In dieser sechsten Folge der „Christ Study Hour“ beleuchtet Christopher Kramp die tragische Geschichte von Achan und der Niederlage Israels bei Ai aus Josua Kapitel 7 und 8. Er betont die Gefahr des „Feindes im Inneren“ – der Sünde und Untreue gegenüber Gott – und wie menschliche Einschätzungen ohne göttliche Weisheit zu verheerenden Folgen führen können. Die Lektion unterstreicht Gottes Gerechtigkeit und die Bedeutung des Vertrauens und Gehorsams gegenüber seinen Geboten, selbst wenn sie auf den ersten Blick einschränkend erscheinen.
Christ Study Hour – Das Buch Josua: 6. Der Feind im Inneren
Christopher Kramp · J.O.S.U.A. BW Camp 2021 - PRESS TOGETHER! ·Themen: 1. Petrus, Bibelstudium, Esra, Josua, Lukas, PsalmenWeitere Aufnahmen
Serie: J.O.S.U.A. BW Camp 2021 - PRESS TOGETHER!
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Transkript
[0:34] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Wie immer gilt ein herzliches Willkommen allen Zuschauern auch auf dem Sender Das Wort zur mittlerweile sechsten Folge unserer Serie über das Buch Josua. Heute wollen wir uns eine Geschichte anschauen, die wirklich zu den Traurigsten in der Bibel gehört. Eine dramatische Geschichte, aber eine Geschichte auch voller ernster und wichtiger Warnungen für uns. Und auch eine Geschichte, die uns am Ende eine deutliche Tür der Hoffnung zeigt. Wir wollen heute Josua Kapitel 7 und 8 studieren: Die Geschichte der Eroberung von Ai und die Geschichte von Achan. Unter dem Thema "Der Feind im Inneren" wollen wir uns auf das Bibelgespräch am 8. November vorbereiten und wir möchten diese so wichtige und auch berührende Geschichte unter der Führung des Geistes Gottes studieren. Wir möchten mit einem Gebet starten und Gott bitten, dass er uns hilft, diese Begebenheit so zu verstehen, aus seinen Augen zu betrachten, so wie er sie sieht und damals gesehen hat und auch heute uns etwas daraus geben und lehren möchte. Lass uns gemeinsam beten.
[2:01] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen für dein Wort. Es gibt so viele interessante Dinge, die du uns dort zeigst und auch viele ernste und tiefgehende Warnungen und Geschichten, die uns wirklich zu denken geben. Und wenn wir jetzt die Geschichte von Ai und von Achan lesen, möchten wir dich bitten, dass du zu unseren Herzen persönlich sprichst. Wir möchten dich bitten, dass das nicht nur Informationen sind, die in unser Gehirn kommen, sondern dass du uns zeigst, was das mit uns, unserer Familien, unseren Gemeinden, mit uns persönlich, was das mit uns zu tun hat. Wir möchten dich bitten, dass du jetzt unser Lehrer bist und hab Dank dafür im Namen Jesu. Amen.
[2:49] Wir beginnen unser Studium heute noch nicht im Buch Josua. Da werden wir gleich hinkommen, sondern in Jeremia 17. Dort finden wir auch den Merkvers für diese Woche und der passt sehr gut und gibt uns die Gelegenheit, uns auch geistlich auf dieses Thema und diese Geschichte einzustellen. Eine Geschichte, die uns auch durchaus herausfordert und uns zum Nachdenken bringen möchte. Jeremia Kapitel 17 und dort in Vers 9.
[3:26] „Überaus trügerisch ist das Herz und bösartig.“ Und dann stellt hier Jeremia eine Frage, und das wird eine Frage gestellt: „Wer kann es ergründen?“ Und dann kommt Vers 10, der Merkvers für unsere Lektion diese Woche. Vers 10 ist die Antwort auf die Frage von Vers 9. Dort wurde gesagt, dass das Herz so böse ist, so trügerisch, so verführerisch, dass wir selbst unser eigenes Herz nicht kennen. Lieber Freund, liebe Freundin, vielleicht kennst du das auch, hast es schon verstanden? Vielleicht ist es dir noch nicht bewusst, aber dein und mein Herz sind so böse, dass wir selbst nicht einmal wissen, wie böse unser Herz für sich genommen alleine ist. Es verführt uns. Wir können es nicht ergründen. Aber diese Frage: „Wer kann es ergründen?“, ist keine rhetorische Frage, sondern sie wird im nächsten Vers beantwortet. In Vers 10. Gott sagt: „Ich, der Herr, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem Einzelnen zu vergelten, entsprechend seinen Wegen, entsprechend der Frucht seiner Taten.“ Gott kennt unser Herz und er ist der Einzige, der tatsächlich gerecht richten kann. Wir könnten nicht mal über uns selbst richten, geschweige denn über andere. Wenn wir schon unser eigenes Herz nicht kennen, wie können wir das Herz von anderen kennen? Aber Gott kennt sowohl das Herz anderer als auch mein Herz. Er kann gerecht richten und er richtet entsprechend unseren Wegen, entsprechend dessen, was unsere Taten hervorgebracht haben. Wir werden sehen, dass genau das in der Geschichte, die wir heute betrachten wollen, ganz deutlich wird. Gott ist der Einzige, der bis ins Verborgene hineinsieht.
[5:30] Aber direkt vor diesen beiden Versen, in meiner Schlachterbibel ist dort eine Zwischenüberschrift zwischen diesen beiden Versen und den Versen davor, aber die hat natürlich Jeremia nicht geschrieben und im Grunde genommen ist es ein Kontext, ein Gedankengang, der hier immer weitergeführt wird. Natürlich in Vers 7 und 8 finden wir die Lösung für das Problem von Vers 9. Dort heißt es nämlich: „Gesegnet ist der Mann, der auf den Herrn vertraut.“ Mit anderen Worten, der Gott glaubt, der im Vertrauen auf Gott lebt, der auf den Herrn vertraut und dessen Zuversicht der Herr geworden ist, „denn er wird sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und seine Wurzeln am Bach ausstreckt, der die Hitze nicht fürchtet, wenn sie kommt, sondern seine Blätter bleiben grün. Auch in einem dürren Jahr braucht er sich nicht zu sorgen und er hört nicht auf, Frucht zu bringen.“ Haben wir auch die Frucht?
[6:26] Gott wird die Bösen richten entsprechend der Frucht ihrer Taten, denn er ergründet ihre Herzen. Aber wer auf Gott vertraut, wer auf Gott achtet, wer auf ihn hört, wer Gott zu seiner Zuversicht macht, der wird auch in schwierigen Zeiten ein grüner Baum bleiben. Das erinnert uns natürlich, diese Worte hier in Vers 7 und 8, an Psalm 1, Vers 1. „Wohl dem“, gleicher Gedanke wie „gesegnet“. „Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch sitzt auf dem Weg der Sünde, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht.“
[7:19] „Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, seine Frucht bringt zu seiner Zeit und seine Blätter verwelken nicht und alles, was er tut, gerät wohl.“ Und von hier können wir eine Brücke zu Josua schlagen, denn auch Josua wurde gesagt, er solle über Gottes Gesetz nachdenken, Tag und Nacht. In Josua Kapitel 1 halten wir also diesen Gedanken im Hinterkopf: Unser menschliches Herz ist so böse, wir wissen nicht einmal selbst, wie böse wir sind. Wir können weder uns noch andere richten. Was wir tun können, ist Gott zu vertrauen. Uns von den Bösen fernhalten, über Gottes Gesetz nachdenken, über sein Wort nachdenken, ihm folgen, ihm glauben, sodass er in unserem Leben wirken kann. Aber wenn wir das nicht tun, dann sind wir unseren eigenen Herzen hilflos ausgeliefert und Gott sieht alles und hört alles und wird es entsprechend unserer Werke gerecht richten.
[8:22] Um Josua Kapitel 7 und 8 richtig verstehen zu können, muss man natürlich Josua 6 im Hinterkopf haben, denn Josua Kapitel 7, Vers 1, setzt Josua 6 voraus: die Einnahme von Jericho unter dem direkten Eingreifen Gottes, der mit seiner Engelmacht, Engelheerschar, Herrscher der Engel, die Mauern von Jericho zum Einstürzen gebracht hat.
[8:52] Die Einnahme von Jericho zeigt, welche Siege mit Gottes Kraft möglich sind. Wer auf Gott vertraut, vor dem können selbst die Mauern von Jericho nicht bestehen bleiben. „Glückselig ist derjenige, der Gottes Gesetz nachsinnt Tag und Nacht“, haben wir im Psalm 1 gelesen, „gesegnet der Mann, der auf den Herrn vertraut.“ Eins ist sicher, die Eroberung von Jericho war eine Sache, ein Sieg des Glaubens.
[9:19] Jesus selbst hatte sich zu Josua und dem Volk gestellt als Kriegsmann. Er selbst hatte für sie gekämpft. Sie hatten ihm geglaubt in der Ausführung seiner Anweisung, um die Stadt zu ziehen. Und er hatte den Sieg geschenkt und sie hatten mit ihm zusammengearbeitet, diesen Sieg in Anspruch genommen, indem sie dann über die Mauern gestiegen sind.
[9:49] In Josua 6 und dort ab Vers 17 lesen wir Folgendes: Bevor die Israeliten in die Stadt eingedrungen sind, gab es eine eindeutige, unmissverständliche und ausdrückliche Warnung und Ansage. Wir lesen ab Vers 17 in Josua Kapitel 6: „Aber diese Stadt und alles, was darin ist, soll dem Bann des Herrn verfallen sein. Alles soll gebannt sein.“ Nur jetzt kommt die Ausnahme: „Nur die Rahab soll am Leben bleiben, sie und alle, die bei ihr im Haus sind.“ Das haben wir studiert im Zusammenhang mit Josua Kapitel 2. Ihr Akt des Glaubens, diese ähm, die Schnur hängen zu lassen, hat bewiesen, dass sie wahren Glauben hat. „Nur die Rahab soll am Leben bleiben, sie und alle, die bei ihr im Hause sind, denn sie hat die Boten verborgen, die wir aussandten. Ihr aber hütet euch vor dem Gebannten, damit ihr nicht, nachdem ihr daran den Bann vollstreckt habt, doch von dem Gebannten etwas nehmt und über das Lager Israels einen Bann bringt und es ins Unglück kommt.“ Gott kennt die Zukunft und er warnt das Volk explizit: „Nehmt nichts von dem Gebannten.“
[11:05] Wenn Gott uns Siege schenkt, gibt er uns auch Gebote. Und wir, wenn wir den Sieg in Anspruch nehmen wollen, müssen wir auch uns verpflichten, den Geboten zu folgen. Vers 19: „Aber alles Silber und Gold samt den ehernen und eisernen Geräten soll dem Herrn geheiligt sein. Es soll in den Schatz des Herrn kommen.“ Hier wird ganz deutlich gesagt, die Menschen in der Stadt sollten alle umgebracht werden und die Schätze gehörten alle Gott.
[11:35] Alles Silber, alles Gold, alle metallenen Geräte, alles, was irgendwie wertvoll war, sollte direkt zu Gott ins Heiligtum sozusagen in seinen Schatz kommen.
[11:53] Dieses Verbot, irgendetwas von der Beute zu nehmen, war, so ergibt sich aus dem Bibelstudium, auf die Stadt Jericho beschränkt. Denn schon in der nächsten Eroberung, in der Eroberung von Ai, heißt es explizit in Josua Kapitel 8, Vers 1: „Und der Herr sprach zu Josua: Fürchte dich nicht und sei nicht verzagt. Nimm alles Kriegsvolk mit dir und mache dich auf und ziehe hinauf nach Ai. Ich habe den König von Ai in deine Hand gegeben, samt seinem Volk und seiner Stadt und seinem Land. Und du sollst mit Ai und ihrem König verfahren, wie du mit Jericho und seinem König verfahren wirst, außer dass ihr die Beute und ihr Vieh unter euch teilen dürft.“ Schon in der nächsten Stadt hatten Israeliten das Recht, von der Beute zu nehmen. Das Verbot, Beute in Jericho zu nehmen, war also nicht etwas, das sie ihr gesamtes Leben hätten befolgen müssen. Es galt allein so in dieser strikten Form nur für die Stadt Jericho.
[12:53] Wir sehen das dann auch in Josua Kapitel 8, Vers 27: „Doch das Vieh und die Beute dieser Stadt teilte Israel unter sich nach dem Wort des Herrn, dass er Josua geboten hatte.“ Gott hatte ja versprochen, dass sie bei der Eroberung des Landes ja auch Dinge in Besitz nehmen würden. In 5. Mose Kapitel 6 wird deutlich, dass ihnen Großes gegeben werden würde. Das heißt hier in 5. Mose 6 ab Vers 10: „Wenn dich nun der Herr, dein Gott, in das Land bringen wird, von dem er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, es dir zu geben, große und gute Städte, die du nicht gebaut hast und Häuser voll von allem Guten, die du nicht gefüllt hast und ausgehauene Zisternen, die du nicht ausgehauen hast, Weinberge und Ölbäume, die du nicht gepflanzt hast und wenn du isst und satt geworden bist und dann geht es weiter, dass sie den Herrn nicht vergessen sollen.“ Der Punkt ist, die Israeliten sollten sehr viel bekommen. Sie sollten nicht einfach nur Gottes ausführendes Organ sein und nichts erhalten. Sie sollten eine ganze Menge bekommen: Städte, Häuser, Weinberge, Ölbäume, Zisternen, alles Gute in den Häusern. Nur in Jericho, bei der ersten Eroberung, sollte alles dem Bann verfallen sein. Keine Beute für die Israeliten. Die erste Stadt sollte vollständig Gott gehören.
[14:15] Man hat fast den Eindruck, als war die erste eroberte Stadt Jericho so was wie Gottes Anteil, der zuerst seinen Anteil bekommt und dann in den nächsten folgenden Eroberungen die Israeliten jeweils auch von der Beute nehmen können. Die Frage war also, könnten die Israeliten noch einen Moment warten, bis Gott ihnen die Beute, die er versprochen hat, geben würde? Würden sie darauf vertrauen, dass sie nicht leer ausgehen bei der Eroberung dieses Landes? Oder würden sie die erstbeste Gelegenheit nutzen, um sich an dem zu vergreifen, was Gott explizit als sein Eigentum bezeichnet hat?
[14:58] Mit diesem Hintergrund lesen wir jetzt in Josua 7 und dort Vers 1: „Aber die Kinder Israels vergriffen sich an dem Gebannten.“ Das Hebräische bedeutet eigentlich wörtlich so etwas: Sie begingen Untreue. Und das wird sogar noch besonders betont, in dem – das kann man im Deutschen gar nicht so wiedergeben –, dass sowohl als Tätigkeitswort „veruntreuen“ und dann noch mal das Wort „Untreue“ noch mal dazu gesetzt wird. Das ist so wie in 1. Mose 2,17: „Sterbend werdet ihr sterben.“ Also das ist jetzt ein anderes grammatisches Beispiel, dass etwas doppelt gesagt wird, es wiederholt wird, um das zu verstärken. Sie begingen Untreue. Wird besonders betont.
[15:50] Als ob Gott sagen wollte: Nach diesem gigantischen Sieg, den niemand menschlich für möglich gehalten hätte, den Gott bewirkt hat und nach der ausdrücklichen Anweisung, haben sie Untreue begangen. Sie haben sich vergriffen. Sie haben das, was Gott gehört, geklaut. Wir lesen weiter: „Denn Achan, der Sohn Karmis, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Serachs vom Stamm Juda, nahm etwas von dem Gebannten, da entbrannte der Zorn des Herrn über die Kinder Israels.“ Wir haben gesehen, die Schätze von Jericho gehörten jetzt – oder sie gehörten sowieso Gott, aber Gott hatte sie explizit als seinen Anteil, als seinen Schatz, als das Gebannte in Anspruch genommen. Achan beraubt hier sehr direkt Gott.
[16:53] Vers 2: „Und Josua sandte Männer aus von Jericho nach Ai, das bei Bet-Awen liegt, östlich von Bethel. Und er sprach zu ihnen: Geht hinauf und kundschaftet das Land aus. Die Männer gingen hinauf und kundschafteten Ai aus.“ So wie bei Jericho sendet Josua Spione. Übrigens ist die genaue Lokalisierung von Ai in der biblischen Archäologie umstritten. Da können wir heute aus Zeitgründen nicht in die Debatte einsteigen.
[17:21] Vers 3: „Und als sie wieder zu Josua kamen, sprachen sie zu ihm: Lass nicht das ganze Volk hinaufziehen. Etwa zwei oder dreitausend Mann sollen hinaufziehen und Ai schlagen. Bemühe nicht das ganze Volk dahinzugehen, denn sie sind wenige.“ Die Stadt ist längst nicht so groß wie Jericho, nicht so zahlreich.
[17:40] Nach menschlicher Einschätzung war das fast im Vorbeigehen zu erledigen. Menschliche Einschätzung basiert auf dem, was man sieht, was man in Erfahrung bringen kann, auf dem, was die Sinneseindrücke uns sagen. Die Männer konnten Menschen zählen. Sie konnten Mauern messen, einschätzen. Was sie nicht sehen konnten, war der wahre geistliche Zustand. Sie wussten nichts von Achan und seiner Sünde. Sie wussten noch nichts von Gottes Gedanken. Sie kannten den wahren geistlichen Kampf, der gerade stattfand. Sie kannten ihn nicht.
[18:21] Wie oft beurteilen wir Angelegenheiten in der Gemeinde? Einfach nur indem wir Statistiken auswerten, Menschen zählen, Kilometer ausrechnen, Geld zählen und wissen gar nicht, was der wahre geistliche Zustand ist von Geschwistern in der Gemeinde, was wirklich gerade auf dem Spiel steht, welche Wendung gerade der große Kampf in unserem Kontext genommen hat.
[18:46] Aber Josua und das Volk verlassen sich auf die menschliche Einschätzung. Die war ja rational, die war nicht fanatisch, die war nicht durchgedreht, die war auch nicht völlig verantwortungslos, die war halt menschlich.
[19:04] Aber in diesem Kampf ging es um mehr als nur um Militärtaktik. In diesem Kampf ging es um den großen Kampf. Hier trafen Gott und seine Gerechtigkeit auf die Kanaaniter mit ihrer abgrundtiefen Sünde. Hier ging es um die Frage, wie Gott mit dieser Sünde umgeht.
[19:30] Hier ging es um die Frage, wie Gott mit Sünde allgemein umgeht und dass Gott nicht auf der einen Seite die Kanaaniter vernichten kann für ihre schlimme Sünde und dann die Israeliten – und dann nehmen die Israeliten genau von dem für sich selbst. Das ist ein Problem.
[19:53] Was wäre passiert, wenn man erst einmal gründlich gebetet hätte und Gott um Weisheit gebeten hätte? Wir sehen auch später in der Geschichte von Gibeon, dass man auch dort den Fehler gemacht hat, nach den eigenen Sinneswahrnehmungen, einfach nach der Einschätzung eine Entscheidung zu fällen, ohne zu wissen, was eigentlich wirklich vor sich geht. Denn unser menschlicher Verstand ist zwar von Gott gegeben, aber trotzdem beschränkt. Ohne Gottes Hilfe machen wir immer wieder Fehler.
[20:23] Vers 4: „So zogen vom Volk etwa dreitausend Mann hinauf, aber sie flohen vor den Männern von Ai.“ Der tatsächliche militärische Schaden erscheint zunächst vergleichsweise, wenn wir so Zahlen aus dem Ersten, Zweiten Weltkrieg oder von heute kennen, vielleicht überschaubar. „Und die Männer von Ai erschlugen etwa 36 Mann von ihnen.“ Aber sind 36 Mann zu viel.
[20:43] 36 Mann, die Familien hatten, die nicht damit gerechnet hatten, dass bei der Eroberung des Landes Kanaan ihre Männer jetzt sterben.
[20:58] Und die Folgen sind noch viel weitergehender, als nur dass 36 Mann gestorben sind. Das heißt, „die Männer von Ai erschlugen etwa 36 Mann von ihnen und jagten ihnen nach vom Stadttor bis nach Schebarim und schlugen sie am Abhang. Da wurde das Herz des Volkes verzagt und zerfloss wie Wasser.“ Das war nicht nur eine Niederlage gewesen, es hat direkte Auswirkung auf die Kampfmoral des Volkes Israel.
[21:27] Weitreichende Wirkung. Wir lesen weiter. Vers 6: „Josua aber zerriss seine Kleider und fiel auf sein Angesicht zur Erde vor der Lade des Herrn bis zum Abend, er und die Ältesten Israels und sie warfen Staub auf ihre Häupter.“
[21:40] Und Josua sprach: „Ach Herr, Herr, warum hast du denn dieses Volk über den Jordan geführt, um uns in die Hände der Amoriter zu geben und uns umzubringen? Oh, hätten wir uns doch entschlossen, jenseits des Jordan zu bleiben.“ Man reibt sich fast die Augen, wenn man diese Worte liest von Josua. Man würde denken, na ja, aber sie haben eine Niederlage erlitten. Ein paar wenige Soldaten sind getötet worden. Sie haben ja noch so viele. Warum gleich diese dramatischen Worte?
[22:12] Aber die nächsten Verse offenbaren, was das Problem war.
[22:16] Vers 9: „Ach Herr, was soll ich sagen, nachdem Israel seinen Feind den Rücken gekehrt hat? Wenn das die Kanaaniter und alle Einwohner des Landes hören, so werden sie uns umzingeln und unseren Namen von der Erde ausrotten. Was willst du nun für deinen großen Namen tun?“ Josua verstand. Diese scheinbar überschaubare Niederlage hatte enorme Konsequenzen, denn das würde den restlichen Kanaanitern im Land signalisieren: Man kann die Israeliten schlagen.
[22:48] Und er befürchtet nun, dass sich alle Kanaaniter, die eigentlich in Stadtkönigtümern so ein bisschen separat jeder für sich sind, zusammenschließen werden. Wir sehen sogar später dann in den nächsten Kapiteln, dass es zu solchen Allianzen kommt, dass sich die Könige versammeln, um jetzt gegen Israel zu kämpfen. Der Gedanke war also nicht abwegig hier von Josua.
[23:12] Und alle Kanaaniter auf einmal und dann das Volk in einer so ängstlichen und verunsicherten Situation und Verfassung. Könnte das vielleicht zur Auslöschung von Israel führen? Eine wirklich existentielle Krise von außen betrachtet, mit menschlicher Militärtaktik betrachtet, etwas, was man wieder korrigieren könnte, aber in Wirklichkeit eine wirklich existenzielle Krise.
[23:46] Josua sorgt sich um den Namen Gottes. Alle Israeliten wussten, dass die Kanaaniter wussten, dass sie hier im Namen Gottes unterwegs sind.
[24:02] Aber Gott macht sich keine Sorgen um seinen Namen. Gott weiß genau, was das Problem ist. Und er erklärt es dem Josua sehr genau. Vers 10: „Da sprach der Herr zu Josua: Steh auf, warum liegst du denn auf deinem Angesicht? Israel hat sich versündigt. Sie haben auch meinen Bund übertreten, den ich ihnen geboten habe, indem sie von dem Gebannten genommen und davon gestohlen und es verheimlicht und unter ihre Geräte gelegt haben.“ Manchmal wird der Eindruck erweckt, wenn man nur sich einmal für Gott entschieden hat und Gott die Treue gelobt hat, dann sind jetzt Sünden, die man begeht, nicht so dramatisch, als ob die Sünden, die man...
[24:39] dramatisch, als ob die Sünden, die man als Gläubiger begeht, irgendwie weniger ins Gewicht fallen würden, als die Sünden, die man begeht, wenn man ungläubig ist. Aber Gott macht ganz deutlich: Dieses Volk, das im Namen Gottes sogar Krieg geführt hat, vorangegangen ist im Glauben, hat unter sich Menschen, die den Bund übertreten haben, indem sie gesündigt haben.
[25:08] Und jetzt heißt es in Vers 12: "Darum können die Kinder Israels vor ihren Feinden nicht bestehen, sondern müssen ihren Feinden den Rücken kehren." Problem, warum das Volk Gottes nicht mehr Siege erringt, warum wir in unseren Familien und als Einzelperson nicht mehr Erfolge im geistlichen Leben haben, ist nicht die Kultur, die uns umgibt, nicht die Bräsigkeit der Menschen um uns herum, sondern Sünde. Sünde raubt dem Volk Gottes die Kraft. Sünde raubt mir und dir die Kraft, wenn wir sie begehen und an ihr festhalten und vielleicht nach außen hin weiter den Eindruck erwecken, wir wären einfach mit dem Volk Gottes unterwegs. Es raubt die Kraft. Es raubt nicht nur uns die Kraft, es raubt plötzlich auch dem Rest des Volkes Gottes die Kraft.
[26:13] Deswegen kämpft Gott nicht gegen kulturelle Umstände. Er kämpft gegen die Sünde. Jesus kam nicht auf diese Welt, um uns vor kulturellen Umständen zu retten. Er kam auf die Welt als ein Retter von der Sünde. "Du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden." Matthäus 1, Vers 21.
[26:42] Und weil dieser Achan mit seiner Sünde etwas genommen hat, was für Gott bestimmt war, was mit dem Bann belegt war und es zu seinem eigenen gemacht hat, ist sozusagen diese Idee des Bannes jetzt an Israel haften geblieben. Deswegen sagt Gott: "Darum können die Kinder Israels vor ihren Feinden nicht bestehen, sondern müssen ihren Feind den Rücken kehren, denn sie sind zu einem Bann geworden." Der Bann ist aus Gottes Sicht keine genetische Sache, keine ethnische Sache. Gott macht keinen Unterschied zwischen verschiedenen Völkern. Wenn die Israeliten dasselbe tun wie Kanaaniter, trifft auch die Israeliten dasselbe Urteil. Das hat Gott mehrmals in der Bibel immer deutlich gesagt. Er hat gesagt, wenn ihr dasselbe tut, was die Kanaaniter tun, dann denkt nicht, dass ihr im Land bleiben könnt. Wenn das Land die Kanaaniter ausgespien hat wegen dieser unreinen Taten und ihr dieselben Taten tut, werdet auch ihr ausgespien werden. Und wir sehen in der Geschichte Israels, wie sich das bewahrheitet, wenn wir an die Vertreibung durch die Assyrer denken, also die Wegführung, wenn wir an das babylonische Exil denken. Gott meint das wirklich so. In Gottes Augen sind Sünden von einem Gläubigen nicht plötzlich irgendwie entschuldbarer als Sünden eines Ungläubigen.
[28:03] Er sagt weiter: "Ich werde künftig nicht mit euch sein, wenn ihr nicht den Bann aus eurer Mitte vertilgt." Jesus ist Gott mit uns, um uns von der Sünde zu retten. Ja, wir können zu ihm kommen als Sünder, so wie wir sind. Aber wir müssen wissen, dass er uns die Sünde nehmen möchte. Wenn wir an der Sünde festhalten und trotz seiner Siege und trotz dessen, was er für uns tut, weiter sündigen wollen und es nicht aufgeben wollen, kann Gott nicht mit uns sein. Wir können nicht gleichzeitig in der Sünde leben wollen und mit Gott – das geht nicht. Ganz egal, wer wir sind, ganz egal, was unsere Herkunft ist, ganz egal, was wir alles aus der Bibel wissen: Wir können nicht gleichzeitig in der Sünde leben, an ihr festhalten und mit Gott sein. Das geht nicht. Gott sagt: "Dann kann ich nicht bei euch sein."
[28:57] "Ich werde künftig nicht mit euch sein, wenn ihr nicht den Bann aus eurer Mitte vertilgt." Gott wollte, dass der Bann vertilgt wird. Er wollte nicht unbedingt, dass der Achan vertilgt wird, denn Gott hat keinen Gefallen am Tod des Gottlosen. Er fragt im Propheten Hesekiel,
[29:26] Hesekiel 18, und er sagt in Vers 31: "Werft alle eure Treulosigkeiten, die ihr verübt habt, von euch ab und schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist." Übrigens, das tut er für uns, wenn wir ihn darum bitten. "Denn warum wollt ihr sterben, ihr vom Haus Israel? Denn ich habe keinen Gefallen am Tod dessen, der sterben muss, spricht Gott der Herr. So kehrt dann um und ihr sollt leben." Das gilt nicht nur für Hesekiel 18, das gilt auch für Josua 7. Gott wollte, dass Achan lebt, aber Achan konnte nicht leben und gleichzeitig an dem Bann festhalten. Gott wollte, dass der Bann vertilgt wird. Gott hätte problemlos dem Josua sagen können: "Das liegt an Achan, er ist schuld, tötet ihn." Hätte er sagen können, aber das hat Gott nicht gemacht, denn Gott wollte Achan retten. Die Tatsache, dass es jetzt gleich ein Losverfahren gibt, ist nicht eine Ermutigung, vor allem Fehler zu finden und wer vielleicht irgendwo was gesündigt hat. Das Losverfahren ist Gottes Methode, dem Achan Gelegenheit zu geben, sich von dem Bann zu lösen, seine Sünde zu bekennen, um Vergebung zu bitten, das Evangelium anzunehmen. Er gibt ihm Zeit. Er gibt ihm die Gelegenheit zu bekennen, was er getan hat.
[30:48] Vers 13: "Steh auf, heilige das Volk und sprich: 'Heiligt euch für morgen!' Denn so spricht der Herr, der Gott Israels: 'Es ist ein Bann in deiner Mitte, Israel. Du kannst vor deinen Feinden nicht bestehen, bis ihr den Bann aus eurer Mitte wegtut.'" Ganz eindeutige Sache. In dieser dramatischen Eroberung von Kanaan kann Gott nur mit dem Volk arbeiten, wenn es sich von dem distanziert, was zerstört werden soll. Denn wenn Gott das nicht tun würde, wenn Gott die Kanaaniter für etwas zerstört und gleichzeitig den Israeliten das durchgehen lässt, dann würde für immer der Eindruck entstehen, Gott sei parteiisch und das Ganze wäre gar nicht wegen der Sünde, sondern aus irgendeiner Überlegenheit der Israeliten über den Kanaanitern, dass Gott irgendwie das eine Volk mehr mag als das andere. Es würde den Ruf Gottes ruinieren. Gott kann das nicht machen. Er muss ganz gerecht sein.
[31:41] Und deswegen kann Gott auch nicht uns große Siege schenken, wenn wir, obwohl wir uns als Christen bekennen, an Sünde festhalten. Er kann das nicht tun. Er kann das vor den Gottlosen nicht rechtfertigen.
[32:00] Und wir müssen uns fragen, jeder von uns: Halten wir fest an Dinge in unserem Leben, von denen wir wissen, Gott hat sie verboten?
[32:11] Lasst uns dankbar sein für die Zeit, die wir haben, darüber nachzudenken, um freiwillig Gott diese Dinge zu geben. Lasst uns diese Zeit nutzen. Lasst es uns anders machen als Achan, der einfach diese Zeit nicht genutzt hat.
[32:27] Vers 14: "Und ihr sollt am Morgen herzutreten, Stamm für Stamm. Und der Stamm, den der Herr durchs Los treffen wird, der soll dann herzutreten, Geschlecht für Geschlecht. Und das Geschlecht, dass der Herr durchs Los treffen wird, das soll Haus für Haus herzutreten. Und das Haus, das der Herr treffen wird, das soll Mann für Mann herzutreten." Es war nicht die Aufgabe irgendeines Menschen zu belegen: "Ah, ich kann mir vorstellen, dass mein Nachbar da der Schuldige ist." Man sollte sich nicht gegenseitig denunzieren mit Verdächtigungen, Verleumdungen. Gott identifiziert den Schuldigen. Er selbst wird es aufdecken.
[33:11] Aber wer so lange wartet, bis Gott mit dem Finger auf ihn zeigt und sagt: "Das ist der Sünder", der verpasst die Gelegenheit zur Reue und Vergebung.
[33:28] Vers 16: "Da machte sich Josua am Morgen früh auf und brachte Israel Stamm für Stamm herzu. Und es wurde durchs Los der Stamm Juda getroffen."
[33:45] Und als er die Geschlechter Judas herzubrachte, da wurde das Geschlecht der Serachiter durchs Los getroffen. Und als er das Geschlecht der Serachiter herzubrachte, Mann für Mann, da wurde Sabdi getroffen. Was hat sich denn der Achan gedacht?
[34:08] Er hatte ja genügend Gelegenheiten gehabt, seine Sünde zu bekennen. Schon bei der Eroberung hätte er sagen können: "Oh, ich habe das genommen, ich lass es wieder, ich geb's wieder zurück."
[34:21] Es ist ja so, wir alle wissen, wenn wir etwas tun, von dem wir wissen, es ist verboten, spricht die Stimme des Heiligen Geistes zu uns. Das hat sie auch bei Achan getan.
[34:37] Aber spätestens, als die Kunde kam, diese kleine Besatzung von Ai schlägt die Israeliten, hätte es noch bewusst sein sollen: "Moment mal, also das war nicht erwartet. Liegt das vielleicht an meiner Sünde? Sind da 36 Mann gestorben, weil ich Gottes explizites Gebot übertreten habe?" Er hätte vorwärtskommen können, er hätte sagen können: "Es tut mir leid, ich habe das getan. Bitte vergib mir."
[35:08] Er behält es und nimmt in Kauf, dass vielleicht noch viel mehr Menschen sterben, nur weil er an seiner Sache festhalten will. Und als Gott dann gesagt hat durch Josua und das ganze Volk wusste: Es ist etwas Gebanntes, da wusste Achan, dass er gemeint ist. Er wusste vielleicht, ob er der Einzige ist, aber er wusste, er ist Teil des Problems. Er muss sich von dem lösen.
[35:34] Die Aufforderung war ja: "Heiligt euch für morgen." Was hat er denn getan? Heiligung für ihn hätte bedeutet zu sagen: "Okay Herr, ich habe bis hier gesündigt, bin schon viel zu weit gegangen, aber bevor es noch viel schlimmer kommt, möchte ich dir all das wieder zurückgeben. Möchte meine Sünde bekennen." Und wir wissen aus der gesamten Bibel, von erster Mose bis zur Offenbarung: Gott ist gnädig. Es hätte sicherlich die eine oder andere Konsequenz gehabt für den Achan, das können wir nicht sagen, das wissen wir nicht, aber es wäre nicht so geendet. Gott hätte Großes in seinem Leben noch tun können.
[36:13] Er wollte nicht und am nächsten Morgen aufgewacht in dem Glauben, davonkommen zu können. Denn wenn er gewusst hätte, dass er – also ich meine, das kann man ja nicht anders erklären, als dass er irgendwie geglaubt hat, dass es vielleicht ihn nicht treffen könnte. Das heißt, er muss irgendwie davon ausgegangen sein, dass es möglich ist, dass Gott sich irrt, dass Gott vielleicht den falschen trifft und er davonkommt. Anders kann man sich das nicht erklären. Und obwohl er dann mit jedem einzelnen Losverfahren den Beweis hatte, dass Gott immer recht hatte und immer recht hatte und immer recht hatte, hat er trotzdem nichts gesagt. Ja, indem er nichts sagte und er wusste, dass hier jemand getroffen werden muss, und indem er nichts sagt, nimmt er ja billigend in Kauf, dass, wenn ein Justizirrtum vorkommt und er in Anführungsstrichen Glück hat und jemand anders getroffen wird, dass jemand anderes getötet wird, unschuldig für seine Sünde. Er hat nicht nur seine Sünde verborgen, er hat dem Wirken des Heiligen Geistes widerstanden. Er hat alle Gelegenheiten zur Buße ausgeschlagen. Er hat in Kauf genommen, dass jemand Unschuldiges für ihn stirbt, nur um festzuhalten an seiner Sünde.
[37:41] Dem Achan war der Schatz, den er gestohlen hatte, der Gott gehörte, wichtiger als das Leben seiner Mitmenschen.
[37:52] Ihr Lieben, Sünde macht genau das. Sünde macht, dass wir nicht nur unser eigenes Leben kaputt machen, sondern auch das Leben von anderen, von unseren Ehefrauen, von unseren Kindern, unseren Eltern, Brüdern, Schwestern, Freunden, Nachbarn. Wer sündigt, schädigt das Leben von anderen, entweder direkt oder indirekt oder potenziell.
[38:24] Und Gott gibt uns Zeit, das zu erkennen, Zeit, das zu bereuen und wieder gutzumachen in dem Sinn, dass wir die Sünde bekennen und bereit sind, uns durch Gottes Gnade verändern zu lassen.
[38:45] Aber was soll man mit jemandem machen, der das alles nicht will? Der bis zum bitteren Ende an seiner Sünde festhält, weil sie ihm wichtiger ist als seine Beziehung zu Gott und das Leben seiner Mitmenschen, unser eigenes Leben?
[39:05] Vers 18: "Und als er dessen Haus herzubrachte, Mann für Mann, da wurde Achan getroffen, der Sohn Karmis, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Serach aus dem Stamm Juda." Und Josua sprach zu Achan: "Mein Sohn."
[39:41] Interessante Anrede. Hier ist niemand, der jetzt einfach mit menschlicher Rache ihn vernichten will. Das ist tiefe Betroffenheit, dass jemand so tief in die Sünde sich verstrickt, dass er alles andere abbricht und es billigend in Kauf nimmt, dass sein eigenes Volk Schaden nimmt.
[40:07] "Mein Sohn, gib doch dem Herrn, dem Gott Israels, die Ehre und lege ein Geständnis vor ihm ab und sage mir, was hast du getan? Verbirg es nicht vor mir." Wir kennen den Ausdruck: "Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre." Dreifache Engelsbotschaft, Offenbarung 14, Vers 7. Hier bedeutet Gott die Ehre zu geben, dass Achan, der so tief in der Sünde verstrickt ist, durch ein Bekenntnis jeden Zweifel ausräumt, der entstehen könnte. Vielleicht, dass hier vielleicht ein Irrtum vorliegt. Wenn Achan das alles geleugnet hätte, hätte jemand später sagen können: "Ja, wer weiß, ob das stimmt." Aber durch sein Bekenntnis belegt er oder wie Josua, ja, beweist er von seiner Seite auch, dass Gott keinen Fehler gemacht hat. Im Übrigen werden am Ende der Zeit die Gottlosen vernichtet durch das Feuer Gottes, nachdem sie ein Bekenntnis abgelegt haben, dass Gott recht hat.
[41:17] Das Feuer nach den 1000 Jahren fällt, nachdem sich, wie die Bibel sagt, alle Knie gebeugt haben. Nicht aus Liebe, aber aus Anerkennung, dass Gott mit allem, was er gesagt hat, recht gehabt hat. Philipper Kapitel 2, Vers 10: "Damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes des Vaters." Sie werden Gott die Ehre geben in dem Sinne, dass sie bekennen, dass ihre Vernichtung gerecht ist, dass Jesus alles getan hat, um sie davor zu bewahren und dass tatsächlich ihnen ihre Sünde wichtiger war als ihre Beziehung zu Gott, ihr ewiges Leben und die anderen Menschen um sie herum. Sie werden das bekennen. Der Satan wird bekennen, dass es keinen Grund für die Rebellion gab, dass es nur böse war und nichts anderes als böse und dass eine Vernichtung gerecht ist. Er wird dann Gott nicht lieben. Er wird sogar weiter Krieg führen gegen ihn. Offenbarung 20 beweist, dass wenn dann das passiert und die Menschen trotzdem zum Krieg gegen die heilige Stadt aufbrechen, dass dieses Bekenntnis zwar zeigt, dass Gott recht hat, aber dass diese Menschen hoffnungslos verloren sind und auch die Dämonen sind hoffnungslos verloren und sie müssen vernichtet werden. Insofern ist die Geschichte von Achan ein Typos auf das Ende. Und es ist kein, keine nicht verwunderlich, weil ja, wie wir schon das letzte Mal gesehen haben, die Eroberung von Kanaan insgesamt ein Typos auf das Ende ist, die Eroberung des gelobten Landes. Und wir lesen das Buch Josua und erwarten viele Siege und sind dann vielleicht erschrocken über die Ausrottung der Kanaaniter und die Geschichte von Achan. Aber genau das wird am Ende passieren bei der Wiederkunft und nach den 1000 Jahren. Wir freuen uns auf das gelobte Land, aber dort werden viele Menschen sterben durch das Feuer Gottes. Genau aus diesem Grund hier.
[43:30] Und Achan gibt Gott die Ehre. In diesem Sinne, wie auch nach den 1000 Jahren Satan und seine Engel und die Gottlosen Gott die Ehre geben werden. Sie werden bekennen, dass Gott recht hat. Vers 20: "Da antwortete Achan dem Josua und sprach: 'Wahrlich, ich habe mich an dem Herrn, dem Gott Israels, versündigt, denn dies habe ich begangen.'" Ich sah unter der Beute. Übrigens, das ist ein Sündenbekenntnis, das nicht mehr retten kann, weil da keine Möglichkeit mehr ist, Glauben auszuüben und Gottes Vertrauen zu haben. Es ist jetzt alles offenbar. Es ist alles klar, er kann es nur noch bekennen, aber wie bei Judas.
[44:14] Sünde gegen den Heiligen Geist. "Denn dies habe ich begangen. Ich sah unter der Beute einen kostbaren babylonischen Mantel und 200 Schekel Silber und einen Goldbarren, 50 Schekel schwer. Da gelüstete mich danach und ich nahm es und siehe, es ist in meinem Zelt in der Erde vergraben und das Silber ist darunter."
[44:38] Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du dich zum Volk Gottes zählst und teilnimmst an den großen Aktionen des Volkes Gottes, so wie Achan ja teilgenommen hat an der Eroberung Jerichos, er war dabei, als die Mauern fielen. Er hat die Mauern fallen sehen. Er ist über die gestürzten Mauern selbst hinübergangen. Er wusste, Gott hat für ihn gekämpft. Er war trockenen Fußes über den Jordan gegangen und hatte doch Gottes Gebot übertreten und wollte nicht davon ablassen. Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du zum Volk Gottes zählst und große Dinge mit Gott erlebt hast, aber an einer Sünde festhalten möchtest, denke nicht, dass du dann irgendwie im Gericht schon durchkommst. Die Geschichte von Achan ist eine traurige Warnung. Gib dich nicht dieser Täuschung hin. Gott kennt unsere Herzen. Er kennt sie besser als wir selbst. Unser Herz täuscht uns. Es sagt: "Ah, diese Sünde ist zwar klein, aber Gott wird sie schon übersehen. Diese Sünde ist nicht so schlimm. Es gibt Leute, die haben andere schlimmere Sünden. Ich bin ja trotzdem ein gläubiger Mann, eine gläubige Frau. Ich gehe in die Gemeinde, ich singe Lieder, ich bin sogar gegen schlechte Musik. Ich ja, ich tue dies und jenes. Ich verteile Bücher, ich mache mehr als andere Geschwister. Da wird Gott doch diese eine Sünde, das wird sich doch aufwiegen." Und nein, ihr Lieben, was immer in unserem Zelt begraben ist, lasst es uns beizeiten ausgraben und wieder zu Gott zurückbringen. Ganz egal, ob es aus Babylon oder aus Ägypten kommt, ob von den Hethitern oder aus Griechenland. Ganz egal, wie viel Silber und Gold es auch sein, ganz egal, was da verborgen ist, was wir verborgen haben und was niemand sehen darf. Gott möchte, dass wir beizeiten jetzt davon loswerden, loskommen.
[46:47] Achan bekennt seine Sünde. Selbst dann wird er noch nicht verurteilt. Es wird erst überprüft. Vers 22: "Da sandte Josua Boten hin, die liefen zu dem Zelt und siehe, es war in seinem Zelt verborgen und das Silber darunter. Und sie nahmen es aus dem Zelt und brachten es zu Josua und zu allen Kindern Israels und schütteten es aus vor dem Herrn." Vor der Exekution gibt es eine Untersuchung.
[47:16] Es gibt eine Untersuchung vor der Exekution, so wie es auch im himmlischen Gericht ein Untersuchungsgericht gibt, bevor die Strafe über die Gottlosen ausgeführt wird.
[47:32] Und was ist die Grundlage des Urteils? Im Fall von Achan hat man nicht gefragt, was ist das religiöse Bekenntnis von Achan? Man hat nicht gefragt, zu welchem Volk gehört Achan. Man hat nicht gefragt, was hat er denn alles mit Gott so erlebt? Die Grundlage des Urteils war sein Tun, seine Werke und die Tatsache, dass er die Gnade Gottes verschmäht hat. Denn wenn er auch das geklaut hätte, aber die Gnade Gottes angenommen hätte beizeiten, bereut hätte, dann hätte er Vergebung bekommen. Aber da er die Gnade nie angenommen hat, blieben nur noch diese Werke übrig, die Werke der Sünde und nach ihnen wurde er gerichtet. Und das ist nicht eine alttestamentliche Idee, das ist eine biblische Idee, denn in Römer Kapitel 2, Vers 16 heißt es: "An dem Tag, da Gott das Verborgene der Menschen durch Jesus Christus richten wird nach meinem Evangelium." Und wie wird er richten? Die Bibel sagt in Prediger Kapitel 12 und dort Vers 13 und 14. Prediger Kapitel 12, Vers 13 und 14: "Lasst uns die Summe aller Lehre hören. Fürchte Gott und halte seine Gebote, denn das macht den ganzen Menschen aus. Denn Gott wird jedes Werk vor ein Gericht bringen mit allem Verborgenen, es sei gut oder böse." Die Geschichte von Achan illustriert genau das. Sie ist extrem traurig, aber sie illustriert genau diesen Punkt,
[49:28] der oft in Fragen auftaucht. Vers 24. An dem sich oft Fragen, an dem oft Fragen entstehen. "Da nahm Josua Achan, Sohn Serachs, samt dem Silber, dem Mantel und dem Goldbarren." Übrigens, die wurden auch vernichtet. War ja Gebanntes. "Seine Söhne und seine Töchter, auch seine Rinder, seine Esel und seine Schafe und samt seinem Zelt und allem, was er hatte."
[50:01] was er hatte. Und ganz Israel war mit ihm, und sie führten sie in das Tal Achor hinauf. Warum die ganze Familie?
[50:14] Nun, die Bibel macht ganz deutlich, dass es keine Sippenhaft gibt. Hesekiel Kapitel 18, wir hatten ja schon vorhin einmal Hesekiel 18 gelesen, heißt es ganz unmissverständlich in Vers 20: "Die Seele, welche sündigt, die soll sterben. Der Sohn soll nicht die Missetat des Vaters mittragen und der Vater soll nicht die Missetat des Sohnes mittragen. Auf dem Gerechten sei seine Gerechtigkeit und auf dem Gottlosen sei seine Gottlosigkeit." Und das ist nicht erst eine Idee, die bei Hesekiel neu aufkommt, sondern die wurde auch hier im Volk Israel zur Zeit von Mose und Josua ganz deutlich praktiziert, weil das ist Gottes Prinzip der Gerechtigkeit.
[50:50] Wir lesen in 4. Mose 26 einen interessanten Hinweis bei der neuen Volkszählung in der Ebene von Moab. Da wird hier über Korach und seine Rotte gesprochen, was sich ja in 4. Mose 16 ereignet hatte. Wir kennen sicherlich die Geschichte, und da heißt es hier, es war auch eine Rebellion gegen Mose und Aaron, die damit endete, dass Feuer von Gott ausging und den Korach und seine Rotte verzehrt hat. Und wir lesen dann hier in Vers 10 und 11: "Und Erde tat ihren Mund auf und verschlang sie samt Korach, als die Rotte starb, als das Feuer 250 Männer verzehrte und sie zum Zeichen wurden. Aber die Söhne Korachs starben nicht." Ist also nicht so, dass wenn jemand sündigt, automatisch seine gesamte Familie mit vernichtet wird. Im Fall von Korach, der ebenfalls schwer gesündigt hatte, starben die Söhne Korachs nicht.
[51:50] Es war also kein Automatismus, dass die Familie von Achan hier gestorben ist. Wenn sie gestorben ist, dann deswegen, weil sie sich seine Sünden auch teilhaftig gemacht hat. Mit anderen Worten, sie haben ja auch in dem Zelt gelebt und haben offensichtlich davon gewusst und es mitgetragen, mitgeschwiegen und damit auch das Leid der anderen Israeliten mit in Kauf genommen.
[52:19] Einer hat es tatsächlich gestohlen, die anderen haben mitgemacht, mitgetragen, mitgeschwiegen, mitverheimlicht.
[52:29] Das ist in Gottes Augen genauso schwerwiegend. Es heißt in Römer Kapitel 2, dass nicht nur die tatsächliche Tat einer Sünde Gottes Zorn hervorbringt.
[52:51] Wir lesen hier in Römer, Verzeihung, Römer 1, Vers 32: "Obwohl sie das gerechte Urteil Gottes erkennen, dass die des Todes würdig sind, welche so etwas verüben, tun sie diese Dinge nicht nur selbst, sondern haben auch Gefallen an denen, die sie verüben." Hier gibt's also einmal den Aspekt, dass man das tut, zum anderen, dass man Gefallen daran hat, wenn jemand anderes das tut.
[53:10] Übrigens, da geht es nicht nur darum, babylonische Mäntel aus Jericho zu stehlen. Da geht es um Dinge wie Ungerechtigkeit, Unzucht, Schlechtigkeit, Habsucht, Bosheit, Neid, Mordlust, Streit, Betrug, Tücke, Gerüchte verbreiten, Verleumder, Gottesverächter, freche, übermütige Prahler, erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam, unverständig, treulos, lieblos, unversöhnlich, unbarmherzig.
[53:39] Lieber Freund, liebe Freundin, wenn das in unserem Zelt verborgen ist, frag Gott nicht, bist du Teil des Volkes Israel?
[53:53] Er fragt nicht, bist du durch den Jordan gegangen und über die Mauern Jerichos gekämpft? Wenn diese Dinge in unserem Zelt verborgen sind und dadurch sogar unseren Familien, Gemeinden Kraft geraubt haben und wir allen Einladungen des Heiligen Geistes widerstanden haben, sind wir des Todes würdig.
[54:20] Und Paulus macht in Römer 1 und 2 ganz deutlich: Es spielt keine Rolle, ob du ungläubig bist oder dich nominell zum Volk Gottes zählst. Es spielt keine Rolle.
[54:32] Achan und seine ganze Familie starben, und mit ihnen das Silber und der Mantel und die Goldbarren. Und daran wird deutlich, warum sie starben, weil gebannt werden sollte ursprünglich nur das Silber und das Gold und der Mantel. Das war der Bann. Aber indem sie sich so sehr mit diesem Bann identifizierten, wurden sie bei der Verbrennung des Gebannten selbst mit verbannt.
[54:59] Gott will nicht den Sünder töten, er will die Sünde töten. Ja, die Bibel sagt ganz deutlich in Römer Kapitel 8,
[55:24] in Vers 13: "Denn wenn ihr gemäß dem Fleisch lebt, so müsst ihr sterben. Wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben." Gott möchte die Sünde töten, nicht den Sünder.
[55:34] Aber wenn der Sünder das Evangelium von sich stößt und zwar immer und immer wieder – der Achan hat ja viele Chancen bekommen, nicht nur eine schnelle Chance, Zeit gehabt, er hat Chancen gehabt. Gottes Wort hat explizit zu ihm gesprochen durch Josua.
[55:46] Wenn ein Mensch das Evangelium von sich stößt und sich an das klammert, was zerstört werden soll, dann wird er auch zerstört werden. So wie es bei Achan, so wird's am Ende auch sein nach den 1000 Jahren.
[56:18] Vers 25: "Und Josua sprach: 'Wie du uns ins Unglück gebracht hast, so bringe dich der Herr ins Unglück an diesem Tag.' Und ganz Israel steinigte ihn und verbrannte sie mit Feuer und warf Steine auf sie."
[56:35] Wenn Jesus Christus wiederkommt in den Wolken des Himmels, werden die Gottlosen, die bis zum letzten Moment, wo sie noch hätten Gelegenheit haben können, bis zum Ende der Gnadenzeit das Evangelium abgelehnt haben. Sie werden dann sagen – es heißt in Vers 14 und 15: "Und der Himmel entwich wie eine Buchrolle, die zusammengerollt wird, und alle Berge und Inseln wurden von ihrem Ort weggerückt. Und die Könige der Erde und die Großen und die Reichen und die Heerführer und die Mächtigen und alle Knechte und alle Freien verbargen sich in den Klüften und in den Felsen der Berge. Und sie sprachen zu den Bergen und zu den Felsen: 'Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes, denn der große Tag seines Zorns ist gekommen. Und wer kann bestehen?'" Sie möchten lieber gesteinigt werden, als Jesus sehen.
[57:25] Und am Ende der Zeit nach den 1000 Jahren heißt es in Vers 20: "Und sie zogen herauf auf die Fläche des Landes und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt, und es fiel Feuer von Gott aus dem Himmel herab und verzehrte sie."
[57:44] Achan ist tatsächlich in vielerlei Hinsicht ein sehr genauer Typus auf das Schicksal der Ungläubigen, von denen einige vielleicht sich lange zum Volk Gottes gezählt haben.
[58:08] Und so wie Rahab, die nominell bis kurz vor dem Ende zum Volk der Kanaaniter gehörte, am Ende durch Glauben gerettet worden ist und zur Vorfahrin von Jesus wurde, so ist Achan, der bis zum letzten Moment zum Volk Gottes gezählt worden ist, zum Bann geworden und ist so vernichtet worden wie die anderen Kanaaniter auch, weil er an der Sünde festgehalten hat.
[58:31] Die eine Frau hatte Glauben. Dieser Mann hielt an der Sünde fest, und wir müssen uns entscheiden. Wollen wir sein wie Rahab? Die war ja nicht ohne Sünde. Wir haben gesehen, sie hat ganz, ganz, ganz viel in ihrem Leben gesündigt, aber sie hat durch Glauben die Rettung in Anspruch genommen.
[58:49] Achan geht verloren, weil er das Evangelium ablehnt, und dann bleibt nur noch seine Sünde im Buch stehen. Da ist kein Blut, das darüber geschrieben werden kann.
[59:03] Er hat es abgelehnt, und wir müssen uns entscheiden. Wollen wir sein wie die Rahab oder wollen wir sein wie der Achan? Wollen wir im Glauben handeln und die Rettung in Anspruch nehmen und vielleicht noch andere einladen, diese Rettung anzunehmen, oder wollen wir wie Achan an der Sünde festhalten und damit sogar in Kauf nehmen, dass andere vielleicht noch verloren gehen?
[59:25] Rahab und Achan sind ein Kontrast. Und gebe Gott, dass wir aus der Geschichte, dass wir alle, ich und du, aus der Geschichte von Achan lernen.
[59:38] Vers 26: "Und sie richteten über ihm einen großen Steinhaufen, der bis zu diesem Tag dort geblieben ist. Und der Herr ließ ab von der Glut seines Zorns, daher heißt jener Ort Tal Achor bis zu diesem Tag."
[59:55] Übrigens wird in 1. Chronik 2, Vers 7 dann der Achan genannt. Das ist dann ein Wortspiel, um die Verbindung zu diesem Tal Achor zu bringen. Das Wort Achor bedeutet "ins Unglück bringen", "ins Unglück stürzen".
[1:00:15] Aber dieses Tal Achor, das bis zu der dramatischen Geschichte wird in der Bibel bei den Propheten zu einer Tür der Hoffnung. In Hosea, und dort Kapitel 2,
[1:00:34] und dort Vers 16 und 17. Es geht dort um Gottes Wunsch, das Volk Israel wieder zurückzugewinnen, das so tief im Abfall ist. Er sagt in Vers 16: "Darum siehe, ich will sie locken und in die Wüste führen und ihr zu Herzen reden und ich will ihr von dort aus ihre Weinberge wiedergeben und ihr das Tal Achor zu einer Tür der Hoffnung machen, dass sie dort singen soll, wie in den Tagen ihrer Jugend und wie an dem Tag, als sie aus dem Land Ägypten auszog."
[1:01:06] Der Ort wird zu einem Ort, wo es um Wiederherstellung, um eine Erneuerung des Bundes geht. In Jesaja 65 – das lesen wir aus Zeitgründen nicht – Vers 8 bis 10, da gehört das Tal Achor zu den Plätzen, an dem die wiederhergestellten Übrigen wohnen.
[1:01:27] Das Tal Achor symbolisiert die Ausrottung der Sünde. In dem Fall tragischerweise mit dem Sünder. Aber für das Volk Gottes bedeutete dies, dass der Bann aus der Mitte getilgt war.
[1:01:44] Und wenn wir in unserem Leben Niederlagen erleben, wir verstehen, dass Gott uns nicht segnen kann, weil wir unbekannte Sünde in unserem Leben haben, und wir bereit sind, diese Sünde zu bekennen, wenn wir bereit sind, das wieder Gott zu geben, was wir versteckt haben in unserem Lebenszelt:
[1:01:59] Wenn das Gebannte aus unserer Mitte genommen wird, aus der Mitte unseres Lebens, aus der Mitte unserer Familie, aus der Mitte unserer Gemeinde, dann ist genau das die Tür der Hoffnung. Dann kann Gott wieder segnen, und das tut er auch in der Geschichte von Josua.
[1:02:14] Sollen wir aus Zeitgründen jetzt nur kursorisch kurz ansprechen, denn in Josua 8, Vers 1 und 2, lesen wir als Nächstes – und da haben wir keine Kapiteleinteilung im Original eigentlich gehabt – nachdem sie Achan und seine Familie mit dem Gebannten gerichtet haben, also umgebracht haben, heißt es in Vers 1: "Und der Herr sprach zu Josua: 'Fürchte dich nicht und sei nicht verzagt!'" Man hat den Eindruck, man ist zurückversetzt in Josua 1. "Nimm alles Kriegsvolk mit dir und mache dich auf und ziehe hinauf nach Ai. Siehe, ich habe den König von Ai in deine Hand gegeben, samt seinem Volk und seiner Stadt und seinem Land."
[1:02:53] Gott geht wieder auf Segensmodus. Es ist so, als wäre nichts passiert.
[1:03:01] Wenn die Sünde aus unserem Leben entfernt wird, kann Gott uns wieder segnen. Er sagt nicht: "Na ja, jetzt kann ich auch nicht mehr meinen Plan durchführen." Er führt dann seinen Plan durch. Die Worte, die Verheißungen, die wir seit Josua 1 kennen, die sind unverändert, immer noch gültig. Er konnte sie noch nicht in Josua 7 anwenden, weil das Volk durch die Sünde gelähmt war, sozusagen.
[1:03:23] Wenn wir bereit sind, dass die Sünde entfernt wird, segnet Gott wieder und zwar in vollem Maße, nicht nur ein bisschen, nicht nur auf Bewährung, sondern er segnet. Dieselbe Botschaft gilt noch immer. Wenn wir Gott erlauben, die Sünde aus unserem Leben zu entfernen, dann gelten alle Zusagen und Verheißungen Gottes für uns jetzt.
[1:03:43] Er bringt uns wieder zurück an den Ort des Segens und an den Ort des Sieges. Und wieder müssen Gott und die Israeliten zusammenarbeiten. Das heißt hier am Ende von Vers 2: "Aber lege dir einen Hinterhalt hinter die Stadt." Und dann wird beschrieben – wir lesen das nicht aus Zeitgründen, Vers 3 bis 13 – wie Josua einen Hinterhalt aussendet und die Hauptmacht dann von Norden her sich nähert. Und dann lesen wir in Vers 14 bis 17, wie die Israeliten einen Rückzug vortäuschen, die Krieger von Ai aus der Stadt herauslocken. Wir sehen hier, dass Gott zwar den Sieg gibt, aber die Israeliten mit ihm zusammenarbeiten, so wie auch in Jericho.
[1:04:17] Und dann sehen wir in Vers 18: "Da sprach der Herr zu Josua: 'Strecke die Lanze!'" Das ist wahrscheinlich keine Lanze, sondern höchstwahrscheinlich ein Krummschwert. Wer sich für die Begründung interessiert, der kann im Sendemanuskript nachlesen. "Die du in der Hand hast und gegen Ai, denn ich will sie in deine Hand geben." Und Josua streckte dieses Krummschwert, was als Lanze übersetzt wird, die in seiner Hand war, gegen die Stadt aus.
[1:04:40] Josua gibt auf Gottes Anweisung das Zeichen für den Hinterhalt. Mit anderen Worten, erst als Gott sagt: "Jetzt!", dann geht's los. Bis dahin haben sie sozusagen nicht wirklich offensiv gekämpft und haben darauf vertraut, dass Gott den richtigen Zeitpunkt kennt.
[1:05:03] So viel Vertrauen muss man tatsächlich auch haben, dass man sich zurückzieht und zurückzieht und zurückzieht und darauf wartet, dass Gott jetzt irgendwann sagt: "Jetzt ist Angriff!" Sie haben sich Gott abhängig gemacht, und so konnte er sie segnen.
[1:05:17] Die Schlacht wendet sich zugunsten der Israeliten. Die Kanaaniter sind eingekesselt, nun ohne Chance. Vers 19 bis 22 beschreibt das.
[1:05:30] werden die Kanaaniter besiegt, die Stadt vernichtet. Wir lesen in Vers 26: "Josua zog seine Hand, mit der er dieses Krummschwert – wie es heißt, die Lanze, das Krummschwert – wohl ausstreckte, nicht zurück, bis an allen Einwohnern von Ai der Bann vollstreckt war." Wir erinnern uns an die Geschichte von 2. Mose 17, Vers 8 bis 16. Als damals Josua selbst kämpfte und Mose auf dem Berg seine Arme ausgestreckt hielt zum Beten, solange er das tat, waren die Israeliten siegreich.
[1:06:17] Was Trauriges in gewisser Weise. Doch das Vieh und die Beute dieser Stadt teilte Israel unter sich nach dem Wort des Herrn, das er Josua geboten hatte.
[1:06:24] Achan hätte etwas bekommen, wenn er Gott nur geglaubt hätte, wenn er ihm nur vertraut hätte. Er hätte mehr als genug bekommen. Da gab es bestimmt noch andere.
[1:06:36] Da gab es Gold und Silber.
[1:06:42] Und ich bin mir sicher, da hat es irgendwo auch noch ein Gewand aus Babylon gegeben. Es gab kein Problem, ein Gewand aus Babylon zu tragen, an sich. Die ganze Gegend damals war in bester Handelsverbindung zu Mesopotamien, zu Ägypten. Wir haben Briefe dann etwas später aus der Amarnazeit, die das belegen.
[1:07:02] Hätte er doch nur diesen babylonischen Mantel dort liegen lassen und darauf vertraut, dass Gott schon weiß, dass ihm vielleicht so ein Kleid, was immer für eine Farbe es gehabt hat, gefällt.
[1:07:15] Dass Gott ihm Gold und Silber geben möchte, dass es Beute gibt. Hätte er nur darauf vertraut, dass Gott ihm mehr gibt, als er sich zu wünschen vermag.
[1:07:26] Er hat das nie gesehen hier, weil er nicht auf Gott vertraut hat und sich selbst dann an Gottes Eigentum vergriffen hat, gestohlen hat, weil er dachte, vielleicht kriege ich ja nichts.
[1:07:40] Er hat das nicht nur mit seinem Leben bezahlt, er hat das mit seinem ewigen Leben bezahlt.
[1:07:49] Das bisschen Gold und Silber, dieser babylonische Mantel, sein ewiges Leben dafür geopfert.
[1:07:57] Wie wichtig sind uns unsere Sünden, dass wir sie unbedingt festhalten wollen und uns gegen diese Idee wehren, dass Gott uns von der Sünde frei machen kann? Kann Gott uns nicht viel Besseres geben, dir und mir?
[1:08:20] Vers 28 und 29: "Und Josua äscherte Ai ein und machte einen ewigen Schutthügel daraus, der noch besteht bis zum heutigen Tag." Das Wort Ai bedeutet tatsächlich "Trümmerhaufen".
[1:08:29] Und er ließ den König von Ai an einen Holzstamm hängen bis zum Abend. Als aber die Sonne untergegangen war, gebot Josua, dass man seinen Leichnam von dem Holzstamm herabnehme, was nach 5. Mose 21, Vers 22 und 23, beweist, dass dieser König von Gott verflucht war.
[1:08:48] Da warfen sie ihn unter das Tor der Stadt und errichteten über ihm einen großen Steinhaufen, der noch dort ist bis zum heutigen Tag. Auch hier ein Steinhaufen wie bei Achan.
[1:09:04] Und da sieht man plötzlich, dass Achan so behandelt wird wie die anderen Kanaaniter.
[1:09:11] Er hat die Seiten gewechselt in seinem Herzen, von Israel zu Kanaan, obwohl er gerade dabei war zu sehen. Er hat sich für Kanaan entschieden, und er ist mit den Kanaanitern umgekommen.
[1:09:24] Wenn du in deinem Leben erlebt hast, dass Gott den Sieg über die Welt schenkt, dann wechsel nicht von Jesus zur Welt.
[1:09:31] Denn wenn du das tust, wirst du mit der Welt umkommen. Bleib bei Jesus. Und wenn wir Dinge in unserem Zelt haben, was immer es ist, was immer unser babylonischer Mantel ist, wenn wir Dinge dort haben, von denen wir wissen, das dürfen wir nicht haben, lass es uns heute Gott geben. Nicht bis morgen warten, heute. Lass es uns ihm heute geben und darauf vertrauen, dass er in nicht ewiger Zukunft, sondern schneller, als wir denken, uns reichlich segnen kann mit mehr, als wir denken, wenn wir nur ihm treu glauben und vertrauen. Ich möchte dich fragen, heute war ein ernstes Thema, aber ich glaube, ein Thema, das mich und dich wirklich in unser Herz trifft.
[1:10:12] Möchtest du Gott erlauben, dass Jesus in deinem Leben Sünde und Rebellion entfernen kann? Ich möchte Gott erlauben, dass er in meinem Leben alles entfernt: alle Sünde, alle Rebellion, alles, was dort nicht hingehört.
[1:10:31] Ich möchte es ihm erlauben, und ich weiß, dass er es tut.
[1:10:39] Und wenn ich durch eine dumme Entscheidung etwas wieder angehäuft habe, dann möchte ich es ihm so schnell wie möglich wiedergeben.
[1:10:47] Nicht in der Sünde leben, sondern mich reinigen lassen. Ist es auch dein Wunsch?
[1:10:54] Dann wollen wir noch gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, das war ein ernstes Thema, einfach ein wichtiges Thema.
[1:11:05] Danke, dass du zu mir und zu uns gesprochen hast. Danke, dass dein Wort seine Kraft entfaltet.
[1:11:13] Herr, wir möchten dich bitten, dass du uns vor dem Schicksal des Achan bewahrst.
[1:11:19] Danke, dass, obwohl wir Fehler gemacht haben, gesündigt haben, gegen dich rebelliert haben, dass du uns Zeit und Chancen gibst zu bereuen, dein Evangelium anzunehmen, die Gnade, ja, sogar die Buße, die du schenkst, in Anspruch zu nehmen, damit wir nicht mit der Welt umkommen müssen.
[1:11:39] Herr, lass uns das Leben und nicht den Tod wählen.
[1:11:45] Danke, dass wir auch in dieser Geschichte, so ernst wie sie sein mag, die Wahrheit des Evangeliums sehen. Wir wissen, dass wir alle auf so eine Zeit zulaufen bei der Wiederkunft und dann erst recht nach den 1000 Jahren, dass die Geschichte von Achan zeigt, wie du bist, dass du ganz unparteiisch bist, dass du niemanden bevorzugst und dass du, der du die Sünde bekämpfst, jedem alle Kraft im Himmel und auf Erden zur Verfügung stellst, der diese Sünde loswerden möchte, der sie bekennt, dass du uns vergibst und reinigst und dass mit dir die unvorstellbarsten Siege möglich sind, wie die Geschichte von Josua zeigt. Wir wollen mit dir zusammenarbeiten. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:12:43] Nächste Woche geht es weiter in diesem so wichtigen und aktuellen Buch Josua. Bis dahin wünschen wir euch Gottes reichen Segen und freuen uns, wenn ihr dann wieder einschaltet. Bis dahin Gott mit euch. Amen.
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