In dieser Folge von „Der Ersehnte“ taucht Christopher Kramp tief in Lukas Kapitel 12 ein und beleuchtet Jesu Worte über die Beurteilung der Zeit. Er untersucht, warum die Menschen damals die Zeichen der Zeit nicht erkannten und wie wir heute die Botschaft Jesu in unserem Leben umsetzen können.
Der Ersehnte: 269. „…Mühe, von ihm loszukommen“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, JesusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Der Ersehnte
„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte" hier auf www.joelmedia.de. Wir freuen uns, dass ihr wieder eingeschaltet habt und wir weiter in Lukas Kapitel 12 studieren können. Die letzten Verse dieses Kapitels mit einem interessanten Thema, das Jesus hier in diesen drei Versen, Vers 57 bis 59 anspricht. Wir werden sehen, etwas das auch bereits wie auch einige andere Themen, die wir schon in den letzten Wochen und Monaten studiert haben, in der Bergpredigt oder anderen Predigten von Jesus schon von ihm thematisiert worden ist. Eine gute Wiederholung, aber auch ein paar neue Nuancen und Ideen, die wir heute hier vertiefen können. Wir haben es zur guten Gewohnheit, dass bevor wir beginnen, wir ein Gebet sprechen, um Gott einzuladen, unser Studium in besonderer Weise zu segnen und wenn es dir möglich ist, lade ich dich ein, mit uns niederzuknien.
[1:37] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir jetzt dein Wort lesen können, dass wir darüber nachdenken können, dass du durch deinen Heiligen Geist es uns erklären möchtest. Wir möchten dich bitten, dass es uns stärkt, dass es uns Freude macht und dass wir dich besser verstehen, dein Wort, die Wahrheit so verstehen, dass wir es im Leben auch tatsächlich umsetzen durch deine Kraft und möchten dich bitten, dass du jetzt unser Lehrer bist im Namen Jesu. Amen.
[2:08] Wir sind in Lukas Kapitel 12 und dort Vers 57. In den letzten drei Versen, in Vers 54 bis 56, haben wir gesehen, wie Jesus die Volksmenge, die um ihn herum ist, aufgefordert hat, die Zeit, in der sie leben, zu beurteilen. Wir haben dort gesehen, dass er ihnen gesagt hat, dass sie zwar meteorologisch wissen, was kommen wird, wenn der Südwind sich zeigt oder Wolken von Westen her aufsteigen, aber dass sie, obwohl sie Jesus als den Messias angenommen haben, sie nicht richtig beurteilt haben, was das für ihr persönliches Glaubensleben eigentlich bedeutet.
[2:47] Wir wollen heute in Vers 57 weitermachen und auch hier finden wir wieder eine Frage von Jesus an dieselbe Volksmenge. Es heißt hier: "Und warum entscheidet ihr nicht von euch selbst aus, was recht ist?" Wir lesen vielleicht direkt weiter, Vers 58. Denn wenn du mit deinem Widersacher zur Obrigkeit gehst, so gibt dir auf dem Weg Mühe von ihm loszukommen, damit er dich nicht vor den Richter schleppt und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergibt und der Gerichtsdiener dich ins Gefängnis wirft.
[3:20] Die Frage aus Vers 57 macht eben aus der Perspektive von Vers 58 wirft ein Licht auf Vers 57. Wenn es heißt, warum entscheidet ihr nicht von euch selbst aus, unter euch selbst, was recht ist. Jesus möchte die Gläubigen ermutigen, statt mit ihren Problemen vor Gericht zu ziehen, untereinander für Recht und Ordnung zu sorgen. Nicht Ungläubige mit den innergemeindlichen Streitigkeiten belasten.
[3:57] Paulus hat diesen Punkt sehr gut verstanden. Er macht denselben Punkt in erste Korinther 6 ab Vers 1. Wie kann jemand von euch, der eine Beschwerde gegen einen anderen hat, sich bei den Ungerechten richten lassen anstatt bei den Heiligen? Also, warum geht ihr zu einem weltlichen Gericht, anstatt das innerhalb der Gemeinde zu klären? Wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden? Wenn nun durch euch die Welt gerichtet werden soll, seid ihr dann unwürdig über die allergringsten Dinge zu entscheiden? Wisst ihr nicht, dass wir Engel richten werden? Wie viel mehr die Angelegenheiten dieses Lebens.
[4:35] Paulus macht also genau diesen Punkt, den Jesus hier schon anspricht, dass wir, wenn wir Streitigkeiten haben in der Gemeinde, wir sie auch innergemeindlich bereinigen sollten.
[4:51] "Warum entscheidet ihr nicht von euch selbst aus, was Recht ist?" Recht zu entscheiden, Recht zu urteilen. Das ist, was das Griechische hier auch bedeutet. Etwas richtig beurteilen. Das ist ein Gedanke, der in der Bibel mehrmals vorkommt. In erste Korinther Kapitel 11 zum Beispiel.
[5:18] Korn 11 Vers 31. Denn wenn wir uns selbst richteten, würden wir nicht gerichtet werden. Wir gehen oft mit anderen hart ins Gericht, aber beurteilen wir eigentlich uns selbst?
[5:35] Jesus möchte, dass die Gläubigen, deine Nachfolger, gerecht urteilen. Und er selbst ist dabei das beste Beispiel. In Johannes Kapitel 5 und dort Vers 30 finden wir ähnliche Worte von Jesus selbst. Es heißt hier in Johannes 5, Vers 30: "Ich kann nichts von mir selbst tun, wie ich höre, so richte ich. Und mein Gericht ist gerecht, denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen des Vaters, der mich gesandt hat."
[6:12] Jesus hat in Vers Lukas 12 gesagt: "Warum entscheidet ihr nicht?" Und das griechische Wort, wie gesagt, bedeutet auch beurteilen. Urteilt ihr nicht von euch selbst aus, was recht, was gerecht ist. Jesus sagt, dass er selbst gerecht urteilt. Jesus ist also das Vorbild hier für uns. Er richtet gerecht. Und der Grund, warum er gerecht richtet, sagt er, er hört auf den Vater.
[6:42] Und dadurch gibt es ein gerechtes Urteil. Jesus sagt: "Ich richte gerecht, weil ich nicht meinen eigenen Willen suche, sondern den meines Vaters." Jesus hört auf den Vater und dadurch kommt es zu einem gerechten Urteil.
[7:23] Wenn Jesus geurteilt hat, dann ging es nicht darum, was will ich, was ist am besten für mich, wie stehe ich am besten da. Wenn wir urteilen als Menschen, machen wir genau das. Wir stellen uns die Frage, wie kann ich besser darstellen? Also verurteilen wir andere. Wir stellen uns die Frage, was springt für mich dabei heraus? Und so verfälschen wir das Urteil. Wir wollen uns selbst erhöhen. Wir wollen unsere eigene Meinung behalten. Und deswegen sind unsere Urteile so daneben.
[7:50] Jesus richtet gerecht, weil er hört, was der Vater ihm sagt. Der Vater übergibt ihm das Gericht. Vers 22: "Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn übergeben." Aber nicht damit der Sohn jetzt sein eigenes Ding macht, ohne den Vater zu konsultieren, sondern er hört auf den Vater.
[8:18] Sein Urteil ist gerecht, weil er auf Gott den Vater hört. Und Jesus ruft jetzt dieser Volksmenge, die um ihn herum ist, zu und sagt: "Warum geht ihr zu weltlichen Richtern mit euren Streitigkeiten? Warum könnt ihr nicht unter euch selbst gerecht richten?"
[8:39] Jesus konnte gerecht urteilen, nicht weil er Jura studiert hatte, sondern weil er auf Gott den Vater gehört hat. Salomo im Alten Testament, berühmt für seine weisen Gerichtsurteile, konnte diese fällen, weil er Weisheit von Gott erbte. Wenn wir im Alltag gerechte Urteile fällen sollen, dann geht es nur so, wie es bei Jesus ging, indem wir auf den Vater hören.
[9:14] Jesus sagt diese Worte in Johannes 5, Vers 30 in seiner Rede vor dem Sanhedrin, die ihn gerade juristisch verfolgen und töten wollen. Vers 16: "Und deshalb verfolgten die Juden Jesus und suchten ihn zu töten, weil er dies am Sabbat getan hatte." Er hält ihnen den Spiegel vor und sagt: "Ihr richtet nicht gerecht. Ihr wollt einen Menschen töten, weil der an einem Sabbat einen kranken Mann, der 38 Jahre lang krank war, geheilt hat. Ihr wollt ihn deswegen töten. Das ist kein gerechtes Gericht."
[9:51] Jesus sagt nicht nur über sich selbst, dass er gerecht gerichtet hat und richtet, sondern er sagt auch, dass auch wir das tun sollen. In Johannes 7, Vers 24, spricht er hier wiederum mit Menschen, die mit ihm in eine Diskussion eintreten. Er sagt in Vers 24: "Richtet nicht nach dem Augenschein, sondern fällt ein gerechtes Urteil."
[10:17] Haben wir wieder diese Idee von dem gerecht richten, dem gerechturteilen. Und wieder geht es hier, das ist die Geschichte, als Jesus beim Laubhüttenfest im Jahre 30 im Herbst in Jerusalem ist. Es geht immer noch um die Frage von dem Mann von Betesta, der anderthalb Jahre zuvor von Jesus geheilt worden war und dann Jesus vor den Sanhedrin gestellt worden war und er deswegen dann seinen Dienst nach Galiläa verlegt hat. Wir lesen hier in Vers 21: Jesus antwortete und sprach zu ihnen: "Ein Werk habe ich getan und ihr alle verwundert euch." Und dann sagt er in Vers 23: "Wenn ein Mensch am Sabbat die Beschneidung empfängt, damit das Gesetz Moses nicht übertreten wird, was zürnt ihr mir denn, dass ich den ganzen Menschen am Sabbat gesund gemacht habe? Richtet nicht nach dem Augenschein, sondern fällt ein gerechtes Urteil."
[11:08] Jesus wünscht sich, dass die Menschen, die sich jetzt die Aufgabe gestellt haben, sein Handeln zu beurteilen, dass sie das nach geistlichen Prinzipien tun und nicht einfach rechthaberisch auf ihren Prinzipien pochen.
[11:31] Statt Rechthaberei wünscht sich Jesus ein einfühlsames Urteilen, das die Ehre Gottes und das Wohl anderer Menschen vor Augen hat. Möchte ich einfach nur recht behalten und ja nicht zugeben müssen, dass ich mich geirrt habe oder urteile ich so, dass ich mir die Frage stelle, was ist für den anderen das Beste? Was gibt Gott die Ehre?
[12:04] Wenn ich Menschen, Situationen, Dinge zu beurteilen habe, stelle ich mir die Frage, was zur Ehre Gottes ist und zum Wohl der anderen oder stelle ich mir die Frage, was ist für mich das Beste? Höre ich auf Gott oder höre ich auf mich selbst?
[12:25] Jesus fordert uns auf ein gerechtes Urteil zu fällen, so wie er gerechte Urteile gefällt hat. In Apostelgeschichte 4 und dort Vers 19.
[12:38] Apostelgeschichte Kapitel 4 und dort Vers 19. Wir finden dort Petrus und Johannes, die ebenfalls wieder vor dem Sanhedrin stehen und denen man gesagt hat, sie dürften nicht mehr predigen über Jesus. Sie sagen in Vers 19: Aber Petrus und Johannes antworteten ihnen und sprachen: "Entscheidet ihr selbst, ob es vor Gott gerecht ist. Urteilt selbst, ob das gerecht ist, euch mehr zu gehorchen als Gott."
[13:07] Petrus und Johannes rufen den Richtern auf. Denkt mal nach. Nehmt mal diesen Gedanken und taucht ihn in das Wort Gottes. Richtet mal ein, richtet gerecht. Ist es vor Gott gerecht, dass Menschen nicht über das Evangelium predigen dürfen? Ist es gerecht, wenn sie Menschen gehorchen sollen mehr als Gott? Das ist kein gerechtes Urteil.
[13:32] Wenn man von Menschen verlangt, dass sie eigenes Gewissen verletzen, dann ist das kein gerechtes Urteil. Wenn man auf der eigenen Interpretation besteht und darauf pocht, selbst wenn andere dadurch Schaden leiden, das kein gerechtes Urteil. Wenn man Menschen verfolgt, weil sie nicht die eigene persönliche Interpretation von etwas haben, ist das kein gerechtes Urteil.
[14:03] Kann es sein, dass wir auch in der Gemeinde immer wieder versucht sind, Streitigkeiten vielleicht nach außen zu verlagern, vor ein Gericht zu bringen, weil wir es nicht gelernt haben, im Sinne Jesu gerechte Urteile zu fällen.
[14:23] Es geht darum in all diesen Fällen selbstkritisch zu überprüfen, ob das eigene Denken und das eigene Vorgehen wirklich zur Ehre Gottes und zum Besten der anderen ist. Der Sanhedrin steht vor Petrus und Johannes und fällt ein Urteil, wie sie denken, dass sie urteilen müssen. Aber Johannes und Petrus sagen, denkt mal drüber nach. Sind eure Worte so, dass Gott wirklich geehrt wird und dass es zum Wohl der anderen ist? Ist euer Vorgehen wirklich so, dass es für alle möchte?
[14:59] Jesus steht vor dem Sanhedrin und sagt den Richtern genau dasselbe. Er sagt: "Warum verurteilt ihr mich? Ist es wirklich das Beste für alle Beteiligten, wenn ihr jemanden dafür zu Tode verurteilt, weil er einen Menschen geheilt hat, der 38 Jahre lang krank gewesen ist? Ist das wirklich zum Wohle Gott? Ist das wirklich zur Ehre Gottes zum Wohle aller oder ist das nur, damit ihr mit eurer Privatauslegung des Sabbatgebotes, die eigentlich nicht mal richtig ist, recht behalten könnt?"
[15:30] Das heißt für uns, die wir so gerne urteilen, Urteile fällen über Menschen, über Sachen, über Personen, über Vorgänge. Für uns bedeutet das, dass wir prüfen müssen, ist meine Meinung wirklich so, dass sie Gott die Ehre gibt? Sind meine Worte so, dass sie Gott die Ehre geben? Sind meine Taten so, dass sie Gott die Ehre geben? Und in allem auch ein Segen für andere Menschen sind.
[15:58] Gott richtet gerecht. In Offenbarung 16 Vers 5 wird das ganz deutlich gesagt. Es heißt: "Und ich hörte den Engel der Wasser sagen: 'Gerecht bist du, oh Herr, der du bist und warst und der Heilige bist, dass du so gerichtet hast.'" Sündlose Engel sagen angesichts der sieben letzten Plagen: "Dieses Gericht ist gerecht." Niemand im Himmel hat den Eindruck, dass Gott hier versucht sich irgendwie selbst zu erhöhen durch die Gerichte, sondern was seine Gerichte sind, gerecht.
[16:30] Offenbarung 19. Und dort Vers 2: "Denn wahrhaftig und gerecht sind seine Gerichte." Aber Offenbarung 20 sagt uns, dass wir mit ihm regieren werden und mit ihm richten werden. Wir haben das in erste Korinther 6 gelesen. Wenn wir also mit ihm richten sollen während der 1000 Jahre, müssen wir auch lernen, so zu richten, wie er richtet.
[16:59] Wir müssen lernen, gerechte Urteile zu fällen. Denn wenn wir es nicht gelernt haben, gerecht Dinge und Menschen zu beurteilen, können wir nicht während der 1000 Jahre mit ihm richten, denn er richtet gerecht.
[17:17] Er richtet so, das ist zum besten für alles. Und wenn er am Ende Menschen, die das Evangelium abgelehnt haben und in dem Hass gegen Gott verharrt sind, wenn er sie am Ende auslöscht, dann ist das zum besten für sie und zum besten für alle. Aber er tut das nur, nachdem er alles versucht hat, sogar seinen Sohn gegeben hat, um das zu verhindern. Richten wir auch so, wie Gott richtet.
[17:45] Vorbereitung auf das ewige Leben besteht unter anderem auch darin zu lernen, gerecht zu richten, denn während der 1000 Jahre zumindestens später wird das dann nicht mehr nötig sein, weil dann alles vorbei ist, aber während der 1000 Jahre werden wir mit Gott zusammenrichten. Die Bibel sagt und sie haben es gelesen in erste Korinther, wir werden die Welt richten, wir werden Engel richten.
[18:13] Wir sollten auf dieser Erde lernen, nicht nach dem Augenschein zu nicht was wir gerade sehen, was wir denken, was uns so in den Sinn kommt, sondern gerecht zu urteilen. Nicht aus dem Bauch heraus, nicht auf den ersten Eindruck, nicht nach dem ersten Empfinden, nach Sympathie, nach Nase, sondern nach den Prinzipien der Bibel, nach den Prinzipien des Evangeliums gerechte Urteile zu fällen.
[18:43] Was bedeutet das für dich und mich im Alltag so zu urteilen, dass es für alle Beteiligten das Beste ist? Das bedeutet, dass wir von uns aus keine Feindschaft pflegen können, keine Feindschaft auch nur aufrechterhalten können, dass wir uns für alle das Beste wünschen.
[19:08] Zurück zu Lukas, Kapitel 12. Jesus sagt: "Recht richtet doch untereinander. Wenn ihr Streitigkeiten habt, dann dann dann dann nehmt Menschen, die geistlich sind und lasst sie ein geistliches gerechtes Urteil fällen."
[19:25] Vers 58: "Denn wenn du mit deinem Widersacher zur Obrigkeit gehst, von der Obrigkeit vom römischen Stadthalter oder wer auch immer das dann im Einzelfall gewesen ist, brauchst du kein geistliches gerechtes Urteil erwarten." Dazu sind die Römer mit all ihrem mit all ihrem Stolz auf die auf die Rechtswissenschaft, die sie erfunden haben. Dazu sind sie unfähig. Pontius Pilatus ist das beste Beispiel dafür.
[19:53] Wenn du mit deinem Widersacher zur Obrigkeit gehst, kannst du nicht mein gerechtes Urteil erwarten, das wirklich Herz und und und Denken und und das Gesamt das Gute für alle im Auge behält. Wenn du dann schon auf dem Weg bist, versuche das zu verhindern, dass es zu einem Urteil kommt.
[20:09] Das heißt, denn wenn du mit deinem Widersacher zur Obrigkeit gehst, so gib dir auf dem Weg Mühe von ihm loszukommen, damit er dich nicht vor den Richter schleppt und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergibt und der Gerichtsdiener dich ins Gefängnis wirft. Dasselbe hatte Jesus so schon in der Bergpredigt gesagt.
[20:26] Matthäus Kapitel 5 und dort Vers 25 und 26. Sei deinem Widersacher bald geneigt, während du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit der Widersacher dich nicht etwa dem Richter ausliefert und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergibt und du ins Gefängnis geworfen wirst. Wahrlich, ich sage dir, du wirst von dort nicht herauskommen, bis du in den letzten Groschen bezahlt hast.
[20:55] Was Jesus hier in der Bergpredigt und jetzt noch einmal in Lukas 12 predigt, das stand so schon im Alten Testament, wie so oft. Sprüche Kapitel 12 und dort Vers 8.
[21:15] Es ist in Sprüche 25 und dort Vers 8 und 9. Sprüche 25. Vers 8 und 9: "Geh nicht rasch gerichtlich vor, denn was willst du danach tun, wenn dein Nächster dich zu Schanden macht? Trage deine Streitsache mit deinem Nächsten aus, aber das Geheimnis eines anderen offenbare nicht."
[21:38] Geh nicht rasch gerichtlich vor, denn das ist genau diese Gedanke von Jesus, denn wenn dein Nächster im Gericht dann gewinnt, was willst du dann machen? Es gibt Menschen im Altestament, die dieses Prinzip verstanden haben, die die Konfrontation vermeiden wollten und rechtzeitig noch eine gütliche Einigung herbeibringen wollten. Jakob zum Beispiel, der Esau begegnet und merkt und weiß, Esau möchte ihn konfrontieren und er sendet ihm Geschenke, um seine Gunst zu gewinnen. Abigail, die weiß, dass nachdem Nabal sich so respektlos gegenüber David verhalten hat, dass David jetzt sich rächen möchte und sie versucht das Ganze dann erfolgreich abzuwenden.
[22:22] Wenn die Bibel hier von einem Widersacher spricht, dann meint sie jemanden, mit dem man einen massiven Streit hat. Ein Streit, der vor Gericht verhandelt werden könnte. Lukas 18, Vers 3 spricht von der Witwe, die dann zu dem Richter schreit. Im Griechischen ist das der Antidikos, einer, der vor dem vor Gericht der Gegner ist, ein Gerichts ein Prozessgegner. Also der Widersacher ist sozusagen der Prozessgegner.
[22:50] Hier geht's also wirklich um eine substanzielle Sache. Hier geht's nicht darum, dass man vielleicht mal eine Meinungsverschiedenheit, eine Kleinigkeit gehabt hat, sondern es geht hier um juristische Sprache. Und Jesus macht den gibt uns den Rat, soweit es möglich ist, von uns aus auch mit diesem Gegner in Frieden zu leben.
[23:15] Das Wort kann natürlich auch dann für Gegner im allgemeinen Sinne, für Widersacher verwendet werden, aber hier in Lukas 12 geht es offensichtlich um einen Prozess, denn man geht ja dann zur Obrigkeit und in der Antike waren Herrscher und Autoritätspersonen nicht nur Regierende, sie waren gleichzeitig auch diejenigen, die die richterliche Hauptfunktion ausgeübt haben.
[23:36] Der Punkt hier ist also der, wenn es zu einem Gerichtsverfahren kommt, hat man zwei Möglichkeiten. Man kann überlegen, na ja, vielleicht gewinne ich. Ja, wenn ich gewinne, dann bin ich fein raus, dann bin ich der Sieger, dann muss der andere halt leiden. Oder man denkt sich, was ist das Beste für uns beide? Das Beste für uns beide ist, dass keiner von uns beiden ins Gefängnis kommt. Lass uns vorher uns gütlich einigen.
[23:58] An diesem Punkt zeigt sich die Gesinnung. Geht es mir um mir selbst, dass ich recht habe? Und bin ich bereit dafür sogar vielleicht dem anderen leiden zu lassen? Oder habe ich auch sein Wohl im Blick? Mit anderen Worten, lass es nicht darauf ankommen, in der Hoffnung zu gewinnen, wobei du durch das Rechtbehalten deinen Gegner in große Schwierigkeiten bringst. Versuche ihm bzw. dir das zu ersparen, indem du eine gütliche Einigung im Vorfeld anstrebst.
[24:29] Deswegen betont das im Griechischen dieses auf dem Weg. Das heißt, es wird vorangestellt auf dem Weg, gibt dir Mühe. Auf dem Weg noch, bevor du beim Richter bist, auf dem Weg. Versuche das Ganze noch abzuwenden. Sei ihm bald geneigt, wie es in der Bergpredigt heißt. Versuche, gib dir Mühe. Das Wort Mühe ist eigentlich das Wort für Beschäftigung, für Gewinn, für etwas, was man erhält, wenn man sich ja, wenn man sich anstrengt. Man könnte freier übersetzen.
[24:56] Investiere in die Möglichkeit einer vorzeitigen Verständigung. Lass es nicht einfach auf dich zukommen in der Hoffnung, du wirst gewinnen, dann muss der andere halt leiden, sondern investiere in Zeit, in Verständnis. Investiere darein, dass man ein Urteil noch rechtzeitig verhindern kann und sich so einigen kann.
[25:20] Loskommen hier in Vers 58 meint nicht, dass man flieht, sondern es bedeutet entlassen werden im Sinne, dass der Widersacher seine Anklage fallen lässt. Investiere also darin, dass ihr euch so wieder versteht, dass der Widersacher keinen Grund mehr sieht, dich anzuklagen. Ganz unabhängig davon, ob seine Anklage unberechtigt oder berechtigt gewesen ist.
[25:51] Denn wenn man das nicht tut und in Kauf nimmt, dass der andere leidet, dann kann es passieren, dass man im Gericht selbst verurteilt wird und dann ist keine Gnade zu erwarten. Vers 59: "Ich sage dir, du wirst von dort nicht herauskommen aus dem Gefängnis, bis du auch den letzten Groschen bezahlt hast."
[26:17] Das Wort für Gefängnis ist hier die Wache. Es geht um den Wachposten. Wachpersonal hatte auch den Auftrag Leute zu bewachen, die dann in so einem Wachturm in einem Gefängnisturm eingesperrt worden sind.
[26:36] Der Gerichtsdiener, das ist der Praktor. Nur hier wird es im Neuen Testament verwendet. Das ist derjenige, der eigentlich im Griechischen dafür beauftragt ist, im Finanzwesen die fälligen Steuern einzutreiben. Und Steuereintreiber sind nicht für ihre Gnade bekannt. Deswegen sagt Jesus, wenn du das Ganze für ein weltliches Gericht bringst, dann erwarte nicht Gerechtigkeit und erwarte nicht Gnade, sondern dann wird dir das bis zum letzten Groschen alles rausgepresst werden. Hier ein Gerichtsvollzieher, der den Schuldurm überwacht, dieser Praktor, dieser Gerichtsdiener.
[27:13] Wenn man erst einmal verurteilt ist, gibt es keine Hoffnung auf eine gütliche Einigung bis zur letzten kleinen Münze, dem Lepton im Griechischen, musst du dann alles bezahlen. Und so zeigt sich dann hier genau das, was in Jakobus steht, in Jakobus Kapitel 2 und dort Vers 13. Denn das Gericht wird unbarmherzig ergehen über den, der keine Barmherzigkeit geübt hat. Die Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.
[27:39] Sind wir bereit, so viel an uns liegt, wie die Bibel sagt, mit allen Menschen in Frieden zu leben. Sind wir bereit, sich anbahnende Konflikte möglichst bald zu entschärfen? Oder haben wir Freude am Konflikt und wollen mal es drauf ankommen lassen? Mal sehen, ob alle merken, dass wir recht haben. Sind wir bereit zu investieren, um Konflikte frühzeitig zu deeskalieren, bevor sie großen Schaden in unserem Leben oder im Leben von anderen Menschen anrichten?
[28:14] Im Grunde genommen ist das nichts anderes als eine praktische Anwendung der berühmten goldenen Regel, die Jesus in der Bergpredigt uns allen mitgegeben hat. Matthäus 7, Vers 12: "Alles nun, was ihr wollt, dass die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso."
[28:34] Wenn du nicht ins Gefängnis möchtest, dann treibe nicht andere ins Gefängnis. Wenn du nicht verurteilt werden willst von einem weltlichen Gericht, dann versuche dein Möglichstes. Manchmal ist es nicht möglich, manchmal nimmt der Staat die Sachen in seine eigene Hand, aber versuche das, was dir möglich ist, dass auch der andere nicht verurteilt werden muss.
[29:05] Überlege dir, was du dir wünschen würdest, wenn du in den Fußstapfen, in den Schuhen sozusagen deines Widersachers wärst. Das ist nicht so einfach, weil wir nicht so natürlich gar nicht daran denken, wie es unserem Widersacher, unserem Gegner gut gehen könnte. Aber das ist die große Aufgabe, die Jesus in der Bergpredigt uns gesagt hat in Vers 44. Ich aber sage euch, liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über böse und Gute und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte. Vers 48: "Darum sollt ihr vollkommen sein, gleich wie euer Vater im Himmel vollkommen ist."
[30:03] In diesem Sinne, lasst uns die praktische Anwendung machen, auch wenn wir vielleicht nicht so oft tatsächliche Gerichtsurteile zu erwarten haben. Lasst uns in der Familie, in der Gemeinde, auf der Arbeit, wo immer es möglich ist, sich anbahnende Konflikte schnell deeskalieren. So viel an uns liegt, Zeit und Mühe investieren, um so weit es an uns liegt, mit allen Menschen im Frieden zu leben. Gerecht urteilen, so dass es zur Ehre Gottes ist, zum Wohle aller, weil wir auf Gott den Vater hören. Ist doch dein Wunsch. Lass uns auch gemeinsam zum Abschluss beten.
[30:51] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast. Und Herr, wir möchten dir bekennen, dass wir oft Menschen verurteilen, ohne ihre Motive zu kennen, dass wir oft härter über sie urteilen, als wir uns wünschen würden, dass über uns geurteilt wird. Schenk uns die Weisheit, die von dir allein kommt, Menschen so zu sehen, dass wir das Beste für sie wünschen. Und manchmal ist ja auch eine Strafe im guten Sinne das Beste, was ihnen passieren kann. Aber lass uns das niemals aus Stolz oder Rachsucht oder solchen Motiven sehen, sondern immer mit dem echten aufrichtigen Wunsch, dass Menschen einmal ewiges Leben haben werden und dass sie das erfahren und erleben, was ihnen dazu am besten dient. Möchte dich bitten von ganzem Herzen, dass du uns segnest und uns Weisheit schenkst, andere so zu behandeln, wie wir behandelt werden möchten. Amen.
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