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In dieser Ausgabe der Christ Study Hour beleuchtet Christopher Kramp die Bedeutung der prophetischen Schriften und erklärt, warum das schriftliche Festhalten göttlicher Botschaften für unseren Glauben so entscheidend ist. Erfahre, wie du Gottes Wort tiefer in dein Herz aufnehmen und als verlässlichen Wegweiser für dein Leben nutzen kannst.


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Serie: Christ Study Hour 2026 Q4: Die Gabe der Prophetie

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Transkript

[0:33] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern auf dem Sender „Das Wort“. Wir sind in unserer Serie über die Gabe der Prophetie und wollen uns heute im sechsten Thema mit den prophetischen Schriften beschäftigen: Was bedeutet es, dass Propheten ihre Botschaften, die sie von Gott erhalten haben, niedergeschrieben haben? Und wie gehen wir mit diesen Schriften um? Wir wollen uns damit vorbereiten auf das Bibelgespräch am 7. November. Und bevor wir mitten hineintauchen in das Thema, möchten wir Gott einladen, dass er unser Studium segnet. Lasst uns gemeinsam beten.

[1:15] Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass du uns nahe bist. Hab Dank, dass du zu uns sprichst. Und hab Dank, dass wenn wir dein Wort wirklich ernst nehmen, wenn wir hören wollen, was du uns sagen möchtest, dass du uns ganz nahe kommst und wir wissen dürfen, dass du existierst und wir wissen dürfen, dass du das Beste für uns möchtest und dass du unser Leben wirklich gut führst. Herr, ich möchte dich von Herzen bitten, dass die Worte, die wir jetzt lesen, wirklich lebendig werden, ja, sind lebendige Worte, und in unserem Herzen auch genau das bewirken, wozu du sie gesandt hast. Ich möchte dich bitten, dass wir eine neue Freude bekommen, dein Wort in uns aufzunehmen, darüber nachzudenken, es auszuleben, dass wir ein echtes Interesse an deinem Wort haben und dass wir dich kennenlernen, so wie du wirklich bist, Herr. Wir möchten dich bitten, dass du jetzt unser Lehrer bist und hab Dank dafür, dass du uns unterrichten wirst. Im Namen Jesu, Amen.

[2:17] Die Bibel ist ein wunderbares Buch. In Psalm 119, Vers 105 heißt es: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“ Wenn wir die Frage stellen, wie können wir auf unserem Weg treu bleiben, wie können wir Gott die Treue halten, sagt uns Psalm 119, dort Vers 11: „Ich bewahre dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht gegen dich sündige.“ Was immer wir heute auch gemeinsam betrachten, es soll nicht eine technische, theologische Abhandlung sein. Man kann ja die korrekten technischen Begriffe verwenden über die Inspiration und die Offenbarung. Man kann exakt beschreiben, wie die Bibel Inspiration versteht und wie man mit prophetischen Schriften umgehen müsste. Wenn man es aber nicht tut, wenn es nur ein theologisches Wissen ist, dann nützt es gar nichts. Wir müssen das Wort nicht nur analysieren können und korrekt theologisch einordnen. Wir müssen es in unserem Herzen haben.

[3:19] Wir müssen es zu einem Licht haben auf unserem Weg. Es nützt nichts, wenn ich es sage, es aber nicht auf meinen Weg halte. Wir brauchen das Wort als Licht auf unserem Weg. Wir brauchen es in unserem Herzen. Wir brauchen die Erfahrung, dass Gott zu uns persönlich spricht. Es geht heute um das geschriebene Wort. Wir haben das letzte Mal gesehen: Gott hat viele Wege, über die er kommunizieren kann. Die Natur zum Beispiel. Er kommuniziert auch durch Ereignisse, manchmal sogar durch Menschen, die uns etwas zeigen. Aber vor allem kommuniziert er durch sein Wort. Dort finden wir seine Botschaft ganz klar und deutlich niedergeschrieben. Und wir haben das letzte Mal schon einiges darüber angeschaut. Wir haben letztes Mal auch schon gesehen, dass dieser Aufruf zur Niederschrift teilweise selbst in der Bibel erwähnt wird. Zwar nicht bei jedem Buch und nicht bei jeder Geschichte, aber hin und wieder sehen wir, dass Gott explizit Menschen aufgefordert hat, Botschaften aufzuschreiben.

[4:18] Hier in 2. Mose 17, Vers 14 heißt es: „Da sprach der Herr zu Mose.“ Das war, nachdem die Amalekiter das Volk Israel angegriffen hatten und Josua das Volk verteidigt hat und die Amalekiter geschlagen hatte, als Mose gebetet hatte. Er sagt in Vers 14: Da sprach der Herr zu Mose: „Schreibe es zum Gedenken in ein Buch und präge es den Ohren Josuas ein. Ich will das Andenken Amaleks ganz und gar austilgen unter dem Himmel.“ Gott hatte noch etwas vor. Jetzt waren die Israeliten auf der Wüstenwanderung. Es war nicht an der Zeit, die Amalekiter so lange zu verfolgen, bis man sie völlig ausgerottet hatte. Aber Gott wollte, dass die Amalekiter für ihre vielen Sünden und auch letztendlich für diese bestraft werden. Sie sollten später ausgerottet werden. Aber jetzt war nicht die Zeit, das im Einzelnen zu tun. Es sollte also niedergeschrieben werden, damit es nicht aus den Augen verloren wird. Es sollte niedergeschrieben werden zum Gedenken in ein Buch. Und Mose sollte es auch den Ohren Josuas einprägen. Mit anderen Worten: Mose sollte auch über das reden, was in dem Buch steht, und Josua sollte genau hinhören. Er sollte nicht nur wissen, dass es da irgendwo eine Botschaft gibt im Buch. Er sollte hinhören, was Gott in diesem geschriebenen Wort zu sagen hat. Das geschriebene Wort sollte also lebendig werden. Es sollte gehört und umgesetzt werden.

[5:50] Wenn Gott sagt, dass sein Wort aufgeschrieben werden soll, dann immer deswegen, weil es für die nächsten Generationen, die nächsten Zeitalter, von großer Bedeutung und Relevanz sein wird. Wir können niemals die Position einnehmen, dass das geschriebene Wort Gottes nur für die damalige Zeit irgendwie wichtig gewesen wäre. Denn wenn das so wäre, wäre es nicht niedergeschrieben worden. Wir wissen, es gab viele Botschaften Gottes, die zu einer bestimmten Zeit wichtig gewesen waren, aber die nicht niedergeschrieben worden sind, von denen wir heute nichts mehr wissen. Wir wissen, dass der Prophet Agabus vor einer Hungersnot gewarnt hat, aber das ist nicht niedergeschrieben worden, wahrscheinlich, weil die Warnung damals sich besonders auf die damalige Zeit bezogen hat und sich jetzt keine besonders wichtigen Prinzipien für unsere Zeit daraus ergeben würden. Es gibt Propheten, die sprechen zu einer bestimmten Zeit ganz konkret Dinge an, die damals wichtig sind. Aber wenn es aufgeschrieben worden ist, dann ist die Idee, dass nicht nur die jetzige Generation zur Zeit des Propheten oder der Prophetin davon profitieren kann, sondern dass auch spätere Generationen, die nicht dabei waren, die eben nicht zum historischen Kontext gehörten, trotzdem diese Botschaft brauchen.

[7:01] Wenn also inspiriertes Wort Gottes aufgeschrieben ist, dann impliziert das schon per Definition, dass es nicht nur für die damalige Zeit gedacht war. Das ist der ganze Grund, warum man es aufschreibt. Wir schreiben auch Dinge auf, damit wir uns später daran erinnern, weil es auch noch später seine Wichtigkeit haben wird. Geschriebenes Wort Gottes ist per Definition für alle Zeiten. Gott hat in der Bibel die Bücher zusammenstellen lassen, die für alle Zeiten wichtig sind. Es gab Bücher, das stimmt, die tatsächlich sogar niedergeschrieben worden sind, aber für eine bestimmte Zeit gedacht waren. Die sind in der Bibel nicht versammelt worden, also nicht eingefügt worden zu den anderen biblischen Büchern. Aber die, die wir hier haben, haben genau diesen Zweck. Sie sollen das, was Gott gesagt hat, von Generation zu Generation weitertransportieren.

[8:14] Wenn wir uns Jeremia anschauen, Jeremia Kapitel 36, dann sehen wir auch dort den Aufruf, ein Buch zu schreiben. Jeremia Kapitel 36. Übrigens, ich hatte schon das letzte Mal erwähnt, die Tatsache, dass in 2. Mose 17 erstmals erwähnt wird, dass jemand von Gott aufgefordert wird, etwas aufzuschreiben, heißt natürlich nicht, dass es nicht vorher schon biblische Bücher gegeben hätte. 1. Mose ist sicherlich davor verfasst worden und wir glauben auch, dass das Buch Hiob schon vor 2. Mose existierte, weil die Dinge, die dort beschrieben sind, ganz eindeutig kurz nach der Sintflut in den Generationen danach passiert sein müssen.

[8:58] In Jeremia 36, dort in Vers 2 und 3, heißt es: „Nimm dir eine Buchrolle und schreibe alle Worte darauf, die ich zu dir geredet habe über Israel und über Juda und über alle Völker von dem Tag an, da ich zu dir geredet habe, von den Tagen Josias an bis zu diesem Tag.“ Hier sehen wir also, dass Jeremia eine ganze Reihe, also viele Prophezeiungen schon erhalten hatte. Vielleicht hat er sie auch hier und dort schon niedergeschrieben. Das ist gut möglich, aber jetzt sollten sie alle in eine Buchrolle versammelt werden. Gott wollte also nicht nur, dass Dinge niedergeschrieben werden, sondern dass sie auch in eine Buchform kommen, dass sie versammelt werden, sozusagen an einen Ort. Und den Grund sehen wir in Vers 3: „Vielleicht werden die vom Haus Juda auf all das Unheil hören, das ich ihnen anzutun gedenke, und umkehren, jeder von seinen bösen Wegen, sodass ich ihnen ihre Missetaten und ihre Sünden vergeben kann.“ Gott lässt Dinge niederschreiben, einmal, damit man sich später daran erinnert, und er lässt sie immer niederschreiben, damit Menschen gerettet werden. Die Existenz des geschriebenen Wortes Gottes verdankt sich der Tatsache, dass Gott Menschen retten möchte. Das Evangelium ist immer die Grundlage, warum Dinge aufgeschrieben worden sind. Sei es Jeremia oder Hesekiel oder Daniel oder 1. Korinther oder Epheser oder Johannes. Alle Bücher der Bibel existieren, weil Gott Menschen retten möchte. Alle Bücher existieren wegen des Evangeliums. Jede niedergeschriebene Botschaft in der Bibel, jedes prophetische Buch, jedes geschriebene Wort Gottes hat den Sinn, Menschen von der Sünde zu Gott zu bringen und ihnen die Möglichkeit der Sündenvergebung zu zeigen und anzubieten.

[10:56] Wir haben gesehen, dass die prophetischen Schriften verschiedene literarische Gattungen haben. Da gibt es zum Beispiel Gesetzestexte. Mose hat solche aufgeschrieben, zum Beispiel in 2. Mose 20 und dann auch in den folgenden Kapiteln. Wir haben Briefe: Paulus, Petrus, Jakobus, Judas. Einige davon sind an Einzelpersonen geschrieben, wie die Timotheusbriefe oder der Titusbrief, auch der zweite und dritte Johannesbrief sind solche Briefe an Einzelpersonen. Wir haben aber auch Briefe an ganze Gruppen, die Korinther, Römer, Thessalonicherbriefe. Und dann haben wir Briefe, die sind so ganz allgemeine Rundbriefe. Der Jakobusbrief zum Beispiel, der gilt quasi an die gesamte Gemeinde, auch bei Petrus finden wir so etwas. Natürlich war die Idee auch bei Paulus, dass die Briefe von anderen gelesen werden, aber so als Gattung sozusagen. Wir haben Lieder und Gedichte, Psalmen zum Beispiel. Viele von denen haben prophetische Gedanken und Inhalte. Wir haben apokalyptische Prophezeiungen, wo einfach in großen Visionen mit symbolischen Bildern der Ablauf der Weltgeschichte erklärt wird, in Daniel und Offenbarung. Wir haben Geschichtswerke, Könige, Chroniken, Ester. Viele von diesen Büchern enthalten auch Elemente der Prophetie, enthalten Geschichten über Propheten.

[12:15] Wir haben manchmal auch Aussagen über prophetische Texte selbst, wie zum Beispiel in Jesaja 13. Dort wird in Jesaja 13, Vers 1 gesagt – die Schlachter-Übersetzung und viele andere deutsche Übersetzungen übersetzen mit: „Die Last über Babel, die Jesaja, der Sohn des Amoz, geschaut hat.“ Dahinter steckt eine interessante Idee, denn das Wort „Last“, oder was hier als Last übersetzt wird, kommt von einem hebräischen Wort, das „Hochheben“ bedeutet. Man kann natürlich einen Gegenstand hochheben, der sehr schwer ist, dann ist das eine Last. Man kann aber auch seine Stimme erheben und damit laut rufen. Und ich glaube persönlich – und da gibt es auch andere, die das aus dem Hebräischen so ableiten –, dass hier eigentlich, wann immer man liest „die Last“, eigentlich gemeint ist, dass man sozusagen seine Stimme hebt, dass man laut ruft. Da gibt es tatsächlich sogar dann ein Wortspiel im Alten Testament, wo das miteinander verbunden wird. Aber der Punkt ist sozusagen: Es soll eigentlich laut gerufen werden. Wenn Gott Propheten beruft, dann soll das auch gehört werden.

[13:27] Wir sehen in Jesaja 17, Vers 7 als ein kleines Beispiel, wie oft Propheten auch in poetischer Sprache schreiben. Poesie ist im hebräischen Denken nicht so sehr an Reime gebunden, sondern an das Wiederholen von ähnlichen Aussagen, die inhaltlich ähnlich sind, auch wenn die Worte leicht anders sind, wie hier in Jesaja 17, Vers 7: „An jenem Tag wird der Mensch auf den schauen, der ihn gemacht hat, und seine Augen werden auf den Heiligen Israels blicken.“ Da sieht man dieselbe Aussage leicht variiert beim zweiten Mal, und das ist ein Kennzeichen der Poesie. Das ist deswegen sehr schön, weil man es auch in der Übersetzung dann wiedererkennen kann und nicht das Hebräische lernen muss, um da irgendwelche Reime zu erkennen. Es war ja so, dass Poesie ein wesentliches Unterrichtsfach auch in den Prophetenschulen gewesen ist, und weite Teile der alttestamentlichen Prophetie sind auch von solchen poetischen Strukturen durchzogen.

[14:25] Wenn wir uns weiter mit der Frage der Propheten beschäftigen und der prophetischen Bücher, stellen wir fest, dass die Propheten zwar die Autoren ihrer Bücher sind, aber sie nicht notwendigerweise selbst niedergeschrieben haben. In Jeremia 36 finden wir dieses sehr schöne Beispiel. Dort heißt es in Jeremia 36, Vers 17 und 18: „Und sie fragten Baruch“ – das war der Assistent von Jeremia – „und sprachen: Sag uns doch, wie hast du alle diese Worte aus seinem Mund aufgeschrieben? Da antwortete ihnen Baruch: Er sagte mir alle diese Worte mündlich vor und ich schrieb sie mit Tinte in das Buch.“ Da haben wir also den Prozess. Baruch ist der literarische Assistent von Jeremia. Jeremia ist der Autor des Buches, sozusagen im Sinne, dass er die Gedanken ausformuliert. Dahinter steht, wie wir letztes Mal gesehen haben, der Heilige Geist. Gott gibt dem Jeremia Träume, Visionen, Gedanken, die er dann mit seinen eigenen Worten ausformuliert. Es sind nicht die Gedanken Jeremias, es sind die Gedanken Gottes, aber formuliert in die Sprache, in die Erfahrungswelt von Jeremia und was Jeremia so in seiner Zeit erlebt hat. Buchstabe für Buchstabe hat das Baruch niedergeschrieben. Sollten sich im Buch Jeremia Grammatikfehler oder Rechtschreibfehler finden, dann wären die nicht einmal zu Lasten Jeremias, sondern zu Lasten Baruchs gegangen.

[15:50] Dieses Prinzip findet sich auch durchaus im Neuen Testament, sogar öfter als man vielleicht auf den ersten Moment denkt. Zum Beispiel sehen wir im Römerbrief am Ende, in Römer Kapitel 16, und dort in Vers 22, da schreibt hier jemand etwas, das offensichtlich nicht von Paulus ist. Es heißt nämlich: „Ich, Tertius, der ich den Brief niedergeschrieben habe, grüße euch im Herrn.“ Das war also offensichtlich hier die Botschaft des Tertius, nicht die Botschaft von Paulus. Der Rest ist offensichtlich von Paulus formuliert, aber von Tertius niedergeschrieben. Sollte man jemals den Original-Römerbrief finden, wo man dann wirklich sagen kann, das ist das Original, das zuallererst geschrieben worden ist, und man findet dort einen Rechtschreibfehler, dann wäre das die Sache von Tertius und nicht von Paulus gewesen. Aber die Formulierungen selbst sind schon die von Paulus. Möglicherweise hat auch ein literarischer Assistent mal einen Vorschlag gemacht, wie man etwas auch noch ausdrücken kann. Aber die Verantwortung für den Inhalt ist natürlich immer bei dem eigentlichen Autor, in dem Fall bei Paulus, der aber wiederum in seinen Gedanken von Gottes Geist geleitet wird und der deswegen sagen kann, dass das, was er sagt – wie das in 1. Thessalonicher 2 steht –, eben nicht Menschenmeinung ist.

[17:16] Das heißt hier in 1. Thessalonicher Kapitel 2, dort Vers 13: „Darum danken wir auch Gott unablässig, dass ihr, als ihr das von uns verkündigte Wort Gottes empfangen habt, es nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das auch wirksam ist in euch, die ihr gläubig seid.“ Daran erkennt man Gottes Wort: an der Kraft, die das Wort Gottes hat. Das ist ja auch das, was Paulus in Römer 1, Vers 16 schreibt, dass das Evangelium die Kraft Gottes ist. Dass Paulus in der Regel nicht selbst die Briefe aufgeschrieben hat im Sinne, dass er tatsächlich mit der Tinte hantiert hat, das ergibt sich zum Beispiel auch aus Kolosser Kapitel 4, Vers 18, wo wir ganz am Ende lesen: „Der Gruß mit meiner, des Paulus, Hand. Gedenkt an meine Fesseln und die Gnade sei mit euch. Amen.“ Den Gruß schreibt Paulus selbst, aber alles andere hat er offensichtlich von einem literarischen Assistenten aufschreiben lassen. Trotzdem ist die Botschaft von Paulus, aber eigentlich von Gott und von Paulus so ausformuliert, wie er es am besten ausformulieren konnte mit seiner Persönlichkeit, niedergeschrieben von jemand anderem.

[18:34] Nicht nur haben wir literarische Assistenten, die Propheten mitunter verwenden. Natürlich verwenden Propheten auch literarische Quellen. Das berühmteste Beispiel ist natürlich Lukas. Wobei man sicherlich manches von dem auch, was man über Lukas sagt, eigentlich auch über Markus sagen müsste, auch wenn das in der Regel meistens nicht so getan wird. Aber natürlich haben Markus und Lukas dieselbe Ausgangssituation, dass sie kaum oder gar nicht Augenzeugen der Evangeliumsberichte gewesen sind. Lukas sagt in Lukas 1, ab Vers 1: „Nachdem viele es unternommen haben, einen Bericht über die Tatsachen abzufassen, die unter uns völlig erwiesen sind, wie sie uns diejenigen überliefert haben, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind, so schien es auch mir gut, der ich allem von Anfang an genau nachgegangen bin, es dir der Reihe nach zu beschreiben, vortrefflichster Theophilus, damit du die Gewissheit der Dinge kennst, in denen du unterrichtet worden bist.“

[19:40] Lukas hat sich nicht, wie manche Theologen früher behauptet haben, auf Paulus bezogen, denn auch Paulus war kein Augenzeuge. Und das erklärt, warum Lukas, obwohl er Reisegefährte von Paulus war, man kaum irgendwie so typisch paulinische Wendungen findet, keine so typische paulinische Sprache, weil er einfach nicht – Lukas hat nicht sozusagen Predigten von Paulus hier kopiert, sondern er hat Augenzeugen gefragt. Er muss bei Aufenthalten in Palästina die Möglichkeit in Betracht gezogen haben, dass in den zwei Jahren, als Paulus dort gefangen war in Jerusalem und Cäsarea, dass er dort Gelegenheit gehabt hat, auch viele Menschen zu treffen, die noch Jesus gekannt haben, die ihn gesehen haben, Leute vielleicht auch gekannt hatten, die die Geschichte mit Maria kannten. Vielleicht hat Maria noch gelebt, das wissen wir nicht genau. Unmöglich ist es nicht. Er hat also Augenzeugen gefragt. Er hat Diener des Wortes, Evangelisten, Apostel, die dabei gewesen sind, interviewt. Er hat ihre vielleicht sogar auch schriftliche Quellen sehr gut ausgewertet und das alles zusammengestellt und dadurch inspiriert vom Heiligen Geist, geleitet vom Heiligen Geist, das Evangelium verfasst, wie es uns heute hier zur Verfügung steht. Es tut der Inspiration eines Autors keinen Abbruch, wenn er auch Material von anderen sichtet, auswertet und auch verwendet, wenn der Heilige Geist ihn bei dieser Sache so leitet, selbst wenn der Autor, den er verwendet, notwendigerweise gar nicht inspiriert ist.

[21:22] Das kann man zum Beispiel sehr schön sehen bei Paulus in 1. Korinther 15. Dort, wo er hier in Vers 33 ein griechisches Sprichwort zitiert. Es heißt in Vers 33: „Lasst euch nicht irreführen: Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten.“ Das ist eigentlich ein geflügeltes Wort in der damaligen Zeit gewesen, kommt ursprünglich aus der Komödie „Thais“ von Menander. Ist da also schon ein paar Jahrhunderte alt. Paulus zitiert das nicht, um damit Menander als inspiriert darzustellen, sondern weil das ein sehr prägnantes Sprichwort war, was auch seine Leser, die Korinther, gut gekannt haben. Und das, wenn man sich den gesamten Kontext anschaut, eine ziemlich interessante Pointe macht, nämlich dass er deutlich machen möchte: Ihr beschäftigt euch zwar so viel mit den Philosophen und wollt am besten großgebildete Philosophen sein und das Christentum irgendwie philosophisch begründen, aber dadurch verändert ihr die Botschaft des Evangeliums, weil nämlich dann einige sagen, es gibt keine Auferstehung, und dann bricht das gesamte Evangelium auseinander. Und deswegen sagt er: „Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten.“ Mit anderen Worten: Schon die griechischen Schreiber warnen euch vor dem, was ihr gerade tut, nämlich dass ihr das Evangelium mit der griechischen Philosophie verbinden wollt. Also eine ganz geschickte Verwendung dieses Zitates, und der Gedankengang, in dem Paulus das hier verwendet, der ist inspiriert. Das bedeutet nicht, dass Menander inspiriert ist, aber so wie Paulus dieses Zitat jetzt einbaut in seine Argumentationslinie, ist das tatsächlich dann Gottes Wort an die Korinther.

[23:21] Wenn man sozusagen über die Idee spricht, dass Gott uns das Leben und den Tod anbietet – ja, in 5. Mose 30, dass jeder Mensch die Wahl hat, ewig zu leben oder eben nicht zu leben –, ein ewiges Leben ohne Gott ist unmöglich. Und wenn man dann sozusagen das zusammenfasst mit den Worten „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“ in diesem Zusammenhang, dann ist das zwar ein Zitat von Shakespeare, aber das heißt nicht, dass Shakespeare inspiriert war. Aber ein inspirierter Autor könnte das theoretisch verwenden, um eine Aussage über den Zustand der Toten und überhaupt den Plan Gottes mit Leben und Tod zu illustrieren, weil sozusagen dieses Zitat diesen Punkt unterstreicht. Das ist sozusagen der Gedanke an dieser Stelle. Wir wissen aus vielen Stellen im Alten Testament, dass die Autoren gerade von Könige und Chroniken, aber nicht nur die, sich auf andere schriftliche Quellen bezogen haben.

[24:21] 1. Könige 11, Vers 41: „Was aber mehr von Salomo zu sagen ist und alles, was er getan hat und seine Weisheit, steht das nicht geschrieben im Buch der Geschichte Salomos?“ Wir kennen das Buch der Geschichte Salomos nicht, aber es muss es gegeben haben. Und der Autor oder die Autoren von Könige kannten das und sie konnten davon ausgehen, dass sogar die Menschen ihrer Zeit dieses Buch kannten und dass sie dort weitere Informationen finden würden. Diese Bücher sind von Propheten eindeutig geschrieben. Es gibt dann die Geschichte des Propheten Gad, die Geschichte des Propheten Nathan. Bei anderen, wie hier, wissen wir nicht genau, ob das dann auch ein Prophet geschrieben hat über das Leben von Salomo oder wie das genau gewesen ist, aber wir wissen, diese Quellen sind da gewesen und biblische Autoren haben unter Inspiration des Heiligen Geistes auch von diesen Quellen Gebrauch gemacht und sie entsprechend ausgewertet.

[25:27] Am Ende übrigens finden wir auch im Buch Esra zum Beispiel offizielle Dokumente von Menschen wie dem König Darius zum Beispiel, oder wir finden den Brief, den einige Samaritaner an einen persischen König gerichtet haben. Wir finden diese Originaldokumente abgeschrieben. Das heißt übrigens nicht, dass der König Darius dann notwendigerweise ein Prophet war. Das bedeutet aber, dass der Esra als inspirierter Schreiber diese Dinge mit eingefügt hat, um die Gesamtbotschaft zu illustrieren. Hier kommt vielleicht noch ein wichtiger Punkt zum Tragen. Es gibt in der Bibel Aussagen, die falsch sind, weil sie zum Beispiel von Satan gesagt werden. Ja, 1. Mose 3, Vers 4: „Keineswegs werdet ihr sterben, wenn ihr von dieser Frucht esst.“ Die Aussage ist falsch. Das, was der Satan dort sagt, ist inhaltlich falsch. Das bedeutet aber nicht, dass der Vers 4 nicht inspiriert wäre. Inspiration bedeutet in diesem Zusammenhang – das gibt es ja dann mehrmals in der Bibel –, dass die Geschichten erzählen, wie jemand etwas Falsches sagt. Jakob sagt: „Ich bin dein Sohn Esau.“ Das stimmt natürlich nicht, aber inspiriert ist dieses Kapitel doch in dem Sinne, dass Mose als inspirierter Autor genau das wiedergibt, was auch tatsächlich gesagt worden ist. Wenn wir sagen, die gesamte Bibel ist inspiriert, meinen wir nicht, dass der Satan inspiriert ist, wenn er sagt „Keineswegs werdet ihr sterben“, sondern wir meinen, dass Mose inspiriert ist und wir wirklich darauf vertrauen können, dass es die Wahrheit ist, dass die Schlange tatsächlich diese Lüge gesagt hat. Entsprechend können wir auch darauf vertrauen, dass tatsächlich Jakob auf diese Art und Weise seinen Vater Isaak belogen hat. Die Lüge selbst ist nicht wahr und trotzdem ist die Geschichte, wie sie steht, inspiriert. Es ist wahrheitsgemäß berichtet.

[27:25] Das Gleiche gilt auch übrigens für das Buch Hiob, wo wir kapitelweise die Aussagen seiner Freunde finden. Und dann am Ende des Buches diese doch sehr bemerkenswerte Aussage Gottes, dass seine Freunde nicht die Wahrheit gesagt haben, in Hiob Kapitel 42, dort heißt es in Vers 7: „Und es geschah, als der Herr diese Worte an Hiob vollendet hatte, da sprach der Herr zu Elifas, dem Temaniter: Mein Zorn ist entbrannt über dich und deine beiden Freunde, denn ihr habt nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Hiob.“ Wir lernen also am Ende des Buches, dass das ganze Kapitel von Argumentation – diese Freunde reden ja zum Teil sehr lange – Gott nicht gefallen hat. Wir können also nicht einfach ohne Weiteres, ohne nachzudenken, irgendeinen Vers aus einem Kapitel nehmen, wo gerade die Freunde reden, und dann sagen, das ist genauso. Da muss man genau aufpassen. Die sagen auch viel Wahres, aber vor allem auch in der Art und Weise, wie sie argumentieren, muss Gott am Ende sagen: Das stimmt so nicht. Aber trotzdem sind diese Kapitel vollständig inspiriert, denn Mose hat unter Inspiration des Heiligen Geistes exakt das aufgeschrieben, was sie wirklich argumentiert haben. Er hat wirklich wahrheitsgemäß aufgeschrieben, wie diese Auseinandersetzung zwischen Hiob und seinen Freunden gewesen ist. Das ist also ein wichtiger Gedanke, wenn es darum geht, dass wir glauben, die gesamte Bibel ist inspiriert. Das heißt nicht, dass jede Aussage für sich aus dem Kontext gerissen wahr ist, weil natürlich die Bibel auch von Personen berichtet, die die Unwahrheit gesagt haben, die gelogen haben, die Dinge falsch verstanden haben. Das wird alles berichtet. Inspiriert ist der Autor der Bücher, nicht jede handelnde Person in den Geschichten. Wenn Petrus sagt: „Das geschehe bloß nicht“, dann ist das ein Sprachrohr des Satans. Er ist in dem Moment nicht inspiriert, aber der Matthäus ist inspiriert, der diese Geschichte wiedergibt.

[29:25] Das ist also ein ganz wichtiger Punkt. Gehen wir zum Ende noch zu 2. Korinther Kapitel 4 und dort Vers 7. Und da möchten wir noch eine ganz wichtige Sache hier deutlich machen und geraderücken. 2. Korinther Kapitel 4, Vers 7: „Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überragende Kraft von Gott sei und nicht von uns.“ Paulus macht etwas ganz deutlich: Das Tolle ist das Evangelium, die Botschaft Gottes, die Kraft, der Schatz, diese überragende Kraft, die kommt von Gott. Wir, die Apostel, Paulus, Petrus, Johannes – das gilt auch für die alttestamentlichen Propheten –, sind nur irdene Gefäße. Das heißt, so Töpferware, Keramik, nicht unfassbar wertvoll, schwach, zerbrechlich. Wir sehen, wie der Prophet Elia mit Vollmacht Gottes Botschaft predigt, Feuer vom Himmel fällt, und trotzdem er am nächsten Tag in Depression fällt und am liebsten sterben möchte. Die Botschaft ist eine überragende Kraft. Die Gefäße, die Propheten, die Prophetinnen sind nur schwache irdene Gefäße, schwache Menschen. Das heißt, Propheten – das ist sehr, sehr wichtig – als Menschen machen selbstverständlich Fehler. Sie irren sich, sie denken falsch. Elia hat gedacht, er ist der Einzige, der allein übrig geblieben ist. Sie sehen Dinge zu kurz, sehen Dinge falsch. Propheten sind schwach, aber die prophetische Botschaft von Gott ist trotzdem rein und absolut vertrauenswürdig.

[31:20] Und leider wird das manchmal miteinander vermischt, so als ob die Schwäche der Propheten auch zu Abstrichen bei der prophetischen Botschaft führen würde. Aber Paulus sagt nicht: „Na ja, der Schatz hat ein bisschen an Wert verloren, weil er in einem irdenen Gefäß ist.“ Nein, nein, nein. Paulus möchte ja, dass wir eben unterscheiden zwischen dem Gefäß und dem Schatz. Der Schatz ist und bleibt eine überragende Kraft. Das Evangelium, das die Propheten uns weitergeben, ist Gottes Wort. Die Propheten selbst sind schwach. Und Fehler, die die Propheten machen, dürfen wir niemals als Argument dafür nehmen, dass die Botschaft Gottes durch die Propheten – ja, die Propheten haben ihre eigenen Worte verwendet, sie haben ihre eigene Grammatik verwendet, sie haben den Wortschatz verwendet, den sie hatten – aber die Botschaft, das sind die Gedanken Gottes, das ist die überragende Kraft Gottes, die ist nicht schwach und auch nicht verdorben.

[32:26] Die Bibel sagt in Psalm 12, Vers 7: „Die Worte des Herrn sind reine Worte, in irdenem Tiegel geschmolzenes Silber, siebenmal geläutert.“ Gottes Wort – und das meint ja hier das geschriebene Wort Gottes, das Wort Gottes, das man in der Bibel findet – das ist siebenmal geläutert. Ein Läuterungsprozess nimmt all das Unreine weg. Siebenmal geläutert heißt sozusagen vollkommen geläutert. Das Wort Gottes ist rein, obwohl es von schwachen, irrenden Menschen aufgeschrieben wurde. Aber es sind ja nicht die Worte und Gedanken der Menschen. Es sind zwar Worte von Menschen, aber Gedanken Gottes. Und das macht den entscheidenden Unterschied.

[33:29] Ja, es stimmt, die Manuskripte, die dann über Generationen, Jahrhunderte, teilweise Jahrtausende abgeschrieben worden sind – eigentlich bei vielen Manuskripten mindestens fast 2000 Jahre für das Neue Testament und mehr bei dem Alten Testament –, Kopisten mögen Fehler gemacht haben. Kopisten haben ab und zu mal ein Wort vergessen, einen Buchstaben doppelt geschrieben, da sind Sachen durcheinandergeraten. Und es mag vielleicht sogar hier und da mal einen einzelnen Kopisten im Mittelalter gegeben haben, der versucht hat, irgendwas noch zu verbessern oder so, aber mit Hilfe von historischer Textforschung bei der Fülle der Manuskripte, die wir heute haben, lässt sich sowas in der Regel ganz gut aufklären, und es betrifft in der Regel sowieso nie irgendwelche Dinge von größerer Bedeutung. Die Überlieferung der Bibel, sowohl im Alten als auch im Neuen Testament, ist in der Sache erstaunlich gut und es betrifft überhaupt keine Glaubenspunkte, wenn es da irgendwo mal eine Unsicherheit gibt, ob der Name jetzt so oder so zu schreiben ist oder ob dieses oder jenes noch fehlt oder im Text ist. Die Stellen, an denen es wirklich tatsächlich ein bisschen interessant wird inhaltlich, die sind im Neuen Testament an zwei Händen abzuzählen. Und selbst da ist es so, dass keine einzige Glaubenslehre irgendwie wanken würde, wenn man sich für die eine oder andere Sicht entscheiden würde. Aber das betrifft alles die Kopisten, das betrifft die Weitergabe der Manuskripte.

[35:02] Etwas anderes wäre es, wenn man behauptet, dass die Botschaft selbst, weil sie von irrenden Menschen aufgeschrieben worden ist, deswegen auch Abstriche hat und irgendwie Unreinheiten, Widersprüche enthält. Und die Bibel sagt das Gegenteil. Sie sagt, dass in diesen irdenen Gefäßen, diesen schwachen Menschen, die, wenn sie gerade nicht inspirierte Schriften verfassen, nicht gerade als Propheten und Prophetinnen agieren, sondern vielleicht einfach nur einen Einkaufszettel schreiben, natürlich auch Fehler machen. Selbstverständlich. Propheten haben auch einfach Familienangelegenheiten geregelt und waren dabei nicht immer vor Fehlern geschützt. Aber wenn sie Gottes Wort empfangen haben, wenn sie Nachrichten an Gottes Volk empfangen haben als Gedanken, als Träume, als Visionen – mitunter im Fall von Lukas oder Markus auch durch historische Recherche vom Gottesgeist geführt worden sind, um eine Botschaft für das Volk Gottes niederzuschreiben –, dann sagt uns die Bibel, dass ein siebenfacher Läuterungsprozess, das ist das Bild, das hier im Psalm 12 verwendet wird, dazu geführt hat, dass Gott als der, der dahinter steht, nicht nur gute Gedanken dort bei den Propheten ablegt und schaut, was sie damit machen, sondern auch sie im Formulieren, im Strukturieren, im Niederschreiben so leitet, dass die Botschaft unverfälscht das Volk erreichen kann. Das ist Gottes Wunder, das ist Gottes Kraft. Und das ist die Grundlage, warum wir die Bibel das Wort Gottes nennen können, auch wenn jeder Prophet seine eigenen Formulierungen hat, die er als eigene Persönlichkeit dafür verwendet hat.

[36:50] Als Folge können wir sagen, dass es keinen Teil der biblischen Schriften gibt, der irgendwie korrumpiert wäre, wo die menschliche Schwachheit so durchgeschlagen wäre, dass auch die biblische Botschaft nicht mehr ganz korrekt ist. Wenn das der Fall wäre, dann könnten wir nicht der ganzen Bibel glauben. Hatte Paulus nicht recht, wenn er sagt: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben“? Aber Paulus hat es nicht nur gesagt, er hat es selbst auch geglaubt. Wir lesen in Apostelgeschichte 24 ein bemerkenswertes Zeugnis von ihm, das wir uns heute zu Herzen nehmen sollten. Apostelgeschichte 24, Vers 14: „Das bekenne ich dir aber, dass ich nach dem Weg, den sie eine Sekte nennen, dem Gott der Väter auf diese Weise diene, dass ich an alles glaube, was im Gesetz und in den Propheten geschrieben steht.“ Paulus sagt nicht: „Ich glaube an das, was mir gefällt.“ Er sagt nicht: „Ich glaube an das, was ich als inspiriert empfinde.“ Er sagt: „Ich glaube an alles, was im Gesetz und in den Propheten geschrieben steht.“ Das ist das biblische Zeugnis. Er, der gesagt hat, alle Schrift ist inspiriert, glaubt auch an alle Schrift. Er, der gesagt hat, wir haben das in irdenen Gefäßen, hatte nicht den Eindruck, dass die irdenen Gefäße den Schatz korrumpieren.

[38:11] Der Schatz bleibt der Schatz, auch wenn in irdenen Gefäßen die Botschaft Gottes, das Evangelium, die Worte, die Gedanken Gottes, seine Botschaft an uns bleibt dieselbe, auch wenn sie von schwachen Menschen formuliert und aufgeschrieben wird. Es ist Gottes Wort und nicht Menschenwort. In diesem Sinne möchte ich dich einladen, darüber nachzudenken, was es bedeutet, mit der Bibel, mit geschriebenen prophetischen Worten umzugehen und dass Gott durch diese Schriften zu uns redet, darüber nachzudenken, was es bedeutet, dass diese Schriften an ihrer Aktualität nichts verloren haben, auch wenn sie schon dreieinhalbtausend Jahre alt sein mögen oder 2000 Jahre alt sein mögen. Darüber nachzudenken, was es bedeutet, dass Gottes Wort wirklich rein ist und dass dort Menschen auf verschiedene Art und Weisen Gottes Botschaft für uns niedergeschrieben haben. Ich für meinen Teil möchte mir erneut vornehmen, meinen Entschluss bekräftigen, allem zu glauben, was geschrieben steht. Und ich kann mit Paulus erweitert jetzt sagen: sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament. Ich möchte allem glauben und ich möchte Gottes inspirierte Prophetinnen und Propheten wirklich ernst nehmen und nicht anfangen, selbst zu unterscheiden, was jetzt inspiriert ist und was nicht inspiriert ist, sondern Gott reden lassen. Ich weiß, dass die Propheten und Prophetinnen ihre Schwächen hatten, die habe ich auch. Aber wenn Gott einen Menschen auswählt als Sprachrohr, um seine Botschaft an mich weiterzugeben, ist Gott in der Lage darauf zu achten, dass die Botschaft mich auch so erreicht, wie sie mich erreichen soll, damit ich ihr gehorche.

[39:54] Das glaube ich, Gott. Und ich wünsche mir, dass du das auch so erkennen kannst und verstehen kannst und auch Gottes Wort so annimmst, wie es uns gegeben ist. Wollen wir uns gemeinsam das vornehmen und das als Entschluss fassen und Gott danken, dass er sein Wort, dass er darauf aufpasst, trotz aller menschlichen Schwächen, die es gibt, und wir darauf vertrauen können, dass wir in seinem Wort seine Stimme zu unserem Herzen hören können. Lass uns auch gemeinsam beten.

[40:29] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir in deinem Wort das finden, was wirklich unserem Herzen gut tut. Wir finden genau die Stimme, nach der wir uns immer gesehnt haben. Wir finden den Trost und die Hoffnung, die Zuversicht, die Vergebung. Wir finden all das, wonach wir im tiefsten Innern schreien. Und Herr, wir wissen, das hat sich nicht ein Mensch ausgedacht. Die Dinge, die dort stehen, die Gedanken, die übersteigen alles, was Menschen zu denken in der Lage sind von alleine. Herr, du hast dich uns offenbart und du hast dich nicht nur in Herrlichkeit offenbart, du hast dich schwachen, irrenden Menschen offenbart, damit wir dort erreicht werden, wo wir sind. Und wir danken dir, dass du das so geschafft hast, dass obwohl du dich so niedergebeugt hast, dabei deine Botschaft nicht verloren gegangen ist. Sie ist nicht korrumpiert, sie ist nicht verdorben, sie bleibt immer noch rein, sie ist immer noch dieselbe. Und Herr, das bedeutet ja, wenn wir diese Botschaft aufnehmen, dass auch unsere Schwäche nicht dazu führt, dass diese Botschaft ihre Kraft verliert, sondern dass deine Botschaft, das Evangelium deiner Kraft, unserer Schwäche aufhilft und deine Kraft in unserer Schwäche zur Vollendung kommt. Herr, wir möchten dich von Herzen bitten, dass wir wirkliche Studenten deines Wortes werden und dir glauben, dass wir nicht menschliche Meinungen und Spekulationen über deine ausdrücklichen Aussagen stellen, Herr. Das bitten wir im Namen Jesu, Amen.

[42:14] Nächste Woche wollen wir dann weiter studieren über dieses Thema der Gabe der Prophetie. Wir wollen weiter verstehen, wie Gott den Geist der Weissagung, die Prophetie, verwendet, um unser Leben zu segnen. Bis dann wünschen wir euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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