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In dieser Predigt wird die Begegnung Simeons und Hannas mit dem Jesuskind im Tempel beleuchtet. Es wird erklärt, wie Simeon durch göttliche Eingebung die wahre Identität Jesu erkannte und wie seine Worte die Bedeutung Jesu als Retter der Welt offenbaren. Die Predigt thematisiert auch die Prophezeiung, dass Jesus ein Zeichen sein wird, dem widersprochen wird, und wie dies sowohl zum Fall als auch zur Auferstehung vieler führen wird. Abschließend wird die Rolle der Prophetin Hanna und die Erfüllung der Prophezeiung aus Haggai hervorgehoben, die die Ankunft des Messias als die wahre Herrlichkeit des zweiten Tempels ankündigte.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

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[4:40] Der Priester hat das Kind geweiht und es weitergegeben. Plötzlich kommt der Simeon, reißt es ihm aus den Armen und fängt an, Gott zu loben. Das muss für den Priester sehr merkwürdig gewesen sein, denn der Priester hat nichts erkannt.

[5:00] Die Frage ist: Was hat Simeon da erkannt? Wir wussten, dass Simeon auf den Trost Israels wartete. Der Trost Israels war der kommende Messias. Aber der kommende Messias sollte ein König sein, oder? So hat es doch die Bibel gesagt. Aber dieses kleine Baby hatte keine Krone. Die Eltern hatten keinerlei Anzeichen von königlicher Abstammung. Das heißt, menschlich gesehen gab es nichts, was Simeon dazu verleiten könnte, zu sagen: „Das ist der Messias.“

[5:40] Hier sehen wir die Bedeutung dieses Bibelwortes: Geistliches wird durch Geistliches erkannt. Es war der Heilige Geist, der ihn beeindruckt hat, dass das der Messias sein muss. Und dann heißt es, er lobte Gott. Jetzt, wo haben wir das schon gesehen im Lukas-Evangelium, dass da jemand Gott gelobt hat? In den bisherigen Abschnitten, die wir gelesen haben. Wo ist da schon Gott gelobt worden? Zareas hat Gott gelobt, als seine Zunge wieder gelöst worden ist. Die Hirten haben Gott gelobt. Maria hat Gott gelobt. Im Lukas-Evangelium, am Anfang, da loben alle Gott. Wir haben Zareas, wir haben Maria, wir haben Elisabeth. Und dann haben wir natürlich die Engel, wir haben die Hirten. Von denen heißt es auch, dass sie, nachdem sie das Kind in der Krippe gesehen haben, Gott gelobt haben. Und jetzt haben wir Simeon. Also, man könnte auch Lukas 1 und 2 zusammenfassen als eine Ansammlung von Geschichten, wo Menschen Gott loben. So viele gute Nachrichten, so viel Positives. Es ist eigentlich manchmal schon fast ungewohnt. In der Bibel gibt es ja auch viele Bücher, die viele Gerichtsbotschaften haben, ernste Botschaften. Aber hier im Lukas-Evangelium hat man ein Lob Gottes nach dem anderen. Das hört gar nicht auf. Jeder, der mit Jesus in Kontakt kommt, lobt ihn und lobt Gott. Und diese Freude ist eine besondere Freude.

[7:07] Schlagt mal mit mir auf in Psalm 32 und dort Vers 11. „Freut euch an dem Herrn und seid fröhlich.“ Wie geht es weiter? „Ihr Gerechten und jubelt alle, die ihr aufrichtigen Herzens seid.“ Dieser Lob Gottes, diese Freude über das, was Gott tut, ist dann möglich, wenn ich ein aufrichtiges Herz habe. Wenn ich wirklich Gott die Ehre geben möchte, wenn ich gerecht bin. Ein ungerechter Mensch wird über diese Dinge nicht jubeln. Der Priester hatte keinen Anlass zum Jubeln. Echte Freude hat zu tun mit Herzensreinheit. Wenn mein Herz wirklich von Jesu Blut gereinigt worden ist, wenn ich wirklich reingewaschen bin, dann kann ich mich freuen. Wenn immer Schuld mitschwingt, dann hat man manchmal Spaß, aber man hat keine echte, dauernde, tiefe Freude.

[8:21] Und er hat sich gefreut, er hat Gott gelobt. Und interessant, wie er das sagt. Wir können zurückgehen zu Lukas 2, Vers 29. Das Kind fängt an, Gott zu loben. Und dann sagt er einige Sätze, die wirklich interessant sind, die wir uns hier mal unter die Lupe nehmen wollen. Lukas 2, und dort Vers 29. Er sagt: „Nunmehr entlässt du deinen Knecht in Frieden nach deinem Wort.“

[8:52] Was will er damit aussagen? Mit euren eigenen Worten zusammengefasst. Als immer denke ich, dass er sterben wird, weil jetzt wurde ihm ja verheißen, dass er stirbt, wenn er den Messias sieht. Ganz genau, es war ihm verheißen worden, dass er nicht sterben würde, bevor er nicht den Messias gesehen hat. Und das ist einfach eine ganz besondere Ausdrucksform für: „Jetzt kann ich sterben.“

[9:23] Ist es nicht interessant, dass Simeon Jesus Christus als das höchste Ziel im Leben gesehen hat, als er gesagt hat: „Als ich den Messias gesehen habe, da habe ich mein Lebensziel erreicht. Jetzt kann ich in Frieden sterben. Als ich die Prophetie in Erfüllung gesehen habe, als ich Jesus in den Händen gehalten habe, da hat sich das höchste Ziel im Leben erreicht. Es hat sich erfüllt.“ Interessant, wenn wir darüber nachdenken, was wir alle so im Leben erreichen wollen, oder vielleicht noch denken, erreichen zu müssen. Das höchste Ziel im Leben ist es, Jesus zu haben.

[9:58] Und dann, der Paulus war viel jünger als Simeon. Und als er Christus gefunden hat, hat er öfter mal solche Sachen gesagt wie: „Naja, eigentlich könnt ihr schon sterben. Aber wegen euch muss ich ja noch Missionen machen. Aber ich könnte mir auch vorstellen, schon jetzt zu sterben.“ Das höchste Ziel im Leben hat er erreicht. Das ist eigentlich ein interessanter Gedanke, weil viele Menschen, die sind immer umhergetrieben von diesem Gedanken, noch irgendwas erreichen zu müssen, irgendwie ständig noch irgendwas nicht erreicht zu haben. Aber ich kann wissen, wenn ich Jesus habe, habe ich das höchste Ziel in diesem Leben erreicht. Und dann alles andere, was jetzt noch kommt, das ist obendrauf. Das ist Gnade. Und wenn nicht, dann kann man sagen, wie hier dieser Simeon: „Jetzt kannst du mich in Frieden entlassen.“

[10:48] Kennt ihr noch jemanden, von dem es heißt, dass er im Frieden sterben sollte? Von dem es explizit heißt, dass Gott ihm verheißen hatte, dass er im Frieden sterben wird? Hanna? Ach ja, du meinst jetzt die Prophetin, die kommt. Aber im Alten Testament, gab es da jemanden? Abraham, ganz genau.

[11:15] Schlagt mal auf, 1. Mose 15 und dort Vers 15. Bin mir sicher, Simeon kannte diese Stelle. 1. Mose 15 und dort Vers 15. Es heißt: „Und du sollst in Frieden zu deinen Vätern eingehen und in gutem Alter begraben werden.“ Abraham wurde explizit gesagt: „Du wirst im Frieden sterben.“ Und jetzt sagt Simeon: „Lass mich in Frieden gehen.“ Fast wie eine Anspielung auf Abraham.

[12:06] Abraham war ja der Vater der Glaubenden, war berühmt für seinen Glauben. Und Simeon ist genauso berühmt für den Glauben, denn schaut mal, er hat Jesus erkannt. Einzig und allein durch das Wirken des Heiligen Geistes. Ich meine, zu schreien: „Hosianna!“, wenn Jesus auf einem Esel durch die Stadttore einzieht, das ist einfacher. Da kann man sich denken, naja, das ist jüdische Tradition für einen König. Das sieht aus wie ein König. Zu sagen: „Gelobt sei Jesus!“, wenn Jesus mit Pauken und Trompeten mit einer goldenen Krone wiederkommt, das ist einfach. Aber zu sagen: „Er ist der Messias!“, wenn man nichts weiter sieht als ein kleines Baby, das schreit. Das ist purer Glaube.

[12:56] Es ist interessant, dass Simeon so felsenfest überzeugt war, obwohl es äußerlich gar keine Anzeichen gab, dass er recht hatte. Man kann also überzeugt sein von einer Prophetieerfüllung, ohne dass es äußere Anzeichen dafür gibt. Das ist übrigens ein wichtiges Thema, wenn man über 1844 redet, wo Menschen überzeugt waren, dass die Prophetie sich erfüllt hatte, man hat aber nichts gesehen, nichts gehört, nichts gespürt. Und das ist dann echter, echter Glaube, dass man aufgrund des Wortes, aufgrund der Verheißung und aufgrund des Wirkens des Heiligen Geistes sagen kann: „Ja, es hat sich erfüllt.“

[13:36] Also sagt: „Nunmehr entlässt du deinen Knecht in Frieden nach deinem Wort.“ Lukas 2. Und dann sagt er in Vers 30 sehr, sehr schöne Worte. Lukas 2, Vers 30: „Denn meine Augen haben dein Heil gesehen.“

[13:52] Jetzt dieses Wort „Heil“. Vielleicht ganz interessant, dieses Wort „Heil“, das ist das griechische Wort „Soterion“. Für alle von euch, die sich für Theologie interessieren, da kommt die sogenannte Soteriologie her, aber es ist ganz unwichtig. Viel wichtiger ist, dass das dasselbe Wort im Kern ist, das übersetzt ist in Lukas 2, Vers 10 und 11 mit „Retter“. Ja, schaut mal Lukas 2, Vers 10 und 11. Und der Engel sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkündige euch eine große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren soll. Denn euch ist heute in der Stadt Davids der Retter geboren, der Soter, ja, der Heiland.“ Deswegen nennen wir ihn Heiland, weil er das Heil bringt, er ist der Retter, weil er die Rettung bringt.

[14:50] Also das, was die Engel sagen, das sagt auch Simeon. Er sagt genau dasselbe, was die Engel, er wiederholt die Engelsbotschaft, wenn ihr so wollt. Er verkündigt die Engelsbotschaft, und das ist natürlich eine interessante Parallele zu uns, die wir auch eine Engelsbotschaft zu verkündigen haben. Er sagt: „Jesus, ich habe das Heil gesehen, ich habe die Rettung gesehen.“ Und die Umstehenden haben sich wahrscheinlich gefragt: „Wie kann dieses Baby uns retten? Ja, wo ist jetzt die Rettung hier in diesem kleinen Baby?“ Aber im Glauben hat er schon gesehen, dass dieses kleine Baby der Retter ist.

[15:21] Nun, die Bibel sagt übrigens sehr deutlich in Apostelgeschichte 4 und dort Vers 12. Auch das ist ein bekannter Vers. Apostelgeschichte 4, Vers 12. Apostelgeschichte, Kapitel 4 und dort Vers 12. „Und es ist in keinem anderen das Heil oder die Errettung, Soterion. Denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel, den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen.“ Also die einzige Rettung, das einzige Heil ist in Christus. Wenn immer Menschen gerettet werden, werden sie gerettet wegen Christus, selbst wenn sie ihn nicht als Christus kennen. Der Paulus spricht von Menschen, die das Gesetz gar nicht kennen und die sich selbst ein Gesetz sind, die vielleicht nie den Namen Jesus Christus gehört haben. Aber auch wenn sie gerettet werden, dann werden sie gerettet durch das, was Jesus getan hat. Es gibt keine andere Möglichkeit der Rettung, außer durch Jesus.

[16:23] Jetzt gehen wir zurück zu Lukas. Ich will euch was Interessantes zeigen, das ist ganz spannend. Wenn er sagt: „Denn meine Augen haben dein Heil gesehen.“ Erinnert ihr euch, dass er auf Jesaja 40 gewartet hatte? Könnt ihr euch daran erinnern? „Denn Trost Israels, tröste, tröste.“ Schaut mal mit mir in Jesaja 40, da gibt es eine Passage, die im… naja, wir lesen es erstmal. Jesaja 40 und dort Vers 5. „Und die Herrlichkeit des Herrn wird sich offenbaren und alles Fleisch miteinander wird sie sehen.“

[17:15] Also nach dem, was Jesaja 40 sagt, was wird alles Fleisch sehen? Alles Fleisch wird sie sehen, und sie ist die Herrlichkeit. Also in Jesaja 40 heißt es: „Die Herrlichkeit wird gesehen.“ Interessant ist, wenn man jetzt im Neuen Testament denselben Vers liest, wie er zitiert wird. Schaut mal in Lukas Kapitel 3, wo derselbe Vers zitiert wird, aber mit einer kleinen Änderung. In Lukas Kapitel 3 und dort Vers 5 und 6. Also auch wieder, wir können Vers 4 lesen. Lukas 3, Vers 4 bis 6. „Wie geschrieben steht im Buch der Worte des Propheten Jesaja, der spricht: ‚Stimme eines Rufenden in der Wüste‘ – das ist Jesaja 40, nicht wahr? – ‚Bereite den Weg des Herrn, mach seine Pfade eben. Jedes Tal soll ausgefüllt und jeder Berg und die Hügel erniedrigt werden. Und das Krumme soll gerade und die holprigen Wege eben werden. Und alles Fleisch wird was sehen? Das Heil Gottes sehen.‘“

[18:44] Also in Lukas 3, Vers 6 wird derselbe Vers nicht übersetzt mit: „Alles Fleisch wird sie die Herrlichkeit sehen“, sondern: „Alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen.“ Und der Lukas hat keinen Fehler gemacht, sondern der Lukas zitiert wörtlich aus der sogenannten Septuaginta. Kennt ihr die Septuaginta? Septuaginta ist die griechische Übersetzung des Alten Testaments. Ich habe heute nachgeschaut, in der griechischen Übersetzung von Jesaja 40, die vor Jesus angefertigt worden ist, steht tatsächlich nicht „Herrlichkeit“, sondern „Heil“.

[19:25] Als also Simeon sagt: „Denn meine Augen haben das Heil gesehen“, da zitiert er wörtlich seine eigene Bibelfassung, Septuaginta, von Jesaja 40. Er hat gesagt: „Ich warte auf den Trost, tröstet mein Volk, tröstet mein Volk.“ Und in seiner Bibel stand nicht: „Denn alles Fleisch wird die Herrlichkeit Gottes sehen“, sondern in seiner Bibel stand: „Denn alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen.“ Und deswegen sagt er: „Denn ich habe das Heil gesehen.“ Er zitiert seine Bibel und sagt: „Ich habe die Erfüllung des Bibelwortes gesehen.“

[20:02] Im Deutschen ist es nicht ganz so klar, wenn man es nur so liest, aber in der Originalsprache ist es ganz deutlich. Er sagt: „Das ist die biblische Prophezeiung, ich habe sie mit eigenen Augen gesehen.“

[20:12] Übrigens, dieser Wunsch, das Heil Gottes zu sehen, ist sehr alt. Geht man mit mir zu 1. Mose 49. 1. Mose 49 und dort Vers 18. Ganz kurz gefragt, worum geht es in 1. Mose 49? Was ist der Zusammenhang von 1. Mose 49? Dass der Segen, den Jakob, Israel, seinen Söhnen gibt. Und mitten in dieser Abfolge von Segnungen, mittendrin sagt er in Vers 18, 1. Mose 49, Vers 18. Schaut mal, was er dort ausruft: „Oh Herr, ich warte auf dein Heil.“

[21:07] Der Stammvater Israels, Jakob, als er die prophetisch die zwölf Stämme segnet, mittendrin sagt er: „Ich warte, oh Herr, auf dein Heil.“ Und die gesamte Geschichte von dort an, mit dem Volk Israel, mit dem Heiligtum, mit den ganzen Propheten, den Opfern, war ein Warten auf das Heil Gottes. Und Simeon sagt: „Ich bin derjenige, der nach Jahrhunderten, ich habe das Heil Gottes gesehen. Es ist da. Das, worauf Jakob gewartet hat, worauf die Patriarchen gewartet haben, die es nicht gesehen haben, ich habe das Heil Gottes gesehen.“

[21:43] Nun, gehen wir zurück. Übrigens, nur so nebenbei gesagt, ich habe gelesen bei Ellen White, sie sagt, als Simeon die Göttlichkeit Jesu identifiziert, da ist der Satan, auf Deutsch gesagt, ausgeflippt. Der ist voller Wut geworden, weil er dachte, vielleicht kriegt es ja keiner mit. Und jetzt kommt jemand und erkennt die Göttlichkeit Jesu. Das hat ihn mit Wut erfüllt.

[22:10] Gehen wir zurück zu Lukas, Lukas 2. Und dann sagt Simeon noch etwas äußerst Bemerkenswertes, was wirklich Beweis dafür ist, dass er vom Heiligen Geist inspiriert war, denn von Menschen hätte er das zu dieser Zeit nicht lernen können. Ihr wisst, zu der Zeit haben die Israeliten alle, selbst die treuesten der Treuen, gedacht, der Messias wird ein jüdisches Reich aufbauen. Schaut mal, was er sagt. Er sagt nicht nur: „Denn meine Augen haben das Heil gesehen“, sondern er sagt im Vers 31: „dass du vor allen Völkern bereitet hast.“ Vers 32: „ein Licht zur Offenbarung für die Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel.“

[22:54] Der Simeon erkennt durch Inspiration des Heiligen Geistes als allererster im Neuen Testament, noch vor Johannes dem Täufer, noch vor Maria, dass tatsächlich dieser Jesus der Retter der ganzen Welt ist. Im Alten Testament stand das ja schon lange vorher. Schaut mal in Jesaja 49, nur ein Beispiel von vielen. Jesaja 49, Vers 6. Vielleicht hat er ja auch den Jesaja 49 gut gelesen. Da seht ihr auch ganz, man spürt fast, dass er auch das hier paraphrasiert. Jesaja 49, Vers 6, da geht es auch um den Messias. Ja, er spricht: „Es ist zu gering, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten aus Israel wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht für die Heiden gesetzt, damit du mein Heil seist bis an das Ende der Erde.“

[24:07] Was sagt Simeon? Er wird ein Licht sein zur Offenbarung für die Heiden. Noch eine bekannte Prophezeiung, Jesaja 60, kennt ihr auch, oder? Jesaja 60, Vers 1. Jesaja 60 und dort Vers 1. „Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und tief ist dunkel die Völker, aber über dir geht auf der Herr und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und Heidenvölker werden zu deinem Licht kommen und Könige zu dem Glanz, der über dir aufgeht.“

[24:48] Das heißt, im Alten Testament war das schon deutlich angedacht, dass der Messias die ganze Welt retten könnte durch sein Opfer. Und Simeon im Tempel, dort, wo die Opfer gebracht worden sind, weist darauf hin, er ist ein Licht zur Offenbarung.

[25:06] Übrigens, wenn ihr Lukas 2 lest, „ein Licht zur Offenbarung“, dann steht dort tatsächlich das Wort „Apokalypse“. Apokalypse ist ja das, was in der Offenbarung eine Offenbarung heißt, die Offenbarung Jesu Christi. Und bei Apokalypse denken wir immer an Weltuntergang, oder? Die apokalyptischen Reiter, die Apokalypse. Aber Apokalypse heißt eigentlich wörtlich übersetzt, wisst ihr das? Es heißt das Wegziehen. Wenn man einen Vorhang hat, der weggezogen wird. Stell dir vor, man hat einen Vorhang und man will wissen, was hinter dem Vorhang ist, dann zieht man den Vorhang beiseite. Dann kann man hinter die Kulissen schauen. Das ist ja der Sinn von der Offenbarung. Die Offenbarung soll nicht einfach nur den Weltuntergang beschreiben, sie soll zeigen, was in Wirklichkeit gespielt wird hinter den Kulissen. Es soll etwas offenbaren.

[26:03] Und in dem Sinne war Jesus eine Apokalypse für alle Völker. Er hat etwas offenbart. Er hat den Schleier beiseite gezogen. Die meisten Völker hatten ja durchaus noch irgendwie entfernt ein Verständnis von Gott, dass es da irgendwo einen Gott gibt. Sie hatten vielleicht an mehrere Götter geglaubt. Sie hatten zum Teil auch noch Ideen von Opferungen. Aber alles war verschleiert von menschlicher Tradition, von menschlichen Geboten, von satanischen Ideen. Alles durcheinander. Und Jesus kommt als eine Offenbarung. Also nicht nur die Offenbarung des Johannes ist die Offenbarung Jesu Christi, sondern sein ganzes Leben selbst war eine Apokalypse, war eine Offenbarung.

[26:43] Als Jesus starb, wurde der Vorhang zerrissen. Genau. Als Jesus starb, wurde der Vorhang zerrissen. Ganz genau.

[26:51] Also das fand ich sehr interessant. Hätten Maria und Josef und alle, die drumherum standen, genau zugehört, hätten sie hier schon sehen können, dass Jesu Dienst nicht auf Israel beschränkt war. Hätten sie eigentlich sehen können. Und es sollte auch zur Verherrlichung des Volkes dienen, zum Ruhm des Volkes Israel. Jesus kam nicht, um das Volk Israel beiseite zu tun. Das Volk Israel hat sich selbst beiseite getan. Jesus wollte das Volk Israel emporheben. Es hätte Ruhm haben können.

[27:28] Und beim Thema Ruhm und Verherrlichung ist es vielleicht ganz angebracht, den Paulus zu zitieren. Schaut mal in 1. Korinther, 1. Korinther 1, Vers 31. 1. Korinther 1 und dort Vers 31. „Damit es geschehe, wie geschrieben steht: ‚Wer sich rühmen will, der rühme sich des HERRN.‘“ Wahrer Ruhm, wahre Herrlichkeit kommt immer aus Christus. Und das große Problem von Beginn an des großen Kampfes war, dass der Satan gedacht hat, er könnte sich rühmen ohne Christus, dass er Herrlichkeit haben könnte ohne Christus. Aber aller wahre Ruhm, der rühme sich des HERRN.

[28:18] Und das Volk Israel hätte Ruhm und Ehre haben können, wenn sie Christus angenommen hätten. Aber da sie Christus abgelehnt haben, ging die ganze Geschichte im Neuen Testament mit dem Volk Israel nicht rühmlich aus, oder? Sondern wenn wir an die Zerstörung von Jerusalem denken, dann war das genau das Gegenteil von Ruhm und Herrlichkeit. Es war eine Katastrophe.

[29:05] Die Juden wollten unbedingt wieder eine tolle Position haben. Das haben sie sich ja gewünscht. Jesus hätte das jüdische Reich ehren können, aber nicht durch einen militärischen Sieg über die Römer, sondern als das auserwählte Volk, das das Evangelium in die ganze Welt bringt. Sie wären berühmt gewesen. Aber sie haben genau das abgelehnt. Und dann konnten sie nicht mehr geehrt werden.

[29:30] Gehen wir zurück zu Lukas 2 und schaut mal, wie Maria und Josef auf diese Worte reagieren. Ganz interessant. Vers 33. „Und Josef und seine Mutter verwunderten sich über das, was über ihn gesagt wurde.“ Also, ich meine, das ist interessant. Maria und Josef, nach allem, was wir lesen, müssen wir annehmen, sie waren wirklich gläubige, tiefgläubige, bibeltreue Juden, Mitglied des Volkes Gottes. Und der Simeon hat ja eigentlich nicht viel weiter gemacht als biblische Prophezeiungen, die gut bekannt waren, einfach mit eigenen Worten wiedergegeben. Und trotzdem waren sie verwundert.

[30:14] Das ist interessant, dass selbst jemand, der wirklich sehr treu zur Bibel steht, doch so wenig verstehen kann von der Bibel. Von dem, was wir vielleicht als selbstverständlich achten würden. Es könnte vielleicht sein, dass auch wir manche Dinge noch gar nicht verstehen, wo die Engel sagen: „Hey, das ist doch so selbstverständlich. Du kennst es doch schon längst.“ Sie waren verwundert. Und wir haben ja diese Verwunderung auch schon bei Johannes dem Täufer gehabt. Erinnert euch an Lukas 1, wo es heißt, dass sie alle sich besprochen haben: „Was wird wohl aus diesem Kind werden?“ Wann immer Gott eingreift in Lukas, sind die Menschen verwundert über das, was mit Johannes dem Täufer passiert ist, über das, was jetzt über Jesus gesagt worden ist. Verwunderung.

[31:02] Vers 34, Lukas 2, Vers 34. Und das ist auch interessant. „Und Simeon segnete sie.“ Jetzt, was bedeutet es? Da lesen wir schnell drüber, aber was bedeutet es, dass Simeon sie gesegnet hat? Hat jemand eine Ahnung von euch, was das ausdrücken könnte? Wir konzentrieren uns jetzt auf den zweiten Teil des Verses, trotzdem kommen wir gleich. Er hat gesegnet, das heißt, er ist gesegnet, und wir segnen auch, weil er hat gesegnet. Das ist ein guter Gedanke. So wie bei Abram, der gesegnet worden ist und dann segnet. So hat sich ja auch Simeon gesegnet gefühlt. Er hat Segen bekommen und gibt Segen weiter. Das ist ein sehr guter Gedanke.

[32:01] Schaut mal mit mir in den Hebräerbrief, Hebräer Kapitel 7, da gibt es eine interessante Aussage, die uns nicht immer so geläufig ist, aber die wichtig ist. Hebräer 7, Vers 7. Paulus macht hier eine ziemlich deutliche Aussage. Hebräer 7, Vers 7. „Nun ist es aber unwidersprechlich so, mit anderen Worten, da kann man nichts dagegen sagen. Was ich jetzt sage, ist, brauchst du gar nicht widersprechen. Es ist aber unwidersprechlich so, dass der Geringere von dem Höhergestellten gesegnet wird.“ Also Paulus sagt, wann immer da jemand einen anderen segnet, dann ist das unwidersprechlich so, dass der, welcher segnet, höhergestellt ist, als der, welcher gesegnet ist.

[32:47] Übrigens ist das interessant, wenn man darüber nachdenkt, dass Jakob, der Hirte aus Kanaan, den Pharao gesegnet hat. Er hat damit ausgedrückt: „Pharao, du bist zwar der König des Landes, aber geistlich gesehen stehe ich über dir, ich segne dich.“ Ganz interessant. Das heißt, in unserem Beispiel, wer war geistlich gesehen der Höherstehende? Simeon oder Josef? Simeon oder Maria? Simeon.

[33:15] Das ist interessant, weil viele Menschen, viele Christen, vor allem unsere Freunde aus der katholischen Kirche, würden vielleicht denken: „Aber Maria war doch die Über-allen-anderen-Stehende.“ Nein, dann hätte Maria den Simeon segnen müssen. Aber Maria wurde von Simeon gesegnet. Das heißt, geistlich gesehen stand Simeon über Maria.

[33:40] Er hat sie gesegnet. Und wenn wir an Menschen denken, die andere gesegnet haben, da fallen uns Leute an wie Melchisedek, der den Abram gesegnet hat, Jakob, der den Pharao gesegnet hat, Mose, der das Volk gesegnet hat. Also das sind wirklich außergewöhnliche Männer gewesen. Und Simeon, auch wenn nur wenig von ihm berichtet wird, muss in diese Liste von außergewöhnlichen Männern Gottes gezählt werden.

[34:07] Wir wissen nur wenig von ihm, aber eigentlich ist er einer der wirklich spektakulärsten Glaubenshelden der ganzen Liebe. Gehen wir zurück zu Lukas 2 und schauen uns jetzt an, was hier steht in Vers 34. „Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter.“

[34:27] „Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Auferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird.“ Jetzt, das müssen wir verstehen. Simeon gibt eine Prophezeiung. Er hat erst den Jesus identifiziert, den König Israels, und dann gibt er eine Prophezeiung. Er sagt: „Er wird gesetzt sein zum Fall und Auferstehen vieler.“

[34:55] Jetzt, was bedeutet das? Dass viele fallen und auferstehen werden. Warum werden sie fallen? Ist damit gemeint, dass sie sündigen werden durch Jesus? Nein, das ist nicht mit „fallen“ gemeint. Was bedeutet dieses Fallen und Auferstehen? Das Fallen bedeutet, dass sie verurteilt werden. Ja, hat das was mit der Verurteilung zu tun? Schaut mal mit mir in den Vers genau. „Dieser ist gesetzt zum Fall und zum Auferstehen.“ Das heißt, es ist ein Gesetz zum Fallen und zum Auferstehen. Hm? Ja, Moment mal. Lest mal den Vers genau. „Dieser ist gesetzt zum Fall und zum Auferstehen.“ Das heißt, da gibt es einige, die werden fallen und dann werden sie auferstehen.

[35:55] Der Vers meint, dass diejenigen, die fallen, werden auch auferstehen. Aber dann gibt es einige, die werden nie fallen. Sie werden widersprechen. Ich erkläre es nochmal. Dieser Jesus ist gesetzt zum Fall und zum Auferstehen von vielen. Das heißt, die, die fallen, stehen auch auf. Der Vers verbindet zwei Dinge miteinander, die wir selten zusammenbringen, nämlich das Fallen und das Auferstehen.

[36:39] Ellen White hat es so ausgedrückt: „Wer auferstehen will, muss vorher gefallen sein.“ Jetzt, was meint das? Schaut mal mit mir in Matthäus 21. Matthäus 21 wird gleich deutlicher werden, was das bedeutet. Matthäus 21 und dort Vers 44. „Wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschmettert werden. Auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen.“

[37:22] Also, wer ist der Stein? Christus. Was ist besser? Auf den Stein zu fallen oder dass der Stein auf einen fällt? Ist es besser, zerschmettert zu werden oder zermalmt zu werden? Schaut, das ist ein wichtiger Punkt. Es gibt zwei Optionen. Entweder man fällt auf den Stein und wird zerschmettert. Oder der Stein fällt auf einen und man wird zermalmt. Mal sehen, was würde ich sagen? Diese Gruppe hier, die fallen und auferstehen, sind das die, die auf den Stein fallen, oder die, auf die der Stein fällt? Moment. Auf den Stein fallen. Und die, die widersprechen, das sind diejenigen, auf die der Stein fällt. Bei der Wiederkunft, genau, Daniel 2. Das ist die Verurteilung, ja.

[38:25] Das ist die Verurteilung, ja. Stein auf sie. Heißt, man hat zwei Möglichkeiten. Entweder man stirbt und man stirbt. Entweder man stirbt dem eigenen Ich ab. Man zerbricht an dem Stein des Anstoßes. Man zerbricht auf diesem Felsen. Dann kann man auch auferstehen. Oder man sagt: „Nein, nein, nein, das will ich nicht. Ich widerspreche.“ Und dann wird der Stein einen zermalmen.

[39:01] Schaut mal in Jesaja 57. Jesaja 57 und dort Vers 15. Das ist genau diese Idee hier von dem Fallen und Auferstehen. Jesaja 57 und dort Vers 15. „Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, und dessen Name der Heilige ist: ‚In der Höhe und im Heiligtum wohne ich und bei dem der zerschlagene und gedemütigte Geist es ist, damit ich den Geist der Gedemütigten belebe und das Herz der Zerschlagenen erquicke.‘“ Wenn man erquickt und belebt wird, dann steht man wieder auf. Gott möchte nicht, dass wir auf immer zerstört sind. Aber er möchte, dass unser Ich auf dem Felsen Christus zerschellt. Zerschmettert. Oder wie es hier heißt, zerschlagen. Zerschmettert, zerschlagen. Der, der fällt. Nicht im Sinne von, dass er sündigt, sondern im Sinne, dass er seinem Stolz fällt. Dass er auf die Knie fällt. Dass er seine Hilflosigkeit spürt und sagt: „Herr, ich kann nicht. Mein Ich ist dahin. Ich habe nur noch Trümmer. Nur noch Trümmer.“ Gott sagt: „Bei denen bin ich nah. Bei denen kann ich helfen. Die kann ich auferstehen lassen.“ Die aber, die sagen: „Das ist mir zu demütigend. Das will ich nicht. Das ist zu radikal. Ich bleibe lieber meiner äußeren religiösen Form.“ Die widersprechen. Die werden gerichtet.

[40:46] Und das war das Problem des jüdischen Volkes. Das jüdische Volk wollte nicht auf dem Felsen zerbrechen. Sie haben widersprochen die ganze Zeit, oder? Sie haben immer dem Jesus widersprochen, an allen möglichen Situationen. Und deswegen sind sie gerichtet worden. Aber es gab viele, die sind auf dem Felsen gefallen. Denkt an Petrus zum Beispiel, oder? Der war wirklich, als er dann nach seiner Verleugnung, der war in häufigem Elend. Da war nichts mehr übrig von dem Stolz. Aber dann ist er auferstanden. Und ein paar Wochen später stand er da und hat tausende Menschen zu Christus geführt. Da gab es eine Auferstehung, eine geistliche sozusagen.

[41:22] Und ich denke, das ist etwas, was wir lernen müssen, dass wir in Bezug auf Jesus zwei Wahlmöglichkeiten haben. Entweder wir fallen auf den Stein, oder der Stein fällt irgendwann auf uns.

[41:35] Ganz genau. Meine Kraft kommt in Schwachheit zur Verlendung, sagt er nicht, oder? Vielleicht ganz wegen diesem Widerspruch. Jesus hat so viel Widerspruch erdulden müssen.

[41:48] Da gibt es noch einen praktischen Punkt, den ich euch zeigen möchte. Schaut mal in Hebräer 12, Vers 3. Jesus ist ja in allem unser Vorbild. Und manchmal leben wir das in unserem Leben, dass uns auch oft widersprochen wird, dass wir Dinge sagen und andere sehen das ganz anders und sie geben uns negatives Feedback, oder sie sind gegen uns. Schaut mal, was hier steht in Hebräer Kapitel 12 und dort Vers 3. „Achtet doch auf ihn, das ist Jesus, der solchen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat.“ Das waren Sünder, er war heilig, und sie haben ihm ständig widersprochen. Er war Gott, sie waren seine Geschöpfe, sie haben ihm widersprochen. Stellt euch das mal vor. Manchmal kommt es ja vor, dass man genau weiß, dass man die Wahrheit sagt, weil man in einer Situation dabei gewesen ist, und der andere widerspricht einfach nur so, weil er nicht weiß, was er sagt. Da kann man schnell ärgerlich werden, oder? Wenn ich doch genau weiß, was die Wahrheit ist. Und der andere will es einfach nicht hören, und er redet etwas anderes. Und Jesus war Gott, er wusste, wie Gott der Vater ist, er wusste, was er sagt. Alles, was er sagte, war die Wahrheit. Und die Pharisäer, die haben ihm grad widersprochen. Nö, nö, ist anders. Und dann waren es auch noch Sünder, und er war heilig. Was hat er gemacht? Er hat es erduldet. Er hat den Widerspruch erduldet. Und dann sagt er: „Achte doch auf ihn, der solchen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht müde werdet und den Mut verliert.“ Es kann nämlich sein, dass wenn man viel Widerstand bekommt, von links, rechts, oben, unten, dass man irgendwann müde wird, dass man den Mut verliert und sagt: „Ach, ist es wert zu kämpfen?“ Und dann sagt die Bibel: „Schau auf Jesus, der so viel Widerspruch erduldet hat.“ Und wenn er den Widerspruch erdulden konnte, dann können auch wir ein bisschen Gegenwind vertragen. Achtet doch auf ihn.

[43:46] Jetzt zurück zu Lukas 2, wir müssen uns sputen. Lukas 2 und dort Vers 35. Der Simeon macht eine Prophezeiung, die noch spezifischer jetzt die Maria betrifft. In Vers 35 heißt es: „Aber auch dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen.“ Eine Prophezeiung, die die Maria ein ganzes Leben lang begleitet hat. Wo hat es sich am Ende erfüllt? In vollster Erfüllung. Das war, als wenn wir in Johannes 19 lesen, dass sie unter dem Kreuz stand und ihren erstgeborenen Sohn dort nackt wie ein Verbrecher am Kreuz bluten hat sehen müssen. Ihr Leben lang hat sie darüber nachgedacht, was das wohl bedeutet, dass ein Herz, ein Schwert ihr Herz durchbohrt hat. Interessant, dass Gott sie von Anfang an versucht hat, darauf vorzubereiten. Taktvoll, dass sie weiß, es wird nicht einfach nur eine gerade Bahn sein, die ohne Probleme zu laufen wird.

[44:51] Und dann steht etwas Außergewöhnliches: „damit aus vielen Herzen die Gedanken geoffenbart werden.“ Was der Simeon prophezeit, ist eine ganz außergewöhnliche Idee. Er sagt, das Leben dieses Kindes wird die Gedanken der Herzen offenbaren. Das ist etwas, was Gott immer wieder tut. Er möchte zeigen durch sein Handeln, was im Menschen wirklich drin ist. Er sagt zum Beispiel in 5. Mose 8, Vers 2, da sagt er, dass Gott es Manna gegeben hat, um dich zu prüfen, um zu erfahren, was in deinem Herzen ist.

[45:23] Das Leben von Jesus, wie kein anderes Leben, hat offenbart, was in den Herzen ist. Angefangen bei Gott. Das Leben von Jesus hat offenbart, was im Herzen Gottes ist, oder? Vorher hat man das gehört, man hat verschiedene Dinge in der Bibel gelesen. Aber das Leben Jesu hat so offenbart, hat deutlich gemacht, wie Gott denkt. Dass er all seinen Reichtum für die Menschen dahin gibt. Jesus sagt: „Wenn ihr mich seht, habt ihr den Vater gesehen.“ Jesus ist wie eine Fensterscheibe in das Herz Gottes, in sein Denken. So wie Jesus gedacht hat, so denkt auch Gott der Vater. Das heißt, durch das Leben wird das Denken Gottes offenbart.

[46:05] Ihr wisst ja, es gab einen großen Kampf im Himmel. Und es wurde behauptet, dass Gott selbstsüchtig ist, dass er diktatorisch ist, dass sein Gesetz nicht angemessen sei. Und im Leben von Jesus wird offenbart, wie Gott wirklich denkt. Nicht nur das Herz von Gott wird offenbart im Leben von Jesus, sondern auch das Herz von Satan. Der Satan hat sich ja lange gut verstellt. Er hat einem Drittel, also Milliarden von Engeln, erklären können, dass er es gut meint, dass sein Angriff auf das Gesetz eine Verbesserung des Gesetzes ist und keine Boshaftigkeit. Und selbst über die Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg, haben sich bestimmt auch viele der gläubigen Engel gemeint: „Was ist jetzt wirklich so schlimm an dem, was er sagt? Hat er nicht vielleicht doch in manchem vielleicht ein bisschen recht? Ist es nicht vielleicht so, dass immer zwei zu einer Sache gehören und vielleicht hätte Gott sich auch etwas verbessern können?“ Aber im Leben von Jesus am Kreuz offenbart sich nicht nur das Herz von Gott, es offenbart sich auch das Herz von Satan. Dort wird deutlich, dass er einen Unschuldigen, der nie etwas Falsches getan hat, töten lässt, nur um sein Ziel durchzudringen. Und dass er, wenn er die Macht hätte, Gott selbst vom Thron jagen würde. Das wird dort deutlich, nicht wahr?

[47:27] Das heißt, das Leben von Jesus offenbart die Gedanken Gottes, es offenbart die Gedanken Satans. Ellen White hat mal gesagt: „Am Kreuz standen Liebe und Egoismus, Angesicht zu Angesicht.“ Am Kreuz standen Liebe und Egoismus, Angesicht zu Angesicht. Die standen sich gegenüber und jeder konnte sehen, was wahre Liebe ist und was wahre Egoismus ist. Völlig offenbar.

[47:56] Im Leben von Jesus haben sich auch die Herzen aller Menschen offenbart. Die Pharisäer galten ja als sehr fromm, aber im Kontakt mit Jesus wurde plötzlich offenbar, was wirklich in ihnen war. Plötzlich wurde offenbar, wie verdorben sie waren. Ohne Jesus wäre das den Menschen gar nicht aufgefallen. Aber Jesus war so rein, dass im Kontakt mit Jesus kam alles zum Vorschein.

[48:24] Das ist eine interessante Sache. Wenn wir in den Kontakt mit Jesus kommen, dann wird offenbar, was in unserem Herzen ist. Und Gott macht das bewusst, er stellt uns bewusst in Situationen, damit das offenbar wird, damit wir sehen, wie nötig wir ihn brauchen. Er stellt uns oft in schwierige Situationen, weil wir uns meistens besser einschätzen als wir sind. Wir neigen dazu, besonders nachsichtig mit uns zu sein. Wir sind oft genau mit den anderen, aber mit uns sind wir relativ nachsichtig. Und wenn wir uns selbst beurteilen würden, würden wir alle in den Himmel kommen. Und wir wüssten gar nicht, was für Altlasten wir mitschleppen würden. Und deswegen sagt Gott: „Hey, ich möchte dich gerne in den Himmel nehmen, aber ich möchte gerne, dass du weißt, welche Altlasten du noch hast.“ Und damit du das siehst, muss ich dich manchmal in eine schwierige Situation bringen, damit du dann aufgrund deines Verhaltens erkennst: „Hey, da habe ich offensichtlich noch ein Problem.“ Und dieses Problem muss ich Jesus geben. Und Jesus kann das Problem nehmen. Aber Jesus nimmt ja nur die Probleme, die ich ihm gebe. Und deswegen muss Gott manchmal uns in schwierige Situationen bringen, damit wir erkennen, wo es noch hakt.

[49:27] Und das kann man wirklich einiges davon lernen. Also im Leben von Jesus wird jedes Herz offenbar. Und dann einmal nach den tausend Jahren, wenn Gott noch einmal alles zeigen wird, dann wird jeder sagen: „Wahrhaftig und gerecht sind deine Gerichte.“ Denn jetzt sehen wir, was Gott gedacht hat. Jetzt sehen wir, was Satan wirklich gedacht hat. Und wir sehen, was jeder Mensch in seinen tiefsten Innern gedacht hat. Die Herzen wurden offenbar.

[49:58] Vers 36. Lukas 2, wir sind gleich am Ende angelangt. Vers 36. „Und da war auch, jetzt kommt noch jemand anders.“ Denn übrigens, die Bibel sagt, auf wie viele Zeugen hier ist eine Sache bestätigt? Auf zwei oder drei Zeugen. Das heißt, hier haben wir einen Zeugen, Simeon, angetrieben vom Heiligen Geist, der die Göttlichkeit Christi bezeugt. Und zur selben Stunde kommt eine andere Person, eine Frau, die jetzt das Gleiche sagt.

[50:26] Vers 36. „Und da war auch Hanna, eine Prophetin.“ Stoppen wir ganz kurz, um noch einmal zu bestätigen, dass Frauen Prophetinnen sein dürfen in der Bibel. Ganz wichtiger Punkt. Nennen wir nur ganz kurz ein paar Frauen, die Prophetinnen waren. Wiederholen wir das kurz. Neues Testament und Neues Testament. Außer Hanna. Wir haben Deborah wird Prophetin genannt. Wir hatten die Töchter von Philippus. Dann gab es die Schwester von Mose, die Miriam war eine Prophetin. Und Hulda, ganz genau, Hulda. Also hier, sie reiht sich ein in die illustre Liste der Prophetinnen.

[51:13] Und dann, das ist total interessant, heißt es, sie war eine Tochter Fanuels aus dem Stamm Asser. Jetzt, das liest man so und denkt sich nichts Böses bei. Aber das ist interessant. Der Stamm Asser war einer von den zwölf Stämmen Israels, oder? Das heißt, die Hanna war gar keine Jüdin. Denn die Juden kommen aus welchem Stamm? Aus Juda. Ihr wisst ja, es gab das Nordreich. Also das Nordreich und das Südreich. Wie viele Stämme waren im Nordreich? Zehn. Und im Süden waren es zwei. Da war Juda und Benjamin.

[51:57] Jetzt, die Idee ist die, dass die meisten Stämme verloren gegangen sind, durch das Exil in Assyrien und so weiter und so fort. Und die Juden haben sich länger gehalten, sind dann auch nach Babylon gebracht worden, das Stamm Juda. Und dann wieder zurückgekehrt und daraus sind dann die Juden gekommen. Aber Juda war nur ein Zwölftel von Israel. Der Stamm Asser. Weiß jemand von euch, wann das Nordreich in die Gefangenschaft gegangen ist? Nach Assyrien. In welchem Jahr? Also, wenn ihr es nicht genau wisst, aber so ungefähr. Wie viel? So 300 vor Christus, 600 vor Christus, 1800 vor Christus. Ungefähr 720. Ja, es ist eigentlich 721 vor Christus gewesen, um ganz genau zu sein. 721 vor Christus. Da ist der Stamm Asser, mit dem Stamm Naphtali, mit dem Stamm Nebel und so weiter, sind die alle letztendlich, ist das Nordreich besiegt worden. Ja, zum Teil waren einige Stämme auch schon vorher angegriffen worden und vernichtet worden. Aber das ist das letzte Datum für das Nordreich.

[53:10] Das heißt auf Deutsch, meine Lieben, seit über 700 Jahren gab es den Stamm Asser gar nicht mehr offiziell. Über 700 Jahre später sagt diese Prophetin immer noch: „Ich bin aus dem Stamm Asser.“ Sie hat ihre eigene Identität als eine Nachfahrin aus dem Stamm Asser über 700 Jahre her erhalten können. Obwohl es keinen Stamm Asser mehr gab, seit 700 Jahren. Irgendwo versprengt gab es hier und dort Leute. Sie muss wirklich etwas von Identität verstanden haben, oder? Ich meine, im Laufe von 700 Jahren, da könnte man seine Volkszugehörigkeit fünfmal gewechselt haben. Aber sie konnte noch zurückverweisen: „Ich bin aus dem Stamm Asser.“ 700 Jahre später. Das ist interessant, oder? Damals haben die Menschen wirklich was noch auf ihre Herkunft, auf ihre Identität gegeben. Finde ich ganz interessant.

[54:07] Naja, jedenfalls war sie da und es heißt von ihr, dass sie nicht besonders jung war. Sie war nämlich schon hochbetagt. Es wird gesagt, sie hatte nach ihrer Jungfrauschaft mit ihrem Mann sieben Jahre gelebt und sie war eine Witwe von etwa 84 Jahren. Und dann steht etwas Interessantes über sie: „Die wich nicht vom Tempel, sondern diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht.“

[55:07] Ich meine, es gibt ja viele Stellen im Alten Testament, gerade in den Psalmen, wo das quasi poetisch ausgedrückt wird, wo es heißt: „Ich will bleiben im Hause des Herrn immer da.“ Welcher Psalm ist das? Damit ich bleibe im Hause des Herrn immer da. Das ist Psalm 23, nicht wahr? Ganz am Ende. „Damit ich bleibe im Hause des Herrn immer da.“ Und es gibt mehrere Psalmen, die deutlich sagen: „Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als tausend Jahre in den Zelten der Gottlosen und so weiter.“ Aber die Frau hat das wirklich buchstäblich gemacht. Die hat tatsächlich Tag und Nacht am Tempel gedient.

[55:10] Frage: Kennt ihr jemanden noch im Alten Testament, der Tag und Nacht im Heiligtum verbracht hat und nicht vom Heiligtum gewichen ist? Joseph, ganz genau. Können wir ganz kurz mal lesen. In 1. Mose… 2. Mose natürlich, Entschuldigung, 2. Mose 17. Entschuldigung, 2. Mose 33. 2. Mose 33 und dort Vers 11. „Und der Herr redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freund redet. Und er kehrte wieder ins Lager zurück. Aber sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der junge Mann, sie war alt, er war jung, wich nicht aus dem Inneren des Zeltes.“

[56:06] Das heißt, die Hanna hat eine ähnliche Funktion, eine ähnliche Stellung gehabt wie der Josua. Und Josua war ein großer Führer des Volkes, oder? Ganz ähnliche Begeisterung für das Heiligtum. Und ihr wisst, Jesus Christus war selbst das Heiligtum.

[56:23] Und bevor wir zum Schluss kommen, schaut mal ganz kurz in Lukas 2. Lukas 2 und dort Vers 38, dort heißt es im letzten Vers. Lukas 2, Vers 38. „Auch diese trat zu derselben Stunde hinzu und pries den Herrn und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung warteten in Jerusalem.“ Noch eine, die Gott lobt. Zareas, Maria, Elisabeth, die Engel, Simeon, die Hirten. Jetzt haben wir noch die Hanna. Hanna heißt übersetzt die Begünstigte. Und sie bestätigt mit Simeon die Göttlichkeit Jesu.

[57:04] Das heißt, der Heilige Geist hat zwei Personen zum richtigen Zeitpunkt, zum richtigen Ort gebracht, um das dem Volk mitzuteilen, was die Priester, die es als allererstes hätten wissen sollen, nicht gemerkt haben. Gott hat seine Wege. Und wenn alle Priester es nicht sehen, dann kennt Gott Leute, die sich genügend für die Sache interessieren, um die Botschaft doch noch unter dem Volk zu verbreiten. Er hat seinen Simeon und er hat seine Hanna irgendwo und er kann sie zum richtigen Zeitpunkt bringen und die Botschaft verkündigen. Und es gab offensichtlich einige, die auf diese Erlösung gewartet haben.

[57:39] An diesem Tag, meine Lieben, hat sich eine berühmte Prophezeiung erfüllt. An diesem Tag hat sich eine Prophezeiung erfüllt aus Haggai. Letzter Vers für heute. Schaut mal mit mir in Haggai. Drittletztes Buch des Alten Testaments. Ich war rückwärts von Matthäus, Maleachi, Sacharja, Haggai. Und dort ist eine Prophezeiung, von der wir sogar den Titel für diese Serie entnommen haben. Haggai 2 und dort Vers 7.

[58:15] Der Kontext da war, die Israeliten hatten wieder den zweiten Tempel aufgebaut und er war kleiner. Er war nicht mehr so spektakulär wie der Salomonische Tempel und nicht mehr so aufsehenderregend und sie haben geweint, alle, die sich noch erinnern konnten an den ersten Tempel. Und dann sagt Gott: „Weint nicht, auch wenn der neue Tempel kleiner ist, auch wenn er nicht mehr so spektakulär ist, auch wenn es keine Schechina-Gloria gibt, die jetzt über der Bundeslade steht, keine Bundeslade mehr. Der zweite Tempel wird wichtiger sein als der erste. Warum?“ Vers 7.

[58:58] Im ersten Tempel, da gab es die Herrlichkeit Gottes in der Schechina, in der Bundeslade und alle haben gesagt: „Wow.“ Und Gott sagt: „Für den zweiten Tempel wird etwas viel Besseres passieren. Ich werde mit der Herrlichkeit den Tempel erfüllen.“ Diese Herrlichkeit war nicht die Schechina-Gloria, es war nicht die Bundeslade, es waren nicht irgendwelche Engel, die gesungen haben. Es war ein kleines Baby, das aussah wie das ganz normale Baby von zwei armen Galiläern. Das war die Herrlichkeit Gottes, das war Gott selbst, der jetzt seinen Tempel erfüllte. Eine Prophezeiung, wo alle Juden, alle Priester darauf gewartet hatten. Und die Prophezeiung erfüllte sich an diesem Tag und der Priester hätte es nicht einmal bemerkt, wenn Gott nicht seine Männer und Frauen geschickt hätte. Er hätte die Prophezeiung nicht erlebt, er hätte sie sogar in den eigenen Händen gehalten.

[59:47] Seien wir dankbar für jeden, der uns hilft, die Prophetie besser zu verstehen. Aber noch besser, lasst uns Menschen sein, die selbst geistliches Unterscheidungsvermögen haben, dass wir denen, die auf die Erlösung Israels warten, auf die Erlösung des Volkes Gottes, die richtige Botschaft zur richtigen Zeit bringen können, dass wenn die Prophetie sich erfüllt, wir es auch mitbekommen. So wie der Simeon und so wie die Hanna. Wollen wir wie der Simeon und die Hanna sein, zum Heiligen Geist führen und leiten lassen, auf die Prophetie achten und dann im Glauben die Erfüllung auch annehmen.

[1:00:17] Dann lasst uns auch gemeinsam beten und niederknien, wo es möglich ist. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen für diesen Tag und für das, was wir jetzt studieren konnten. Wir möchten dir Danke sagen, dass wir sehen können, dass wenn wir mit deinem Heiligen Geist kooperieren, dass wir in die Lage versetzt werden, selbst dann, wenn niemand anderes etwas erkennt, wir doch geistliche Wahrheiten erkennen können. Wir möchten so wie Simeon und Hanna auf das Wirken deines Heiligen Geistes reagieren. Wir möchten die Prophetie so studieren, wie wir es gelesen haben. Und wir möchten dich bitten, dass du uns hilfst, dass wir wirklich auf dem Felsen zerbrechen und wieder auferstehen. Wir möchten nicht widersprechen, sondern wir möchten diese Erfahrung machen, dass was in unserem Herzen ist, auch wenn das vielleicht manchmal schmerzhaft ist, weil du unser Retter bist. Dafür danken wir dir von ganzem Herzen. Amen.


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