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In dieser Predigt wird das Thema „süß wie Honig“ anhand von biblischen Texten und historischen Beispielen aus der Adventbewegung beleuchtet. Der Sprecher Markus Witte vergleicht die Vorfreude auf Süßes mit der geistlichen Erwartung und betont die Bedeutung von Liebe und Charakterstärke, wie sie im Leben von Charles Fitch und in der Bewegung des siebten Monats 1844 sichtbar wurden. Es wird dazu aufgerufen, die eigene Herzenshaltung zu prüfen und die Liebe Christi im täglichen Leben zu praktizieren.


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Serie: J.O.S.U.A. BW-Camp Meeting 2016: Offenbarung 10

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Transkript

[1:00] Rüsttag. Wenn wir an Rüsten denken, dann denken wir an etwas Friedliches im Gegensatz zu den meisten anderen Menschen auf der Welt. Wir wollen uns zurüsten auf den Sabbat, der heute Abend vor der Tür steht. Ich hoffe, ihr habt gut gefrühstückt. Ich habe etwas aus dem Frühstücksraum mitgehen lassen. Ich hoffe, Dieter und Iliana verzeihen mir das. Das ist ein kleiner Löffel. Ich hoffe, es hat euch gut geschmeckt, das Frühstück. Es gab auch Süßes zum Frühstück heute. Unser Thema ist heute süß wie Honig.

[1:49] Ich erinnere mich bei dem kleinen Löffel immer an meinen Großvater. Meine Oma war damals schon gestorben. Mein Großvater wohnte im ersten Stock bei uns im Hause. Er kam immer zum Mittagessen nach unten zu uns in die Familie. Er saß dort immer am Vorsitz, sozusagen wie ein Präsident am Tisch, ein Patriarch. Wenn er einen kleinen Löffel auf dem Tisch sah, dann leuchteten seine Augen. Er wusste nämlich, es gibt ein Dessert, etwas Süßes, so süß wie Honig. Allein diese Vorfreude löste in ihm schon Glücksgefühle aus, weil er wusste, gleich kommt eine süße Nachspeise, die dann ja auch bei uns wirklich biochemisch Glückshormone ausschütten kann.

[2:50] Ihr Lieben, es geht um etwas Süßes heute, so süß wie Honig. Und wir wollen uns darauf genauso freuen wie mein Opa auf das Dessert. Und ich lade euch ein, niederzuknien, dass wir den Segen Gottes dazu erbitten. Unser Vater im Himmel, im Namen Jesu kommen wir zu dir und wir bitten dich im Vertrauen auf dein Wort um den Heiligen Geist. Du hast ihn uns verheißen, dass du ihn uns lieber gibst, als wir unseren Kindern gute Gaben. Und deswegen wollen wir dir danken, weil dein Wort tut, was es sagt, dass dein Heiliger Geist jetzt mitten unter uns ist. Berühre du uns, lass du deine Worte durch mich sprechen, Herr, und dass wir hören und tun, damit du verherrlicht wirst. Das ist unser Wunsch. In deinem teuren Namen, Herr Jesus. Amen.

[4:09] Unser Text heute ist in Offenbarung 10. Und den Vers können wir uns gut merken, weil es ist Offenbarung 10, Vers 10. Ich lade euch ein, aufzuschlagen, Offenbarung 10, Vers 10. Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Engels und aß es auf. Und es war in meinem Mund süß wie Honig.

[4:38] Süß wie Honig, das war die Botschaft, die die Milleriten, unsere Pioniere in der Adventbewegung angetrieben haben. Es war quasi die Energie. Honig ist auch ein Energielieferant. Etwas Süßes hat sie angetrieben, nämlich die Hoffnung, dass ihr Geliebter, Herr Jesus, bald kommt. Und wir haben eben gehört, dass etwas Süßes uns auch glücklich machen kann, so sehr, dass es sogar für manche Leute zu einem Problem wird, weil sie immer mehr von dem schönen Süßen haben wollen.

[5:21] Ich möchte euch fragen, welches Jahr war das glücklichste in eurem Leben? Vielleicht war es das Jahr, in dem ihr geheiratet habt, wobei ich für jedes Ehepaar wünsche, dass sie jetzt noch glücklicher sind als zur Zeit ihrer Eheschließung. War es vielleicht ein schönes Jahr mit einem Traumurlaub oder die Geburt eurer Kinder? Was war das glücklichste Jahr eures Lebens?

[5:51] Wisst ihr, welches das glücklichste Jahr im Leben von Ellen White war? Sie schreibt in Leben und Wirken auf Seite 51 über das Jahr 1844. Dieses Jahr war das glücklichste meines Lebens. Mein Herz war voll froher Erwartung, aber ich war von Mitleid und Sorge erfüllt für diejenigen, die entmutigt waren und keine Hoffnung in Jesus besaßen. Wir vereinten uns als ein Volk zu ernstem Gebet. Ernstes Gebet und das glücklichste Jahr ihres Lebens.

[6:38] Was war vorausgegangen? Gerade zum Ende hin, in den Herbst, wurden die Adventisten, die dort auf die Wiederkunft gewartet haben, immer glücklicher. Wir wissen, dass im August vom 12. bis 17. August in Exeter dieses Campmeeting war, wo alle schon etwas müde geworden waren, weil sie dachten, wann kommt denn der Herr? Und wo Samuel Snow angeritten kam und er setzte sich dann vorne neben eine Schwester und er erzählte dieser Schwester, dass er neues Licht hat. Er wollte sich aber nicht aufdrängen und dem Bruder, der vorne sprach und erklärte, dass die Zeit eben sich verzögert und wir in der Geduld geprüft werden. Und er erzählte dann dieser Schwester, was er herausgefunden hat. Der zehnte Tag des siebten Monats.

[7:26] Und irgendwann stand diese Schwester auf, hatte die Courage und sagte, lieber Bruder, also der Bruder, der vorne stand und predigte, hier haben wir einen Bruder, der hat neues Licht, lasst ihn reden. So was würden wir heute nicht mehr tun. Vielleicht sollten wir das manchmal wieder tun, in aller Liebe und allem Respekt, wenn jemand in der gegenwärtigen Wahrheit neues Licht hat. Ja, die Bewegung des siebten Monats wurde daraus und in dieser Bewegung des siebten Monats von August bis Oktober manifestierte sich die besondere Kraft und der besondere Segen Gottes.

[8:06] Ellen White schreibt dazu, ein jeder Augenblick schien von äußerster Wichtigkeit zu sein. Ich fühlte, dass das, was wir taten, für die Ewigkeit getan sei. Dann sagt sie weiter in Leben und Wirken, mein Glaube war ungetrübt und ich eignete mir die köstlichsten Verheißungen Jesu an. Er hatte zu seinen Jüngern gesagt, bittet, so werdet ihr nehmen. Und ich glaubte fest, dass alles, was ich in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes erbat, mir sicherlich gegeben würde. Ich sank in Demut zu den Füßen Jesu nieder, mit einem Herzen, das sich in Harmonie mit seinem Willen befand.

[8:49] Also Ellen White gibt so einen Einblick, was in ihrem Herzen, in diesen Monaten der Bewegung des siebten Monats, was in ihrem Herzen vor sich ging. Und sie beschreibt dann in einem weiteren Zusammenhang dieser Texte, dass sie oft Besuche gemacht hat bei anderen Leuten, Familien besucht hat, mit diesen Menschen gebetet hat, um sie im Glauben zu stärken. Und es war auch die Zeit, wo sie alle gegenseitig die Herzen erforscht haben und wo sie mehr und mehr füreinander gebetet haben, wo sie weniger an sich gedacht haben, sondern immer mehr für die anderen und ihre Nöte.

[9:30] Und ich möchte ein Beispiel, ein biografisches Beispiel aus dieser Zeit herausgreifen. Ein Bruder, ein Prediger der Miller-Bewegung, wir haben über ihn schon gestern und vorgestern etwas gehört und ich möchte Charles Fitch nicht herausgreifen, weil er diese schöne prophetische Karte gemalt hat, sondern ich glaube, dass Charles Fitch für etwas ganz anderes in unserer Adventgeschichte steht. In The Prophetic Faith of Our Fathers schreibt Froome, dass Charles Fitch der beliebteste aller Prediger in der Miller-Bewegung war.

[10:12] Es geht nicht darum, dass ein Prediger, ein Evangelist oder ein anderer der beliebteste ist, aber lasst uns mal gemeinsam nachspüren, warum war denn dieser Charles Fitch so beliebt? Das heißt, er war mutig, hoffnungsvoll, hilfsbereit und ich glaube, das ist das Wichtigste, er verkörperte die Liebe Gottes in Wort und Tat.

[10:46] Charles Fitch hatte mehrere Söhne und im Jahr 1843, am 5. Dezember, starb einer seiner Söhne, noch keine sechs Jahre alt und er beschreibt das in einem Brief später, wie sein Sohn gestorben ist und dieser Sohn sagte, wenn der Heiland mich gesund machen will, dann werde ich gesund, wenn er mich aber einschlafen lassen will, dann werde ich einschlafen und er sagte das mit einem Frieden und einer Freude und Ruhe auf dem Gesicht, dass es seinem Vater Charles wirklich die Tränen ins Gesicht schossen und er konnte nicht anders, weil er diesen Glauben, diese Hoffnung, dieses Ruhen in Jesus Christus in diesem knapp sechsjährigen Kind gesehen hat.

[11:38] Bald darauf starb Charles Fitch im nächsten Jahr selbst, er war derjenige, der ab 1842 zuerst die zweite Engelsbotschaft verkündete, noch viel früher als alle anderen, er hatte die zweite Engelsbotschaft schon erkannt und bei seiner Beerdigung sagte die Mutter ihren verbliebenen zwei Söhnen, sie sollten nicht weinen, sie sehen ihren Vater in ein paar Tagen wieder, wenn der Herr Jesus kommt. Ist das nicht schön?

[12:14] Wofür war Charles Fitch bekannt? Warum ist er überhaupt so früh gestorben? Warum hat ihn der Herr zur Ruhe gelegt? Im Oktober 1844 war Charles Fitch in Buffalo, Upstate New York, ziemlich weit oben am Eriesee und er taufte dort eine Gruppe von Gläubigen, die die Adventbotschaft angenommen hatten. Und es war nicht so wie bei uns heute in einem schön gebauten Gemeindehaus, dass dann sofort ein lieber Bruder kommt und ein Handtuch um den Prediger wickelt, damit er nicht kalt wird und er kann sich sofort hinten umziehen, nein, die Gläubigen gingen aus dem eisigen Herbstwasser des Eriesees wieder heraus und Charles Fitch schwang sich auf sein Pferd und ritt wieder zurück in die Stadt und es kam ihm eine neue Gruppe von Gläubigen entgegen, die gebetet haben, lieber Bruder Fitch, bitte, wir möchten getauft werden und nass und unterkühlt, wie er war, drehte er wieder um, zurück ans Ufer des Sees und er taufte die zweite Gruppe.

[13:24] Als das vorüber war, ritt er wieder in die Stadt und es kam ihm eine dritte Gruppe entgegen. Geschwister, ihr hättet vielleicht gesagt oder ich, es gibt Gesundheitsgrundsätze, liebe Brüder und Schwestern, ich habe die Gesundheitsreform in mir aufgenommen, ich muss mich jetzt erstmal warm machen und in drei Stunden können wir uns am See treffen. Bruder Fitch kehrte ein nächstes Mal um und taufte all diese Gläubigen und stark unterkühlt kam er dann spät nachts abends in seiner Unterkunft ein.

[14:14] Am nächsten Morgen ritt er viele Meilen in eine nächste Stadt, weil er dort zu einer Verkündigung eingeteilt war und das war so schwer für seinen Körper, dass er an den Folgen dieser Entzündung der Atemwege später verstarb. Er starb am 14. Oktober 1844, wenige Tage bevor Jesus hätte kommen sollen.

[14:44] Ellen White sah Charles Fitch im Himmel. Im Buch Heaven, Seite 82, sagt sie, dass sie unter dem Baum des Lebens waren und sie sahen Bruder Fitch kommen mit Bruder Stockman und Bruder Fitch fragte, was habt ihr alles erlebt, während ich schlief? Und so haben wir ein Zeugnis mit prophetischer Autorität, dass Bruder Fitch garantiert im Himmel sein wird.

[15:14] Was hat Bruder Fitch in den Jahren, bevor er eingeschlafen ist, in dieser Zeit, dieser Bewegung des siebten Monats, was hat ihn umgetrieben? Bruder Fitch hatte nur ein Kernanliegen, wie werde ich meinem Heiland ähnlicher? Und das ist das, wofür wir ihn in Erinnerung haben sollten, nicht für irgendwelche Zahlen, sondern für den Charakter Christi. Er rang darum, er schrieb Briefe, 1840, das ist die Zeit, aus der ich jetzt zitiere, er rang darum, wie kann ich Christus so lieben, wie er mich geliebt hat? Wie kann ich, wie es in Epheser 1, Vers 4 heißt, so heilig und schadlos vor Gott sein in Liebe? Das war das größte Anliegen von Charles Fitch.

[16:11] Und Fitch rang darum, Wochen, Monate und ihm wurde in dem Zusammenhang eine Verheißung auf 5. Mose sehr wertvoll. Ich lade euch ein, diese Verheißung gemeinsam zu lesen. 5. Mose, Kapitel 30. 5. Mose 30, Vers 6. Diese Verheißung hat Charles Fitch immer wieder im Glauben Gott vorgelegt und er hat geglaubt, wenn Gott es sagt, dann geschieht es. Da heißt es, 5. Mose 30, Vers 6, Und der Herr, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden, dass du den Herrn, deinen Gott liebst, von ganzem Herzen und von ganzer Seele, damit du lebst.

[17:03] Das ist ein Wort aus dem Bund von Moab, der Bund, den Gott geschlossen hat mit dem Volk Israel, bevor die Generation ins gelobte Land, ins Land Kanaan ging. Geschwister, das ist auch der Bund, den Gott mit dir und mir heute schließen möchte. Wir möchten ins himmlische Kanaan gehen und wir möchten unsere Herzen beschneiden lassen, damit wir Gott von ganzem Herzen lieben können. Und Charles Fitch kniete nieder und bat Gott inniglich darum, Herr, lass mich diese Erfahrung erhalten.

[17:40] Ich möchte mit euch einen Text, der Charles Fitch sehr wichtig geworden ist, aus Epheser lesen. Epheser, Kapitel 3, und da heißt es ab Vers 16 bis 19, Paulus schreibt hier an uns, Epheser 3, die Verse 16 bis 19, dass er euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit gebe, durch seinen Geist mit Kraft gestärkt zu werden an dem inneren Menschen, dass der Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne, damit ihr in Liebe gewurzelt und gegründet dazu fähig seid, mit allen Heiligen zu begreifen, was die Breite, die Länge, die Tiefe und die Höhe und die Liebe des Christus zu erkennen, die doch alle Erkenntnis übersteigt, damit ihr erfüllt werdet bis zur ganzen Fülle Gottes.

[18:34] Das ist süß wie Honig, das hat Charles Fitch angetrieben und diese Bewegung, diese Bewegung des siebten Monats, darüber schreibt Ellen White im großen Kampf auf Seite 404, von den großen religiösen Bewegungen seit den Tagen der Apostel, war keine freier von menschlichen Unvollkommenheiten und Tücken Satans als jene im Herbst 1844.

[19:08] Geschwister, das ist der Grund, warum wir uns mit dieser Zeit beschäftigen. Nicht um zurückzugehen und die Glaubenslehren der Milleriten wieder neu zu entdecken. Gott hat uns weitergeführt, wir haben mehr Licht erhalten im Laufe der vergangenen Jahre, aber diese Erfahrung der Bewegung des siebten Monats, keine war freier von menschlichen Unvollkommenheiten seit Pfingsten der Apostel. Und das ist Philadelphia, das ist die Gemeinde in Offenbarung 3, die die Bruderliebe verkörpert.

[19:52] Das ist die DNA von Philadelphia und ich war vor einigen Wochen in der Stadt in Philadelphia, ich hatte dort beruflich zu tun und ein säkularer Geschäftspartner holte mich ab vom Hotel und sagte, willkommen Herr Witte in Philadelphia, der Stadt der Bruderliebe. Wir fuhren in sein Büro und er wollte sich schnell noch bei einem Convenience-Store-Bauer einen Kaffee holen und ich wartete kurz im Auto, er ging raus und wieder rein und dann wollte er ausparken, aber es kamen ständig Leute, die auf dem Parkplatz hin und her fuhren und er kam nicht raus. Und so sagte er dann süffisant, naja, mit der Bruderliebe in Philadelphia ist es auch nicht mehr so weit her.

[20:37] Das war nichts Neues, denn 1844 in Philadelphia, als unsere Milleriten in Liebe vereint waren, kämpften irische Katholiken und andere Protestanten in der Stadt gegeneinander und es gab heftige Auseinandersetzungen, zur gleichen Zeit, während die Adventpioniere die Milleriten sich auf die Wiederkunft vorbereiten. Und unsere Pioniere wie Samuel Snow, wie Joshua Hines, James White und Joseph Bates haben alle Zeugnisse abgelegt, dass es der Geist von Philadelphia war, der diese Bewegung angetrieben hat.

[21:25] Ich erinnere mich an das Beispiel, was Dave Fiedler uns gestern gebracht hat von den Wiedertäufern, an den Mann, der sozusagen seinen Henker aus dem eisigen Wasser, Flusswasser herausgeholt hat. Und das erinnert mich an Matthäus 5, Vers 44, wo Jesus uns auffordert, dass wir unsere Feinde lieben sollen und die segnen, die uns fluchen. Und in Matthäus 22, Vers 37 sagt Jesus uns, was das Gesetz ist, dass wir unseren Herrn, unseren Gott von ganzem Herzen lieben sollen und unseren Nächsten wie uns selbst.

[22:11] Das ist süß wie Honig, doch wie sieht es bei uns aus? Schauen wir ein bisschen in die Gegenwart. Im Johannesevangelium, Kapitel 13, vielleicht lesen wir das gerade, Johannes Kapitel 13, die Verse 34 und 35. Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt, dass, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.

[23:02] Und vielleicht noch den Vers aus Johannes 15, Vers 13. Größere Liebe hat niemand als die, dass einer sein Leben lässt für seine Freunde. Wie sieht das aus in deinem Herzen, in deiner Familie? Wie sieht es bei mir aus? Ist das die Realität, in der wir leben? Ist das Dessert, dieser süße Löffel, der der Vorgeschmack ist auf die Ewigkeit, auf den Himmel? Ist dieser Löffel bei dir und mir schon angekommen?

[23:40] Haben wir die gleiche Reinheit und die Unvollkommenheit, die frei von Unvollkommenheiten wie die Bewegung des siebten Monats? Ich frage mich das jetzt zuerst selbst und vielleicht möchtest du, lieber Bruder, liebe Schwester, dich das auch fragen. Bist du bereit, dein Leben aufzugeben für deinen Bruder, für deine Schwester in der Gemeinde? Vielleicht sogar für den, der dich mal verletzt hat? Vielleicht, vielleicht sogar für den, der eine andere Theologie hat, der in jeder Sabbatschulgruppe genau das Gegenteil sagt von dem, wovon du überzeugt bist. Bin ich bereit, von mir und vom Anderen wegzuschauen und in meinem Bruder, in meiner Schwester Christus zu sehen?

[24:36] Ich glaube, dass wir alle die erste Liebe brauchen. Zumindest kann ich das für mich bejahen. Und ich möchte ein paar Zitate aus dem Geist der Weissagung dazu nennen. In Medical Ministry Seite 37 heißt es, das Wort aus Offenbarung 2 Vers 4, aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast, ist auf viele in dieser Zeit anwendbar. Gott ruft uns zu sofortiger Reue und Reformation auf. Es ist Zeit für große Veränderungen unter dem Volk Gottes, das auf die Wiederkunft des Herrn wartet.

[25:25] Es ist Zeit für tiefe Reue und Reformation und ihr Lieben, ich predige das zuerst mir, weil wenn ich in die Zwiesprache mit unserem Heiland gehe, dann weiß ich, dass das zuerst mich betrifft. Und Ellen White weist noch weitere geistliche Prinzipien aus. Ich lese aus Mind, Character and Personality Band 2 Seite 663. Unser Ich wird immer besonders gut über uns selbst denken. Doch wenn Menschen ihre erste Liebe verlieren, dann halten sie auch nicht mehr die Gebote Gottes und beginnen, sich gegenseitig zu kritisieren.

[26:11] Ist das nicht interessant? Geschwister, ich ertappe mich dabei, dass ich manchmal über Schwester oder Bruder XY negativ denke. Mir missfällt etwas und vielleicht bin ich sogar versucht, es meinem Bruder, meiner Schwester zu sagen. Wir wissen, dass das nicht Christi Weg ist. Und ein zweites geistliches Prinzip aus Our Higher Calling Seite 348. Die Selbstliebe schließt die Liebe Christi aus. Diejenigen, die für sich selbst leben, reihen sich ein unter das Banner der Gemeinde von Laodicea.

[26:56] Also es geht hier um den Konflikt, den alten Konflikt, den jeder, du und ich so oft schon gespürt haben, unser Ich, das jeden Tag neu gekreuzigt werden muss. Und auf Revue & Herald vom 13. Mai 1902 schreibt Ellen White, Besuche deine Nachbarn, befreunde dich mit ihnen, verstehe, was die Menschen um dich herum beschäftigt, ihre Sorgen und Nöte. Diejenigen, die diese Arbeit nicht tun, die gleichgültig agieren, werden ihre erste Liebe verlieren.

[27:34] Das hat mich aufgerüttelt. Ich habe mit meiner Frau zusammen in der Morgenandacht gesessen und es ging uns beiden so durchs Herz, als wir diesen Text gelesen haben. Wenn wir für unsere Nachbarn, die bei uns im Haus wohnen, nicht diese Liebe aufbringen, dann wird sie irgendwann verschwinden. Das ist ein geistliches Prinzip. Liebe vermehrt sich, je mehr sie wir austeilen. Das ist Gottes Prinzip. Aber wenn wir die Liebe horten sozusagen und für uns zurückhalten, dann wird sie verkümmern und in uns sterben.

[28:10] Ich möchte, dass wir uns heute, morgen, an diesem Rüsttag, vor dem Sabbat, alle selbst prüfen. Und ich sage euch, was in meinem Herzen vor sich geht. Ich kämpfe manchmal mit Dingen in der Gemeinde, mit Umständen, mit Theologien, mit Schwestern, mit Brüdern. Vielleicht geht es euch auch so. Und ich habe mich oft dabei ertappt, dass ich dabei meine eigene Gerechtigkeit aufgerichtet habe. Dass ich mich besser gefühlt habe, weil ich ja dieses und jenes nicht tue, weil ich die Kleidungsreform einhalte und die Gesundheitsreform und pünktlich bin und dieses und jenes. Man kann sich an so viele Dinge stoßen. An einem Prediger, der zu spät kommt, an einem Gemeindeleiter, dessen Hemd nicht ordentlich gebügelt ist.

[29:08] Geschwister, es gibt endlos lange Dinge, woran man sich an einem Sabbattag aufhalten kann. Und ich möchte mit euch zwei Texte lesen aus Mose, den ersten aus 2. Mose 32. Wir testen uns jetzt einmal selbst. Das ist der ultimative Selbsttest, dass wir wissen, wo wir stehen. Und ich möchte euch aufrufen, seid ehrlich zu euch selbst, ihr müsst es mit niemanden teilen, aber teilt es bitte im Gebet mit dem Herrn Jesus.

[29:46] 2. Mose 32, Abvers 31 les ich. Das Volk Israel hatte gesündigt, gerade das goldene Kalb gemacht und ein wildes Fest mit Tanz und deftiger Musik. Es ging gut ab dort, eine richtige Festivalparty rund ums goldene Kalb. Und Mose kommt jetzt wieder zum Herrn und sagt, ach, das Volk hat eine große Sünde begangen, dass sie sich goldene Götter gemacht haben und nun vergib ihnen doch ihre Sünde. Wenn aber nicht, so tilge mich aus deinem Buch, das du geschrieben hast.

[30:32] Geschwister, das ist das Buch des Lebens, von diesem Buch, von dem Mose hier spricht. Vielleicht hast du dich schon mal überlegt, für deine Frau oder deinen Mann oder dein Kind zu sterben. Vielleicht warst du schon mal an dem Punkt, wenn du gesehen hast, dass ein Familienmitglied todkrank ist, wo du gesagt hast, ach Herr, leg mich doch zur Ruhe, damit der andere, dein Geliebter, deine Geliebte leben kann. Aber seid ihr schon mal auf den Gedanken gekommen, dass ihr bereit wärt zu sterben, für den Bruder mit der falschen liberalen Theologie oder der, der bestimmte Zahlenkombinationen immer wieder zur Seligkeitsfrage macht?

[31:21] Und wenn ihr bereit wärt, auch für ihn zu sterben, dann habt ihr ja sicherlich im Kopf, aber im Himmel bin ich dann ja wieder, ich habe ja ein gutes Werk getan. Mose sagte, Herr, tilge mich aus deinem Buch. Wisst ihr, was das heißt? Das ist ein Sinnbild auf Christi. Das heißt, dass Mose hier so selbstlos war, sie sagt, Herr, nimm mich komplett, deine ganze Existenz, dass ich auch nicht mehr im Himmel wäre. Ich gebe mich komplett hin, aber bitte vergib diesem Volk.

[31:58] Geschwister, ich bin Lichtjahre von dieser Selbstlosigkeit entfernt. Ich möchte das bekennen. Aber wir brauchen diesen Geist der Bewegung des siebten Monats. Wir brauchen diese Selbstlosigkeit, dass wir nicht uns sehen, sondern dass wir Christus sehen in dem anderen. Und wir können noch so viele Campmeetings haben und Prophetien studieren. Wir müssen 5. Mose 30, Vers 6 diese Verheißung, so wie Charles Fitch, anwenden im Glauben, dass wir sagen, Herr, beschneide mein Herz, damit ich dich von ganzem Herzen liebe, dass ich nur noch für dich lebe.

[32:52] Geschwister, ich glaube, es ist Zeit, dass wir bereuen, dass wir umkehren, dass wir uns demütigen, dass wir nicht mehr auf den anderen schauen, sondern dass wir auf den Herrn schauen, auf seine Liebe, auf seine Gerechtigkeit und sage, Herr, ich kann mich nicht verändern. Dass ich mit einem gebrochenen Herzen, was beschnitten werden möchte, zu unserem Herrn und Heiland komme und sage, Herr, nimm mich, nimm mich in meiner ganzen Zerbrechlichkeit. Schenk mir ein neues Herz. Schenk mir deine heilige Jesusliebe, dass ich den anderen so lieben kann, wie du mich.

[33:34] Das war das Anliegen von Charles Fitch. Geschwister, lasst uns jetzt in kleinen Gruppen, zu zweit oder maximal zu dritt, auf die Knie gehen, wem es möglich ist. Lasst uns bekennen und bereuen, dass wir auch in einem falschen Geist gehandelt haben, dass wir oft unsere eigene Gerechtigkeit aufgerichtet haben und dass wir darum ringen und flehen, mit der Gerechtigkeit Christi, mit seiner Liebe gefüllt zu werden. Gott möchte das gerne tun. Er hat es versprochen und das, was er sagt, das geschieht. Amen.


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