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Manuskript zur Sendung   >>>  CSH_Manuskript_2026 1st Nr 5    <<<

In dieser Folge der Christ Study Hour taucht Christopher Kramp tief in Philipper 2, Verse 12-30, ein. Er beleuchtet die Aufforderung, die eigene Erlösung „mit Furcht und Zittern“ zu verwirklichen, und erklärt, wie dies aktive Hingabe und Gehorsam im Alltag bedeutet, nicht Werksgerechtigkeit. Anhand biblischer Beispiele wie Jakob, Timotheus und Epaphroditus wird gezeigt, wie Gläubige durch Gottes Wirken zu „Lichtern in der Welt“ werden können, die das Evangelium durch ihr selbstloses Leben widerspiegeln.


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Serie: CSH 2026 Q1: Die Briefe von Paulus an die Philipper & Kolosser

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Transkript

[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Wie immer gilt ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf dem Sender.

[0:44] Das Wort zur fünften Folge unserer CSH-Serie über die Briefe des Paulus an die Philipper und die Kolosser. Wir haben schon einiges, vor allem im Philipperbrief, studiert und wollen heute das Ende, den zweiten Teil des zweiten Kapitels betrachten unter dem Thema: Wie Lichter in der Nacht leuchten.

[1:12] Wir wollen uns damit vorbereiten auf das Bibelgespräch am 31. Januar, und wir haben einige ganz interessante und für unser persönliches Glaubensleben absolut entscheidende Verse vor uns, die wir genauer verstehen wollen, die wir so verstehen wollen, wie Gott sie gemeint hat, als er Paulus inspiriert hat, sie niederzuschreiben.

[1:36] Und damit wir das auch wirklich in unserem Leben anwenden können, möchten wir Gott bitten, dass er unser Herz öffnet, dass er uns Verständnis schenkt und uns mit seinem Heiligen Geist erfüllt. Wollen wir gemeinsam mit einem Gebet in dieses Bibelstudium einsteigen und starten?

[2:01] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns zu dir ziehst und danke, dass wir dein Wort haben und danke, dass du jetzt auch in diesen Versen des Philipperbriefes zu uns persönlich sprechen möchtest. Ich möchte dich bitten, dass du unser Lehrer bist, dass du als unser Schöpfer und Erlöser, als unser Freund, dass du direkt persönlich zu uns sprichst, dass die Worte Worte des Lebens sind für uns.

[2:30] Herr, wir möchten dich bitten, dass deine Kraft unser Leben verändert und dass durch deine Wirksamkeit, durch das, was du tust, unser Leben zu einem Licht wird in dieser dunklen Welt. Herr, schenk uns deine Gesinnung. Erfüll uns mit deinem Heiligen Geist und hab Dank dafür. Sprich du jetzt zu uns, weil du versprochen hast, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Darum bete ich dich jetzt für mich und für jeden einzelnen, der dieses Video sieht, im Namen Jesu. Amen.

[3:16] Wir sind in Philipper Kapitel 2. Wir haben in der letzten Folge bis Vers 11 die Gesinnung von Jesus Christus studiert, als es darum ging, dass durch die Demut, die Jesus uns vorlebt, wir echte Einheit in der Gemeinde erreichen können.

[3:36] Vers 12 greift offenbar diesen Gedanken auf und führt ihn weiter, denn er beginnt mit dem Wort "darum". Weil das so ist, wie es in Vers 1 bis 11 beschrieben ist, über die Einheit der Gemeinde durch die Demut, wenn jeder den anderen höher achtet als sich selbst, weil wir dieselbe Gesinnung haben sollen, wie sie in Jesus war und ist, wie es dann in Vers 6 und 7 und 8 beschrieben ist.

[4:15] Darum, Vers 12: "Darum, meine Geliebten" – hier sehen wir wieder diese besondere Beziehung, die Paulus zu diesen Christen in Philippi gehabt hat. "Darum, meine Geliebten, wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit, verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zittern."

[4:40] Paulus zeigt, dass wenn wir dieselbe Gesinnung haben wie Jesus, wie es in Vers 5 hieß: "Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war", und wir dann feststellen, dass die Gesinnung Jesu darin bestand, gehorsam zu sein. Ja, gehorsam bis zum Tod. Das heißt in Vers 8: "Und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuz."

[5:13] Wenn das also so ist, dann folgt daraus, dass auch die Gläubigen gehorsam sein werden. "Darum, meine Geliebten, wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid." Wer die Gesinnung Jesu hat, der hat auch seinen Gehorsam. Nicht nur, dass der Gehorsam Jesu uns zugerechnet wird, sondern dass sich der Gehorsam Jesu auch in unserem Leben deutlich zeigt. Nicht nur ab und zu, wenn gerade die Sonne scheint und es uns gut geht, sondern Paulus sagt, wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid.

[5:47] Und zwar unabhängig davon, ob er, der Paulus, anwesend war oder nicht. Und das erinnert uns an Kapitel 1 im Philipperbrief, wo es in Vers 27 hieß: "Nur führt euer Leben würdig des Evangeliums von Christus, damit ich, ob ich komme und euch sehe oder abwesend bin, von euch höre, dass ihr feststeht in einem Geist und einmütig miteinander kämpft für den Glauben des Evangeliums."

[6:15] Das ganze Thema dieses größeren Abschnittes. Paulus hatte damals schon in Kapitel 1 den Philippern deutlich gemacht, schon hier weiter vorne im Brief, dass unabhängig davon, ob er anwesend ist oder nicht, sie selbst für den Glauben kämpfen sollen, sie selbst eines Geistes sein sollen, dass sie des Evangeliums würdig leben sollen. Wir haben damals gelernt, dass sie quasi als Bürger des Himmels in dieser Welt leben sollen.

[6:48] Paulus weiß nicht – das haben wir studiert –, ob er noch einmal sie sehen wird oder nicht, aber er sagt, egal was mit mir passiert, wie ihr allezeit gehorsam seid, so bleibt es auch jetzt in dieser Gesinnung von Jesus Christus. Darum, weil wir seine Gesinnung haben sollen. Wir sollen nicht aus eigener Kraft versuchen, einen Gehorsam zu entwickeln, um Gott zu beeindrucken. Wir sollen das Denken von Jesus imitieren, auf ihn schauen, seine Gesinnung haben und so gehorsam sein, wie es auch Jesus gewesen ist.

[7:26] Was bedeutet diese berühmte und oft zitierte Formulierung: "Verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zittern"? Sagt nicht die Bibel, dass wir für unsere Erlösung nichts beitragen können? Sagt sie nicht, dass es allein aus Gnade ist? Nun, es ist wahr, dass wir nichts bringen können, was Gott jetzt überstimmt, was Gott umstimmt, was Gott irgendwie veranlasst, anders zu denken über uns, weil wir ihn irgendwie überredet hätten.

[8:01] Aber doch macht die Bibel ganz deutlich, dass bei der Erlösung des Menschen immer eine aktive Teilnahme des Menschen eine Rolle spielt und entscheidend ist. Wir gehen ein paar interessante Bibelstellen durch, um deutlich zu machen: Der Paulus sagt hier nichts Außergewöhnliches, sondern etwas, das in der ganzen Bibel zu finden ist.

[8:20] Wir beginnen in Matthäus Kapitel 11. Jesus sagt diese interessanten und auch nicht so einfach zu verstehenden Worte. In Matthäus 11, Vers 12: "Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt leidet das Reich der Himmel Gewalt, und die, welche Gewalt anwenden, reißen es an sich." Jesus sagt hier nicht, dass Menschen gewalttätig sein sollen gegenüber anderen, aber er sagt, dass das Reich Gottes von denen erreicht wird, sozusagen, die mit aktiver Entscheidung, mit Gewalt sozusagen es an sich reißen, die wirklich unbedingt dabei sein wollen.

[8:57] Matthäus 11 und dort Vers 29: "Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen." Wer ein Joch trägt, der arbeitet auch. Ochsen tragen ein Joch nicht, um passiv zuzuschauen, wie das Feld gepflügt wird, sondern um mitzumachen.

[9:21] Nun, Jesus sagt nicht: "Nehmt ein Joch und arbeitet dann, und ich schaue, ob es mir gefällt." Er sagt: "Nehmt auf euch mein Joch." Wir sollen mit Jesus zusammenarbeiten. Wir sollen das Reich Gottes nicht mit Gewalt von ihm reißen, sondern wir sollen zeigen, so wie Jakob, der von ganzem Herzen um Segen gerungen hat, dass wir wirklich das Reich Gottes haben wollen. Es wird uns nicht hinterhergeworfen, sondern die, die Gewalt anwenden, sozusagen, die alles daran setzen, dabei zu sein, die werden es auch haben.

[10:00] Anders drückt es Jesus in Lukas 13 aus, denselben Gedanken mit anderen Worten. In Lukas 13 und dort Vers 23 und 24: "Er sprach, es sprach aber einer zu ihm: 'Herr, sind es wenige, die errettet werden?' Er sprach zu ihnen: 'Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen, denn viele, sage ich euch, werden hineinzugehen suchen und es nicht können.'"

[10:25] Paulus kannte diese Verse. Er wusste, dass Jesus deutlich gemacht hat: Erlösung ist nichts, was man einfach nur von außen passiv beobachtet und sagt: "Ja, das hätte ich auch gerne", sondern Erlösung, die Gott für uns bewirkt, hat immer den Aspekt, hat immer diesen Anteil des Menschen, dass er es wirklich haben möchte, dass er darum ringt, durch die enge Pforte hineinzugehen, dass er mit Gewalt sozusagen das Himmelreich an sich reißt, dass er die eigene Erlösung verwirklicht, wie wir jetzt bei Paulus gelesen haben.

[10:59] Jesus sagt es auch in Johannes Kapitel 6 und dort Vers 27, und das hilft vielleicht, das Ganze noch besser zu verstehen. In Johannes 6 finden wir die Menschen, die am Tag zuvor, am Abend zuvor, bei der Speisung der 5000 alle satt geworden sind. Sie haben Brot von Jesus erhalten, und am nächsten Tag haben sie einen weiten Weg auf sich genommen, um Jesus wiederzusehen, obwohl er ja gerade in der Nacht, also er zunächst zu Fuß auf dem See gegangen ist und dann auch mit dem Schiff mit seinen Jüngern an das andere Ufer gefahren war.

[11:35] Sie hatten einen weiten Weg auf sich genommen, und Jesus sagt jetzt zu ihnen in Vers 27, Johannes 6, Vers 27: "Wirkt nicht für die Speise, die vergänglich ist, sondern für die Speise, die bis ins ewige Leben bleibt, die der Sohn des Menschen euch geben wird, denn diesen hat Gott der Vater bestätigt."

[11:55] Er sagt, ihr seid gekommen, weil ihr wieder Brot haben wollt, weil ihr noch ein Brotwunder sehen wollt. Ihr habt einen weiten Weg auf euch genommen. Ihr habt Zeit und Energie investiert, um noch einmal ein Wunder zu sehen, um noch einmal Brot zu essen. Aber ich sage euch, sagt Jesus, investiert eure Zeit, investiert eure Energie, dafür geistliche Speise zu bekommen. Brot, das bis ins ewige Leben bleibt, die Speise, die der Sohn des Menschen euch geben wird.

[12:34] Hier sehen wir das, was am Ende das ewige Leben bewirkt, kommt von Jesus. Was es braucht, sind Menschen, die Zeit und Energie investieren, um diese Speise zu erhalten, um dabei zu sein, um von Jesus zu lernen, sein Wort zu hören. Und jeder von uns weiß ganz genau, wir können uns selbst nicht besser machen. Aber um das Evangelium der Gnade Gottes zu kennenzulernen und zu verstehen, muss man Zeit investieren. Man muss sozusagen Energie investieren. Man muss wirklich das zur Priorität machen. Man muss es wollen. Nur dann versteht man auch das Evangelium der Gnade Gottes.

[13:18] Nur wer Jesus kennenlernen will, wird ihn auch kennenlernen. Nur wer die Bibel verstehen will, der wird sie verstehen. Das heißt in Daniel Kapitel 8 über den Propheten, nachdem er diese beeindruckende Vision gesehen hat, in Daniel 8, Vers 15: "Es geschah aber, als ich, Daniel, das Gesicht sah und es zu verstehen suchte, siehe, da stand einer vor mir, der aussah wie ein Mann."

[13:47] Daniel wollte verstehen, und Gott konnte es ihm erklären. Im nächsten Kapitel sehen wir, wie Daniel das Buch Jeremia studiert, um nach Antworten auf seine Fragen zu suchen. Und deswegen kann Gott ihm dann in der Vision große Wahrheiten offenbaren. Die Menschen, die wirklich Gott kennenlernen wollen, die danach ringen, durch die enge Pforte zu gehen, die von ganzem Herzen ihr Leben Jesus geben wollen, die lernen Jesus wirklich kennen. Die verstehen die biblische Botschaft, die begreifen, was ewiges Leben für sie wirklich bedeutet.

[14:34] Da heißt es so berühmt in Jeremia 29 und dort Vers 13, Gott sagt: "Ja, ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir verlangen werdet." Das "Gewalt anwenden" von Matthäus 11, Vers 12, ist keine Grausamkeit und keine Gewalttätigkeit. Es ist dieses "von ganzem Herzen", so wie Jakob von ganzem Herzen um Segen gerungen hat und dem himmlischen Boten, Jesus selbst, gesagt hat: "Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich."

[15:09] Paulus ruft die Geschwister in Philippi und auch uns auf: Unabhängig davon, was mit Paulus passiert, dass wir in unserem eigenen Leben diese Einstellung von Jakob haben, mit Furcht und Zittern, unabhängig von dem, was andere Menschen um uns herum tun und sagen oder was mit ihnen passiert, dass wir selbst diesen tiefen Wunsch haben, dass wir die Erlösung für uns selbst erfahren, dass wir darum ringen.

[15:41] 1. Korinther Kapitel 9, Vers 24 bis 27. In 1. Korinther 9, Vers 24 bis 27, sagt Paulus: "Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur einer den Preis erlangt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt." Mit anderen Worten, das christliche Leben ist nicht einfach nur ein Wellness-Jogging, wo man einfach ein bisschen die Beine bewegt, sondern wo man sich wirklich ganz anstrengt.

[16:10] Menschen, die bei einem olympischen Wettkampf laufen, die strengen sich an, die geben alles. Die investieren Zeit und Training. Die achten sogar auf ihre Ernährung, damit sie Erster werden. Nun, in diesem Kampf, der vor uns liegt, geht es nicht darum, wer der Erste ist. Und doch ist die Anstrengung, die ein olympischer Wettläufer an den Tag legt, das Bild, das Paulus verwendet, um uns zu zeigen, was es bedeutet, von ganzem Herzen Gott zu suchen, von ganzem Herzen Jesus nachzufolgen.

[16:54] Vers 25: "Jeder aber, der sich am Wettkampf beteiligt, ist enthaltsam in allem; jene, um einen vergänglichen Siegeskranz zu empfangen, wir aber einen unvergänglichen. So laufe ich nun nicht wie aufs Ungewisse. Ich führe meinen Faustkampf nicht mit bloßen Luftstreichen, sondern ich bezwinge meinen Leib und beherrsche ihn, damit ich nicht anderen verkündige und selbst verwerflich werde."

[17:16] Paulus wusste, die Verwirklichung der eigenen Rettung hat etwas damit zu tun, dass man kämpfen muss. Man muss wissen, wo die Schwächen sind. Das christliche Leben ist kein Schattenboxen, wo man einfach ein bisschen so andeutet und zeigt, wie die Muskeln aussehen, sondern ein echter Kampf, wo man weiß, welche Schwächen besiegt werden müssen.

[17:49] In Römer schreibt derselbe Paulus in Römer 2, Vers 5: "Aber aufgrund deiner Verstocktheit und deines unbußfertigen Herzens häufst du dir selbst Zorn auf für den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, der jedem vergelten wird nach seinen Werken." Vers 7: "Denen nämlich, die mit Ausdauer im Wirken des Guten Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit erstreben, ewiges Leben." Diejenigen, die am Ende ewiges Leben bekommen, werden die sein, die ausdauernd das Gute getan haben. Erinnern wir uns an Philipper 1: "Die allezeit gehorsam gewesen seid."

[18:34] Noch einmal Hebräer, oder gehen wir zum Hebräer. Hebräer 12, Vers 1: "Da wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so lasst uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt." Nirgendwo in der Bibel, weder im Alten noch im Neuen Testament, ist Erlösung eine rein passive Sache, wo ich auf der Zuschauertribüne sitze und einfach nur zuschaue, was Gott tut. Es erfordert immer meinen vollen Einsatz.

[19:00] Paulus sagt: "Verwirklicht eure Errettung mit Furcht und Zittern." Echter Glaube ist wirksam. So sagt Paulus in Galater 5, Vers 6: "Was zählt, ist der Glaube, der durch die Liebe wirksam wird."

[19:16] Und was das praktisch heißt, sagt er in Galater Kapitel 6 und dort ab Vers 7. Galater 6, Vers 7: "Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten, denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten. Denn wer auf sein Fleisch sät, der wird vom Fleisch Verderben ernten." Wenn man noch so sehr theologisch von Dingen überzeugt ist, aber im Leben nach dem Fleisch lebt und dem Fleisch die Kontrolle überlässt, dann wird man Verderben ernten. "Wer aber auf den Geist sät, der wird vom Geist ewiges Leben ernten."

[19:44] Was heißt das? Vers 9: "Lasst uns aber im Gutes Tun nicht müde werden." Deswegen sagt er in Römer 2, Vers 7, die mit Ausdauer im Gutes tun das ewige Leben erstreben. "Lasst uns aber im Gutes Tun nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten."

[20:03] Und das sind nicht nur Ratschläge, das sind Dinge, die man in den Gemeinden damals auch sehen konnte, die tatsächlich auch Realität waren. Paulus schreibt darüber an die Thessalonicher im ersten Brief an die Thessalonicher Kapitel 1, Vers 3: "Indem wir unablässig gedenken an euer Werk im Glauben und eure Bemühung in der Liebe und euer standhaftes Ausharren in der Hoffnung auf unseren Herrn Jesus Christus vor unserem Gott und Vater." Paulus hat gesehen, was Gottes Geist in einer Gemeinde bewirken kann, dass sie unablässig sich bemüht in der Liebe.

[20:51] Und deswegen sagt er in Hebräer, Kapitel 4 und dort Vers 11. In Hebräer 4, Vers 11 heißt es: "So wollen wir denn eifrig bestrebt sein, in jene Ruhe einzugehen, damit nicht jemand als ein gleiches Beispiel des Unglaubens zu Fall kommt." Paulus sagt, es gibt eine Ruhe, die Gott uns anbietet. Jesus hat gesagt: "Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch Ruhe geben, euch erquicken." Aber Paulus sagt hier, wir müssen uns eifrig bemühen, diese Ruhe haben zu können. Wir müssen unsere eigene Errettung verwirklichen. Wir müssen das Reich Gottes sozusagen mit Gewalt an uns reißen, so wie Jakob gesagt hat: "Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich." Von ganzem Herzen müssen wir Gott suchen.

[21:46] So wollen wir denn eifrig bestrebt sein. Wenn wir uns den Text in Philipper anschauen, dann fällt noch eine interessante Sache auf. Er betont ja hier in Vers 12: "Darum, meine Geliebten, wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit." Also Paulus betont hier diesen Punkt, egal was mit mir ist.

[22:11] Jetzt sagt er weiter: "Verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zittern." Man kann übersetzen: "erwerbt oder gewinnt eure eigene Rettung mit Furcht und Zittern." Paulus möchte also deutlich machen. Der Punkt, glaube ich, den er machen möchte, ist, dass jeder Gläubige einen eigenen Fall vor Gott hat, eine eigene Erlösung. Er möchte keine Werksgerechtigkeit predigen, werden wir gleich sehen, überhaupt gar nicht, aber er möchte deutlich machen, dass die Gegenwart von Paulus nicht ausreichen würde.

[22:41] Niemand kann sagen: "Ich werde gerettet, denn ich war in der Gemeinde, in der Paulus gepredigt hat." Niemand von uns kann sagen: "Ich werde erlöst, weil ich habe diesen Prediger oder dieses Video gesehen oder dort in dieser Gemeinde gewesen und habe den und den kennengelernt." Wir alle haben einen eigenen Fall vor Gott. Deswegen sagt er: "Verwirklicht, erwerbt, gewinnt eure eigene Errettung mit Furcht und Zittern."

[23:06] Unabhängig vom Schicksal, das Paulus erleiden würde, soll jeder Gläubige in Philippi darauf achten, persönlich die Erlösung anzunehmen und für sich individuell in Anspruch zu nehmen. Und ich frage dich, lieber Freund, liebe Freundin, hast du die Erlösung, die dieses Buch hier beschreibt? Hast du sie für dich persönlich in Anspruch genommen? Oder hoffst du, dass es ausreicht, dass du irgendwie in der großen Masse mitschwimmst mit den in Anführungsstrichen "Richtigen", die das Richtige glauben, das Richtige verstanden haben? Hast du es für dich persönlich angenommen? Stehst du selbst vor Gott als ein Erlöster?

[23:49] "Verwirklicht eure eigene Rettung mit Furcht und Zittern."

[24:01] Warum mit Furcht und Zittern? Möchte Paulus, dass wir ein angsterfülltes Glaubensleben haben? Ganz und gar nicht. Schon im Alten Testament wird deutlich, dass Furcht und Zittern nichts mit panischer Angst oder mit solchen Dingen zu tun haben. In Psalm 2 und dort Vers 11 heißt es: "Dient dem Herrn mit Furcht und frohlockt mit Zittern." Man kann also dem Herrn freudig dienen mit Furcht und Zittern. Also keine Angst vor Gott, wo man irgendwie nicht weiß, was er einem jetzt antun wird, sondern etwas anderes ist gemeint. Mit Furcht und Zittern kann man Gott freudig dienen.

[24:45] Schauen wir mehr Bibeltexte an, um diese Phrase etwas besser zu verstehen. In Jesaja Kapitel 66 und dort Vers 2. Dort heißt es in Jesaja 66, Vers 2: "Dies alles hat meine Hand gemacht, und so ist dies alles geworden", spricht der Herr. "Ich will aber den ansehen, der demütig und zerbrochenen Geistes ist und der zittert vor meinem Wort."

[25:14] Das Wort Gottes schlägt uns nicht. Wir brauchen keine Angst zu haben vor dem Wort Gottes. Gemeint ist hier eine Einstellung, dass wir uns unter das Wort Gottes stellen, dass wir uns nicht als Richter über das Wort Gottes erheben oder sagen: "Das glaube ich, das glaube ich nicht, das gefällt mir, das gefällt mir nicht", sondern dass wir zittern vor dem Wort Gottes. Nicht weil wir Angst haben, geschlagen zu werden, sondern weil wir die Wichtigkeit, die Autorität und die persönliche Relevanz dieses Wortes für unser Leben komplett vollständig anerkennen.

[25:51] Das meint es, Gott freudig mit Furcht und Zittern zu dienen. Nicht, weil er einfach ein Kumpel ist, wo wir mal mit ihm gehen, mal ohne ihn gehen, sondern weil wir uns ganz ihm unterstellen mit Freude, immer auf ihn hören wollen, was immer er auch sagt.

[26:11] Diese Idee, sich ganz dem Willen Gottes zu unterwerfen, die wird auch deutlich in Apostelgeschichte 9 und dort Vers 6. Da sprach er mit Zittern und Schrecken. Paulus, der gerade vom Pferd gefallen ist, weil das Licht Jesu ihn getroffen hat auf dem Weg nach Damaskus. Apostelgeschichte 9, Vers 6: "Da sprach er mit Zittern und Schrecken: 'Herr, was willst du, dass ich tun soll?'"

[26:45] Das bedeutet, mit Furcht und Zittern zu sein. Es bedeutet zu fragen: "Herr, was willst du, dass ich tun soll?" Wer die Bibel mit Furcht und Zittern betrachtet, fragt: "Herr, was willst du, dass ich tun soll?" Wer Gott dient mit Frohlocken, mit Furcht und Zittern, der fragt freudig: "Herr, was willst du, dass ich tun soll?" Wer seine eigene Errettung verwirklicht mit Furcht und Zittern, der versucht nicht mit eigenen Werken Gott zu beeindrucken, sondern der fragt demütig persönlich für sich selbst, nicht nur, weil er Paulus kennt und zu der Gemeinde gehört, sondern für seinen eigenen Fall: "Herr, was willst du, dass ich tun soll? Was soll ich tun?" Der unterstellt sein eigenes Leben Gott und fragt nach Gottes Willen für sein eigenes Leben.

[27:36] In Epheser Kapitel 6, Vers 5, wird deutlich, dass damit letztlich echter Gehorsam gemeint ist. Epheser 6 und dort Vers 5: "Ihr Knechte, gehorcht euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern in Einfalt eures Herzens als dem Christus." Nein, die Knechte sollen keine panische Angst vor ihren Herren haben. Sie sollen in Einfalt des Herzens sein. Sie sollen ihren Gehorsam so ausleben, als wäre er direkt für Christus. Aber es geht hier darum, dass jemand als Knecht dem Herrn gehorcht.

[28:20] Wer die Bibel liest mit Furcht und Zittern, der erkennt, dass die Bibel Autorität hat über sein Leben. Wer Gott dient mit Furcht und Zittern, der anerkennt Gottes Autorität über sein Leben.

[28:38] Es beschreibt die Bereitschaft zu fragen: "Herr, was willst du, dass ich tun soll?" mit der Einstellung, das dann auch tatsächlich zu tun. Verwirklicht, erwerbt, gewinnt eure persönliche Errettung mit Furcht und Zittern in dieser Einstellung.

[29:02] Hebräer, Kapitel 4 und dort Vers 1 sagt noch etwas Wichtiges zu diesem Thema. Hebräer 4 und dort Vers 1: "So lasst uns nun mit Furcht darauf bedacht sein, dass sich nicht etwa bei jemand von euch herausstellt, dass er zurückgeblieben ist, während doch die Verheißung zum Eingang in seine Ruhe noch besteht."

[29:23] Wir sollen mit Furcht darauf bedacht sein, dass das Angebot zum ewigen Leben auch wirklich angenommen wird. Das ist, was Paulus meint. "Verwirklicht eure eigene Rettung mit Furcht und Zittern." Seid nicht damit zufrieden, dass in eurer Gemeinde die Wahrheit über das Evangelium gepredigt wird und glaubt, dass ihr nur, weil ihr anwesend seid, es euch irgendwie dann auch mitreißen wird ins Reich Gottes, sondern ergreift die Gelegenheit, die ihr habt, wirklich beim Schopf, von ganzem Herzen. Macht es zu eurem eigenen Fall, zu eurem eigenen Anliegen. Nehmt das persönlich für euch an von ganzem Herzen, von ganzer Seele. Darum und fragt Gott: "Was willst du, dass ich tun soll?"

[30:15] Und so verstehen wir, was gemeint ist, wenn er sagt in Vers 12: "Darum, meine Geliebten, wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit, verwirklicht eure eigene Rettung" – so kann man besser übersetzen – "mit Furcht und Zittern."

[30:31] Und jetzt kommt Vers 13. Denn Begründung: "Denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen." Hier wird ganz deutlich: Vers 12 beschreibt keine Werksgerechtigkeit. Vers 12 beschreibt, dass ein Mensch von ganzem Herzen das Evangelium, das Gott bewirkt, in seinem eigenen Leben haben möchte.

[31:00] Vers 13 zeigt, warum Vers 12 funktionieren kann, denn Gott wirkt in uns. Das griechische Wort heißt Energeo. Die Wirksamkeit für all das, die Energie, wenn man so möchte, die kommt von Gott.

[31:18] Eine der schönsten Bibelstellen, die ich kenne in der gesamten Heiligen Schrift, steht in Hebräer 13, Vers 20 und 21, eine wirklich wunderbare Verheißung, die Paulus hier am Ende des Hebräerbriefes schreibt. Hebräer 13, Vers 20 und 21: "Der Gott des Friedens aber, der unseren Herrn Jesus aus den Toten heraufgeführt hat, den großen Hirten der Schafe durch das Blut eines ewigen Bundes, er rüste euch völlig aus zu jedem guten Werk, damit ihr seinen Willen tut, indem er in euch das wirkt, was vor ihm wohlgefällig ist durch Jesus Christus. Ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen."

[32:12] Genau das ist das, was Paulus auch in Philipper 2, Vers 12 und 13 beschreibt. Das Ganze ist schon im Alten Testament deutlich ausgesprochen in einer wunderbaren Aussage von Jesaja in Jesaja 26, Vers 12. Jesaja 26, Vers 12: "Uns aber, Herr, wirst du Frieden schaffen, denn auch alle unsere Werke hast du für uns vollbracht."

[32:38] Und wir denken an das, was Paulus an die Epheser schreibt in Epheser 2, Vers 10, nachdem er ihnen sagt, dass Erlösung ein Geschenk der Gnade Gottes ist, sagt er ihnen in Vers 10: "Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen."

[33:00] Gott hat Werke für uns bereits vorhanden, die wir tun können. Er wirkt in uns das Wollen und Vollbringen. Jeder, der von ganzem Herzen die Erlösung in seinem eigenen Leben haben möchte, wird merken: Gott wirkt ganz, ganz viel.

[33:17] Jede gute Gabe kommt von Gott. Jakobus 1, Vers 17. Jeremia 31, Vers 33: Gott möchte sein Gesetz in unser Herz schreiben. Und wie sagt uns Hesekiel 36 als Ergänzung zum Sendemanuskript? Hesekiel 36, Vers 26 und 27: "Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen. Ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmungen befolgt und tut."

[33:59] Gott hat versprochen, dass wenn wir uns zu ihm wenden, wenn wir ihn von ganzem Herzen suchen, wie es in Jeremia heißt, dann wird er sich finden, dass dann wird er in uns wirken, uns ein neues Herz schenken. Wenn wir umkehren und ihn in unserem Leben haben wollen, dann schafft er uns ganz neu. Es sagt: "Es ist alles neu geworden. In Christus sind wir eine neue Kreatur." Er kann, will und wird in uns bewirken, dass wir sein Gesetz halten, dass wir gehorsam sind.

[34:41] Zurück zu Philipper Kapitel 2. Was heißt das jetzt praktisch? Was heißt das im Alltag? Wie lebt ein Mensch, der die Rettung, seine eigene Rettung, mit Furcht und Zittern verwirklicht, indem er glaubt und erlebt, dass Gott in ihm das Wollen und Vollbringen auch tatsächlich bewirkt?

[35:02] Paulus gibt uns hier einen interessanten Hinweis, eine Aufforderung, die uns zeigt, wie wir dann im Alltag tatsächlich leben. Vers 14: "Tut alles ohne Murren und Bedenken." Murren (Gongysmos) im Griechischen, das Gemurmel des Murrens. Wir denken an Apostelgeschichte 6, Vers 1, als ein Murren entstand in der Gemeinde, weil einige übersehen worden sind.

[35:27] Wir alle kennen so Situationen, wo man sich unwohl fühlt, wo man sich ärgert, wo man vielleicht nicht laut schreit, aber murrt. Er sagt: "Tut alles ohne Murren und ohne Bedenken." Das griechische Dialogismos meint so ein inneres Machen, vielleicht sogar ein äußeres Diskutieren: "Aber warum muss ich das jetzt machen? Ja, vielleicht kennen wir das. Als Kinder haben wir das sicherlich gerne gemacht, wenn unsere Eltern etwas aufgetragen haben: 'Warum muss ich, warum kann ich der andere?'" Dieses Hin und Her Diskutieren mit sich selbst, mit jemand anderem, weil man an dem Willen Gottes zweifelt.

[36:06] Das ist mit diesem Bedenken gemeint. Jemand, der die Gesinnung Jesu hat und von ganzem Herzen Jesus nachfolgen möchte, der von ganzem Herzen glaubt, dass Gott in ihm das Wollen und das Vollbringen bewirkt, der wird alles, was Gott ihm aufträgt – denn darum geht es ja, wenn wir unsere Rettung mit Furcht und Zittern verwirklichen, dann bedeutet das ja, dass wir fragen: "Herr, was willst du, dass ich tun soll?" –, dass wir alles ohne Murren und Bedenken tun.

[36:39] Wie oft haben wir in unserem Leben schon erlebt, dass Gott uns sagt: "Tu dies", und wir aber dann gesagt haben: "Na ja, aber Herr, soll ich das, muss das jetzt sein?" So wie die Israeliten auf der Wanderung, als Gott sie führte, sich immer wieder beschwert haben und gemurrt haben und hinterfragt haben, ob das überhaupt der richtige Weg ist.

[36:58] Menschen, die so leben, wie Vers 12 und 13 schreibt, die werden, wie Paulus es sagt, ohne Murren und Bedenken alles tun, was Gott ihnen sagt. Und was ist die Folge davon? Schaut mit mir in Vers 15.

[37:12] "Damit ihr unsträflich und lauter seid, untadelige Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter welchem ihr leuchtet als Lichter in der Welt." Dass die Welt, in der wir leben, verdreht und verkehrt ist, daran kann es keinen Zweifel geben. Jeder, der nur eine Seite in der Bibel liest und mit dieser Welt vergleicht, merkt: Wir sind in dieser Welt, in dieser Gesellschaft, weit, weit weg von Gottes Wort und von Gottes Maßstäben abgedriftet.

[37:42] Aber kann man in dieser sündigen, verdrehten, verkehrten Welt überhaupt so leben, wie Gott es sich wünscht? Paulus sagt: "Damit ihr unsträflich, lauter und untadelige Kinder Gottes seid inmitten dieses verdrehten und verkehrten Geschlechtes." Das sind erstaunliche Worte.

[37:58] Wir haben schon in Philipper 1, Vers 10, gelesen, dass Paulus gesagt hat: "Damit ihr prüfen könnt, worauf es ankommt, sodass ihr lauter und ohne Anstoß seid bis auf den Tag des Christus." Immer wieder verwendet Paulus verschiedene Worte, die alle auf denselben Punkt kommen. Hier heißt es diesmal "unsträflich" (Amemptos), das ist tadellos, makellos, untadelig.

[38:21] Er verwendet das Wort "lauter" (Akeraios). Akeraios: unvermischt. Lauter. Römer 16, Vers 19, verwendet das auch, um einen Eindruck zu bekommen. Er sagt Römer 16, Vers 19: "Denn euer Gehorsam ist überall bekannt geworden. Darum freue ich mich euretwegen. Möchte aber, dass ihr weise seid zum Guten und unvermischt" – das ist, was das Wort wörtlich bedeutet – "unvermischt bleibt mit dem Bösen."

[38:47] Paulus sagt in Philipper 2: "Wenn ihr alles ohne Murren und Bedenken tut, werdet ihr unvermischt sein mit dem Bösen." So oft ist unser Leben vermischt mit bösen Gedanken, mit bösen Intentionen, mit bösen Gefühlen, Taten, Worten. Paulus sagt, ihr sollt unvermischt sein mit dem Bösen.

[39:06] Tadellos, makellos, untadelig, untadelige Kinder hier. Amometos: untadelig, tadellos, so auch in 2. Petrus Kapitel 3, Vers 14: "Darum, Geliebte, weil ihr dies erwartet, die neue Erde, den neuen Himmel, so seid eifrig darum bemüht." Haben wir wieder diesen Eifer. Er sagt ja auch in 2. Petrus 1, dass wir allen Eifer daran setzen sollen, die Leiter des Glaubens aufzusteigen bis zur höchsten Stufe der Liebe.

[39:40] "So, seid eifrig darum bemüht, dass ihr als unbefleckt und tadellos vor ihm erfunden werdet in Frieden." Es erfordert unseren gesamten Einsatz. Wir können nichts bringen, wir können uns nichts verdienen. Aber es erfordert unseren gesamten Einsatz, unseren Willen, dabei sein zu wollen, wenn Jesus Christus in den Wolken des Himmels erscheint. Unser ganzen Willen, unsere ganze Hingabe.

[40:08] Es geht darum, in dieser dunklen Welt als ein Licht zu leuchten. Jesus wünscht sich eine Gemeinde, die in dieser Welt wie ein Leuchtturm wird, ein Leuchtturm der Hoffnung. In Matthäus Kapitel 5 und dort Vers 14 sagt er seinen Jüngern: "Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf einem Berg liegend, nicht verborgen bleiben." Wir denken da in Jesaja 2 an den Berg Zion, der als höchster dastehen wird am Ende der Zeit, und alle Völker werden zu ihm kommen, weil dort das Gesetz Gottes, dort das Wort Gottes gehört werden kann.

[40:41] Vers 15: "Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter. So leuchtet es allen, die im Haus sind. So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen." Wenn unser Licht leuchtet in dieser dunklen Welt, werden Menschen sehen, dass es nicht unsere Werke sind, sondern Gottes Werke. Das ist das, was Philipper 2, Vers 13, sagt: Gott wird in euch das Wollen und Vollbringen geben.

[41:10] Wenn wir von ganzem Herzen ihn fragen: "Herr, was willst du, dass ich in meinem Leben tun soll?", wird er in uns wirken, und sein Licht wird in uns leuchten. Wir werden die Herrlichkeit Gottes der Welt reflektieren. Die Menschen werden merken, das ist nicht, weil wir uns angestrengt haben, nicht weil wir so klug sind, sondern weil Gott in unserem Leben gewirkt hat. Und wenn sie unsere Werke sehen, werden sie wissen, das sind nicht einfach nur gute Menschen, das ist Christus in ihnen. Sie werden Gott loben für das Gute, dass sie in unserem Leben sehen.

[41:43] Dann genau dann erfüllt sich Philipper 2, Vers 12 bis 15. Genau das meint der Paulus mit dem, was er hier schreibt. Die Frage ist, liebe Freunde, liebe Freundin, sind wir ein Licht in dieser Welt?

[42:01] Offenbarung 18 wird deutlich, dass Gott sich wünscht, dass Gottes Gemeinde nicht nur Wahrheit kennt und weitergibt, sondern dass sie ein Licht ist. Offenbarung 18, Vers 1: "Und nach diesem sah ich einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte große Vollmacht, und die Erde wurde erleuchtet von seiner Herrlichkeit."

[42:26] Die Erde wird erleuchtet werden von der Herrlichkeit Gottes, wenn wir alles, was Gott uns sagt, ohne Murren und Bedenken tun. Wenn wir von ganzem Herzen die Erlösung zu unserem eigenen Privatfall machen, zu unserer Privatangelegenheit, zu dem, was uns selbst betrifft, mit Furcht und Zittern fragen: "Herr, was willst du, dass ich tun soll?", so dass er in uns das Wollen und Vollbringen tun kann, sodass wir durch seine Kraft in dieser dunklen Welt unsträflich, lauter und untadelig sein werden. Dann sind wir das Licht der Welt und zwar für die gesamte Welt. Das Evangelium wird sich verbreiten in Windeseile.

[43:17] Zurück zu Philipper Kapitel 2, Vers 16. Paulus erklärt jetzt, was es bedeutet, Licht der Welt zu sein. Er sagt in Vers 15: "Unter welchem ihr leuchtet als Lichter in der Welt." Vers 16: "Indem ihr das Wort des Lebens darbietet mir zum Ruhm am Tag des Christus, dass ich nicht vergeblich gelaufen bin, noch vergeblich gearbeitet habe."

[43:37] Paulus sagt: "Wenn ihr, unabhängig davon, was mit mir ist, wenn ihr dieses Evangelium auslebt in eurem persönlichen Leben und weitergebt, dann seid ihr das Licht der Welt. Wenn ihr das verkündigt, was ihr verstanden habt und glaubt, dann habe ich nicht umsonst gearbeitet."

[43:55] Lieber Freund, liebe Freundin, unsere Arbeit für die Gemeinde ist dann erfolgreich, wenn die Geschwister selbst das Evangelium weitergeben, dann ist die Arbeit nicht umsonst gewesen.

[44:08] Vers 17: "Wenn ich aber auch wie ein Trankopfer ausgegossen werden sollte über dem Opfer und dem priesterlichen Dienst eures Glaubens, so bin ich doch froh und freue mich mit euch allen. Gleicherweise sollt auch ihr froh sein und euch mit mir freuen."

[44:24] Paulus erwägt noch einmal, da er ja nicht genau weiß, was mit ihm passieren wird. Er erwägt noch einmal, dass er durchaus auch hier in Rom als Märtyrer sterben könnte. Wir haben das ja ausführlich in Kapitel 1 ab Vers 19 studiert, wo er diese beiden Optionen – entweder als Märtyrer sterben oder doch durch ein Wunder freigelassen werden – miteinander vergleicht und schaut, was in welchem Fall dann für ihn die Folgen wären, und er sich eigentlich beides gut vorstellen kann. Er dann sagt: "Ich bin eigentlich überzeugt, aufgrund eurer Situation in den Gemeinden werde ich noch gebraucht."

[45:03] Dabei er sagt, aber wenn es nicht so ist, wenn ich das falsch einschätze, wenn ich doch als Trankopfer ausgegossen werde, wenn ich doch sterben sollte, dann bin ich doch froh. Und das zeigt, dass das, was Paulus in Philipper 4, Vers 4, ihnen sagt: "Freut euch im Herrn allezeit! Abermals sage ich euch: Freut euch!", das waren keine leeren Worte. Das hat er wirklich, wirklich, wirklich so gemeint. Freut euch allezeit, auch dann, wenn das Leben endet.

[45:39] Und so bittet er seine Freunde hier in Philippi, dass wenn sie hören sollten, dass er als Märtyrer stirbt, sie ihren Halt und ihre Freude in Christus nicht aufgeben. Er sagt: "Gleicherweise sollt auch ihr froh sein und euch mit mir freuen."

[45:57] Und dann kommen einige Verse von praktischer Natur. Er sagt in Vers 19: "Ich hoffe aber in dem Herrn Jesus, Timotheus bald zu euch zu senden, damit auch ich ermutigt werde, wenn ich erfahre, wie es um euch steht."

[46:12] Paulus hat jetzt berichtet, was in Rom passiert ist. Er hat ihnen gesagt, wie es ihm ums Herz steht, welche Gedanken ihn beschäftigen und was er sich so sehr für sie wünscht. Er möchte aber natürlich wissen, wie es ihnen geht. Und er sagt: "Ich würde, ich möchte, sobald es möglich ist, den Timotheus zu euch senden."

[46:30] Vers 20: "Denn ich habe sonst niemand von gleicher Gesinnung, der so redlich oder auch rechtgemäß – kann man übersetzen – für eure Anliegen sorgen wird." Timotheus ist offensichtlich ein ganz besonderer Mitarbeiter. Paulus hat keinen, der ihm gleichkommen würde. Nichts umsonst ist der Timotheus ja hier auch in Vers 1 so als ein quasi Mitverfasser mitgenannt. Er steht zumindestens am Anfang auch neben Paulus, um deutlich zu machen, der Timotheus, der arbeitet sehr, sehr, sehr eng mit dem Paulus zusammen.

[47:09] Vers 21: "Denn sie suchen alle das Ihre, nicht das, was Christi Jesu ist." Offensichtlich ist Timotheus schon deutlich weiter im Glauben als einige andere der Mitarbeiter, die bei Paulus sind. Dieses Thema von der Gesinnung, das ist ja gerade das Thema in Kapitel 2 gewesen in Vers 5: "Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war", der eben nicht an sich selbst dachte. Denn wie Paulus in 1. Korinther 13, Vers 6, sagt: "Die Liebe sucht nicht das Ihre."

[47:45] Und so stellt Paulus fest, dass er zwar einige Mitarbeiter hat, aber einige von ihnen noch gar nicht wirklich das Prinzip des Evangeliums völlig durchdrungen haben. Aber Timotheus, der hat diese Gesinnung, dass er nicht zuerst an sich selbst denkt. Der hat diese Gesinnung, dass er wirklich ein genuines Interesse an den anderen hat, die anderen höher achtet als sich selbst. Er wird für die Gemeinde in Philippi gut sorgen können.

[48:12] Das zeigt uns auch, was die eigentliche Qualifikation eines Missionars und eines Leiters ist: Jemand, der den anderen höher einschätzt als sich selbst. Jemand, der nicht an den eigenen Vorteil denkt. Und ich muss mich fragen und wir müssen uns fragen, was Paulus über uns schreiben würde, wenn wir mit ihm unterwegs gewesen wären. Hätte er uns wie Timotheus beschrieben oder wie einige seiner anderen Mitarbeiter?

[48:44] Vers 22: "Wie er sich aber bewährt hat, das wisst ihr, dass er nämlich wie ein Kind dem Vater mit mir gedient hat am Evangelium." Dass Timotheus für Paulus wie ein Sohn gewesen ist. Das kann man dann später deutlich in den Timotheusbriefen, im ersten und auch im zweiten Brief, lesen, wo er ihn als einen Sohn im Glauben bezeichnet, als Kind im Glauben. Eine ganz enge väterliche Beziehung, die der Paulus für diesen jungen Timotheus gehabt hat.

[49:16] Und die Gläubigen in Philippi, die kennen die Geschichte fast von Anfang an, denn wir sehen in Apostelgeschichte 16, dass als Paulus nach Philippi kam, Timotheus relativ neu bei ihm war, ein relativ neuer Mitarbeiter. In der Apostelgeschichte 16 ab Vers 1 haben wir die Geschichte, wo Timotheus zu Paulus stößt, weil Paulus ihn mitnimmt in Kleinasien, und dann in Vers 12 sind sie dann in Philippi. Und das ist gar nicht so viel später. Die Menschen in Philippi, die dann zur Gemeinde dazugekommen sind, die diese Gemeinde gegründet haben, die haben sozusagen relativ von Anfang an gesehen, wie Timotheus mit Paulus zusammengearbeitet hat.

[50:01] Vers 23: "Diesen hoffe ich nun sofort zu senden, sobald ich absehen kann, wie es mit mir gehen wird." Sobald Paulus eine Gewissheit hat, eine ungefähr mehr Gewissheit hat, sagen wir so, mehr Gewissheit hat über seine eigene Zukunft, will er den Timotheus nach Philippi senden.

[50:19] Vers 24: "Ich bin aber voll Zuversicht im Herrn, dass auch ich selbst bald kommen werde." Das greift noch mal das auf, was wir schon in Kapitel 1 gesehen haben in Vers 25 und 26, wo er gesagt hat: "Und weil ich davon überzeugt bin, so weiß ich, dass ich bleiben und bei euch allen sein werde zu eurer Förderung und Freude im Glauben, damit ihr umso mehr zu rühmen habt in Christus Jesus um meinen Willen, weil ich wieder zu euch komme."

[50:42] Er sagt, ich bin überzeugt davon. Er weiß es nicht genau. Deswegen hat er ja in Vers 17 und 18 jetzt hier in Kapitel 2 gesagt: "Und wenn es sein sollte, dass ich sterben sollte, dann freue ich mich trotzdem und ihr sollt euch auch freuen." Aber er sagt jetzt in Vers 24: "Ich bin aber voll Zuversicht in dem Herrn, dass ich bald selbst kommen werde." Also er wird, sobald es möglich ist, den Timotheus senden und hofft dann auch selbst noch einmal nach Philippi zu kommen.

[51:08] Aber er hat bereits jemanden gesandt, und das ist jetzt in Vers 25: "Doch habe ich es für notwendig geachtet, Epaphroditus zu euch zu senden, meinen Bruder und Mitarbeiter und Mitstreiter, der auch euer Gesandter ist und Diener meiner Not."

[51:25] Epaphroditus heißt wörtlich, der der Aphrodite geweiht ist, sozusagen. Er ist offensichtlich als ein Heide aufgewachsen. Der Name kommt übrigens öfter mal im römischen Kaiserreich des ersten Jahrhunderts vor. Einige Menschen, die so am Kaiserhof gedient haben, unter Octavian, der dann Augustus wurde, zum Beispiel, oder auch unter Nero, tragen diesen Namen.

[51:51] Wir wissen aus Philipper 4, Vers 18, dass dieser Epaphroditus der Überbringer einer Botschaft der Gemeinden aus Philippi gewesen ist. "Ich habe alles und habe Überfluss. Ich bin völlig versorgt, seitdem ich von Epaphroditus eure Gabe empfangen habe, einen lieblichen Wohlgeruch, ein angenehmes Opfer, Gott wohlgefällig." Er war also offensichtlich ein Mitglied der Gemeinde in Philippi, höchstwahrscheinlich. Auf jeden Fall hat er die Gabe, die materielle Unterstützung, auf jeden Fall aus Philippi nach Rom gebracht, um sie dort dem Paulus zu übergeben und hat ihm dann hier offensichtlich auch in der Not gedient. Er sagt ja: "Mein Mitarbeiter und Mitstreiter." Er wird also auch in Rom mit Paulus in der Evangeliumsverkündigung mitgearbeitet haben.

[52:43] Jetzt sendet ihn Paulus zurück. Offensichtlich – das wird uns doch gleich deutlich werden – als Überbringer dieses Briefes.

[52:50] Vers 26: "Denn er hatte Verlangen nach euch allen und war bekümmert, weil ihr gehört habt, dass er krank gewesen ist. Er war auch wirklich todkrank, aber Gott hat sich über ihn erbarmt und nicht nur über ihn, sondern auch über mich, damit ich nicht eine Betrübnis um die andere hätte."

[53:13] Epaphroditus hatte Sehnsucht nach den Geschwistern in Philippi. Warum? Er hatte gehört, dass sie von seiner Krankheit gehört hatten, und er wollte, dass sie sich jetzt nicht ewig in Sorgen zermartern. Er wollte ihre Sorgen zerstreuen und wollte deswegen auch wieder zurück. Er war nämlich tatsächlich, wie der Paulus sagt, sterbenskrank gewesen, und Gott hat ihn geheilt. Das war auch für Paulus ein echter Trost, weil Paulus hatte schon viele Rückschläge jetzt erhalten in den letzten Jahren, und wenn der Epaphroditus hier gestorben wäre, dann wäre das sicherlich noch eine weitere Last auf seinem Herzen gewesen.

[53:52] Wir sehen hier auch, welche tröstlichen Gedanken Paulus schreibt: "Damit ich nicht eine Betrübnis um die andere hätte." Gott weiß auch, wie viel wir tragen können. Er weiß auch, wie viel wir aushalten können. Und er greift auch ein, damit es nicht zu viel wird. Das ist, was Paulus hier selbst erlebt hat.

[54:17] Vers 28: "Umso dringlicher habe ich ihn nun gesandt, damit ihr durch seinen Anblick wieder froh werdet und auch ich weniger Betrübnis habe." Er weiß ganz genau, wenn Epaphroditus in Philippi ankommt, dann werden sich die Philipper freuen, und das wird dann auch die Sorgen von Paulus reduzieren.

[54:35] "So nehmt ihn nun auf im Herrn mit aller Freude und haltet solche in Ehren." Warum? "Denn für das Werk des Christus ist er dem Tod nah gekommen, da er sein Leben geringachtete, um mir zu dienen an eurer Stelle."

[54:56] Paulus empfiehlt den Epaphroditus, der hier offensichtlich den Brief mitbringt. Deswegen sagt er: "So nehmt ihn nun auf im Herrn."

[55:10] Und er sagt ihnen, dass sie Menschen wie den Epaphroditus in Ehren halten sollen, ihn mit aller Freude aufnehmen sollen, denn er hat etwas sehr Bemerkenswertes getan. Er hat, so sagt es Vers 30, sein Leben auf Spiel gesetzt, um stellvertretend für die Christen Philippis zu dienen.

[55:33] Und damit wird auch Epaphroditus zu einem praktischen Beispiel von dem, was wir in Kapitel 2, Vers 1 bis 11, gelesen haben. Er denkt nicht an sich selbst, nicht Selbstsucht und Ehrgeiz waren seine Motivation, sondern die Selbstaufopferung für andere, Dienst für seine Gemeinde, Dienst für den Paulus, Dienst für Jesus Christus. Er wäre beinah daran gestorben. Er war bereit, sein Leben zu geben.

[56:07] Ist das nicht eine praktische Umsetzung dessen, was es heißt, die Gesinnung Jesu zu haben, wie es in Vers 5 heißt: "Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gottgleich zu sein, sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Menschen an und wurde wie die Menschen. Und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über alle Namen ist."

[56:44] Paulus sagt: "So nehmt ihn nun auf im Herrn mit aller Freude und haltet solche in Ehren." Epaphroditus hat etwas von dem Geist Jesu gezeigt. Und er soll auch in Ehren gehalten werden.

[57:06] Nicht die, die am reichsten sind, die am meisten wissen, am meisten können, sondern die, die am meisten sich selbst aufopfern für Christus und für die Gemeinde, sind diejenigen, die wir in Ehren halten sollten in unseren Reihen.

[57:29] Lieber Freund, liebe Freundin, hast du heute in deinem Herzen die Stimme des Heiligen Geistes gehört, der zu dir gesprochen hat und dir gezeigt hat, dass es Dinge gibt in deinem Leben, wo du die Errettung noch nicht mit Furcht und Zittern verwirklichst, wo du Gottes Angebot, in dir das Wollen und Vollbringen zu schaffen, bisher abgewiesen hast und noch nicht für dich persönlich, für diesen konkreten Fall in Anspruch genommen hast?

[57:57] Möchtest du heute von ganzem Herzen vollständig, indem du darum ringst, durch die enge Pforte zu gehen, das Reich Gottes quasi mit Gewalt an dich reißt, wie Jakob sagt: "Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich"? Möchtest du heute, was immer es in deinem Leben ist, von ganzem Herzen dich entscheiden, die Erlösung, die Errettung durch Jesus Christus für dich und für diese Sachen in deinem Leben konkret persönlich anzunehmen, dass du in ihm bleibst und täglich neu dich dafür entscheidest, den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen, weil du weißt, dass Gott in dir das Wollen und Vollbringen bewirkt und du in seinen Werken, die er bereits geschaffen hat, im Alltag leben kannst?

[58:55] Ich möchte mich neu heute hier dafür entscheiden. Du auch? Dann lass uns dafür beten.

[59:01] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du zu mir gesprochen hast. Danke, dass du zu uns gesprochen hast. Danke, dass dein Wort so klar und deutlich ist, Herr. Wir wollen unsere eigene persönliche Errettung verwirklichen mit Furcht und Zittern. Wir wollen nicht einfach nur Zuschauer sein, sondern Selbsterlösung erleben.

[59:31] Wir wollen erleben, wie du in unserem Leben uns das Wollen und Vollbringen schenkst, wie du in unserem Leben echte Veränderung bringst, wie unsere Herzen ganz neu und rein geschaffen werden. Herr, wir möchten in dieser dunklen Welt leuchten wie Lichter als untadelige Kinder. Herr, das kannst nur du bewirken, aber wir wollen von ganzem Herzen darum ringen, allen Eifer daran setzen, dass deutlich wird, dass wir in jedem Bereich unseres Lebens deine Kraft und dein Wirken brauchen.

[1:00:12] Herr, lass uns zu Menschen werden wie den Epaphroditus, wie den Timotheus, dass unser größtes Lernen von der Gesinnung Jesu selbst kommt. Das bitten wir in seinem Namen. Amen.

[1:00:32] Nächste Woche wollen wir dann weiter im Philipperbrief studieren und uns in das Kapitel 3 hineinbegeben. Auch dort gibt es viele interessante und spannende Dinge zu entdecken. Bis dahin wünschen wir euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes, des wunderbaren Evangeliums, das ihr uns gegeben habt.


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