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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


Entdecke die tiefgründige Botschaft hinter dem Gleichnis vom Senfkorn in Lukas 13, Vers 18 und 19. Christopher Kramp enthüllt in dieser Lektion aus „Der Ersehnte“, wie selbst das Kleinste eine immense Kraft entfalten kann. Lass dich von dieser inspirierenden Betrachtung über Glauben und Wachstum überraschen.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:31] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar „Der Ersehnte“ hier auf www.joelmedia.de. Wir freuen uns, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Wir wollen heute einen kurzen Abschnitt besprechen, einen kleinen Abschnitt, und er handelt von einem sehr kleinen Gegenstand.

[0:55] Es geht heute um das Gleichnis vom Senfkorn. Wir sind in Lukas 13 und wollen heute Vers 18 und 19 gemeinsam betrachten und werden sehen, welche erstaunliche und interessante und für uns so wichtige Botschaft dieser kurze Abschnitt, dieses kleine Gleichnis enthält. Bevor wir damit beginnen, wollen wir wie immer Gott einladen, dass er auch diesmal nach seiner Verheißung sein Wort in uns wirken lässt und dass wir erfüllt werden mit seinem Heiligen Geist. Und wenn es dir dazu möglich ist, lade ich dich ein, auch kurz niederzuknien.

[1:39] Lieber Vater im Himmel, möchte dir danke sagen, dass du in deiner großen Güte immer wieder an uns wirkst, Herr. Wir sind schwach und wir machen viele Fehler, aber du hast so viel Geduld mit uns und du sorgst dich so sehr um uns und du bemühst dich so sehr um uns. Und Herr, dafür danken wir dir von ganzem Herzen. Möchte dir danke sagen, dass du jetzt durch dein Wort zu mir und zu uns sprechen möchtest. Möchte dir danke sagen, dass du etwas vorbereitet hast, von dem wir wirklich lernen können. Ich möchte dich bitten, dass du mein Herz öffnest, dass du unsere Herzen öffnest und dass du zu uns sprichst. Herr, du hast versprochen, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Und Herr, da möchte ich dich jetzt bitten, dass dein Wort all seine Kraft entfaltet. Und hab Dank, dass du zu deinen Verheißungen stehst. Im Namen Jesu. Amen.

[2:39] Wir sind in Lukas Kapitel 13 und dort Vers 18 und 19. Das letzte Mal haben wir uns die Geschichte angesehen, wie Jesus an einem Sabbat die verkrümmte Frau, die seit 18 Jahren krank gewesen ist, geheilt hat. Es geht weiter mit zwei Gleichnissen, wovon wir heute das erste und nächstes Mal das zweite Gleichnis anschauen werden, die, wie wir sehen werden, aber eng miteinander zusammenhängen. Wir lesen in Lukas 13 Vers 18 und 19.

[3:16] Da sprach er: „Wem ist das Reich Gottes gleich? Und womit soll ich es vergleichen? Es gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und in seinen Garten warf, und es wuchs und wurde zu einem großen Baum, und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.“

[3:39] Die Frage stellt Jesus hier nicht zum ersten Mal: „Wem ist das Reich Gottes gleich? Womit soll ich es vergleichen?“ Wir erinnern uns, vielleicht vor etlichen Jahren haben wir das im Zuge der Seepredigt in Markus Kapitel 4, Vers 30 schon einmal studiert. Und zwar eine Frage damals, die auch dort mit demselben Gleichnis beantwortet worden ist. In Markus 4, Vers 30 lesen wir: „Und er sprach: ‚Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen? Oder durch was für ein Gleichnis sollen wir es darlegen?‘“

[4:20] Jesus sucht nach einem passenden, nach einer passenden Analogie, nach einem passenden Gleichnis für das Reich Gottes. Die menschlichen Regierungen, die menschlichen Königreiche, die es damals gab und ich möchte sagen auch, die es heute gibt, boten keine gute Vergleichsmöglichkeit. Das Reich Gottes ist ganz anders als die Reiche dieser Welt. Jesus ist damals am See Genezareth, hier in Markus 4, jetzt in Lukas 13 irgendwo in Perea, im Ostjordanland wohl, und er sucht in der Natur nach Gleichnissen. Er sucht nach guten Vergleichsmöglichkeiten.

[4:58] Einziger Unterschied im Wesentlichen zwischen der Frage in Markus 4 und der Frage in Lukas 13 ist, dass in Markus 4 die Formulierung ist: „Womit sollen wir das Reich vergleichen und Reich Gottes vergleichen oder durch was für ein Gleichnis sollen wir es euch darlegen?“ Während in Lukas 13 jetzt die erste Person Singular benutzt wird: „Wem ist das Reich gleich? Verzeihung. Wem ist das Reich Gottes gleich? Und womit soll ich es vergleichen?“

[5:29] Die Frage, und das haben wir damals schon uns angeschaut, gibt es als rhetorisches Mittel sozusagen schon im Alten Testament. Und wir haben das immer wieder festgestellt. Jesus war verwurzelt in der hebräischen Bibel, im Alten Testament. In Klagelieder Kapitel 2 und dort Vers 13 wird poetisch auch so eine Frage gestellt: „Was soll ich dir zusprechen? Was dir vergleichen, du Tochter Jerusalem? Was setze ich dir gleich, damit ich dich trösten kann, du Jungfrau, Tochter Zions? Und dein Schaden ist ja so groß wie das Meer. Wer kann dich heilen?“ Hier in Klagelieder wird mit dieser Frage ausgedrückt, der Schaden Jerusalems, die Zerstörung, die Verwüstung Jerusalems ist so stark, man findet gar keinen richtigen Vergleich dafür. Es ist unaussprechlich, unvergleichlich groß der Schaden der Stadt.

[6:24] Im Kontrast dazu drückt Jesus durch seine Frage jetzt aus, dass das Reich Gottes unvergleichlich ist. Es gibt eigentlich keine richtige Vergleichsmöglichkeit. Es ist so anders, so großartig, dass man Mühe hat, überhaupt etwas zu finden, was annähernd das Reich Gottes beschreiben kann.

[6:46] Damals in Markus Kapitel 4 hatte Jesus das Gleichnis vom Senfkorn benutzt und wir hatten damals gesehen, dass in der Gegend auch tatsächlich äh Senfpflanzen damals auch wuchsen. In Lukas Kapitel 13 nimmt er jetzt wiederum dasselbe Gleichnis, um auf diese Frage zu antworten. Das zeigt wiederum, dass Jesus an verschiedenen Orten dieselben Predigten, dieselben Predigtteile immer wieder verwendet hat, wie wir das schon mehrmals hier im Zusammenhang mit dem Lukasevangelium beobachten konnten.

[7:28] Er sagt, das Reich Gottes gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und in seinen Garten warf, und es wuchs und wurde zu einem großen Baum, und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.

[7:46] Wie gesagt, in Markus Kapitel 4 haben wir das gleiche Gleichnis. Wir können das vergleichen in Markus 4 und dort Vers 30 und Verzeihung Vers 31 und 32. „Es ist einem Senfkorn gleich, das, wenn es in die Erde gesät wird, das Kleinste ist unter allen Samenkörnern auf Erden. Und wenn es gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse und treibt große Zweige, so dass die Vögel des Himmels unter seinem Schatten nisten können.“ Und wir haben dann in Matthäus 13, Vers 31 und 32 den Parallelbericht dazu.

[8:25] Es fällt auf, dass diesmal in Lukas 13 Jesus diesen Vergleich, der hier in Markus 4 und Matthäus 13 vorkommt, nicht mehr erwähnt. Also das kleinste Samenkorn und größer als die Gartengewächse. Das zeigt, es ist eine neue Gelegenheit, wo er das prinzipiell gleiche Gleichnis jetzt mit etwas anderen Formulierungen predigt. Das sieht man noch daran, dass hier in Markus 4 gesagt wird, dass der Mann es auf die Erde wirft, und entsprechend in Matthäus 13 heißt es dort in Matthäus 13 und dort Vers 31: „Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: ‚Das Reich der Himmel gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte.‘“ Hier in Lukas 13 ist es jetzt der Garten, in das dieses Senfkorn hineingeworfen wird. Das ist natürlich im Grunde genommen immer dasselbe, aber das zeigt die unterschiedlichen Formulierungen. Noch einmal ganz gut.

[9:27] Das Senfkorn hatte Jesus aber auch an anderer Stelle schon gebraucht. In Matthäus 17 und dort Vers 20. Da heißt es hier: „Jesus aber sprach zu ihnen: ‚Um eures Unglaubens willen. Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Berg sprechen: Hebe dich weg von hier dorthin! Und er würde sich hinwegheben, und nichts würde euch unmöglich sein.‘“

[10:02] Das Senfkorn als Symbol für den Glauben. Klein, aber wie uns das Gleichnis hier aus Lukas 13 zeigt, mit einem enormen Potenzial. Wir haben also dem Gleichnis von dem Senfkorn dieses Element: Ein kleiner Same wird zu einem Baum. Und dieser kleine Same ist durch die Reden von Jesus, durch seine Predigten verknüpft mit dem Gedanken des Glaubens. Und wir wissen ja, dieser kleine Same ist natürlich das Reich Gottes. Aber das Reich Gottes, so wie Jesus es predigt, ist ja untrennbar mit dem Glauben in Verbindung, denn man kommt nur durch den Glauben dort hinein. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Dieses ewige Leben ist natürlich dann das Reich Gottes. Also, es geht um das Reich Gottes, dass wir im Glauben annehmen.

[11:21] Ein Senfkorn. Nun, Senfkörner sind dort in Palästina enorm klein. Man vermutet, dass es sich bei diesem Senfkorn um den Samen des schwarzen Senfs handelt, das ungefähr 1,2 bis 2 mm groß, sehr viel kleiner als alle anderen Samen, die in Palästina so bekannt waren. Und in Palästina wächst der Strauch der Senfpflanze dann auch sehr viel höher, teilweise bis über 3 Meter hoch, angesichts der klimatischen Bedingungen.

[12:02] In der späteren jüdischen Literatur wird dann diese hochgewachsene Senfpflanze auch tatsächlich als ein Baum bezeichnet, auf den man auch klettern kann. Übrigens wird auch in der jüdischen Literatur das Senfkorn sprichwörtlich benutzt für etwas sehr Kleines, besondere Kleinheit. Etwas ist so klein wie ein Senfkorn. Jesus zeigt, das Reich Gottes mag vielleicht auf den ersten Blick sehr klein aussehen. Als Jesus dort durch die Gegend ging, dann war er ein Wanderprediger. Es sah nicht besonders großartig aus im Sinne weltlicher Eroberungspolitik. Seine Anhänger waren einfache Leute, wenig gebildet. Aus weltlicher Perspektive sah das Potenzial, er selbst arm und ohne Besitz, es sah sehr, sehr, sehr klein aus. Aber das Potenzial, das das Reich Gottes in sich trägt, ist gewaltig.

[13:03] Der Baum ist im Alten Testament immer wieder ein Symbol für große Herrschaft gewesen. Schauen wir uns ein paar Beispiele an. Hesekiel Kapitel 31 und dort Vers 6. Hesekiel 31, Vers 6: „Alle Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen, und unter seinen Ästen warfen alle Tiere des Feldes ihre Jungen. Unter seinem Schatten wohnten alle großen Völker.“ Herr, da geht es hier im Kontext um die Assyrer. Vers 3: „Sie, der Assyrer war wie eine Zeder auf dem Libanon mit schönen Ästen, so dicht, dass er Schatten gab, und hoch aufgeschossen, dass sein Wipfel bis zu den Wolken reichte.“

[13:48] In Daniel Kapitel 4 und dort Vers 8 und 9 finden wir dieselbe Idee für Babylon. „Der Baum war groß und stark und sein Wipfel reichte bis an den Himmel und er war bis ans Ende der ganzen Erde zu sehen. Sein Laub war schön und seine Frucht reichlich und Nahrung für alle fand sich an ihm. Unter ihm suchten die Tiere des Feldes Schatten und die Vögel des Himmels wohnten in seinen Zweigen und von ihm nährte sich alles Fleisch.“ Die Menschen, die Jesus hörten, kannten diese Prophezeiungen aus Hesekiel, aus Daniel, die Beschreibung der großen Weltmächte Assyrien und Babylon. Und Jesus sagt, das Reich Gottes mag am Anfang aussehen wie ein Senfkorn, sehr klein.

[14:31] Und doch wird es zu einem großen Baum. Das Reich Gottes wird eine große Weltherrschaft haben. In Daniel Kapitel 7, in Daniel Kapitel 7 sehen wir, wohin das Reich Gottes letztendlich sich ausbreiten wird. In Daniel 7 und dort heißt es in Vers 13 und 14: „Ich sah in den Nachtgesichten, und siehe, da kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen, und er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihnen gebracht. Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen, und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum wird nie zugrunde gehen.“

[15:19] Aus dem scheinbar kleinen Samen eines Wanderpredigers in den Dörfern von Galiläa und Perea, der am See Genezareth und dem Ostjordanland Gleichnisse erzählt, wird eine Weltherrschaft für alle Ewigkeit über die gesamte Welt, ja, wie das gesamte Universum. Aus dem Senfkorn wird ein gewaltiger Baum. Und wer Glauben hat wie ein Senfkorn, der kann auch Berge versetzen, also nicht aus eigener Kraft, aber er kann Berge versetzen, weil das Reich Gottes eine solche Kraft in sich trägt, eine solche, ein solches Potenzial hat. Deswegen sagt Paulus in Römer 1, Vers 16: „Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht, denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, also für den, also wie sagt er, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen.“

[16:20] Schauen wir genau an, nicht, dass ich falsch zitiere. In Römer Kapitel 1 und dort Vers 16: „Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht, denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen. Denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: ‚Der Gerechte wird aus Glauben leben.‘“ Es ist die Kraft für jeden, der glaubt.

[16:48] Wenn unser Glaube nur klein ist wie ein Senfkorn und wir glauben an das Reich Gottes, das wie ein Senfkorn erscheint, ist doch bereits in diesem Senfkorn des Reiches Gottes das Potenzial, dass alle Berge, die sich unseren Weg entgegenstellen, weggeschoben werden können. Das Reich Gottes hat eine enorme Kraft.

[17:18] Und wenn wir im Alten Testament noch ein bisschen weiter schauen, dann sehen wir genau diese Idee über und immer und immer und immer wieder. In Jesaja Kapitel 9 und dort Vers 6. Da ist genau diese Idee. Können wir auf Vers 5 lesen. Jesaja 9, Vers 5 und 6: „Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben. Das Reich Gottes beginnt ganz klein mit einem Baby. Ja, eigentlich mit einem Embryo, mit einem kleinen Zellhaufen, mit wenigen Zellen im Mutterleib von Maria, so klein, dass kein Mensch es mit bloßem Auge sehen könnte. Das Reich Gottes beginnt mit Jesus ganz klein auf dieser Erde. Und dann wird es geboren, ein hilfloses Baby in einer Krippe in Bethlehem, im Stall. Ein Senfkorn so klein.“

[18:09] „Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter, und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, ewiger Vater, Friedefürst.“ Der kleine Same hat das Potenzial, ein gewaltiger Baum zu werden. Er ist eigentlich schon ein gewaltiger Baum, selbst als ein kleiner Same ist.

[18:28] Vers 6. Und das ist ein sehr interessanter Vers jetzt. „Die Mehrung, das Wort Mehrung bedeutet ja Vermehrung. Etwas wird mehr. Die Mehrung der Herrschaft und der Friede werden kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich. Das Reich Gottes, das Reich Davids, dass er es gründe und festige mit Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des Herrn wird dies tun.“ Das Reich Gottes ist das Reich, in dem Jesus als der Sohn Davids regiert, und die das Wachstum, die Vermehrung seines Königreiches ist ohne Ende.

[19:05] Selbst das Gleichnis vom Senfkorn ist beschränkt, denn die Senfpflanze ist zwar sehr klein und wird dann verhältnismäßig sehr groß, über 3 Meter, aber irgendwann ist auch das Wachstum der Senfpflanze vorbei. Selbst der größte Baum hört irgendwann auf. Kein Baum wird 100, 200, 300, 400, 500 Meter hoch. Das gibt's dann irgendwann nicht mehr. Aber das Reich Gottes wächst und wächst und wächst und wächst und wächst und wächst und wächst und bis in alle Ewigkeit wird es immer größer. Das heißt hier, die Mehrung der Herrschaft wird kein Ende haben.

[19:44] Jesus möchte uns zeigen, dass im Reich Gottes unendliches Potenzial ist. Und wir es oft nicht realisieren, weil wir nur das kleine Senfkorn sehen, den Wanderprediger aus Galiläa, das Kind in der Krippe. Wir sehen vielleicht nur einen Bibelvers. Wir sehen nur schwarze Tinte auf weißem Papier und sehen nicht das Potenzial, was da drin ist. Wir sehen nur eine kleine Gemeinde mit sieben Geschwistern, wovon sechs über 90 sind. Wir sehen aber nicht das Potenzial, das Gott in dieser Gemeinde hat. Wir sehen Menschen vielleicht ohne besondere Ausbildung, so wie die Pharisäer vielleicht auf die Jünger geschaut haben, und sehen nicht das Potenzial, das im Reich Gottes ist. Wenn jemand im Glauben und wenn der Glaube so klein wird wie ein Senfkorn, dieses Reich Gottes annimmt, kann das Reich Gottes sich entfalten in seinem Leben.

[20:50] Jesaja 54 und dort Vers 1 bis 3. Jesaja 54, Vers 1 bis 3: „Freue dich, du Unfruchtbare, die du nicht geboren hast! Brich in Jubel aus und jauchze, die du nicht in Wehen lagst! Denn die Vereinsamte wird mehr Kinder haben als die Vermählte, spricht der Herr. Erweitere den Raum deines Zeltes und dehne die Zeltdecken deiner Wohnung aus. Spare nicht! Spanne deine Seile weiter und aus und befestige deine Pflöcke, denn zur Rechten und zur Linken wirst du durchbrechen, und dein Same wird die Heidenvölker besitzen und sie werden verlassene Städte bevölkern.“ Hier ist die Idee, es wird so ein großes Wachstum geben, nach links und nach rechts wird es überall durchbrechen. Der muss die Zelte größer machen. Das Volk Gottes wächst.

[21:40] Das Reich Gottes ist gekennzeichnet durch enormes Wachstum.

[21:49] In Daniel 2 finden wir dieselbe Idee, dargestellt durch einen Stein, der auf das berühmte Standbild trifft. Es zermalmt. Es heißt hier in Vers 34 und 35: „Du sahst zu, bis sich ein Stein losriss, ohne Zutun von Menschenhänden, und das Bild an seinen Füßen traf, die aus Eisen und Ton waren, und sie zermalmte. Da wurden Eisen, Ton, Erz, Silber und Gold miteinander zermalmt, und sie wurden wie Spreu auf den Sommertennen. Und der Wind verwehte sie, so dass keine Spur mehr von ihnen zu finden war. Der Stein aber, der das Bild zertrümmert hatte, wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde.“ Es ist ein Stein und er wird zu einem Berg, der die ganze Erde erfüllt. Ein gigantisches Wachstum.

[22:42] Und immer dann, wenn das Evangelium in voller Kraft sich ausbreiten konnte, gab es Wachstum. Wenn die Gemeinde stagniert geistlich und numerisch, dann ist es ein Beweis dafür, dass der Zugang zum Reich Gottes irgendwie blockiert ist durch Sünde, durch Stolz, durch Weltlichkeit, durch Desinteresse, durch Lauheit, durch Formalismus, durch Extremismus, Fantasismus, was immer es ist. Denn wenn das Reich Gottes in seiner christozentrischen Kraft durch den Glauben in uns wohnt, gibt es Wachstum. Wir wachsen persönlich, wir wachsen in unseren Familien, wir wachsen in unseren Gemeinden, geistlich und numerisch, so wie Gott es führt.

[23:23] Apostelgeschichte 2, Vers 41. Und dort heißt es: „Diejenigen, die nun bereitwillig sein Wort annahmen, ließen sich taufen, und es wurden an jedem Tag etwa 3000 Seelen hinzugetan.“ Das waren 120 in dem Obergemach. 12, eigentlich nur 11, dann wurde ein 12. dann zugewählt. 12 Jünger. Ein Haufen von Anhängern Jesu. Innerhalb kürzester Zeit wird es eine gigantische Bewegung, die erst Jerusalem, dann Judäa, dann bald die ganze Welt durchdringt.

[23:53] Apostelgeschichte 4, Vers 4. „Aber viele von denen, die das Wort gehört hatten, wurden gläubig, und die Zahl der Männer stieg auf etwa 5000.“ Es sah am Anfang ganz unscheinbar aus. Sein paar arme Zöllner und Fischer und einfache Menschen, die kaum gebildet waren, die diesem Wanderprediger, der mittellos war, gefolgt sind. Aber daraus entstand die größte Bewegung aller Zeiten, die bis heute die Weltgeschichte in ein Davor und ein Danach eingeteilt hat. Das Reich Gottes beginnt wie ein kleiner Same.

[24:24] Und übrigens möchte ich dazu sagen, wenn Gott etwas tut, dann beginnt er in der Regel ganz klein. Manchmal gibt es so Missionsprojekte, wo Menschen versuchen, alles auf einmal sofort mit Pauk und Trompeten loslegen zu lassen. Aber meine persönliche Erfahrung und auch die Beobachtung vieler Jahre ist, wenn Gott etwas tut, dann beginnt er meistens ganz klein und er lässt es wachsen und wachsen und wachsen und wachsen und wachsen.

[24:48] So sagt uns die Bibel in Sprüche Kapitel 4 und dort Vers 18. Sprüche 4 und dort Vers 18.

[24:59] Das lesen wir: „Aber der Pfad des Gerechten ist wie der Glanz des Morgenlichts, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag.“ Da ist eine Entwicklung, wenn man auf dem Weg des Glaubens geht, wenn man auf dem Weg des Reiches Gottes geht.

[25:28] Ein interessantes Zitat aus „Christ Object Lessons“. „Nicht nur ist das Wachstum des Königreiches Christi illustriert durch das Gleichnis von dem Senfkorn, sondern in jedem Stadium seines Wachstums ist die Erfahrung aufs Neue wiederholt, diesem Gleichnis zum Ausdruck kommt. Denn in jeder Generation hat Gott für seine Gemeinde eine besondere Wahrheit und eine besondere Aufgabe. Diese Wahrheit ist vor den weltlich Weisen verborgen und den Kindlichen und dem Demütigen offenbart. Diese Wahrheit ruft zum Selbst zur Selbstaufopferung. Sie hat Kämpfe zu kämpfen, Schlachten zu kämpfen und Siege zu gewinnen. Am Anfang sind ihre Befürworter nur sehr wenige. Von den großen Männern der Welt und der Kirche, die sich der Welt anpasst, werden diese bekämpft und verachtet.“

[26:34] Und dann sagt sie: „Schau auf Johannes den Täufer, den Vorläufer auf Christus, der alleine stand, um Stolz und Formalismus der jüdischen Nation zu tun. Schau auf die ersten Träger des Evangeliums, die nach Europa kamen. Wie wenige, wie obskur, also wie wenige, wie hoffnungslos schien die Mission von Paulus und Silas, wie verdeckt, wie unsichtbar. Zwei Zeltmacher, die mit ihren Begleitern von Troas nach Philippi kamen. Schau auf Paulus, den Gealterten in Ketten, der Christus in der dort bei den Cäsaren, bei den Kaisern predigt. Schau auf die kleinen Gruppen von Sklaven und Bauern, die im Konflikt sich mit dem Heidentum des kaiserlichen Roms befinden. Schau auf Martin Luther, der jener mächtigen Kirche widersteht, die das Meisterstück der Weisheit der Welt darstellt. Sie, wie er dort das Wort Gottes alleine hoch, das Wort Gottes hochhält gegen Kaiser und Papst und sagt: ‚Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir.‘“

[27:42] Und so geht sie weiter. Wir könnten eine Geschichte nach der anderen anschauen. Die große Bewegung der Bibelgesellschaften geht unter anderem ja zurück auf dieses Hastack Meeting, wo sechs Jugendliche gemeinsam an einem Heuhaufen gebetet haben. Die Adventbewegung geht zurück auf einen Farmer Miller, der die Bibel mal wirklich gründlich studiert hat. Und wir könnten ein Beispiel nach dem anderen geben. Immer wieder in jeder Generation gibt es eine neue Wahrheit. Und das Reich Gottes sieht aus wie ein kleiner Same. Das, was Gott offenbart, scheint unscheinbar zu sein, aber es hat ein gewaltiges Potenzial. Und wir dürfen uns nicht davon irritieren lassen, ob die Wahrheit Gottes in großem Glanz daherkommt oder unscheinbar.

[28:32] Wer auf großen Glanz damals gewartet hatte zur Zeit von Jesus, der ist in die Irre gelaufen.

[28:44] In Sacharja 4 wird uns sein praktischer Rat gegeben.

[28:58] Sacharja Kapitel 4 und dort in Vers 10: „Wer ist es, der den Tag geringer Anfänge verachtet?“ Gott hat etwas begonnen in deinem Leben. Es scheint noch nicht dramatisch, großartig, beeindruckend zu sein. Verachte nicht den Anfang kleiner Dinge. Gott beginnt sein Wirken in der Regel mit kleinen Dingen, mit scheinbar unscheinbaren Umständen, Personen. Aber das Senfkorn wächst zu einem großen Baum.

[29:39] In dieser letzten Generation wird uns gesagt, wird das Gleichnis vom Senfkorn seine großartige, beeindruckende und triumphierende Erfüllung finden. Das kleine Senfkorn, das kleine Same wird ein Baum werden. Die letzte Botschaft der Warnung und Gnade wird zu jeder Nation gehen. Offenbarung 14, Vers 6. „Und ich sah einen anderen Engel in der Mitte des Himmels fliegen. Der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen, denen, die auf der Erde wohnen, und zwar jeder Nation und jedem Volksstamm und jeder Sprache und jedem Volk.“ So wie die Senfpflanze dann in dem Gleichnis von Lukas 13 für die Vögel des Himmels da ist und anderen dient. Wir hatten ja gelesen Lukas 13. „Die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.“ So soll das Reich Gottes, das manchmal vielleicht in unseren Augen wie ein kleines Senfkorn ist, sich ausbreiten in der ganzen Welt für alle Völker, Nationen, Stämme und Sprachen und soll die Einladung Gottes überall hinbringen. Die Botschaft vom Reich Gottes wird ein großer Baum sein.

[31:02] Die Bibel sagt Matthäus 24, Vers 14: „Wenn dieses Evangelium vom Reich gepredigt wird in der ganzen Welt, dann wird das Ende kommen.“ Lieber Freund, liebe Freundin, hast du heute, bist du bereit, Glauben zu haben, und sei er nur so klein wie ein Senfkorn, an das Reich Gottes, so wie Gott es präsentiert, auch wenn es manchmal nicht so daherkommt, wie wir uns das vorgestellt haben, auch wenn es vielleicht unscheinbar erscheint, so als ob die Welt weit überlegen ist, als ob wir damit niemals einen großen Eindruck machen könnten auf diese Welt. Und wenn es nur so klein ist wie ein Samenkorn, möchtest du heute glauben, dass in der Wahrheit, auch wenn sie noch so unscheinbar daherkommt, die Kraft des unendlichen Gottes verborgen ist, der uns durch seine Kraft in die Lage versetzt, sogar Berge zu versetzen, so dass das Reich Gottes einmal die ganze Erde erfüllen wird. Ist das dein Glaube heute? Ich möchte heute mich neu dafür entscheiden, das zu glauben und den Tag geringer Anfänge nicht zu verachten. Vielleicht beginnt heute auch in deinem Leben ein neuer Anfang. Vielleicht beginnt Gott heute etwas in dir zu wachsen zu lassen, eine neue Idee dir zu geben, an der du festhalten kannst. Wenn du diesen kleinen Samen in den Garten deines Herzens pflanzt, dann wird er zu einem großen Baum werden. Wollen wir das Reich Gottes in unser Herz hineinpflanzen?

[32:31] Lass uns noch gemeinsam beten.

[32:36] Lieber Vater im Himmel, möchte dir danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast, Herr. Du weißt, wie oft wir vielleicht manchmal enttäuscht und entmutigt sind, weil die Dinge, die dich und dein Wort ausmachen, dieser Welt oft so unscheinbar erscheinen. Menschen machen sich lustig, Menschen zweifeln an. Menschen nehmen vielleicht nicht einmal wahr, dass die Botschaft der Wahrheit unter ihnen zirkuliert. Manchmal sind wir entmutigt, weil wir uns wünschen, dass Menschen Notiz nehmen von der Wahrheit. Aber Herr, du sagst uns heute, auch wenn es aussieht wie ein kleines Samenkorn, es wird ein großer Baum. Herr, das wünschen wir uns für unser eigenes Leben. Das wünsche ich mir für mein Leben und für unsere Gemeinden und für die Adventbotschaft in der ganzen Welt. Herr, lass dein Werk wieder wachsen in unseren Familien, in unseren Gemeinden. Vergib uns, dass wir durch Stolz und Sünde und Streit das Wachstum behindert haben. Lass es wachsen, damit die ganze Welt erfährt, dass dein Evangelium die Kraft Gottes ist. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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