[5:00] damit dann das jüdische Volk weint an dem Tag, an dem er gestorben ist. Das war seine Idee. Also das war Herodes der Große. Jetzt muss man von Glück sagen, dass eine seiner Frauen, die Salome, das dann mitbekommen hat und als er gestorben ist, das verhindert hat. Also es ist zu diesem Massaker nie gekommen. Er hatte schon genug Blut an seinen Händen, und die sind dann wieder freigekommen. Aber das gibt uns mal eine Idee, wie der so gewesen ist. Und wir hatten ja letztes Mal gesehen, dass Herodes wirklich ein Instrument des Satans gewesen ist in dem Versuch, den kleinen Jesus zu töten. Interessant ist an der Stelle, da können wir gemeinsam aufschlagen in Jesaja.
[5:38] Jesaja 51, Vers 12. Wir haben ja oft die Situation, wo wir mit Menschen konfrontiert werden, die uns Böses wollen, die wie unsere Feinde agieren. Und in Jesaja 51, Vers 12 ist eine schöne Verheißung, ein schönes Prinzip hier aufgeschrieben. Jesaja 51, Vers 12: „Ich, ich bin es, der euch tröstet“, sagt Gott. „Wer bist aber du, dass du dich vor dem sterblichen Menschen fürchtest, vor dem Menschenkind, das wie Gras dahin gegeben wird?“ Und das ist das Leben von Herodes. Eine schöne Illustration. Viele Menschen haben sich vor Herodes gefürchtet, aber auch Herodes war nur ein sterblicher Mensch. Er war jemand, der wie Gras dahin gegeben worden ist, und dann war es mit ihm aus.
[6:26] Also gehen wir zurück zu Matthäus und stellen fest, als der Herodes stirbt, kommt ein Engel im Traum zu Josef. Also wir können davon ausgehen, dass sie wahrscheinlich höchstens ein paar Monate, wenn überhaupt, vielleicht in Ägypten verblieben sind. Also keine längeren Zeitraum dort erlebt haben. Und interessant ist, wie wir schon festgestellt haben, dass an dieser Anfangsgeschichte des Evangeliums die Engel ständig erscheinen. Und auch hier in Matthäus 2, Vers 19: „Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Josef im Traum.“ Also Gott führt diese Familie Schritt für Schritt. Er führt sie nach Ägypten und er führt sie auch aus Ägypten wieder heraus.
[7:14] Jetzt haben wir, was er sagt in Vers 20: „Und sprich: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter zu dir und zieh in das Land Israel, denn die dem Kind nach dem Leben trachteten, sind gestorben.“ Jetzt, wenn ihr diesen Satz lest oder hört, was ist euch aufgefallen? Was fällt euch auf an diesem Satz? Ja, also eine Sache ist interessant. Er sagt Israel, er sagt nicht Juda. Weil eigentlich ist ja Israel der Begriff für alle zwölf Stämme, und davon sind ja zehn schon gar nicht mehr existent. Kann man darauf eingehen. Also auf jeden Fall ist es interessant, dass er sagt, nach Israel, nicht unbedingt nach Juda, sondern nach Israel, größerer Rahmen. Was ist euch noch aufgefallen? Noch was Interessantes in diesem Satz hier?
[8:12] Wenn ihr den Satz mal in Vers 20 vergleicht mit Vers 13. In Vers 13 hatten wir die Situation, dass der Engel kommt und sie nach Ägypten lotsen will. Ja, da heißt es: „Als sie weggezogen waren, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Josef im Traum und spricht: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter mit dir und fliehe nach Ägypten.“ Und jetzt sagt der Engel: „Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter zu dir und zieh in das Land Israel.“ Was fällt euch auf?
[8:51] Ja, ja, ja. Was ist aufgefallen? Genau dasselbe. Also der Engel verwendet genau dieselben Worte. Er sagt wiederum: „Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter zu dir.“ Ja, also in beiden Fällen, in Vers 13 und Vers 19, sind fast dieselben Worte verwendet, um deutlich zu machen, diese beiden Geschichten hängen miteinander zusammen. Und dann, wie gesagt, Israel und nicht Juda. Warum ist das wichtig? Oder warum ist es später zu machen? Wir machen eine kurze Pause und gehen schon noch den letzten Teil des Satzes an.
[9:39] Wie du richtig gesagt hast, die Begründung ist: „Denn die dem Kind nach dem Leben trachteten, sind gestorben.“ Damit wäre gemeint vor allem Herodes der Große. Frage mal, sehen, wer sich auskennt in der Bibel. Wer im Alten Testament hat einen ganz ähnlichen Satz gehört, wo Gott zu ihm gesagt hat: „Die dir nach dem Leben trachten, sind tot“? Gibt eine Geschichte, wo eine bekannte Persönlichkeit des Alten Testaments von Gott ganz ähnliche Worte hört: „Die dir nach dem Leben trachten, die sind jetzt tot.“
[10:24] Elia könnte sein, aber nein, weil die, die nach dem Leben trachteten, die waren noch nicht tot, als er zurückkam. David vielleicht? Aber auch nicht. Schau mit mir in 2. Mose 4, ist ganz interessant. Das habe ich auch vorher nicht gewusst. In 2. Mose 4 und dort Vers 19. Wer spricht denn, also zu wem spricht denn Gott in 2. Mose 4? Das ist ja so, oder zu Mose, oder? Und jetzt schaut man, was Gott dem Mose in 2. Mose 4, Vers 19 sagt. Er sagt: „Und der Herr sprach zu Mose in Midian: Geh nach Ägypten zurück, denn die Leute sind alle tot, die nach deinem Leben trachten.“ Der Mose war ja geflohen, warum? Weil der König war, der Pharao ihn umbringen wollte.
[11:22] Also wir haben den Mose, und er war geflohen. Und jetzt sagt Gott: „Alle, die dir nach dem Leben trachteten, sind tot. Kehre zurück.“ Und jetzt, 1500 Jahre später, haben wir Jesus. Auch er war auf der Flucht, weil der König ihn umbringen lassen wollte. Und zu ihm, also nicht zu Jesus direkt, weil der war noch zu klein, aber zu seinem rechtmäßigen Vormund, dem Josef, werden genau dieselben Worte gesagt: „Kehre zurück, denn die, die dem Kind nach dem Leben trachten, sind tot.“ Das heißt, glaubt ihr, der Josef kann die Geschichte von Mose? Ich glaube, der kann die ziemlich gut. Und ich glaube, dem ist sofort eingefallen: „Moment mal, den Satz kenne ich. Das ist doch genau der Satz, den Gott zu Mose gesagt hat.“ Das heißt, in dieser Geschichte wird Jesus mit Mose gleichgesetzt. Also so wie Mose geflohen war und jetzt zurückkehren kann, weil seine Mörder tot sind, so ist Jesus geflohen und kann jetzt zurückkehren, weil seine Mörder oder seine potenziellen Mörder tot sind. Übrigens, beide waren ja auch in Ägypten gewesen. Und da sieht man also diese sehr, sehr schöne Parallele.
[12:53] Bei beiden Geschichten gibt es auch die Geschichte von dem Kindermord, ja, bei Mose. Also bei Jesus. Also der Matthäus, der will von Anfang an diesen Punkt deutlich machen: Jesus ist der typologische Mose, sozusagen. Weil der Mose hatte ja mal vorher gesagt, schaut mal in 5. Mose, 5. Mose 18 und dort Vers 15.
[13:14] 5. Mose 18, Vers 15: „Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erwecken aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern. Auf ihn sollst du hören.“ Also der Mose hat gesagt, da kommt einer, der wird so sein wie ich. Und Matthäus macht vom Anfang des Evangeliums diesen Punkt deutlich, immer, weil er kann, Jesus hat dasselbe erlebt wie Mose. Jesus ist der wahre, zweite typologische Mose. Und Mose war wofür bekannt? Was war die größte, die demütigste Mensch?
[14:00] Also sollten wir erwarten, dass Jesus dann der Ausbruch an Demut sein würde. Was war noch so besonders? Mose, der große Glaubende. Ja, er war gerecht. Also was war seine größte Leistung? Seine größte Aufgabe, die er so hatte in seinem Leben, die Gott ihm gegeben hatte? Das Volk zu führen.
[14:15] Woraus? Aus der Sklaverei herauszuführen. Die Israeliten haben immer mit Mose verknüpft, das war der, der uns befreit hat aus der Sklaverei, der Retter sozusagen, natürlich im Auftrag Gottes. Und damit soll natürlich von Anfang deutlich gemacht werden: Jesus ist der wahre Retter, der aus der Knechtschaft der Sünde befreit. Übrigens, die zweite große Sache von Mose war natürlich das Gesetz, die zehn Gebote, das Heiligtum. Und das werden wir dann auch noch sehen bei Matthäus, denn wenn wir später mal dahin kommen, wenn Matthäus die Bergpredigt, wie kein anderer so ausführlich, um deutlich zu machen, dass Jesus die zehn Gebote verkörpert und erklärt. Aber kommen wir dann ein andermal dazu.
[15:03] Jetzt zurück zu Matthäus. Also wir sehen, der Bogen spannt sich hier wieder zum Alten Testament. Also ihr seht, man kann eigentlich das Neue Testament gar nicht richtig in der Tiefe verstehen, wenn man das Alte nicht immer wieder zur Rate zieht. Matthäus 2. Und jetzt wird interessant, denn es heißt natürlich erstmal in Vers 21: Matthäus 2, Vers 21: „Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter zu sich und ging in das Land Israel.“ Also er war wiederum sofort gehorsam. Der Engel sagt: „Nimm die Maria zur Frau, auch wenn sie schwanger ist“, und er tut es. Der Engel sagt: „Geh mit dem Kind nach Ägypten“, und er tut es. Und dann sagt der Engel: „Der Herodes ist tot“, und er geht zurück. Damals gab es noch kein Facebook, man konnte jetzt nicht so schnell nachgucken, ob tatsächlich der Herodes tot ist. Es hat ja Monate gedauert, dass solche Nachrichten sich verbreitet haben, vielleicht unter Wochen zumindest. Aber er geht sofort los. Also wir können von dem Josef einiges lernen. Er war wirklich sehr, sehr treu.
[16:02] Jetzt schaut man Vers 22. Jetzt geht also zurück. Und bis dahin ist die Geschichte ziemlich klar und deutlich und relativ unkompliziert. Aber jetzt passiert etwas sehr Interessantes und Spannendes. In Vers 22: „Als er aber hörte, dass Archelaus anstatt seines Vaters Herodes über Judäa regierte, fürchtete er sich, dorthin zu gehen.“ Und auf eine Anweisung hin, die ihm im Traum erhielt, zog er weg in das Land, in das Gebiet Galiläas.
[16:41] Also Frage nach dem Vers: Was hatte wohl Josef vor? Wo wollte er eigentlich hinziehen mit seiner kleinen Familie? Nach Juda. Hat jemand von euch noch eine speziellere Idee, wo genau in Juda hätte er wohl gerne gelebt? Denn wissend, das war gesagt worden von den Propheten, im Tempel, von den Weisen, von den Hirten, vom Engel selbst, dass dieses Kind besonders ist, dass es den Thron Davids haben würde. Da hat er sich bestimmt gedacht, na ja, dann wäre es doch gut, wenn wir in Bethlehem leben. Und das wäre auch wahrscheinlich sehr hilfreich gewesen für Jesus, in Bethlehem aufgewachsen zu sein. Warum? Schaut mal in Johannes 7.
[17:20] Lassen wir den Finger Matthäus 2 und geht mal zu Johannes 7 und dort Vers 41 und 42. Jesus hat sein Leben lang damit zu kämpfen gehabt mit seiner, also mit den Umständen seiner Kindheit. In Johannes 7, Vers 41 und 42 heißt es: „Andere sprachen: Dies ist der Christus. Andere aber sagten: Kommt der Christus denn aus Galiläa? Sagt nicht die Schrift, dass der Christus aus dem Samen Davids kommt und aus dem Dorf Bethlehem, wo David war?“ Und dann Vers 52: „Als sie dann zu Nikodemus sagen sie: Antworteten und sprachen zu ihm: Bist du etwa auch aus Galiläa? Forsche nach und sie: Kein Prophet ist aus Galiläa hervorgegangen.“ Wenn Jesus in Bethlehem geboren worden, nachdem er geboren worden ist, und wenn er in Bethlehem aufgewachsen worden wäre, dann hätte es in mancher Hinsicht leichter gehabt. Jedenfalls können wir sehen, dass viele Juden die Tatsache, dass er nicht in Bethlehem aufgewachsen ist, als Vorwand genommen haben, um ihn abzulehnen. Weil er hat zwar in Bethlehem gelebt, aber nur eine kurze Zeit. Das hat zwar ausgereicht, um die Prophezeiung zu erfüllen.
[18:44] Aber jetzt schauen wir uns mal ganz kurz an, was hat es mit diesem Archelaus auf sich? Jetzt mal zurück zu dem Herodes. Herodes der Große gestorben in Jahre vier, wie wir gesagt haben, ein sehr tyrannischer Herrscher. Und seine Tyrannei erstreckte sich nicht nur auf seine Untertanen, sondern sogar auf seine eigenen Kinder. Also hat eine ganze Reihe seiner eigenen Söhne, hatte, glaube ich, sieben Ehefrauen oder so. Also da ist ein bisschen was an Kindern zusammengekommen. Hat etliche seiner Söhne selbst hinrichten lassen, weil sie dann irgendwie aus Gründen dagegen sich verschworen haben und was auch immer. Und so musste er ständig sein Testament ändern. Also gerade in seinen letzten Lebensjahren hat er ständig die Thronfolge geändert, immer wieder.
[19:37] Da hatte er dann zum Beispiel nur wenige Jahre vor seinem Tod einen Sohn namens Antipatros, der war als Alleinerbe eingesetzt und dann ist er doch hingerichtet worden vom Herodes. Und dann musste man wieder das geändert werden. Und dann hatte er einen anderen Sohn, das war der Herodes Antipas. Der sagt euch vielleicht was, es ist der Herodes, der dann später Johannes den Täufer geköpft hat und mit Jesus Kontakt hatte. Er war damals noch ein Jüngling. Und den hat er dann zum Erben eingesetzt. Aber ganz kurz, bevor er gestorben ist, hat er noch mal sein Testament geändert und hat einen anderen Sohn, und zwar einen Bruder, die waren beide von derselben Frau, und zwar den Herodes Archelaus, oder Archelaus, eingesetzt.
[20:28] Jetzt, der war 19 und der war 16. Und den hat er jetzt zum Nachfolge-König bestimmt. Hatte aber dann dem Herodes und noch einigen anderen Söhnen so kleine Gebiete am Rande gegeben. Also der Herodes Antipas sollte Galiläa bekommen und der eine sollte dann die Gaulonitis, also die Golanhöhen bekommen, und einer sollte dann also zu verschiedene Nebenbezirke sozusagen. Ja, aber der sollte der Haupt-Herrscher werden und König.
[21:03] Jetzt ist der Herodes im März, April gestorben. Zu der Zeit findet auch das Passafest statt, oder? Und in jenem Jahr im Jahre 4 vor Christus, zum Passa kam es zu einem Aufruhr im Tempel. Und der Archelaus, mit seinen 19 Jahren, hat sich gedacht, ich führe mich mal gleich als starker Herrscher ein und hat die Römer auf die Juden gehetzt und hat 3000 Juden im Tempel durch die Römer ermorden lassen zum Passafest. Da könnt ihr euch vorstellen, wie begeistert die waren von diesem 19-jährigen Herrscher, der also sich auf die Fahnen geschrieben hat, noch grausamer zu sein als der Herodes.
[21:43] Und jetzt versteht ihr auch, warum der Josef, als er da dann Richtung Israel kommt und mitbekommt, der Archelaus ist jetzt König geworden, ja, das war vor, als sie geflohen sind, vielleicht noch gar nicht so bekannt, ja, weil es ständig sich geändert hat. Da hat er plötzlich Panik bekommen, weil wenn der die Leute alle links und rechts umbringen lässt, dann, naja. Jedenfalls kurz nach diesem Massaker ist dann der Herodes Archelaus nach Rom marschiert, um vom Kaiser Augustus sich das Testament bestätigen zu lassen. Und der Kaiser Augustus hat sich das Testament angeschaut und hat gesagt: „Das bestätige ich nicht.“ Und hat gesagt: „Du kriegst keine Königskrone.“ Ist nicht König. Aber er hat ihm die Herrschaft über Judäa und Samaria gelassen.
[22:35] Deswegen, wenn ihr den Text genau lest, der Matthäus, der muss ein Zeitgenosse gewesen sein, denn er sagt ganz genau, dass Archelaus regierte, aber nicht als König. Das steht nicht, dass er König wurde, so hat nur regiert. Er war ein sogenannter Ethnarch. Das kommt von Ethnos und Archos, das was Ethnos heißt, Ethnos folgt, genauso eine Ethnie folgt. Und Archos ist der, der für, der der vor allen ist. Und wie der Erzengel, der erste, genau geht nach, geht nach. Das heißt, er war der Volksfürst sozusagen, wie ein, der Oberste des Volkes. War kein König, aber ein Regierender, und zwar über Judäa und Samaria.
[23:23] Wenn jetzt an Israel denkt, dann war Juda im Süden, in der Mitte war Samaria und Galiläa war oben im Norden. Herodes hat über alles geherrscht und dann hier noch über Perea, das war auf der anderen Seite vom Jordan, und dann hier noch die Gaulonitis und verschiedene Gebiete. Aber der Augustus hat das jetzt geteilt und hat gesagt: Herodes Archelaus kriegt nur Samaria und Judäa. Und Galiläa und Perea geht jetzt an den Herodes Antipas, der mit seinen 16 Jahren noch nicht so grausam war, hat später sie auch noch mehr dazu gelernt diesbezüglich.
[24:09] Und das ist also der historische Hintergrund, warum der Josef sich entschied, nicht nach Bethlehem zu gehen, obwohl das das allernormalste in der Welt gewesen wäre, in Bethlehem zu leben. Weil ich meine, da war sowieso seine Herrschaft, seine Abstammung her. Und wenn Jesus der kommende Messias sein würde, dann wäre nichts besser, als wenn er in Bethlehem aufwächst, weil dann hätte niemand sagen können, dass er nicht aus Bethlehem ist. Dadurch, dass er nur so kurz in Bethlehem gewesen ist und dass man das nicht alle mitbekommen haben, gab es wieder Möglichkeit zum Zweifel.
[24:44] Also ihr seht, wie hinter den Kulissen in diesen ganzen politischen Dingen der Satan versucht hat, immer wieder da seinen Fuß reinzubekommen. Er hat, er hat den Herodes benutzt, aber Herodes ist gestorben und dann hat Satan dafür gesorgt, dass jetzt dieser Herodes Archelaus an seine Stelle tritt, den er genau so hätte benutzen können. Aber Gott hat dann doch wieder einen Weg gefunden, dass er nicht über alles regiert, sondern dass es einen Teil in Israel gibt, wo Archelaus keinen Zugriff hatte und wo jetzt Jesus einigermaßen in Sicherheit war.
[25:12] Wir lesen das oft in den Geschichtsbüchern und denken, na ja, das wird irgendwie ja schon dann so gewesen sein. Aber ich glaube, dass bei vielen dieser Entscheidungen Engel und böse Engel an den Herrschern zerren, weil jede Entscheidung eine Auswirkung auf den großen Kampf hat. Naja, und so sind sie dann nach Bethlehem, nach Nazareth gegangen. Übrigens, interessant. Ihr seht in Vers 22, dass er wiederum eine Anweisung im Traum erhielt.
[25:51] Das gesehen, Vers 22. Wo haben wir das schon mal gelesen, Matthäus, dass jemand im Traum angewiesen worden ist? Ich meine, hier sind alle paar Verse Träume, aber wo hatten wir schon mal gelesen, dass jemand im Traum angewiesen worden ist in Matthäus hier? Ja, genau, die, die Könige sind angewiesen worden. Schaut mal in Vers 12.
[26:16] In Matthäus 2, Vers 12: „Und da sie im Traum angewiesen wurden, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg zurück in das Land.“ Das heißt, mit derselben Idee, warum man die babylonischen Könige zurück auf einem anderen Weg geführt hat, wegen derselben Idee hat man den Josef und die Maria jetzt an diesen südlichen Regionen vorbeigeleitet nach Galiläa.
[26:45] Vielleicht mal ganz ein paar Bibelverse, um zu sehen, wie wunderbar Gott sowas führen kann. Schaut mal im Psalm 48. Psalm 107, Vers 6 und 7. Da heißt es: „Da schrien sie zum Herrn in ihrer Not, und er rettete sie aus ihren Ängsten und führte sie auf den rechten Weg, dass sie zu einer Stadt gelangten, in der sie wohnen konnten.“ Hat sich direkt erfüllt im Leben von Josef und Maria.
[28:02] Übrigens, Galiläa war ja das Gebiet, was früher mal im Alten Testament zum Nordreich gehört hat, oder? Israel war geteilt worden, das Nordreich und das Südreich. Südreich war Juda und das Nordreich war eigentlich Galiläa und Samaria. Und wir wissen, dort viele, also die Stämme dort sind verschwunden. Manche sind vielleicht ein bisschen zurückgekommen, einzelne Leute, aber die Stämme selbst sind alle in die Gefangenschaft gegangen und nie wieder zurückgekehrt. Das heißt, der Anteil an Juden in Galiläa war weitaus geringer als in Judäa. Der Anteil an Israeliten war weitaus geringer. Und stattdessen hatten die Assyrer dort viele Menschen aus anderen Regionen der Welt angesiedelt. Das war Galiläa war viel mehr von Heiden durchsetzt sozusagen als Judäa.
[28:55] Das finde ich interessant, weil das zeigt, dass Jesus nicht nur ein Flüchtling gewesen ist, wie wir letztes Mal gesehen haben, sondern Jesus auch in einer Gegend gewohnt hat mit extrem hohem Ausländeranteil, ja, wo alle Völker durcheinander war. Das war nicht so, weil in Judäa war das mehr so: Hier sind die Juden, wir sind das heilige Volk und keiner darf hier uns nahe kommen. Aber Jesus wurde in einer Gesellschaft groß, in einem Dorf groß, wo es sehr viele verschiedene Nationen und Völker gab. Und das war vielleicht sogar ein guter Schutz, weil dadurch der Stolz und dieses Vorherrschaftsdenken der Juden hier nicht so stark ausgeprägt war.
[30:04] 21 und dort lesen wir: „Und deine Ohren werden das Wort hören, das hinter dir her so spricht: Dies ist der Weg, den geht, wenn ihr zu rechten oder zur linken abbiegen wollt.“ Manchmal ist man ja im Leben so an so einer Kreuzung, ja, und dann weiß man nicht, wo soll es jetzt weitergehen? Rechts, links, geradeaus. Und der Josef auch in so einer Kreuzung. Der wusste auch nicht genau, was soll ich jetzt machen? Ist der Engel sagt: „Aus Ägypten raus, aber in Ägypten, was eigentlich sicherer als in Israel, weil wenn der Archelaus, was soll ich jetzt machen? Wo soll ich hin?“ So, ich vielleicht nach ganz nach Süden, nach Arabien, vielleicht in die Wüste, wie später der Paulus. Was soll ich machen?
[30:50] Und Gott weist einen Weg. Und interessant ist auch, dass Gott nicht alles auf einmal gesagt hat. Hat Gott gewusst, dass Archelaus regiert? Hat Gott gewusst, dass er ihn am Ende nach Nazareth schicken wird? Aber ziemlich gleich gesagt. Er hat ihm nicht gleich alles auf einmal gesagt, sondern hat ihn Schritt für Schritt geführt. Das ist interessant. Er hat ihn geführt und dann kam eine Krise. Hat Gott das nächste offenbart. Gott offenbart nicht mal alles auf einmal, sondern er führt und Schritt für Schritt. Und wenn wir dann mal in eine Krise geraten ist, das kein Beweis, dass Gott uns verloren vergessen hat, sondern nur, dass bald die nächste, der nächste Schritt kommt.
[31:33] Das ist übrigens das, was er bei den Israeliten versucht hat deutlich zu machen, ja. Hat sich Schritt für Schritt geführt, ja. Und jedes Mal, wenn die Krise kam, haben sie ihn vergessen. Aber Gott führt Schritt für Schritt. Vielleicht noch Jesaja 48.
[31:42] Jesaja 48 und dort Vers 17. Jesaja 48 und dort Vers 17: „So spricht der Herr, der Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich lehrt, was dir nützlich ist, der dich leitet auf dem Weg, den du gehen sollst.“ Das ist nicht so schön, weil dieses Bild von einem Weg ist ja eigentlich eine Metapher. Nicht so, dass Gott jetzt unser tatsächliches GPS ist und sagt, welcher Straße wir abbiegen sollen unbedingt, sondern es ist unser Lebensweg, den er bestimmen will. Und da finde ich sehr schön, wie es heißt: „Er lehrt dich, was dir nützlich ist.“ Wenn Gott zu uns spricht, dann können wir davon ausgehen, dass es immer sehr nützlich ist. Und auch Gottes Wort, seine Lehre muss also nützlich sein. Manche Leute, die verrennen und verbeißen sich in irgendwelchen spekulativen Theorien, die keinem irgendwas nützen und glauben, wenn sie das alles verstanden haben, durchdrungen haben, dann sind sie gerettet. Aber Gottes Lehre ist nützlich, praktisch relevant für den Alltag. Und das können wir bei Josef und Maria sehr schön sehen.
[33:08] Jetzt zurück zu Matthäus 2. Ein Vers haben wir da noch. In Matthäus 2 und dort Vers 23. 2 Vers 23: „Und dort angekommen, ließ er sich in einer Stadt namens Nazareth nieder, damit erfüllt wird.“ Seht ihr, der Matthäus wieder in seiner beliebten, beliebten Beschäftigung, nämlich alttestamentliche Prophezeiung heranzuzitieren. „Damit erfüllt wird, was durch die Propheten gesagt ist, dass er ein Nazarener genannt werden wird.“
[33:50] Also das haben wir schon jetzt mehrmals durch exerziert. Der Matthäus, der kann keine fünf Verse schreiben, ohne nicht irgendwo zu sagen: „Damit erfüllt worden ist, was durch den Propheten hier und den.“ Und wir hatten schon den Micha und den Hosea und wir hatten den Jesaja und wir hatten, wo noch Jeremia? Also werden die ganze Reihe von Propheten. Jetzt würde mich interessieren, welcher Prophet wird zitiert? Woher kommt das Zitat?
[34:16] Aber ständig sei 11, genau. Genau. Also genau. Also der Punkt ist erstmal, es gibt kein alttestamentliches Bibelfest, keinen einzigen, wo steht, dass er ein Nazarener genannt werden wird. Wenn ihr genau gelesen habt, ist euch aufgefallen, dass er auch nicht sagt, wie durch den Propheten gesagt ist, sondern was sagt er? „Die durch die Propheten.“ Also hier zitiert er nicht einen spezifischen Propheten, sondern er sagt eine allgemeine Aussage, die von vielen Propheten genannt wird, und zwar nicht wortwörtlich, sondern dem Gedanken nach. Ja, wenn ich also sage, wie viele Propheten gesagt haben, dann geht es mehr um die Grundidee und nicht um eine spezifische Formulierung. Aber trotzdem ist es interessant mit diesem Nazarener. Also das kommt natürlich ja von Nazareth.
[35:24] Jetzt gibt es dazu im Wesentlichen zwei Theorien. Die eine Theorie ist, dass sich das ableitet von Nazarea. Jetzt, was wirst du über die Nazarea?
[35:40] Die Nazarea. Ja, sie waren aus dem Volk Israel. Nazarea waren diejenigen, die einen besonderen Eid aufgenommen hatten, ein besonderes Gelübde.
[36:00] Was war ihr Gelübde? Sie sollten ihre... kein Alkohol, nicht mal Traubensaft. Und sie sollten, das war das Besondere auch, sie sollten ihre Haare nicht abschneiden. Und die Nazarea, das war ein ganz besonderes Gottgeweihtes. Das war so der höchste Lebensstandard in Israel. Und deswegen sagen einige, na ja, Nazarea, Nazorea, Nazarena, das klingt so ähnlich. Damit soll gesagt werden, dass Jesus quasi die Erfüllung dieser Nazarea war. Die Nazarea waren ein Vorbild auf Jesus, und das stimmt natürlich vollkommen korrekt. Also das wäre eine Möglichkeit, das abzuleiten.
[36:43] Noch etwas wahrscheinlicher ist, dass das Wort von dem hebräischen Netzer kommt. Denn das ist auch, was das Wort Nazareth eigentlich bedeutet. Und Netzer, dieses Wort Netzer, das kommt in Jesaja 11 vor. Das ist das, was sie gerade gesagt hat. Schaut mal Jesaja 11 und dort Vers 1.
[37:00] Jesaja 11 und dort Vers 1. Ganz bekannter Vers. „Und es wird ein Zweig hervorgehen aus dem Stamm Isai, und ein Schössling hervorbrechen aus seinen Wurzeln.“ Könnt ihr euch überlegen, welches Wort wohl Netzer ist? Der Schössling. Genau.
[37:37] Schössling. Jetzt, was ist ein Schössling? Ein Spross. Ja, genau. Also das Wort Netzer meint eigentlich so ein ganz kleines, zartes, grünes Pflänzchen, das noch nicht viel gewachsen ist. Ganz unscheinbar. Jetzt, wir kennen den Vers wahrscheinlich ganz gut, oder? Denn im nächsten Vers heißt es ja: „Auf ihn wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.“ Aber wir haben uns wahrscheinlich wenig Gedanken gemacht, warum eigentlich Jesus als ein Spross, ein Schössling aus einem Stamm.
[38:14] Was ist denn ein Stumpf? Stumpf ist Holz, genau. Was ist genau ein Stumpf? Wie sieht ein Stumpf aus? Ein gefällter Baum. Ja, ein gefällter Baum. Da heißt es: „Aus diesem Stumpf, aus den Wurzeln wird ein Schössling hervorbrechen.“ Jetzt die Frage: Warum? Schaut mal, man kann das eigentlich viel besser verstehen, wenn man den Kontext kennt. Schaut mal in Jesaja 10 und dort Vers 24 und 25 erstmal.
[38:36] Jesaja 10, Vers 24 und 25: „Deshalb spricht der Herr der Herrscharen: Du, mein Volk, das in Zion wohnt, fürchte dich nicht vor Assyrien, das dich mit der Rute schlägt und seinen Stock gegen dich erhebt, nach der Weise Ägyptens.“ Also es geht um Assyrien. „Denn nur noch eine ganz kleine Weile, so ist der Grimm vorüber, und mein Zorn wendet sich zu ihrer Vernichtung.“ Also Gott sagt, die Assyrer, die bedrängen dich, aber ich werde die Assyrer vernichten, ich werde sie besiegen.
[39:15] Jetzt schaut mal in Vers 33 und 34, mit welcher Symbolik die Vernichtung der Assyrer dargestellt wird. Vers 33: „Siehe, da haut der Herr der Herrscharen die Äste herunter mit furchtbarer Gewalt. Die Hochgewachsenen werden abgehauen und die Erhabenen erniedrigt. Er schlägt den dichten Wald mit dem Eisen nieder, und der Libanon fällt durch einen Mächtigen.“
[39:49] Also was für ein Bild ist das? Was für eine Symbolik? Wahrscheinlich meint es Krieg, aber was ist das Bild? Das Bild, was verwendet wird, ist Holzfällen. Also Gott sagt, so wie ein Holzfäller die großen Zedern, die großen Zedern vom Libanon, alle fällt, so werde ich die Assyrer umhauen, quasi. Die werden alle fallen, und zwar die großen, starken Bäume.
[40:22] Jetzt, wenn man einen Baum fällt, gerade die Zedern, das ist wohl so, sagen die Experten, wenn man eine Zeder fällt, da bleibt der Stumpf zu übrig, aber der Baum ist dann tot. Da wächst nichts mehr. Und er sagt jetzt also: „Ich werde die Assyrer, eure Feinde besiegen, ich werde wie ein Holzfäller die Stämme abhauen.“ Und dann im nächsten Vers, damals gab es noch keine Kapiteleinteilung, sagt er: „Und es wird ein Zweig hervorgehen aus dem Stumpf Isais.“ Wer war denn Isai? Das war Davids Vater. Also aus der Familie.
[40:45] Also er sagt, die Assyrer werden gefällt werden und auch die Familie Davids, das Königreich Davids ist auch nur noch ein Stumpf, das heißt, auch dieses ist gefällt worden. Aber während die Assyrer vernichtet werden, gibt es bei den Israeliten Hoffnung. Aus dem Stumpf, aus dem zerstörten, dem gedemütigten, dem fast verloren geglaubten Königreich Israel wird ein kleines Schössling hervorspringen, so eine kleine Pflanze, unscheinbar, dass kaum einer sie bemerkt. Aber auf dem wird der Geist ruhen, das wird der Messias sein.
[41:33] Diese Idee von dem Schössling ist ein Begriff, der im Alten Testament für den Messias verwendet wird, um auszudrücken, dass der Messias eigentlich sehr unscheinbar sein wird. Das ist also eine von den Prophezeiungen, die die Juden nicht gerne gelesen haben. Ich gebe noch ein paar Beispiele, wo dieses Wort Schössling verwendet wird. Im Hebräischen sind es verschiedene Worte, aber wird immer mit Schössling übersetzt.
[41:55] Schaut mal in Jesaja 53, ganz bekannte Stelle. Jesaja 53, Vers 2: „Da geht es natürlich um wen? Jesaja 53? Um Jesus.“ „Er wuchs auf vor ihm wie ein Schössling, wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht, wir sahen ihn, aber sein Anblick gefiel uns nicht.“ Das ist ja eine der Prophezeiungen, die so gar nicht reingepasst hat in das Messiasdenken der Juden, die immer nur von dem König gelesen haben, der Glanz und Glorie verbreitet. Nein, ein Schössling, so klein und unscheinbar aus der Wurzel Davids, aus der Wurzel Isais. Jesus sagte selbst später: „Ich bin die Wurzel Davids, der Spross Davids.“
[42:47] Und die Idee ist also, dass der König Israels ganz unscheinbar wachsen würde, und zwar interessanterweise in einem Gebiet, wo die Assyrer vorher so besonders gewütet hatten. Das war ja das Nordreich, das durch die Assyrer vernichtet worden ist. Und dort, wo die Assyrer so gewütet hatten, ausgerechnet dort lässt Gott den Schössling aus dem Stamm Juda, aus Davids Familie, aus Bethlehem, den lässt er jetzt in dem Gebiet, wo früher die Assyrer so gewütet haben, den lässt er jetzt ganz unscheinbar in einem völlig entlegenen Gebirgsdorf wachsen.
[43:36] Der Schössling wächst. Und das ist diese Idee von Nezer, von Nazareth. Das Wort Nazareth bedeutet kleines Schössling sozusagen, kleines Gewächs, kleiner Spross. Nazareth, er wird ein Nazarener genannt werden, ein kleiner Spross. Und noch ein Beispiel, wie die Propheten allesamt den Messias als Sprössling bezeichnet haben.
[44:01] In Jeremia 33, Vers 15 heißt es: „In jenen Tagen und zu jener Zeit will ich dem David einen Spross der Gerechtigkeit hervorsprießen lassen, und er wird Recht und Gerechtigkeit schaffen auf Erden.“ Also das ist etwas, das war ganz oft verwendet worden von den alttestamentlichen Propheten, diese Idee eines kleinen Sprösslings, das unscheinbar hervorwächst.
[44:41] Und genau ist das passiert im Leben von Jesus. Seine ganze Kindheit ist dermaßen unscheinbar gewesen, so unscheinbar, so abgeschieden inmitten der Natur, inmitten von ein paar hundert Bewohnern von Nazareth, so weit weg vom Trubel der Welt, dass selbst die Bibel nichts davon berichtet, so gut wie nichts. Da gab es einen Grund, damit wir uns die Bibel deutlich machen, dass es wichtig ist auch für die Kinder, dass sie erstmal weg vom Trubel der Welt sind, gerade in den ersten Jahren, dass sie in Ruhe und Frieden aufwachsen können.
[45:23] Jesus ist abgeschieden aufgewachsen, und wir können, Matthäus, haben wir das gelesen, wir können noch als Ergänzung in Lukas lesen. An der Stelle greift nämlich Lukas jetzt den Faden wieder auf, der hat ja einiges ausgelassen. Und Lukas sagt dann in Lukas 2, Vers 39: Lukas hat die ganze Geschichte mit den Weisen aus dem Morgenland, der Flucht nach Ägypten, alles ausgelassen, sondern er springt von der Tempelszene gleich jetzt zu da, wo wir jetzt sind und sagt in Lukas 2, Vers 39: „Nachdem sie alles vollbracht hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehrten sie zurück nach Galiläa in ihre Stadt, Nazareth.“
[46:06] Das heißt also nicht, dass sie direkt nach dem Tempel nach Nazareth gegangen sind, sondern es heißt nur, dass sie irgendwann später nach Nazareth gegangen sind. In der Zwischenzeit waren sie mal nach Bethlehem gegangen, dann nach Ägypten und jetzt kamen sie wieder zurück. Das seht ihr öfter in der Bibel, dass wenn man, man hat so eine Verse, da denkt man, wenn man das liest, das ist beides hintereinander geschehen, aber dann stellt man später fest, das war gar nicht so. Ein berühmtes Beispiel ist auch die Geschichte von Paulus, der sich bekehrt in Damaskus und dann steht in der Apostelgeschichte: „Danach ging er nach Jerusalem.“ Das liest man und denkt, er ist bestimmt von Damaskus nach Jerusalem gegangen, aber Galater sagt, er war vorher drei Jahre in Arabien. Also nur weil es steht: „Nachdem sie das getan haben, gingen sie nach Nazareth“, heißt es nicht, dass sie nicht vorher in Bethlehem gewesen sein können und in Ägypten.
[46:51] Aber jetzt sind sie in Nazareth, in dieser kleinen Stadt, die schon damals so verachtet war wegen ihrer Kleinheit, wegen ihrer Abgeschiedenheit, auch wegen ihrer Bosheit. Und in Vers 40 heißt es dann: „Das Kind aber wuchs und wurde stark im Geist, erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade war auf ihm.“ Und dann, genau an dieser Stelle verschwinden die biblischen Berichte. Für die nächsten mehr als zehn Jahre sagt die ganze Bibel gar nichts. Und dann, für einen ganz kurzen Moment, als Jesus zwölf Jahre alt ist, wenn wir das nächste Mal drüber sprechen, sagt der Lukas einen Bericht und dann verschwindet es wieder für noch mal ungefähr 18 Jahre.
[47:33] Der Sprössling, der Nazarener wuchs ganz unscheinbar. Der Ersehnte aller Völker, der Ersehnte aller Jahrhunderte und Jahrtausende, der wuchs ganz unscheinbar irgendwo in der Provinz auf, inmitten einer Gegend, die so völlig kulturell durcheinander gemixt war. Und doch hat er den Geist, die Weisheit und Gottes Gnaden Gaben alle gehabt. Er ist gewachsen. Aber es lohnt sich darüber nachzudenken, dass auch Jesus selbst dazugelernt hat. Er, der die Blumen geschaffen hat, der hat jetzt seine Mama gefragt, wie die einzelnen Blumen heißen. Er, der die Sprachen bei Babylon verwirrt hat, hat jetzt angefangen, Aramäisch zu lernen. Er musste alles lernen und ist gewachsen, unscheinbar. Und doch war in ihm schon alles, was der Plan der Lösung vorgesehen hatte.
[48:40] In der Zwischenzeit ist in der Weltgeschichte gar nicht viel passiert. Die Historiker sagen uns, dass es zu der Zeit einen allgemeinen Frieden gab in der ganzen Welt. Der Satan hat wirklich stillgehalten. Er wusste, der Friede für uns ist da. Und die Römer, die haben überall alles unter Kontrolle gehabt. Die Germanen, die waren immer ein bisschen, wie soll man sagen, die waren wild. Und just in der Zeit, als Jesus ein kleines Kind war, haben die Römer angefangen, erstmals die Elbe zu überschreiten, ins germanische Tiefland sich vorzuwagen. Und da sollte es dann bald schon Probleme geben.
[49:20] Im Jahre 6 nach Christus, also zehn Jahre nachdem das passiert ist, da war Jesus dann wahrscheinlich um die zehn, elf Jahre alt, ist der Archelaus nach Rom vor Gericht gesandt worden. Er hat sich so daneben benommen. Der Augustus hatte gesagt: „Wenn du gut regierst, wenn du dich benimmst, dann kannst du auch noch die Königskrone bekommen.“ Stattdessen ist er so sehr angeklagt worden, dass er vor Gericht gestellt worden ist und man hat ihm dann alles weggenommen. Man hat sein ganzes Vermögen eingezogen und man hat ihn nach Gallien, das heutige Südfrankreich, verbannt. Und da ist er dann gestorben, später dann, ein paar Jahre später. Und genau, das ist aus ihm geworden, nur noch so als Ergänzung.
[50:04] Nächstes Mal schauen wir uns dann an, was dann passiert ist, als Jesus zwölf Jahre alt geworden ist. Das kommt dann das nächste Mal. Und bis dahin können wir darüber nachdenken, dass selbst der König des Universums, nicht wahr, Tag für Tag dazugelernt hat. Unter ganz bescheidenen Umständen. Und trotzdem war es genau der Plan Gottes. Vielleicht sind wir nur in ganz bescheidenen Umständen, aber wenn wir Tag für Tag an Gottes Gnade dazulernen, dann ist das vielleicht ganz genau das, was Gott für uns geplant hat. Und noch gemeinsam beten und dazu niederknien, womöglich.
[50:43] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass wir deinem Wort lesen konnten, dass die Prophezeiungen sich so wunderbar erfüllt haben, Schritt für Schritt, dass du die Familie von Jesus so wunderbar geführt hast. An jeder Weggabelung, dass wir daraus lernen können, dass egal welche Schwierigkeiten wir in unserem Leben haben, womit wir auch konfrontiert sind, dass du eine Lösung hast und dass du alles weißt. Wir möchten unser Leben dir in die Hände geben. Ich bitte, dass du uns wachsen lässt in der Gnade, so wie du Jesus hast wachsen lassen. Und auch wenn wir vielleicht eine unscheinbare Pflanze sind, können wir doch ein Segen sein, so wie Jesus ein übergroßer Segen gewesen ist. Hat Dank für alles im Namen Jesu. Amen.