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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge von „Der Ersehnte“ taucht Christopher Kramp tief in Lukas Kapitel 13 ein und beleuchtet eine packende Geschichte, die zeitlich eng mit den vorherigen Lektionen verbunden ist. Er enthüllt eine tragische Begebenheit, die Jesus von Zuhörern berichtet wird und eine wichtige Botschaft für uns heute birgt. Verpasse nicht die nächste Folge, um die vollständige Auflösung dieses faszinierenden Themas zu erfahren.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:31] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar „Der Ersehnte“ hier auf www.joelmedia.de. Schön, dass ihr wieder dabei seid zu einer weiteren Folge, in der wir uns heute in das 13. Kapitel vom Lukas-Evangelium hinein begeben wollen, nachdem wir uns in den letzten Folgen intensiv mit Lukas 12, den verschiedenen Abschnitten dort beschäftigt haben. Wir stehen heute vor einer ganz interessanten Geschichte mit einer interessanten Botschaft auch für uns. Diese und die nächste Folge gehören dann auch thematisch ganz eng zusammen. Wenn du also diese Folge siehst, stell sicher, dass du auch die darauffolgende dann siehst, um auch die ganze weitere Auflösung dieses Themas zu sehen. Wir wollen uns natürlich wie immer mit einem Gebet starten und wenn es dir möglich ist, dann lade ich dich ein, dazu auch niederzuknien.

[1:27] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass dein Wort so wunderbar ist, dass es uns so viel Freude und so viel Kraft gibt. Wir möchten dir danke sagen für alles, was wir lernen dürfen. Möchten dich bitten, dass du jetzt nach deiner Verheißung unser Lehrer bist, dass dein Wort zu uns spricht und dass wir dich dadurch besser kennenlernen dürfen. Das bitten wir alles im Namen Jesu. Amen.

[1:54] Lukas Kapitel 13 und wir lesen dort einfach ab Vers 1. Lukas 13 ab Vers 1. Es waren aber zur selben Zeit etliche eingetroffen. Das heißt, ganz offensichtlich ist das, was wir jetzt hier lesen, zeitlich zeitgleich mit dem, was wir in Lukas 12 betrachtet haben. Und der denen, die Jesus gerade hören, die die Dinge, die wir am Ende von Kapitel 12 gesehen haben, wie Jesus über die Zeichen der Zeit und die Beurteilung der Zeit spricht und die verschiedenen Ratschläge und die geistlichen Lektionen, die er gibt. Unter den, die das hören, sind jetzt einige, die hier genau angesprochen werden. Und es heißt, zur selben Zeit waren etliche eingetroffen. Sie kommen von einem anderen Ort und berichten Jesus etwas. Sie berichten von einem tragischen Vorkommnis. Das heißt, es waren aber zur selben Zeit etliche eingetroffen, die ihm von den Galiläern berichteten, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte.

[3:07] Jesus predigt in Lukas 12 und einige, die ihn hören, was vielleicht in einer Pause oder wir wissen genau nicht, wie der Zusammenhang gewesen ist, wie die genaue konkrete Situation war, aber einige von denen, die ihn hören, sagen, wir sind vor kurzem von einem bestimmten Ort gekommen und wir möchten dir etwas berichten, eine grausame Tat. Wir sind auch heute noch so, dass wir uns oft sehr dafür interessieren, was an schlimmen Dingen in der Welt berichtet wird. Damals gab es noch keine Nachrichten im Internet. Es gab noch keine sozialen Medien. Nachrichten wurden vor allem mündlich weitergetragen. Aber diese Menschen hier waren hatten den Eindruck, Jesus wird sich bestimmt dafür interessieren, welche schaurige Geschichte sich dort zugetragen hat. Das Blut der Galiläer wurde mit ihren Opfern vermischt.

[3:57] Pilatus war der Schuldige und das bringt uns zum ersten Mal in unserem Studium hier von „Der Ersehnte“, unserem Studium der Evangelien in chronologischer Reihenfolge, zum ersten Mal mit dieser berühmten Person Pilatus in Verbindung. Es ist, wenn man die Evangelien chronologisch gemeinsam liest, die allererste Erwähnung. Später wird er noch eine weltberühmte Rolle spielen, wie wir alle wissen, in der Passionsgeschichte Jesu, in der er eine der Hauptfiguren dann sein wird. Hier ist das zunächst noch einmal noch nicht das Thema, sondern hier geht es nur um einen Bericht über sein grausames Vorgehen gegen eine Gruppe von Galiläern. Wer war Pilatus? Sein ganzer uns überlieferte Name ist Pontius Pilatus. Und das bedeutet, da ein römischer Name eigentlich drei Namen hat, dass uns ein Name fehlt. Wir wissen, dass Pontius sozusagen der Familienname, der Name der Sipschaft, zu der er gehörte, ist. So, das was uns eigentlich fehlt, der Vorname ist. Wir wissen nicht genau, wie sein eigentlicher Vorname gewesen ist. Wir wissen, wie sein Gentilname war, wie sein Familienname war. Er gehörte zur Familie der Ponsier und wir wissen auch, wie sein Kognomen war, also der Name, der ihm dann noch sozusagen als Beiname zugegeben worden ist. Und das war Pilatus. Da gibt es verschiedene Theorien über die Bedeutung des Wortes. Das muss uns jetzt hier nicht weiter großartig interessieren. Er gehörte zu einer durchaus bekannten Familie im römischen der römischen Geschichte. Unter seinen entfernteren Verwandten war auch einer der Cäsarmörder. Tatsächlich einer der Cäsarmörder kam auch aus der Familie der Pontier und wir wissen, dass Pontius Pilatus ein römischer Ritter war. Also, das ist in der römischen Antike natürlich nicht ein Ritter im mittelalterlichen Sinne, sondern ist ein sozialer Rang. Ist kein Senator, aber ist ein Ritter, ist eine nächst untere etwas größere soziale Schicht, die doch sehr privilegiert gewesen ist. Gerade die Kaiser haben ihre Macht insbesondere auch durch die Ernennung von Rittern darauf basiert und gebaut.

[6:38] Und Pontius Pilatus ist in Judäa seit dem Jahre 26 nach Christus. Seit dem Jahr, also genau seit 2000 Jahren, wenn wir das so sagen dürfen, ist er ein Präfekt gewesen. Ein Art Vorsteher. Er ist eigentlich, wenn man die vorhandenen Quellen auswertet, wohl kein eigener Stadthalter gewesen. Das liegt daran, dass die Provinz Judäa, zu der er vorstand, keine eigene Provinz gewesen ist. Also Judäa ist eigentlich ein gesondert verwaltetes Gebiet innerhalb der Provinz Syrien gewesen. Deswegen gab es einen Stadthalter für ganz Syrien und Pontius Pilatus als ein Präfekt von Judäa. Der hat sozusagen, der stand auch unter diesem Stadthalter von ganz Syrien, wozu natürlich auch das heutige Libanon und Syrien in viel größerem Maße gehört. War also kein eigenständiger Stadthalter, der jetzt direkt nach Rom berichtet hätte. Aber das ist sozusagen nur die Feinheiten der römischen Administration.

[7:59] Er war der Nachfolger von einem gewissen Valerius Gratus, der als vierter Präfekt die weitreichende Entscheidung getroffen hatte, den Kaiphas, den Kajafas in das Hohepriesteramt zu befördern. Und Pontius Pilatus dann ab dem Jahre 26, also kurz bevor dann Johannes der Täufer anfing zu predigen, der Präfekt hier unter der Regierung natürlich von Kaiser Tiberius in Rom.

[8:35] Dieses Ereignis, das hier in Lukas 13 Vers 1 berichtet wird, wird sonst außerhalb der Bibel nicht berichtet, aber es passt sehr gut in das Gesamtbild von Pontius Pilatus, denn wir wissen auch von anderen Greueltaten, die ganz ähnlicher Natur gewesen sind. Zum Beispiel berichten Geschichtsschreiber der Antike über ein Massaker an Samaritern, dann etwas später im Jahre 36. Und wir sind ja hier in Lukas 13 wohl schon Anfang des Jahres 31, also etwa 5 Jahre später, hat er ein Massaker an den Samaritern verübt, die aufgrund der Aussage eines samaritanischen Propheten dazu gebracht worden waren, in einer großen Prozession auf den Berg Garizim zu gehen, um dort nach heiligen Gegenständen zu suchen. Und Pontius Pilatus hat das dann mit großer Brutalität unterbunden. War so schrecklich, dass er tatsächlich sogar angeklagt worden ist vor dem Stadthalter von Syrien und sich dann in Rom verantworten musste. Und wir wissen nicht genau, was dann mit ihm passiert ist. Wir wissen, dass dann Tiberius selbst, der Kaiser, gestorben ist und was dann aus Pontius Pilatus geworden ist, ist geschichtlich nicht ganz sicher. Wir wissen also eigentlich nicht viel über seine Zeit vor seiner Zeit in Judäa. Und wir wissen auch danach eigentlich nichts. Er taucht so plötzlich in der Geschichte auf und verschwindet wieder.

[10:02] Aber seine große Sicht für die Ewigkeit besteht darin, dass er römischer Repräsentant zur Zeit von Jesus war. Und das verleiht seinem Leben eine besondere Brisanz. Was davor, was danach war, ist in Vergessenheit geraten. Aber sein Kontakt und seine Begegnung mit Jesus hat Weltgeschichte geschrieben. Das zeigt uns, dass letztendlich in unserem Leben das Entscheidende darin besteht, dass wir Jesus begegnen und wie wir darauf reagieren. Pontius Pilatus hat leider diese Lektion oder diese Chance, die er gehabt hat, nicht genutzt. Das werden wir dann ja noch sehen, wenn wir uns mit der Passionsgeschichte von Jesus intensiv beschäftigen werden und im Detail.

[10:46] Was ist hier passiert in Lukas 13 Vers 1? Es wird von Galiläern berichtet, die offensichtlich geopfert haben. Das heißt, Menschen aus dem Norden Israels, die zum Opfern an den Ort gekommen sind, wo man allein opfern konnte. Man konnte in Galiläa natürlich nicht opfern. Opfern konnte man als gläubiger Jude in Jerusalem. Wir dürfen also davon ausgehen, dass das, was hier passiert, in Jerusalem passiert ist, denn nur in Jerusalem konnte man tatsächlich opfern. Und wenn also ihr Blut mit dem Blut der Opfer vermischt worden ist, dann sind sie beim Opfern getötet worden. Das heißt, sie sind in Jerusalem getötet worden. Sie waren also sozusagen Pilger, Menschen, die aus Galiläa Richtung Jerusalem gegangen sind, um dort anzubeten. Und das bringt der ganzen Geschichte schon eine interessante Wendung, denn Jesus selbst kommt aus Galiläa und ist auf dem Weg nach Jerusalem. Wir dürfen das nicht vergessen bei all den einzelnen Geschichten und Abschnitten, die wir lesen jetzt im Lukas-Evangelium. Jesus befindet sich seit einigen Kapiteln auf dem erweiterten Weg nach Jerusalem. Er dient noch in Perea und er macht noch viele Wunder, wiederholt viele seiner Lektionen, aber sein Angesicht ist auf Jerusalem gerichtet. Das wissen wir, haben wir schon vor einigen Monaten studiert und es wird nur noch wenige Monate, vielleicht einige Wochen dauern, bis er in Jerusalem ankommt. Und jetzt erreichen ihn diese Horrornachrichten, wie andere Galiläer von Pontius Pilatus beim Opfern umgebracht worden sind.

[12:18] Der Geschichtsschreiber Josephus erwähnt, dass gerade die Galiläer einen besonderen Hang auch zu aufrührerischen Gedanken gehabt haben sollen. Vielleicht hat Pontius Pilatus das auch ein bisschen im Hinterkopf gehabt und gedacht, diese Galiläer sind ohnehin sehr aufrührerisch und rebellisch. Da gab es hat es zuvor den Judas von Galiläa gegeben, der einen großen Aufstand angezettelt hatte, von dem sogar dann in der Apostelgeschichte berichtet wird. Das können wir vielleicht sogar kurz hier lesen. Da heißt es nämlich in Apostelgeschichte 5 und dort Vers 37: „Nach diesem trat Judas der Galiläa auf in den Tagen der Volkszählung und brachte unter seiner Führung viele aus dem Volk zum Abfall. Auch er kam um und alle, die ihm folgten, wurden zerstreut.“ Da ging es damals um die Frage, ob man Rom Steuern zahlen darf. Und Judas von Galiläa hatte dort insbesondere auch in Galiläa die Menschen aufgewiegelt dazu, die Steuern nicht zu geben, einen Aufstand zu wagen.

[13:18] Pontius Pilatus wird vielleicht davon gewusst haben, dass dort in Galiläa immer wieder solche Unruheherde gewesen sind, dass Jesus dort auch in Galiläa besonders gewirkt hat. Es scheint natürlich vor diesem Hintergrund auch als besonders interessant und gewissermaßen zumindestens politisch auch brisant. Jesus war auch jemand aus Galiläa. So zumindestens musste es ja für alle auch wirken. Ist aufgewachsen, auch wenn er natürlich in Bethlehem geboren worden ist.

[13:51] Im Buch „Bilder vom Reich Gottes“, also „Christ Object Lessons“, wird uns folgendes Interessantes gesagt. Christus hatte die Menschen gewarnt, dass das Königreich Gottes kommen würde und er hatte ihre Unwissenheit und ihre Gleichgültigkeit scharf getadelt. Das war das, was wir am Ende von Lukas 12 gesehen haben. Die Zeichen in dem an dem Himmel, die das Wetter vorhersagten, die konnten sie schnell lesen, also schnell begreifen. Aber die Zeichen der Zeit, die so deutlich auf seine Mission hinwiesen, die wurden nicht erkannt.

[14:34] Und dann sagt sie weiter: „Aber Menschen waren damals genauso wie heute so schnell bereit zu schlussfolgern, dass sie selbst vom Himmel begünstigt waren, Favoriten des Himmels waren und dass die Botschaft des Tadels für andere gilt und nicht für sie selbst.“ Das ist meine Worte. Sie sagt weiter: „Die Hörer erzählten Jesus von einem Ereignis, das gerade erst große Aufmerksamkeit und große Erregungen erregt hatte. Einige der Maßnahmen von Pontius Pilatus, dem Statthalter von Judäa, hatten Anstoß erregt unter dem Volk. Es hatte einen Tumult des Volkes in Jerusalem gegeben und Pilatus hatte versucht, diesen durch Gewalt zu unterdrücken. Bei einer Gelegenheit hatten seine Soldaten sogar die gegeben, also die die die die Vorhöfe des Tempels betreten und hatten einige galiläische Pilger beim Opfern, also während tatsächlich während des Opfers, beim Töten ihrer Opfertiere niedergemäht, getötet.“

[15:54] Die Juden betrachteten dieses, betrachteten allgemein Schicksalsschläge als ein Gericht, das denjenigen traf, der gesündigt hatte. Und diejenigen, die diese Gewalttat berichteten, taten es mit einer geheimen Zufriedenheit. In ihrer Ansicht war ihr gutes Schicksal eben nicht dabei gewesen zu sein, nicht getötet worden zu sein. Ein Beweis dafür, dass sie viel besser waren und deswegen von Gott bevorzugt waren als diese Galiläer. Sie erwarteten von Jesus Worte zu hören, die diese Galiläer verdammten, denn zweifellos hatten sie doch diese Verurteilung verdient.

[16:50] Wir treffen hier also auf ein Denken, das wir auch an anderer Stelle in der Bibel finden, selbst bei den Jüngern, dass wenn jemand etwas Schlechtes, jemandem etwas Schlechtes wiederfährt, dass es seine eigene Sünde ist und dass er auf jeden Fall deswegen auch schuld daran ist. Johannes Kapitel 9 Vers 2. Als wir haben diese Geschichte schon an anderer Stelle studiert, als Jesus seine Jünger einen Blindgeborenen treffen, da fangen sie selbst an zu überlegen und überlegen, ja, wer ist denn jetzt schuld? Weil er kann ja nicht gesündigt haben, bevor er geworden ist. In Johannes 9, Vers 1 und 2 heißt es: „Und als er vorüberging, sah er einen Menschen, der blind war von Geburt an. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: „Rabbi, wer hat gesündigt, dass er blind geboren ist? Er oder seine Eltern?“ Und damals hatte Jesus schon damals hatte Jesus versucht durch seine Worte dieses Denken in eine richtige Richtung zu bringen, nämlich als er sagte: „Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern, sondern an ihm sollten die Werke Gottes offenbar werden.“

[17:51] Jesus macht diesen Punkt jetzt auch wieder. Niemand soll denken, dass Menschen besondere Sünder waren, nur weil ihnen ein besonderer Schicksalsschlag wiederfährt. Er sagt in Lukas 13 und dort Vers 2, übrigens sagt das schon das Alte Testament, wenn man die Geschichte von Hiob einmal gründlich liest. In Lukas 13 und dort Vers 2 sagt Jesus, es heißt hier und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Meint ihr, dass diese Galiläer größere Sünder gewesen sind als alle anderen Galiläer, weil sie so etwas erlitten haben?“ Jesus wusste ja, dass viele auch unter seinen Jüngern oder den Nachfolgern, die hier in der Volksmenge bei ihm waren, er wusste, dass viele so dachten. Und er fragt: „Meint ihr das wirklich?“

[18:32] Schicksal war für viele ein Hinweis auf den moralischen Charakter. So haben ja auch die Freunde von Hiob argumentiert. Sie haben gedacht, jemand, dem so etwas wiederfährt, der muss gesündigt haben. Das muss eine Strafe sein. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass auch ein Unschuldiger leidet.

[18:52] Dieses falsche Denken war nicht nur falsch, es war fatal. Und es führte dazu, dass am Ende Menschen Jesus ablehnten, weil er litt. Jesaja 53 Vers 4: „Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt.“ Dieses falsche Denken hat am Ende dazu geführt, dass Menschen nicht glauben wollten, dass Jesus der Messias ist, weil er ja litt. Dabei sagt schon das Alte Testament, wie gesagt, die Geschichte von Hiob macht es ganz deutlich. Es gibt andere Gründe, warum Menschen schlimme Schicksalsschläge erleiden, als dass sie jetzt sofort bestraft werden für eine eigene Sünde. Gibt noch ganz andere Gründe. Der große Kampf hat eine viel komplexere, das sind ganz andere Ebenen noch, die zu bedenken sind. Menschen leiden auch wegen der Sünde von anderen, für die sie gar nichts können.

[20:02] Jesus stellt also die Frage: „Meint ihr, dass diese Galiläer größere Sünder gewesen sind als alle anderen Galiläer, weil sie so etwas erlitten haben?“ Und die Antwort kommt in Vers 3: „Nein, sage ich euch. Sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen.“

[20:25] Die Tatsache, dass diejenigen, die das berichtet haben, nicht umgebracht worden sind, war kein Beweis dafür, dass sie vor Gott angenehm sind. Die Tatsache, dass einem nichts Böses wiederfährt, ist kein Beweis dafür, dass man vor Gott im Reinen mit Gott ist. Jesus sagt, ihr müsst Buße tun. Und wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr genauso umkommen wie diese Galiläer. Die Botschaft der Buße ist das große Thema von Jesus und von Johannes dem Täufer gewesen. Matthäus 3 und dort Vers 2, das ist der Verzeihung Vers 1 und 2. Matthäus 3, Vers 1 und 2: „In jenen Tagen aber erscheint Johannes der Täufer und verkündigt in der Wüste von Judäa und spricht: „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen.“ Matthäus 4, Vers 17: „Von da begann Jesus zu verkündigen und zu sprechen: „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen.“ Jesus sagt: „Wenn ihr nicht Buße tut, wird euch dasselbe wiederfahren.“

[21:23] Jesus schaut prophetisch voraus und sieht Jerusalem. Erwartet ein viel größeres Drama als solche Strafaktionen von Pilatus. Jerusalem wird zerstört werden. Die Römer werden mit ihren Armeen kommen und es werden noch sehr, sehr, sehr viel mehr Menschen sterben. Es ist übrigens niemand gestorben bei der Zerstörung Jerusalems, der Jesus angenommen hatte. So wie Jesus gesagt hatte, dass wenn das Gold der Verwüstung, die römischen Armeen um Jerusalem stehen, dann war die Zeit sich daran zu erinnern, bei der nächsten Gelegenheit die Stadt zu verlassen. Die Christen, die Jesus glaubten, wurden vor der Zerstörung bewahrt.

[22:13] Weiter aus „Christ Object Lessons“. Diese Katastrophen waren dazu gedacht, sie dazu zu bringen, ihre Herzen zu demütigen. Statt sich also als Richter über diese armen Galiläer zu spielen, sollten sie sich fragen: Okay, stehe ich überhaupt selbst? Wie stehe ich vor Gott? Sie sollten von ihren Sünden, sollten ihre Sünden bereuen. Der Sturm der Rache braute sich zusammen und würde bald über alle ausbrechen, die nicht in Christus Zuflucht gefunden haben.

[22:56] Als Jesus mit den Jüngern und der Volksmenge sprach, schaute er mit prophetischem Auge vor in die Zukunft und sah Jerusalem von Armeen umlagert. Er hörte die Tritte der Fremden, die gegen die erwählte Stadt marschierten und sah tausende über tausende, die in der Belagerung umkamen. Viele der Juden wurden so wie genau diese Galiläer in den Tempelvorhöfen erschlagen, während sie gerade Opfer brachten.

[23:41] Das Opfer selbst rettet niemand. Vielleicht haben einige gedacht, ja, schaut mal, die haben hier Opfer gebracht. Das ist ja während des Opferns sind sie umgemacht worden. Aber Jesus macht deutlich, was wirklich Not tut, ist Buße. Herzensbuße, die Annahme des Opfers Jesu.

[24:07] Die schlimmen Dinge, die die Katastrophen, die auf einzelne Personen fielen, waren Warnungen von Gott an Nationen, die genauso schuldig war. Und Jesus sagte: „Wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen.“ Noch gab es Zeit für sie, die Dinge zu lernen, die zu ihrem Frieden gehörten, zu ihrem Frieden dienten. Und Jesus wiederholt diesen Punkt, weil er ihn so sehr betonen möchte. Er selbst greift jetzt ein anderes Ereignis auf, dass wir auch außerhalb der Bibel nicht kennen, aber das offensichtlich damals gut bekannt gewesen sein muss. Noch etwas aus den Nachrichten, wenn man so möchte. Vers 4. Und jene Oh, Verzeih, oder jene 18, auf die der Turm in Siloa fiel und sie erschlug, meint ihr, dass diese schuldiger gewesen sind als alle anderen Leute, die in Jerusalem wohnen? Und dann wiederholt er in Vers 5, Vers 3. Er sagt: „Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, so werdet ihr alle auch so umkommen.“

[25:15] Siloa ist ein Ort in Jerusalem, genauso wie schon in den Versen vor um Jerusalem ging und das ein Schlüssel auch dann für die nächsten Verse, die wir in der nächsten Folge uns anschauen werden in Johannes Kapitel 9. Da heißt es in Johannes Kapitel 9 und dort in Vers 6 und 7. Als Jesus tatsächlich diesen Blindgeborenen heilt, als er dies gesagt hatte, spie auf die Erde und machte einen Brei mit dem Speichel und strich den Brei auf die Augen des Blinden und sprach zu ihm: „Geh hin, wasche dich im Teich Siloa.“ Das muss also ein Teich gewesen sein, der dort in Jerusalem gewesen ist. Das heißt, übersetzt „der Gesandte“. Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.

[26:03] Dieser Teich Siloa ist ja auch heute archäologisch bekannt und dort gab es einen Turm und der war eingestürzt, der ist gefallen. 18 Leute sind dadurch umgefallen. Und Jesus stellt die Frage: Glaubt ihr, dass diese 18 Leute jetzt ein größere Sünder waren als die anderen, die nicht erschlagen worden sind? Sagt: „Nein, wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle genauso umkommen.“

[26:28] Die Katastrophen, die die einzelne Person erlebt haben, waren Warnungen vor der Gesamtkatastrophe, die auf Jerusalem zukam. Jesus sieht diese größere Katastrophe und weil er sieht, erzählt er dann in den nächsten Versen ein Gleichnis, das in sich hat. Aber das wollen wir das nächste Mal uns dann konkret anschauen.

[26:54] Halten wir fest. Individuelles Schicksal ist kein Beweis für direkte persönliche Schuld, aber jedes individuelle Schicksal, das wir beobachten, ist ein Warnsignal für uns selbst. Und selbst die Frage zu stellen, wie steht es mit meinem Herzen, dass ich heute keinen Autounfall habe, ist an sich noch kein Beweis, dass es mit mir und Gott gut steht, sondern der Beweis, dass zwischen mir und Gott kein Blatt passt, der entsteht dadurch, dass ich in Buße das Opfer Jesu annehme und seine Botschaft in mein Herz lasse, ihn selbst in mein Herz lasse. Nur dann weiß ich, dass ich wirklich vor Gott angenehm bin. Ist es auch dein Wunsch heute?

[27:39] Lass uns auch gemeinsam zum Abschluss beten.

[27:46] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du in deinem Wort zu uns sprichst und dass wir dein Wort gut verstehen können. Und Herr, wir möchten dich um Vergebung bitten, wo wir falsch gedacht haben, wo wir uns über andere erhoben haben, wo wir uns selbst für besser gehalten haben, als wir eigentlich sind. Schenk uns Demut und Einsicht, wie sehr wir dich und dein Evangelium benötigen jeden Tag und gib, dass wir uns jeden Tag die Frage stellen, ob unsere Herzen wirklich mit dir im Einklang sind. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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