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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge von „Der Ersehnte“ setzt Christopher Kramp die Strafrede Jesu in Lukas 11 fort. Jesus identifiziert sich als die Weisheit Gottes und tadelt die Pharisäer, Schriftgelehrten und Gesetzesgelehrten für ihre Heuchelei und die Verfolgung der Propheten. Er warnt, dass das Blut aller Märtyrer von Abel bis Secharja von dieser Generation gefordert wird, da sie den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen und den Weg zur Erlösung verbaut haben. Kramp betont die Gefahr falscher Bibelauslegung und die Verantwortung von Theologen, den Glauben zu bewahren.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:33] Hallo und herzlich willkommen zu unserer Serie „Der Ersehnte“ hier auf www.joelmedia.de. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Wir wollen weiter studieren im Leben und Wirken unseres Freundes und Erlösers Jesus Christus. Wir sind mitten in Lukas 11 in der sogenannten Strafrede gegen die Pharisäer und Schriftgelehrten. Jesus spricht ernste Dinge an, um die religiösen Führer und Leiter der damaligen Zeit zur Umkehr zu bringen. Und wir haben schon gesehen, dass vieles von dem eine ganz besondere Botschaft auch für uns und unsere Zeit hat, dass wir selbst angesprochen werden in den Weherufen, die Jesus auch hier über die Zeit hinaus seiner Zeit an alle Menschen richtet, die zwar die Bibel gut kennen, aber möglicherweise gar nicht danach leben.

[1:32] Wenn wir jetzt die letzten Verse heute in Lukas 11 anschauen, dann möchten wir Gottes Geist einladen, unsere Herzen wirklich auf Gott zu richten und zu verstehen, was diese Worte auch uns persönlich zu sagen haben. Wir möchten mit einem Gebet beginnen und wenn es dir möglich ist, dann lade ich dich ein, mit mir niederzuknien.

[2:05] Lieber Vater im Himmel, es ist dein Wort und wir möchten dich von Herzen bitten, dass du es uns erklärst. Wir danken dir für die Gelegenheit, dass wir es haben dürfen, dass wir die Bibel haben, dass wir die Aufzeichnung haben über das, was Jesus gesagt und getan hat. Herr, wir wollen das nicht einfach nur aus Interesse lesen, um zu wissen, was passiert ist, sondern wir wollen wissen, was du für uns heute tun kannst. Bitte sei du jetzt bei uns, erfüll uns mit deinem Heiligen Geist und lass dein Wort all seine Kraft entfalten in meinem Leben, in unserem Leben, so wie du es dir wünscht. Hab Dank, dass du jetzt zu uns sprechen wirst. Wir wollen unsere Herzen öffnen und dich hineinlassen im Namen Jesu. Amen.

[3:01] Wir sind in Lukas Kapitel 11. Wir haben zuletzt Vers 47 und 48 betrachtet. Jesus hatte ja mehrere Weherufe gesprochen über die Pharisäer und die Schriftgelehrten, dann auch über die Gesetzesgelehrten. Und in Vers 47 und 48 hatte er sie deswegen getadelt, weil sie zwar die Grabmäler der Propheten, das heißt der vor Jahrhunderten gestorbenen Propheten gebaut haben und vorgegeben hatten, ein großes Interesse und eine Verehrung den Propheten entgegenzubringen. Und doch hatten sie ja zu Lebzeiten den Propheten Johannes den Täufer und jetzt auch Jesus mit Widerstand bekämpft. Und so macht Jesus deutlich, dass ihr Bauen von Grabmälern also gar nicht auf eine Verehrung der prophetischen Botschaft zurückzuführen ist, sondern eigentlich darauf, dass sie froh sind, dass diese Propheten tot sind.

[4:05] Wir lesen heute weiter in Vers 49. Darum – wir sehen also, Vers 49 ist die Folge oder bezieht sich gedanklich auf Vers 47 und 48. Darum hat auch die Weisheit Gottes gesprochen: „Ich will Propheten und Apostel zu ihnen senden, und sie werden etliche von ihnen töten und verfolgen.“

[4:31] Vers 50: „Damit von diesem Geschlecht das Blut aller Propheten gefordert werde, das seit Grundlegung der Welt vergossen worden ist.“ Vers 49 hat diese interessante Formulierung: „Darum hat auch die Weisheit Gottes gesprochen.“ Man könnte sich ja fragen, was meint Jesus damit? Aber wir müssen da nicht lange Rätsel raten, weil etwas später in Matthäus 23, als er noch einmal sehr deutlich vor den Pharisäern und ihren falschen Praktiken und Lehren, also falschem Tun und Reden, warnt, also insbesondere wie sie dann die Lehren falsch ausleben.

[5:23] Dann lesen wir in Matthäus 23 und dort Vers 34 bis 36: „Siehe, darum sende ich zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte, und etliche von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und etliche werdet ihr in euren Synagogen geißeln und sie verfolgen von einer Stadt zur anderen, damit über euch alles gerechte Blut kommt, das auf Erden vergossen worden ist, vom Blut Abels des Gerechten bis zum Blut des Zacharias, des Sohnes Barachias, den ihr zwischen dem Tempel und dem Altar getötet habt.“ Wir werden sehen, dass das, was Jesus hier sagt, im Wesentlichen das ist, was er schon in Lukas 11 sagt. Interessant ist, dass er hier in Vers 34 sagt: „Siehe, darum sende ich zu euch Propheten und Weise.“

[6:06] Wenn wir das jetzt vergleichen mit Lukas Kapitel 11 und dort in Vers 49, da heißt es: „Darum hat auch die Weisheit Gottes gesprochen, ich will Propheten und Apostel zu ihnen senden.“ Mit anderen Worten, Jesus identifiziert sich mit der Weisheit selbst. Jesus ist die Weisheit Gottes. Und das passt ganz gut zu Bibeltexten, die das ebenfalls bestätigen. 1. Korinther Kapitel 1 und dort Vers 30. Dort heißt es: „Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist, zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung.“ Jesus ist uns zur Weisheit gemacht worden. Oder Kolosser Kapitel 2 und dort Vers 3. „In welchem alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen sind.“ Das meint auch Jesus Christus, in dem alle Schätze der Weisheit verborgen sind. Und so können wir auch andere Stellen noch hinzunehmen, wie zum Beispiel Sprüche 8, zum Beispiel aus dem Alten Testament, wo Jesus mit der Weisheit identifiziert worden ist. Sprüche 8 und dort Vers 22. Es heißt dort: „Der Herr besaß mich am Anfang seines Weges, ehe er etwas machte vor aller Zeit. Ich war eingesetzt von Ewigkeit her, vor dem Anfang, vor den Ursprüngen der Erde.“ Hier spricht die Weisheit und es wird ganz deutlich, auch wenn man weiterliest, dass es sich hier um Jesus Christus handelt. Jesus bezeichnet sich selbst als die Weisheit.

[8:03] Wenn wir also Lukas 11 noch einmal lesen, Vers 49, dann fällt uns auf, dass Jesus hier sozusagen indirekt von sich spricht. Darum hat auch die Weisheit Gottes gesprochen. Später in Matthäus 23 macht er dann ganz deutlich, dass er sich damit selbst meint.

[8:27] Er möchte deutlich machen, dass das, was er hier sagt, nicht einfach seine persönliche Meinung ist, weil er sich über etwas aufregt, sondern es ist die Weisheit Gottes, die himmlische Weisheit, die das hier spricht. Er spricht nicht, weil er einfach nicht einverstanden ist mit politischen Entscheidungen der Obersten. Er spricht nicht, weil er sich persönlich angegriffen fühlt. Er will sich nicht verteidigen einfach gegen irgendwelche Angriffe. Jesus spricht hier, weil Gott durch ihn spricht.

[9:11] Wir erleben manchmal, dass in der Gemeinde Leute sich selbst dazu ernennen, andere zu tadeln und Urteile zu schleudern jedermann gegenüber. Wir erleben, wie Menschen es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Sünden von anderen groß zu machen und dann öffentlich zu tadeln. Aber Jesus war nicht so ein Mensch. Jesus hat hier nicht die Pharisäer getadelt, weil er Lust hat auf ein Streitgespräch, sondern durch ihn spricht hier die Weisheit Gottes. Er ist die Weisheit Gottes.

[9:50] Diese scharfen, deutlichen und unbequemen Tadel, diese Weherufe sind Ausdruck der liebenden Weisheit Gottes, die diese Pharisäer und Schriftgelehrten und Gesetzesgelehrten warnen möchte.

[10:09] Wir mögen es, wenn die Weisheit Gottes in Verheißungen zu uns spricht. Wenn die Weisheit Gottes uns über die Liebe Gottes informiert und uns die Liebe Gottes nahelegt. Wenn wir die ganze Tiefe der Gnade und Barmherzigkeit Gottes etwas erahnen, dann mögen wir die Weisheit Gottes, aber mögen wir sie auch, wenn sie uns tadelt?

[10:38] Jesus möchte, dass sie verstehen, er will nicht einfach sich irgendwie an ihnen rächen. Die Weisheit Gottes spricht durch ihn. Darum hat auch die Weisheit Gottes gesprochen: „Ich will Propheten und Apostel zu ihnen senden.“ Diese Idee von Aposteln ist ja ein neues Konzept. Jesus hatte zwölf Apostel berufen und auch durch dieses Wort hier hätten die Pharisäer und die Schriftgelehrten und die Gesetzesgelehrten, die dort bei diesem Essen – wir erinnern uns daran, das ist ja ein Essen, das dort stattfindet auf Einladung eines Pharisäers, der Jesus einlädt – sie alle hätten feststellen können, dass Jesus selbst sich hier als die Weisheit bezeichnet, denn er hatte Apostel, die er benannt hat. Sie waren ja in seinem Gefolge.

[11:40] Er sagt: „Ich will Propheten und Apostel zu ihnen senden.“ Später lesen wir in dem Brief des Paulus an die Gemeinde in Ephesus in Epheser Kapitel 4 Vers 11 über Jesus: „Und er hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer.“ Jesus sendet Propheten, Jesus sendet Apostel und noch eine ganze Reihe von anderen Ämtern und Aufgaben in der Gemeinde. Übrigens zeigt sich hier auch die Bedeutung der Apostel, wenn sie in einem Atemzug mit den Propheten genannt werden.

[12:30] Er sagt: „Ich will Propheten und Apostel zu ihnen senden.“ Mit anderen Worten, Gott lässt die Pharisäer und die Schriftgelehrten nicht alleine in ihrem Irrtum, in ihrem Abfall, in ihrem Weg auf den Ruin. Er sendet Boten. Boten, die mit Vollmacht ausgestattet sind, die Wahrheit zu predigen. Gott sendet auch heute noch in seiner Weisheit Boten. Menschen, die den Auftrag erhalten, die Wahrheit Gottes zu predigen. Menschen, die in Einzelfällen sogar den Geist der Weissagung hatten.

[13:12] Und die Botschaft dieser Menschen ist immer auch eine Strafrede gegen Sünde und Heuchelei. Sind wir bereit, die Botschaften der Weisheit Gottes, die Jesus sendet, anzunehmen? Jesus sagt selbst hier voraus, dass viele dieser Schriftgelehrten und Pharisäer diese Botschaft ablehnen werden. Er sagt: „Ich will Propheten und Apostel zu ihnen senden, und sie werden etliche von ihnen töten und verfolgen.“ Auch zur Zeit von Jesus gab es Verfolgung. Er selbst wurde verfolgt, bis er am Kreuz von Golgatha starb. Seine Apostel wurden allesamt verfolgt. Keiner von ihnen starb eines natürlichen Todes. Das, was Jesus hier sagt, ist nicht ein düsteres Bild, das er malt, sondern die schreckliche Realität, dass selbst unter denen, die sich Volk Gottes nannten, die Wahrheit Gottes, die Weisheit Gottes verfolgt worden ist.

[14:21] Das war eine schreckliche Botschaft: dass diejenigen, die sich die Schriftgelehrten nannten, die sich nannten als diejenigen, die die Bibel auslegten und kannten, die Pharisäer, die sich für diejenigen hielten, die die Botschaft rein erhielten, die Gesetzesgelehrten, die damit beschäftigt waren, Gottes Gesetz auswendig zu lernen und zu verstehen, dass ausgerechnet sie die Botschaften Gottes durch Propheten und Apostel ablehnen würden. Und zwar nicht nur einfach, indem sie sich abwenden, sondern indem sie sogar die Botschafter verfolgen würden und töten würden.

[14:59] Und dann sagt Jesus hier in Vers 50: „Damit von diesem Geschlecht“ – gemeint ist also seine Generation – „das Blut aller Propheten gefordert werde, das seit Grundlegung der Welt vergossen worden ist.“ Das bedeutet nicht, dass die Menschen zur Zeit von Jesus bestraft worden sind für Sünden, die Jahrhunderte vorher begangen worden sind. Das wird ganz deutlich aus dem Bibeltext in Hesekiel Kapitel 18. In Hesekiel Kapitel 18 und dort Vers 20 sagt Gott selbst: „Die Seele, welche sündigt, die soll sterben. Der Sohn soll nicht die Missetat des Vaters mittragen und der Vater soll nicht die Missetat des Sohnes mittragen. Auf dem Gerechten sei seine Gerechtigkeit und auf dem Gottlosen sei seine Gottlosigkeit.“ Jesus will nicht sagen, dass die Schuld der Väter jetzt von den Söhnen, von den Schriftgelehrten seiner Zeit getragen wird. Er will damit deutlich machen, dass all die Verfolgung über die Jahrhunderte, die in den Schriften des Alten Testamentes dokumentiert ist, ihren Höhepunkt findet, ihren Kulminationspunkt findet in diesem Geschlecht.

[16:22] All die Ungerechtigkeit, die von Seiten des Volkes Gottes gegen die von Gott gesandten Propheten ausgeübt worden ist, all diese Ungerechtigkeit kulminiert in der Tatsache, dass jetzt sogar der Sohn Gottes abgelehnt wird.

[16:44] Das Blut wird gefordert und es erinnert uns daran, dass Blutschuld gesühnt werden muss, so wie es nach der Sintflut in 1. Mose 9, Vers 5 und 6 deutlich gesagt worden ist. Und dann zählt Jesus sozusagen summarisch auf, was alles zu Zeiten des Alten Testaments geschehen ist, indem er zwei Geschichten herausgreift.

[17:10] Er sagt: „Vom Blut Abels, Vers 51, vom Blut Abels an bis zum Blut des Zacharias, der zwischen dem Altar und dem Tempel umkam.“ Ja, ich sage euch, es wird gefordert werden von diesem Geschlecht.

[17:33] Abel, das ist der Märtyrer aus 1. Mose 4, der allererste, der aufgrund seines Glaubens starb. 1. Mose 4 finden wir den ersten Mord, den ersten Tod eines Menschen. Es heißt dort in 1. Mose 4, Vers 8: „Und Kain redete mit seinem Bruder Abel, und es geschah, als sie auf dem Feld waren, da hob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und schlug ihn tot.“ Und dann lesen wir in Vers 9: „Da sprach der Herr zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er antwortete: Ich weiß es nicht. Soll ich meines Bruders Hüter sein? Er aber sprach: Was hast du getan? Horch! Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von dem Erdboden. Das Blut musste gesühnt werden.“

[18:25] Abel war der erste, der aufgrund seiner Treue zum Evangelium getötet worden war. Und das, obwohl Kain gewarnt worden war, Gott hatte ihn nicht ungewarnt gelassen. In 1. Mose 4, Vers 6 und 7 heißt es so: „Und der Herr sprach zu Kain: Warum bist du so wütend und warum senkt sich dein Angesicht? Ist es nicht so? Wenn du Gutes tust, so darfst du dein Haupt erheben. Wenn du aber nicht Gutes tust, so lauert die Sünde vor der Tür und ihr Verlangen ist auf dich gerichtet. Du aber sollst über sie herrschen.“ Gott versucht den Kain abzuhalten. Er sendet eine Botschaft und Kain ignoriert die Botschaft und tötet Abel.

[19:20] Kann es sein, dass wir manchmal auch deswegen Menschen in der Gemeinde schlecht behandeln, weil wir die Botschaft Gottes durch ihre Worte und ihr Leben nicht annehmen wollen und sie deswegen dann vielleicht nicht töten, aber als fanatisch darstellen, als engstirnig oder sonst irgendwie versuchen, ihren Einfluss zu beschneiden? Nun, es gibt auch tatsächlich fanatische Personen und tatsächlich engstirnige Personen. Aber es kommt auch vor, auch heute noch, dass Menschen, die wie Abel Gott treu sein wollen, in Konflikte geraten in der Gemeinde, weil die Botschaft Gottes von anderen abgelehnt wird.

[20:20] Vers 51 in Lukas 11: „Vom Blut Abels an bis zum Blut des Zacharias, der zwischen dem Altar und dem Tempel umkam.“ Wenn wir nach einer Geschichte im Alten Testament Ausschau halten, in der ein Secharja umkommt auf eine solche Art und Weise hier zwischen Altar und Tempel, dann werden wir in 2. Chronik 24 fündig.

[20:51] In 2. Chronik 24 lesen wir, dass zur Zeit des Königs Joasch, es war der König, der als junger Mann, nein, als Kind ein guter König gewesen ist, solange der Priester Jojada sich um ihn kümmerte und der Tempel ausgebessert worden ist, was sich allerdings änderte, als Jojada starb. Und es heißt hier ab Vers 19, wir lesen vielleicht ab Vers 17. In 2. Chronik 24 ab Vers 17: „Aber nach Jojadas Tod kamen die Obersten von Juda und huldigten dem König, und der König hörte auf sie. Und sie verließen das Haus des Herrn, des Gottes ihrer Väter, und dienten den Aschera-Standbildern und Götzenbildern. Da kam Zorn über Juda und Jerusalem um dieser ihrer Schuld willen. Er sandte aber Propheten zu ihnen, um sie zum Herrn zurückzubringen, und diese ermahnten sie ernstlich, aber sie hörten nicht darauf.“ Das ist genau das, worauf Jesus jetzt anspielt in Lukas 11. „Da kam der Geist Gottes über Secharja – das ist auf Griechisch Zacharias –, den Sohn Jojadas, des Priesters, so dass er gegen das Volk auftrat und zu ihnen sprach: So spricht Gott, warum übertretet ihr die Gebote des Herrn? Darum wird es euch nicht gelingen, denn weil ihr den Herrn verlassen habt, wird er euch auch verlassen. Aber sie machten eine Verschwörung gegen ihn und steinigten ihn auf Befehl des Königs im Vorhof am Haus des Herrn.“ Und im Vorhof steht der Altar und das macht es sehr wahrscheinlich, dass Jesus genau hier diese Geschichte vor Augen hatte, der Secharja, der aufgrund seiner Botschaft, die Gott ihm gegeben hatte, jetzt gesteinigt wird im Vorhof, sozusagen zwischen dem Altar und dem Tempel.

[22:42] Warum wählt Jesus diese Geschichte hier aus? Wir können ihn nicht mehr fragen, aber es ist interessant, dass das Buch 2. Chronik in der Anordnung der biblischen Bücher in der hebräischen Bibel – die Anordnung ist dort anders als bei uns in den westeuropäischen, den christlichen Bibelausgaben – dass in der hebräischen Bibel dieses Buch 2. Chronik das letzte Buch ist. Es endet. Ja, es gibt die Propheten, also das Gesetz, die Propheten und dann die Schriften, und die Schriften, die enden mit den beiden Büchern. Also, das ist im Hebräischen eigentlich nur ein Buch, nämlich das Buch Chronik. Und so ist 2. Chronik das letzte, was man beim Durchlesen der Bibel im Hebräischen liest. Es ist dann auch tatsächlich, wenn man die nächsten Kapitel noch weiterschaut, der letzte konkrete Mord an einer Person, die namentlich genannt ist. Wir können durchaus davon ausgehen, dass auch später noch Propheten umgebracht worden sind und vor allem, wenn wir an die Zeit von Manasse dann denken, was ja noch berichtet wird, aber es ist der letzte namentlich bekannte. Und so ist es durchaus vorstellbar, dass Jesus sozusagen von Anfang bis Ende der Bibel, von Abel bis Secharja/Zacharias gedacht hat, alle Propheten, die umgebracht worden sind oder alle Gläubigen, die umgebracht worden sind, von dem ersten Märtyrer bis zu dem letzten, der namentlich in der hebräischen Bibel genannt wird. Wenn das der Fall ist, dann ist das auch ein interessantes Zeugnis dafür natürlich, dass Jesus die Bibel in der hebräischen Form so kannte, wie sie damals eben gewesen ist.

[24:39] Und wir sind weiter ab Vers 52. Lukas 11 ab Vers 52. „Wehe euch Gesetzesgelehrten! Wir haben also noch einen Weheruf. Wehe euch Gesetzesgelehrten, denn ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen und die, welche hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert.“ Noch mal ein Wehe gegen die Juristen. Wir haben schon im Kontext von Vers 45 und 46 gelernt, das ist neben den Schriftgelehrten, die allgemein das Alte Testament auslegten, es die Gesetzesgelehrten gab, die einen besonderen Schwerpunkt auf die Rechtstexte des Alten Testamentes, also zum Beispiel 2. Mose und 3. Mose gehabt haben, wo es um die juristische Auslegung ging. Es waren also Juristen in einem gewissen Sinne. Und Jesus richtet ein weiteres Wehe an sie hier in Vers 52.

[25:44] „Wehe euch Gesetzesgelehrten, denn ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen.“ Mit anderen Worten, die Art und Weise, wie diese Juristen die Gebote Gottes in den ersten fünf Büchern Mose, vor allem in 2. Mose, 3. Mose, 4. Mose und natürlich 5. Mose, dann auch die Art und Weise, wie sie die Gebote ausgelegt haben und erklärt haben, hat den Menschen den Weg zur Erlösung verbaut.

[26:12] Wir denken immer, dass Leute, die sich mit der Bibel auskennen, doch sicherlich auch die Wahrheit sagen werden vielleicht. Aber Jesus macht ganz deutlich, es gab Leute, die kannten die Tora sehr gut und doch hat ihr Wirken dazu geführt, dass der Schlüssel der Erkenntnis weggenommen worden ist. Jesus macht ganz deutlich, falsche Bibelauslegung ist eine dramatisch gefährliche Sache. Nein, es ist nicht so: „Jeder legt die Bibel aus, wie er möchte, man kann von allem ein bisschen was lernen.“ Falsche Auslegung verbaut den Weg zur Erlösung. Gott hat 1000 Wege, von denen wir nichts wissen, aber falsche Bibelauslegung ist gefährlich.

[27:04] In Maleachi Kapitel 2 und dort Vers 7, da wird deutlich, welche Aufgabe die Priester und Schriftgelehrten eigentlich gehabt haben. In Maleachi Kapitel 2 und dort Vers 7 heißt es: „Denn die Lippen des Priesters sollen die Erkenntnis bewahren und aus seinem Mund soll man die Tora erfragen, denn er ist ein Bote des HERRN der Heerscharen.“ Die Priester, die Schriftgelehrten, die Gesetzesgelehrten selbst sollten eigentlich Boten sein.

[27:37] Wir sehen in Lukas 11, dass Jesus deutlich macht, dass Gott, dass Jesus Propheten und Apostel zu ihnen sendet, dass er Boten zu ihnen sendet, obwohl sie selbst Boten sein sollten. Sie sollten die Erkenntnis bewahren. Jesus sagt: „Ihr habt die Erkenntnis weggenommen.“

[27:57] Die Aufgabe von Theologen und Bibelgelehrten besteht darin, den Glauben zu bewahren, nicht ihn wegzunehmen. Wenn heute Menschen aufgrund eines Theologiestudiums den Glauben verlieren, dann ist genau dasselbe passiert wie damals zur Zeit von Jesus. Wenn Menschen aufgrund des Studiums theologischer Werke in ihrem Glauben erschüttert werden und von Zweifeln überhäuft werden, dann ist genau dasselbe passiert.

[28:25] überhäuft werden, dann ist genau dasselbe passiert. Dann haben auch heute Schriftgelehrte den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen, obwohl sie ihn eigentlich hätten bewahren sollen. Wer das Gesetz Gottes lehrt, ist ein Bote für Gott. Er hat eine enorm wichtige und heilige Aufgabe. Die Bibel ist nicht irgendein Buch, nicht einfach ein Literaturwerk, wo jeder so seine Meinung sich zusammenbasteln kann. Die Bibel ist Gottes Wort an die Menschheit. Wer sich mit ihr intensiver beschäftigt, trägt eine heilige Verantwortung. Egal, ob Professor oder Prediger, Pastor, Theologe, wer sich mit der Bibel berufsmäßig beschäftigt, wer ein Amt oder eine Aufgabe hat, bei der andere Menschen mit einer gewissen Berechtigung davon ausgehen können, dass sie hier bei diesem Menschen etwas über die Bibel erfahren können. Wer so etwas hat, trägt eine heilige Verantwortung.

[29:33] Es ist interessant, wenn man in Johannes 7 erfährt, wie die Theologen zur Zeit von Jesus über sich und das Volk dachten. In Johannes 7 ab Vers 47, als Jesus gefangen genommen werden sollte und diejenigen, die ihn festsetzen sollten, zurückkamen mit der Begründung, es hätte noch nie – sie hätten noch niemals einen Menschen so reden hören wie Jesus. Vers 46. Die Diener antworteten: "Nie hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch." Da heißt es in Vers 47: "Da antworteten ihnen die Pharisäer: "Seid auch ihr verführt worden? Glaubt doch einer von den Obersten oder von den Pharisäern an ihn, aber dieser Pöbel, der das Gesetz nicht kennt, der ist unter dem Fluch." Wir sehen ja ganz deutlich, wie die Schriftgelehrten, die Pharisäer sich selbst sahen als eine Art theologische Elite, die allein überhaupt verstehen könne, was Gottes Wort sagt. Und die da unten, das einfache Fußvolk, die sind unter dem Fluch, sagen sie, die kennen das Gesetz nicht. Die Ironie an der Sache ist, dass ja eigentlich die Pharisäer dazu da waren, die Schriftgelehrten, die Priester – sie waren dazu da, dem Volk die Bibel beizubringen.

[30:49] Statt das zu tun, was sie hätten tun sollen, haben sie sich zurückgezogen, Elite-Clubs gebildet sozusagen, in denen sie sich selbst damit beweihräuchert haben, was für tolle Theorien sie entwickelt haben. Wenn wir jemals zu dem Punkt kommen, dass Theologen nicht die Aufgabe darin sehen, die Botschaft des Glaubens aus der Bibel dem Volk praktisch und klar zu erklären, sondern so eine Art eigenen, eingeweihten Club bilden, wo man sich mit irgendwelchen Spezialfragen vielleicht streitet und irgendwie unterhält – wenn man den Eindruck bekommt, dass Theologen sich für besser halten als der Rest des Volkes, dann sind wir genau auf dem Weg, vor dem Jesus so kategorisch gewarnt hat.

[31:53] Er hatte ihnen damals schon gesagt, ziemlich am Anfang, kurz bevor er seinen Dienst in Judäa beendete und danach nach Galiläa ging, in Johannes 5 um die Zeit des Passahfestes 29, ja, ungefähr zur Hälfte seines Dienstes. Er hatte dort gesagt in Johannes 5 und dort in Vers 38 bis 40: "Und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat. Ihr erforscht die Schriften." Ja, die Schriftgelehrten waren fleißig. Sie haben gelesen, sie kannten die Kommentare, sie konnten die Ursprachen, sie kannten die Grammatik, sie kannten sicherlich auch die Übersetzung ins Griechische zum Beispiel. Sie kannten die theologisch-technischen Details. Sie kannten die Geschichten, den Inhalt, den Aufbau, die Struktur der Bücher. Er sagt: "Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben." Und dann sagt Jesus: "Und sie sind es, die von mir Zeugnis geben." Die Bibel ist nicht einfach ein Übungsbuch für intellektuelle ähm Verrenkungen. Die Bibel ist das Buch, das von Jesus Christus erzählt. Und dann sagt Jesus diesen traurigen Satz: "Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen." Was macht man mit Theologen, mit Schriftgelehrten, mit Priestern, mit Mitgliedern des Sanhedrin, die zwar die Bibel studieren, aber als der Gesamtinhalt der Bibel vor ihnen steht, derjenige, auf den sämtliche Prophezeiungen, sämtliche Verheißungen hinweisen, sie diesen ablehnen. Was nützt es, wenn wir die Bibel zwar strukturell studieren, aber die Botschaft des Glaubens gar nicht annehmen?

[33:56] Hat nicht Gott auch für unsere Zeit eine Botschaft, ein ewiges Evangelium, das die ganze Welt erreichen soll? Was nützen uns Theologen, die zwar Griechisch und Hebräisch und Aramäisch können, aber diese Botschaft nicht glauben und sich vielleicht sogar noch in den Weg stellen?

[34:17] Jesus warnt vor Theologen, die zwar die Bibel studieren, aber die Botschaft der Bibel nicht im Glauben annehmen wollen, die nicht Jesus im Glauben folgen wollen. Er warnt, dass es so nicht geht. In Lukas 11 sagt er: "Wehe euch, Gesetzesgelehrten, denn ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen und die, welche hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert." Das Problem ist ja, dass die Theologen nicht einfach nur – also die Schriftgelehrten und die Gesetzesgelehrten nicht einfach nur die biblische Botschaft ablehnen, sondern weil sie als Experten gelten, als Autoritäten für das Wort Gottes, sind ihre falschen Auslegungen, ihre Zweifel auch auf das Volk übergegangen.

[35:18] Kein Zweifel, es gibt auch heute hohe Erkenntnis, was Grammatik und Syntax, geschichtliche Hintergründe und all diese Dinge betrifft. Unter all den Theologen dieser Welt aller Denominationen, da gibt es sehr, sehr gelehrte Leute. Aber wie oft findet man in einem theologischen Kommentar die Adventbotschaft für unsere Zeit? Es kommt nicht so oft vor. Am ehesten in Kommentaren von Menschen, die die Adventbewegung tatsächlich glauben und vertreten.

[35:59] Jeder von uns, der mit der Bibel umgeht, und sei es, dass wir einen Hauskreis haben, jemandem Bibelstunden geben, eine Sabbatsschulgruppe leiten, was auch immer wir tun: Legen wir die Bibel so aus, dass andere den Schlüssel zur Erkenntnis empfangen können? Legen wir sie so aus, dass Menschen zur Erkenntnis gelangen können, dass sie Jesus finden und annehmen?

[36:51] Die noch andere daran hindern, Jesus und die Botschaft zu finden?

[37:00] Nach diesen Worten hatte sich Jesus sicherlich gewünscht, dass die versammelten Pharisäer und Schriftgelehrten Buße tun und sagen: "Ja, das stimmt. Wir reden in hohen theologischen Kategorien, aber unser Leben stimmt nicht mit dem überein. Du hast recht." Aber die Antwort der Getadelten ist nicht Reue oder Einsicht. Schauen wir in Vers 53 und 54. Und als er dies zu ihnen sagte, fingen die Schriftgelehrten und Pharisäer an, ihm hart zuzusetzen und ihn über vieles auszufragen, wobei sie ihm auflauerten und versuchten, etwas aus seinem Mund aufzufangen, damit sie ihn verklagen könnten. Die Antwort ist nicht Reue und Einsicht, sondern Debatte und Diskussion. Wie oft geschieht es, dass, wenn Gottes Wort manchmal auch sehr deutlich und klar in unser Leben kommt, in unsere Gemeinden kommt, dass statt Buße und Reue wir stattdessen Diskussion und Debatten haben. Das Wort oder die Formulierung "hart zusetzen" bedeutet wörtlich so etwas wie furchtbar, schrecklich grollen, wenn man jemandem so richtig wütend ist. "Wie konntest du mir das antun?" Sie grollen ihm. Die sind furchtbar erzürnt. Sie reagieren übrigens so, wie die Menschen, die in Jeremia 18, Vers 18 beschrieben werden, Zeitgenossen von Jeremia. Es heißt hier in Jeremia 18, Vers 18: "Da sprachen sie: 'Kommt, lasst uns gegen Jeremia Anschläge ersinnen, denn es wird weder das Gesetz den Priestern noch der Rat der Weisen, noch das Wort den Propheten verloren gehen. Kommt, lasst uns ihn mit der Zunge niederschlagen und lasst uns auf keines seiner Worte achten.'" Die Propheten – äh, Verzeihung, die äh Schriftgelehrten zur Zeit von Jeremia, kurz vor der Zerstörung Jerusalems, haben die Botschaft Gottes durch Jeremia verachtet, abgelehnt und haben versucht, jetzt mit ihren Worten Jeremia klein zu machen. Genau das tun die Pharisäer, die Schriftgelehrten hier in Lukas 11. Und wenn es heißt, dass sie ihn über vieles auszufragen suchten, dann bedeutet das eigentlich dieses Ausfragen, einem Schüler etwas zum Auswendiglernen vorsagen. Das impliziert, dass sie sich als die Lehrer fühlen, die jetzt diesem etwas seltsamen Jesus deutlich zu verstehen geben wollen, dass sie die Lehrer sind und er Schüler. Vielleicht trifft es am besten, wenn man übersetzen würde: Sie fingen an, ihn über vieles abzufragen. Also so, als ob man jemandem jetzt sagen würde: "Okay, weißt du, was das ist? Weißt du, was das ist? Kennst du das? Weißt du eigentlich, was da gesagt ist? Wie siehst du es damit?" Also nicht ausfragen im Sinne von: "Ich möchte mal wissen, wie du darüber denkst", sondern im Sinne von: "Wir sind die Lehrer, wir sind die Theologen. Du bist der ungebildete Jesus, der nicht einmal studiert hat. Und jetzt fragen wir dich, um mal dir das Gefühl zu geben, dass du Schüler bist und wir sind Lehrer und schauen mal, ob du Fehler machst."

[40:31] Ein kalter, fehlersuchender Geist mit dem Ziel, ihn irgendwie zu fangen, irgendwie ihm etwas im Mund verdrehen zu können, damit sie ihn verklagen könnten.

[40:44] Und wir lesen das vielleicht und sind entsetzt. Wir müssen uns die Frage stellen. Ich muss mir die Frage stellen: Wie reagieren wir auf Kritik durch Jesus damit, dass wir unser Wissen, unser Können, unsere Leistung erst recht ins Licht rücken wollen? Wie können wir uns heute vor Besserwisserei schützen?

[41:12] Wenn Jesus über uns ein Wehe ausrufen muss.

[41:19] Lieber Freund, liebe Freundin, wenn Jesus uns tadelt, dann nicht, um uns zu einem Duell herauszufordern, nicht, um uns anzustacheln, noch deutlicher herauszustellen, wie klug wir sind und wie stark wir sind und was wir alles können. Er tadelt uns, damit wir umkehren. Die Pharisäer und Schriftgelehrten haben das nicht verstanden, aber jeder von uns kann das verstehen. Selbst die Ungebildeten konnten das verstehen. Lasst uns nicht unsere Meinung, unsere Tradition, unsere Stellung so hoch achten, dass wir den Tadel von Jesus nicht ernst nehmen.

[42:05] Und lasst uns lernen, unter keinen Umständen eine solche Geisteshaltung an den Tag zu legen, wo wir anderen das Gefühl geben wollen, dass wir es besser wissen und sie eigentlich auf uns hören müssen. Lasst uns wie Jesus werden, der den tiefen Wunsch hatte, dass die Bibel ihr Ziel im Leben der Menschen erreichen kann, dass sie alle gerettet werden können. Denn wie heißt es im neuen Bund in Hebräer 8 und dort Vers 10: "Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel schließen werde. Nach jenen Tagen, spricht der Herr: 'Ich will ihnen meine Gesetze in den Sinn geben und sie in ihre Herzen schreiben und ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. Und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: "Erkenne den Herrn", denn es werden mich alle kennen, vom kleinsten bis zum größten unter ihnen.'" Das ist Gottes Ziel. Egal wie gebildet wir sind, egal wie unser Schulabschluss gewesen ist, egal wie welche Position wir in der Gemeinde haben, dass jeder von uns eine direkte Beziehung zu Gott haben kann, denn ich werde gnädig sein gegen ihre Ungerechtigkeiten und an ihre Sünden und ihre Gesetzlosigkeiten werde ich nicht mehr gedenken." Das Evangelium ist die Grundlage unserer Beziehung zu Gott. Die Pharisäer und Schriftgelehrten und Gesetzesgelehrten wollten das Evangelium nicht glauben, und so konnten sie auch die Menschen nicht zu einer lebendigen Beziehung mit Gott führen. Die Frage ist heute: Sind wir, du und ich, bereit, das Evangelium zu glauben, Vergebung der Sünden anzunehmen, anzuerkennen, dass wir Hilfe brauchen, dass Gott uns vergeben kann, seine Gerechtigkeit anzunehmen, um damit anderen zu helfen, genau dieselbe Erfahrung zu machen? Ist das dein Wunsch? Dann lass uns auch gemeinsam hintreten zum Gebet.

[44:20] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du auch in diesen ernsten Worten zu uns sprichst. Du weißt, wie oft wir uns über andere erhoben haben, wie oft wir meinten, eine besondere Position verteidigen zu müssen und dabei vielleicht einen ganz klaren Tadel von dir ignoriert, vielleicht sogar beseitigt haben. Herr, wir möchten dich von ganzem Herzen um Vergebung bitten, wo wir deinen Tadel nicht angenommen haben und möchten dich bitten, dass du uns zu Menschen machst, die das Wort Gottes recht austeilen, die darin selbst die Botschaft der Gnade und Erlösung finden, annehmen und dann auch anderen weitergeben. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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