[0:00] Evangelium nach Matthäus. Hallo und herzlich willkommen bei der CSH. Wir haben nun wieder die Serie das Evangelium nach Matthäus und heute wird das Thema sein die letzten Tage Jesu. Ich möchte euch auch für heute einladen, dass ihr euch ein Bibelfers aussucht aus den Kapiteln, die wir lesen werden und es einfach dann auswendig lernt. Das wird euch helfen im Leben und euch dann dazu trösten, wenn ihr das braucht. Aber bevor wir anfangen, auch mit dem Studium, möchte ich euch einladen, dass wir gemeinsam beten. Herr, ich möchte dir danken für dein Wort. Ich möchte dir danken, dass du für uns niedergeschrieben hast, wie dein Leben hier auf der Erde verlaufen ist. Und ich möchte dich bitten, dass wir dein Leben studieren, damit wir immer verwandelt werden nach deinem Bild, Herr. Ich danke dir dafür. Amen.
[1:28] Ellen White schreibt in einem Zitat im Leben Jesu folgendes: Es würde für uns gut sein, täglich eine stille Stunde über das Leben Jesu nachzudenken. Wir sollten das ganze Leben Jesu auf Erden in allen Einzelheiten, besonders aber die letzten Tage an unserem inneren Auge vorüberziehen lassen. Wenn wir in dieser Weise bei dem Opfer verweilen, das er für uns gebracht hat, wird unser Vertrauen zu ihm wachsen, unsere Liebe zu ihm lebendiger werden und am Ende werden wir tiefer mit seinem guten Geist erfüllt sein. Ja, wir wollen heute eben dieses Thema studieren und ja, wenn auch du möchtest, dass dein Vertrauen zu Gott mehr wächst und die Liebe zu ihm und dass der Geist dich erfüllt, dann ist das Thema von heute genau richtig. Und besonders möchte ich dich einladen schon jetzt, dass du nicht aufhörst heute darüber nachzudenken über die letzten Tage Jesu, sondern so wie Ellen White das sagt oder das schreibt, dass wir jeden Tag darüber nachdenken.
[2:38] Über die letzten Tage Jesu denken nicht nur wir darüber nach, sondern auch die Filmindustrie. Mel Gibson zum Beispiel im Jahre 2004 hat den Film "The Passion" herausgebracht und hat sich über die letzten Tage vor der Kreuzigung Jesu fokussiert. Und es wird berichtet, dass viele, auch Schauspieler, darunter ein Pietro Sarupi, sich beim Filmdrehen auch bekehrt hat. Nun, was ist das, was Jesus' Leben so sehr fasziniert?
[3:24] Wir müssten gemeinsam die erste Geschichte uns anschauen, die in Matthäus Kapitel 26 steht. Matthäus Kapitel 26 und dort ab Vers 6 bis Vers 13. Als nun Jesus in Bethanien im Haus Simons des Aussätzigen war, da trat eine Frau zu ihm mit einer Alabasterflasche voll kostbaren Salböls und goss es auf sein Haupt, während er zu Tisch saß. Als das seine Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Wozu diese Verschwendung? Man hätte dieses Salöl doch teuer verkaufen und den Armen geben können. Als es aber Jesus bemerkte, sprach er zu ihnen: Warum bekümmert ihr diese Frau? Sie hat doch ein gutes Werk an mir getan, denn die Armen habt ihr alle Zeit bei euch, mich aber habt ihr nicht alle Zeit. Damit, dass sie dieses Salöl auf meinen Leib goss, hat sie mich zum Begräbnis bereitet. Wahrlich, ich sage euch, wo immer dieses Evangelium verkündigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch von dem sprechen, was diese getan hat zu ihrem Gedenken. Nun, wir sehen diese Frau, die im Hause Simons kommt, um Jesus zu sehen und um ihm zu dienen und ihm mit kostbarem Öl ja das Haupt zu salben. Jesus nimmt diesen Akt der Liebe sehr gerne an, doch die Jünger verstehen das nicht und kritisieren diese Frau. Wenn wir einen Paralleltext lesen im Johannes Kapitel 12, dann lesen wir, dass Judas vor allem derjenige war, der sie darüber kritisiert hat, denn er als Schatzmeister von den Jüngern wusste oder konnte schätzen, wie viel dieses Öl wert ist. Johannes schreibt, dass er sagte, dass dieses Öl um die 300 Denare wert ist oder wert war.
[5:31] Aber wer war diese Frau? Diese Frau finden wir auch in Johannes 12 den Namen. Es war Maria, Maria Magdalena oder auch die Schwester von Martha und Lazarus aus Bethanien. Und folgendes schreibt auch Ellen White zu ihr: Maria erkannte durch den Einfluss des Heiligen Geistes in Jesus den einen, der gekommen war, Menschen zu suchen und zu retten, die dem Verderben geweiht waren. Jeder einzelne von den Jüngern hätte zu einer ähnlichen Verehrung inspiriert sein sollen. Nun, Maria hatte kein leichtes Leben. Sie hatte sieben Dämonen, so beschreibt es die Bibel. Und Jesus hat sie davon befreit. Und sie war sehr dankbar. Und diese Dankbarkeit und diese Liebe zu Jesus hat sie dazu gebracht, ihn mit diesem Öl zu salben, diesem kostbaren Öl. Und Jesus sagt auch an einer anderen Stelle in Lukas 7 Vers 47, dass wer wenig vergeben wird, der liebt wenig. Und wer viel vergeben wird, der liebt viel. Im Umkehrschluss. Und das hat Maria erlebt. Nun sagt auch Ellen White, dass die gleiche Verehrung hätten auch die Jünger inspirieren sollen. Auf die gleiche Art.
[7:00] Wie gesagt, Judas kritisierte sehr die Frau, die dieses Öl verschwendet hat, nach seinem Auge. 300 Denare wären es wert. Aber wie viel sind eigentlich 300 Denare? In meiner Schlachterbibel steht, dass ein Denar entspricht einem Tageslohn oder entsprach einem Tageslohn. Und wenn wir es umrechnen, sind 300 Denare ungefähr ein ganzer Jahresverdienst.
[7:46] Interessanterweise steht die Geschichte von Maria hier mitten in einem anderen Geschehen. Vorher lesen wir, dass die Schriftgelehrten mit den Priestern einfach zusammensitzen und darüber reden, wie sie denn Jesus umbringen können. Und gleich ein paar Verse danach, in Vers 14 bis Vers 16, lesen wir, wie Judas Jesus verrät. Wir möchten diese Verse lesen im Kapitel 26, ab Vers 14 bis Vers 16. Da ging einer der zwölf namens Judas Iskariot hin zu den obersten Priestern und sprach: Was wollt ihr mir geben, wenn ich ihn euch verrate? Und sie setzten ihm 30 Silberlinge fest. Und von da an suchte er eine gute Gelegenheit, ihn zu verraten.
[8:43] Wie viel war dem Judas Jesus wert? 30 Silberlinge? 30 Silberlinge entsprach damals auch nur einen Monatslohn. Das entsprach auch einem Preis für einen Sklaven. Wir haben diese zwei Jünger. Der erste Jünger, der Judas, er lebte dreieinhalb Jahre gemeinsam mit Jesus, mit den anderen Jüngern und hörte von seinen Lehren, hat erlebt, wie er Wunder getan hat. Und er ist diesem Rabbi gefolgt, überall wo er hingeht. Und dennoch, nach diesen dreieinhalb Jahren, war dem Judas Jesus nicht mehr wert als 30 Silberlinge, beziehungsweise er hat ihn für 30 Silberlinge verkauft.
[9:43] Maria dagegen, sie hatte erkannt, dass sie Sünderin war und sie hatte aber auch erkannt, dass es nur eine Person gibt, die ihr helfen konnte, um ein besseres Leben zu haben und ein ewiges Leben zu haben. Und das war Jesus. Und Jesus war für sie alles wert. Und das Salöl, das kostbare Salöl, was ein Jahresverdienst wert war, war ihr nicht so schade.
[10:22] Wenn wir weiterlesen, lesen wir, dass dieses Geschehen und die letzten Tage Jesu und auch sein Kreuz, alles alles fand statt im Zeitraum des Passafestes. Warum ist es so wichtig, dass es in diesem Passafest alles stattfand? Nun, das Passa war ein Fest zur Erinnerung für die Befreiung aus Ägypten. Das Volk Israel wurde befreit und mussten damals und auch dann zur Erinnerung einen Lamm schlachten. Dieser Lamm repräsentiert im Neuen Testament Jesus selbst, der für die ganze Welt gestorben ist, um für die Befreiung der Sünde.
[11:14] Nun ist interessant, und das möchte ich euch empfehlen, auch Daniel 9 zu studieren, selbst für euch zu Hause. Denn in Daniel 9 sehen wir die jahresgenaue Angabe oder Prophezeiung über Jesu Tod. Aber wenn wir in 3. Mose lesen, 3. Mose und dort Kapitel 23, 3. Mose, Kapitel 23, ab Vers 4, lesen wir über das Passa wie folgt: Das sind aber die Feste des Herrn, die heiligen Versammlungen, die ihr zu festgesetzten Zeiten einberufen sollt. Im ersten Monat, am 14. Tag des Monats zur Abendzeit, ist das Passa des Herrn. Und am 15. Tag des selben Monats ist das Fest der ungesäuerten Brote für den Herrn. Das sollt ihr sieben Tage lang ungesäuertes Brot essen. Am ersten Tag sollt ihr eine heilige Versammlung halten, da sollt ihr keine Werkarbeit verrichten. Und ihr sollt dem Herrn sieben Tage lang ein Feueropfer darbringen. Am siebten Tag ist eine heilige Versammlung, da sollt ihr keine Werkstagsarbeit verrichten.
[12:39] Nun im Vers 5 versteckt sich in diesem Vers auch eine kleine Prophezeiung über die nicht nur jahresgenaue Angabe oder Prophezeiung über Jesu Tod, so wie wir das in Daniel 9 finden, sondern auch eine monatsgenaue, taggenaue und sogar stundengenaue Prophezeiung. Wenn wir den Vers 5 in der Elberfelder Bibel lesen, steht es wie folgt: Im ersten Monat, am 14. des Monats zwischen den zwei Abenden ist Passa dem Herrn. Nun war es damals so bei den Juden, dass sie in ihrer Aufteilung des Tages zwei Abenden hatten. Der erste Abend, für uns ziemlich ungewöhnlich, fing ab 12 Uhr an, und zwar ab dem Sonnenniedergang. Und der zweite Abend begann ab Sonnenuntergang. Das heißt, ungefähr ab 18 Uhr könnten wir uns das so vorstellen. Nun sagt dieser Vers zwischen den zwei Abenden, das heißt, dass Passa musste zwischen 12 und 18 Uhr, zwischen Sonnenniedergang und Sonnenuntergang, geschlachtet werden.
[14:05] Was steht in Lukas 23? Lukas 23 und dort Vers 44 lesen wir: Es war aber um die sechste Stunde, und eine Finsternis kam über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und die Sonne wurde verfinstert, und der Vorhang im Tempel riss mitten in zwei. Und Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist. Und als er das gesagt hatte, verschied er. Lukas beschreibt, dass Jesus um die neunte Stunde starb. Nun, was ist die neunte Stunde für die Juden damals gewesen? Die Aufteilung des Tages geschah ab Sonnenaufgang, und ab dort zählte man zwölf Stunden bis zum Sonnenuntergang. Die neunte Stunde war somit etwa 15 Uhr. Das entspricht genau dem, was im Tritthormon seit 23 steht.
[15:16] Und warum ist es so interessant für uns, dieses Detail zu kennen? Als Jesus auf diese Erde kam, war es nicht Judas, der ihn zum Kreuz gebracht hat, auch nicht die Römer und auch nicht die Juden selbst, sondern Jesus selbst sagte, dass er sein Leben geben würde für die Menschen. Ellen White beschreibt es auch so: Er setzte sich vor dem Vater für die Sünde ein. Lange verweilten beide in geheimnisvolle Unterredung und hielten den Rat des Friedens für die gefallenen Menschenkinder. Der Herr des Himmels erwartete das Ergebnis mit so lebhafter Anteilnahme, dass Worte sie nicht ausdrücken vermögen. Der Erlösungsplan war zwar schon vor der Erschaffung der Erde gelegt worden, denn Christus ist das Lamm, das erwürdigt ist vom Anfang der Welt. Doch bedeutet es selbst für den König des Weltalls einen Kampf, seinen Sohn für das schuldig gewordene Geschlecht in den Tod zu geben. Welch ein Geheimnis ist die Erlösung? Gott liebt eine Welt, die ihn nicht liebte. Wer kann die Tiefen dieser Liebe ermessen, die alle Erkenntnis übertrifft?
[16:42] Dieser Erlösungsplan, die Menschen zu retten durch Jesu Tod, war ein Plan, was schon vor der Erschaffung der Erde bekannt war oder geplant wurde. Und Jesus musste sich dazu entscheiden, auf dieser Erde zu kommen, um als Mensch zu leben und zu sterben. Aber auch Gott Vater musste bereitwillig sein, seinen Sohn zu geben für die Welt. Und das haben beide gemeinsam auch mit dem Heiligen Geist durchgeführt, aus Liebe zu den Menschen.
[17:25] Wenn Jesus sein Leben freiwillig für uns gegeben hat, wo wir doch, wie die Bibel sagt, er uns geliebt hat schon, ja erstens vor der Erschaffung der Welt, aber auch als wir seine Feinde waren. Dies viel möchten wir auch unser Leben freiwillig Jesus übergeben, nachdem das alles bekannt ist.
[17:57] Aber vor Jesu Kreuz war das ja nicht alles. Wir möchten eine weitere Geschichte lesen und zwar Jesus in Gethsemane, in Matthäus Kapitel 26 und ab Vers 36 bis Vers 46 lesen wir folgendes.
[18:23] Da kommt Jesus mit ihnen zu einem Grundstück, das Gethsemane genannt wird, und er spricht zu den Jüngern: Setzt euch hierhin, während ich weggehe und dort bete. Und er nahm Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus mit sich und er fing an, betrübt zu werden und ihm graute sehr. Da spricht er zu ihnen: Meine Seele ist tief betrübt bis zum Tod, bleibt hier und wacht mit mir. Und er ging ein wenig weiter, warf sich auf sein Gesicht, betete und sprach: Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber, doch nicht wie ich will, sondern wie du willst. Und er kommt zu den Jüngern und findet sie schlafen und spricht zu Petrus: Könnt ihr also nicht eine Stunde mit mir wachen? Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Wiederum ging er zum zweiten Mal hin, betete und sprach: Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht an mir vorüber gehen kann, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille. Und er kommt und findet sie wieder schlafend, denn die Augen waren ihnen schwer geworden. Und er ließ sie, ging wieder hin, betete zum dritten Mal und sprach dieselben Worte. Dann kommt er zu seinen Jüngern und spricht zu ihnen: Schlaft ihr noch immer und ruht? Siehe, die Stunde ist nahe und der Sohn des Menschen wird in die Hände der Sünder ausgeliefert. Steht auf, lasst uns gehen, siehe, der mich verrät, ist nahe.
[19:49] So wie Ellen White sagt, möchten wir auch diese Geschichte einfach an unserem inneren Auge vorüberziehen lassen. Das heißt, einfach uns vorstellen, wie es denn Jesus ergangen ist in diesem Moment. Denn Jesus ist nicht nur einfach am Kreuz gestorben, sondern er hatte ein gewisses Leid zu tragen, schon im Voraus. Die Verse beschreiben uns, dass Jesus mit Traurigkeit und Angst war und sein erster Gedanke war eigentlich an die Jünger. Er rät ihnen zu beten und wachsam zu sein, denn er wusste, dass bald auch für sie eine große Versuchung kommen würde und dass diese Versuchung nicht leicht war. Und weiter war, was ihn sehr schwer getan hat, dass das Ganze, die ganze Situation war, dass er immer wieder dann nach dem Gebet zu den Jüngern gegangen ist und sie schlafend gesehen hat. Das muss für ihn bestimmt kein Trost gewesen sein, sondern umso mehr da, wo er eben seinen Trost suchte, hat er ihn nicht gefunden. Er dachte, die Jünger würden mit ihm beten. Er dachte, die Jünger würden für ihn beten und für sich selbst. Er weiß, dass ein Jünger, der Judas, ihn verraten hat und er wusste, dass auch Petrus ihn bald verraten würde und dass alle anderen Jünger ihn verlassen würden. Es war für ihn keine leichte Situation in diesem Moment.
[21:50] Ellen White beschreibt das im Leben Jesu so und ich rate euch auch in diesem Studium einfach diese Kapitel von dem Leben Jesu im Gethsemane durchzulesen. Er ging einige Schritte abseits, gerade so weit, dass sie ihn noch sehen und hören konnten und fiel auf die Erde nieder. Die Sünde trennte ihn von seinem Vater, das fühlte er. Der Abgrund war so breit, so dunkel und so tief, dass sein Gast davor zurückschauderte. Er durfte seine göttliche Macht nicht benutzen, um diesen Kampf zu entrinnen. Als Mensch musste er die Folgen der Sünde der Menschheit erleiden. Als Mensch musste er den Sohn Gottes über die Übertretungen ertragen. Und weiterhin schreibt sie: Als Vertreter und Bürger der sündigen Menschen litt Christus unter der göttlichen Gerechtigkeit, deren ganzen Umfang er nun erkannte. Bisher war er ein Fürsprecher für andere gewesen. Jetzt sehnte er sich danach, selbst einen Fürsprecher zu haben.
[23:00] Jesus lebt in diesem Moment etwas, was er vielleicht, was er nicht bis zu diesem Moment erlebt hat. Die Sünde trennte ihn von dem Vater und diese Trennung war sehr, ja, das hat ihm am meisten traurig gemacht. Und er suchte den Vater im Gebet und er bat, dass dieser Kelch vorüber ging. Aber dennoch, er wusste, was seine Mission war und er liebte seine Jünger so sehr. Er wusste, er ist die Einzige. Nur durch ihn konnten die Jünger auch ein ewiges Leben haben, ein erfülltes Leben haben.
[23:42] Im Hebräer 4, Hebräer Kapitel 4 Vers 15 steht: Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist, in ähnlicher Weise als wir, doch ohne Sünde. In dieser Situation hat Jesus viele Versuchungen gehabt und alle diese Versuchungen entsprechen mindestens das, womit wir versucht werden. Meine Meinung ist, dass er viel mehr versucht worden ist, wie wir, weil wie auch Ellen White beschrieben hat, er durfte seine göttliche Macht nicht anwenden, seine göttliche Kräfte nicht anwenden. Er war ein Mensch, wie wir und als Mensch hat er diese Versuchungen durchlebt, aber auch gesiegt. Und das ist, das kann für uns ein Trost sein, dass wenn wir zu Jesus kommen mit unseren Sorgen, Problemen, Versuchungen, wir wissen können, dass wir nicht einen Gott haben, der weit weg von uns ist, sondern der genau diese Versuchungen auch kennt und uns dabei helfen kann und sogar versteht.
[25:03] Jesus ist alles durchgegangen, was wir im Leben durchgehen können und auch darüber hinaus. Und wieso war es aber für die Jünger so schwer, das zu tun, was Jesus ihnen geraten hat, zu beten und zu wachen? Warum war es für sie so schwer? Warum ist es für uns so schwer, im Gebet zu ringen, damit wir die Versuchungen, die wir im Leben haben, einfach überstehen können?
[25:36] Jesus hatte es nicht so leicht mit der Entscheidung, dass er für die Menschheit sterben sollte. Aber er hat trotzdem auch diese Entscheidung getroffen, sogar als er wusste, dass seine besten Freunde, seine Jünger nicht, dass sie ihn verraten hätten.
[26:08] Wir möchten ein Stück weiterlesen, und zwar ab Vers 47 bis Vers 50. Vers 47, da steht: Und während er noch redete, siehe, da kam Judas, einer der zwölf, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Stöcken, gesandt von den obersten Priestern und Ältesten des Volkes. Der ihn aber verriet, hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Der, den ich küssen werde, der ist's, den ergreift. Und sogleich trat er zu Jesus und sprach: Sei gegrüßt, Rabbi! und küsst ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Freund, wozu bist du hier? Da traten sie hinzu, legten Hand an Jesus und nahmen ihn fest.
[26:53] Wir haben schon vorhin erwähnt, dass Judas den Meister mit 30 Silberlingen verraten hat. Wir wissen, dass Judas geldgierig war. Er selbst, haben wir auch vorhin gesagt, hatte die Aufgabe des Schatzmeisters und eben die Kasse zu verwalten für die Jünger. Und er selbst war derjenige, der gesagt hat, dass es Geldverschwendung war, dieses kostbare Öl Jesus damit zu salben. Doch was wurde eigentlich aus diesen 30 Silberlingen? Diese 30 Silberlinge waren nichts. Er musste sie oder hatte sie dann zurückgegeben. Und was wurde eigentlich aus dieser Macht, die Judas in diesem Moment hatte, als er den Meister den Händen seiner Feinde ausgeliefert hatte? Auch aus dieser Macht wurde nichts.
[28:00] Wir wissen, dass Judas nicht der Einzige war, der Jesus verraten hat. Kurze Zeit später sehen wir, wie Petrus ihn verraten hat. Aber was gibt es da für einen Unterschied zwischen Judas und Petrus? Nun, aus dem Schluss dieser Geschichten erkennen wir, dass Judas keine richtige Reue empfunden hat, aber Petrus doch. Petrus weinte über seine Schuld.
[28:28] Ein weiterer Unterschied ist, dass Judas sich wohl überlegt hatte, wie er denn seinen Meister verraten müsse. Aber Petrus, er war einfach unvorbereitet auf diese Versuchung, obwohl Jesus ihm mit voller Liebe gezeigt hat und geraten hat zu beten, gerade für die Versuchungen, die jetzt auf ihn zugekommen wären.
[28:56] Nun lesen wir auch in Vers 75, was Petrus da empfand. Vers 75. Und Petrus erinnerte sich an das Wort Jesu, der zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.
[29:24] Ich möchte euch noch ein letztes Zitat von Ellen White vorlesen, auch aus dem Leben Jesu. Da steht: Indem Petrus schlief, obwohl Jesus geboten hatte, zu wachen und zu beten, geriet er auf den Weg der Sünde. Alle Jünger erlitten einen schweren Verlust, weil sie in dieser kritischen Stunde schliefen. Christus kannte die Feuerprobe, durch die sie gehen mussten. Er wusste, wie Satan wirken würde, um ihre Sinne zu lähmen, damit sie der großen Prüfung unvorbereitet gegenüber stünden. Aus diesem Grund hatte er sie gewarnt. Hätten sie diese Stunden im Garten gesessen und gewacht und gebetet, dann würde sich Petrus nicht auf seine eigene schwache Kraft verlassen haben. Er hätte seinen Herrn nicht verleugnet. Hätten die Jünger mit Christus während seines Ringens im Garten gewacht, wären sie vorbereitet gewesen, Zeugen seines Leidens am Kreuz auf Golgatha zu sein. Sie hätten das Ausmaß seiner unaussprechlichen Qual annähernd verstanden. Sie wären auch fähig gewesen, sich der Worte zu erinnern, mit denen er seine Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung vorhergesagt hatten. In Mitte der Düsternis dieser schwersten Stunde hätte mancher Hoffnungsstrahl die Finsternis erhellt und ihren Glauben gestärkt.
[30:50] Nun, aus dieser Lektion haben wir gesehen, dass es hier um ganz viele Entscheidungen geht. Jesus musste sich entscheiden: Gebe ich mein Leben für diese Menschheit oder gebe ich sie nicht? Gehe ich durch das ganze Leid oder gehe ich sie nicht? Judas, Petrus, Maria Magdalena, diese drei hatten auch die Entscheidung. Maria hat sich dafür entschieden, ihren Herrn zu ehren und anzubeten, aus Liebe und aus Dankbarkeit.
[31:33] Judas hatte sich entschieden dafür, Jesus zu verraten, obwohl er dreieinhalb Jahre mit ihm zusammen war und aus seinen Worten gehört hat. Und Petrus, er verriet auch Jesus, aber er weinte bitterlich darüber. Er wollte nicht und er hat Reue empfunden und hat um Vergebung gebeten.
[32:01] Was ist mit mir? Wie möchte ich mich entscheiden? Wie viel wert ist mir eigentlich Jesus? 30 Silberlinge oder 300 Denare? Mein ganzes Leben oder nur ein Teil davon? Gott möge uns begleiten und helfen bei der Entscheidung, die wir treffen werden. Und ich möchte euch bitten, dass ihr mit mir gemeinsam betet.
[32:35] Herr, ich möchte dir danken, dass du dich für uns entschieden hast, dass du dich entschieden hast, das Leben zu lassen, um uns Leben zu schenken. Ich möchte dich bitten, Herr, mach, dass wir diesen Liebensakt wertschätzen, so dass wir uns zurücklieben, indem wir unser ganzes Leben einfach dir übergeben, Herr. Helfe du uns in unserem alltäglichen Leben, alle Versuchungen zu überstehen, Herr, und von dir zu lernen. Und herzlichen Dank dafür, dass du uns mit deinem Wort einfach, ja, warnst und Ratschläge gibst, aber auch Verheißungen schenkst, Herr. Und danke, Herr, dass du den Heiligen Geist uns bereitstellst als Tröster und als Kraft, Herr, für uns. Amen. Nun möchte ich euch einladen, auch nächstes Mal zuzuschalten, wenn wir das letzte Thema haben dieser Folge, und zwar gekreuzigt und auferstanden. Gott mit euch.