die Siege, die Gott dir geschenkt hat über ererbte und erlernte Neigungen zur Sünde. Erinner dich an die Siege, wo du trockenen Fußes entlang gegangen bist, obwohl du dachtest, das schaffe ich nie. Erinner dich daran. Es ist die Kraft Gottes, die dir den Sieg geschenkt hat.

[59:26] Lieber Freund, liebe Freundin, möchtest du heute im Glauben Jesus folgen, der jetzt an der himmlischen Bundeslade steht, dem Thron Gottes im Allerheiligsten? Möchtest du ihm folgen, der jetzt für dich eintritt und der dich auf den Eingang in das himmlische Kanaan vorbereitet? Möchtest du ihm heute sagen: „Herr, du siehst die Strömung in meinem Leben und vielleicht ist momentan gerade Schneeschmelze, vielleicht tritt momentan alles über die Ufer. Vielleicht ist es schlimmer als je zuvor.“ Aber deine Bundeslade, der Gnadenthron, dein Wirken für mich im himmlischen Allerheiligsten ist stark genug.

[1:00:06] Du sollst meine Vorhut sein, sollst meine Nachhut sein und in deiner Kraft, unter deinem Schutz, will ich vorwärtsgehen.

[1:00:15] Das ist dein Wunsch. Ich möchte mir das neu heute hier vornehmen. Du auch. Lass uns gemeinsam beten.

[1:00:24] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast. Danke, dass wir wissen dürfen, dass egal wie stark die Strömung ist, die Bundeslade ist stärker. Egal, wie weit die Dinge über die Ufer getreten sind, mit deiner Gegenwart können wir trockenen Fußes ans Ziel gelangen. Und Herr, wir möchten dich bitten, dass du uns diesen Glauben schenkst, dir zu folgen, dir zu vertrauen, aus deinem Wort zu leben und hab Dank, dass du zu uns gesprochen hast, denn wir möchten das in Anspruch nehmen und unser Leben neu in dir von ganzem Herzen. Im Namen Jesu. Amen.

[1:01:10] Nächste Woche wollen wir uns dann mit den nächsten Abschnitten im Buch Josua beschäftigen. Freut euch auf spannendes Bibelstudium. Bis dahin wünschen euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes.


Lizenz

Copyright ©2025 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.