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Manuskript: CSH_2012_Q2_Folge4.pdf

In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour mit Christopher Kramp wird das Thema Evangelisation und Zeugnisgeben als Lebensstil beleuchtet. Anhand biblischer Beispiele wie Tabitha und der Lehre Jesu wird gezeigt, wie eine tiefe Beziehung zu Christus die Grundlage für wirksames Zeugnis bildet. Die Bedeutung von Liebe, Gehorsam und Mitleid als Erkennungsmerkmale von Jüngern Jesu wird ebenso erörtert wie die Rolle des Heiligen Geistes beim Schreiben von Gottes Gesetz ins Herz.

Die Lektion betont, dass wahre Mission darin besteht, Jesus nachzufolgen und seinen Charakter im eigenen Leben widerzuspiegeln. Es werden praktische Ratschläge gegeben, wie man durch persönliches Zeugnis, Weisheit im Umgang mit anderen und ausdauerndes Gebet Menschen für Christus gewinnen kann. Der Fokus liegt darauf, dass das Leben eines Christen selbst ein „Brief“ ist, der von anderen gelesen wird und so auf Jesus hinweist.

In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour wird das Thema Evangelisation und Zeugnisgeben als Lebensstil behandelt. Christopher Kramp beleuchtet, wie ein tiefes Verhältnis zu Jesus Christus die Grundlage für authentisches Zeugnislegen bildet. Anhand biblischer Beispiele wie Tabitha und der Lehre Jesu wird gezeigt, wie gelebte Liebe und die Nachfolge Christi zu einem unwiderstehlichen Zeugnis werden, das Menschen erreicht und die Welt verändert. Die Bedeutung von Mitleid, Gebet und Weisheit im Dienst für andere wird ebenso thematisiert.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2012 Q2: Evangelisation und Zeugnisgeben

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Transkript

[1:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf joelmedia.de. Schön, dass ihr dieses Video euch anschaut, schön, dass ihr dabei seid und wir freuen uns gemeinsam, auch in dieser Woche das Wort Gottes näher betrachten zu können.

[1:27] Wenn wir eine weitere Folge dieses Lektionsheftes betrachten, wo es um Evangelisation und Zeugnisgeben geht. Wir haben uns bereits drei Wochen lang mit diesem interessanten und praktischen Thema beschäftigt. Und wenn wir uns jetzt auf das Bibelgespräch am 28. April vorbereiten wollen, da soll heute das Thema Evangelisation und Zeugnisgeben als Lebensstil im Mittelpunkt stehen. Wir wollen also davon sprechen, wie ist es möglich, Evangelisation und Zeugnisgeben nicht einfach nur als einen Teil der christlichen Erfahrung zu beschreiben, etwas, das man hin und wieder dann tut in einem Programm, sondern als etwas, das ganz natürlicherweise zu meinem Leben dazugehört, als ein Lebensstil.

[2:06] Unser Leittext, unser Merkvers in Apostelgeschichte 9, Vers 36 macht uns mit einer Frau bekannt, zur Zeit der Urgemeinde, die genau das getan hat. In Apostelgeschichte 9 und dort Vers 36 lesen wir: „In Joppe aber war eine Jüngerin namens Tabitha, was übersetzt Gazelle heißt. Diese war reich an guten Werken und Wohltätigkeit, die sie ausübte.“ Diese Tabitha, die Wohltätigkeit geübt hat, von ihr wissen wir nicht allzu viel, aber sie wird uns hier präsentiert als jemand, die reich war an guten Werken, eine Jüngerin. Und wenn es heißt eine Jüngerin, dann bedeutet das, dass sie jemand war, der Jesus nachgefolgt ist, eine Person, die Jesus nachgefolgt ist.

[3:01] Diese Christin lebte etwas aus, was wir in Johannes 15, in Johannes 15 und dort Vers 5 finden. In Johannes 15 Vers 5 heißt es von Jesus, dass er sagte: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“ Wenn es hier also heißt, in Apostelgeschichte 9 und Vers 36, dass sie reich war an guten Werken, dann bedeutet das, dass aus Sicht des Heiligen Geistes, der das Ganze beurteilt und dann niederschreiben lässt durch Lukas, dass diese Frau Tabitha, diese Jüngerin, eine ganz enge und tiefe Verbindung mit Jesus hatte, denn nur wenn sie in ihm blieb, konnte sie reiche Frucht tragen.

[3:56] Wir sehen hier das äußere Merkmal einer engen und tiefen Beziehung zu Jesus. Und wenn wir in den nächsten Minuten uns über diesen Lebensstil mehr unterhalten wollen, wollen wir nicht vergessen, dass das das Fundament ist. Evangelisation und Zeugnis geben können nur dann unser Lebensstil sein, überhaupt, wenn wir eine tiefe, enge, bleibende Beziehung zu Jesus haben. Nur diese tiefe, enge Beziehung zu Jesus wird es möglich machen, dass wir reich sind an guten Werken und diese Wohltätigkeit dann auch üben können.

[4:25] Nun wollen wir gemeinsam in Johannes bleiben und in das 13. Kapitel gehen. Vers 13, Vers 35. Dort sagt Jesus zu seinen Jüngern: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ Wenn Jesus sagt, „daran“, dann bedeutet das, dass es etwas gibt, woran man die Jünger erkennen kann. Und offensichtlich bezieht er sich auf das, was er vorher in Vers 34 gesagt hat. In Vers 34 heißt es: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt, damit wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt.“

[5:11] Die göttliche Liebe als Gebot Jesu ist offensichtlich das Erkennungsmerkmal eines jeden wahren Christen. Wir können einige Texte gemeinsam lesen, die wir schon gut kennen, weil wir sie oft hier in der Cannstatt Study Hour besprochen haben. Nur noch einmal als Erinnerung: In Römer 13, Vers 10 heißt es: „Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses, so ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.“ In Johannes 14 und dort Vers 15 lesen wir: „Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote.“ In 1. Johannes 5 und dort ab Vers 1 lesen wir in einem ganz ähnlichen Gedanken: „Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, der ist aus Gott geboren. Und wer den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der aus ihm geboren ist. Daran erkennen wir, dass wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten, denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer.“

[6:20] Man könnte auch noch Matthäus 22 hier anführen. In Matthäus 22 und dort Vers 37 bis 40. Matthäus 22, Vers 37 bis 40: „Und Jesus sprach zu ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das erste und größte Gebot. Und das zweite ist ihm vergleichbar: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten.“

[6:50] Wir finden also durch die ganze Bibel und durch diesen Gedanken, dass echte Liebe zu Gott sich immer im Halten der Gebote zeigt und dass echtes Gebotehalten nur möglich ist durch die Liebe Gottes und durch diese enge Beziehung zu Jesus. Wenn also Jesus sagt, und jetzt gehen wir noch einmal zurück zu unserem Ausgangstext in Johannes 13, Vers 35 oder in Vers 34, dass dieses Gebot ein neues Gebot ist, dass wir einander lieben sollen, wie auch Jesus uns geliebt hat, und dass daran, an dieser göttlichen Liebe, die sich im Aushalten seiner Gebote natürlich auch erweist, man erkennen kann, wer ein wahrer Jünger ist.

[7:30] Warum, hat sich vielleicht mancher gefragt, warum ist das ein neues Gebot? Ich denke, eine der Hauptgründe finden wir in Römer 5, Vers 8. Bevor wir dorthin gehen, wollen wir noch einen Gedanken hier kurz miteinander durchdenken. Wenn es hier heißt: „damit wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt“, dann wird hier ein ziemlich hoher Maßstab gesetzt. Der Maßstab für die Liebe der Jünger und der Christen untereinander ist der Maßstab, wie Christus uns geliebt hat. Wir sollen einander so lieben, wir sollen auf unsere Mitmenschen so zugehen, so wie Christus auf uns zugegangen ist.

[8:08] Und seine Liebe wird nirgendwo schöner und eindringlicher beschrieben, wahrscheinlich als in Römer 5, Vers 8. In Römer 5 und dort Vers 8 lesen wir: „Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ Mit anderen Worten, zu einem Zeitpunkt, als du und ich es nicht verdient hatten, ist Jesus den ganzen Weg gegangen und hat alles auf sich genommen. Und diese Liebe ist der Maßstab für die Liebe untereinander.

[8:56] Nun, warum, so haben wir gerade gefragt, ist diese Liebe ein neues Gebot? Ich denke, wenn wir das im Kontext sehen, dann wird ganz deutlich, dass das Kreuz Jesu eine ganz neue Dimension der Liebe Gottes offenbart hat. Am Kreuz von Golgatha wird noch deutlicher als jemals zuvor für die ganze Menschheit und für das ganze Universum, was die Liebe Gottes wirklich ist, wie sie ist und wie weit sie bereit ist zu gehen. Und diese neue Offenbarung der Liebe Gottes bringt ein neues Gebot mit sich, wenn er sagt: „So wie ich euch geliebt habe (Klammer auf: wie es sich auf Golgatha offenbaren wird, Klammer zu), so liebt auch einander.“

[9:43] Ist die Liebe, die wir füreinander haben, ist die Liebe, die du zu deinen Mitmenschen hast, so, dass sie mit der Liebe Jesu einen Vergleich standhält, oder gibt es da noch Wachstumspotenzial? Es ist ein Gebot, es ist keine Option, es ist kein Wunsch, den Jesus hätte, wenn es nur möglich wäre, vielleicht könntet ihr eventuell. Er sagt, es ist ein Gebot: „Liebt einander so sehr, wie ich euch geliebt habe.“ Und das, sagt er, bringt eine Einheit zusammen.

[10:18] Wir können noch einmal Johannes 13 hier betrachten. In Johannes 13 und dort Vers 35. Dort sagt er: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid.“ Mit anderen Worten, wenn sich diese Liebe im Volk Gottes offenbart, diese Opferbereitschaft, dann wird es niemanden geben, der unbeeindruckt bleibt. Das heißt ja nicht, dass jeder ein Jünger wird, aber jeder wird erkennen, dass ein wahrer Jünger zu Jesus gehört. Liebe hat eine unwiderstehliche Anziehungskraft und selbst wenn sich jemand dagegen entscheidet, so ist er doch beeindruckt gewesen und hat doch etwas von der Liebe Gottes begriffen.

[11:00] Wenn wir also oft das Gefühl haben, die Menschen haben überhaupt kein Interesse an dem Evangelium, sie werden gar nicht bewegt dadurch, sie haben keine tiefere Sehnsucht mehr dazu erfahren, dann könnte es daran liegen, dass genau das in unserer Verkündigung, in unserer Mission, in unserem Zeugnis geben fehlt, dass nämlich die Menschen noch nicht einmal erkennen, dass wir wirklich Jünger von Jesus sind.

[11:22] Wie ist es in deinem Leben? Können die Menschen erkennen, kann jedermann erkennen? Ich meine nicht nur die Menschen, die ohnehin schon wissen, dass du christlich geprägt bist. Kann jedermann erkennen, dass du mit Christus zusammenlebst? Vers 35 sagt Jesus: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ Er sagt, das ist die Bedingung. Wenn diese Bedingung da ist, wird jedermann das erkennen.

[11:51] So oft sprechen wir von Liebe und so selten haben wir wirklich echte Liebe. Wir reden viel von Einheit, aber diese echte Liebe würde eine Einheit in der Gemeinde Gottes zusammenbringen und zustande bringen, die, glaube ich, viele sich wünschen, aber kaum ahnen, dass das möglich wäre.

[12:11] Schauen wir gemeinsam, wie das möglich wäre in Johannes 17, Vers 21. In Johannes 17, Vers 21 heißt es: „Auf dass sie alle eins seien, gleich wie du, Vater, in mir und ich in dir, auf dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.“ Wieder haben wir diesen Gedanken, dass die Welt durch unser Beispiel etwas von der Güte, von der Gnade und von der Mission Gottes erkennt. Und wieder gibt es einen immens hohen Maßstab. Die Bibel sagt hier: So wie Gott, der Vater und Jesus Christus eins sind, so sollen auch wir mit Christus eins sein. Zwischen Gott, dem Vater und Jesus gibt es nicht die kleinste Differenz, nicht die kleinste Meinungsverschiedenheit, nicht die kleinsten Unterschiede.

[13:04] Wie viel Unterschied gibt es zwischen dir und Christus? Wie viel Meinungsverschiedenheit, wie viele Differenzen? Seht ihr, wirksames Zeugnis nach außen hat so viel damit zu tun, wie wir im Inneren unseres Lebens, unseres Lebensstils tatsächlich, wirklich, echt mit Jesus verbunden sind. Denn dann, sagt Jesus, wenn das passiert, dann wird die Welt glauben, dass Jesus Christus der Gesandte ist, der Messias, der Retter der Welt, auch wenn sich vielleicht nicht alle für ihn entscheiden werden, werden doch viele es sehen.

[13:50] Schauen wir gemeinsam in 1. Johannes 2, Vers 5, um zu erkennen, ob wir diese Liebe Gottes in unserem Leben haben. Vielleicht sagst du: Ja, woher kann ich jetzt wissen, ob ich bereits diese Liebe Gottes habe? Wie kann ich messen, ob mir etwas noch fehlt von der Liebe, ob ich mein Herz noch weiter wachen muss und noch mehr von meinem Ich aufgeben soll, noch mehr mich der Liebe Gottes aussetzen soll und sie annehmen soll in meinem Leben? Ob es noch Dinge gibt, an denen ich festhalte?

[14:18] In 1. Johannes 2, Vers 5 finden wir einen Maßstab, um zu erkennen, ob die Liebe Gottes in unserem Herzen sichtbar wird. Es heißt hier in Vers 5: „Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollkommen geworden. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind.“ Woran erkennen wir, dass wir in Christus sind? Wir erkennen es daran, dass wir sein Wort halten. Das heißt hier: Wer sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig, also wirklich, also echt, also authentisch, nicht nur vorgeheuchelt und gespielt, die Liebe Gottes vollkommen geworden. Und dann wird die Welt sehen, dass wir Jünger Jesu sind.

[15:06] Interessanterweise kann man auch Vers 10 hier noch anfügen. 1. Johannes 2, Vers 10 sagt uns: „Wer seinen Bruder liebt, der bleibt im Licht und nichts Anstößiges ist in ihm.“ Unsere Liebe untereinander in der Gemeinde, im Volk Gottes sorgt dafür, dass wir im Licht bleiben. Und wir können das Licht nicht produzieren. Wir können uns auch nicht selbst in das Licht hineinstellen. All das muss Gott tun, aber wir können sicherstellen, dass wir nicht wieder freiwillig aus dem Licht herauslaufen. Und wir stellen das sicher, indem wir in der Liebe bleiben, indem wir auch untereinander diese Liebe, die Gott uns gegeben hat, reflektieren und sie weitergeben.

[15:48] Und wenn wir in dem Licht bleiben, dann passiert etwas sehr Interessantes, denn in 1. Johannes 1, Vers 7 heißt es: „Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.“ Hier haben wir den Zusammenhang zwischen der Liebe Gottes und der Liebe, die wir geben, zwischen dem Blut Jesu und dem Halten der Gebote, zwischen der Liebe Gottes und dem Gehorsam. Eine untrennbare Einheit.

[16:24] Gehen wir einen anderen Text kurz an, in 2. Korinther 3 und dort Vers 2 und 3. In 2. Korinther 3 und dort Vers 2 und 3. Paulus schreibt hier einen sehr interessanten Abschnitt. Er sagt: „Unser Brief seid ihr selbst, in unsere Herzen geschrieben, erkannt und gelesen von jedermann. Es ist dir offenbar, dass ihr ein Brief des Christus seid, durch unseren Dienst ausgefertigt, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischliche Tafeln des Herzens.“

[17:04] Hier ist ein so interessanter Text. Paulus sagt: Jeder Christ ist ein Brief. Nun, wenn du dein Leben anschaust, wenn ich mein Leben anschaue, was lesen die Menschen? Das heißt ja hier, dass der Brief erkannt und gelesen von jedermann wird. Was sehen die Menschen, wenn sie deinen Brief, deinen Lebensbrief lesen?

[17:25] Interessanterweise wird hier Bezug genommen, das Schreiben des Briefes, wird hier Bezug genommen auf das Schreiben der 10 Gebote auf die Steintafel, nicht wahr? Das heißt, ihr explodiert nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln. Und das ist sehr interessant, denn dieses Bild der steinernen Tafeln und der Tafel des Herzens ist etwas, was wir schon im Alten Testament finden.

[17:59] Zum Beispiel in Sprüche 3 und dort Vers 3. Sprüche 3 und dort Vers 3. Wir finden dort folgenden Satz: „Gnade und Wahrheit werden dich nicht verlassen, binde sie um deinen Hals, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens.“ Offensichtlich war auch schon im Alten Testament das Herz der Platz, wo etwas hinaufgeschrieben werden sollte. Das heißt, da, wo unsere Entscheidung, unser Wille, unsere Moral, wo unser Denken und Fühlen ist, dort sollte etwas hineingeschrieben werden.

[18:31] Schauen wir weiter in 5. Mose 6. 5. Mose 6 und dort Vers 6. Da sagt Mose, oder vielmehr Gott zu Mose: „Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen.“ Kurz zuvor hatte er ihm die zehn Gebote noch einmal gegeben. Das heißt, diese Gebote, von denen wir gerade gesprochen haben, dass sie Ausdruck der Liebe Gottes sind, sollen auf unserem Herzen sein. Sie sollen dort hineingeschrieben sein.

[19:06] Und genau das ist es ja, was der neue Bund ist. Wir haben darüber schon sehr, sehr viel studiert, als wir den Galaterbrief gemeinsam durchgenommen haben. Der neue Bund wird definiert in Hebräer 8 und dort Vers 10. Hebräer 8, Vers 10, dort finden wir den Satz: „Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel schließen werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich will ihnen meine Gesetze in den Sinn geben und sie in ihre Herzen schreiben. Und ich will ihr Volk sein und sie sollen mein Volk sein.“

[19:36] Wir haben diesen Gedanken schon oft gehört, gemeinsam geschrieben und studiert. Aber wir haben selten darüber nachgedacht, dass der neue Bund etwas ist, nicht nur zwischen mir und Gott, sondern der neue Bund, das Schreiben der Gesetze Gottes in mein Herz, etwas ist, was von anderen Menschen gelesen wird, als ein Brief. Der neue Bund ist nicht nur eine Sache der meiner persönlichen Rechtfertigung und Heiligung und Erlösung, es ist auch eine Sache, die damit zu tun hat, wie effektiv unser Zeugnis ist. Wenn wir den neuen Bund verstehen und den neuen Bund leben, dann werden wir auch ein effektiver Brief sein für andere. Denn Korinther bringt diese beiden Dinge ganz explizit, wie wir gelesen haben, miteinander in Verbindung.

[20:17] Und dieses Schreiben durch den Heiligen Geist kann man nicht besser illustrieren, als wenn man zwei Neu-Testamente, die Texte miteinander vergleicht, die wir schon öfter angeschaut haben. In Lukas 11 und dort Vers 20, da sagt Jesus. Lukas 11, Vers 20: „Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.“ Und dann sagt Matthäus in Matthäus 12 und dort Vers 28. Matthäus 12, Vers 28: „Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.“ Gleiche Geschichte, gleiche Begegnung, nur unterschiedliche Perspektiven. Lukas sagt durch den Finger Gottes und Matthäus sagt durch den Geist Gottes.

[21:01] Wenn es also heißt, dass mit dem Finger Gottes etwas in Stein geschrieben wurde, dann ist das eine Parallele dazu, dass der Heilige Geist in unsere Herzen diesen Brief schreibt. Nicht auf die Steintafeln, sondern auf die Herzenstafel, wo nach dem Alten Testament und auch nach dem Neuen die Gebote kommen, die hineingeschrieben werden müssen. Mit anderen Worten, das Schreiben des Heiligen Geistes in unsere Herzen ist das Schreiben der zehn Gebote. Und das ist der Brief, den die anderen Menschen lesen sollen, dieser neue Bund, das Hineinschreiben der zehn Gebote, des Gesetzes Gottes, seines Charakters, seiner Liebe in unsere Herzen.

[21:43] Interessanterweise sagt Paulus nicht nur, dass wir ein Brief sind, sondern er sagt sogar, dass wir ein Siegel sind. Wir können das lesen in 1. Korinther 9 und dort Vers 1 und 2. 1. Korinther 9, Vers 1 und 2: „Bin ich nicht ein Apostel? Bin ich nicht frei? Habe ich nicht unseren Herrn Jesus Christus gesehen? Seid nicht ihr mein Werk im Herrn? Wenn ich für andere kein Apostel bin, so bin ich es doch wenigstens für euch. Denn das Siegel meines Aposteldienstes seid ihr im Herrn.“ Wir als Christen sind nicht nur der Brief, wir sind sogar das Siegel auf dem Brief. Interessanterweise.

[22:21] Gehen wir noch einmal zurück zu 2. Korinther 3. 2. Korinther 3 und dort Vers 6 oder Vers 7 reicht uns aus, Vers 7 und 8. Der Kontext ist, dass wir ein Brief sind, geschrieben von Christus durch die Apostel, durch den Heiligen Geist auf die steinerne, die fleischliche Tafel des Herzens. Und dann wollen wir einmal Vers 7 und 8 betrachten. Dort heißt es: „Wenn aber der Dienst des Todes, durch in Stein gegrabenen Buchstaben, von solcher Herrlichkeit war, dass die Kinder Israels nicht in das Angesicht Moses schauen konnten, wegen der Herrlichkeit seines Antlitzes, die doch vergänglich war, wie sollte dann nicht der Dienst des Geistes von weit größerer Herrlichkeit sein?“

[23:03] Paulus sagt, das, was der Heilige Geist in unsere Herzen schreiben möchte, ist noch herrlicher, noch größer, noch umfassender als das, was Moses erlebt hat dort auf dem Berg Sinai. Das ist das, was Gott wünscht, dass es sich in unserem Leben manifestiert. Denn wenn das in unserem Leben Realität wird, dann wird unser Lebensstil so sein, dass andere Menschen automatisch auf Jesus hingewiesen werden. Das ist das Geheimnis effektiver Mission.

[23:33] Schauen wir gemeinsam jetzt Matthäus 9 an. Matthäus 9 und dort Vers 36 bis 38. Wir finden hier, nachdem Jesus viele Wunder getan hat, dass es hier heißt, in Vers 36 bis 38: „Als er aber die Volksmenge sah, empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie ermattet und vernachlässigt waren wie Schafe, die keinen Hirten hatten.“

[24:08] Jesus sah die Menschen. Jesus sah die Menschen auf der Straße, auf dem Marktplatz, um ihn herum. Er sah die Gesichter, die von Schwierigkeiten gekennzeichnet waren, die von Krankheiten gekennzeichnet waren, die Sorge ausgedrückt haben, die Verzweiflung ausgedrückt haben, die Verlangen ausgedrückt haben nach dem Frieden, den nur Jesus geben kann. Er sah sie und sah, dass niemand, niemand im Volk Gottes diese Schafe führte. Sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben und er hatte Mitleid mit ihnen.

[24:41] Wie viel Mitleid hast du mit den Menschen, die du auf der Straße siehst, die wie Schafe ohne Hirten sind, die enttäuscht worden sind von den Menschen, zu denen sie aufgeschaut haben, die keine Antworten finden auf die dringenden und quälenden Fragen des Lebens? Hast du Mitleid mit ihnen wie Jesus?

[25:00] Vers 37: Da sprach er zu seinen Jüngern: „Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter.“ Vers 38: „Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussendet.“

[25:13] Warum hatte Jesus Mitleid mit den Menschen? Wir finden eine Antwort, bevor wir diese, wir finden eine Antwort in Hebräer 4 und dort Vers 15. Hebräer 4, Vers 15 sagt uns: „Denn wir haben nicht einen Hohen Priester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist, in ähnlicher Weise, doch ohne Sünde.“ Jesus kann Mitleid mit uns haben, weil er weiß, wie es ist. Er kennt unsere Situation, er weiß, wie sich Schwierigkeiten, wie sich Hunger, wie sich Durst, wie sich finanzielle Not, wie sich all diese Sorgen des Lebens anfühlen. Er ist auch dort gewesen, er hat zwar nicht gesündigt, aber er kennt die Versuchung aus eigener Erfahrung. Er weiß, wie es ist, wenn die Versuchung einen angreift. Und deswegen sagt die Bibel, hat er Mitleid mit uns.

[26:14] Haben wir Mitleid mit den Menschen dort draußen? Haben wir Mitleid mit den Menschen, die Gefangenen der Sünde sind? Haben wir Mitleid mit den Menschen, die von Versuchungen angegriffen werden? Oder schauen wir auf sie herab als Menschen zweiter Klasse? Jesus, der ohne Sünde war, im Gegensatz zu uns, hat sich trotzdem auf ihre Ebene begeben und hatte Mitleid mit ihnen. Wie viel mehr haben wir es nötig, Mitleid zu haben mit den Menschen?

[26:44] Auch in Hebräer 5 Vers 2 finden wir den gleichen Gedanken. Hebräer 5 Vers 2: „Ein solcher kann Nachsicht üben mit den Unwissenden und Irrenden, da er auch selbst mit Schwachheit behaftet ist.“ Kannst du Nachsicht üben mit den Unwissenden und Irrenden? Eine der grundlegenden Eigenschaften eines wahren Missionars ist, dass er nachsichtig ist mit denen, die viel weniger wissen von der Bibel und von Gott als er.

[27:09] Und Jesu Mitleid hatte verschiedene Facetten. Wir finden zum Beispiel in Matthäus 14 Vers 14. Matthäus 14 Vers 14 finden wir den Gedanken: „Als Jesus ausstieg, sah er eine große Menge, und er erbarmte sich über sie und heilte ihre Krankheiten.“ Dieses Erbarmen Jesu führte dazu, dass er ihre Krankheiten geheilt hat. Gesundheitsarbeit ist eine der Hauptaspekte, die zu diesem Mitleid gehören, das wir empfinden für andere Menschen. Hast du Mitleid mit anderen Menschen? Siehst du, dass sie krank sind, dass sie Schwierigkeiten haben mit ihrer Gesundheit, dass sie nicht wissen, noch ein oder aus? Eine Möglichkeit wäre es, als medizinischer Missionar in der Gesundheitsarbeit Menschen zu helfen und das Mitleid, das Jesus für sie hat, ihnen weiterzugeben.

[28:09] Eine andere Möglichkeit findet sich in Matthäus 15 Vers 32. In Matthäus 15 Vers 32 lesen wir: „Da rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach: Ich bin voll Mitleid mit der Menge, denn sie verharren nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen, und ich will sie nicht ohne Speise entlassen, damit sie nicht auf dem Weg verschwachen.“ Jesus hat Mitleid auch mit unseren ganz normalen alltäglichen körperlichen Bedürfnissen. Und wenn es Menschen gibt, die Mangel leiden, dann ist es nur das Natürlichste der Welt für einen Christen, der den Charakter Jesu reflektieren möchte, auch mit diesem Menschen Mitleid zu haben und für ihn zu sorgen, so gut es geht.

[28:51] Und dann vielleicht das Wichtigste, findet sich mal Markus 6 Vers 34. In Markus 6 und dort Vers 34, dort lesen wir: „Und als Jesus ausstieg, sah er eine große Volksmenge und er hatte Erbarmen mit ihnen, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben, und er fing an, sie vieles zu lehren.“ Jesus hatte Erbarmen, weil er wusste, dass die Pharisäer und die Schriftgelehrten und die Sadduzeer nicht wirklich das Wort Gottes den Menschen beibrachten. Die Menschen hatten einen geistlichen Hunger, sie wussten vielleicht nicht mal darum. Sie kannten das Wort Gottes nicht, dass es Leben hat und das geistliche Leben ihnen schenken kann.

[29:36] Viele Menschen heute, die hungern und dürsten nach dem lebendigen Wort Gottes, ohne es zu wissen, weil sie es noch nie geschmeckt haben. Sie wissen gar nicht, was ihnen fehlt. Sie wissen nur, dass die Antworten, die sie so dringend suchen, dass sie diese Antworten auf die quälenden Fragen des Lebens nicht haben. Wer bin ich? Wo komme ich her? Warum das Leid in der Welt? Was passiert nach dem Tod? Und die Hirten dieser Welt, die Führer der Kirchen und Religion und Weltanschauung, sind keine echten Hirten. Die Menschen heute laufen durch die Welt wie Schafe ohne Hirten. Und du und ich haben unsere Bibel in der Hand. Du und ich haben Antworten, die ihnen helfen könnten.

[30:21] Hast du Mitleid mit den Menschen? Möchtest du ihnen helfen? Hast du eine Bürde für verlorene Menschen?

[30:31] Lass uns gemeinsam Johannes 4 Vers 35 anschauen. Johannes 4 und dort Vers 35. Die Bibel sagt, Johannes 4 Vers 35: „Sagt ihr nicht: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht die Felder an! Sie sind schon weiß zur Ernte.“

[31:07] Jesus sagt uns: Warte nicht auf einen zukünftigen Zeitpunkt, wo du anfangen wirst, Missionen zu betreiben. Warte nicht auf einen Zeitpunkt, irgendwann, demnächst, wo es sich eine Gelegenheit vielleicht ergeben könnte. Nutze die Gelegenheiten jetzt gleich. Wenn du einen Menschen siehst, der Mangel hat und du Christus im Herzen hast, dann wird das Mitleid, die Bürde für den verlorenen Menschen nicht dazu bringen, jetzt zu handeln, nun etwas zu unternehmen und nicht zu warten.

[31:41] Gehen wir noch einmal zurück zu Matthäus 9 und dort Vers 37 jetzt. In Matthäus 9 und dort Vers 37. Dort heißt es: „Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter.“

[32:05] Wenige Arbeiter. Wie viele Arbeiter gibt es in deinem Umfeld, die tatsächlich Menschen für Jesus gewinnen? Wie viele Menschen kennst du, die tatsächlich nicht nur davon reden, Menschen zu gewinnen, sondern die tatsächlich in der letzten Zeit Menschen zu einer rettenden Beziehung mit Jesus geführt haben? Und wie viele Menschen kennst du, die noch nicht wirklich Jesus und die volle Wahrheit erkannt haben? Wahrlich, die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind weniger.

[32:45] Wie viele Menschen braucht es, um Deutschland zu erreichen, um Stuttgart zu erreichen, um die Stadt, in der du wohnst, zu erreichen? Wie viele Menschen wird es brauchen? Wie viele Menschen sind dort draußen, die noch nicht wirklich das Evangelium und seine Fülle von Offenbarung 14 gehört haben und die wie Schafe ohne Hirten durch die Gegend laufen? Und wie viele Arbeiter sind dort, die nach den Methoden Jesu, nach den Methoden der Bibel, nach den Methoden des Geistes der Weissagung Menschen retten?

[33:20] Jesus gibt uns einen Rat. Er sagt in Vers 38: „Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussendet.“ Wir sind nicht der Herr der Ernte. Gott hat die Kontrolle über die Ernte. Er weiß, wann es Zeit ist zu ernten, aber er braucht Arbeiter, denen er die notwendigen Befehle geben kann. Möchtest du so ein Arbeiter sein? Denn als die Jünger beten sollten und gebetet haben und gebetet haben: „Herr, sende Arbeiter in die Ernte und sende Arbeiter in die Ernte“, und Gott bitte: „Bring uns jemanden, der uns hilft, sende jemanden, der Bibelstunden geben kann.“ Da war es dieses Gebet, das sie selbst vorbereitet hat.

[33:57] Denn wir finden, dass im nächsten Kapitel, der allernächste Vers, Vers 1, Kapitel 10, da rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister, um sie auszutreiben und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen. Und dann folgt dieses berühmte Kapitel, wo er seinen Jüngern sagt und seinen Aposteln sagt: „Geht und verkündigt das, was ich euch gezeigt habe.“ Und er gibt ihnen genaue Anweisungen, wie es zu tun ist. Das Gebet um Arbeiter bereitet den Betenden selbst vor. Wenn du also um Arbeiter bittest in deiner Stadt, wenn du um Arbeiter bittest in deiner Gegend, in deinem Dorf, wo auch immer du bist, dann sei darauf gefasst, dass dieses Gebet, wenn es ernsthaft ist und wenn es dich mit Christus wirklich verbindet, so wie er verheißen hat, dass es dich vorbereitet, selbst der Arbeiter zu sein.

[34:48] Jesus sucht Menschen, die in ihrem Lebensstil Arbeiter sein wollen, damit die Ernte eingefahren werden kann und Jesus, wie es in Offenbarung 14, Vers 14, 15, 16 heißt, wiederkommen kann, weil die Ernte reif ist.

[35:04] Die Bibel sagt, da sprach Jesus wiederum zu ihnen: „Friede sei mit euch. Gleich wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“

[35:37] Jesus sendet uns, das ist uns bekannt. Aber ist uns bekannt, ist uns bewusst und haben wir es erlebt, dass Jesus uns so sendet, wie er gesendet wurde, d.h. mit der gleichen Botschaft, mit der gleichen Methode und mit der gleichen Bürde für verlorene Seelen? Er sagt: „Gleich wie“, genau so.

[36:03] Nein, Zeugnis geben ist nicht einfach nur ein bisschen Beschäftigungstherapie, damit den Christen nicht zu langweilig wird. Zeugnis geben bedeutet, das Leben Jesu zu imitieren. Zeugnis geben ist die Imitation Jesu und die Imitation Jesu ist die einzige wahre Religion, die es gibt auf der Welt. Die einzige wahre Religion auf der Welt ist es, Jesus Christus zu imitieren. Und hier finden wir dieses Prinzip angewandt auf Mission und Zeugnis geben. Willst du wissen, wie man Menschen erreicht, dann schau, wie Jesus sie erreicht hat.

[36:46] Jesus sagt: „Ich will euch zu Menschenfischern machen.“ Lass uns das kurz anschauen, wenn es nicht im Sendemanuskript steht, in Matthäus 4 und dort Vers 19. Da sagt Jesus und er spricht zu ihnen: „Folgt mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen.“ Dieser Vers hat eine ganz besondere Bedeutung in meinem Leben bekommen. Folgt mir nach. Wir müssen Jesus nachfolgen. Je näher wir an Jesus sind, je genauer wir Jesus studieren, je präziser wir das imitieren, was Jesus gemacht hat, umso effektiver werden wir Menschenfischer sein.

[37:19] Denn Jesus sagt: „Ich will euch zu Menschenfischern machen.“ Kein Seminar der Welt kann das tun, keine wissenschaftliche Methode, keine Ausarbeitung, kein Lesen von Büchern, nichts, sondern eine enge und tiefe Beziehung zu Jesus, so wie mit der Tabitha, sie war eng verbunden mit Jesus, brachte reiche Frucht und wurde dadurch zu einer erfolgreichen Seelengewinnerin. Das ist das Geheimnis. Evangelisation und Zeugnis geben als Lebensstil ist in Wirklichkeit ein Thema, wo es darum geht, einfach Christus zu folgen, egal wohin er auch geht, aus Liebe und aus Vertrauen heraus.

[38:01] Lass uns noch einen wichtigen Punkt ansprechen, der die Methode betrifft. In 1. Korinther 9 und aus Vers 20 bis 22 finden wir einen Abschnitt, der sehr oft missverstanden wird und für falsche Zwecke zitiert wird. In 1. Korinther 9, Vers 20 bis 22. Die Bibel sagt hier: „Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich unter dem Gesetz, damit ich die unter dem Gesetz gewinne. Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich ohne Gesetz, obwohl ich vor Gott nicht ohne Gesetz bin, sondern Christus gesetzmäßig unterworfen, damit ich die gewinne, die ohne Gesetz sind. Den Schwachen bin ich wie ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette.“

[39:58] Dieser Vers ist so oft missbraucht worden, man hat immer wieder behauptet, oder man benutzt ihn dazu, um Wahrheiten des Evangeliums zu kompromittieren, um Kompromisse einzugehen oder um Methoden einzuführen, die völlig gegen das Wesen des Evangeliums stehen. Man sagt, Paulus war den Juden ein Jude, den Griechen ein Grieche. Aber stellen wir fest und halten wir fest, dass Paulus keine rabbinischen Schriften geschrieben hat und halten wir erst recht fest, dass Paulus keine griechischen Dramen und Theaterstücke aufgeführt hat. Das wäre sehr natürlich gewesen, Theaterstücke, Dramen waren populär wie kaum etwas anderes in der Zeit, aber Paulus hat das Leben Jesu nicht als Theaterstück aufgeführt, an keiner Stelle.

[39:45] Was meint er, wenn er sagt: „Ich bin den Juden ein Jude und den Griechen ein Grieche geworden?“ Ganz einfach das. Wenn wir ihn sein Leben verfolgen und schauen, wie er gepredigt hat, dann stellen wir fest, dass in seiner Evangeliumsverkündigung er eine bestimmte Strategie hatte. Dieser Vers spricht nicht so sehr von den äußeren Methoden oder Hilfsmitteln, die hineingebracht werden, sondern von der Strategie, von der Aneinanderreihung von Punkten, von der Reihenfolge der besprochenen Themen in der Evangeliumsverkündigung.

[40:15] Mit anderen Worten, ganz praktisch ausgedrückt: Wenn Paulus mit Juden redete, dann begann er am Anfang, über Jesus Christus zu sprechen. Er sprach über das Gesetz, über das Heiligtum, über die alttestamentliche Prophezeiung, über das, was den Juden bekannt war und wogegen sie keinen Vorurteil hatten. Und als er in der Lage war, ihnen Dinge dort zu zeigen, im Alten Testament, die sie vorher nie gesehen hatten und als sie Vertrauen zu ihm gewonnen hatten, dass er wirklich ein treuer Bibelstudent ist, so konnte er dann Stück für Stück das Fundament legen, um dann später, als sie das Fundament akzeptiert hatten, als sie verstanden hatten, was das Heiligtum eigentlich wirklich bedeutet, als sie den wahren Charakter des Gesetzes Gottes verstanden haben und die Prophezeiung, dass sie dann logischerweise auch Jesus Christus angenommen haben, der dann später präsentiert wurde.

[41:01] Die gleiche Art und Weise hat Paulus mit den Heiden verfahren. Statt von Anfang an gleich das Gesetz zu predigen, das sie vielleicht zu einengend empfunden hatten, hat er mit ihnen über Jesus gesprochen, über den Jesus, der Wunder tut, der Kranke heilt, der die Liebe ist. Und dieser Jesus, der selbst den fairsten Heiden so angenehm war, die keinen Vorurteil natürlich gegen eine Person Jesus hatten, dieser Jesus, der sie dann bekehrt hat, hat einen Weg bereitet, dass sie dann auch die Gesetze und Vorschriften des Herrn akzeptieren konnten.

[41:42] Paulus spricht also davon, dass wir, wenn wir mit Menschen anderer Glaubensüberzeugung, anderer Religion, anderer Konfession in Kontakt kommen, dass wir in unserer Herangehensweise uns ihnen gleich machen. Nicht indem wir die Wahrheit verleugnen, sondern indem wir die Wahrheiten betonen am Anfang, mit denen wir übereinstimmen können und die Wahrheiten für eine Zeit zurückhalten, die Vorurteile und Mauern bauen, so dass wir ein gutes Fundament legen können, dass wenn Vertrauen hergestellt ist, wir dann Schritt für Schritt die Wahrheiten einführen können, so wie es die Person tragen kann, die eine Entscheidung von der Person fordern.

[42:26] Interessanterweise können wir hier auch sehen, dass keine Methode, selbst die beste, selbst die, die der Paulus angewandt hat, dazu führt, dass alle gerettet werden. „Ich bin allen alles geworden“, Vers 22, „damit ich auf alle Weise etliche rette.“ Ja, es können viele gerettet werden, aber selbst Paulus wusste, die besten Methoden des Wortes Gottes werden nicht alle retten, denn immer noch hat der Mensch die freie Entscheidungsfreiheit.

[42:52] Wir wollen gegen Ende noch zwei interessante Passagen betrachten. In Markus 5 finden wir die interessante Geschichte von dem Besessenen. Wir haben das vor kurzem schon einmal genauer angeschaut, deswegen wollen wir nur einen wichtigen Punkt hier besprechen. Als Jesus den Besessenen geheilt hat, und wir haben schon darüber gesprochen in einer der folgenden Folgen, dass dieser Besessene keine Predigt gehört hat von Jesus, kein Seminar besucht hat, keine Cannstatt Study Hour gehört hat und trotzdem zu einem erfolgreichen Bibelarbeiter wurde, dann finden wir hier im Vers 19 einen interessanten Ausspruch von Jesus.

[43:25] Es heißt aber: „Jesus ließ es ihm nicht zu, sondern sprach zu ihm: Geh in dein Haus, zu den Deinen und verkündige ihnen, welche große Dinge der Herr an dir getan hat und wie er sich über dich erbarmt hat.“

[43:38] Jesus gibt uns hier einen sehr wichtigen Ratschlag. Er sagt zu jedem Einzelnen von uns, der eine Befreiung erlebt hat, der ein Erlebnis mit Jesus gehabt hat, der Jesus von Angesicht zu Angesicht sozusagen geistlich gesehen hat, er sagt zu jedem Einzelnen von uns: Geh zu den Deinen, geh in dein Haus, geh zu deinen Freunden, zu deinen Nachbarn, zu deinen Arbeitskollegen, zu deinen Mitstudenten, geh zu den Deinen und verkündige ihnen, welche große Dinge der Herr an dir getan hat.

[44:10] Dein persönliches Zeugnis, über das wir schon gesprochen haben, ist eine der besten Mittel, um Menschen mit Jesus bekannt zu machen. Wenn sie in deinem Leben sehen, dass sich etwas geändert hat, und glaubt ihr, meine lieben Freunde, dass die Freunde des ehemals Besessenen sehen konnten, dass in seinem Leben sich etwas verändert hat? Er sah anders aus, er hat sich anders gegeben und er war frei geworden von Abhängigkeiten. So auch mit uns, wenn wir plötzlich anders aussehen, uns anders geben, wieder Vernunft angenommen haben und mit alten Gewohnheiten gebrochen haben, dann wird unser Zeugnis eine große Kraft haben.

[45:01] Und interessanterweise finden wir in Vers 20 den Gedanken: „Und er ging hin und fing an im Gebiet der zehn Städte zu verkündigen, welche große Dinge Jesus an ihm getan hatte, und jeder Mann verwunderte sich.“ Es war nur ein Missionar mit einer Ausbildung von vielleicht einigen Minuten, der aber eine entscheidende Erfahrung mit Jesus gemacht hatte und er konnte in zehn Städten erfolgreich Zeugnis geben und evangelisieren. Wie groß kann dein Einfluss sein mit dem, was du weißt? Wenn dieser Mann zehn Städte erreichen konnte, wie viele Städte kannst du dann erreichen mit dem, was du weißt und was Jesus schon alles in deinem Leben getan hat?

[45:41] Es ist interessant, dass Jesus selbst abgelehnt wurde, aber durch diesen geheilten Menschen dann doch wieder Zugang fand. Jesus selbst wurde von den Bewohnern dieser Gegend hinweg geschickt, aber Jesus kam wieder zu ihnen durch diesen treuen Missionar, durch einen Menschen, der einfach das erzählt hat, was Jesus in seinem Leben getan hat, der sich nicht geschämt hat des Evangeliums und er bereit war, mit seinem ganzen Lebensstil Zeugnis davon abzulegen, dass Jesus der Herr ist und ein mächtiger Gott und ein Retter.

[46:25] Lasst uns gemeinsam noch Kolosser 4 Vers 2 bis 6 anschauen. Ihr habt in dem Sendemanuskript noch Johannes 17 Vers 11 bis 19, das ihr alleine noch gemeinsam hier betrachten könnt und einen Gedanken euch ja anschauen könnt. Wir wollen jetzt zum Ende Kolosser 4 anschauen. Kolosser 4 Vers 2 bis 6, ein wunderbarer Abschnitt. In Kolosser 4 Vers 2 bis 6 heißt es:

[46:59] „Seid ausdauernd im Gebet und wacht darin mit Dankssagung. Betet zugleich auch für uns, damit Gott uns eine Tür öffne für das Wort, um das Geheimnis des Christus auszusprechen, um dessen Willen ich auch gefesselt bin, damit ich es so offenbar mache, wie ich reden soll. Wandelt in Weisheit denen gegenüber, die außerhalb der Gemeinde sind, und kauft die Zeit aus. Euer Wort sei alle Zeit in Gnade mit Salz gewürzt, damit ihr wisst, wie ihr jedem Einzelnen antworten sollt.“

[47:30] Ist es dein Wunsch, dass du das erlebst, dass du ausdauernd im Gebet bist, dass du wachst im Gebet mit Dankssagung, dass dein ganzes Leben ein Leben des Gebetes ist ohne Dankssagung? Auch ein Gebet für deine Mitarbeiter im Werk Gottes, wie der Paulus sagt in Vers 4: „Betet zugleich für uns.“ Möchtest auch du, dass dir eine Tür geöffnet wird, damit du das Wort von Jesus Christus sprechen kannst? Möchtest du, dass Türen sich öffnen im Leben von anderen Menschen, dass Türen sich öffnen im Leben von Liebsten und Angehörigen, dass Türen sich vielleicht sogar buchstäblich öffnen, weil du an ihnen geklopft und geklingelt hast? Möchtest du erleben, dass Christus dir es offenbar macht, wie du reden sollst, dass er dir in einem entscheidenden Moment in einem Gespräch die richtigen Gedanken schenkt? Nicht, weil du alles vorher minutiös auswendig gelernt hast, sondern weil du mit ihm verbunden bist und ihn liebst und ihm dienen möchtest und mit deinem ganzen Leben einen Stil verkörpern möchtest, nämlich den Stil von Jesus, seinen Lebensstil.

[48:45] Möchtest du in Weisheit wandeln, denen gegenüber, die nicht in der Gemeinde sind? Möchtest du wissen, was zu tun ist, wenn du mit Menschen in Kontakt kommst, die nicht all das wissen, was du weißt? Wie viele Fehler sind geschehen in der Vergangenheit, weil Menschen zu viel erwartet haben von Ungläubigen oder von Interessierten und sie falsch behandelt haben? Möchtest du Weisheit haben? Möchtest du von Gott geschenkt bekommen haben, dass du die Zeit auskaufst? Wie viel Zeit vertrödeln wir oft, verschwenden wir mit unnützen Dingen? Wie viel goldene Gelegenheit sind in meinem Leben schon vorbeigegangen, die ich nicht genutzt habe, Menschen mit dem Evangelium zu vertraut zu machen? Und ich denke, dir geht es genauso. Die Bibel fordert uns auf: Kauft die Zeit aus.

[49:26] Möchtest du erleben, dass dein Wort alle Zeit mit Gnade gewürzt ist, mit Salz gewürzt ist, in Gnade ist? Alle Zeit, dass egal was du sagst, von morgens bis abends immer Gnade mit fließt in deinen Worten? Dass egal wer dir zuhört, er immer ein bisschen näher noch zu Jesus gezogen wird, weil dein Lebensstil so ist, dass Menschen zu Jesus geführt werden? Vers 5, damit ihr wisst, wie ihr jedem Einzelnen antworten sollt. Jeder Mensch hat ein anderes Problem. Es gibt kein Buch, das für jeden Menschen die Paradeantwort hat. Die einzige Möglichkeit zu wissen, wie ich jedem einzelnen Menschen, egal ob Atheist oder Christ oder Buddhist oder Muslim oder was auch immer, wie ich ihm antworten soll, in welcher Lebenslage auch ist, ob reich, ob arm, ob alt oder jung, jeder Mensch braucht ein bisschen etwas anderes, einen anderen Ansatz. Und die einzige Möglichkeit zu wissen, wie ich ihm antworten soll, ist, wenn wir hier beschrieben, wir alle Zeit beten, alle Zeit in Weisheit wandeln, alle Zeit mit Gnade sprechen, alle Zeit mit Christus verbunden sind.

[50:34] Nur und auch wirklich nur, wenn Christentum unser tatsächlicher Lebensstil ist, wenn wir wie Tabitha verbunden sind mit Christus und reiche Frucht bringen. Nur dann, wenn wir die Liebe Gottes, seine Liebe zu unserem Maßstab machen und sie in unser Herz hineinlassen, damit sie zu anderen fließt, nur dann werden wir effektiv evangelisieren und Zeugnis geben. Möchtest du mit deinem Leben Christus darstellen, dass wenn sein Charakter in deinem Leben offenbar wird, die letzte Ernte schnell reift und Jesus bald wiederkommt? Das ist dein Wunsch.

[51:18] Ich danke euch, dass ihr zugeschaut habt und wir freuen uns, wenn ihr nächste Woche wieder auf joelmedia.de euch einfindet, um die nächste Cannstatt Study Hour zu sehen, wo wir einen weiteren Aspekt betrachten wollen, wie wir Menschen mit dem Evangelium erreichen können. Und bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und viel Freude daran, es auszuprobieren in eurem alltäglichen Leben Zeugnis zu geben für den, der so viel für dich und für mich getan hat. Gott segne euch und bis bald. Amen.


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