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In dieser Cannstatt Study Hour-Lektion aus dem Evangelium nach Lukas, Kapitel 8, spricht Frank Schleipfenbauer über den Auftrag Jesu. Er beleuchtet, wie Jesus gekommen ist, um das Verlorene zu suchen und zu retten, und illustriert dies anhand von Gleichnissen wie dem verlorenen Schaf, der verlorenen Drachme und dem verlorenen Sohn. Die Lektion betont die Bedeutung von Gottes Liebe, Vergebung und der persönlichen Entscheidung für den Glauben, auch im Angesicht von Fehlern und Verirrungen.

In dieser Cannstatt Study Hour Lektion aus dem Evangelium nach Lukas, Kapitel 8, spricht Frank Schleipfenbauer über den Auftrag Jesu. Anhand von Gleichnissen wie dem verlorenen Schaf, der verlorenen Drachme und dem verlorenen Sohn wird die unermüdliche Suche Gottes nach jedem einzelnen Menschen beleuchtet. Die Lektion betont die Bedeutung von Umkehr, Vergebung und der bedingungslosen Liebe Gottes, die jeden Menschen zurückgewinnen möchte.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2015 Q2: Das Evangelium nach Lukas

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Woche in der aktuellen Sabbatschul-Lektion dieses Quartals, in dem wir aus dem Buch Lukas lernen. Ich begrüße alle, die zugeschaltet sind hier bei Joelmedia.de und auch unsere Gäste bei Amazing Discoveries.

[0:40] Diese Woche ist überschrieben mit der Überschrift "Der Auftrag Jesu" oder im Englischen auch mit "The Mission of Jesus", was wir ja auch im Deutschen verwenden, die Mission, der Auftrag. Das deutsche Wort, wenn wir das vom Ursprung her betrachten, setzt sich zusammen aus dem Verb "tragen" und "auf", also auftragen. Und Jesus hat wirklich getragen. Das heißt auch wir, wenn wir Aufträge übernehmen, tragen wir Verantwortung, Lasten, Gefühle und so war es auch bei Jesus.

[1:21] Und wenn wir uns den Leitsatz anschauen, den Leitvers dieser Woche in Lukas Kapitel 19 Vers 10, dort heißt es: "Der Sohn des Menschen ist gekommen, das Verlorene zu suchen und zu retten." Da steckt schon eine ganze Menge drin. In welchem Zusammenhang hat Jesus diesen Satz gesagt? Er wurde mal wieder kritisiert und er hat gehört und mitbekommen und gesehen, wie die Pharisäer, die sowieso ihn beobachtet haben, um nach Fehlern zu suchen, ihn kritisiert haben. Er setzt sich mit Zöllnern, mit Betrügern, mit Sündern zusammen. Und wir werden später noch auf Zachäus zurückkommen. Der Anlass, diese Aussage zu machen von Jesus, war ja die Reaktion der Pharisäer daraufhin, dass er sich selbst eingeladen hat, bei Zachäus zu Gast zu sein, als er die Entscheidung des Zachäus erlebt hat, nach Jesus zu schauen, von ihm Hilfe zu erbitten und sich ihm ehrlich und offen so zu zeigen, wie er ist. Das hat Jesus als Auftrag seines Herzens, seiner göttlichen Liebe zu seinem Geschöpf angenommen. Und er hat diejenigen korrigieren wollen oder ihnen die Möglichkeit gegeben, sich selbst zu korrigieren, indem er ihnen diesen Satz gesagt hat: "Der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist." Er bezeichnet sich also als Sohn des Menschen.

[3:00] Er ist gekommen. Zachäus ist auf dem Baum gestiegen und hat nach ihm Ausschau gehalten. Sein Herz hat nach ihm verlangt. Er wollte Frieden haben und er hat gehört, dass das nur mit Jesus möglich ist. Aber Zachäus ist nicht zu Jesus gelaufen. Darauf gehen wir später noch mal ein. Der Sohn des Menschen ist gekommen. Gott hat uns zuerst geliebt, damit wir ihn zurücklieben können. Auch die Botschaft steckt hier drin. Er ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist.

[3:34] Der Schöpfer weiß, wo wir sind. Wir können aus den Psalmen lesen, dass er weiß, wie viel Haare wir auf dem Kopf haben. Er kennt jeden Gedanken schon im Vorhinein. Dass er uns bereits kannte, noch bevor wir im Mutterleib waren. Und er auch jede unserer Entscheidungen kennt, ohne dass er sie manipuliert. Aber dennoch steht hier, dass er nach uns sucht. Er geht uns nach.

[3:58] Wir werden uns gleich ein Gleichnis anschauen, in dem das sehr, sehr deutlich wird. Also sein Auftrag, den er sich selbst gestellt hat und den er von Grundlegung der Welt an, vom Ursprung aller Zeiten immer geplant hat, dass wenn dieser Fall eintritt, dass Geschöpfe sich falsch entscheiden und in die falsche Richtung gehen, dass er kommen wird, um nach ihnen zu suchen, ihnen nachzugehen und sie zurückzuholen. Nach freiem Willen des Geschöpfes.

[4:33] Gehen wir ein paar Seiten zurück in Gottes Wort, in Lukas Kapitel 15. Dort finden wir mehrere Gleichnisse. Und wir steigen hier zunächst mal gleich zu Beginn des Kapitels ein, Lukas 15.

[4:47] "Es nahmen sich aber zu ihm, zu Jesus, alle Zöllner und Sünder, ihn zu hören. Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt Sünder auf und isst mit ihnen." Er sprach aber zu ihnen dieses Gleichnis und sagte:

[5:07] Also auch hier wieder die Situation wie bei dem Ereignis mit Zachäus. Er geht den Sündern nach, er geht denen nach, die sich selbst auch verloren glauben, in Schuld, in den Folgen ihrer Schuld, teilweise in Armut, in Krankheit, in Beziehungslosigkeit, in Einsamkeit und er ist für sie da. Er bietet sich ihnen an und diejenigen, die das kritisieren, weil sie sich über die Menschen stellen und damit letztendlich auch über Gott, die weist er zurück und er weist sie zurecht. Er gibt ihnen nachzudenken mit folgendem Gleichnis ab Vers 4.

[5:49] "Welcher Mensch unter euch, der hundert Schafe hat und eins von ihnen verloren hat, lässt nicht die 99 in der Wüste und geht dem Verlorenen nach, bis er es findet. Und wenn er es gefunden hat, so legt er es mit Freuden auf seine Schultern. Und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und die Nachbarn zusammen und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch, so wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, also umkehrt vom falschen Weg, mehr als über 99 Gerechte, die die Buße nicht nötig haben."

[6:31] Wer Erfahrungen mit Schafen hat oder Schafe schon einmal beobachtet hat, also ich meine Schafe, die noch von einem Hirten geführt werden und nicht eingepfercht sind von einem Elektrozaun wie Maschinen, der wird feststellen, dass Schafe gerne in die eigene Richtung laufen, dass sie gerne nach Dingen suchen, die sie suchen wollen. Also das Suchen des Schaf letztendlich sucht sich selbst, sucht seinen eigenen Willen zu verwirklichen. Heute nennt man das, glaube ich, Selbstverwirklichung. Aber dabei stellen wir auch eigene Leitsätze und Regeln auf oder wir leben womöglich sogar völlig regellos. Das heißt, wir verlieren den Maßstab, den nur einer uns geben kann, den einzig wahren und richtigen Maßstab, von dem Jesus sagt, indem er von sich selbst spricht: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben."

[7:33] Und so haben Schafe einen Hirten nötig, denn sie haben noch weitere Eigenschaften. Sie sind ganz anders als die Raubtiere, die es auch gibt. Sie sind im Grunde genommen fast völlig wehrlos, nicht nur die jungen Schafe, sondern auch die Erwachsenen. Und selbst der Widder, der Kraft hat und Hörner und durchaus anderen Schaden zufügen kann, hat gegen die meisten anderen Tiere seiner Größe, die Raubtiere, keine Chance. Also sie sind schutzbedürftig, sie sehen nur das, was unmittelbar vor ihnen liegt und sie möchten gerne das fressen, was sie fressen wollen, können aber nicht unterscheiden zwischen den guten und den giftigen Kräutern. Dazu brauchen sie den Hirten, der damit auch gleichzeitig zu ihrem Retter wird.

[8:24] Und dann sind wir bei Jesus und seiner Herde und dann sind wir bei uns selbst, bei uns Schafen und das ist das, was dieses Gleichnis sagen soll.

[8:38] Ausdrucksstark wird es noch einmal mehr in dem kurzen Ereignis, was Jesus hier dann ab Vers 8 schildert und an dieses Gleichnis von den verlorenen Schafen anhängt. "Welche Frau, die zehn Drachmen, zehn Münzen hat, zündet nicht, wenn sie eine davon verliert, eine Lampe an, kehrt das Haus und sucht sorgfältig, bis sie sie findet." Eine Parallele zu dem Gleichnis mit den Schafen in Vers 5, am Ende von Vers 4. Der Hirte geht in die Wüste und geht dem verlorenen Schaf nach, bis er es findet. Die Frau in Vers 8 kehrt das ganze Haus, dreht alles von links nach rechts, sucht sorgfältig, bis sie sie findet. Also beide geben nicht auf, bis das Verlorene wiedergefunden ist.

[9:26] Und wenn sie sie gefunden hat, ruft sie die Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und spricht: "Freut euch mit mir, denn ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren hatte." Seine Zuhörer damals wussten genau, was er damit sagt, denn alleinstehende Frauen insbesondere, also wie immer davon die Rede ist von Witwen und Waisen, waren ohne Versorgung und ohne das kleinste Geld, das sie besaßen, eigentlich dem Hungertod geweiht und dem Verderben. Also jede einzelne Münze war besonders wichtig. Sie waren nicht in der Lage zu sagen, ja, ich habe noch neun Münzen, dass die eine nicht mehr da ist, ist nicht so tragisch.

[10:12] Und das übertragen wir auf das Denken und auf das Lieben des Schöpfers. Und selbst wenn es nur ein Geschöpf gäbe, nur dich allein oder nur mich alleine, hätte er das Gleiche getan, was er bisher getan hat und würde auch für die Zukunft das Gleiche tun, um dich oder mich wieder zu gewinnen. Das ist hier die Aussage.

[10:34] Und er sagt damit auch ganz klar denen, die sich selbst erheben und zu besseren Sündern erklären oder womöglich von sich selbst denken, dass sie frei von jeder Sünde sind, weist er sie zurecht, indem er ihr eigenes Denken anregt, ihr Selbstbild, ihre Selbstwahrnehmung und das Denken von anderen Menschen mal zu überprüfen, um sich korrigieren zu lassen. Und das betrifft jeden von uns.

[11:08] Es geht weiter ab dem Vers 11 in Lukas Kapitel 15 mit einem ausführlichen und sehr wichtigen Gleichnis, das die meisten von uns sehr gut kennen, das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Und wir werden aus Zeitgründen jetzt nicht jeden Vers lesen, aber auszugsweise gehen wir darauf ein.

[11:32] Es handelt sich also um einen Vater mit zwei Söhnen. Und der Jüngere der beiden Söhne sagt eines Tages: "Vater, gib mir den Teil meines Erbes, gib mir das, was mir zusteht. Ich möchte nicht mehr hierbleiben. Ich will in die weite Welt gehen. Ich möchte etwas erleben. Ich möchte mich selbst bestimmen. Ich möchte meine Freiheit haben und ich möchte mein Geld ausgeben, für was ich auch immer möchte."

[12:02] Also er beginnt seine Rede gegenüber dem Vater mit "Gib mir." Er stellt eine Forderung. Und wir können davon ausgehen, dass so eine Forderung und die Entscheidung von bisherigen Zuhause wegzugehen und auch die Überwindung, den Vater anzusprechen, ihm vor dem Tod des Vaters vorzeitig das Erbe auszuzahlen, dass das ein Prozess war, dass er über mehr als einige Tage dann zu dieser Entscheidung gekommen ist und auch zu dem Entschluss, das umzusetzen.

[12:43] Die Sünde und die falschen Entscheidungen entwickeln sich. Manche kommen spontan, aber viele schwerwiegende Entscheidungen, die wir treffen, sind angebahnt durch einen längeren Prozess, den wir vielleicht selber gar nicht vollständig mitbekommen haben. Und wenn ich an Kain denke, dann können wir auch dort, wenn wir die Geschichte von Kain und Abel lesen, sicher sehen, dass es ein längerer Prozess war, in dem Kain sein Denken Gott und seinem Bruder gegenüber verhärtet hat und sein gottesfürchtiger Bruder Abel, der sich Gott hingegeben hat und gesagt hat: "Ich tue das so, wie du es willst, weil du es gesagt hast, weil du es willst. Ich möchte die Dinge so tun, wie du sie von mir wünschst." Und Kain hat das Gegenteil entschieden. Er hat gesagt: "Ja, ich opfere auch, ich zeige auch, dass ich dazugehöre, aber ich tue es so, wie ich es will." Und das ist der Unterschied.

[13:42] Also die Sünde entwickelt sich. Und wenn wir lange genug Einflüsse haben, fern von Gott, Einflüsse von Menschen, die selber nicht wirklich mit Gott gehen oder bekennenderweise nicht mit Gott gehen, das, was wir sehen, verändert uns, das, was wir erleben. Dann werden auch wir einen solchen Entscheidungsprozess durchlaufen, vielleicht von Freunden beeinflusst, durch Anschauen verändert, durch Erleben bestimmter Situationen, durch Neid, durch etwas, was man Habgier nennt in der stärksten Ausprägung.

[14:19] Und letztendlich ist es auch das, was uns heute das neue Zeitalter, das New Age lehrt: "Verwirkliche dich selbst. Du selbst bist schon dafür vorbereitet, dass du selber wieder göttlich bist, deine eigenen Entscheidungen triffst." Und "Jesus in mir" bedeutet nicht die Beziehung mit dem persönlichen Jesus Christus, den uns die Bibel beschreibt und von dem wir hier gerade reden, sondern "Jesus in mir" ist eine Kraft, eine Energie oder was auch immer, die mich dazu befähigt, wieder selbst göttlich zu sein und endlich mich frei und selbst zu bestimmen.

[15:01] Wobei auch das eine große Lüge der New Age-Philosophie ist, denn im Grunde genommen möchte eine elitäre Menschenklicke, vielleicht könnten wir sie heute Pharisäer nennen, erreichen, dass alle so eins werden, dass sie für ihre Interessen gesteuert werden, im praktischen Leben und auch im Religionsbereich. Jesus hat gesagt: "Meine Freiheit gebe ich euch, nicht die Freiheit der Welt, nicht die Freiheit, die euch die Welt gibt." Und "wen der Sohn frei macht, den macht er wirklich frei."

[15:38] Also es gibt gemäß Gottes Wort nur eine Freiheit, die auch ihren Namen verdient und alles andere ist Betrug. Und diese Freiheit kommt von Gott. Nämlich, wenn wir in unserer sündhaften Natur, die an uns ist und in uns ist, wenn wir diese beherrschen wollen und wenn wir frei von ihr werden wollen, dann können wir nur unseren Willen Gott unterstellen und im Glauben sagen: "Ja, ich nehme dein Wort so, wie du es gegeben hast. Es geschieht zu mir, es verändert mich, es schenkt mir Willen und Kraft und ich gehe den Weg, den du vor mir gegangen bist und dann werde ich errettet sein und bleiben."

[16:20] Denn der jüngere Sohn, der fortwollte, der hatte zu Hause sicher die Liebe des Vaters, aber er hatte auch Pflichten und Disziplin. Und er sagt, er will in die Ferne gehen mit dem Geld des Vaters, das er für sich beansprucht. "Gib mir." Er möchte sich selbst bestimmen. Er möchte sich nicht den Pflichten und den Anforderungen der Familie und des Vaters und des Teams unterstellen, was letztendlich Gottes Wille ist.

[16:53] Und so geht er in die Ferne. Der zweite Schritt, der erste Schritt war: "Gib mir." Er geht in die Ferne ohne Schutz, ohne Gottes Leitplanken. Wir könnten dazu Jesaja Kapitel 30 nachlesen: "Wenn du links abbiegst oder rechts abbiegst und du hörst eine Stimme hinter dir her: Das ist der Weg, den gehe." Gott kennt unsere Natur und er weiß, in welche falschen Richtungen und welche falschen Wege, für welche falschen Ziele wir gehen, wenn wir uns seiner Führung entziehen und seiner väterlichen Leitung.

[17:32] Und so geht er uns nach. Er sucht uns, um das Verlorene zurechtzubringen, aber nicht durch Zwang, nicht durch Manipulation. Er sagt: "Schau doch mal, wo du warst, wo du bist und wo du hingehst. Wenn du den Weg gehst, welche Konsequenzen wird das haben? Wenn du meinen Weg gehst, welche Erfahrungen hast du denn schon mit mir? Dann kannst du auch sicher sein, dass es dir in Zukunft gut geht. Entscheide dich doch richtig." Das ist das, was Jesus tut.

[18:02] Also Vergebung der falschen Entscheidungen durch seine Gnade. Und Gnade ist immer völlig unverdient und kommt aus der väterlichen Liebe oder der mütterlichen. Und auch die Zuwendung hier des Schöpfers zu seinem Geschöpf. Der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zurückzubringen, was verloren ist.

[18:25] Interessant ist noch eine Wortwahl hier in dem Gleichnis in Vers 13. "Nach nicht vielen Tagen brachte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste weg in ein fernes Land. Und dort vergeudete er sein Vermögen, indem er verschwenderisch lebte." Vom sprachlichen Ursprung her kann man das verschwenderische Leben auch übersetzen als "betrunken leben". Also nicht mehr ganz Herr seines Verstandes zu sein, Enttäuschungen zu leben, rein von Emotionen geführt zu sein, von Atmosphäre.

[19:04] Und mir ist spontan dabei der Wein der Unzucht der Hure Babylon aus der Offenbarung eingefallen. Und auch hier sind wir wieder bei Menschen und Menschensystemen und Definitionen, auch bei falschen religiösen Lehren. Denn es ist ja letztendlich der Wein der Unzucht von Babylon, die falschen Lehren. Den, wie soll ich sagen, echten Atheismus von echtem, wahrem Gottes Wort kann ich ja sehr stark unterscheiden. Aber wie ist es, wenn ich selbst Atheisten dahin bringe, eine selbstgefällige religiöse Ideologie anzunehmen, wo sich dann nur die Dinge scheinbar sehr fein unterscheiden und die Unterschiede immer mehr verschwimmen, in denen auch von Jesus Christus die Rede ist, der aber ein ganz anderer ist oder etwas anderes als der wahre Jesus Christus, der mit mir eine persönliche Beziehung haben will, der Sohn Gottes, der letztendlich Schöpfer selbst ist.

[20:07] Also wenn wir die Wege des Vaters verlassen, unseres Vaters im Himmel, dann sind wir sehr schnell dabei, verschwenderisch zu leben im Sinne von disziplinlos, von losgelöst von Gottes Wort, in falscher Freiheit uns nur selbst zu bestimmen. Und dann unterliegen wir den Täuschungen.

[20:32] Und was ist der Preis? Auch das haben wir in dem Gleichnis. Hunger, Krankheit, Depression, Armut, Einsamkeit und letztendlich das Leben unter den Schweinen. Eines der unreinsten Tiere, die es gibt auf dieser sündhaften Erde. Also wieder mal die Wahl zwischen dem Bild des Tieres, zu dem ich selbst werde, und dem Bild Gottes, zu dem Gott mich wieder zurückführen möchte, wenn ich mich dazu entscheide und ihn darum bitte.

[21:11] Der ursprünglich verlorene Sohn wird gefunden. Er wird zurückgebracht durch seine Entscheidung. Aber wie kam er zu der Entscheidung? In Vers 17 heißt es: "Als er aber zu sich kam, sprach er: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Überfluss an Brot. Ich aber komme hier um vor Hunger. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und will zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen. Mach mich wie einen deiner Tagelöhner."

[21:51] Das ist das, was er sich vorgenommen hat. Und im nächsten Satz sehen wir, dass er es auch tut. "Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater." Und dann wird das Ganze im Grunde genommen sinngemäß wiederholt. Er hat genau das umgesetzt, was er vorher entschieden hat, was er beschlossen hat zu tun.

[22:09] Also wir sehen hier, dass der Heilige Geist offenbar in einer Situation, wie sich dieser verlorene Sohn selbst bereitet hat, indem er aus seiner eigenen Wahrnehmung ganz unten war und keine Rettung mehr aus sich selbst gesehen hat. Und auch diese vermeintlichen Freunde, die ihn auf diesen Weg verleitet haben, nicht mehr da waren. Keine Hilfe von nichts und niemand und auch nicht mehr von mir selbst.

[22:35] Und das ist leider der Punkt, zu dem Gott uns laufen lassen muss, wenn wir zu hartnäckig den falschen Weg gehen und nicht rechtzeitig umkehren. Denn nur wenn wir die Konsequenzen unseres eigenen Handelns, unserer eigenen Entscheidung gegen Gottes Wort erleben, sind wir in der Lage und bereit, Gottes Hand zu nehmen, die er uns hinstreckt, die er die ganze Zeit gehalten hat. Er ist von uns nicht weggegangen, sondern wir von ihm in solchen Situationen.

[23:12] Und er sagt etwas Wichtiges, und das ist eine Bedingung, die Gott uns stellt, indem er unser Herz prüft. In 1. Johannes 1, Vers 9 haben wir ganz klar die Verheißung der völligen Vergebung ohne eigenen Verdienst, ohne eigene Werke durch das Blut Jesu, aber unter einer wichtigen Bedingung. "Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er so treu und gerecht und vergibt uns unsere Schuld und reinigt uns von jeder Ungerechtigkeit."

[23:42] Er holt uns aus dem Schweinestall, in dem wir durch eigene Entscheidungen gelandet sind, heraus und reinigt uns völlig durch und durch, wenn wir dann auf dem Weg mit ihm an seiner Hand bleiben. Aber die Bedingung ist, dass wir ehrlich zu ihm und auch gegebenenfalls gegenüber Menschen, die davon betroffen waren durch unsere Sünden, wenn wir ehrlich sind zu ihnen und bekennen.

[24:05] Und so sagt der Vater: "Ich habe gesündigt gegen den Himmel, gegen meinen Schöpfer und vor dir." Und dann konnte er sich der Vergebung gewiss sein. So wie Jakob sich sicher sein konnte, als er am Jabok in einem Herzenskampf festgehalten hat an diesem Engel, der offensichtlich Jesus Christus selbst war. Ja, wir kennen den Satz: "Ich lasse dich nicht los, bis du mich gesegnet hast." Und wir können wissen, dass während er diesen Kampf gewann, er die Fähigkeit seiner Hüfte verlor, aber Gott dafür gesorgt hat, dass Esau sein Herz ändern lässt und ihm vergibt und so ein friedliches Zusammentreffen möglich war, was sonst möglicherweise ein blutiges Gemetzel geworden wäre zwischen zwei Sippen, Familien oder Menschengruppen, zwischen zwei Brüdern.

[25:01] "Mach mich wie ein Tagelöhner." Ein Tagelöhner hat keine Entscheidungsgewalt. Ein Tagelöhner hat einen Tageslohn, deswegen heißt er so, für eine getane Arbeit. Ein Tagelöhner weiß auch nicht, ob er morgen dort auch wieder arbeiten darf. Und er hat vielleicht auch noch entweder das Geld, sich mit Essen und Trinken zu versorgen, oder wird von seinem Arbeitgeber, von seinem Herrn mit Essen und Trinken versorgt. Also ein Tagelöhner nimmt deswegen Arbeit als Tagelöhner an, weil er nichts anderes hat, weil er total abhängig ist von seinem Herrn.

[25:43] Und der Sohn hier hat erkannt, dass es besser ist, in völliger Abhängigkeit von seinem Vater, von seinem Schöpfer zu leben, als in vermeintlicher Freiheit irgendwelche Wege zu gehen, materielle Dinge schnell zu verlieren, zu verbrauchen oder in falsche Hände zu geben und dann körperlich und psychisch die Treppe nur noch bergab geht, bis in den Schweinestall.

[26:13] Er hatte aber die Entscheidung, er hätte auch dort bleiben können. Er hätte auch stehlen, betrügen oder sonst was tun können, um dort rauszukommen und um nicht zugeben zu müssen, dass sein bisheriger Weg, seine Entscheidungen falsch waren, um sein Ansehen bei anderen Menschen zu wahren und um Gott den Rücken noch mehr zuzudrehen. Das hätte er tun können. Gott hätte das zugelassen, denn es wäre seine Entscheidung gewesen.

[26:44] Er hat es glücklicherweise nicht getan. Also wir haben auch hier, wie bei jedem von uns, der ein bestimmtes Alter erreicht hat und mündig denken kann, eine Macht der Entscheidung. Wir haben eine Erinnerung an Erfahrung.

[27:01] Denn lesen wir es noch mal, was der Sohn hier zu sich selbst sagt. In Vers 16, als er ganz unten war: "Er begehrte seinen Bauch zu füllen mit dem, was die Schweine fraßen. Aber niemand gab sie ihm. Er war neidisch auf das Futter der Schweine und er hat nichts bekommen." Als er aber zu sich kam, sprach er: "Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Überfluss an Brot. Ich aber komme hier um vor Hunger." Er wusste jetzt zu schätzen, was er vorher hatte, was er verloren hat.

[27:40] Und so haben wir Erfahrungen, die wir immer wieder mit Gott machen, die wir mit unseren Eltern gemacht haben oder auch mit anderen Menschen, die uns ehrlich geliebt haben oder freundschaftlich waren. Wir haben vor allen Dingen Erfahrungen mit unserem Gott im Kleinen und im Großen. Und jeder von uns, der auch nur ein Stück des Weges mit Gott gemeinsam gegangen ist, hat Erfahrung. Und wir werden uns daran erinnern. Und wenn Gott seine Versprechen auch in unserem persönlichen Leben, in der Vergangenheit eingehalten hat, dann wird er es auch in Zukunft tun. Denn er ist die einzige Person, die aus sich selbst heraus Wahrheit ist. "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." Deswegen ist es so wichtig, Gott die Möglichkeit zu geben, dass wir Erfahrungen machen können in unserem Leben.

[28:31] So und letztendlich sehen wir in Vers 17 in dem Gleichnis, dass der Sohn zurückkommt zum Vater. Er ist nüchtern. Er ist bei seinem Vater. Und der Vater hat sein Vertrauen gerechtfertigt. Der Sohn hat vertraut, dass er zurückkommen kann und hat gesagt: "Ich will gar nicht meinen Platz als Sohn wieder einnehmen, sondern ich möchte einfach nur einer deiner Tagelöhner sein. Dafür bin ich dankbar." Und er hat vertraut in die Liebe und in die Vergebung des Vaters. Und er hat sie erlebt.

[29:14] Wie wäre es dem Sohn gegangen, wenn der Vater rachsüchtig gewesen wäre oder auf den älteren Sohn gehört hätte, die Tür verschlossen geblieben wäre oder er ihn einfach wirklich nur als Tagelöhner eingestellt hätte und keine Vater-Sohn-Beziehung mehr mit ihm gepflegt hätte. In die Lage müssten wir uns hineinversetzen. Aber der Vater hat erkannt, dass der Sohn sein Herz hat brechen lassen.

[29:41] Und lesen wir noch mal den Vers 19, wo er sagt: "Ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen. Mach mich wie einen deiner Tagelöhner." Und der Vater wartet. Und der Vater fängt an zu laufen, von Ferne und läuft dem Sohn entgegen. Er sucht, was verloren war, um zu retten.

[30:08] Und die Rückkehr des Sohnes können wir sicher betrachten als Symbol für die Auferstehung vom Tod in den Sünden. Denn wir haben das Bibelwort durch Paulus und auch an anderen Stellen, dass wir, wenn wir fern von Gott leben wollen, unsere eigenen Entscheidungen abweichend von Gottes Wort treffen und diese Wege gehen, tot sind in unseren Sünden, auch vor unserer Bekehrung vor allem.

[30:32] Und was passiert hier in dieser Symbolik des Gleichnisses? Die Feier des sauberen Kleides. Jesus, wenn wir umkehren vom falschen Weg, erstmals zu ihm kommen aus dem falschen Leben oder wieder zu ihm zurückkommen, solange es noch Zeit ist. Er nimmt uns an. Er behält uns als sein Kind, als seinen Sohn, als seine Tochter. Und er schenkt uns seine Gerechtigkeit, die wir annehmen dürfen allein durch den Glauben. Und er gibt uns das weiße Kleid, das reingewaschen ist durch sein Blut, ohne dass wir etwas dazu tun konnten, außer uns im Glauben zu entscheiden, das zu nehmen und uns zu ihm zu kehren.

[31:21] Und der Sohn bekommt den Ring als Zeichen der Zugehörigkeit zu diesem Vater, zu dieser Familie, zu den Kindern Gottes. Und er bekommt die Vollmacht des Sohnes wieder zurück. Und der Vater wünscht sich das Freudenfest der ganzen Familie als Bestätigung für den Sohn.

[31:42] Und jetzt kommt der ältere Bruder. Sein Herz ist hart, er ist eifersüchtig, denn er hat ja sich weiter mit seiner eigenen Disziplin und wahrscheinlich mit seiner eigenen Kraft selbst gezwungen, die Vorschriften, Regeln und Arbeitsbedingungen bei seinem Vater auszuhalten und durchzuhalten. Aber sein Verhalten zeigt ganz klar, dass er das entweder gar nicht oder in großen Zügen nicht wirklich gerne getan hat, dass er vielleicht auch gerne den Weg des jüngeren Bruders gegangen wäre. Aber aus welchen Gründen auch immer, sei es Selbstgerechtigkeit, pharisäisches Denken, vielleicht Angst vor dem Neuen oder anderen Dingen, diesen Schritt nicht gemacht hat.

[32:32] Denn wenn er nicht dieses von mir jetzt angedeutete Denken und Fühlen gehabt hätte, dann hätte er sich anders verhalten. Dann wäre er wie der Vater froh und glücklich gewesen, dass sein jüngerer Bruder zurückgekehrt ist in das wahrhaftige Leben und auf den Weg der Errettung.

[32:54] Also liegt der Schluss sehr nahe, dass zur gleichen Zeit, wie der jüngere Sohn zurückgewonnen wurde und errettet war, der ältere Bruder, obwohl er die ganze Zeit am Ort des Vaters geblieben ist, verloren war, zumindest in diesen Situationen, die hier geschildert werden. Sein Herz wäre gerne in einem fernen Land gewesen und sein Denken war vielleicht dort.

[33:22] Vielleicht hat er sich vorgestellt, was sein jüngerer Bruder jetzt mit dem ganzen Geld tut und hätte das auch gerne getan. Deswegen sagt er auch in Vers 21 zum Vater: "Dein Sohn." Und er sagt nicht: "Mein Bruder."

[33:38] Und schauen wir mal in Vers 32 in Lukas Kapitel 15, was der Vater ihm entgegnet: "Man muss doch jetzt fröhlich sein und sich freuen, denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden und verloren und ist gefunden worden."

[34:00] Also hier wird genau Bezug genommen auf den Auftrag Jesu, den er uns gegenüber sich selbst gesetzt hat. Der Sohn war tot in seinen Sünden und der Vater entgegnet ihm: "Das ist nicht nur mein Sohn, es ist dein Bruder. Du musst dich doch auch freuen. Wie kann das denn sein, dass du jetzt neidisch und eifersüchtig bist?"

[34:25] Versuchen wir uns in die Lage des Vaters zu versetzen und in die Lage der beiden Brüder. Dann wissen wir, welche Gefühle entstehen. Und viele von uns haben vielleicht mehr oder weniger prinzipiell solche Situationen schon erlebt.

[34:42] Gehen wir weiter. In dieser Woche haben wir noch drüber nachgedacht über verlorene Gelegenheiten. Und wenn wir in Lukas Kapitel 16 schauen, ab Vers 19, dort haben wir eine Geschichte, die auch Jesus berichtet von einem reichen Mann und dem armen Lazarus.

[34:58] "Es war ein reicher Mann und er kleidete sich in Purpur und feine Leinwand und lebte alle Tage fröhlich und in Prunk. Ein Armer aber mit Namen Lazarus lag an dessen Tor voller Geschwüre und er begehrte, sich mit dem Abfällen vom Tisch des Reichen zu sättigen. Aber auch die Hunde kamen und leckten seine Geschwüre." Geht es noch tiefer?

[35:31] "Es geschah aber, dass der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde. Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben. Und als er im Hades, also in diesem nicht wirklich existierenden Totenreich, sondern dem Zustand, der hier beschrieben wird, als er im Hades seine Augen aufschlug und in Qualen war, sieht er Abraham von Weitem und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, dass er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle. Denn ich leide Pein in dieser Flamme."

[36:06] Abraham aber sprach: "Kind, gedenke, dass du dein Gutes völlig empfangen hast in deinem Leben. Und Lazarus ebenso das Böse. Jetzt aber wird er hier getröstet. Du aber leidest Pein."

[36:25] Wenn Menschen es möchten, dann kann man hier Dinge aus dem Zusammenhang reißen oder auch das Ganze in eine falsche Richtung bringen, durchaus auch in eine spiritistische Richtung. Aber wenn wir das Wort Gottes als Ganzes betrachten, dann würde das völlig dem Rest von Gottes Wort widersprechen. Also brauchen wir diese Gedanken sicher nicht weiter verfolgen. Wir wissen, dass die Bibel sagt, die Toten wissen nichts und der Tod ist wie ein Schlaf und dass wir aus diesem Schlaf wieder auferweckt werden, wenn Jesus kommt bei den beiden Auferstehungen, je nachdem, zu welcher Menschengruppe wir uns vorher entschieden haben.

[37:00] Hier geht es um etwas anderes. Hier geht es darum, dass es ein Ende der Gnadenzeit gibt für jeden von uns persönlich. Und hier geht es darum, dass wir die Entscheidung in unserem jetzigen Leben haben, wie wir auch mit materiellen Segnungen Gottes und mit praktischen Möglichkeiten umgehen und wie wir das umsetzen, um Menschen zu Gott zu bringen, wie Jesus gesagt hat: "Was ihr einem meiner geringsten Brüder habt getan, das habt ihr mir getan. Ihr wart bei mir im Gefängnis und habt mir geholfen. Ihr habt mir zu essen gegeben, zu trinken gegeben. Ihr habt mir Kleidung gegeben und einen trockenen, warmen Platz zum Schlafen, indem ihr das den Menschen, die das brauchen, aber nicht haben, indem ihr das von euch abgebt."

[37:56] Und ich kann im Grunde genommen nicht zusehen, wie andere leiden, wenn ich etwas abzugeben habe. Wenn ich wirklich den Weg mit Gott gehe und wenn ich die Liebe Gottes in mein Herz lasse. Und es gibt eine zeitliche Begrenzung dafür, für jeden individuell von uns.

[38:22] Wenn wir dazu 2. Korinther, Kapitel 6, Vers 2 aufschlagen, einer dieser Texte, die uns das ganz deutlich sagen, 2. Korinther, Kapitel 6, Vers 2, wo Paulus schreibt: "Zur willkommenen Zeit habe ich dich erhört und am Tage des Heils habe ich dir geholfen." Hier wird also Gott zitiert: "Siehe, jetzt ist die hochwillkommene Zeit. Siehe, jetzt ist der Tag des Heils." Und wir geben in keiner Sache irgendeinen Anstoß, damit der Dienst nicht verlästert werde, sondern in allem empfehlen wir uns als Gottesdiener in vielem Ausharren und so weiter, in Bedrängnissen, in Nöten und, und, und.

[39:10] Und wir haben auch im Alten Testament viele Aussagen bei Jesaja, bei Hesekiel. "Heute, heute ist der Tag des Heils. Heute, wenn du seine Stimme hörst, verhärte dein Herz nicht." Oder in Jesaja, Kapitel 30, wo Gott sagt: "Durch Umkehr und durch Ruhe werdet ihr gerettet. In Stillsein und Vertrauen ist eure Stärke, aber ihr habt nicht gewollt. Ihr wolltet eure eigene Leistung bringen. Ihr wolltet eure Wettbewerbe gewinnen. Ihr wolltet besser sein, schneller sein und größer sein als der andere."

[39:43] Und ich möchte damit verknüpfen auch die Aussage Jesu, die für jeden von uns gilt und nicht nur für Pharisäer: "Lasst euch nicht Meister nennen, denn Meister ist nur einer. Das ist der Christus. Ihr aber seid alle Brüder."

[40:01] Und indem wir uns von Gott in den Dienst stellen lassen für andere, im Kleinen und im Großen, jeder nach seinen Möglichkeiten, auch in der Verkündigung, durch Verzicht, durch Einsatz von Energie, durch Wege, auch durch Einsatz von Geld, durchaus, wenn es vorhanden ist, indem wir uns in den Dienst stellen lassen für andere, in der wahren Motivation wie Jesus in seiner Mission, nämlich das Verlorene zu suchen und zu ihm zu bringen, zum Erretter zu führen, in dem werden wir weiter charakterlich umgewandelt in sein Bild.

[40:38] Wenn wir das nicht tun lassen mit uns und uns verweigern und die Errettung nur für uns selbst beanspruchen und für uns selbst leben, mit Gott im Kämmerlein und andere Menschen von uns weisen, dann werden wir den Weg der Errettung verlieren.

[40:57] Und so können wir einen Schritt weitergehen in Lukas Kapitel 18, ab Vers 35.

[41:09] "Es geschah aber, dass sich, als Jesus sich Jericho näherte, saß ein Blinder bettelnd am Weg. Als er eine Volksmenge vorbeiziehen hörte, erkundigte er sich, was das sei. Sie verkündeten ihm aber, dass Jesus der Nazarener vorübergehe. Und er rief und sprach: Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner. Und die Vorangehenden bedrohten ihn, dass er schweigen sollte. Er aber schrie umso mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner."

[41:37] Jesus aber blieb stehen und befahl, dass er zu ihm gebracht werde. Als er sich aber näherte, fragte er ihn: "Was willst du, dass ich dir tun soll?" Er aber sprach: "Herr, dass ich sehend werde." Und Jesus sprach zu ihm: "Sei sehend, dein Glaube hat dich geheilt." Und sofort wurde er sehend, folgte ihm nach und verherrlichte Gott. Und das ganze Volk, das es sah, gab Gott Lob.

[42:06] Er hat zu den Menschen, zu einem Teil der Menschen gesagt, die den Blinden davon abhalten wollten, so laut zu sein. Vielleicht war es ihnen peinlich. Vielleicht wollten sie sich bei Jesus guttun, dass er nicht belästigt wird und sie dafür sorgen, dass er in Ruhe gelassen wird, wie auch immer. Und er sagt zu ihnen: "Bringt ihn zu mir."

[42:26] Lasst euch von mir einsetzen, einen verlorenen Menschen zu suchen und zu mir zu bringen. Das ist gut für euch und für ihn sowieso. Und er fragt den Blinden: "Was soll ich tun für dich, mit dir?" Er macht sich selber zum Helfer. Er hätte das nicht tun müssen. Und er verlangt die Entscheidung.

[42:48] Und es war eine Glaubensentscheidung von den Blinden. Denn der Blinde hätte auch sagen können: "Na ja, sehend werde ich sowieso nie mehr wieder. Auch dieser Jesus kann mir nicht das Augenlicht wieder schenken. Das ist ja nicht zu glauben. Aber ich könnte etwas zu essen gebrauchen, ein paar neue Sandalen oder sonst irgendetwas." Nein, er hat gesagt: "Mach mich wieder sehend." Und zwar in der Glaubensüberzeugung, dass Jesus das tun kann, tun will und es auch tun wird.

[43:17] Und das ist der wahre Glaube. Und das ist auch der Glaube Jesu an den Vater. Und wir gehören zu ihm, wenn wir seine Gebote halten, in dem Glauben und in der Kraft durch dieses Verlassen auf Jesus. Und die Rettung gibt es nur durch ihn. Und wenn andere sehen, wie wir den Weg auf der Errettung festhalten, dann werden sie auch sich von ihm suchen und finden lassen. Und wir können dabei helfen.

[43:45] Zurück zu Zachäus, denn mit dem Merkvers am Anfang, der ja aus der Situation mit Zachäus resultierte, haben wir begonnen. Jesus hat Zachäus angesprochen, als der oben in diesem Maulbeerbaum saß, weil er wohl von kleiner Statur war und eine Menschenmenge ihm den Blick und den Zugang zu Jesus versperrte. Aber Jesus hat darin eine Entscheidung gesehen, dass er sich gewünscht hat, dass Jesus mit ihm Beziehungen aufnimmt.

[44:13] Und wenn wir uns jetzt mal in die Lage versetzen von einem dieser Menschen in der Menge, dann stellt sich uns die Frage: Stehen wir möglicherweise auch anderen im Weg, die verloren sind, wo wir mithelfen sollten, sie zu suchen und finden zu lassen und zu Jesus zu bringen? Durch Sensationslust, durch schlechtes Denken, durch Urteilen, durch Richten, durch Werten, durch Neid, durch Eifersucht, Egoismus oder was auch immer. Alles Dinge, die in unserer Natur sind und die wir nur vom Geist Gottes in uns beherrschen lassen können, wenn wir ihnen unseren Verstand führen lassen. Und das erfordert eine Entscheidung, jeden Tag neu und jeden Tag sicher öfter.

[45:00] Beten wir für die verlorenen Söhne und Töchter, denn wir haben viele Brüder und Schwestern unter ihnen und halten wir im Glauben an unsere eigenen Errettungsgewissheit fest, indem wir uns jeden Morgen Gott neu übergeben, seine verheißene Vergebung durch sein Blut in Anspruch nehmen. Führen wir andere zu einem Leben mit Jesus, in dem wir selber auf diesem Weg festhalten und andere daran teilhaben lassen.

[45:30] Und in Offenbarung 12 Vers 11, und damit möchte ich schließen und uns allen das mit auf den Weg geben, die Zusammenfassung von dem, was unsere Mission ist: "Wir werden überwinden durch das Blut Jesu und das Wort unseres Zeugnisses." Wenn ich glaube, dass er mir vergibt und mich verändert und jeden Tag neu diesen Weg weitergehe, dann wird sich das in meinem Leben auswirken und das werden andere beobachten und merken. Und dadurch werden sie selber Entscheidungen treffen. Und das ist der Anfang aller Verkündigungen.

[46:10] Ich wünsche uns dazu Gottes Hilfe und Segen und freue mich darauf, wenn dieses Wort Gottes auch bei euch Entscheidungen hervorruft, im Großen und im Kleinen, und ihr den Weg der Wahrheit weitergeht. Alles Gute und Gottes Segen für euch.


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