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In dieser Folge von Joel Media Aktuell beleuchtet Christopher Kramp die biblische Perspektive auf die Rolle Israels in der Endzeit. Angesichts aktueller internationaler Konflikte und der damit verbundenen religiösen Deutungen, insbesondere in den USA, wird die Frage aufgeworfen, welche prophetische Bedeutung Israel in den letzten Tagen hat. Erfahren Sie mehr über die Hintergründe und die biblischen Zusammenhänge, die diese brisante Thematik prägen.


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Serie: Joel Media Aktuell

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Transkript

[0:14] Herzlich willkommen zu Joel Media aktuell, eine christlich-biblische Perspektive auf aktuelle Ereignisse. Mein Name ist Christopher Kramp und gemeinsam wollen wir im Licht des Wortes Gottes in diesem Video die Frage beantworten: Welche Rolle spielt Israel in der Endzeit?

[0:36] Es ist ein Sehnsuchtsort für viele Christen, das Land Israel, das Land, in dem Jesus Christus gelebt und gewirkt hat, gestorben und auferstanden ist. Hauptschauplatz der allermeisten Geschichten im Alten und im Neuen Testament. Gleichzeitig ist der Staat Israel in den letzten Jahren massiv in die Kritik geraten, international, nicht zuletzt wegen den Ereignissen im Gaza-Krieg. In den letzten Wochen und Monaten hat Israel erneut für Schlagzeilen gesorgt, als es gemeinsam mit den USA den Iran-Krieg begonnen hat. Und es gibt ganz verschiedene politische Einschätzungen und Perspektiven dazu.

[1:24] Hier bei Joel Media aktuell interessiert uns vor allem die biblische Perspektive. Es gibt nämlich in den USA einen ganz starken religiösen Unterton, wenn es um diesen Krieg geht, zumindestens bei einigen, zum Teil sehr einflussreichen Politikern. Einer ist sogar sehr verantwortlich, der sich selbst so nennende Kriegsminister Pete Hegseth hat immer wieder auf Pressekonferenzen die Bibel zitiert und den Eindruck erweckt, dieser Krieg habe eine ganz starke biblisch-prophetisch-apokalyptische Bedeutung. Das Thema spaltet mittlerweile die amerikanische Gesellschaft und insbesondere auch die amerikanische Rechte. Einflussreiche Kommentatoren wie Tucker Carlson zum Beispiel distanzieren sich mittlerweile von Donald Trump und der Republikanischen Partei. Und das Thema, an dem sich alles entzündet, ist die Frage: Welche Rolle soll Israel in der amerikanischen Außenpolitik spielen? Und das hängt ganz direkt damit zusammen, wie Israel von den evangelikal geprägten Politikern gesehen wird, welche biblische Perspektive viele Politiker in Amerika auf Israel haben.

[2:48] Hier nur ein paar Beispiele: Der bekannte republikanische Senator Ted Cruz hat in einem Interview mit dem gerade erwähnten Tucker Carlson 1. Mose 12, Vers 3 als eine persönliche Motivation zitiert, um Israel zu unterstützen. Wir werden diesen Vers nachher gleich noch uns genauer anschauen. Der US-amerikanische Botschafter in Israel, Mike Harkey, hat in einem anderen Interview mit demselben Tucker Carlson sogar sich zu der Formulierung hinreißen lassen, Israel wäre gerechtfertigt, noch weite Teile des Nahen Ostens zu ja, zu erobern quasi oder in ihr Land mit zu integrieren, weil das biblischen Verheißungen entsprechen würde. Und der dritt-höchste Amtsträger in den USA, der Sprecher des Kongresses, der Inhaber des Amtes momentan Mike Johnson, er hat davon gesprochen, es wäre eine biblische, ja, eine eine Bedingung, etwas, was die Bibel fordert, eine Forderung, dass die USA tatsächlich Israel helfen.

[3:52] Es gibt also sehr viele einflussreiche Politiker, die die Unterstützung Israels mit einer besonderen biblisch-apokalyptischen Grundidee begründen. Und da wollen wir heute ein bisschen hineintauchen, denn ganz viele Christen, nicht nur in Amerika, aber insbesondere auch dort, insbesondere viele Evangelikale haben eine ganz starke Überzeugung, dass es ihre christliche Pflicht ist, Israel zu unterstützen. Als Donald Trump schon vor einigen Jahren Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannte, damals schon ein politisch sehr brisanter und sehr umstrittener Akt, da waren insbesondere die Evangelikalen hoch erfreut und wie CNN damals schon kommentierte, für sie ging es gar nicht so sehr um Politik, sondern um Prophetie.

[4:40] Hier bei Joel Media aktuell lassen wir die Politik beiseite, aber wir wollen wissen: Was ist dran an diesen biblischen Begründungen? Ist es so, dass ein Christ, der Bibel folgt, Israel in dieser Zeit, in der wir leben, unterstützen muss? Spielt Israel eine besondere Rolle im Heilsplan Gottes in dieser letzten Zeit? Ja oder nein? Das kann uns niemand anderes beantworten als Gott selbst in seinem Wort. Und bevor wir jetzt einige interessante, augenöffnende Texte gemeinsam studieren wollen, möchten wir mit einem kurzen Gebet Gott einladen, unser Nachdenken über das Wort Gottes zu segnen. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danken, dass du uns dein Wort gegeben hast, dass uns wit offenbart, dass uns zeigt, wie du bist. Wir möchten dich bitten, dass du unser Lehrer bist und dass wir erstaunliche Entdeckungen in deinem Wort machen zu deiner Ehre. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[5:45] Die erste Frage, die wir uns stellen wollen, ist: Woher kommt eigentlich der Begriff Israel? Tatsächlich gibt es in der Bibel zunächst eine Person, die Israel heißt, aber sie hat diesen Namen nicht bei der Geburt erhalten. Wir lesen in 1. Mose 32, Vers 29: „Dein Name soll nicht mehr Jakob sein, sondern Israel, denn du hast mit Gott und Menschen gekämpft und hast gewonnen.“ Die erste Person in der Bibel, die Israel hieß, der erste Mensch, der Israel hieß, hat diesen Namen erhalten, nicht, weil er so geboren worden ist, sondern weil er eine besondere Erfahrung mit Gott gemacht hat.

[6:27] Wenn wir die Verse vorherlesen, können wir diese Erfahrung besser nachvollziehen. Jakob aber blieb allein zurück. In der Geschichte ist es so, dass er nach langer Zeit wieder in sein Heimatland zurückkehrt, wo seine Mutter mittlerweile gestorben ist und sein zorniger Bruder Esau auf ihn wartet, um sich an ihm zu rächen. Er hat zwar eine große Familie, aber sonst nicht viel Schutz. Und er weiß, er ist dem Esau hilflos ausgeliefert und er bleibt zurück und sendet seine Familie schon über den Fluss und er bleibt zurück, um zu beten. Und es heißt hier: „Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach. Und als dieser sah, dass er ihn nicht bezwingen konnte, da rührte er sein Hüftgelenk an, sodass Jakobs Hüftgelenk verrängt wurde beim Ringen mit ihm.“ Das war kein normaler Mensch.

[7:15] Und der Mann sprach interessanterweise: „Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an.“ Jakob aber sprach: „Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich.“ Da fragte ihn: „Was ist dein Name?“ Er antwortete: „Ist Jakob?“ Der sprach: „Dein Name soll nicht mehr Jakob sein.“ Das ist der Vers, den wir gerade gelesen haben. „Sondern Israel, denn du hast mit Gott und Menschen gekämpft und hast gewonnen.“ Mit wem hatte Jakob, der jetzt Israel hier wird, mit wem hat er gekämpft? Er hatte mit jemandem gekämpft, der sich selbst als Gott bezeichnet. „Denn du hast mit Gott gekämpft.“ Und wir wissen aus der Bibel, aus dem Neuen Testament, dass niemand Gott den Vater gesehen hat, geschweige denn mit ihm gekämpft hat. Hier kann es sich um niemand anderen handeln als Jesus Christus, der natürlich damals auch nicht Jesus Christus hieß. Der Sohn Gottes, der sich hier dem Jakob offenbart hat, mit ihm gerungen hat eine ganze Zeit lang, ohne dass Jakob gemerkt hat, wer das eigentlich ist. Und in dem Moment, als er durch eine simple Berührung plötzlich für immer in seinem Hüftgelenk also dann behindert gewesen ist und nicht mehr richtig laufen konnte, hat er gemerkt: Ich kämpfe nicht mit einem Amalekiter oder Amorit oder irgendeinem Menschen. Ich kämpfe hier mit einem übernatürlichen Wesen und er weiß dann, dass der, mit dem er kämpft, derjenige ist, der allein ihn segnen kann.

[8:30] Und als Jesus sagt: „Lass mich gehen“, sagt er: „Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich.“ In seiner Schwachheit klammert sich Jakob. In seiner Hilflosigkeit klammert er sich an Jesus und lässt ihn nicht los. Ein Bild des Glaubens, ein Bild der Übergabe, ein Bild von echtem Gebet, von einem Ringen mit Gott, eine Bitte um echten Segen. Dadurch wurde Jakob Israel, man könnte sagen: echte Bekehrung.

[9:08] Der Mann Jakob hatte in der Geschichte, in den Kapiteln, die vorher berichtet werden, immer wieder versucht, den Segen Gottes auf eigene Wege, auf eigenen Methoden, mit eigenen Wegen sich zu ergattern, zu erschleichen und hat immer nur Fluch erlebt. Und jetzt stellt er fest: Du musst mich segnen.

[9:25] Der erste Mensch, der Israel war, ist nicht so geboren worden, sondern wurde Israel durch eine Begegnung mit Jesus Christus.

[9:33] In Jesaja 49 wird jemand angesprochen, prophetisch. Das heißt: „Und er sprach zu mir: Du bist mein Knecht, bist Israel, dieser Knecht Gottes.“ Spielt dann in den nächsten Kapiteln, vor allem in Jesaja 53, noch eine große Rolle. Aber hier lesen wir schon in Vers 6: „Es ist zu gering, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten aus Israel wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht für die Heiden gesetzt, damit du mein Heil seist bis an das Ende der Erde.“ Hier wird jemand prophetisch angesprochen, der als Knecht Gottes nicht nur Israeliten wieder aufrichten soll, sondern auch Heiden dazu. Er soll das Heil Gottes bis an das Ende der Welt sein. Und das kann niemand anderes sein aus christlicher Perspektive als Jesus Christus, der hier genauso wie in Jesaja 53 und anderen Stellen im Jesaja-Evangelium, wenn man so sagen möchte, vorhergesagt ist.

[10:27] Interessant ist, dass dieser Knecht in Vers 53 Israel genannt wird. Manche hebräische Ableitung des Wortes Israel bringen das mit „Gott kämpft“ in Verbindung: Jisra-el.

[10:40] Die vielleicht erste erstaunliche Beobachtung hier ist, dass Israel zuallererst ein Name von Jesus selbst ist. Hat ja viele Namen in der Bibel. Er wird Immanuel genannt, er wird das Wort Gottes genannt, das Lamm, viele Titel, viele Namen. Herr der Herrn, König der Könige. Unter anderem wird er auch Israel genannt. Und als Jakob sich an ihn klammert, als Jakob feststellt, er braucht Jesus und nicht seine eigene Klugheit und seinen eigenen Witz, er braucht Jesus für echten Segen, da wird aus Jakob Israel, erhält den Namen seines Erlösers. Es gibt in der Bibel immer wieder diese Idee: Wir sind nach deinem Namen genannt.

[11:23] Und das bringt uns zu einer nächsten Idee: die Verbindung von Jesus und Israel. Wir haben schon gesehen, Israel ist eigentlich ursprünglich ein Name von Jesus selbst, den er dem Jakob gibt, als dieser sich ganz zu ihm wendet.

[11:39] Was manchmal gar nicht so offensichtlich allen Menschen klar ist, die an die Bibel glauben, ist, dass das Evangelium ewig ist. Auf Markus 14 sagt uns, dass es ein ewiges Evangelium gibt. Das heißt, die Grundwahrheiten, wie ein Mensch errettet wird durch den Glauben, gelten zu allen Zeiten und zwar für alle Völker. Das heißt, für jede Nation, jeden Volksstamm, jede Sprache und jedes Volk. Das heißt, die Grundlagen des Evangeliums sind im Alten Testament genau dieselben wie auch im Neuen Testament gewesen. Deswegen sagt Paulus, dass schon die Israeliten im Alten Testament Christus als ihren Erlöser gehabt haben. Er war zwar noch nicht Mensch geworden, er war zwar noch nicht gestorben am Kreuz von Golgatha und auferstanden, aber alles war schon in Prophezeiungen versprochen worden. Wer an den kommenden Messias glaubte, der lebte genauso mit Jesus wie Christen heute, die da glauben, dass diese Verheißung sich erfüllt haben. So wie wir zurückschauen auf das Kreuz, haben Gläubige im Alten Testament auf das Kreuz vorwärts geschaut. Christus war auch ihr Erlöser.

[12:42] Wenn wir also uns alttestamentliche Prophezeiungen anschauen, wenn wir dort Verheißungen anschauen, wenn wir Segenssprüche anschauen, dann sagt uns das Neue Testament, dass alle Verheißungen Gottes, die es gibt, das heißt von 1. Mose durch alle Schriften des Alten Testamentes hindurch, in ihm – und im Kontext geht es hier um Jesus Christus, den Sohn Gottes – in ihm ist das Ja und in ihm auch das Amen. Mit anderen Worten: Alle Verheißungen des Alten Testamentes, genauso wie alle Verheißungen des Neuen Testamentes, gelten in Jesus, durch Jesus, durch sein Opfer, durch sein Leben, durch seinen Gehorsam, durch seine Auferstehung. Er ist die Grundlage aller Verheißungen und nur in ihm finden sie ihre Erfüllung, weil das Evangelium ewig ist.

[13:33] Wenn wir uns an die Geschichte Israels erinnern, dann wissen wir alle, dass die Geburtsstunde des Volkes Gottes in dieser Hinsicht daran bestand, dass Gott sie aus Ägypten heraus befreit hat. Damals hatte Mose dem Pharao sagen sollen: „So spricht der Herr: Israel ist mein erstgeborener Sohn.“ Übrigens wurden sie ja frei, als sie das Blut des Lammes an die Türpfosten gestrichen haben. Ein Bild für das Blut des Lammes, das im Neuen Testament ein Symbol für Jesus Christus ist. Wenn wir uns zu Jesus Christus bekennen, dann überwinden wir, sagt uns das Neue Testament. „Sie haben den Teufel überwunden durch das Blut des Lammes und das Wort ihres Zeugnisses.“

[14:16] „Israel ist mein erstgeborener Sohn.“ Eine ganz erstaunliche Formulierung, denn im Neuen Testament bei der Taufe Jesu ertönte eine Stimme aus dem Himmel, die sprach: „Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Also Jesus als der eigentliche Israel und Israel im Alten Testament deswegen der erstgeborene Sohn, weil sie aufgrund ihres Namens und aufgrund der Verheißung und aufgrund der Botschaft, die sie trugen, mit diesem Sohn Gottes in engster Verbindung standen.

[14:50] Ein berühmtes Bild, sowohl im Alten wie im Neuen Testament, ist das Bild des Weinstockes. In Psalm 80 heißt es in Vers 9: „Über das Volk Israel: Einen Weinstock hast du aus Ägypten herausgebracht. Du hast die heidnischen Völker vertrieben und ihn gepflanzt.“ Das Volk Israel wird als ein Weinstock beschrieben. Auch an anderer Stelle in Jesaja 5 finden wir das Bild vom Weinberg ganz ähnlich beschrieben. Aber Jesus sagte dann im Neuen Testament im Johannesevangelium in Kapitel 15, Vers 1 und 5: „Ich bin der wahre Weinstock. Mein Vater ist der Weingärtner.“ Er sagte später noch einmal in Vers 5: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.“ Jesus der wahre Israel sozusagen.

[15:39] Und das kann man noch an einem anderen Bild, einer anderen Metapher festmachen. Das sieht man durch die ganze Bibel hindurch diese Idee. In Jesaja 60 wird das Volk Israel im Alten Testament aufgefordert, durch den Propheten: „Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir.“ Die Israeliten sollten – da werden wir gleich noch mehr drüber sprechen – sie sollten im Alten Testament ein Licht für die Welt sein. Und das erinnert uns natürlich an das berühmte Wort von Jesus in Johannes 8, Vers 12: „Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt.“ Er ist das wahre Licht. Warum waren die Israeliten im Alten Testament das Licht der Welt? Warum sollten sie Licht sein? Weil sie mit diesem Sohn Gottes, mit dem wahren Israel in Verbindung standen. Und genauso gilt es auch im Neuen Testament, wenn wir mit Jesus in Verbindung stehen, mit dem Licht der Welt, werden auch wir Licht der Welt. Jesus sagt: „Ihr seid das Licht der Welt.“

[16:44] Mit anderen Worten, man könnte also sagen, dasselbe Verhältnis, was die christliche Kirche mit Jesus im Neuen Testament hat, genau dasselbe Verhältnis galt auch zwischen Israel des Alten Testamentes und Jesus, Licht der Welt, weil Jesus das Licht der Welt ist.

[17:04] Wir sehen also, dass das Evangelium von Jesus keine Erfindung des Neuen Testamentes ist. Es ist kein Gamechanger, kein Plot Twist, den Gott sich irgendwann noch mal überlegt hat, sondern etwas, das die ganze Zeit Grundlage aller Gläubigen war, die Grundlage allen Glaubens, die Grundlage aller Verheißung, damals noch im Blick in die Zukunft, für uns heute mit dem Blick in die Vergangenheit, aber immer ein Akt des Glaubens.

[17:34] Was war also dann Gottes Plan für Israel, wenn sie Träger seines Namens waren, Träger des Namens Jesu und dieselben Eigenschaften hatten und haben sollten, wie Jesus sie hat? Kurz nach dem Auszug aus Ägypten, im dritten Monat des damaligen Jahres, kamen sie in der Wüste Sinai, am berühmten Berg Horeb, am Berg Sinai, und wurden dort von Gott feierlich als sein Volk angenommen. Er hat dort mit ihnen den Bund geschlossen. Und das sind die Worte, auf denen dieser Bund basierte. 2. Mose 19: „Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe.“ Das ist ein Bezug darauf, wie Gott die Israeliten erlöst hatte, befreit hatte, durch das Blut des Lammes, durch sein Wirken. Sie mussten ihm glauben und ihm dann folgen. „Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe und wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe.“

[18:31] Und jetzt kommt etwas Interessantes: „Wenn ihr nun wirklich – das heißt, hier ist eine Bedingung, dieser Bund hängt an einer Bedingung – wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein, denn die ganze Erde gehört mir.“ Gott macht hier etwas Interessantes deutlich, sagt: Alle Völker, alle Königreiche gehören mir. Ihm gehörten die Ägypter und die Babylonier, die Amoriter und die Hiter und die Amalekiter und auch die Chinesen und auch die Maya und die Azteken. Sie alle gehören ihm.

[19:08] Die Israeliten sollten ein besonderes Eigentum sein, nämlich nicht ein Königreich wie die Babylonier oder wie die Ägypter oder wie andere Völker. Sie sollten ein Königreich von Priestern sein, ein heiliges Volk, ein geistliches Königreich. Sie sollten im Alten Testament sozusagen das Reich Gottes repräsentieren und anderen davon erzählen. Denn Priester haben ja die Aufgabe, Menschen, die etwas weiter von Gott entfernt sind, mit Gott zu verbinden. Ein Priester ist sozusagen ein Mittelsmann zwischen Gott und anderen Menschen.

[19:42] Ihre Aufgabe bestand darin, weil sie bereits Gott kannten, weil sie diesen Jesus der Erlösung kennengelernt haben durch die Erfahrung des Auszugs aus Ägypten, dieses Wissen von der Liebe Gottes, von der Gnade Gottes und seiner erlösenden Kraft anderen weiterzugeben. Sollten – nein, das Reich Gottes sozusagen in dieser Welt verkündigen, ein heiliges Volk sein.

[20:06] Diese Idee geht zurück schon auf die alten Patriarchen. Bei Abraham finden wir in der berühmten Geschichte, als er seinen Sohn Isaak opfern sollte und am Ende natürlich daran gehindert worden ist, um ihm deutlich zu machen, dass nicht er einen Menschen opfern soll, aber dass Gott der Vater tatsächlich seinen Sohn geben würde. Auch diese Geschichte in 1. Mose 22 ist ja eine tiefbewegende Illustration des Evangeliums, wie es auch im Neuen Testament gelehrt wird. Da haben wir heute nicht die Zeit, das ausführlich anzuschauen, aber das lohnt sich, das mal sich genauer zu Gemüte zu führen.

[20:45] Und dann heißt es hier in Vers 18: „Und in deinem Samen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorsam warst, weil er diese Erfahrung gemacht hat, weil Abraham verstand plötzlich, dass Gott seinen Sohn geben wird, weil er den Erlösungsplan plötzlich besser begriffen hat und dadurch darüber reden konnte, sollten alle Völker dadurch gesegnet werden.“ Später sagt Jesus in Johannes 8: „Abraham sah meinen Tag und freute sich.“ Mit anderen Worten, er erfreute sich her. Mit anderen Worten, er hat verstanden, dass da ein Messias kommen wird, der Sohn Gottes für die Menschen sterben wird. Und dieses Wissen vom Evangelium, vom Erlöser, sollte ein Segen für alle Völker sein.

[21:29] Mit anderen Worten, das, was wir heute als den Auftrag der christlichen Kirche empfinden, das Evangelium in die gesamte Welt zu bringen, war schon immer der Auftrag Gottes für diejenigen, die Erlösung erlebt haben. Die Israeliten haben Erlösung erlebt. Die Israeliten haben Jesus kennengelernt, den Sohn Gottes. Sie haben Gott in seiner erlösenden Kraft erfahren und sie sollten das für andere Völker weitergeben.

[21:52] Schon immer auch im Alten Testament war Gottes Plan, alle Nationen zu erreichen. Jesaja 56: „Und der Fremdling, der sich dem Herrn angeschlossen hat, soll nicht sagen: Der Herr wird mich gewiss von seinem Volk ausschließen. Und der Verschnittene soll nicht sagen: Siehe, ich bin ein dürrer Baum. Denn so spricht der Herr den Verschnittenen, die meine Sabbate halten und erwähnen, was mir gefällt und an meinem Bund festhalten, denen will ich in meinem Haus und in meinen Mauern einen Platz und einen Namen geben, der besser ist als Söhne und Töchter.“

[22:23] Gott macht schon im Alten Testament ganz deutlich, dass er die Idee eines ethnisch fixierten und nicht erweiterbaren Volkes Gottes, das nur aus einer einzigen Ethnie besteht, dass er diese Idee nie gehabt hat. Auch Menschen, die nicht jüdischen Ursprungs waren, sollten Söhne und Töchter sein können, wenn sie das tun, was hier steht, was also offensichtlich für alle Menschen gilt.

[22:51] Es heißt hier weiter: „Die Fremdlinge, die sich dem Herrn anschließen, um ihm zu dienen und den Namen des Herrn zu lieben und sein um sein und seine Knechte zu sein und alle, die darauf achten, den Sabbat nicht zu entheiligen und die an meinem Bund festhalten.“ Also Gottes Wort hier an alle Nichtjuden: Wenn ihr Gott liebt und ihm dient und den Sabbat haltet und seinen Bund festhaltet, dann seid ihr auch mein Volk.

[23:15] Das heißt Vers 7: „Die will ich zu meinem heiligen Berg führen und sie in meinem Haus erfreuen. Ihre Brandopfer und Schlachtopfer sollen wohlgefällig sein auf meinem Altar, denn mein Haus soll ein Bethaus für alle Völker genannt werden.“ Wenn im Neuen Testament die Idee ist, dass das Evangelium allen Nationen, Stämmen und Sprachen gepredigt werden soll, ist das keine Neuerfindung. Es ist nur die Wiederaufnahme eines Gedankens, der schon im Alten Testament eigentlich voll ausgesprochen ist. Gott wünscht sich, dass alle Nationen vom Evangelium hören und Israel ist besonders, weil sie dieses Evangelium im Gegensatz zu den anderen schon kennen. Sie haben eine Erfahrung mit. Sie können aus Erfahrung davon reden, können anderen davon erzählen. Das macht sie besonders. Das macht ihren besonderen Status im Alten Testament aus. Ihre Verbindung zu Jesus, ihre Erfahrung mit dem Evangelium.

[24:08] Dadurch sind sie Gottes besonderes Eigentum.

[24:12] In Jesaja 19 steht einer der erstaunlichsten Verse, wie ich finde, in der gesamten Bibel. Wenn man das noch nie gelesen hat, ist man fast ein bisschen geblendet von dem Licht, das einem da entgegenstrahlt. Das heißt hier: „An jenem Tag wird von Ägypten eine gebahnte Straße nach Assyrien gehen.“ Wir wissen eigentlich aus der Bibel, dass Ägypter und vor allem auch Assyrer oft große Feinde der Israeliten gewesen sind. „Der Assyrer wird nach Ägypten und der Ägypter nach Assyrien kommen. Assyrien kommen. Verzeihung. Und Ägypter werden mit den Assyrern dem Herrn dienen und an jenem Tag wird sich Israel als drittes zu Ägypten und Assyrien gesellen und inmitten der Erde ein Segen sein.“ Aber genau diese Idee, die wir bei Abraham gefunden haben, die wir überhaupt im Alten Testament finden: Israeliten, ein Segen für die Welt.

[24:51] Vers 25: „Und der Herr der Heerscharen segnet es, indem er sagen wird: Und jetzt sehen wir, wohin dieser Segen besteht: Gesegnet bist du, Ägypten, mein Volk, und du, Assyrien, das Werk meiner Hände, und du, Israel, mein Erbteil.“ Wir sehen hier, Israel soll ein Segen sein, damit nicht nur Israel, sondern auch Ägypten und Assyrien, die einst Feinde gewesen sind, alle zum Volk Gottes werden. Das ist der Befund im Alten Testament.

[25:21] Und das bringt uns zu einer delikaten, aber ganz wichtigen und entscheidenden Frage: Geht es bei der Zugehörigkeit zum Wort Gottes um Genetik oder geht es um Glauben? Nicht nur in der Frage Israels, auch oftmals in christlichen Kirchen ist die Idee: Na ja, wenn ich sozusagen von anderen abstamme, die geglaubt haben, wenn ich in dieser Kirche aufgewachsen bin, wenn meine Großeltern schon in der Kirche aktiv gewesen sind, dann bin ich doch automatisch irgendwie vielleicht Teil des Volkes Gottes. Ist das so? Spielt Genetik in der Zugehörigkeit zum Volk Gottes eine Rolle oder nicht?

[26:00] Interessant ist, dass der Stammvater Israels, Abraham, zum Volk Israels wird oder zum damit beginnt diese Familie, die dann eine Sippe wird, aus der das Volk entsteht. Das beginnt damit, dass er sich von seiner Verwandtschaft und vom Haus seines Vaters trennen soll. Niemals hat irgendwann jemand die Geschichte des Volkes Gottes auf Terach zurückgeführt, seinen Vater und und die anderen Verwandten, die es dort gab, und so weiter. Es beginnt mit Abraham. Das, was vorher da war, da gab es zwar genetische Verbindung in die Generation davor, die sind sozusagen unwichtig. Es beginnt etwas ganz Neues.

[26:43] Und er sagt hier: „Geh hinaus aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters.“ Vers 3 und weiter: „In das Land, das ich dir zeigen werde, und ich will dich zu einem großen Volk machen und dich segnen und deinen Namen groß machen und du sollst ein Segen sein.“ Wir haben verstanden jetzt, was das bedeutet. „Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen, und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf der Erde.“ Alle, die diesen Ruf Gottes annehmen, die das Evangelium annehmen, werden durch Abraham gesegnet.

[27:13] Da gab es aber Verwandte von ihm, die genetisch mit ihm verwandt waren, die diesen Ruf nicht mitgetragen haben. Ähm, Menschen, die mit ihm direkt geschwisterlich verwandt waren in nicht allzu weiten Verwandtschaftsverhältnissen, die in anderen Gegenden zurückgeblieben sind, die nicht mit nach Kanaan gekommen sind.

[27:32] Wenn wir uns die Nachkommen Abrahams anschauen, dann sehen wir in der Bibel, er hatte offiziell zwei Frauen, Sarai, die dann Sarah genannt wurde, und Ketura nach dem Tod von Sarah, aber auch Hagar noch als Nebenfrau zur Zeit, als er Sarah noch seine Frau war. Und wir sehen eine Reihe von Nachkommen, die er gehabt hat. Das sind alles genetisch Nachkommen von Abraham: Ismael, Isaak, Simran, Jokan, Medan, Midian, Jischpak und Schuach. Von all denen ist nur einer der Träger der Evangeliumslinie, wenn man so möchte, der Verheißung, der Sohn der Verheißung. So wird auch im Neuen Testament von Paulus genannt: der Isaak. Auch Simran und Medan oder Jischpak konnten eine genetische Abstammung von Abraham behaupten, aber das hat sie nicht zu Trägern des Evangeliums gemacht.

[28:20] Es ging also nicht nur um Genetik, es ging gar nicht um Genetik, es ging um die Frage des Glaubens. Und um diesen Punkt ganz deutlich zu machen, treffen wir diese Thematik gerade bei den Patriarchen immer wieder an. Zum Beispiel dann bei Isaak, ähm, der heiratet die Rebekka. Sie kann 20 Jahre lang keine Kinder bekommen. Isaak betet treu zu Gott 20 Jahre lang und dann hat Rebekka Zwillinge. Sie haben denselben Vater, dieselbe Mutter. Sie haben genetisch eine sehr enge Verwandtschaft sozusagen. Sie wachsen in derselben Kultur auf, zur selben Zeit, in derselben Umgebung.

[28:59] „Zwei Völker sind deinem Leib und zwei Stämme werden sich aus deinem Schoß scheiden und ein Volk wird dem anderen überlegen sein und der Ältere wird dem Jüngeren dienen.“ Und dennoch, obwohl sie so gleich sind von ihren Voraussetzungen, genetisch ohne Unterschied letztlich, war doch einer Esau und der andere Jakob. Der eine ging ohne Gott und ohne Evangelium und wurde nie zum Volk Gottes. Die Edomiter, die von ihm abstammten, sind niemals als Volk Gottes gezählt worden. Der andere Jakob wurde nach seiner Bekehrung, nach seiner Erfahrung mit Jesus Israel.

[29:33] Und da sehen wir schon, dass bevor es ein Volk Israel gibt, schon zur Zeit der Patriarchen, dass es eigentlich nie um Genetik geht, sondern immer um Glauben und Annahme des Evangeliums.

[29:46] Im Neuen Testament haben wir genau dieselbe Idee dann auch deutlich ausgesprochen von Johannes dem Täufer. „Und denkt nicht bei euch selbst sagen zu können: Wir haben Abraham zum Vater.“ Das ist die Idee: Na ja, wir stammen von Abraham ab, genetisch. Das können wir nachweisen mit dem Geschlechtsregister. Demzufolge sind wir Volk Gottes. Johannes der Täufer sagt: „Denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken.“ Genetik nützt nichts im Gericht. Niemand ist vor Gott angenehm, weil seine Großeltern angenehm vor Gott waren.

[30:17] Und das ist ein ganz wichtiger Punkt. Das hat auch mit dem Charakter und dem Wesen Gottes zu tun. Die Bibel offenbart: „Denn der Herr, euer Gott, er ist der Gott der Götter und der Herr der Herrn, der große, mächtige und furchtgebietende Gott, der die Person nicht ansieht.“ Und ich glaube, mitunter laufen Christen Gefahr, diesem Vers entgegenzuwirken, indem sie den Eindruck erwecken, dass Gott manche Menschen nur deswegen segnet, weil sie ein genetisches Erbe tragen. Aber Gott sieht die Person nicht an. Gott segnet grundsätzlich erstmal alle Menschen, nicht? Nach der Bergpredigt segnet er die Guten und die Bösen, unabhängig, was sie getan haben. Sie alle bekommen Regen und Sonnenschein und viele andere Segnungen. Aber wenn es um die Frage des Evangeliums, um die Frage des ewigen Lebens geht, sieht Gott die Person nicht an. Er schaut nicht auf Rang und Status, auf Reichtum oder auf Genetik. Er schaut einzig und allein auf Glauben. Und gerade evangelikale Christen, die das an anderen Stellen so oft betonen, sollten das auch in dieser Frage wirklich ernst nehmen, denn es geht hier um nichts Geringeres als um die Glaubwürdigkeit des Evangeliums.

[31:32] Und so zeigt uns die Bibel, dass Gott auch im Neuen Testament ein Israel hat. Matthäus 21 und dort Vers 42 und 43 ist es Jesus Christus selbst, der folgende Worte sagt: „Jesus spricht zu ihnen: Habt ihr noch nie in den Schriften gelesen? Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Vom Herrn ist das geschehen. Das ist wunderbar in unseren Augen. Darum, sage ich euch, das Reich Gottes wird von euch genommen, einem Volk gegeben werden, das dessen Früchte bringt.“

[32:02] Wir erinnern uns an den Weinstock. Der Weinstock ist ja dazu da, um Weintrauben zu bringen. Und da gibt's in Jesaja 5 dieses Lied von dem Weingärtner, von dem Weinberg, dass die Trauben nicht gut sind. Und dieses Motiv kehrt im Neuen Testament dann immer wieder auch auf. Wieder kehrt es wieder zurück und taucht auf. Und was Jesus hier sagt, ist, dass dem Volk damals das Reich Gottes genommen wird. Das heißt nicht, dass dieses Volk jetzt irgendwie magisch verflucht sei. Ganz und gar nicht. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Es bedeutet, dass der Auftrag, das Reich Gottes, das Evangelium weiterzugeben, sie werden von diesem Auftrag entbunden. Dieser Auftrag wird einem anderen Volk gegeben werden, das dann entsprechend auch Früchte bringt, das also das tatsächlich auch tut.

[32:59] In 1. Petrus 2, Vers 9 und 10 werden die Menschen, die an Jesus Christus, als er auf der Welt dann gewesen ist, gelebt hat auf der Erde und gestorben ist, auf verstanden, die Menschen, die ihm glauben, ihn als persönlichen Erlöser angenommen haben, sie werden wie Volk bezeichnet: „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums.“ Und wir erinnern uns, das sind genau dieselben Konzepte, dieselben Begriffe, die wir in 2. Mose 19 am Berg Sinai gesehen haben. Sie sind das Israel des Neuen Testamentes, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht.

[33:41] Warum sind sie es? Nicht aufgrund ihrer Genetik, nicht aufgrund irgendeines Ranges oder eines Statuses, sondern weil sie Bekehrung erlebt haben, weil sie den Glauben gehabt haben oder Glauben haben an den Sohn Gottes. „Euch, die ihr einst nicht ein Volk wart, jetzt aber Gottes Volk seid und einst nicht begnadigt wart, jetzt aber begnadigt seid.“ Also die Zugehörigkeit zum Volk Gottes hängt an der Gnade, an dem Annehmen der Gnade. So wie Jakob Gottes Gnade annahm und deswegen Israel war, Volk Gottes, und Esau die Gnade Gottes nicht annahm und obwohl er dieselbe Genetik hatte, nicht die Gnade nicht Volk Gottes war, so sehen wir hier, dass man zum um zum Israel Gottes zu gehören, die Gnade annehmen muss von demjenigen, der ursprünglich ja Israel heißt.

[34:30] Vergessen wir nicht: Israel schon im Alten Testament war nur deswegen Israel, weil es mit Jesus Christus in Verbindung stand. Und so sagt Paulus in seinen berühmten Worten im Römer 2, Vers 27 und 28: „Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, auch nicht ist das die Beschneidung, die äußerlich am Fleisch geschieht, sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist. Und seine Beschneidung geschieht am Herzen, im Geist, nicht dem Buchstaben nach. Seine Anerkennung kommt nicht von Menschen, sondern von Gott.“

[35:02] Paulus möchte unter gar keinen Umständen, das werden wir gleich noch sehen, irgendwie etwas Schlechtes über Juden sagen. Ganz überhaupt gar nicht. Er möchte nur deutlich machen, dass wenn ich den Anspruch erhebe, zum Volk Gottes zu gehören, dann muss die Beschneidung im Herzen stattgefunden haben. Dann reicht keine äußere Form.

[35:26] Und ganz egal, ob man jüdisch oder nichtjüdisch ist, zum Israel Gottes gehört man nicht durch eine äußerliche Form, sondern durch Herzensbeschneidung, durch Bekehrung und durch Begnadigung. Und so sagt uns Paulus in Galater 6, Vers 15, 16: „Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch unbeschnitten sein etwas, sondern eine neue Schöpfung.“ Das meint natürlich das Wirken Jesu in unserem Leben. Epheser 2, Verse 8 bis 10 macht deutlich, dass wir nicht durch Werke gerettet werden, sondern durch Gnade. Das ist Gottes Gabe, dass wir seine Schöpfung sind, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen. Und dann sagt Paulus hier über alle, die nach dieser Regel wandeln, mit anderen Worten, die Gnadenanspruch nehmen und Gottes Wirken in ihrem Leben zulassen: „Kommen Frieden und Erbarmen und über das Israel Gottes.“

[36:24] Dann stellt sich die Frage: Wann war dann der Wechsel? Wann endete die Zeit, in der das ethnische Israel dieses diese besondere Aufgabe der Evangeliumsverkündigung, der Verbindung zu Jesus Christus gehabt hat? In Matthäus 21 finden wir Matthäus 21 und 22 drei Gleichnisse, die wir hier aus Zeitgründen jetzt nicht ausführlich lesen können, aber es lohnt sich, das zu Hause noch mal nachzublättern und nachzuschauen. Gibt's drei Gleichnisse, die alle letztlich denselben Punkt machen. Da gibt es ein Gleichnis von zwei Söhnen. Einer sagt: „Ich komme und helfe“ und macht's dann nicht. Der andere sagt: „Ich komme nicht“ und macht's dann doch und hilft dann doch. Dann gibt's das Gleichnis von den Weingärtnern. Das Bild vom Weinstock wieder dabei und die Idee, dass diejenigen, die den Weinstock und den Weinberg bearbeiten, gar nicht die Früchte liefern und stattdessen die die Knechte des Weinbesitzers und sogar seinen Sohn am Ende umbringen. Und dann gibt es das Gleichnis von der Hochzeitseinladung, wo diejenigen, die eingeladen sind, nicht kommen, aber dann andere, die ursprünglich gar nicht eingeladen waren, zur Hochzeit geladen werden. Und all diese Gleichnisse machen denselben Punkt, dass Menschen, die die Gelegenheit bekommen haben, sie nicht angenommen haben, aber andere, die bisher die Gelegenheit gar nicht hatten, sie annehmen.

[37:40] All das führt zu diesem ganz einfachen, aber ganz wichtigen Punkt: Man kann nur Israel sein. Man kann nur den Namen von Jesus Christus tragen, wenn man auch Jesus Christus annimmt. Und solange Jesus Christus nicht auf der Welt war, solange der Glaube an den Messias in Verheißungen, Prophezeiungen, in Typologien bestand, wie sie im Alten Testament deutlich werden, solang und solange ist das Volk Israel daran festgehalten und das glaubte, waren sie auch das Volk Gottes. In dem Moment, wo sie den Messias ablehnten und genau das, worum es bei Israel geht, nicht haben wollten, konnten sie auch nicht weiter Israel im Sinne Gottes sein. Das ist der entscheidende Punkt, den Jesus hier machen möchte.

[38:35] Aber ich möchte etwas ganz deutlich betonen: Leider haben Christen dann in der Spätantike und vor allem auch im Mittelalter das Ganze in völlig falsche Bahnen gelenkt, völlig falsch gedeutet und daraus den absurden und unbiblischen Schluss gezogen, das Volk Israel sei irgendwie jetzt kollektiv verdammt, verflucht und man müsse sie umbringen. Da sind so viel schlimme Dinge geschehen, so viel Tragödien, so viel Katastrophen, so viel Unmenschlichkeit im Namen Gottes, dass es einem als Christ, der wirklich Jesus liebt, schlecht wird. Und man kann als Christen nur um Entschuldigung bitten für all, was Christen im Namen Gottes angerichtet haben, insbesondere auch an Juden. Und das Ganze hat ja dann einen schlimmen weiteren Verlauf. Auch wenn dann die Menschen irgendwann ihr Christentum gar nicht mehr so ernst genommen haben, ist diese Judenverfolgung ein immer größeres Problem geworden, immer eine größere Katastrophe, die dann im Holocaust einen Tiefpunkt erreicht hat, der einem den Atem verschlägt. All das, das mir ganz, ganz, ganz wichtig: All das ist mit diesen biblischen Aussagen überhaupt nicht zu rechtfertigen. Und das sollte auch nie in diese Richtung gedeutet werden.

[40:03] Alles, was die Bibel sagt, ist, dass im Alten Testament Gott alle Menschen liebt und die Israeliten, weil sie von Menschen, also weil ihre die Patriarchen besondere Erfahrung mit Gott gemacht haben, sie und sie diese Erfahrung weitergegeben haben von Generation zu Generation, dieses die die Kenntnis Gottes, seines Evangeliums, die Kenntnis des Sohnes Gottes und der Verheißung auf den Messias, dass weil sie das hatten, sie jetzt als besonderes Volk, weil sie den Erlösungsplan schon kannten, sollten sie ihn in die ganze Welt verbreiten.

[40:39] Und tragischerweise, als dann dieser Erlöser auf die Welt kam, haben nicht alle – ist ganz wichtig, kommen wir gleich zu – nicht alle, ist ganz wichtig, kommen wir gleich zu, nicht alle haben, etliche der damaligen Führer des Volkes diesen Messias abgelehnt. Und hier ist jetzt der entscheidende Punkt: Es gibt biblisch gesehen, geistlich gesehen kein Israel außerhalb von Christus, denn er ist Israel und er hat überhaupt einen Menschen den Namen Israel verliehen.

[41:13] Das ist Evangelium selbstverständlich auch nach dem Kreuz und auch nach den Ereignissen der Jahre danach immer noch hundertprozentig für auch für Juden gilt und sie genauso von Gott geliebt sind wie alle anderen Menschen auch. Das macht der Paulus ganz deutlich: „Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht, denn es ist Gotteskraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen.“ Auch Paulus ist selbst dann noch dazu bereit zu sagen, die Juden haben eine besondere, einen besonderen Status, weil sie ja das Alte Testament schon haben, weil sie ja die Verheißung schon haben, sie haben schon die Prophezeiung. Ihnen fällt es eigentlich noch viel einfacher, Jesus zu sehen, weil sie schon mit vielem vertraut sind.

[41:58] Es gibt also zwei Extreme, vor denen wir uns beiden hüten sollten. Das eine schlimme Extrem sagt, die Juden seien irgendwie kollektiv verworfen. Man ist irgendwie verdammt, weil man ein Jude ist. Völliger Unsinn, ganz unbiblisch, und da sollten wir uns ganz weit von entfernen. Gott liebt jeden Menschen und jeder Mensch, ob Jude oder nicht Jude, der Jesus Christus annimmt, wird gerettet.

[42:26] Das andere Extrem ist, dass einige Christen der Meinung sind, dass die reine genetische Abstammung irgendwie einen besonderen Status vor Gott bewirkt, dass reine Geschichte, reine äußere Formalien irgendwie dazu führen, dass man immer noch Gottes Volk sei. Und das widerspricht nicht nur allen Aussagen der Bibel, es widerspricht dem gesamten Kern und Geist des Evangeliums. Es widerspricht auch dem Charakter Gottes.

[42:56] Der große Dreh- und Angelpunkt von allem ist das Kreuz von Jesus Christus. Und als Menschen am Kreuz oder nach dem Kreuz Jesu Jesus als ihren persönlichen Erlöser angenommen haben, sind sie Israel geblieben. Sie sind also dem treu geblieben, wozu es Israel überhaupt gab. Menschen, die Jesus als ihren Erlöser abgelehnt haben, haben damit eigentlich letztlich ihre geistliche Identität abgelehnt, denn sie waren Israel wegen diesem vorhergesagten Jesus.

[43:36] Apostelgeschichte 7, Verse 51 bis 53 finden wir diese traurige Geschichte, wie Stephanus kurz vor seiner Steinigung sagt: „Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herz und Ohren, ihr widerstrebt alle Zeit dem Heiligen Geist.“ Das klingt wie diese Sünde gegen den Heiligen Geist. Wer das Evangelium ablehnt, kann nicht gleichzeitig Volk Gottes sein. Vers 53: „Ihr, die das Gesetz auf Anordnung von Engeln empfangen und es nicht gehalten habt.“ Bezieht sich natürlich auf den Sinn. Mit anderen Worten: Gott hat Gott hat euch einen Auftrag gegeben, einen Plan für euch gehabt und ihr habt diesen Plan zurückgewiesen, was sich darin zeigt, dass der, um den es sich dreht in dem Plan, nämlich Jesus Christus, abgelehnt worden ist.

[44:23] Was wäre passiert, wenn das Israel des ersten Jahrhunderts nach Christus Jesus Christus als Messias angenommen hätte? Wenn Israel als Ganzes im Glauben Jesus als Erlöser angenommen hätte, wäre ganz Israel auch weiterhin Gottes Volk geblieben. Dann hätten sich auch die gesamten Prophezeiungen des Alten Testamentes bezüglich Israels in der Endzeit buchstäblich im Land Israel erfüllt. Aber es gibt keine Erfüllung von Prophetie oder von Verheißung außerhalb von Jesus Christus.

[44:52] Wenn wir also alttestamentliche Verheißungen sehen über die Wiederherstellung Israels, wie diese berühmte hier in 5. Mose 30, die die Grundlage für viele andere Verheißungen dann bei Jeremia und Hesekiel und anderen Propheten ist, dann heißt es hier: „Es wird aber geschehen, wenn alle diese Worte über dich kommen werden, der Segen und der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und du es dir zu Herzen nimmst unter all den Heidenvölkern, unter die dich der Herr, dein Gott, verstoßen hat. Und wenn du umkehrst zu dem Herrn, deinem Gott, und seiner Stimme Gehorsam schenkst in allem, was ich dir heute gebiete, du und deine Kinder von ganzem Herzen, von ganzer Seele, so wird der Herr, dein Gott, dein Geschick wenden und sich über dich erbarmen und wird dich wieder sammeln aus allen Völkern, wohin dich der Herr, dein Gott, zerstreut hat.“

[45:34] Das ist ein ganz berühmtes Motiv: Gott sammelt sein Volk wieder, wenn sie umkehren. Vers 4 bis 6: „Und wenn du auch bis an das Ende des Himmels verstoßen wirst, so wird dich doch der Herr, dein Gott, von dort sammeln und dich von dort holen. Und der Herr, dein Gott, wird dich in das Land deiner – in das Land deiner Väter besessen haben und du wirst es in Besitz nehmen und er wird dir Gutes tun und dich mehren, mehr als deine Väter. Und der Herr, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden, dass du den Herrn, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele.“ Das ist, was Paulus sagt. Das ist ein wahrer Jude, der im Herzen beschnitten ist.

[46:10] Und dann kommen diese interessanten Worte, und die wollen wir jetzt uns gut merken: „Denn dieses Gebot, das ich dir heute gebiete, es ist immer noch dasselbe Kapitel, ist nicht zu wunderbar für dich und nicht zu fern. Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest: Wer will uns zum Himmel fahren und es uns holen und es uns hören lassen, dass wir es tun? Mit anderen Worten, es ist nicht so weit weg, dass wir einen Experten brauchen, der uns irgendwie es erst erklärt. Es ist doch nicht jenseits des Meeres, dass du sagen müsstest: Wer will von uns über das Meer fahren und es uns holen und es uns hören lassen, dass wir es tun? Sondern das Wort ist sehr nahe bei dir, in deinem Mund und deinem Herzen, so dass du es tun kannst.“ Das bezieht sich auf dieses Gebot, diese Verheißung der Wiederherstellung Israels.

[46:44] Und jetzt schauen wir, wie im Neuen Testament Paulus genau diese Verheißung auslegt. Und dann verstehen wir, wie wir als Christen diese Wiederherstellung verstehen sollen. „Aber die Gerechtigkeit aus Glauben redet so.“ Ist die gleiche Gerechtigkeit aus Glauben, die der Paulus den ganzen Römerbrief erklärt. „Sprich nicht in deinem Herzen: Wer wird in den Himmel aufsteigen? Das ist 5. Mose 30, nämlich um Christus herabzuholen.“ Die Idee ist also, wir brauchen nicht erst jemand, der uns hilft, Jesus zu überzeugen, dass er auf die Erde kommt. Nein, er ist auf die Erde gekommen. Oder wer wird in den Abgrund hinuntersteigen? Das ist eine interpretierende Aussage dann von diesem Meer, dem Abgrund. Da gibt es sprachliche Verbindungen, die wir jetzt hier nicht weiter ausführen können, aber es basiert natürlich auf demselben Vers, nämlich um Christus von den Toten zu holen. Wir müssen nicht erst irgendwie uns anstrengen, dass Jesus aufersteht. Der ist schon auferstanden.

[47:33] Sondern was sagt sie? „Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen.“ Das ist das Wort des Glaubens, das wir verkündigen. All das, was in 5. Mose 30 steht, von der Wiederherstellung Israels, von der Beschneidung, von dem Zurückführen in das Land, findet seine Erfüllung in der Menschwerdung und dem Kreuzestod Jesu, durch den wir alle wiederhergestellt werden, geistlich.

[48:04] Das heißt, eine Wiederherstellung Palästinas durch Israeliten im 20. Jahrhundert. Ohne Christus kann nach der Bibel nicht die Erfüllung einer Prophetie sein. Ob diese Landnahme, die Staatsgründung gut oder schlecht ist, ist eine politische Frage, eine geschichtliche Frage. Das ist eine Frage für Historiker, das zu bewerten. Wir wünschen jedem Menschen genügend Platz zu haben, um zu leben und Heimat zu haben. Da die Juden so viel Schlimmes erlebt haben in Europa, ist es mehr als verständlich, dass sie auch dort einen Platz gesucht haben. Das soll nicht in Abrede gestellt werden, ihnen auch gar nicht vorgeworfen werden, nicht als etwas Negatives behandelt werden.

[49:00] Das einzige, was wir hier sagen wollen, ist, dass die Behauptung, es sei eine Erfüllung der biblischen Prophetie, um sozusagen das Ganze moralisch zu begründen, so dass man dagegen dann nichts mehr sagen könnte, das lässt sich mit der Bibel nicht tun. Es bleibt dann einfach eine geschichtliche, eine politische Entscheidung, die zu der jeder seine persönliche Meinung haben darf und die man sehr gut finden darf und die auch ja eine gute Sache für viele Menschen gewesen ist. Aber wir können nicht behaupten aus der Bibel, es sei eine Erfüllung der Prophetie gewesen, eine Wiederherstellung im Sinne von 5. Mose 30, denn die hängt nach Paulus an Christus und an dem Glauben an Jesus Christus.

[49:47] Aber vielleicht zum Ende stellt sich jemand die Frage: Aber was ist mit Römer 11? Sagt nicht dieser Paulus, dass am Ende doch Israel gerettet wird? Lesen wir ganz kurz ein bisschen aus dem Kontext, bevor wir dann hier zum Schluss kommen. Römer 9, Verse 1 bis 5: „Ich sage die Wahrheit in Christus, ich lüge nicht, wie mir mein Gewissen bezeugt im Heiligen Geist, dass ich große Traurigkeit und unermesslichen Schmerz in meinem Herzen habe. Ich wünschte nämlich selber von Christus verbannt zu sein für meine Brüder, meine Verwandten nach dem Fleisch, die Israeliten sind.“ Es gibt natürlich Stellen in der Bibel, da werden Israeliten einfach als die ethnischen Israeliten Israeliten genannt. Und Paulus wünscht sich, dass er selbst sterben könnte für sie. Das funktioniert natürlich im Evangelium nicht, aber das zeigt natürlich, dass er weiß, dass sie in einer nicht so günstigen Situation sind bezüglich des Evangeliums. Warum liegt es ihm so am Herzen? Es sind seine Brüder. Ihnen gehört die Sohnschaft, die Herrlichkeit, die Bündnisse, die Gesetzgebung, der Gottesdienst, die Verheißung. Ihnen gehören auch die Väter und von ihnen stammt dem Fleisch nach der Christus, der über alle ist, hochgelobt. Amen.

[50:46] Und dann sagt etwas sehr Wichtiges: „Er sagt nicht aber, dass das Wort Gottes nun hinfällig wäre, denn nicht alle, die von Israel abstammen, sind Israel.“ Genau der Punkt, den wir wohin schon mehrfach betont haben. Vers 8: „Das heißt, nicht die Kinder des Fleisches, also die genetischen Kinder, sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Same gerechnet.“ Denn nicht alle genetischen Kinder Abrahams waren dann Kinder der Verheißung. Und diesen Punkt macht Paulus hier ganz deutlich.

[51:12] Was wollen wir uns sagen? Das heißen, die nicht nach Gerechtigkeit strebten, Gerechtigkeit erlangt haben, und zwar die Gerechtigkeit aus Glauben. Dass aber Israel, das nach dem Gesetz der Gerechtigkeit strebte, das Gesetz der Gerechtigkeit nicht erreicht hat. Warum? Weil es nicht aus Glauben geschah, sondern aus Werken des Gesetzes. Die Israeliten haben das Alte Testament, so sagt Paulus, sie haben den Heiligtumsdienst, sie haben viele gute Dinge. Sie singen die richtigen Psalmen und geben den richtigen Zehnten, aber durch den Mangel an Glauben an den Erlöser ist es nicht möglich, Gerechtigkeit aus Glauben zu haben. Aber Gerechtigkeit aus Glauben, Begnadigung ist die Grundlage, Volk Gottes zu sein.

[51:52] Sie haben sich gestoßen an dem Stein des Anstoßes. „Geschrieben steht: Siehe, ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels des Ärgernisses.“ Jesus hat ja auch von diesem Stein des Anstoßes gesprochen in Matthäus 21. „Und jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden.“ Es geht um den Glauben. Paulus sagt auch in Römer 10, wir sind also in den Kapiteln vor Römer 11, es ist ja kein Unterschied zwischen Juden und Griechen.

[52:16] Und dann kommen wir zu Römer 11 und dort Vers 1 und lesen genau, was dort steht: „Ich frage nun: Hat Gott etwa sein Volk verstoßen? Das Fernste.“ Und jetzt kommt die Begründung: „Denn auch ich bin ein Israelit aus dem Samen Abrahams, aus dem Stamm Benjamin.“ Was der Paulus hier sagt, ist folgendes: Gott hat nicht einfach kollektiv über alle, über ein Kam geschert und gesagt: Ah, du bist Jude, dann seid ihr nicht mehr Volk Gottes. Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein. Er sagt: Ich, Paulus, bin ja ein Israelit und bin auch weiter Israelit, weil ich an Jesus Christus glaube.

[52:52] Ein Punkt ist also: Gott hat auf gar keinen Fall Menschen jetzt aus dem Volk Gottes gestoßen aufgrund einer ethischen Zugehörigkeit. Nein, nein, nein, nein. Sondern der einzige Grund, warum Menschen im Volk Gottes geblieben sind oder nicht mehr zum Volk Gottes gehörten, lag allein im Glauben an Jesus Christus. Und es gab viele Israeliten, die an Jesus Christus geglaubt haben. Petrus, Andreas, Nathanael und wie sie alle hießen, die Apostel, die viele in der Menge dann zu Pfingsten, ganz viele, das war der größtenteils erstmal alles auch Juden, sie sind alle Israeliten geblieben.

[53:30] Gott hat das Volk Israel nicht verstoßen. Aber wer nicht an den glaubt, der ursprünglich den Namen Israel überhaupt getragen hat, nämlich Jesus, der kann nicht weiterhin geistlich Israelit sein.

[53:42] Wir kommen hier zu einer Idee, die Paulus hier kurz andeutet. Er sagt weiter: „Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zuvor versehen hat.“ Oder: „Wisst ihr nicht, dass die Schrift bei Elia sagt, wie er vor Gott gegen Israel auftritt und spricht: Herr, sie haben deine Propheten getötet und deine Altäre zerstört und ich bin allein übrig geblieben und sie trachten mir nach dem Leben.“ Aber was sagt ihm die göttliche Antwort? „Ich habe mir 7000 Männer übrig bleiben lassen.“ Übrige, so die ihr Knie nicht gebeugt haben vor Baal. So ist nun auch in der jetzigen Zeit ein Überrest geworden aufgrund der Gnade.

[54:11] Weil die letzte Idee für heute hier ist: Die Christen des ersten Jahrhunderts, die größten Teils Juden waren, die Juden-Christen, insbesondere sind die Übrigen Israels, die von dieser Idee des Evangeliums übrig geblieben waren, weil sie diese Idee angenommen haben und festgehalten haben. Diese Idee der Übrigen kommt aus dem Alten Testament, Jesaja 37. Und was vom Haus Juda entkommen und übrig geblieben ist. Damals ging es um die Geschichte, als der Assyrerkönig Sanherib größte Teile Judas verwüstet hat. Aber alle, die in Jerusalem waren, der Überrest, die blieben übrig und die haben dann sozusagen von denen ist das Volk Israel neu aufgeblüht, dann der Überrest, die Übriggebliebenen.

[54:54] Das heißt Jesaja 4, Vers 3: „Es wird geschehen, jeder Übriggebliebene Zions und jeder übrig Gelassene Jerusalem wird heilig genannt werden. Ein heiliges Volk.“ Jeder, der zum Leben eingeschrieben ist in Jerusalem. Da erinnern wir uns an die Offenbarung. Da gibt es auch die Übrigen, welche die Gebote Gottes befolgen und das Zeugnis Jesu Christi haben. Die Heiligen, die die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren. Wer also Altes und Neues Testament gemeinsam als ewiges Evangelium annimmt, der gehört zu diesen Übrigen. Es gab schon immer Zeiten, in denen das Volk Gottes vor eine große Krise gestellt wurde, vor eine große Herausforderung gestellt wurde und wer festhielt am Evangelium, gehörte zu den Übrigen. Und wer das Evangelium aber ablehnte, der konnte nicht länger als Volk Gottes gesehen werden. Und wir sehen das durch die Kirchengeschichte. Wir sehen das durch die Geschichte des Volkes Gottes schon seit dem Alten Testament immer wieder dieses Pattern.

[55:51] Und dann sehen wir in Offenbarung 14, dass die Gläubigen der Endzeit – es geht ja um die Frage, spielt Israel eine Rolle in der Endzeit? – In der Endzeit werden die Gläubigen, die bei dem Lamm sind, bei Jesus Christus auf dem Berg Zion. Und wie wir gesehen haben, kann das bedeutet das nicht, dass es buchstäblich der Berg Zion ist, weil auch dort kein buchstäbliches Lamm ist, sondern das geht um das geistliche Lamm Jesus Christus, dem geistlichen Berg Zion, mit ihm 144.000, die trugen den Namen seines Vaters auf ihren Stirnen geschrieben. Diese 144.000 werden als Kinder Israels bezeichnet. Die Gläubigen am Ende, die mit Jesus zusammen in den Wirren der Endzeit zum Glauben stehen, zum Evangelium stehen, zur Gnade Gottes stehen, zum ewigen Evangelium sich halten, festhalten, wie Jakob sich an Jesus festhält. Diese Endzeitgläubigen sind die Kinder Israels in der Endzeit. Sie werden sogar hier mit den Stämmen Israels, Ruben, Juda, Gad und so weiter bezeichnet.

[56:56] Fassen wir zusammen, um diese Ideen noch einmal kurz vor Augen zu haben: Israel ist zuallererst ein Name für Jesus Christus. Jesaja 49 macht das deutlich. Das Evangelium ist zu allen Zeiten und für alle Völker dasselbe. Die einen haben vorwärts auf das Kreuz geschaut, wir schauen rückwärts. Wir alle schauen im Glauben. Jesus war also auch der Erlöser von Israel im Alten Testament. Und Israel im Alten Testament ist letztlich nach ihm benannt und nur deswegen Volk Gottes, weil es eine Verbindung mit Jesus gehabt hat, mit dem kommenden Messias, der als Verheißung gegeben worden war.

[57:31] Die Bilder und Metaphern für Israel im Alten Testament, wir haben uns den Weinstock angeschaut, das Licht, der erstgeborene Sohn. Sie alle weisen auf Jesus Christus hin und Jesus Christus hat, weil er das wahre Licht ist und der wahre Weinstock, hat sozusagen dafür gesorgt, dass auch sein Volk diese Eigenschaften hat. Israel sollte als Volk Gottes, das die Erlösung erlebt hat, andere Völker mit dem Evangelium vertraut machen, so wie wir es auch im Neuen Testament dann kennen.

[57:56] Und Genetik spielt für die Frage, welchen Stand wir vor Gott haben, keine Rolle. Allein der Glaube entscheidet. Alle, die an den biblischen Jesus glauben, gehören zum Israel Gottes. Wer Jesus als Erlöser ablehnt, kann nicht gleichzeitig zum Volk Gottes gehören. Das ethnische Israel hat einen Missionsauftrag verloren, aber ist in Gottes Augen noch genauso wertvoll wie jedes andere Volk. Es ist nicht so, dass die Juden in Gottes Augen jetzt irgendwie eine besondere negative Konnotation hätten. Ganz im Gegenteil.

[58:34] Für Gott sind alle Menschen gleich. Das Einzige, was das Volk Israel nach dem Kreuz verloren hat, das ethnische Israel, ist der besondere Status, Träger des Evangeliumsauftrages zu sein. Das ist ihnen genommen worden, aber erreicht mit dem Evangelium können sie können genauso erreicht werden wie jedes andere Volk. Gott liebt sie ganz genauso. Jesus Christus ist für jeden einzelnen Menschen gestorben. Es ist immer grundsätzlich falsch, wenn Christen und überhaupt andere Menschen Menschen in Schubladen stecken und irgendwie unterschiedlich kategorisieren und es minderwertig ansehen. Das hat mit dem Evangelium absolut nichts zu tun.

[59:14] Wenn das ganze ethnische Israel Jesus als Erlöser angenommen hätte, wäre es auch Volk Gottes geblieben. Und die Endzeitprophezeiungen, die von Israel, Zion und so weiter sprechen, hätten sich buchstäblich erfüllt. Und alle Israeliten, die Jesus als Messias angenommen haben, wie z.B. Paulus, Petrus, Nathanael und so weiter, das sind die Übrigen, die dem ursprünglichen Evangelium treu geblieben sind. Sie bleiben Gottes Volk. Sie sind sozusagen dann sie sie halten quasi diese diese wahre Tradition des Evangeliums aufrecht und zu ihnen gesellen sich all die bisherigen Nichtjuden, die ebenfalls Jesus angenommen haben, wie das ja auch schon im Alten Testament vorgesehen war.

[59:50] Aufgrund der nun weltweit zerstreuten Struktur dieses Volkes Gottes erfüllen sich auch die Endzeitprophezeiungen dort, wo das Volk Gottes ist, denn die Prophetie bezieht sich immer auf Jesus, das Evangelium und sein Volk. Und daher sind diese Endzeitprophezeiungen jetzt weltweit und daher geistlich und nicht buchstäblich zu verstehen. Und letzter Punkt: Gottes Volk in der Endzeit, das an Jesus und den Geboten Gottes festhält. Das heißt, das Alte und Neue Testament als ein gesamtes Evangelium, ewiges Evangelium glaubt und auslebt. Das ist das Israel der Endzeitprophetie.

[1:00:24] Am Ende dreht sich alles um Jesus. Und vielleicht ist es kein Zufall, dass Pontius Pilatus berühmterweise über dem Kreuz eine Überschrift anbringen ließ, auf der in verschiedenen Sprachen folgendes stand: Es stand geschrieben: Jesus der Nazarener, der König der Juden. Jesus, der Israel – Gott kämpft – hat für uns gekämpft und für uns gesiegt, sodass alle, die wie Jakob sich an ihn klammern und sagen: „Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich“, dass sie Israel sind. Er ist der König aller Israeliten.

[1:01:17] Und wenn du in deinem Leben Jesus als deinen Erlöser angenommen hast, hast du den Auftrag, den schon die Israeliten im Alten Testament hatten und den wir alle jetzt im Neuen Testament haben, dieses wunderbare Evangelium als ein Volk des Eigentums der ganzen Welt bekannt zu machen.

[1:01:37] Wir wollen die Frage Israels nicht den Politikern überlassen. Wir wollen die Frage Israels wieder dorthinbringen, wo sie hingehört: zu dem, der wahrhaft Israel ist und jeden Menschen, egal wie er heißt, egal was seine Herkunft ist, egal was seine ethnische sein ethnische Hintergrund ist, jeden Menschen einladen, Teil dieses Israel Gottes zu werden.

[1:02:04] Wir wollen uns als Christen entschuldigen für all das Unrecht, das wir getan haben, auch gerade gegenüber den Juden, weil wir Bibeltexte falsch verstanden und missinterpretiert haben. Aber umso mehr ist es wichtig, dass wir sie jetzt richtig verstehen und jedem Menschen, und insbesondere auch Juden, die Liebe Gottes, wie wir sie in Jesus Christus erlebt haben, vorleben und ein Licht sein für den, der für uns alle gestorben ist.

[1:02:33] Lieber Freund, liebe Freundin, schön, dass du heute dabei gewesen bist. Wir möchten noch mit einem kurzen Gebet enden. Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass dein Wort Licht auf die Fragen unserer Zeit wirft. Gib, dass wir das in unserem Herzen gut verstehen, durchdenken und dann.

[1:02:53] ausleben. Herr, wir möchten dich einladen, unser Erlöser zu sein. Im Namen Jesu. Amen. Bis zum nächsten Mal.


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