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In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour, Teil 2 des Quartals 2012, spricht Christopher Kramp über das Thema „Evangelisation und Zeugnisgeben“. Der Fokus liegt auf der Bedeutung von gemeinsamer Evangelisation und wie wir als Gemeinschaft effektiver Zeugnis geben können. Es werden biblische Prinzipien und Beispiele aus der Schrift beleuchtet, die die Notwendigkeit von Zusammenarbeit, gegenseitiger Unterstützung und dem Aufbau einer starken geistlichen Gemeinschaft für die Verbreitung des Evangeliums hervorheben.

In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour, Teil 2 des 2. Quartals 2012, konzentriert sich Christopher Kramp auf das Thema „Evangelisation und Zeugnisgeben“ mit einem besonderen Fokus auf die Bedeutung gemeinsamer Anstrengungen. Anhand biblischer Beispiele und Prinzipien aus 2. Timotheus, Prediger, Lukas und anderen Büchern wird beleuchtet, wie wichtig Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung und das Vorbild im christlichen Dienst sind. Die Lektion betont, dass wahre Evangelisation eine Kettenreaktion ist, bei der neu bekehrte Menschen selbst zu Lehrern werden und andere zum Glauben führen.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2012 Q2: Evangelisation und Zeugnisgeben

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Transkript

[1:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Wir freuen uns, dass ihr auch diesmal wieder dabei seid, diese Woche mit uns gemeinsam Gottes Wort studieren wollt. Wir werden weitermachen, indem wir uns vorbereiten auf das Bibelgespräch am 19. Mai mit unserem Lektionsheft Evangelisation und Zeugnisgeben.

[1:30] Wir haben in der letzten Woche darüber gesprochen, was individuelle Evangelisation und individuelles Zeugnisgeben bedeuten. Heute wollen wir den nächsten Schritt gehen, denn niemand ist eine Insel, wie wir wissen, und deswegen werden wir heute über gemeinsame Evangelisation und gemeinsames Zeugnisgeben reden. Letzte Woche haben wir darüber gesprochen, dass jeder von uns eine einzelne Aufgabe hat und für sich selbst auch verantwortlich ein Stück weit ist. Heute wollen wir das zusammenfügen und sagen, was kann jeder Einzelne im Verbund mit anderen Einzelnen noch effektiver wirken und gestalten.

[2:04] Wir wollen uns dazu einen Leitgedanken anschauen, in 2. Timotheus 2 und dort Vers 2. Dort lesen wir: „Und was du von mir gehört hast vor vielen Zeugen, das vertraue treuen Menschen an, die fähig sein werden, auch andere zu lehren.“ Paulus, der hier zu dem jungen Timotheus spricht, zu seinem jungen Mitarbeiter im Evangelisationsdienst, in der Evangeliumsverkündigung, zeigt ihm hier diesen Dreischritt, diese Kettenreaktion der wahren Evangelisation. Er sagt: Timotheus, du hast von mir, einem erfahrenen Evangelisten, gehört – das heißt, du hast gelernt, du hast das Wort gehört und aufgenommen. Dann, zweitens, sollst du andere lehren, du sollst das, was du gehört hast, weitergeben. Aber nicht nur das. Drittens, sollst du die Belehrten zu Lehrern machen und sie daran ausbilden, dass diese dann fähig sein werden, auch andere zu lehren.

[3:11] Manchmal glauben wir, Mission ist dann abgeschlossen, wenn Menschen die Wahrheit erkannt haben. Aber Mission ist eigentlich wirklich dann als Kettenreaktion sozusagen erst effektiv, wenn neu bekehrte Menschen selbst in der Lage sind, wieder andere zum Glauben zu führen. Das ist sozusagen das Element, was Mission eigentlich wirklich am Laufen hält und dann auch dazu beitragen wird, dass das Evangelium in die ganze Welt hinausgehen wird, wie Matthäus 24 Vers 14 sagt. Und da wird ganz deutlich in diesem Vers, dass eben eine einzige Person diesen Missionsauftrag nicht alleine erfüllen kann. Auch wenn wir gesehen haben, dass jeder Einzelne eine Aufgabe hat und jeder Einzelne wirklich große Dinge bewirken kann, so sind wir doch voneinander abhängig, dass andere, die schon vor uns gelaufen sind, uns unterrichten und instruieren und wir dann wieder andere unterrichten können und sie vorbereiten können auf den Dienst. Denn niemand von uns ist in der Lage, das ganze Werk zu tun. Das ist ganz offensichtlich.

[4:07] Wenn wir 2. Timotheus 2 Vers 2 noch etwas genauer anschauen, dann stellen wir noch einige interessante Dinge fest. Zum Beispiel in 2. Timotheus 1 Vers 3 – es ist hier falsch, im Sendemanuskript steht 1. Timotheus – in 2. Timotheus 1 Vers 3 heißt es: „Ich danke Gott, dem ich von den Vorfahren her mit reinem Gewissen diene, wenn ich unablässig an dich gedenke in meinen Gebeten Tag und Nacht.“ Hier finden wir ein interessantes Prinzip, einen wichtigen Grund, warum es so bedeutsam ist, miteinander auch zu evangelisieren. Paulus sagt, der erfahrene Evangelist zu seinem jungen Mitarbeiter: „Ich bete für dich Tag und Nacht.“ Einer der Gründe, warum wir gemeinsam Zeugnis geben wollen und gemeinsam evangelisieren wollen, ist, damit wir füreinander beten können. Für Timotheus wurde gebetet. Und wenn du hinausgehst, wenn du es unternimmst, deinen Glauben intelligent und mit Klarheit und Wahrheit weiterzugeben, wer betet dann für dich? Hast du jemanden, der für dich betet, der dich in seinen Gebeten zu Jesus emporbringt?

[5:15] In 2. Timotheus 3 und dort Vers 10, dort finden wir einen weiteren Gedanken, der hier mit hineinspielt. In 2. Timotheus 3 und dort Vers 10 heißt es – ebenfalls spricht natürlich wieder Paulus an den jungen Timotheus – „Du aber bist mir nachgefolgt in der Lehre, in der Lebensführung, im Vorsatz, im Glauben, in der Langmut, in der Liebe, im standhaften Ausharren.“ Was Paulus hier im Wesentlichen sagt, ist: Du hast nicht nur meine Lehrpunkte imitiert, bist mir nicht nur nachgefolgt in dem, was ich verkündigt habe, sondern auch in dem, wie ich es verkündigt habe, in den Methoden, in meiner Lebensführung, in meinem Glauben und auch in den Schwierigkeiten.

[6:05] Es ist also wichtig, dass wir einander haben, nicht nur, dass wir voneinander beten können und dass wir voneinander lernen können, was die Wahrheit ist, sondern auch, dass wir voneinander lernen können, wie ich mich in schwierigen Situationen in der Evangelisation verhalten kann, wie ich ausharren kann, wie ich Liebe für verlorene Menschen haben kann, wie mein ganzes Leben ein Zeugnis sein kann. Voneinander können wir auch in diesen Dingen lernen, und Paulus sagte ganz deutlich, dass seine Lebensführung, sein Vorsatz, sein Glauben und all die anderen Dinge ein Vorbild waren für den jungen Evangelisten. Wenn du dein christliches Leben anschaust, lieber Freund, liebe Freundin, können dann, insbesondere dann, wenn du vielleicht schon ein wenig älter bist, können dann junge Menschen, die auch dieses Werk auf sich nehmen wollen, können dann junge Menschen etwas von dir lernen, von dem, wie du dich benimmst, wie du dich verhältst, wie du sprichst und wie du dein Leben führst? Und das gilt ja nicht nur für ältere Menschen, das gilt natürlich für jüngere Menschen genauso. Ist dein Leben nicht nur das, was du sagst, nicht nur das, was du sagst, sondern auch das, was du praktizierst? Ist das ein Vorbild für andere, dem nachzueifern? Das ist eine Frage, die ich mir stellen muss und die du dir stellen musst. Wenn wir darüber reden, dass wir gemeinsames Zeugnis und gemeinsame Evangelisation erleben wollen, dann müssen wir uns gegenseitig durch unser Vorbild auch ermutigen und erziehen.

[7:26] Und in 2. Timotheus 3 und dort Vers 14, da finden wir einen sehr wichtigen Aufruf, den der Paulus an den Timotheus stellt. In 2. Timotheus 3 und dort Vers 14 heißt es: „Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und was dir zur Gewissheit geworden ist, da du weißt, von wem du es gelernt hast.“ Paulus wusste, dass Timotheus als ein junger Arbeiter in all den Schwierigkeiten, die das Evangelium, der Evangeliumsdienst mit sich bringt, in der Gefahr stehen könnte, von dem abzuweichen, was er ursprünglich mal genau wusste. Und Timotheus wäre nicht der Erste gewesen und auch nach ihm sind viele gekommen, denen es dann so ergangen ist. Zum Glück ist es Timotheus selbst nicht so ergangen. Die etwas in jungen Jahren ganz deutlich und fest geglaubt haben, die klar unterrichtet worden sind und sich auch niemals haben vorstellen können, davon abzuweichen, die dann aber doch über Zeit, weil sie nicht mehr engsten Kontakt zu ihren Mentoren gehabt haben oder durch andere Mentoren, durch andere Lehrer schlecht beeinflusst worden sind, dass sie das verlassen haben, was ihnen einmal feste Gewissheit gewesen ist. Und so sollten wir nicht zu sicher sein, dass das, was wir einmal glauben, wir auch immer glauben werden. Paulus ruft uns auf: „Bleibe in dem, was du gelernt hast.“ Offensichtlich ist es möglich, das, was wir gelernt haben, was uns zur Gewissheit geworden ist, auch wieder zu verlassen.

[8:48] Und gemeinsame Evangelisation und gemeinsames Zeugnis geben, möchte uns auch dazu ermutigen, dass wir gemeinsam bei dem bleiben, was wir wissen und was uns zur Gewissheit geworden ist. Es ist ganz wichtig, dass wenn wir gemeinsam Menschen erreichen wollen, dass wir auch gemeinsam auf einem theologischen und biblischen Fundament stehen und nicht das aufgeben, was uns einmal zur Gewissheit geworden ist und was wir als richtig erkannt und gelernt haben.

[9:17] Wir wollen jetzt dieses Prinzip der Gemeinsamkeit im Werk Gottes näher studieren, indem wir einen recht bekannten Abschnitt aus dem Buch Prediger uns anschauen. In Prediger 4 und dort ab Vers 9. Prediger 4 und dort ab Vers 9 bis 12. Das sind vier sehr interessante Verse. Prediger 4, Vers 9 bis 12. „Es ist besser, dass man zu zweit ist als allein, denn die beiden haben einen guten Lohn für ihre Mühe.“

[9:52] Erstmal stellen wir fest, dass der weise Salomo als der Prediger am Ende seines Lebens eine sehr weise Formulierung trifft. Er sagt: „Zwei sind besser als einer.“ Und das ist im Evangeliumsdienst absolut richtig. Es ist immer besser, mit mehreren unterwegs zu sein. Es ist immer besser, in einem Team zu arbeiten, als Einzelkämpfer zu sein. Nun, es gibt Ausnahmesituationen, wo kein Zweiter da ist, wo man sozusagen ganz allein auf sich gestellt ist. Aber wenn es die Möglichkeit gibt, einen Zweiten zur Hand zu haben, mindestens, dann sagt Salomo, wird das einen Lohn haben.

[10:29] Das heißt, Zusammenarbeit im Werk Gottes wird belohnt. Und das ist der Grund, warum auch Jesus es so gehandhabt hat. Wir können unseren Fingern Prediger lassen und zu Markus 6 und dort Vers 7 gehen. Als ein Beispiel in Markus 6 und dort Vers 7 heißt es: „Und er rief die Zwölf zu sich und begann sie je zwei und zwei auszusenden und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister.“ Jesus hat seine Jünger nicht einzeln losgeschickt, sondern je zwei, denn er wusste, wie der Prediger sagt, es ist besser, dass man zu zweit ist, als allein. Und Jesus wollte, dass seine Apostel, seine Jünger, erfolgreich sind in dem, was sie tun, dass sie auch belohnt werden. Und Jesus möchte, dass auch wir belohnt werden, wenn wir es unternehmen, Evangelisation und Zeugnis geben, in unserem Leben zu erleben. Er möchte, dass wir erfolgreich sind und deswegen gibt er uns den Ratschlag: Arbeitet zusammen.

[11:23] In Vers 10 finden wir das nächste Prinzip hier in Prediger 4. In Vers 10 heißt es dort: „Denn wenn sie fallen, so hilft der eine dem anderen auf. Wer aber dem, der allein ist, wenn er fällt, und kein zweiter da ist, um ihn aufzurichten.“ Nun, neben der Tatsache, dass gemeinsames Arbeiten belohnt wird, können wir auch feststellen, dass Zusammenarbeit Fehler ausgleichen kann. Denn jeder von uns macht Fehler, auch in der Evangelisation, auch in der Verkündigung des Wortes Gottes. Und diese individuellen Fehler können ausgeglichen werden durch unseren Partner, unsere Partnerin im Dienst. Und oftmals ist es so, dass Gott Menschen zusammenstellt in ein Team, in eine Zusammenarbeit, die unterschiedliche Stärken und Schwächen haben, genau aus diesem Grund. Jemand, der der Meinung ist, dass er ganz alleine und nur auf sich selbst gestellt arbeiten kann und keine Hilfe benötigt, wird sehr schnell feststellen, dass er, da er selbst immer wieder zu kurz kommt und in bestimmten Dingen Schwächen hat, dass das Werk dann immer wieder hier mangelhaft sein wird.

[12:36] Warum? Weil Gottes Plan ist, dass unsere individuellen Fehler ausgeglichen werden durch das Zusammenwirken verschiedener Stärken, die dann dazu führen, dass ein Arbeiter dem anderen aufhelfen kann. Und wie leicht passiert es, dass wir auch im Werk, in der Arbeit, für andere Menschen selbst stolpern. Dass wir Fehler machen und aus dem Tritt kommen. Wie gut ist es dann, jemanden zu haben, an der Seite, der ihm wieder aufhelfen kann. Hast du jemanden in deinem persönlichen Zeugnisdienst, mit dem du zusammenarbeiten kannst? Der dir aufhelfen kann, wenn du in Schwierigkeiten bist und dem du auch helfen kannst?

[13:13] Und wir können hier auch ein biblisches Beispiel uns anschauen, in Lukas 22, das vertieft den Gedanken noch. In Lukas 22, Vers 31 und 32. Lukas 22, Vers 31 und 32, da lesen wir: „Es sprach aber der Herr: Simon, Simon, siehe, der Satan hat euch begehrt, um euch zu sichten wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du einst umgekehrt bist, so stärke deine Brüder.“ Nun, hier ist der Gedanke etwas versteckt, aber doch enthalten, dass Simon mit der Erfahrung seines Fehlers seine Mitarbeiter, seine Brüder stärken sollte. Nicht in seinem Fehler, aber wenn er sich von seinem Fehler bekehrt, dann kann er durch die Erfahrung, die er hat, andere Menschen vor diesem Fehler bewahren. Und das zeigt uns, warum es so wichtig ist, gemeinsam zusammenzuarbeiten. Denn es gibt Menschen in meinem Umfeld, die schon den Fehler gemacht haben, den ich vielleicht in naher Zukunft begehen würde, die mich davor warnen können, sodass der Fehler sich nicht immer wiederholt. Denn Gott möchte, dass wir voranschreiten, dass wir vorwärts gehen, dass wir vorankommen und nicht immer wieder dieselben Fehler von vorne machen. Und so hat Jesus es vorgesehen, dass Petrus mit der Erfahrung, die er selbst gemacht hat, anderen zur Hilfe werden konnte.

[14:42] Wir können auch gemeinsam Jesaja 35 lesen. Jesaja 35 und dort Vers 3 und 4. Jesaja 35 Vers 3 und 4, zwei schöne Verse. „Stärkt die schlaff gewordenen Hände und macht fest die strauchelnden Knie. Sagt zu denen, die ein verzagtes Herz haben: Seid tapfer und fürchtet euch nicht! Seht, da ist euer Gott. Die Rache kommt, die Vergeltung Gottes. Er selbst kommt und wird euch retten.“

[15:10] Unsere Aufgabe ist es, die schlaff gewordenen Hände zu stärken und die strauchelnden Knie festzumachen. Kennst du Menschen in deiner Umgebung, Menschen in deiner Gemeinde, im Volk Gottes, die vielleicht schlaff gewordene Hände haben, wenn es um Evangelisation geht, die zitternde, strauchelnde Knie haben, wenn es um Missionen geht, die ein verzagtes Herz haben, wenn man sie fragt, ob sie andere Menschen auf den Glauben ansprechen möchten? Und unsere Aufgabe ist es dann, sie zu stärken, sie festzumachen und ihnen Mut zuzusprechen: „Seid tapfer und fürchtet euch nicht! Jesus wird uns retten.“

[15:45] Nicht alle von uns sind auf dem gleichen Level, auf dem gleichen geistlichen Erkenntnisstand, auf dem gleichen geistlichen Erfahrungsstand, aber wir haben das Vorrecht in der Gemeinde, uns gegenseitig zu stärken und anzuregen zu guten Werken und anzuregen und zu motivieren für die Mission. Leider geschieht es so oft, dass wir uns gegenseitig demotivieren. Aber es sollte so sein, dass wir uns gegenseitig stärken und motivieren und uns festigen. Wenn du in deiner Gemeinde, in deinem Umkreis zum Thema Mission gefragt wirst und dich äußerst, bist du dann ein Faktor, der andere stärkt und motiviert, oder bist du ein Faktor, der andere entmutigt und ihnen noch vielleicht Hindernisse in den Weg legt? Weil wir hoffen, dass wir alle und beten darum, dass wir alle stärken und Mut machen und festmachen mit unseren Worten und mit unserem Lebenswandel.

[16:42] Gehen wir noch einmal zurück zu Prediger 4 und schauen uns jetzt Vers 11 und 12 an. In Prediger 4 und dort Vers 11 und 12 heißt es: „Auch wenn zwei beieinander liegen, so wärmen sie sich gegenseitig. Aber wie soll einer warm werden, wenn er allein ist?“

[17:03] Wir haben gelernt: Zusammenarbeit, nicht nur im Werk Gottes, aber vor allem auch dort, wird belohnt. Wir haben gesehen: Zusammenarbeit gleicht individuelle Fehler aus. Wir sehen hier: Zusammenarbeit bringt tatsächlich Wärme. Das kann nicht wie hier buchstäblich so sein, aber es kann auch natürlich geistlich verstanden werden, dass eine Gemeinde, die zusammenarbeitet, dass Brüder und Schwestern, dass Freunde, die für Jesus zusammenarbeiten, auch eine gegenseitige Wärme entwickeln in dieser manchmal doch sehr grauen und kalten Welt. So manch einer hat entmutigt irgendwann den Dienst für Jesus aufgegeben, weil er mit der Kälte, die ihm von außen entgegensprang, nicht mehr fertig geworden ist. Und das sind nicht nur vernachlässigbare Einzelfälle. Es ist wichtig, dass wir in all den Schwierigkeiten Wärmequellen haben. Und die Bibel sagt: Zusammenarbeit kann so eine Wärmequelle sein.

[17:59] Und dann heißt es in Vers 12: „Und wenn man den einen angreift, so können die beiden Widerstand leisten, und eine dreifache Schnur wird nicht so leicht bald zerrissen.“

[18:10] Jetzt interessanterweise erlebt jeder, der im Werk Gottes die Wahrheit verkündigen möchte, früher oder später ganz deutlichen Widerstand. Ich glaube, jeder, der das versucht hat, kann das bestätigen. Wenn man das Wort Gottes in Treue und unverfälscht und ungeschmälert verkündigen möchte, in Liebe, aber auch in Wahrheit, dann wird man erleben, dass man Widerstand von innen und von außen bekommt. Und die Bibel sagt, das kann besser ertragen werden, dem kann besser Widerstand geleistet werden, wenn man zusammen ist, wenn man ein Team hat, wenn man sich gegenseitig stützen kann. Und auch deswegen ist es wichtig, wenn wir uns vornehmen wollen, Missionen zu machen, wenn wir uns vornehmen wollen, Zeugnis zu geben, dann müssen wir erwarten, dass es Leute gibt, denen das nicht gefällt. Und dann brauchen wir Menschen an unserer Seite, die uns stützen können.

[18:59] Und dann heißt es hier: „Eine dreifache Schnur wird nicht so bald zerrissen.“ Das heißt, es gibt noch einen dritten Faktor. Es ist nicht nur ich, der ich Missionen mache, und mein Partner oder meine Partnerin, mein Freund, meine Freundin. Es ist auch noch Gott mit im Spiel. Und diese dreifache Verbindung, das heißt die Zusammenarbeit mit Gott und mit Menschen, eine Zusammenarbeit auf horizontaler und vertikaler Ebene, die lässt sich nicht leicht zerreißen.

[19:31] Wie kommt dieses Band, wie kommt diese Schnur zustande? Lass uns dazu Epheser 4 und dort Vers 3 lesen, wo uns gezeigt wird, wie es zu dieser festen Schnur kommt, die uns auch im Widerstand einigen kann. Epheser 4 Vers 3, dort heißt es in Epheser 4 Vers 3: „Und eifrig bemüht seid, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens.“

[20:03] Dieses Band des Friedens wird bewahrt durch die Einheit im Geist. Das heißt, durch die Einheit, die der Heilige Geist gibt. Und der Heilige Geist ist derjenige, der uns in alle Wahrheit führt. Das heißt, Menschen, die zusammen für Jesus arbeiten wollen, weil sie durch den Heiligen Geist geeint werden und nicht durch politische Maßnahmen oder durch Mehrheiten oder durch sonstige Erwägungen, sondern durch das Hingeführtwerden in die ganze Wahrheit und durch das Aufmerksamgemachtwerden auf Sünde, Gerechtigkeit und Gericht. Und das ist ja die Arbeitsweise des Heiligen Geistes. Wenn Menschen so zusammengeführt werden in die Einheit, dann haben wir es ja eine dreifache Schnur. Haben wir es hier mit einer dreifachen Schnur zu tun, nämlich mit einer Verbindung vom Heiligen Geist, also Gott, mit uns und wir untereinander, die vom Heiligen Geist miteinander geeint worden sind.

[20:54] Lasst uns gemeinsam Apostelgeschichte 16 aufschlagen. Apostelgeschichte 16 und dort Vers 14 und 15. Apostelgeschichte 16, Vers 14 und 15 und heißt es: „Und eine gottesfürchtige Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu, und der Herr tat ihr das Herz auf, sodass sie aufmerksam achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde. Vers 15: Als sie aber getauft worden war und auch ihr Haus, bat sie und sprach: Wenn ihr davon überzeugt seid, dass ich an den Herrn gläubig bin, so kommt in mein Haus und bleibt dort, und sie nötigte uns.“

[21:43] Und hier haben wir eine Frau, die eine aufrichtige Frau gewesen ist. Der Herr hat ihr das Herz geöffnet und als sie getauft worden ist, als sie zur Gemeinde hinzugefügt worden ist, beginnt sie automatisch für den Evangeliumsdienst zu wirken. Sie beginnt automatisch, Paulus und seine Mitarbeiter zu unterstützen. Und ich glaube, jeder, der wahrhaft bekehrt ist, den muss man nicht erst auffordern, seinen Beitrag zu leisten. Und wie wir hier sehen, kann das sehr unterschiedlich sein. Das können ganz einfache Dienste sein, die aber vielleicht den großen Evangelisten oder den großen Missionsarbeitern sehr hilflich sind. Und was auch immer deine Aufgabe ist, was auch immer du tun kannst, tu es.

[22:30] Denn nur wenn wir zusammenarbeiten, kann das Werk geradeaus vorangehen. Wir können auch im gleichen Kapitel eine weitere Geschichte lesen in Vers 33 und 34. Das ist die Geschichte von der Bekehrung des Kerkermeisters. Gleiches Kapitel, Apostelgeschichte 16, Vers 33 und 34. Das heißt hier: „Und er nahm sie zu sich in jener Stunde der Nacht und wusch ihnen die Striemen und er ließ sie auf der Stelle taufen, er und all die Seinen. Er ließ sich auf der Stelle taufen, Vers 34: und er führte sie in sein Haus, setzte ihnen ein Mahl vor und freute sich, dass er mit seinem ganzen Haus an Gott gläubig geworden war.“

[23:12] Und wenige Stunden vorher war der gleiche Mann noch verantwortlich, dass Paulus und Silas im Gefängnis saßen. Er war dafür verantwortlich, dass sie dort nicht ausbrechen. Er war derjenige, der sie dort gefangen hielt, auch wenn er sie dort nicht hineingebracht hatte. Aber er war ganz und gar nicht daran beteiligt, das Evangelium zu fördern. Er war eigentlich ein Hindernis für das Evangelium. Aber aus diesem akuten, direkten Hindernis für das Evangelium wird ein Förderer für das Evangelium. Und da vergeht nicht mal viel Zeit, nur wenige Stunden. Was ist passiert? Gott hat sich offenbart und dem Kerkermeister ist Gnade widerfahren. Und er hat sich bekehrt und automatisch, und es ist so wichtig, dass wir das verstehen, automatisch hat er das innere Bedürfnis, anderen zu dienen.

[23:59] Wann immer wir jemanden überreden müssen, für Gott zu wirken, dann haben wir schon den ersten Schritt verpasst. Dann ist das schon etwas in der Wurzel faul. Denn jemand, der wahrhaft bekehrt ist, der wirklich brennt für Gott, den muss man nicht dazu überreden, für andere zu wirken. Und jemand, den man nur überreden muss, und den man auf kostspielig motivieren muss, der wird auch nach kurzer Zeit wieder demotiviert sein. Der Kerkermeister hat Gott erfahren und der Kerkermeister war sofort bereit. Das wenige, was er tun konnte. Er konnte keine Predigt halten, er konnte keine Bibelschule halten, er konnte keine Evangelisation durchführen, aber er konnte dem Evangelisten körperlich und physisch helfen. Und das war schon sehr, sehr viel wert. Und ich glaube, Paulus war sehr dankbar dafür und Silas nicht weniger.

[25:11] Wir wollen jetzt gemeinsam in 1. Korinther 14, Vers 40 etwas betrachten. In 1. Korinther 14, Vers 40. Dort sagt derselbe Paulus in 1. Korinther 14, Vers 40: „Lasst alles anständig und ordentlich zugehen.“

[25:29] Das ist ein Vers, den wir meistens beziehen auf den Gottesdienst, die Gottesdienstordnung, den Gottesdienstablauf. Und es ist sehr wichtig, das auch zu betonen, dass ein Gottesdienst anständig und ordentlich abzulaufen hat. Aber wenn es hier heißt: „Lasst alles anständig und ordentlich zugehen“, dann ist es nicht so weit gedacht, wenn man das gesamte Wirken der Kirche, das gesamte Wirken hier der Korinther, zu dem er schreibt, darunter mit einfasst und zu dem Schluss kommt, dass auch unser Wirken nach außen anständig und ordentlich zu geschehen hat.

[26:05] Wenn du dich in deinem Umfeld umschaust, vielleicht auch in deiner Gemeinde, hast du den Eindruck, dass Mission und Zeugnisgeben anständig, sicherlich anständig, aber ordentlich, das heißt nach einem Plan, nach einer Ordnung stattfindet? Oder sind das nur Schnellschüsse, die sporadisch improvisiert hier und dort mal getätigt werden? Oder gibt es einen Plan, eine Ordnung, etwas, woran man sich halten kann, das dann auch so durchgeführt wird?

[26:35] Und dass Ordnung nicht unbedingt von großen Führungspersönlichkeiten abhängt, das können wir lesen in Kolosser 2 Vers 5. In Kolosser 2 und dort Vers 5. Kolosser 2 und dort Vers 5. Dort lesen wir den interessanten Satz: „Denn wenn ich auch leiblich anwesend bin, so bin ich doch im Geist bei euch und sehe mit Freuden eure Ordnung und die Festigkeit eures Glaubens an Christus.“

[27:22] Und was Paulus hier sagt, ist sehr wichtig. Ein erster Gedanke, den wir hier rausziehen können, ist, und das haben wir gerade schon angedeutet, dass es für den ordentlichen Ablauf in einer Gemeinde nicht darauf ankommt, dass der charismatische, der evangelistisch starke Führer, die Führungspersönlichkeit, in dem Fall der Paulus, anwesend ist. Auch ohne einen erfahrenen Evangelisten, ohne einen missionarisch starken Prediger, ohne einen wirklich kräftigen Missionsleiter, was auch immer an was ihr denkt, auch ohne, dass es möglich ist, Ordnung in der Evangelisation zu haben. Und wir sehen, dass das eigentliche Prinzip, woran die Ordnung hängt, die Festigkeit eures Glaubens ist. Er sagt: „Und sehe mit Freuden eure Ordnung und die Festigkeit eures Glaubens an Christus.“ Das heißt, ganz egal, ob wir hohen Besuch haben oder nicht, wenn wir fest im Glauben stehen, das heißt, wenn wir felsenfest auf dem Wort Gottes gegründet sind und es tun und befolgen, dann werden wir in all unseren Bemühungen, auch nach außen hin, anständig und vor allem ordentlich, nach einer gewissen Ordnung agieren. Ganz unabhängig davon, was die Oberen sagen, ob sie anwesend sind oder abwesend.

[28:50] Die Frage ist: Bin ich, bist du bereit, in dem Prozess der Evangelisation und des Zeugnisgebens nach einer Ordnung, nach einem gemeinsamen Plan vorzugehen, der sich darin zeigt, dass wir fest im Glauben an Christus sind?

[29:07] Wir wollen jetzt gemeinsam Matthäus 10 anschauen. Matthäus 10, Vers 2 bis 6. Und das ist ein bekanntes Beispiel, eine bekannte Stelle, nämlich die von der Erwählung und Benennung der zwölf Apostel. Es heißt hier in Matthäus 10, Vers 2 bis 6: „Die Namen der zwölf Apostel aber sind diese: Der erste Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas; Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes; Philippus und Bartholomäus; Thomas und Matthäus, der Zöllner; Jakobus, der Sohn des Alpheus, und Thaddäus; Simon der Kananiter und Judas Iskariot, der ihn auch verriet. Diese zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen und sprach: Geht nicht auf die Straße der Heiden und betretet keine Stadt der Samariter, geht vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.“

[30:10] Man kann sich die Frage stellen: Warum hat Jesus ausgerechnet zwölf Apostel berufen? Zunächst einmal können wir feststellen, dass Jesus ein Team berufen hat. Und wir haben vorhin schon gesehen, er hat sie zu zweit herausgeschickt. Also ihm ging es darum, dass seine Jünger zusammenarbeiten. Das ist ganz deutlich. Aber warum ausgerechnet zwölf? Es fällt auf, dass diese Zahl zwölf uns erinnert an die zwölf Söhne Jakobs in der Offenbarung. Das ist nicht im Sendemanuskript, aber wir können es trotzdem aufschlagen. In Offenbarung 22 wird dieser Bezug zwischen den zwölf Aposteln und den zwölf Stämmen Israels auf die zwölf Söhne Jakobs zurückgehen, ganz deutlich. Denn es heißt ja hier in Offenbarung 21 Vers 14: „Und die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine, und in ihnen waren die Namen der zwölf Apostel des Lammes.“ Ungefähr zwölf hat es geheißen. Und sie hat eine große hohe Mauer und zwölf Tore und an den Toren zwölf Engel und Namen angeschrieben, nämlich die der zwölf Stämme der Söhne Israels. Das heißt, das Neue Jerusalem vereint diese beiden Charakteristiken. Sie vereint die zwölf Stämme Israels, die zwölf Söhne Jakobs mit den zwölf Aposteln. Da gibt es eine enge Korrelation. Jesus hat sich zwölf Apostel gewählt, aus dem Grund, weil es vorher zwölf Stämme Israels, also zwölf Söhne Jakobs gegeben hat.

[31:31] Und dieser Punkt wird noch deutlicher, wenn wir uns noch einmal in Erinnerung rufen, dass Jesus später noch einmal eine größere Menge ausgesandt hat, und zwar in Lukas 10 Vers 1. Wir können das aufschlagen in Lukas 10 und dort Vers 1. Lukas 10 Vers 1, dort sagt die Bibel: „Danach aber bestimmte der Herr noch siebzig andere und sandte sie je zwei und zwei vor sich her in alle Städte und Orte, wohin er selbst kommen wollte.“ Jesus sendet zwölf aus, weil es dort zwölf Söhne von Jakob gab. Jesus sendet siebzig aus, warum? Wenn wir 2. Mose 1 aufschlagen, 2. Mose 1 Vers 5, dann sehen wir sofort den Bezug. In 2. Mose 1 und dort Vers 5 heißt es: „Und die ganze Nachkommenschaft Jakobs betrug damals siebzig Seelen. Josef aber war schon vorher in Ägypten.“ Das heißt, die Gesamtfamilie Jakobs betrug insgesamt siebzig Personen. Mit den zwölf Jüngern hatte Jesus an die zwölf Söhne Jakobs erinnert. Mit den siebzig Jüngern erinnert Jesus an die Gesamtfamilie Jakobs.

[32:39] Und der Gedanke, der sich aufdrängt, ist, dass diese Jünger, die Jesus aussendet zur Mission, nicht einfach nur eine Arbeitsgemeinschaft sind oder eine Armee, sondern dass sie eine Familie sein sollen. So wie die zwölf und die siebzig im Alten Testament eine Familie darstellten, nämlich die Familie Jakobs, sollen die zwölf und die siebzig im Neuen Testament auch eine Familie darstellen, nämlich die Familie Jesu.

[33:18] Was den Umkehrschluss zulässt: Wer Teil der Familie Jesu ist, ist auch ein Jünger, der ausgesandt wird. Man kann nicht Teil der Familie Jesu sein und nicht gleichzeitig auch für Jesus wirken. Jesus sagt, diejenigen, durch die Zahlen, die er wählt, diejenigen, die hinausgehen für mich, sind Teil meiner Familie. Möchtest du Teil seiner Familie sein? Möchtest du Teil der Familie Jesu sein? Jesus beruft sich nicht einfach nur als Knecht und Diener, der etwas als ein Bote – ja, das sind wir auch – aber wir sind, indem wir Knecht und Diener Boten sind, sind wir eigentlich Familienmitglieder Jesu, denn wir tun das, was Jesus getan hat, und er schämt sich nicht, unser Bruder genannt zu werden.

[34:08] Wir können gemeinsam in Lukas 6, Vers 12 einen Parallelbericht zur Erwählung der zwölf Apostel anschauen. In Lukas 6 und dort Vers 12. Dort heißt es: „Es geschah aber in jenen Tagen, dass er hinausging auf den Berg, um zu beten, und er verharrte die Nacht hindurch im Gebet zu Gott.“ Und dann folgt die bereits bekannte Aufzählung der zwölf Apostel.

[34:40] Jesus hat nicht einfach seine zwölf Apostel aus dem Ärmel geschüttelt und gesagt: „Naja, ihr passt vielleicht ganz gut zusammen.“ Jesus hat eine ganze Nacht zusammen mit seinem Vater gebetet, um die richtige Entscheidung. Ein interessanter Gedanke für die Praxis: Wenn Jesus eine ganze Nacht hindurch gebetet hat, um seine zwölf Apostel zu benennen, wie viel sollten wir beten, wenn es darum geht, Menschen auszuwählen für bestimmte Positionen in der Gemeinde, Menschen auszuwählen für bestimmte Aufgaben in der Evangelisation und Teams zusammenzustellen, die gemeinsam Zeugnis geben sollen? Warum geschieht das oft so zwischen Tür und Angel? Wie oft und wie intensiv beten wir vor solchen Personalzusammenstellungen? Jesus betete die ganze Nacht. Und das, glaube ich, soll uns ein Vorbild und eine Lehre sein.

[35:47] Wir wollen uns einmal einen Abschnitt noch anschauen in Philipper 1, und dort Vers 5 bis 18. Einige Punkte hier herausgreifen aus Philipper 1. Philippi 1, Vers 5 bis 18. Die Bibel sagt uns, wir wollen hier Vers für Vers durchgehen. Wir können in Vers 4 beginnen. Wir können in Vers 3 beginnen.

[36:21] Der erste Punkt, den wir festhalten wollen: Paulus betet für die Gläubigen in Philippi. Er betet für sie. Vers 5 sagt es: „wegen eurer Gemeinschaft am Evangelium, vom ersten Tag an bis jetzt.“

[36:38] Punkt 2: Die Philipper haben vom ersten Tag, von dem sie das Evangelium angehört haben, tatsächlich das Evangelium weitergegeben. Für sie wurde gebetet, und sie waren von Anfang an dabei, das, was sie gehört haben, weiterzugeben.

[36:58] In Vers 6 heißt es: „Weil ich davon überzeugt bin, dass der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird, bis auf den Tag Jesu Christi.“ Paulus sagt: Obwohl sie von Anfang an angefangen haben, das Evangelium weiterzugeben, ist das Werk noch nicht abgeschlossen, es ist noch nicht vollendet. Aber ihr seid auf einem guten Weg. Auf einem sicheren Weg. Ich bin zuversichtlich, dass der, der das Werk angefangen hat, also Jesus, der wird es auch vollenden.

[37:25] Manchmal denken wir: Wie soll das nur zu Ende gehen? Wie soll es nur möglich sein, dass Matthäus 24, Vers 14 sich erfüllt? Dass alle Welt von dem Evangelium hört? Jesus hat dieses Werk angefangen. Jesus war es, der zuerst 12 Jünger ausgesandt hat, dann 70 Jünger ausgesandt hat, der dann den Missionsbefehl gegeben hat, und der auch dich berufen hat. Jesus hat das Werk angefangen, und wenn Jesus das Werk anfängt, dann ist er auch in der Lage, es zu beenden. Wir müssen uns keine Gedanken machen, wir müssen sicherstellen, dass wir das Evangelium in Treue predigen.

[37:56] Vers 7 heißt es: „Es ist dir nur recht, dass ich so von euch allen denke, weil ich euch im Herzen trage, die ihr alle sowohl in meinen Fesseln als auch bei der Verteidigung und Bekräftigung des Evangeliums mit mir Anteil habt an der Gnade.“ Er sagt: Diese Philipper waren bereit, das Evangelium sowohl zu verteidigen als auch zu bekräftigen. Verteidigen ist ja mehr eine defensive Angelegenheit gegenüber Kritikern, bekräftigen ist eine offensive Gegenhandlung gegenüber denjenigen, die offen dafür sind. Wir brauchen beides in der Mission. Wir werden angegriffen werden, Menschen werden uns kritische Fragen stellen, und hier kommt es darauf an, in Liebe und Demut die Wahrheit zu verteidigen, ohne streitsüchtig zu sein, und dann kommt es aber darauf an, die Wahrheit auch zu bekräftigen, das heißt, sie voranzubringen, und sie zu bestätigen, und sie zu bekräftigen, und sie voranzubringen, und sie zu bestätigen, und Menschen davon in Kenntnis zu setzen, und sie dafür zu begeistern.

[38:55] Und in all dem, heißt es hier, dass sie – Verzeihung – dem großen Paulus nachgeeifert haben und es so getan haben wie er. Wir springen zu Vers 9, dort heißt es: „Und um das bete ich, dass eure Liebe noch mehr und mehr überströme in Erkenntnis und allem Urteilsvermögen.“ Er sagt: Der Prozess, immer vollkommener zu werden, dass dieses Werk, das Christus und euch angefangen hat, vollendet wird, hängt damit zusammen, dass wir immer überströmender in der Liebe werden sollen, denn die Liebe treibt uns ja zum Nächsten, um ihn zu Christus zu führen, und das wird uns helfen, noch mehr zu erkennen und noch ein besseres Urteilsvermögen zu haben, denn Erkenntnis und Urteilsvermögen sind absolut notwendig in der Seelengewinnung. Und Paulus betet hier: Immer mehr, immer mehr, immer mehr.

[39:45] Vers 10: „Damit ihr prüfen könnt, worauf es ankommt, sodass ihr lauter und ohne Anstoß seid bis auf den Tag des Christus.“ Und Paulus verbindet hier, wie so oft in seinen Schriften, die Weitergabe des Evangeliums mit der persönlichen Charakterentwicklung. Und das haben wir schon, wenn man es hier gemeinsam betrachtet, wir haben ja ein ganzes Quartal vor einem halben Jahr gehabt, über den Galaterbrief, wo wir festgestellt haben, dass Paulus letztendlich auch davon sprechen und vor allem davon sprechen, wie wir einen Charakter entwickeln können für die Endzeit, und hier haben wir einen weiteren Hinweis darauf, wie wir prüfen können, worauf es ankommt, dass wir lauter und ohne Anstoß sind beim Tag, wenn Jesus wiederkommt.

[40:29] Vers 11: „erfüllt mit früchtender Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus gewirkt werden, zur Ehre und zum Lob Gottes.“ Und das ist ein wichtiger Nachsatz, der noch einmal zeigt, dass diese Charakterentwicklung für die Endzeit, die er so im Fokus hat, und die so eng verknüpft ist mit der Evangeliumsweitergabe, dass diese Charakterentwicklung das Werk Jesu ist in uns. Und das ist ganz interessant, denn wir sehen hier, dass einmal das Werk der Evangeliumsweitergabe ein Werk ist, das Jesus angefangen hat und vollenden wird, und wir sehen auch, dass das Werk der Charakterentwicklung in uns ein Werk ist, das Christus angefangen hat und das er vollendet hat. Deswegen gehen diese beiden Dinge so Hand in Hand. Und deswegen sind das auch diese beiden Dinge, die letztendlich die Wiederkunft auslösen werden, wenn das Evangelium in alle Welt gegangen ist und wenn die Frucht – Markus 4, Vers 29 – es zulässt. Galater 5, 22 spricht dort vom Charakter, von der Frucht des Geistes. Wenn es zulässt, dass Jesus wiederkommt, dann kommt er wieder, so wie uns Offenbarung 14, ab Vers 14, verdeutlicht.

[41:31] Wir lesen weiter in Vers 12: „Ich will aber, Brüder, dass ihr erkennt, wie das, was mit mir geschehen ist, sich vielmehr zur Förderung des Evangeliums ausgewirkt hat.“ Ein Prinzip, das scheinbar widersinnig ist, das aber durch die ganze Geschichte sich bewiesen hat, dass wann immer das Evangelium besonders bekämpft wurde, es sich besonders ausgebreitet hat. Einer der Kirchenväter hat sinngemäß gesagt, dass das Blut der Märtyrer das Evangeliums Same gewesen ist. Wir könnten erwarten, dass wenn jetzt mehr und mehr die Evangeliumsverkündigung in unserer Zeit erschwert wird und irgendwann auch verfolgt wird, dass sich auch dann, gerade auch deswegen, das Evangelium mit einer rasanten Geschwindigkeit verbreiten wird, wie wir sie jetzt vielleicht in Vergangenheit, in Friedenszeiten, wo alles ging, nicht wirklich gesehen haben.

[42:31] „So dass in der ganzen kaiserlichen Kaserne und bei allen übrigen bekannt geworden ist, dass ich um des Christus willen gefesselt bin.“ Paulus macht deutlich, dass durch diesen Prozess der Verfolgung und der Schwierigkeiten Menschengruppen erreicht werden, die sonst vielleicht nie erreicht worden wären. Deswegen sollten wir uns nicht so sehr beschweren, dass wir vielleicht angegriffen werden, dass wir Schwierigkeiten bekommen, dass man uns Hindernisse in den Weg legt. Das ist vielleicht gerade der Weg, wie Gott Menschen erreicht, die wir sonst nie erreichen würden. Gott macht keine Fehler. Und anstatt uns zu beschweren, wenn wir Schwierigkeiten bekommen in der Evangeliumsverkündigung, sollten wir darauf vorbereitet sein und wissen, dass dadurch das Evangelium in einer besonderen Art und Weise weitergetragen werden kann, wie es sonst vielleicht nicht möglich gewesen wäre. Deswegen sagt uns ja schon Matthäus: „Freut euch und jubelt, wenn sie euch wegen der Gerechtigkeit verfolgen.“

[43:27] Und dann lesen wir weiter in Vers 14: „Und dass die meisten der Brüder im Herrn durch meine Fesseln ermutigt, es desto kühner wagen, das Wort zu reden, ohne Furcht.“ Und das ist etwas, was mir sehr gefällt hier in der Bibel. Sie macht deutlich, dass gerade dann, wenn die Schwierigkeiten kommen, wir umso kühner das Wort predigen sollten. Vielleicht erlebst du in deinem persönlichen Umfeld, in deiner Gemeinde, in deinem sozialen Umfeld, dass du Schwierigkeiten bekommst, weil du klar für die Wahrheit einstehen möchtest und sie in Liebe anderen weitergeben möchtest, dann sollten dich diese Hindernisse nicht einschüchtern, sie sollten dich kühner machen. Nicht anmaßender, nicht überheblicher oder eitler, aber kühner für die Wahrheit. „Noch deutlicher ein, so steht geschrieben“, sollten wir auf den Lippen haben.

[44:23] Vers 15 bis 18 macht dann deutlich, dass es durchaus auch falsche Motivationen in der Verkündigung gibt. Das heißt hier: „Einige verkündigen zwar Christus auch aus Neid und Streitsucht, andere aber aus guter Gesinnung.“ Ja, es stimmt, es gibt Menschen, die scheinen äußerlich ein effektives Missionswerk zu tun. Sie reden viel von Jesus, sie reden viel von der Bibel. Aber wenn man ihr Leben anschaut, dann wird man eher abgestoßen, weil man sieht die Streitsucht, man sieht den Neid, all diese Dinge. Aber dann sagt Paulus: Das soll euch nicht davon abhalten, festzustellen, dass viele es auch aus guter Gesinnung tun, und den schließt euch an. Die schwarzen Schafe sollten uns nicht vor den weißen Schafen Angst machen.

[45:05] Und dann sagt Paulus etwas Interessantes in Vers 18: „Und er sagt: Was tut es? Jedenfalls wird auf alle Weise, sei es zum Vorwand oder in Wahrheit, Christus verkündigt, und darüber freue ich mich. Ja, ich werde mich auch weiterhin freuen.“ Paulus sagt, selbst wenn jemand das Evangelium in Unlauterkeit weiterbringt, in Unlauterkeit weiterträgt, dann trägt er immer noch das Evangelium weiter. Mit anderen Worten: Egal was getan wird, niemand kann etwas gegen die Wahrheit wirklich unternehmen.

[45:37] Gegen Ende wollen wir uns noch einen Text kurz nochmal in Erinnerung rufen, den wir schon mehrmals hier in diesem Quartal besprochen haben, ausführlicher. Ich weise euch dort auf die früheren Folgen der Kanzlerstudie in Epheser 4 Vers 15 und 16. Epheser 4 Vers 15 und 16 heißt es: „Sondern wahrhaftig in der Liebe heranwachsend in allen Stücken zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus.“

[46:01] Also Christus ist unser Haupt. Wir reden ja davon, gemeinsam zu missionieren, gemeinsam Zeugnis zu geben, und das ist wichtig, dass wir nicht einfach nur eine Masse von Leuten sind, sondern dass wir eine organisierte, wie wir gesehen haben, eine ordnungsgemäße Masse von Leuten sind, die einen Kopf hat, der steuert. Und dieser Kopf ist kein Missionsleiter, ist nicht einfach ein Evangelist oder sonst wer oder Vorsteher. Dieser Kopf ist Christus.

[46:29] Vers 16: „Von ihm aus vollbringt der ganze Leib, zusammengefügt und verbunden durch alle Gelenke, die einander Handreichung tun nach dem Maß der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Gliedes. Das Wachstum des Leibes zur Auferbauung seiner selbst in Liebe.“

[46:47] Hier haben wir das Idealmodell von echtem Gemeindeaufbau, in dem jedes Glied miteinander zusammenwirkt, aber nicht, weil sie Kompromisse eingehen, sondern weil jedes einzelne Glied gesteuert wird von Christus und sich gegenseitig Handreichung bringt. Das ist Gottes Ideal für gemeinsame Evangelisation und gemeinsames Zeugnis geben. Dass jedes Glied nach dem Maß seiner Leistungsfähigkeit das tut, was Christus, der Kopf, das Gehirn der ganzen Sache, ihr sagt.

[47:21] Bist du so ein Glied am Leib Christi? Bist du so ein Glied, das eng verbunden mit Christus ist und das genau das tut, was Christus in seinem Wort uns konkret inhaltlich und methodisch aufgibt? Und reichst du da anderen die Hand, indem du ihnen hilfst, dass auch sie genau das tun können? So wird der Leib aufgebaut werden und so wird auch jedes Missionsteam, sowohl geistlich als auch strukturell wachsen. Jedes Team wechselt endlich mit seinen Aufgaben.

[47:59] Ein letzter Gedanke hier in Kolosser 1 Vers 28 und 29, vorletzter Text für heute. Kolosser 1 Vers 28 und 29. Dort heißt es: Kolosser 1 Vers 28 und 29: „Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, um jeden Menschen vollkommen in Christus Jesus darzustellen. Dafür arbeite und ringe ich auch, gemäß seiner wirksamen Kraft, die in mir wirkt mit Macht.“ Paulus beschreibt in den drei Schritten der Evangelisation: Wir sollen den Menschen warnen vor dem, was kommen wird und vor ihrer Situation. Wir sollen sie zu Christus führen, indem wir sie lehren, bis zu dem Punkt, dass sie, wie es hier heißt, vollkommen in Christus Jesus sind, nicht einfach nur 28 Glaubenspunkte angenommen haben, sondern vollkommen in Christus Jesus sind. Und dafür arbeitet er, das ist das Ziel, und er sagt, und das ist sehr wichtig, nicht er arbeitet wirklich, sondern Christus arbeitet in ihm zu diesem Ziel.

[49:06] Wann immer Christus in dir wirkt, wird er auf dieses Ziel hinwirken: Menschen zu warnen, sie zu lehren, bis sie dann durch Christus, in Christus vollkommen sein können, so wie es hier steht.

[49:22] Lasst uns gemeinsam in Philipper 2 Vers 14 bis 16 den letzten Abschnitt für heute lesen. Philipper 2 Vers 14 bis 16, ein sehr interessanter Gedanke hier. Philipper 2 Vers 14 bis 16: „Tut alles ohne Murren und Bedenken.“ Wichtiges Prinzip für die Mission. Wenn das nächste Mal wieder eine missionarische Aktion gemeinsam geplant ist in der Gemeinde, tut alles ohne Murren und Bedenken. „Damit ihr unsträflich und lauter seid, untadelige Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter welchem ihr leuchtet als Lichter in der Welt.“

[50:02] So viele Verse, die man jetzt hier anführen könnte, aber wir wollen Vers 16 betrachten, indem er das Wort des Lebens darbietet, mir zum Ruhm am Tag des Christus, dass ich nicht vergeblich gelaufen bin, noch vergeblich gearbeitet habe. Wer auch immer dich zu Christus gebracht hat, deine Eltern, dein Pastor, ein Freund, ein Arbeitskollege, wer auch immer ein Instrument in der Hand Jesu gewesen ist, um dich zu Jesus zu bringen, möchtest du, dass du dir das Wort des Lebens darbieten, in dem wir nicht murren, sondern zu Lichtern werden, inmitten eines verkehrten Geschlechts, in dem wir leben, um anderen Menschen den Weg zum ewigen Leben zu weisen und gemeinsam für Christus zu kämpfen.

[50:48] Und das ist das, was wir für Jesus gebraucht haben. Und das ist das, was wir für Jesus gebraucht haben. Und das ist das, was wir für Jesus gebraucht haben. Du bist bereit, wartest sein euch und weißt fest, was du kannst, um dich zu Christus weisen und gemeinsam für Christus einzustehen. Bist du bereit, das zu tun als ein Glied am Leib Christi und mit deinen Brüdern und Schwestern zusammenzuarbeiten, um dieses Werk bald abzuschließen? Ich lade dich dazu ein, dass wir gemeinsam Zeugnis geben können und gemeinsam evangelisieren können, um damit den Plan Jesu zu erfüllen. Wir freuen uns, dass ihr zugeschaut habt. Wir laden euch ein zur nächsten Countryside Study Hour nächste Woche hier wieder auf www.joelmedia.tv.de. Sagt auch vielen anderen noch von unserer Internetseite, wir freuen uns über die wachsenden Zuschauerzahlen und wir wünschen und hoffen, dass wir auch so gemeinsam arbeiten können und dass wir gemeinsam das Evangelium nicht nur nach Stuttgart und Deutschland, sondern in die ganze Welt tragen können. Gott segne euch und bis zur nächsten Woche. Amen.


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