In dieser Folge von „Offenbarung Vers für Vers“ beleuchtet Christopher Kramp Offenbarung 4, Vers 4, und die Identität der 24 Ältesten. Er erklärt, dass diese Throne um Gottes Hauptthron die Mitregentschaft im Reich Gottes symbolisieren. Anhand biblischer Verweise argumentiert Kramp, dass es sich bei den Ältesten um ungefallene Wesen aus anderen Welten handelt, die als Vertreter im himmlischen Thronrat dienen. Die weißen Kleider und goldenen Kronen werden als Zeichen der Reinheit und königlichen Würde gedeutet, die sowohl ungefallene Wesen als auch zukünftig Erlöste erhalten werden.
Offenbarung 4:4
Christopher Kramp · Offenbarung Vers für Vers ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Endzeit, Offenbarung, Prophetie, Zeichen der ZeitPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Offenbarung Vers für Vers
Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
Weitere Aufnahmen
Serie: Offenbarung Vers für Vers
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Transkript
[0:47] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar hier auf www.yoolmedia.de. Wir wollen einen weiteren Vers in diesem faszinierenden Kapitel Offenbarung 4 studieren. Johannes ist in der Vision im Thronsaal Gottes, im Thronsaal des Universums. Und was er dort sieht, hat eine unmittelbare Bedeutung für dich und für mich. Wir wollen uns heute Offenbarung Kapitel 4, Vers 4 anschauen: die 24 Ältesten etwas näher kennenlernen.
[1:26] Bevor wir das tun, möchten wir Gott bitten, dass wenn wir seine Herrschaft studieren, wir von seinem Geist erfüllt sind, dass wir Teil seines Reiches sind, werden bleiben, je nachdem, wo wir gerade stehen, dass wir von seiner Gnade und seiner Liebe erfüllt den Blick von uns weg auf ihn richten. Wenn es dir möglich ist, dann lade ich dich ein, dass wir dazu kurz gemeinsam niederknien.
[2:04] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir jetzt vor dir knien dürfen, mit deinem Wort nachdenken können. Danke, dass du zu uns jetzt sprechen wirst, Herr. Wir brauchen dein Wort, weil es uns stärkt und weil es uns tröstet, weil es ein Balsam für unsere Seele ist. Ich möchte dich bitten, dass wir jetzt ganz wegschauen von uns und allein auf dein Wort uns konzentrieren können und die ganze Kraft darin erfahren, die du hineingelegt hast. Hab Dank dafür. Hab Dank, dass du zu uns sprichst, dass wir dich kennen dürfen und dass es kein Ende der Weisheit und der Tiefe deines Charakters gibt, dass es immer mehr Dinge zu erfahren gibt über dich. Und Herr, wir wünschen von ganzem Herzen, dass du uns so veränderst, dass wir bei dir bleiben. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[3:04] Offenbarung Kapitel 4, Vers 4. Johannes ist im Geist im Himmel. So lesen wir in Vers 2. Denn die Stimme, die er schon in Kapitel 1 gehört hatte, Jesus hat ihn eingeladen. Er ist im Geist in einer Vision und er sieht einen Thron und auf dem Thron saß einer. Er sieht Gott den Vater auf dem Thron. Er versucht sogar, in gewisser Sprache auszudrücken, was er dort sieht. Er sieht diese Person in ihrem Aussehen einem Jaspis und einem Sardesstein gleich. Und sicherlich sind das Versuche von Johannes, mit Begriffen aus seiner Erfahrungswelt annäherungsweise zu beschreiben, welche Herrlichkeit er dort sieht, als er sozusagen umrisshaft Gott den Vater auf dem Thron sitzen sieht.
[3:59] Aber nicht nur das, er sieht um den Thron herum einen gewaltigen Regenbogen – Zeichen des Bundes Gottes. Dadurch wird deutlich gemacht, dass die gesamte Regierung Gottes auf der Grundlage dieses Bundes funktioniert und ausgeführt wird. Es gibt nichts, was Gott von seinem Thron aus sagt oder tut, das nicht in Übereinstimmung wäre mit dem Prinzip dieses Regenbogens, des Bundes, des ewigen Bundes.
[4:31] Aber Johannes sieht noch mehr und das wollen wir uns heute anschauen. Er sieht den Thron, er sieht Gottvater auf dem Thron, er sieht den Regenbogen um den Thron. Und dann lesen wir in Offenbarung 4, Vers 4: „Und rings um den Thron waren 24 Throne und auf den Thronen sah ich 24 Älteste sitzen, die mit weißen Kleidern bekleidet waren und auf ihren Häuptern goldene Kronen hatten.“
[4:59] Also, halten wir fest, was er sieht: Er sieht um den Thron herum 24 Throne. Das sind 24 Extrathrone. Wir haben also einen großen, gewaltigen Thron und dann 24 Throne darum. Und er sieht auf den 24 Thronen 24 Älteste, und die werden beschrieben mit weißen Kleidern.
[5:41] Wir wollen uns alles der Reihe nach anschauen. Die 24 Throne, heißt es, sind rings um den Thron. Im Griechischen heißt es „kyklōthen“. Das heißt, sie umkreisen den Thron, von Kyklos, Kreis, was wir heute noch als Zyklus kennen, eine zyklische Sache, etwas, was immer wieder im Kreis geht. Wir können uns also vorstellen, da ist der eine Thron, auf dem Gott der Vater sitzt und im Kreis drumherum 24 Throne.
[6:15] Und damit wird eine Sache gleich sofort ganz deutlich. Gott ist in diesem Königreich nicht der einzige König. Das Reich Gottes ist keine absolutistische Monarchie, wo nur einer König ist, sondern da sind andere Unterkönige, sozusagen Mitkönige, um den Thron herum.
[6:39] Nun, warum ist das so interessant? Weil Johannes ja kurz zuvor in Offenbarung 3, Vers 21 die Worte von Jesus niedergeschrieben hat, dass auch wir einmal Mitkönige sein dürfen. Offenbarung 3, Vers 21: „Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie auch ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.“ Das ist eine Verheißung, die Jesus gibt. Und jetzt hier in Offenbarung 4 sehen wir, wie tatsächlich im Himmel dort Mitkönige zu sehen sind. Das ist kein leeres Versprechen. Johannes sieht: Im Himmel gibt es Wesen. Wir halten es erstmal noch allgemein. Wir werden noch dazu kommen, was die Ältesten wohl darstellen. Dort gibt es andere, die nicht Gott sind, die trotzdem auch auf Thronen sitzen. Schon gleich am Anfang der Offenbarung hatte Johannes Folgendes gesagt in Vers 6 über diejenigen, die durch das Blut Jesu gewaschen worden sind. Und er sagt dann: „Er hat uns zu Königen und Priestern gemacht für seinen Gott und Vater.“ Wir werden durch das Evangelium zu Mitkönigen. Und solche Mitkönige sieht Johannes jetzt hier. Für uns gilt die Verheißung, wenn wir einmal auferstehen oder einmal verwandelt werden bei der Wiederkunft Jesu. Aber Johannes, der eigentlich auf Patmos sitzt, sieht das schon jetzt im Himmel: neben dem König Gott auch andere um den Thron auf Thronen sitzen.
[8:23] Schon im Neuen Testament, in den Evangelien, hatte Jesus den Aposteln versprochen, dass sie teilhaben werden am Reich Gottes, in der Regierung, in der Administration sozusagen. Matthäus Kapitel 19 und dort Vers 28: Als Petrus gefragt hat: „Wir haben dir alles gegeben“, sozusagen, „wir haben alles verlassen“, sagt er in Vers 27. „Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was wird uns dafür zuteil?“ Da hören wir die Antwort von Jesus in Vers 28. Jesus aber sprach zu ihnen: „Wahrlich, ich sage euch, ihr, die mir nachgefolgt seid, werdet in der Wiedergeburt.“ Das meint hier also, wenn alles wiederhergestellt wird, wenn der Sohn des Menschen auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen wird, auch auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Diese 12 Throne sind nicht dieselben wie diese 24 Throne, denn Jesus spricht von den zwölf Thronen als zukünftig. Wenn alles wiederhergestellt wird nach der Wiederkunft, nach der Auferstehung, aber auch dann werden es dort 12 Könige geben, die 12 Apostel auf 12 Thronen neben dem Thron von Jesus.
[9:51] Wenn wir in Lukas 22 den Parallelbericht schauen, dann wird ganz deutlich, dass sie dort nicht nur als Dekoration sitzen. Es ist nicht nur eine nette Geste, die aber sonst keinerlei Bedeutung hat für die Administration des Reiches Gottes. Tatsächlich haben diese Könige, diese Apostel dann, ähm, eine echte Funktion. Lukas 22, Vers 29 oder ab 28. Lukas 22 ab Vers 28: „Ihr aber seid die, welche bei mir ausgeharrt haben in meinen Anfechtungen und so übergebe ich euch ein Königtum, wie es mir mein Vater übergeben hat.“ Da schwingt auch das mit, was wir in Offenbarung 3, Vers 21 gelesen haben, dass Jesus sich auf den Thron seines Vaters gesetzt hat und dann auch uns mit auf seinen Thron nimmt. Vers 30: „Sodass sie an meinem Tisch in meinem Reich essen und trinken und auf Thronen sitzen sollt, um die zwölf Stämme Israels zu richten.“ Wenn sie auf dem Thron sitzen, haben sie auch ein Königtum übertragen bekommen. Nein, sie sind da nicht unabhängige, absolutistische Fürsten, die alles alleine entscheiden können. Sie sind Unterkönige, Mitkönige in Gemeinschaft mit dem wahren König, aber sie haben ein Königtum.
[11:11] Die 24 Throne sind also nicht einfach nur eine Illustration hier, sondern sie stellen tatsächlich dar, dass Gott die Herrschaft seines Universums so gestaltet, dass auch andere daran teilhaben, nicht in Opposition zu ihm, nicht, dass man ständig irgendwie politische Kompromisse aushandeln müsste, aber er delegiert auch Aufgaben, so wie wir das in der Schöpfungsgeschichte schon sehen, als Adam und Eva zu Herrschern gekrönt worden sind, sozusagen, also ohne eine buchstäbliche Krone vielleicht, aber sie sind Herrscher gewesen über die Erde. Adam erhielt auch gleich als Erstes eine Aufgabe, nämlich die Tiere zu benennen und dann später sogar seine eigene Frau. Er hatte eine tatsächliche Verantwortung. Er hatte ein Königtum, ein Unterkönigtum, neben oder unterstützend zu dem oder besser gesagt abgeleitet von dem Königtum Gottes.
[12:26] Wer also sind die 24 Ältesten, die auf diesen Thronen sitzen? Es hat nicht an Interpretationen und Überlegungen gefehlt, wer diese 24 sein könnten. Es fällt ja zum Beispiel auf, dass 24 die Summe von 12 und 12 ist. Und da ist man ja schon gleich bei der Idee von den 12 Patriarchen im Alten Testament, den 12 Aposteln im Neuen: Ist das vielleicht eine symbolische Zahl für die Fülle der Gemeinde Gottes? Eine interessante Theorie. Andere haben darauf hingewiesen, dass weiße Kleider, goldene Kronen – könnten das nicht vielleicht Überwinder sein? Menschen, die bereits im Himmel sind, weil sie mit Jesus dorthin gebracht worden sind. Das wird meistens auf diejenigen verwiesen, die nach Matthäus 27 bei der Auferstehung, also bei der Kreuzigung und Auferstehung Jesu, dann mit auferstanden sind und nach Epheser auch mit in den Himmel gekommen sind. Als Erstlingsfrucht sozusagen sind sie es.
[13:35] Oder handelt es sich – auch das eine Theorie, die man immer wieder hört – handelt es sich vielleicht um ungefallene Wesen, also um Vertreter anderer Welten? Die Bibel sagt uns ja in Hebräer Kapitel 1, dass wir nicht die einzige Welt in diesem Universum sind. Hebräer Kapitel 1 und dort in Vers 1 und 2: „Nachdem Gott in vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weisen zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn.“ „Ihn hat er eingesetzt zum Erben von allem.“ „Durch ihn hat er auch die Welten geschaffen.“ Es gibt also andere Welten und auf den anderen Welten wird es Lebewesen geben, die Gott geschaffen hat: intelligente Lebewesen. Ist es möglich, dass er hier sozusagen im himmlischen Thron auch Vertreter dieser ungefallenen Welten bei sich am Thron hat?
[14:36] Eine wichtige Frage, bei der eine wichtige Bibelstelle bei der Frage, wie man das beantworten kann, ist Offenbarung Kapitel 5 ab Vers 8. Vielleicht können wir zunächst einmal Vers 9 und 10 lesen, weil wir dort so ein Gefühl dafür bekommen, was die Argumente sind, die jetzt für entweder erlöste Menschen oder ungefallene Wesen angeführt werden. Offenbarung 5 und dort Vers 9 und 10 lesen wir: „Und sie sangen ein neues Lied, indem sie sprachen: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen, denn du bist geschlachtet worden.“ Und jetzt sagt die Schlachter: „Und hast uns für Gott erkauft mit deinem Blut aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen.“ Vers 10: „Und hast uns zu Königen und Priestern gemacht für unseren Gott und wir werden herrschen auf Erden.“ Eine Formulierung, die wir auch aus Offenbarung 1 und dort in Vers 6 gesehen haben. Und wenn es jetzt tatsächlich so ist, dass die Bibel sagt, dass die Ältesten singen: „Du bist würdig, weil du uns erkauft hast und uns zu Königen und Priestern gemacht hast“, dann ist die Sache klar. Dann muss es sich um erlöste Menschen handeln. Denn das würde für ungefallene Wesen nicht gelten.
[16:01] Die Sache ist allerdings ein bisschen komplizierter, denn längst nicht alle Manuskripte der Offenbarung haben hier dieses „uns“. Im Gegensatz dazu haben einige ein „sie“. Dann klingt das so: „Denn du hast sie für Gott erkauft“ oder du hast nur allgemein: „Du hast für Gott erkauft und hast sie zu Königen und Priestern gemacht.“ Wenn es also „sie“ sind und nicht „uns“, dann reden hier Wesen von erlösten Menschen, aber eben nicht als eine andere Gruppe. Dann danken sie für die Erlösung der Menschen, gehören aber selbst nicht zu dieser Gruppe der Erlösten. Und die Verwirrung wird so groß, dass es Manuskripte gibt wie den Codex Sinaiticus, wo in Vers 9 das „uns“ steht, aber in Vers 10 das „sie“, weil also offensichtlich irgendwann im Laufe der Überlieferung unklar war: „uns“ oder „sie“? Ich glaube, dass man diese Frage aber tatsächlich klären kann, ohne die griechischen Manuskripte anschauen zu müssen.
[17:21] In Offenbarung Kapitel 5 und dort Vers 8 finden wir nämlich folgende interessante Aussage, die meistens etwas übersehen wird. Es heißt hier: „Und als es das Buch nahm“ – das meint also das Lamm – „und als es das Buch nahm, fielen die vier lebendigen Wesen und die 24 Ältesten vor dem Lamm nieder und sie hatten jeder eine Harfe und eine goldene Schale voll Räucherwerk.“ „Das sind die Gebete der Heiligen und sie sangen ein neues Lied, indem sie sprachen.“ Und jetzt kommen die Worte, die wir gerade gelesen haben. „Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen, denn du bist geschlachtet worden und hast für Gott erkauft“ oder „uns für Gott erkauft“.
[18:03] Wenn wir die Frage stellen in Vers 9: Wer ist „sie“? Vers 9: „Und sie sangen ein neues Lied, indem sie sprachen“, dann ist die Antwort in Vers 8. Und ich glaube, es ist oft übersehen worden, dass in Vers 8 steht: „Und als es das Buch nahm, fielen die vier lebendigen Wesen und die 24 Ältesten vor dem Lamm nieder.“ Also, wir haben diese Diskussion hier: „uns“ oder „sie“ in Vers 9 und 10. „Uns“ oder „sie“? Ja, das ist die Frage, aber wir haben in Vers 8 die Formulierung: „die vier lebendigen Wesen und die 24 Ältesten“.
[18:58] Beide Gruppen, die vier lebendigen Wesen und die 24 Ältesten, sie alle zusammen, also diese 28 sozusagen, fallen nieder und singen dann das neue Lied, das dann in Vers 9 und 10 aufgezeichnet wird. Also das, was in Vers 9 und 10 gesungen wird, ist das, was die 24 Ältesten und die vier lebendigen Wesen sagen. Und das ist, glaube ich, der Schlüssel, denn die vier lebendigen Wesen lassen sich zumindest eindeutig als nichtmenschlich identifizieren. Vers 8 heißt es: „Und jedes einzelne von den vier lebendigen Wesen hatte sechs Flügel.“ „Rings herum und inwendig waren sie voller Augen und unaufhörlich rufen sie bei Tag und bei Nacht: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Gott, der Allmächtige, der war und er ist und er kommt.“ Das dürften nach allem, was wir aus der Bibel wissen, Seraphim sein, also Engel.
[19:57] Das heißt, die Engel, diese vier Seraphim hier, diese vier lebendigen Wesen, die sind ebenfalls dabei, als gesagt wird: „Würdig bist du zu nehmen“ und so weiter. Und wir können mit Sicherheit sagen, dass die vier lebendigen Wesen nicht „uns“ gesagt haben. Denn die vier lebendigen Wesen, die Engel, die Seraphim, sind nicht durch das Blut Jesu erkauft worden. Wenn das also ein Lied ist, dass sie alle gemeinsam anstimmen, dann dürfte damit naheliegen, zumindest, dass die 24 Ältesten ungefallene Wesen sind.
[20:48] Vertreter anderer Welten, wie wir sie im Buch Hiob zum Beispiel vorfinden, in Hiob Kapitel 1, als es in Vers 6 heißt: „Es geschah aber eines Tages, dass die Söhne Gottes.“ „Das meint Wesen, die vom Heiligen Geist geleitet werden, die mit Gott in Übereinstimmung leben, so wie es Römer 8 uns sagt.“ „Denn jeder, der vom Geist Gottes geleitet wird, das sind die Söhne Gottes.“ Das steht in Römer 8 und dort Vers 14. „Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes und sie traten vor den Herrn.“ Und dann heißt es hier: „Unter ihnen kam auch der Satan“, der damals ja zwar aus dem Himmel schon verstoßen war, aber immer noch Zutritt hatte, interessanterweise als Vertreter der gefallenen Menschheit, der gefallenen Erde, des gefallenen Planeten Erde sozusagen. Das heißt, wir könnten uns also vorstellen, dass die verschiedenen Welten Vertreter haben, die sie sozusagen repräsentieren im himmlischen Thronrat. Und während alle anderen Welten ungefallen sind und deswegen als Söhne Gottes erscheinen, ist der Vertreter dieses Planeten wegen der Sünde der Satan gewesen. Und zwar so lange, bis Jesus ihm auch das weggenommen hat, indem er am Kreuz von Golgatha den Sieg über Satan errungen hat und als Hohepriester jetzt der Vertreter für uns im Himmel ist, als König dieser Welt, auch König der Könige. Als solcher wird er dann auch wiederkommen. Es wäre ein eigenes Studium für sich. Jesus ist jetzt der Vertreter. Der Satan hat keinen Zugang mehr, auch nicht in einer solchen Funktion als Vertreter der Erde. Er ist vom Himmel endgültig verbannt in jeglicher Hinsicht.
[22:38] Der Punkt hier ist, dass die Bibel also so etwas kennt, dass ungefallene Wesen Vertreter schicken in die direkte Nähe Gottes, dort wo die Entscheidungen gefällt werden. Das Buch Hiob bezeugt dies. Und so glaube ich, dass wir hier in Offenbarung Kapitel 4 genau das sehen. Johannes sieht den Thronraum Gottes. Er weiß von der Verheißung, dass die Überwinder, dass er selbst als Apostel einmal, wenn er treu ist – nicht wie Judas, der dieses Vorrecht verloren hat, der hätte auch auf einem solchen Thron sitzen können. Aber dass Johannes als Apostel einmal auf den zwölf Thronen sitzen wird über das Volk, über das geistliche Israel. Er weiß von der Verheißung, dass jeder Überwinder mit Jesus auf einem Thron sitzen wird. Und er sieht jetzt im Himmel bereits den Thronraum Gottes und sieht, dass es tatsächlich so ist, dass auch geschaffene Wesen mit Gott an seiner Regierung teilhaben.
[23:43] Eines Tages werden, wo jetzt die vier lebendigen Wesen und die 24 Ältesten sind, auch erlöste Menschen mit dabei sein. Und das erklärt uns, warum hier von weißen Kleidern und goldenen Kronen die Rede ist. Natürlich bekommen die erlösten Menschen weiße Kleider und natürlich bekommen sie goldene Kronen. Aber das bedeutet nicht, dass die 24 Ältesten deswegen erlöste Menschen sind, sondern wir bekommen die weißen Kleider und die goldenen Kronen, weil die himmlischen Vertreter ungefallener Wesen das sowieso schon haben. Wir werden sozusagen mit ihnen gleichgestellt in gewisser Weise. Vielleicht sogar ein bisschen noch näher zu Gott, weil wir die Erfahrung der Erlösung haben. Aber der Punkt hier ist, das ist etwas, was nicht exklusiv Erlöste nur haben, sondern auch ungefallene Wesen.
[24:36] Was bedeutet es, mit weißen Kleidern bekleidet zu sein? In Offenbarung 19 und dort Vers 8 lesen wir: „Und es wurde ihr, der Gemeinde, gegeben, sich in feine Leinwand zu kleiden, rein und glänzend, denn die feine Leinwand ist die Gerechtigkeit der Heiligen.“ Die Gerechtigkeit, die sich in gerechten Taten offenbart, beschreibt auch diese ungefallenen Wesen. Sie sind treu zu Gott, immer loyal gewesen, haben den Angriffen Satans widerstanden, haben Gott geglaubt. Sie benötigen keine Erlösung. Sie sind trotzdem vollkommen gerecht vor Gott. Offenbarung 19 sehen wir, dass tatsächlich auch andere Wesen außer erlösten Menschen weiße Kleider tragen. Offenbarung 19, Vers 14: „Und Heere im Himmel folgten ihm nach auf weißen Pferden und sie waren bekleidet mit weißer und reiner Leinwand.“ Das sind die Engel. Das sind unter Umständen auch sogar ungefallene Wesen. Auf jeden Fall keine Menschen. Sie sind mit weißer Leinwand bekleidet. Sie kommen ja hier bei der Wiederkunft, um die Menschen erst einmal entgegenzunehmen. Weiße Kleider sind also kein Hinweis notwendigerweise darauf, dass es sich um erlöste Menschen handelt, sondern beschreiben einfach die Reinheit der Bewohner des Himmels.
[26:04] Und dann lesen wir von einer goldenen Krone in Offenbarung Kapitel 4, Vers 4: „und auf ihren Häuptern goldene Kronen.“ In Psalm 21 wird deutlich, dass es sich dabei um ein Vorrecht von Königen handelt. Psalm 21 und dort in Vers 2 bis 4: „Oh Herr, der König freut sich in deiner Kraft und wie frohlockt er so sehr über dein Heil! Du hast ihm“
[26:43] sehr über dein Heil. Du hast ihm gegeben, was sein Herz wünschte und ihm nicht verweigert, was seine Lippen begehrten, denn du kamst ihm entgegen mit köstlichen Segnungen. Du hast eine Krone aus Feingold auf sein Haupt gesetzt. Der König erhält von Gott eine Krone. Die Tatsache, dass diese Ältesten Kronen tragen, beweist, dass sie Könige sind. Sie sitzen ja auch auf Thronen.
[27:18] Jesus selbst trägt eine solch goldene Krone in der Offenbarung. Offenbarung 14, Vers 14: „Und ich sah und siehe eine weiße Wolke. Und auf der Wolke saß einer, der glich einem Sohn des Menschen. Er hat auf seinem Haupt eine goldene Krone und in seiner Hand eine scharfe Sichel.“ Jesus wird bei der Wiederkunft nicht nur mit dieser Art von Krone bezeichnet. Diese goldene Krone ist das griechische Wort Stephanos.
[27:49] Wir kennen ja den Stephanos aus der Apostelgeschichte. Das ist genau dieser Name. Stephanos ist eigentlich ein Kranz. Ursprünglich im alten Griechenland, dann noch in Rom, aus Blättern – Palmblättern zum Beispiel – oder anderen Blättern gebunden, wurde zum Beispiel bei bestimmten kultischen und sportlichen Veranstaltungen, dann auch vor allem im Militär verwendet für die Ehrung von bestimmten Personen, die sich ausgezeichnet haben oder aus anderen Gründen. Die Stephanos, die dann im Lateinischen die Corona, der Kranz, ist ein Ehrenzeichen gewesen.
[28:27] Es gibt in der Offenbarung noch ein anderes Wort für die Krone, das zunächst einmal ganz deutlich auf das Königliche hinweist. Offenbarung 19, Vers 12. Über Jesus heißt es hier: „Seine Augen aber sind wie eine Feuerflamme und auf seinem Haupt sind viele Kronen und er trägt einen Namen geschrieben, den niemand kennt als nur er selbst.“ Das Wort Krone hier ist Diadema, wo wir das Diadem herbekommen, die Königskrone.
[28:49] Ich habe selbst oft gesagt und auch so gelernt, dass Stephanos und Diadema zwei verschiedene Dinge sind, ja, das Stephanos als die sozusagen der Kranz für den Sieger, Kranz für den Überwinder, und Diadem sozusagen die Königskrone für den, der sozusagen von Natur aus König ist. Das trifft sicherlich einen wichtigen Aspekt, aber möglicherweise gibt es gar keine so scharfe Unterscheidung zwischen Stephanos und Diadema in der Bibel.
[29:28] Ein Beispiel: Matthäus 27, Vers 29. Dort handelt es sich natürlich um eine Spotkrone, die die römischen Soldaten dort flechten. Matthäus 27, Vers 29: „Und sie flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf sein Haupt, gaben ihm ein Rohr in die rechte Hand und beugten vor ihm die Knie, verspotteten ihn und sprachen: ‚Sei gegrüßt, König der Juden.‘“ Und hier steht Stephanos. Das heißt, diese Stephanos wurde zwar geflochten, aber es war natürlich jetzt hier in der Verspottung sollte ein Symbol des Königtums sein, nicht des Siegers.
[30:15] Jesus wurde nicht als ein Olympiasieger, ein Überwinder verspottet, sondern als ein König. Und das deutet in die Richtung, dass das Wort Stephanos auch einfach für Königskronen stehen kann.
[30:33] Ein anderes Beispiel dazu, sehr interessant, ist 1. Chronik Kapitel 20. Ist natürlich in Hebräisch geschrieben, aber es gibt davon ja eine griechische Übersetzung aus der Zeit noch vor Jesus, der sogenannten Septuaginta. Und in 1. Chronik 20, Vers 2 heißt es über die Krone des Königs von Ammon: „Und David nahm die Krone ihres Königs von dessen Haupt und er fand, dass sie ein Talent Gold wog und mit Edelsteinen besetzt war und sie kam auf das Haupt Davids. Er führte auch sehr viel Beute aus der Stadt.“ Das ist ganz definitiv eine Königskrone, kein Siegeskranz für einen Sieger bei einem sportlichen Wettkampf. Eine Königskrone, aber auch hier übersetzt dann die Septuaginta mit Stephanos.
[31:27] Das heißt, dass das Wort Stephanos durchaus auch für königliche Kronen verwendet werden kann. Man kann also aus der Tatsache, dass hier Stephanos steht und nicht Diadem, nicht schlussfolgern, dass es sich um Überwinder handeln muss, die erst einmal sozusagen auf der Erde gelebt haben und überwunden haben, sondern es deutet hier im ganzen Kontext nicht auf das Überwinden, sondern auf das Königsein hin, denn die sitzen ja auf Thronen, wobei das Ganze natürlich nicht allzu scharf voneinander getrennt werden kann, denn auch wir werden als Überwinder ja schließlich dann als Könige behandelt. Also das wollen wir nicht zu sehr auseinanderdividieren, aber Fakt ist: allein das für sich genommen beweist noch nicht, dass es sich hier um erlöste Menschen handelt. Bei den 24 Ältesten im Gegenteil sehen wir aufgrund des Kontextes von Offenbarung 5, dass es höchstwahrscheinlich sich um ungefallene Wesen handeln muss.
[32:29] In diesem Sinne können wir für heute sehen, dass wir uns ein bisschen damit beschäftigt haben, wer diese Ältesten sind und dass wir als Erlöste einmal einer Gruppe hinzugefügt werden, die es jetzt schon gibt: gefallene – Verzeihung – ungefallene Wesen, die im Himmel bereits jetzt an der Regierung Gottes teilhaben, die im Thronrat mitbefragt werden, zumindest bei bestimmten Fragen. Es gab Fragen, zu denen Gott seine Geschöpfe nicht befragt hat. Aber sie sind Teil dieses Thronraumes Gottes.
[33:08] Und wenn wir als Erlöste das Evangelium angenommen haben, einmal im Himmel sein werden, werden wir hier auch mit auf Thronen sitzen. Wir haben gesehen, dass Gott, der unendliche, allmächtige Gott, an seiner Regierung teilhaben lässt. Und allein das ist eine interessante Sache. Manchmal haben wir das Problem, dass wir alles alleine machen wollen und glauben, dass niemand es so gut macht wie wir. Gott wäre der einzige, der das berechtigterweise sagen könnte. Aber er, der tatsächlich alles alleine könnte, lässt andere mitmachen, von den ersten Seiten der Bibel in 1. Mose 1 und 2, wo Adam dann die Tiere benennen darf, bis in die Offenbarung. Gott lässt uns mitmachen.
[34:02] Gott teilt. Er delegiert. Er möchte mit uns zusammenarbeiten, selbst in der Regierung des Universums. Nicht weil er es nicht alleine könnte, sondern weil er Freude hat, uns miteinzubinden. Wollen wir heute uns neu dafür entscheiden, mit Gott zusammenzuarbeiten, die wir hier auf der Erde leben, schon jetzt mit ihm zusammenarbeiten für sein Königreich? Ist das dein Wunsch? Lass uns noch gemeinsam beten.
[34:35] Lieber Vater im Himmel, ich möchte von Herzen danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast, dass wir verstehen können, dass es einen Thron zu gewinnen gibt, nämlich den Thron, Herr Jesus, auf dem du sitzt, dass wir mit dir dort sitzen dürfen, dass wir teilhaben dürfen an deinem Königreich. Das haben wir nicht verdient. Das haben wir uns auch nicht erarbeitet. Das willst du uns schenken, wenn wir dir glauben. Und Herr, wir möchten dir danken für den Blick in den Himmel, den Johannes bekommen hat, der gesehen hat, dass es kein leeres Versprechen ist, sondern es wird jetzt schon im Himmel praktiziert, wo wir Menschen in dieser Gnadenzeit uns darauf vorbereiten, das Geschenk anzunehmen. Und dafür danken wir dir, dass wir das sehen können. Auch wir möchten einmal mit diesem weißen Kleid und der goldenen Krone in deiner Gegenwart sein, lieber Vater, in deiner Gegenwart. Hab Dank dafür im Namen Jesu. Amen.
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