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Christoph Berger spricht über das Thema „Den Silberstreifen Gottes am Horizont sehen“ im Rahmen der ASI Tagung Bogenhofen 2014. Er teilt persönliche Erfahrungen und biblische Lehren, insbesondere aus dem Leben Abrahams, um zu ermutigen, auch in schwierigen Zeiten Hoffnung und Gottes Führung zu erkennen. Der Vortrag beleuchtet Themen wie Pilgerleben, Glaubensprüfungen, Andachtsleben, das Überwinden von Niederlagen und die Bedeutung des Verzichts im christlichen Leben und in der Mission.


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Serie: ASI Tagung Bogenhofen

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Transkript

[0:00] Vielleicht darf ich noch einen Augenblick dafür verwenden, euch auch ein bisschen den Ort vorzustellen, an dem ihr seid. Ich denke, das passt auch zu unserem Thema hier und das Letzte, was die Gaby gesagt hat, stimmt nicht ganz. Ich bin nicht der Leiter des Theologischen Seminars, der ist heute Abend aber auch unter uns, unser geschätzter Dekan Frank Hasel, den ihr sicherlich die meisten von euch auch kennen.

[0:35] Wir sind hier, auf diesem Gelände haben wir vier Abteilungen. Das ist unser Theologisches Seminar natürlich, wo wir momentan so um die 45 Studenten haben. Das freut uns sehr, sehr motivierte Studenten. Wenn ihr hier auf dem Gelände seid für einige Tage, denke ich, werdet ihr das miterleben. Ich glaube, die Kombination, eine Schule zu haben, wo theologische Ausbildung stattfindet, aber auch Gymnasium und andere Abteilungen, ist eine echte Win-Win-Situation. Die Theologiestudenten, glaube ich, bekommen guten Unterricht, sind in der Bibliothek, aber sie sind an den jungen Leuten auf dem Gelände dran und einige von ihnen sitzen ja auch heute Abend unter uns und ich möchte es an dieser Stelle ganz mit dankbarem und freudigem Herzen erwähnen. Die Schule wäre anders, wenn wir unsere Theologiestudenten nicht hätten.

[1:19] Wir haben auch ein Gymnasium, das ist die zahlenmäßig größte Abteilung, so mit etwa 80 Schülerinnen und Schülern, die im Schloss ihren Unterricht haben und dann haben wir eine Sprachschule, die dieses Jahr vor allen Dingen Studenten aus den Vereinigten Staaten, Brasilien, aber auch unterschiedlichen anderen Ländern hat. Wir sind relativ stark mit 18 Studenten dieses Jahr und wir haben eine Plant Academy, das ist jetzt das dritte Jahr, diesen einjährigen Studiengang Schwerpunkt Mission und Bibelkunde, geknüpft an das Gemeindegründungsprojekt am Anfang in Braunau, jetzt in Ried. Thomas Knirr ist da unser Leiter, auch den kennen vielleicht die einen oder anderen, da haben wir dieses Jahr 10 Studenten.

[2:02] Also wir sind insgesamt eine Schule von etwa 150, 160 Schülern und Studenten und was mich besonders freut, neben diesem positiven Geist, der einfach hier ausgeht, ich weiß nicht, ob ihr die Chance habt, vielleicht mal reinzuschnuppern in eine Morgenandacht, vieles wird geschultert von diesen Schülern und Studenten, ich glaube, sie wachsen dabei und die Schule wäre so auch nicht möglich ohne sie. Das habe ich von Anfang an gespürt, als ich von Thailand gekommen bin, in Thailand waren 1000 Studenten, aber ich glaube, es ist sehr gut, kleinere Schulen zu haben.

[2:34] Ich begrüße die Atmosphäre in Bogenhofen, die sehr familiär ist, sehr, wir haben zum Beispiel ein Jugendgruppensystem, wo sich dieses Jahr, das hat mir der Jugendgruppenleiter gesagt, bis auf zwei unserer externen Schüler, die auch nicht auf dem Gelände wohnen, alle freiwillig eingetragen haben, um Teil von so einer Gruppe zu sein, die sich dann zum Sabbatanfang trifft und am Sabbat die Lektion zusammen macht. Ja, das ist vieles wirklich was Gutes hier, Bogenhofen ist noch nicht das Paradies, es sind auch Menschen hier nach wie vor und wir warten noch auf das, was kommt, aber Bogenhofen ist ein besonderer Ort und ich glaube, es ist ein Ort, von dem Segen ausgegangen ist und deswegen ist es ein Vorrecht, hier zu sein. Gott sei die Ehre dafür und ich hoffe, ihr erlebt auch eine gute Zeit hier in Bogenhofen und ich möchte auch sagen, dass das Team, das hier arbeitet, wirklich ein sehr motiviertes Team ist, es macht Freude damit. Von daher, Bogenhofen ist auch Mission, da sind wir nicht so weit weg, denke ich, von diesem Thema.

[3:34] Naja, und es ist ja schon ein herausforderndes Thema, habe ich mir so gedacht, leben gleich Mission und ich habe gleich so an einiges gedacht. Ich habe gedacht, ich bin gestern um kurz vor Mitternacht hier angekommen, nach drei Tagen SOFIA, EOD-Sitzung, morgen früh fahre ich um 8 Uhr nach Bern, da gibt es dann auch eine evangelistische Serie. Ja, ich mag Mission, möchte für Mission leben, es begeistert mich nach wie vor, aber ich habe auch eine Frau, die mich dann schon einige Tage nicht gesehen hat und schon wieder nicht sehen wird. Ich habe auch noch eine Tochter zu Hause, die ist 15, unsere Charlotte, die mich dann auch wieder nicht sehen wird. Unsere ältere Tochter ist in Costa Rica seit August, verbringt dort ein Jahr, auch in der Mission. Mission ist manchmal auch herausfordernd, oder?

[4:24] Wie werden wir dem gerecht, unserer Verantwortung, unseren Lieben gegenüber, unserer Verantwortung, die wir selber für uns auch haben mit unserem Gott und dieser Mission. Fällt euch das so leicht? Ich muss für mich bekennen, es fällt mir nicht so leicht und wenn die Studenten mich fragen, dann versuche ich ihnen auch immer wieder zu sagen, ich erlebe aus meiner begrenzten Erfahrung, man muss immer wieder mit Gottes Hilfe abwägen und sagen, nehme ich die Signale wahr, die da sind und wenn mein Kind mich dann zu sehr zieht bei der Verabschiedung am Gottesdienst, dann muss ich vielleicht irgendwann auch meine Aufmerksamkeit ihm geben. Wie schlimm es ist Kinder zu haben, das ist für mich so das ganz Schwierige, die mal irgendwann sagen, Papa, wir wollen nicht mehr dahin gehen, wo ihr hingeht.

[5:15] Mission ist finde ich auch herausfordernd, weil wir manchmal so überschüttet werden von problematischen Dingen, oder? Kennt ihr das auch? Da sieht man vielleicht gar nicht mehr so die positiven Aspekte, sondern es gibt so viel Belastendes, so viele Probleme. Und ich weiß nicht, ob ich da zu weit gehe, ich habe heute das letzte Mal mein Material für Bern angeschaut und ich habe seit heute Morgen ein Computerproblem nach dem anderen. Also ich habe diesen Rechner jetzt schon drei Jahre, ich habe noch nie so viele Probleme gehabt, technische Probleme, wie an diesem Tag heute. Ich wollte die Sachen nochmal korrigieren mit jemandem zusammen, ich habe die Präsentation nicht mal aufbekommen, das ist mir noch nie passiert. Ich glaube manches davon ist kein Zufall. Immer dann, wenn wir auch sagen, wir wollen diesem Ruf Gottes folgen, dann erleben wir glaube ich nicht nur zufällig auch Herausforderungen, Hindernisse, oder?

[6:08] Meistens leite ich meinen Unterricht für das Fach in dem Punkt ein, dass ich Ihnen erzähle, ich war einmal in Lindenberg, das ist eine Gemeinde, die ist in Baden-Württemberg noch nicht so lang gegründet. Meine Frau war krank, das war ganz selten der Fall, dass sie mal nicht dabei war. Wir waren mit dem Wohnwagen dort, es war bitterkalt im Wind, das waren ganz lange Eiszapfen, wir standen auf dem Hof und ich hatte die beiden Kinder und wir waren am Freitag und es war früh Sabbatanfang und es war alles, es hätte ein bisschen mehr Zeit gebraucht und es ging alles sehr schnell und das Letzte, was ich noch machen wollte, Sie sangen schon in der Gemeinde, der Vortrag war kurz vorm Losgehen, das Letzte, was ich noch machen wollte, war die Linsensuppe, die meine Frau vorbereitet hat für den Sabbat vom Auto in den Wohnwagen zu bringen und dann wollten wir meinen Kindern irgendwie helfen und sie nahmen den Gummiring, der den Deckel festmachte an dem Topf, den haben sie abgemacht und haben dann diese Linsensuppe versucht, weil sie mir helfen wollten, also ich war ein kleines Mädchen damals noch, die Linsensuppe in den Wohnwagen zu bringen und die Linsensuppe fällt dann genau in dem Moment um, wo sie gerade im Wohnwagen drin sind, es waren Minusgrade draußen und die ganze Linsensuppe ist in diesem Wohnwagen verstreut auf dem Boden und drin sangen die Geschwister und meine Frau war ausnahmsweise nicht dabei und es war der erste Vortrag.

[7:26] Ich habe meinen Dienst beginnen dürfen mit einem guten Freund, den vielleicht auch viele kennen, Erhard Biro und ich habe das Vorrecht gehabt, dass ich ihn im Missionsgebiet beginnen durfte, das war damals 50 Kilometer von der chinesischen Grenze in Kirgisistan, schon ein bisschen länger her, das sind jetzt schon über 20 Jahre und ich schaue gerne auf diese Zeit zurück und wir hatten neben vielen Dingen, die wir an Vorbereitung, es waren zwei Groß-Evangelisationen, kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, aber etwas ganz Besonderes, was wir dabei hatten, das war sehr schwer, das haben wir im Handgepäck mitgenommen und es hat viel Geld gekostet damals, das war ein Leitz Diaprojektor, heute uralte Technik, damals war das modernste Stand, das hatte jemand gespendet, das hat viel Geld gekostet dieses Gerät und wir haben es mitgenommen und wir sind dann in diesem Dom Kultur, ein großes Kulturhaus dort in dieser Stadt, das größte Haus, was es gab, haben sie angemietet, einige hundert Plätze und wir sind hochgegangen in die Technik, das war alles viel größer wie hier und dort waren zwei Männer, das waren die Techniker und wir waren am Tag vorher da und haben sich einen Diaprojektor dort abgegeben und wollten schon mal testen und diese Vorträge, die der Erhard Biro dann gehalten hat, ich habe danach dann ein bisschen geholfen, die haben halt basiert auf dieser Videoserie von Mark Finley und sie testen das, das läuft alles ganz normal, wir sprechen mit dem Vorsteher und sind im Gespräch und mit einmal riecht es so verbrannt und diese Männer, die eigentlich vom Fach waren, haben so viel Strom in dieses Gerät reingejagt, dass die Spule so verschmort war, dass dieses teure Leitz Gerät nicht ein einziges Dia projiziert hat, es war ein Tag vor Beginn der Vortragsserie, die Vorträge basierten auf diesen Dias und wir rochen nur noch, wie dieses super Gerät am dahinschmelzen war und ich war heilfroh, dass ich nicht den Vortrag halten musste.

[9:36] Kennt ihr das? Und das sind ja noch Beispiele, wo wir schmunzeln, oder? Manchmal vielleicht gerade, weil es uns so am Herzen liegt, kann es uns auch in die Bitterkeit führen, kann es uns Enttäuschungen bringen, wenn wir an andere Menschen vielleicht denken, die nicht nur förderlich sind, sondern manchmal hinderlich und aus diesen und anderen Gründen dachte ich, ich denke heute Abend über das Thema mit euch nach, das ich überschrieben habe, den Silberstreifen Gottes am Horizont sehen, den Silberstreifen Gottes am Horizont sehen. Seht ihr den? Sehe ich den?

[10:10] Vielleicht sagt ihr auch, lieber Chris, über was für ein Thema redest du heute Abend? Ich kann nur über das Thema reden, was ich auch glaube, was dran ist und ich muss euch gestehen, das ist für mich ein ganz entscheidendes Thema. Warum? Weil Mission, glaube ich, öfter mit dem Thema Entmutigung zu tun hat. Es funktioniert ja nicht. Hören wir das nicht ganz oft? Es funktioniert ja nicht. In unseren Breiten funktioniert es nicht. Ich habe heute im Unterricht über die Schöpfungstour berichtet. Ich war selbst gar nicht beteiligt, aber wir hören viel davon und wir haben gehört, dass in Österreich jetzt gerade einiges geschieht. Gott zur Ehre. Entmutigung ist, glaube ich, eine große Herausforderung, wenn es um Mission geht.

[11:02] Manchmal ist es auch Kampf. Und manchmal, ja, wenn ich zum Beispiel an den Youth and Mission Kongress denke, du hast es eben schon mal angetippt, ja, das war nicht so leicht. Wenn ich auf meinen Dienst zurückschaue, dann glaube ich, besonders in den Momenten, wo Gott Besonderes vorhat, und ich glaube, der Youth and Mission, der hat dazugehört, da waren diese Kämpfe, diese Entmutigungen am stärksten. Und heute, nur wenn ich zurückschaue, sage ich, es hat sich alles gelohnt, es war alles gut. Lieber Gott, hilf mir, dass ich demütig bleibe, dass ich mit dir verbunden bleibe. Und es ist einfach sehr ermutigend zu sehen, wie dann tausend junge Leute oder mehr schon morgens um sieben zusammenkommen, um Gottes Wort zu hören und missionarisch aktiv zu sein, sich ausbilden zu lassen. Aber es ist oft die Frage, sehe ich diesen Silberstreifen Gottes noch am Horizont? Darum möchte ich heute Abend mit euch nachdenken und ich möchte das gerne tun anhand einiger biblischer Aussagen, die verknüpft sind mit Abraham und seinem Leben. Ich glaube, es lohnt sich, diese Lebensgeschichte immer wieder anzuschauen, denn wenn es darum geht, den Silberstreifen Gottes am Horizont zu sehen, dann kann uns, glaube ich, der, der der Vater des Glaubens genannt wird, sicherlich helfen.

[12:30] Untertitel sieben Abraham-Reflexionen für geistliche Leiter oder für ASI. Was können wir von Abraham lernen? Und ich lade euch ein, dass wir die Bibel zur Hand nehmen und die Geschichte von Abraham uns anschauen, wiederum anschauen. Das ist ja das Tolle an der Bibel. Wir können ja gar nicht alles kennen. Gottes Wort ist lebendig und es zeigt uns immer wieder Neues auf und tiefere Gedanken. Wo könnten wir die Geschichte von Abraham finden? Vielleicht könnt ihr mir helfen. Wahrscheinlich im ersten Mosebuch, Kapitel 12, da könnten wir gut anfangen. Und ich habe versucht, so die entscheidenden Gedanken hier auch festzuhalten.

[13:14] Wenn ich an die erste Lektion denke, würde ich euch einladen, in Kapitel 12 gleich den Vers 1 zu lesen. Es ist ja auch fast hier, dass es losgeht. Am Ende von Kapitel 11 wird schon einiges berichtet, aber Kapitel 12, Vers 1 und da heißt es. Erster Mose, Kapitel 12, Vers 1. Und der Herr sprach zu Abraham, geh aus deinem Vaterland, von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Haus in ein Land, das ich dir zeigen will.

[13:56] Und ich habe diese erste Lektion überschrieben, Pilgerleben. Und ich stelle mir die Frage, habe ich das auch erlebt? Hat Gott mich gerufen? Naja, bei Predigern sagt man das manchmal. Ich habe einen Ruf bekommen. Aber ich glaube, das gilt nicht nur für Prediger. Ich glaube, für jeden, der eine Entscheidung für Christus getroffen hat, der hat einen Ruf bekommen. Das Erlebte, dass Gott dich gerufen hat. Und dieser Ruf Gottes ist oft ein Ruf, der sagt, geh weg von irgendwas. Gibt es da vielleicht Einflüsse, die nicht genug gut für mich sind? Habe ich vielleicht dann erst die Chance, wirklich zu lernen, ihm mehr zu vertrauen, wenn ich das Bekannte verlasse? Wenn ich meinen Schritt so aus dem Boot raussetze in das Unbekannte?

[14:41] Als ich jünger war, war das Unbekannte für mich sehr stark mit Abenteuer besetzt. Und ich habe gerne lange Reisen gemacht und Unbekanntes kennengelernt. Wenn man älter wird, merke ich, wird das anders. Ich habe noch zwei Jahre, dann steht die fünf bei mir vorne. Ich merke, man verändert sich im Lauf des Lebens. Da habe ich früher nur darüber lächeln können. Heute merke ich das. Ich glaube, ich würde heute nicht mehr in den Zug steigen in Indien und quer durch das Land fahren, einfach so, ohne zu wissen, wo ich ankomme, was es da zu essen gibt und sowas. Und doch, glaube ich, ist dieser Ruf für uns alle ein aktueller Ruf, egal ob wir 15 oder 50 sind. Gott ruft uns.

[15:29] Und der letzte Beginn unseres Rufes nach Thailand. Ich kann mich noch sehr genau an den Moment erinnern, wo wir dann nur noch Koffer hatten, alles schon ausgeräumt war, die Wohnung, wo unsere Kinder schon mehrfach geweint hatten, weil sie nicht weg wollten aus Baden-Württemberg. Und wir gesagt haben, wir warten ab. Und wenn wir für uns die Klarheit haben, dass Gott es will, dann sprechen wir mit ihnen. Und dann ist es auch keine Diskussion mehr, sondern dann sagen wir, wir glauben, wir sollen da hingehen. Und so haben wir es gemacht. Und dieser Sabbat-Anfang, den werde ich nie vergessen. Das war im Winter und es war furchtbar. Sie haben geweint und sie haben es nicht verstanden, dass sie ihre Freunde nicht mehr sehen können, ihre Oma nicht mehr sehen können, vielleicht für zwei Jahre. Und es hat viele Jahre gedauert, bis zumindest eine unserer Töchter auch gesagt hat, es ist erst einige Monate her. Es war ein Segen. Es war nicht immer leicht auf dem Weg. Und als ich dort saß, sagte ich mir auch, lieber Gott, war das die richtige Entscheidung, ganz neu anzufangen. Aber der liebe Gott sagt zu uns allen, glaube ich, geh, werde Pilger, mach dich unabhängig von manchen Dingen.

[16:41] Und ich habe hier einen Satz drunter geschrieben, den finden wir öfter im Geist der Weissagung. Ist für mich ein ganz wichtiger Satz, der wahr ist, glaube ich. Und Ellen White schreibt, der schönste Platz auf Erden ist der, wo Gott dich haben will. Ich habe mich so gefreut, auch Geschwister Graser zu sehen. Uns verbinden auch viele schöne Momente. Und die Monika hat mir eine Frage gestellt vor einigen Momenten. Das ist die Antwort für mich. Ich bin davon überzeugt, dass der schönste Platz auf Erden da ist, wo Gott mich haben will. Es ist nicht immer der leichteste. Aber ich glaube, dieses Bewusstsein zu haben, ich bin hier nicht, weil ich das will. Nicht, weil ich irgendwas gedreht habe, Abstimmungen bewegt habe oder sonst was, sondern weil ich die Gewissheit haben kann, Gott hat mich an diesen Ort geführt. Das kann mir Frieden geben, auch wenn der Sturm um mich herum tobt. Und deswegen glaube ich, Gott ruft uns auf und möchte, dass wir wachsen, dass unser Vertrauen stärker wird. Und wenn ich an Abrahams Leben denke, finde ich eine erste Lektion, die heißt für mich Pilgerleben. Wir sind alle Pilger. Und es ist gut so, glaube ich. Dieser Ort ist noch nicht unsere Heimat.

[17:59] Das Leben von Abraham zeigt uns aber noch mehr. Und ich würde gerne einige weitere Verse mit euch lesen. Wir bleiben in 1. Mose Kapitel 12, die Verse 6 und 10. Da heißt es, 1. Mose 12, 6 und 10. Und Abraham durchzog das Land bis an die Städte bei Sichem bis zur Eiche Mora. Es wohnten aber zu der Zeit die Kanaaniter im Land. Und Vers 10. Es kam aber eine Hungersnot in das Land. Da zog Abraham hinab nach Ägypten, dass er sich dort als Fremdling aufhielt, denn der Hunger war groß im Lande.

[18:35] Also das hätte ich mir jetzt ganz anders vorgestellt. Also wenn ich bereit bin, was hat Abraham alles verlassen? Das Vaterland, die Verwandtschaft, das Vaterhaus. Wenn ich das alles verlasse und wenn ich fest daran glaube, dass Gott will, dass mein Leben Mission ist, dann wird er mich an einen Ort führen, wo ich gebraucht werde, wo er alles vorbereitet hat. Oder? Und dann kommt Abraham in ein Land und was findet er vor? Das Land ist schon besetzt. Da sind die Kanaaniter schon im Land. Und was passiert dann? Dann passiert eine Hungersnot. Und Gott hat doch einen Plan mit mir und ich kann jetzt gar nicht mehr an diesem Ort bleiben, für den ich alles verlassen habe.

[19:28] Als wir in Thailand ankamen, ein wunderschönes Land, wir haben da eine große Universität, viel Arbeit, viele Missionare dort und ich habe das erste oder zweite Dienstgespräch mit meinem Chef gehabt, ging ich natürlich davon aus, er weiß, ich komme mit meiner Frau und mit meinen zwei Kindern. Unsere ältere Tochter konnte schon ganz gut Englisch, unsere jüngere kaum. Und dann wurde ich mit der Nachricht konfrontiert, dass für unsere jüngere Tochter, die also eh schon kaum Englisch konnte, es keinen Platz in der Adventistischen Schule gab. Ja, ich dachte auch am Anfang, das kann ja nicht sein, oder? Also wir haben über Monate ja kommuniziert, sie wollten alle meine Zeugnisse haben und weiß nicht was und haben telefonisch gesprochen, haben das Alter unserer Kinder angegeben. Wir kommen an diesem Ort an, tausende Kilometer weit weg, haben gesagt, okay, wir sind bereit. Es gibt keine Schule für meine Tochter Charlotte, das kann nicht sein.

[20:28] Also jetzt hätte ich fast gesagt, wenn das in Deutschland so wäre, wo wir strenge Regeln haben, okay, aber es war so. Und das hat mich nicht locker gelassen, das war schwierig. Und ich kann mich genau an den Moment erinnern, ich saß in meinem Büro, ich hatte eine leitende Funktion an dieser Universität. Und ich bin dann mit meinem kleinen Moped auf den Berg hochgefahren, da war die Schule für die Kinder und habe gedacht, ich muss nochmal mit der Schulleiterin sprechen. Das kann nicht sein, einige Tage waren jetzt vergangen. Und wir überlegten, was wir machen mit unserer Tochter. Und sie war isoliert einfach. Da steht ein kleines Mädchen im ganz anderen Land und ich fahre hoch auf den Berg, stelle mein Moped ab und gehe in die Schule rein, suche die Schulleiterin und komme auch in der Bibliothek vorbei. Und da sitzt meine kleine Tochter, wir hatten so vereinbart, da war eine Lehrerin, das war so eine Aushilfslehrerin, dass sie ihr ein bisschen Englisch unterrichtet. Und da sitzt sie allein in der Ecke in der Bibliothek und weint.

[21:40] Und ich habe nicht nur angefangen zu weinen, ich war böse eigentlich. Ich habe mir genau diese Frage gestellt, lieber Gott, jetzt sind wir hier in Thailand, Leben gleich Mission. Wir wollen alles einsetzen, wir wollen es gerne machen. Aber das kann doch jetzt nicht sein. Zweite Lektion, Glaubensprüfungen. Und ich glaube, wir alle mögen die Prüfung nicht, wenn wir in ihr drin sind. Heute fällt mir das relativ leicht, das zu erzählen, das bewegt mich immer noch. Ich bin vor allen Dingen dankbar, dass es gut ausgegangen ist. Aber wenn wir in der Situation drin sind, ist es nicht leicht, oder? Den Silberstreifen Gottes am Horizont sehen.

[22:29] Und ich bin wieder zurückgefahren, nachdem ich mit ihr gesprochen habe, auf meinem Moped, in meinem Büro. Und ich habe mich an das erinnert, was ich eben vorgelesen habe. Lieber Gott, du hast immer wieder bewiesen, egal wo wir waren, du hast uns hindurch geführt. Immer wieder. Manchmal gibt es schwierige Momente, aber du hast uns hindurch geführt. Und das hat mir geholfen. Und es war nicht gelöst in zwei Wochen, auch nicht in einem Monat. Es hat ein ganzes Jahr gedauert. Aber heute ist es positiv besetzt. Den Silberstreifen Gottes am Horizont sehen. Ich glaube, Gott hilft uns wie Abraham. Durch manche Glaubensprüfung, durch Dinge, wo wir Situationen erleben, die hätten wir uns ganz anders vorgestellt. Da sind wir vielleicht enttäuscht, von Menschen enttäuscht, von Gottes Gemeinde enttäuscht, von den Umständen enttäuscht. Aber ich glaube, eins lerne ich auch von Abraham. Er geht nicht zurück nach Hause. Er geht nach Ägypten ins Nachbarland. Und ich habe so den Eindruck, das ist so eine Art Glaubenslösung. Er kann nicht da bleiben, aber ich glaube, er gibt die Vision Gottes nicht auf, indem er zurückgeht wieder. Er geht für eine Zeit nach Ägypten, aber dann geht er wieder zurück. Zweite Lektion. Glaubensprüfungen.

[23:45] Ich würde auch gerne noch in Kapitel 12 den Vers 8 mit euch lesen. Da könnten wir auch viele andere Verse im Leben von Abraham lesen. Aber Vers 8 ist der erste, denke ich, der uns Folgendes sagt. 1. Mose 12, Vers 8. Das ist etwas, das wir immer wieder im Leben von Abraham finden können. Er baut den Altar, er baut einen Moment, wo er Gott begegnen kann und wo er auch zum Zeugnis wird. Leben ist Mission. Das heißt, das ist kein neuer Punkt, aber ich glaube für uns alle, die wir Mission für so wichtig sehen, dass wir das als Lebensstil leben wollen, eine Herausforderung, die so wichtig ist, auch hier dem Beispiel von Abraham zu folgen. Lektion 3. Andachtsleben.

[24:50] Und ich möchte euch auch hier ein kleines Fenster von mir persönlich aufmachen. Bogenhofen ist ein schöner Ort, aber auch ein sehr intensiver Ort. Als wir letztes Jahr insgesamt 55 Schüler und Studenten verabschiedet haben hier, da hat sich Freude breitgemacht, aber auch die Frage, wenn wir 55 Schüler und Studenten verlieren, können wir 55 auch wieder gewinnen. Das ist eine große Zahl und das ist für uns sehr wichtig, weil wir eine echte Missionsschule hier sind, muss ich wirklich sagen. Wir leben nicht so, dass wir sagen, wir planen die nächsten fünf Jahre, wir können gar nicht so weit planen und das ist letztlich gut. Wir haben letztes Jahr ein klares Ziel gehabt in unseren Gebeten, aber auch von unserem Führungsgremium, dass wir zwölf Studenten für die Plant Academy, das war die Latte und wir haben gebetet und gearbeitet und das ist dann eben nicht etwas, was man zufällig nimmt, wenn das Studium ja dann mit zwölf Studenten beginnt. Und wir hatten im Juni einige Fragezeichen, wie es weitergehen wird und wir spüren die Abhängigkeit von Gott und ich glaube, das ist gut und es war intensiv und ich hatte dann eine Einladung bekommen, auf die Bibel und Sportfreizeit mitzufahren, um die Bibelarbeit zu machen und so eine Einladung kann ich schwer widerstehen. Also mit jungen Leuten die Bibel zu studieren, ein ganz besonderes Vorrecht. Aber am Freitag war die Schule fertig und am Sabbatabend mussten wir los und ich habe in meinem Jugendlichen leicht ein Ja gesagt, aber habe dann gemerkt, je näher der Tag kam, eigentlich kann ich gar nicht. Ich brauche jetzt mal eine Woche auch für mich, aber es ging nicht und so sind wir losgefahren und ich hatte die Bibelarbeit dort und ich war nicht gut vorbereitet, aber ich wollte mich auch nicht vor die jungen Leute stellen und wollte das hemmsärmelig machen, das wollte ich nicht. Also musste ich mich reinknien, bin morgens früh aufgestanden, habe die Bibel gelesen, die alten Geschichten und habe persönlich gemerkt, welchen Segen ich davon hatte. Ich habe persönlich gemerkt, dass sich meine Perspektive in manchen Dingen verändert hat. Ich habe nicht mehr so sehr die Probleme, die Herausforderungen, die scheinbar nicht lösbaren Dinge gesehen, die auch eine Schule immer wieder bietet und die jeder von uns kennt, glaube ich, egal wo wir sind, sondern Gott hat mir geholfen wieder mehr seine Möglichkeiten zu sehen und wisst ihr wie das kam? Ganz einfach dadurch, dass ich selbst Zeit, mehr Zeit mit seinem Wort verbracht habe und ich spüre manchmal haben wir die Voraussetzung, die Herausforderung, dass wir so viel Gutes tun und am eigentlichen manchmal vorbeigehen. Wie hat mal jemand gesagt, das Gute ist der größte Feind des Besten. Ich glaube, das ist hochaktuell, Andachtsleben.

[27:42] Wir hatten die Gebetswoche hier vor zwei Wochen, denke ich, waren hier vorne viele viele Schüler, die eine Entscheidung getroffen haben und Geschwister Page haben uns manches Gutes mitgegeben, aber einen Satz, der ist für mich so wertvoll geworden, den möchte ich euch hier noch mal, den hat Schwester Page für mich geprägt, hat gesagt, wir müssen Gott nicht darüber informieren, wie groß unsere Probleme sind. Und sie hat dann weitergemacht, sondern wir müssen unsere Probleme informieren, wie groß unser Gott ist. Wir brauchen die Vision Gottes für unser Leben, damit unser Leben Mission ist.

[28:27] Pilgerleben, Glaubensprüfungen, Andachtsleben, aber ich glaube auch Niederlagen zu überwinden und auch hier würde ich gerne noch mal kurz in die Geschichte von Abraham eintauchen, in Kapitel 12, Vers 13. Da finden wir so eine Niederlage und auch die sehen wir, das ist nicht nur die Niederlage von Abraham und auch nicht nur an dieser Stelle, da heißt es 1. Mose 12, Vers 13, so sage doch, du seist meine Schwester, auf das mir es wohl gehe, um deinetwillen und ich am Leben bleibe, um deinetwillen. Der Glaubensvater Abraham, der Freund Gottes, er hat auch schwache Momente gehabt und die hat er nicht nur einmal gehabt und die Tragik ist, diese schwachen Momente tauchen in der nächsten Generation dann wieder auf. Aber da hört die Geschichte von Abraham nicht auf und ich glaube, Gott möchte, dass unsere aller Lebensgeschichte nicht bei der Niederlage aufhört, dass wir auch für andere Menschen, Menschen sind, die ihnen helfen, Niederlagen zu überwinden, die Möglichkeiten Gottes auch im Nächsten zu sehen.

[29:36] Und ich kann auch hier wieder nur sagen, für mich persönlich ist das stärkste Beispiel, wie Gott mich selbst geführt hat. Und ich sage euch jetzt noch was ganz Persönliches, um auch einfach zu zeigen, ich bin dankbar, dass er mit mir nach wie vor arbeitet, der ich viele Schwächen habe. Ich habe viele Jahre meines Lebens in Baden-Württemberg verbracht, ist sicherlich so, meine Heimat sind die meisten Jahre gewesen, sehr gute Jahre. Und nach einigen Jahren des Dienstes kamen die ersten Geschwister zu mir und haben mir gesagt, Christ, du solltest der neue Jugendsekretär werden, du bist der Mann, du kannst es. Das kommt manchmal so, man will das ja gar nicht, aber es tut auch nicht schlecht. Und dann kam die Wahl immer näher und dann kam die Wahl und ich bin nicht gewählt worden. Und jetzt kommt der entscheidende Teil der Geschichte, ich bin nicht gut damit umgegangen, bin nicht gut damit umgegangen. Ich wollte die Position, ich dachte, das bringt mir Ansehen. Ich war enttäuscht, enttäuscht vom lieben Gott und ich war enttäuscht von seiner Gemeinde. Wie klein oder wie schwach. Aber ich möchte zu Ehre Gottes sagen, dass er mir geholfen hat. Ich bin immer noch klein und schwach, aber er kann mich gebrauchen. Und ich glaube, er ist jemand, der sagt, wie wir das aus dem Buch der Sprüche kennen, und der Gerechte, der fällt nicht nur, sondern der kann mit Gottes Hilfe auch wieder aufstehen. Das ist das Evangelium, oder? Deswegen sitzen wir alle heute Abend hier. Ein Amen habt ihr mir jetzt nicht gesagt, aber eure Gesichter sind trotzdem freundlich gestimmt. Gut, vielleicht noch drei Gedanken, die glaube ich auch sehr wichtig sind.

[31:28] Wenn wir ein bisschen weiter blättern, in das Kapitel 13 gehen, da würde ich gerne den Vers 9 mit lesen. Und ihr merkt, wir kratzen nur ein bisschen von dem, was wir von Abraham lernen können, um den Silberstreifen Gottes nach wie vor vor Augen zu haben, nicht entmutigt zu werden. 1. Mose 13, Vers 9 heißt es, steht dir nicht alles Land offen? Trenn dich doch von mir, aber überlasse mir die Entscheidung, denn ich bin ja der Ältere. Ich bin der, der das Sagen hat, der die Sippe führt. Steht da nicht? Okay, ich bin ja beruhigt, dass ihr mitlest, dass ihr das in gutem Sinne tut. Das steht da wirklich nicht. Aber das würden wir eigentlich erwarten und manchmal muss man vielleicht ein bisschen falsch lesen, damit wir merken, was hier eigentlich steht. Steht da nicht? Was sagt Abraham? Steht dir nicht alles Land offen? Trenn dich doch von mir. Willst du zu Linken, so will ich zu Rechten. Oder willst du zu Rechten, so will ich zu Linken.

[32:26] Ich habe hier diese Lektion Nummer 5, habe ich Verzicht genannt. Können wir es dem Lot verdenken, der hat sich umgeschaut und hat gesehen, wow, das Tal, es wird mit dem Garten Eden verglichen. Ich meine, das ist die beste Option, menschlich gesehen. Die beste Perspektive für mich, die besten Chancen habe ich, wenn ich ins Tal gehe. Aber das war zu kurz gedacht. Und ich glaube, Gott führt uns manchmal auch Wege, um unser Vertrauen zu stärken, die mit Verzicht zu tun haben, oder? Auch das ist in der Situation nicht immer leicht. Aber hier ist mir Abraham auch ein Vorbild und ich denke, er ist uns ein Vorbild. Er hat gut gewählt und wir merken, bei Lot geht es so ganz schleichend. Da wählt er das Tal und dann ist er in der Nähe der Stadt und irgendwann, wenn wir dann weiterlesen, merken wir, er sitzt im Tor der Stadt und er ist mittendrin. Und nicht nur das, er erlebt es durch diese Wahl in der Konsequenz, seine Kinder, seine Frau so stark von Sodom geprägt sind, dass sie selbst, nachdem Gott ihn befreit hat, als sie dann in der Höhle sind, sie sind ja doch im Gebirge angekommen, so wie Gott es von Anfang an wusste, dass sie immer noch versuchen, ihre Probleme mit den Methoden von Sodom zu lösen, indem sie den Vater betrunken machen und gucken, wie sie sich nachkommend schaffen. Das muss schlimm für Lot gewesen sein. Ich glaube, Gott führt uns auch auf eine Art und Weise, wo es manchmal um Verzicht geht.

[34:01] Ich würde gern den Text auch hier aus dem Nehemia an dieser Stelle ergänzend lesen, weil er für mich sehr viel mit unserem Thema, mit dem Motto zu tun hat. Leben gleich Mission. Und ich kann jetzt gar nicht groß auf die Situation eingehen, die natürlich ein anderes, aber ich glaube, dieser eine Text hier im Nehemia Buch, der sagt uns sehr viel aus, was auch mit Mission und Verzicht zu tun hat. Da heißt es, Nehemia 6, 2 und 3, einer meiner Lieblingstexte. Da sandte Sanballat und Geschem zu mir und ließ mir sagen, komm und lass uns in Kefirim im Tal Ono zusammenkommen. Sie gedachten mir aber Böses zu tun. Und erinnert euch an die Situation, er hatte eine wichtige Aufgabe, er hatte was zu tun, er hatte die Mission Gottes zu erfüllen, diese Botschaft sozusagen, den Aufbau der Stadt. Es gab nichts Wichtigeres. Und was erlebt er? Es sind Feinde da, die versuchen ihn in andere Täler zu locken. Und was sagt er? Ich aber sandte Boten zu ihnen und ließ ihnen sagen, ich habe ein großes Werk auszurichten. Ich kann nicht hinabkommen. Es könnte das Werk liegen bleiben, wenn ich die Hand abtäte und zu euch hinab käme.

[35:26] Okay, dankeschön. Ich versuche mein Bestes. Danke für das Feedback. Ich hoffe, ihr habt zumindest den Text mitlesen können. Also ich denke, Nehemia sagt etwas ganz Wichtiges. Mission heißt auch zu verzichten, heißt auch aufzupassen, dass Gott, dass der Feind Gottes mich nicht auf Abwege führen kann, mich ablenken kann, sondern an Gottes Mission dran zu bleiben.

[36:03] Lektion 6, glaube ich, hat viel generell auch mit uns, von unserem Verständnis zu tun als Adventisten. Und auch hier würde ich gerne noch mal einige Verse lesen, wenn wir zurückgehen zum ersten Mosebuch und hier noch mal schauen in Kapitel 17, Vers 15 bis 17. Erster Mose 17, Vers 15 bis 17. Und hier lesen wir, und Gott sprach abermals zu Abraham, du sollst Sarai, deine Frau, nicht mehr Sarai nennen, sondern Sarah soll ihr Name sein. Denn ich will sie segnen und auch von dir will ich ihr einen Sohn geben. Ich will sie segnen und Völker sollen aus ihr werden und Könige über viele Völker. Da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte und sprach in seinem Herzen, soll mir mit 100 Jahren ein Kind geboren werden und soll Sarah 99 Jahre alt gebären. Und wir sollten unbedingt noch in Kapitel 18 den Vers 14 lesen, wo es heißt, nachdem der Herr Abraham dann in Mamre besuchte, Vers 14, sollte dem Herrn etwas unmöglich sein.

[37:36] In diesem Zusammenhang wird dieses Wort gesagt und wenn das nicht die Lektion warten lernen ist, da wartet Gott lange. Abraham hat die Prophezeiung und er muss warten, er muss immer wieder warten, aber Gott wartet so lange, bis der Abraham und Sarah zum Ergebnis kommen, das geht ja gar nicht mehr. Und dann kommt dieser Satz, sollte Gott etwas unmöglich sein. Und ich glaube auch hier durch diese Lektion Nummer 6 hilft Gott Abraham, den Silberstreifen Gottes immer noch zu sehen, selbst in so einer eigentlich menschlich gesehen ausweglosen Situation. Warten lernen, Gott ermutigt, er gibt ihnen die neuen Namen und er führt ihnen letztlich auch dahin und damit kommen wir zum letzten Punkt. Und ich glaube das ist der entscheidende, den sollten wir vor allen Dingen im Auge haben.

[38:25] Und da kommen zwei Verse jetzt, die erstmal weit weg sind vom ersten Mosebuch. Der eine steht in Jesaja 41,8 und es heißt hier und vielleicht kennen wir das auch, aber es ist vielleicht nicht so bekannt, wo das steht. Jesaja 41,8 heißt es. Du aber Israel, mein Knecht Jakob, den ich erwählt habe, du Spross Abrahams, meines Geliebten. Und den letzten Text, den ich noch lesen möchte, Jakobus 2,23.

[39:25] Hier im vorletzten Buch und drittletzten Buch ganz hinten, Jakobus 2,23. So ist die Schrift erfüllt, die da spricht, Abraham hat Gott geglaubt und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden und er wurde ein Freund Gottes genannt. Abraham, der Freund Gottes, der geliebte Gottes, der Glaubensvater. Ich glaube wir sehen, wenn wir nur einen kurzen Blick werfen auf das Leben von Abraham, Gott hat ihn geführt, um immer wieder Gottes Silberstreifen am Horizont zu sehen, sich nicht entmutigen zu lassen. Egal, wenn er auch merkt, das Land ist besetzt, es kommt eine Hungersnot, es gibt Entmutigungen, er hat Niederlagen, er muss verzichten, er muss warten lernen, aber er erlebt, dass Gott ihn hindurch trägt und er erlebt Gottes Siege. Und ich glaube, das ist ein ganz entscheidender Punkt.

[40:25] Ich möchte schließen heute Abend mit einem Zitat und dieses Zitat kommt von einem, über dessen Leben wir mit Sicherheit schreiben könnten, sein Leben war Mission. Er hat in der Adventgeschichte einen wichtigen Bereich der Mission begonnen und entscheidend geprägt, H.M.S. Richards, der Begründer der Voice of Prophecy Radiosendungen, vielleicht habt ihr von ihm gehört. Ich möchte euch einige Gedanken von ihm vorlesen, die für mich sehr treffend sind für dieses Thema und eine große Ermutigung sind. Und ich glaube, das möchte Gott, dass wir immer seinen Silberstreifen am Horizont sehen.

[41:07] Und es heißt hier, der Herr hat jedem Menschen eine Arbeit zugeordnet. Es liegt an ihm, sie auszuführen und es ist das Teufelsgeschäft, ihn darin zu stoppen. So wahr der Herr euch zu einem besonderen Dienst berufen hat, so sicher wird Satan versuchen, euch daran zu hindern. Er kann euch andere vielversprechende Dinge im Kopf geben. Er mag euch mit weltlichen Aussichten ködern. Vielleicht macht er sich mit Verleumdungen über euch her oder quält euch mit falschen Anschuldigungen, die gegen euch vorgebracht werden. Er bietet auch fromme Menschen auf, Lügen über euch zu verbreiten. Es kann sein, dass du dich fragst, warum dir all diese Dinge passieren. Kannst du nicht sehen, dass die ganze Kampagne von der Fähigkeit des Teufels gegen dich gerichtet ist, um dich von deiner Arbeit abzubringen. Bleib bei deiner Arbeit. Zittere nicht, wenn der Löwe brüllt. Verschwende deine Zeit nicht damit zu versuchen, die Hasen des Teufels zu jagen. Bleib bei deiner Arbeit. Gott hat dich nie beauftragt, deinen Ruf zu verteidigen. Bleib bei deiner Arbeit. Dein Ziel ist es, so standhaft wie ein Stern zu sein.

[43:53] Vertrau auf Gott allein, nur so kannst du glücklich sein. Denn er weist genau, wie du zum Leben brauchst. Ja, schau auf Jesus alle Zeit und halte dich bereit, damit du ihn verbiegen kannst. Er klopft an deine Tür, kommt, was du brauchst. Alle warten dich vorbereitet. Er öffnet dir die Augen, für seinen großen Plan. Gott möchte in dir wohnen, damit er dich verbringen kann. Habe Acht auf Gottes Wort, denn Wahrheit, sie ist nur dort, wo Jesus mit seinen Wesen ihn zeigt. Schau nicht auf Menschen, sie auf ihn. Nimm Lügen nicht mehr hin, denn du sollst dein Kind der Wahrheit sein. Wir meinen, es ist dunkel, denn auch schön ist dein Licht. Gott lässt auch seine Kinder nicht im Stich. Und auch in schweren Tagen will Jesus bei dir sein. Lass dich allein, Gott, lachen. Vertrau ihm, du bist nicht allein. Er trinkt an jeder Zeit den Weg in die Ewigkeit. Vertrau ihm, du bist sein Gott. Und wenn du tust, was Jesus will, für dir dich hochzuziehen, dann lass dich den Menschen nicht bedrohen. In dir in der Wüste, traurig und allein, obfreut sich Gott, so herrlich offenbart. Nimm dir doch sein Leben, bis Gott ihn hält und spricht, wir sind auf sieben Tausend, sie werden nie geliebt. Vertrau Gott, nur so kannst du sicher sein, dass niemand aus seiner Hand dich weisen kann. Ja, schau auf Jesus, lern von ihm, er will dich zu sich ziehen und du darfst ihn immer bei ihm sehen.

[47:50] Ich möchte Gott anbeten. Ich lade euch, dass wir dazu aufstehen.

[48:12] Unser guter Vater in dem Himmel, wir möchten dir danken, dass wir hier in deinem Haus sein dürfen, dass wir Musik hören dürfen, die uns näher zu dir führt, die uns bewusst macht, dass du da bist. Wir möchten dir danken, dass du uns dein Wort gegeben hast, dieses lebendige Wort, Herr, wo wir immer wieder erleben können, dass es uns verändert, dass es uns in Situationen der Mutlosigkeit, der Angst, von dem, was die Zukunft bringt, Hoffnung geben kann, Perspektive geben kann, Kraft geben kann, Herr, und uns daran erinnert, dass wir alle in deiner Hand geborgen sind, dass du unser Leben hältst und dass du dir wünschst, dass wir selbst in dunkelsten Momenten, die es manchmal gibt, deinen Silberstreifen am Horizont sehen, deine Hand, deine Liebe, dein Licht, deine Kraft. Dafür möchten wir dir danken, Herr.

[49:08] Wir möchten dir danken für Menschen und Frauen, die uns vorausgegangen sind, so wie Abraham, von denen wir viel lernen können. Du hast Abraham gelehrt, diesen Blick zu haben, dass sein Vertrauen wächst durch Verzicht, dadurch, dass er warten musste, dadurch, dass er Niederlagen gehabt hat und du hast ihm aufgeholfen, dadurch, dass er bereit war zu gehen, Pilger zu sein, dadurch, dass er erlebt hat, dass manches ganz anders war, wie er gedacht hatte, aber er hat immer wieder erlebt, dass er dir vertrauen kann. Herr, stärke du dieses Vertrauen auch in unserem Leben, dass unser Leben trotz all unserer Schwachheit Mission ist und dass wir Lichter sein können für dich, weil du uns hell machst und so segne du diesen Abend weiterhin, segne die Zeit, die hier auch all die Geschwister von ASI zusammen verbringen dürfen, dass es eine gesegnete Zeit ist und wir danken dir, Herr, dass du uns entlässt mit der Hoffnung auf deinen Tag, der bald kommen wird, auf den wir warten. In deinem Namen, Herr Jesus Christus. Amen.


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