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In dieser Predigt aus dem J.O.S.U.A. BW-Camp Meeting 2015 spricht Ingo Sorke über die Bedeutung der Geduld der Heiligen, basierend auf Offenbarung 14,6-14. Er beleuchtet, wie Geduld als Geschenk Gottes angenommen werden kann und wie sie sich durch Prüfungen und das Warten auf Gottes Zeitplan entwickelt. Die Predigt ermutigt dazu, auf dem schmalen Pfad des Glaubens zu bleiben und die Hoffnung auf die Wiederkunft Christi nicht aufzugeben.


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Serie: J.O.S.U.A. BW-Camp Meeting 2015: Offenbarung 14,6-14

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Transkript

[0:15] Nach fast zwölf Stunden muss man ja wirklich sagen, hier ist die Geduld der Heiligen. Offenbarung 14, Vers 12. Titel meiner Predigt: Geduldsprobe.

[0:36] Vielleicht hat sich einer oder der andere gefragt, warum knien wir so oft zum Gebet nieder, vor allem an diesem Wochenende. Ich habe mir mal vorgestellt, beim Niederknien bin ich eigentlich absolut hilflos. Ich kann nicht wegrennen, ich kann nicht springen, es ist schwierig, sich umzudrehen. Ich stehe, ich knie hilflos vor Gott. Und dann kommt mir noch das Bild in den Sinn, dass beim Knien man ja eigentlich ein Lamm vor dem Altar ist. So werden Menschen hingerichtet.

[1:17] Die Predigt ist Geduldsprobe. Ich werde eure Geduld nicht strapazieren, aber ich möchte euch einladen, noch einmal niederzuknien und nicht nur, um einfach noch mal zu beten, sondern dass wir vor Gott demonstrieren, dass wir hilflos sind und Geduld als Geschenk und Gabe annehmen wollen. Können wir das noch mal machen? Knien wir uns noch einmal hin und beten um die Geduld.

[2:01] Herr, wir waren dieses Wochenende schon öfters auf unseren Knien. Und jetzt noch einmal am Ende des Tages und vor allem am Ende des Sabbat-Tages. Die Sonne geht bald unter und heute haben wir ganz bestimmt festgestellt, dass irgendwann mal bald auch die Welten-Sonne untergehen wird. Und so knien wir vor dir als deine Schafe. Hilflos, wir rennen nicht weg. Wir sind noch einmal vor dir und bitten dich um deine Güte, deine Gnade und jetzt auch um Geduld. Im Namen Jesu, Amen.

[3:03] Gibt es hier heute Abend irgendwelche 17-Jährige? Irgendjemand 17 Jahre alt? 17 Jahre alt? Mein eigener Sohn, meine Familie sitzt hier, meine Frau Nancy, der Kenton und der Colin. Ihr könnt nur kurz winken. Und die haben eigentlich schon ihre Lebensgeduldsprobe bestanden mit mir.

[3:43] Könnt ihr euch vorstellen, dass die erste Vision, die Ellen White erhalten hat, Dezember 1844, da war sie 17 Jahre alt. Es ist ein langes Zitat, aber ich möchte euch diese Vision einmal vorlesen. Aus den frühen Schriften von Ellen White, Seite 12 bis 14. Erste Vision der Adventbewegung, allererste.

[4:19] Gott hat mir die Reise der Adventisten nach der heiligen Stadt gezeigt und den reichen Lohn, den die erhalten, die auf die Rückkehr ihres Herrn von der Hochzeit warten. Adventisten, lateinisch, Ankunft, warten. Es wird daher meine Pflicht sein, einen kurzen Abriss von dem zu geben, was Gott mir offenbart hat als 17-Jährige. Die teuren Heiligen haben viele Prüfungen zu bestehen, aber unsere Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen wichtige Herrlichkeit uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich, was aber unsichtbar ist, das ist ewig.

[5:07] Ich habe versucht, einen guten Bericht und einige Trauben vom himmlischen Kanaan mitzubringen, wofür manche mich steinigen wollten, wie auch die Kinder Israel, Kaleb und Joshua für ihren Bericht steinigen wollten. Joshua, Camp Meeting, 4. Mose 14, 10. Aber ich versichere euch, meine Geschwister in dem Herrn, es ist ein gutes Land und wir sind wohl imstande, hineinzugehen und es zu besitzen. Jetzt kommt, mit der Geduld.

[5:42] Während ich am Familienaltar betete, so schreibt Ellen White, kam der Heilige Geist über mich und ich schien immer höher zu steigen, weit über die dunkle Welt. Ich sah mich nach den Adventisten in der Welt um, konnte sie aber nicht finden. Hallo. Ich sah mich nach den Adventisten in der Welt um, konnte sie aber in der Welt nicht finden. Halleluja. Da sagte eine Stimme zu mir: Sieh noch einmal hin, aber schau ein wenig höher. Ich weiß nicht, wie es um euch geht, aber ich werde Esslingen etwas höher verlassen und auch mehr auf meinen Knien.

[6:33] Jetzt erhob ich meine Augen und sah einen geraden, schmalen Pfad, der hoch über der Welt aufgeworfen war. Auf diesem pilgerten die Adventisten nach der heiligen Stadt, die am anderen Ende des Pfades lag. Hinter ihnen am Anfang des Weges war ein helles Licht, das der Mitternachtsruf. Noch ein Paragraph. Das Licht schien am Pfad entlang und gab ihren Füßen Licht, sodass sie nicht straucheln mussten. Wenn sie ihre Augen ständig auf Jesus fixierten, der genau vor ihnen war und sie zur Stadt führte, waren sie sicher. Aber einige wurden müde und meinten, die Stadt sei noch so weit weg. Sie meinten, sie hätten schon die Stadt eingehen sollen. Dann ermutigte sie Jesus, indem er seinen glorreichen rechten Arm hob und von seinem Arm kam ein Licht, das sich der Adventgruppe hin und her bewegte und sie riefen Halleluja.

[7:32] Andere verleugneten das Licht hinter ihnen und meinten, Gott hätte sie nicht so weit geführt. Darf ich das überhaupt lesen? Das Licht verlosch hinter ihnen und hinterließ ihre Füße in totaler Dunkelheit. Sie strauchelten und verloren ihre Sicht der Markierung und von Jesus und fielen vom Pfad hinunter in die dunkle und böse Welt. Bald hörten wir die Stimme Gottes, wie viele Wasser, die uns den Tag und die Stunde der Wiederkunft Christi gab.

[8:08] Kann man sich das überhaupt vorstellen? Es geht also nicht um Menschen in der Welt, die den Pfad gar nicht finden oder die zur Einladung mit Daniel Pell nicht nach vorne kommen. Es geht um Menschen, die schon den richtigen Pfad gefunden haben und den dann vor der Wiederkunft Christi aufgeben. Unglaublich! Wer sind diese Menschen? Ich schaue mir diese gerade an.

[8:42] Das sind Adventisten, die von der Wiederkunft wissen, die schon auf dem richtigen Pfad sind und in ihrer ersten Vision direkt von Gott sieht Ellen White Adventisten vom Camp Meeting, die den Pfad verlassen. Das ist ganz schön hart zum schlucken. Etwas Tragischeres kann ich mir kaum vorstellen und ich muss feststellen, wer auch immer irgendwann aufgibt, gibt immer zu früh auf. Wir wissen ja nicht genau, wann Jesus wiederkommt. Das heißt, man läuft die Gefahr, fünf Minuten vor der Wiederkunft Christi aufzugeben. So nah und dann so weit weg.

[9:38] Ich werde mich zur Offenbarung 14, 12 langsam herantasten. Erst ein Mikrokosmos, der die Worte beschreibt, dann der Makrokosmos in der ganzen Offenbarung. Interessanterweise taucht das Wort Geduld, Ausdauer, Ausharren, griechisch Hypomonä, siebenmal in der Offenbarung auf. Wir haben sieben Donner, sieben Posaunen, sieben Seligpreisungen, viele, viele Sieben und auch siebenmal die Geduld und auch siebenmal der Aufruf.

[10:13] Hier ist die Ausdauer, die Geduld der Heiligen. Hier sind die, die die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus Christus festhalten. Drei Aspekte dazu. Nummer eins, das Warten des Volkes Gottes im Allgemeinen. Leider bin ich sehr in mein Manuskript gebunden, denn meine Predigten sind Rohkost. Zum ersten Mal neue Predigten.

[10:52] Auf dem biblischen Zeitplan seit der Schöpfung haben Menschen schon immer Geduld gebraucht. 1. Mose 3,15, Adam und Eva wurden eine Messias-Figur im Samen versprochen. Ja, wann kommt der? Viertausend Jahre lang haben die Juden gewartet und dann kam er und wir wissen, was passiert ist. Die Sintflut. Noah musste warten, bis es regnete, während es regnete und bis es aufhörte zu regnen. Immer warten. Wir warten als Volk Gottes.

[11:34] Abraham war zu ungeduldig, also auf zu Hagar anstatt auf Sarah und Gott zu warten. Dann 1. Mose 22, wenn wir einen Test vom Gott verfehlen, muss er uns den Test erneut geben. Wie lange sind drei Tage? Das müssen für den Abraham wohl die längsten drei Tage gewesen sein. Ein Schritt nach dem anderen. Seinen einzigen Sohn aufgeben. Drei Tage lang warten. Warten ist Läuterung.

[12:16] Auszug aus Ägypten. Plage 1, Plage 2, Plage 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10. Sie mussten warten und dann 40 Jahre in der Wildnis und wir wandern immer noch im Kreis herum und dieses Camp Meeting ist ein proaktiver Versuch aus der Wüste rauszukommen. Jetzt ist es an der Zeit. Daniel war bestürzt über 70 Wochen, 490 Jahre bis zum Tod von Stephanus.

[12:55] Ungeduld spielte eine Schlüsselrolle als Judas, den Jesus verriet. Jetzt soll er doch endlich Anspruch auf sein Königreich auf Erden nehmen und die Römer rausschmeißen. Er konnte nicht warten. Nicht warten endete katastrophal für den Judas. Es kostete ihm seine Erlösung. Das heißt, bei der Geduld geht es nicht nur um einen schönen Glaubensaspekt, den man vielleicht hat oder vielleicht auch nicht hat. Im Fall Judas ging es um alles.

[13:32] Die längste Prophetie der Bibel 457 bis 1844. Ihr stellt fest, ich habe jetzt die Daten richtig. Ich lerne Deutsch. 2300 Jahre bis zur Reinigung des Heiligtums. Eine lange Zeit. Wir warten, wir leiden und wir warten noch mehr.

[13:58] Klassisches Beispiel Lukas 15, der verlorene Sohn. Der Vater sitzt nicht auf der Couch vor dem Fernseher, er sieht den Sohn vom Weiten schon herkommen. Das heißt, der Vater wartete auf uns, während wir noch nicht auf ihn warten. Dann die zehn Jungfrauen in Matthäus 25. Sie warteten. Sie warteten alle. Alle zehn. Und die Erfolgsrate 50 Prozent. Immer warten.

[14:38] Zweitens, das Warten des Volkes Gottes im Besonderen. Ganz spezifisch in der Offenbarung. Offenbarung 1 Vers 9. Die Geduld fängt nicht erst in der Endzeit an, sondern auch schon mit dem Johannes. Er schreibt uns Offenbarung 1 Vers 9. Ich Johannes, der ich auch euer Bruder und Mitgenosse und jetzt müssen wir uns die Nomen in Sequenz ganz genau anschauen.

[15:12] Die passen eigentlich gar nicht zusammen. Bedrängnis, Königreich und Ausdauer. Das heißt, Volk Gottes Bedrängnis und Königreich können in einem Satz in der Prophetie geschrieben werden. Wer das Königreich haben will und hat, der hat auch Bedrängnis. Lange als Christ habe ich gedacht, wenn ich das Königreich habe, dann habe ich keine Bedrängnis mehr. Aber in der Tat steht es so, dass wegen dem Königreich ich Bedrängnis habe und deswegen brauche ich Geduld. Und das fing schon mit dem Johannes an.

[15:52] Dann Offenbarung 13 Vers 10. Also eigentlich müsste ich heute Abend Geduldsprobe ja für zwei, drei Stunden predigen und mal sehen, wie weit ihr in der Heiligung schon seid. Aber ich schaue auf die Uhr und mein Manuskript. Hier Offenbarung 13 Vers 10. Wenn jemand ins Gefängnis gehen soll, wird er ins Gefängnis gehen. Wenn jemand mit dem Schwert getötet werden soll, muss er mit dem Schwert getötet werden. Hier in der Anfechtung, wenn es ums Leben geht, hier ist die Geduld und der Glaube der Heiligen.

[16:40] Und dann kommt Offenbarung 14 Vers 12. Eine für die Theologie ganz eigenartige Kombination. Noch einmal lesen. Hier ist die Ausdauer der Heiligen. Hier sind die, die die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus festhalten. Das Verb festhalten, eigentlich ein Partizip, herrscht über sowohl die Gebote als auch den Glauben.

[17:12] Ja, Moment mal. Als evangelischer Lutheraner dachte ich, es gibt den Glauben und es gibt die Gebote, aber nicht zusammen. Und im adventistischen Predigen stelle ich jetzt fest, dass wir ein Uhrpendel haben. Es gibt eine handgemachte Uhr da draußen, auf dem Nachhauseweg anschauen. Das Pendel schwingt manchmal zum Gesetz und manchmal zum Glauben, aber nicht beides. Und im Moment in adventistischer Populärtheologie ist das Pendel ganz zum Glauben und zur Liebe geschwungen, auf Kosten des Gesetzes. Aber nach der dritten Engelsbotschaft kommt der Aufruf des Engels.

[18:06] Hier ist die Geduld der Heiligen. Hier sind die, die die Gebote Gottes und an den Glauben Christi festhalten. Also ein Volk, das nicht eins oder das andere hat, sondern beides zusammen lebt. Einzigartige Theologie in der Theologie.

[18:37] Nächster Schritt. Ist diese Verfolgung in der dritten Engelsbotschaft, hat Daniel gepredigt, überhaupt möglich? Heute morgen schon angesprochen, wer meint, es ist unmöglich, kennt weder das Böse im Menschen, noch die Geschichte der Menschheit. Nach meiner Theorie darf ich an zwei Weltkriege erinnern, an das Mittelalter, an Ruanda, an ISIS in Syrien und im Irak. Wenn wir als Menschen einmal in der Geschichte zum Bösen veranlagt sind und es ermöglichen, dann ist es auch ein zweites Mal möglich. Das erste Mal beweist, dass ein zweites Mal möglich ist.

[19:35] Und nach der dreifachen Engelsbotschaft können wir das einen Schritt weiterführen. Das erste Mal beweist, dass ein zweites Mal kommen wird. Und deswegen brauchen wir als Menschen Geduld. Vor allem im Hinblick auf das Halten der zehn Gebote und das Haben des Glaubens an Jesus Christus. Das heißt praktisch, meine Geduld mit Gottes Zeitplan, der Aufruf zur Geduld, kommt ganz am Ende, wenn man die Geduld aufgeben will.

[20:07] Ja, wie lang will der Jesus denn noch warten? Seit 2000 Jahren, zumindest seit 1844, predigen wir, er kommt bald, er kommt sehr, sehr bald. Er kommt sehr, sehr schwäbisch bäldig. Schnell und dann kommt er schnell und jetzt ist es das Jahr 2015. Das heißt, wenn diese drei Botschaften in die Welt gehen, kommt dann noch ein Aufruf zur Geduld, zum Glauben und zu den zehn Geboten. Sehr schwierig, denn wir haben so lange schon gewartet.

[20:53] Nicht ohne Grund schreien die Seelen unter dem Altar. Ihr kennt den Text Offenbarung 6 Vers 9. Als es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die wegen des Wortes Gottes und wegen des Zeugnisses sie bewahrten. Man hat nicht nur das Wort Gottes, man gibt es ja auch beides. Die sind umgebracht worden und sie schrien mit lauter Stimme: Oh Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, wie lange richtest du nicht und rächst unser Blut nicht an denen, die auf der Erde wohnen? Wie lange? Wie lange?

[21:31] Daniel 8 Vers 13, das war auch schon die Frage des Heiligen. Ich hörte aber einen Heiligen reden und ein Heiliger sagte zu dem, der redete: Wie lange? Wie lange? Wie lange ist der schmerzhafte Ruf? Wie lange müssen wir noch warten? Wie lange soll doch die Vision vom täglichen Opfer und von der Sünde, um welche willen diese Verwüstung geschieht, wären, sodass beide das Heiligtum und das Heer zertreten werden?

[21:58] Eine lange Reise und der Sand knirscht leise haben wir in der Jugend gesungen. Virnhaberstraße 7, Sabbatnachmittag 16:30. Jakobus 1, 1 bis 5. Der Jakobus steht woanders als in der englischen Bibel. Den hat der Martin Luther woanders hingesteckt, aber ich weiß, der ist hier drin. In meiner Bibel kommt er gleich nach dem Hebräer.

[22:45] Hier ist er schon, Jakobus 1, Vers 1 bis 5. Ein Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus grüßt die zwölf Stämme in der Zerstreuung. Freude zuvor. Zerstreuung, Freude, Bedrängnis, Königsherrschaft. Das Paradox kommt immer zusammen.

[23:06] Meine Brüder, haltet es für lauter Freude, wenn ihr keine Freude habt. Das Paradox des Christseins in der Endzeit. Haltet es für lauter Freude, wenn ihr in verschiedenen Anfechtungen geratet und wisst, dass euer Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld bewirkt. Geduld ist eine Frucht des Glaubens. Die Geduld aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und unversehrt seid und keinen Mangel leidet.

[23:38] Die Geduld ist glaubensmäßig nicht reduzierbar am Ende der Zeit. In der Bergpredigt, zur Bergpredigt kommentiert Ellen White, auf Deutsch weiß ich den Titel nicht, werde mich nächstes Mal besser vorbereiten fürs Deutsche, Mount of Blessings Seite 10. Genau das. Zitat: Die harten Zeiten im Leben sind Gottes Arbeiter, um die Unreinheit und Grobheit unseres Charakters zu entfernen.

[24:17] Das Klopfen, Schleifen, Pfeilen, Polieren ist ein schmerzhafter Prozess. Es ist nicht leicht, gegen das Schleifrad gedrückt zu werden. Aber der Stein wird hervorgebracht, weil er vorbereitet wurde, um seinen Platz im himmlischen Tempel zu füllen. Der Meister investiert seine sorgfältige, gründliche Arbeit nicht in wertloses Material. Nur Edelsteine werden nach dem Schema eines Palastes poliert.

[24:43] Ich wollte eigentlich Apotheker werden. Also als kleiner Junge habe ich Münzen gesammelt, ein paar Briefmarken, aber ich habe auch Arzneimittelrezepte gesammelt. Ich wusste immer, was alle Leute nehmen, Nebenwirkungen und alles. Dann bin ich zum chemischen Institut in Stuttgart gefahren und wollte mich da anmelden nach der zehnten Klasse. Die haben eine Kohletablette in eine Presse gelegt und dann haben sie zwölf Tonnen Druck auf diese Kohletablette gedrückt und heraus kam fast ein Diamant, so eine Scheibe Glas. Da konnte man durchschauen.

[25:34] Warum meint ihr, dass Gott auf uns am Ende Druck ausübt? Weil da noch zu viele Kohle und schwarzes Zeug in unserem Herzen sind und der Druck macht das dann klar und dann kann Gott dadurch sehen. Das Klavier funktioniert nur, weil auf den Seiten Spannung ist. Lösen wir die Spannung, spielt dieser Bechstein nicht mehr. Und meine Kinder, wir haben mit dem Drachen gespielt, nicht aus Offenbarung 13, sondern vom Kurzspielzeugladen. Wenn man die Schnur durchschneidet und die Schnur entspannt, dann fliegt der Drachen in den Baum, die Kinder weinen und ich muss noch einen kaufen. Die Spannung muss sein.

[26:24] Jetzt noch ein langes, aber höchst erstaunliches Zitat. Ihr seht, ich bin schon seit 26 Jahren in Amerika und alles muss superlativ sein. Höchst erstaunlich, nicht nur erstaunlich. Gott hat seinem Volk, ist ein Zitat, Evangelisation Seite 695.

[26:57] Dieses Zitat ist mein dritter großer Punkt. Das Warten des Volkes Gottes und die Geduld sind unsere Schuld. Das steht auf unserem Konto. Langes Zitat, aber hört mir zu mit Geduld. Gott hat seinem Volk es gegeben, eine Arbeit auf der Erde zu erfüllen. Die dritte Engelsbotschaft, man horche auf, dritte Engelsbotschaft, Kontext, musste gegeben werden. Die Gedanken der Gläubigen sollten auf das himmlische Heiligtum gerichtet werden, was Jesus betreten hat, um Versöhnung für sein Volk zu errichten.

[27:33] Die Sabbatreform sollte herangetrieben werden. Die Lücke im Gesetz Gottes musste gefüllt werden. Die Botschaft musste mit lauter Stimme verkündigt werden, damit alle Erdenbewohner die Wahrheit erhalten. Das Volk Gottes muss seine Herzen reinigen durch Gehorsam zur Wahrheit und darauf vorbereitet sein, bei seiner Ankunft vor ihm ohne Fehler zu stehen.

[27:56] Die Kohletablette ist unter Druck. Hätten die Adventisten nach der großen Enttäuschung in 1844 an ihren Glauben festgehalten, Offenbarung 14 Vers 12, und in Einigkeit dem Vorhersehen Gottes gefolgt, die Botschaft des dritten Engels empfangen und mit der Kraft des Heiligen Geistes verkündigt, dann hätten sie die Erlösung Gottes erlebt. Der Herr hätte kräftig mit diesen Bemühungen gearbeitet und das Werk wäre vollendet geworden und Christus wäre schon lange gekommen, seine Leute zu ihrer Belohnung zu empfangen.

[28:32] Das heißt, theoretisch dürften wir hier eigentlich gar nicht sein. Deswegen die Geduld. Wie sagt man das im Deutschen? Overtime, Überzeit beim Fußballspiel, Extrazeit, Verlängerung. Ihr seht, ich schaue mir so ein Kram gar nicht an. Ich habe keine Zeit, mir 20 Männer anzusehen, die hinter einem ledernen Ball hinterherrennen. 20 Minuten vor der Wiederkunft Christi. Kann man sich als Mann nicht leisten.

[29:14] Aber in der Zeitspanne des Zweifels und der Ungewissheit nach der Enttäuschung, viele Adventgläubige, sie sagt viele Adventgläubige, viele Adventgläubige gaben ihren Glauben auf. Dadurch wurde das Werk gehindert und die Welt wurde ihrer Dunkelheit überlassen. Manche Probleme in der Welt sind unsere Schuld. Hätte sich der gesamte Adventkörper auf die Gebote Gottes und den Glauben Jesu Christi geeinigt, das kommt aus Offenbarung 14 Vers 12, wie unterschiedlich wäre unsere Geschichte ausgefallen.

[29:53] Sehr grobe Übersetzung, früh heute morgen. Es war nicht der Wille Gottes, die Wiederkunft Christi so zu verzögern. Es war nicht das Design Gottes, dass sein Volk 40 Jahre lang in der Wüste umher wanderte. Er versprach ihnen, sie direkt ins Land Kanaan zu leiten und dort ein heiliges, fröhliches und glückliches Volk aufzubauen. Aber die, die die Botschaft zuerst hörten, gingen nicht hinein wegen Unglauben. Ihre Herzen waren mit Murmeln, Rebellion und Hass gefüllt und er konnte sein Bündnis mit ihnen nicht erfüllen.

[30:30] Ja, wollen wir das noch mal wiederholen? Auf keinen Fall! Nur noch zwei kurze Paragrafen hier. 40 Jahre lang schloss der Unglaube, das Mängeln, die Rebellion, das alte Israel aus dem Land Kanaans aus. Dieselben Sünden haben auch den Eintritt des modernen Israels ins himmlische Kanaan verzögert. Nichts Neues unter der Sonne.

[30:56] In beiden Fällen waren nicht die Verheißungen Gottes Schuld. Es ist der Unglaube, jetzt mal der Aufzählung zu hören und das eigene Leben überprüfen im Spiegel. Es ist der Unglaube, die Weltlichkeit, die mangelnde Übergebung und das Senken unter den bekennenden Leuten des Herrn, was uns in dieser Welt der Sünde und Sorgen so viele Jahre behalten hat.

[31:25] Vielleicht müssen wir, sagt sie traurig mit einer Träne wahrscheinlich, in dieser Welt noch viele Jahre leben. Wegen fehlender Untergebung, so wie die Kinder Israels. Aber wegen Christus, seine Leute sollen nicht Sünde zur Sünde addieren, indem sie Gott mit den Konsequenzen der eigenen fehlgeleiteten Werke anklagen. Indem wir, Ende des Zitats, letzter Satz, indem wir die gute Nachricht geben, steht es in unserer Kraft, die Wiederkunft unseres Herrn zu beschleunigen.

[32:02] Nach Gottes Souveränität hat er den Zeitpunkt der Wiederkunft Christi bestimmt. Aber aus menschlicher Sicht kann die Evangelisation die Wiederkunft Christi beschleunigen. Eigenartiger Nebeneffekt, hier ist die Geduld der Heiligen, der Gläubigen.

[32:25] Als Prediger muss ich feststellen, dass viele, viele, viele in meinem Dienst schon den Glauben aufgegeben haben. Und das fing auch schon mit Jesus an. Ihr wisst ja, dass die Zahl 666 eine schlechte Zahl ist. Johannes Kapitel 6, Vers 66. Johannes 6, Vers 66. Ich habe damit jetzt Schwierigkeiten, das zu verstehen. Wer einmal die Chance hatte, mit Jesus körperlich durch das Leben zu gehen, wer kann sich da denn umdrehen und sagen: Jesus, nein, danke, tschüss.

[33:22] Johannes 6, Vers 66. Von da an zogen sich viele seiner Jünger zurück und gingen nicht mehr mit ihm. Tragisch. Welch eine Chance verpasst. Josef, Josef wäre auch beinahe die Seitentür raus, hätte es fast verpasst. Willst du es auch verpassen oder bis zum bitteren süßen Ende durchhalten?

[33:58] Hier ist die Geduld der Gläubigen. Im Rückspiegel, in meinem Rückspiegel verdünnt sich die Gemeinde der Vergangenheit in der Zukunft. Das betrifft auch Prediger. Als ich meinen Schulabschluss als Theologiestudent erhalten habe, waren wir ungefähr 15 Theologiestudenten an der Southwestern Adventist Universität in Texas. Von diesen 15 sind nur noch sieben in der Gemeinde oder im Gemeindedienst. Wie die zehn Jungfrauen. Katastrophale Fehlschaltung 50 Prozent. 50 Prozent.

[34:48] Unter ehemaligen Adventpredigern, die Hälfte sind weg. Auch in der Evangelisation. Wir taufen viele Menschen über die Jahre und es ist erschreckend zu sehen, wie viele Menschen nach nur einem Jahr, zwei Jahren den Anschluss an die Gemeinde nicht geschafft haben. Wie sieht es in deinem Umfeld aus? Wie sieht es mit dir aus?

[35:11] Erinnert ihr euch noch an die erste Vision der Ellen White? Stehst du noch mit beiden Beinen auf diesem schmalen Pfad und ist deine Richtung das neue Jerusalem? Oder ist einer deiner Füße schon über dem Abgrund? Geistlich. Mit einem Bein im Grab. Mein Aufruf, ihr müsst nicht nach vorne kommen. Worauf ist dein Blick gerichtet?

[35:45] Sind beide Füße noch auf dem Pfad? Hältst du bis zum Ende durch? Matthäus 24 Vers 13. Wer bis zum Ende ausharrt, der wird gerettet werden. Bis zum Ende. Es geht bei der Geduld nicht nur teilweise in der Ehe mit den Kindern, in der Schule, in der Gemeinde. Es geht bei der Geduld bis zum Ende ausharren. Wer vorher aufgibt, der gibt zu früh auf.

[36:24] Noch zwei Gedanken muss ich aufgreifen. Zum einen steckt in der Geduld eine Hoffnung. Nein, keine billige Hoffnung. So ein Aufkleber hinten am Auto drauf. Man muss ja die Hoffnung nie aufgeben. Etwas qualitativ Besseres. Die Geduld stützt sich auf eine Hoffnung, die nicht aus uns herauskommt. Positives Denken, sondern sie stützt sich auf die Verheißung der Heiligen Schrift.

[36:59] Das heißt, ein zuverlässiges Fundament. Also noch einmal zum Schluss auf Offenbarung 14 Vers 12 schauen. Vielleicht ist Offenbarung 14 Vers 12 gar kein Aufruf. Vielleicht meint Jesus durch den Johannes hier keinen Aufruf, sondern eine praktische Demonstration eines Volkes, die schon die Geduld ausübt. Ein Beispiel aus dem Labor, aus dem Labor Gottes. Universum, Welt.

[37:39] Schaut einmal hier, hier, hier, hier ist die Geduld der Gläubigen. Hier sind die, die die Gebote und den Glauben Jesus festhalten. Also nicht ein Appell, nicht ein Imperativ, sondern ein Beispiel an die anderen Welten. Schaut euch mal dieses Adventvolk an. Hier kann man Geduld, den Glauben und die Gebote finden. Von denen kann man nicht nur reden, sie kann man vorstellen.

[38:09] Geduld ist Hoffnung, Geduld ist Zuversicht auf das Morgen, Geduld ist stark, Geduld ist mit sich selbst im Reinen sein, wegen dem Blut Jesu Christi und dadurch den Frieden Gottes zu erfahren. Die Geduld wird eines Tages die Antwort erfahren, ein letztes Kapitel, eine Lösung der Spannung. Selig sind wahrhaftig die, die Geduld haben.

[38:42] Zum Zweiten, ich lese es noch einmal. Hier ist die Ausdauer Wessen? Wer hat diese Ausdauer? Die Heiligen. Deutsche Grammatik. Ein Zahl oder Zweizahl? Mehrzahl. Die Heiligen. Wir haben Geduld zusammen. Du musst nicht allein Geduld haben.

[39:19] Im Griechischen gibt es die Heiligen nur in der Mehrzahl im gesamten Neuen Testament. Es gibt keinen einzigen Heiligen in der Einzahl im Neuen Testament. Wir haben Geduld nur als Gruppe, als Volk Gottes. Das heißt, wer sich absondert und vom Pfad kommt, kann diese Geduld nicht nur ausleben, nicht mehr ausleben, sondern auch nicht mehr erleben. Die Geduld gehört den Heiligen, nicht dem Heiligen.

[40:02] Nur gut, dass das nicht aus dem Englischen übersetzt werden muss. Ist euch schon aufgefallen? Psalm 27.

[40:36] Also ich habe ihm fünf Kopeken versprochen, wenn er mir noch vielleicht 30 Sekunden dazu... Da sitzt ein Russe am Steuer, an der Uhr. Spasiba.

[40:48] Psalm 27. Es geht ja um die Geduld. Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Diesen Psalm wollen wir als Volk Gottes für die Endzeit lesen. Hört zu.

[41:04] Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meine Lebenskraft. Ich bin auf der letzten Seite. Habt Geduld. Vor wem sollte mir grauen, wenn die Bösen, meine Widersacher und Feinde, die sich mir nähern, um meinen Leib zu fressen. Es geht um Tod und Leben. Müssen sie straucheln und fallen.

[41:26] Wenn sich auch ein Heer gegen mich lagert, fürchtet sich mein Herz doch nicht. Wenn sich Kriege gegen mich erheben, dann verlasse ich mich auf ihn. Wer die Weltpolitik verfolgt, der weiß, wir sitzen überall auf einem Pulverfass.

[41:44] Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gern, dass ich mein Leben lang im Haus des Herrn bleiben möge, um die Freundlichkeit des Herrn zu schauen und seinen Tempel zu betrachten. Also am Ende nicht aufgeben. Denn er schützt mich in Notzeiten, in seinem Zelt. Er verbirgt mich heimlich in seinem Zelt und hebt mich auf seinen Felsen. Er erhöht mein Haupt über meine Feinde, die um mich sind.

[42:15] So soll ich ihm in seinem Zelt Jubelopfer bringen. Ich will dem Herrn singen und spielen. Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe, sei mir gnädig und erhöre mich. Mein Herz erinnert sich an dein Wort. Er sollt mein Angesicht suchen, darum suche ich, Herr, dein Angesicht. So intim ist das Volk Gottes in der Endzeit mit dem Herrn.

[42:40] Verbirg dein Angesicht nicht vor mir, Vers 9, und verstoße deinen Knecht nicht im Zorn, denn du bist meine Hilfe. Lass mich nicht fallen und zieh deine Hand nicht ab, Gott, mein Heil. Erste Vision von Ellen White, Dezember 1844.

[42:56] Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der Herr nimmt mich auf. Herr, zeige mir deinen Weg. Und wegen meiner Feinde leite mich auf ebener Bahn. Übergib mich nicht der Willkür meiner Feinde. Feinde, Feinde, Feinde, das ist ein Endzeitpsalm.

[43:14] Denn es treten falsche Zeugen gegen mich auf und tun mir Unrecht ohne Scheu. Ich glaube aber doch, dass ich die Güte des Herrn sehen werde im Land der Lebendigen. Und jetzt übersetzt Luther, hoffe auf den Herrn, warte auf den Herrn, Schlachter 2000, Elberfelder, sei getrost und unverzagt und warte voll Hoffnung auf den Herrn.

[43:40] Gemeinde der Endzeit, hab bis ans Ende Geduld, denn am Schluss ist ja nur der Anfang. Wirst du mit Geduld dabei sein, eins kann ich euch heute Abend noch versprechen, Hand aufs Herz, das Warten wird sich auf Ewigkeit lohnen.

[44:06] Der Herr, 2. Thessalonicher 3, Vers 5, der Herr, aber lenke eure Herzen zur Liebe Gottes und zur Geduld Christi. Und deswegen möchte ich euch einladen, aufzustehen, mit mir zu beten.

[44:26] Es gibt einige hier, die sind schon wie die Emmausjünger auf dem Weg von Jerusalem weg, wieder zurück zur Schreinerwerkschaft und zu ihrem Boot. Ich möchte euch aufrufen, aufzustehen und dem Herrn sagen: Wir kehren zu Jerusalem zurück und wir werden, Psalm 23, bleiben im Hause des Herrn immer da bis zur Wiederkunft Christi.

[44:51] Stehen wir zusammen auf und bleiben als Volk Gottes zusammen und warten in Geduld auf das letzte Ereignis der Prophetie. Herr, hab Dank, wir verdienen es nicht, hier zu sein. Du hast es wie einen brennenden Ast aus dem Feuer gezogen und uns errettet, aus dem Schlamm gezogen, wie den Petrus aus den überschlagenden Wellen uns die Hand gereicht und uns wieder ins Boot gehievt, zurück zum Ufer gebracht.

[45:34] Ich möchte heute Abend für diejenigen beten, die hier stehen, niemand weiß es. Wir sehen die Herzen nicht, aber geistlich sind sie mit einem Fuß schon aus der Gemeinde raus, die große Zehe schon über den Abgrund und schon fast den Glauben aufgegeben. Herr, erbarme dich dieser Menschen hier in Esslingen, zieh sie wieder zurück auf den Pfad.

[46:09] Und ich bitte dich auch, dass jeder Einzelne und zusammen als Gruppe, dass wir auf dem schmalen Pfad bleiben, der immer schmäler wird, umringt vom Feind, umringt von Weintheologien Babylons, vom Abgrund, vom grellen Licht der Welt, die auch einlädt. Herr, halte uns auf diesem Pfad von diesen Tagen an, morgen und bis zur Wiederkunft Christi, ist unser Gebet im Namen Jesu. Amen.


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