In dieser Predigt wird der letzte Abschnitt von Johannes Kapitel 5 beleuchtet, in dem Jesus mit dem Sanhedrin über die Schriften und das ewige Leben spricht. Christopher Kramp erklärt, wie die Pharisäer die Bibel zwar studierten, aber den Kern der Botschaft verpassten, da sie Jesus nicht erkannten. Die Ausführungen zeigen, dass wahres Leben nicht im bloßen Bibellesen liegt, sondern darin, durch die Schrift zu Jesus zu kommen und ihm zu vertrauen. Es wird betont, wie wichtig es ist, die Liebe zu Gott über die Liebe zur Welt zu stellen und den eigenen Stolz zu überwinden, um das von Gott geschenkte Leben empfangen zu können.
Der Ersehnte: 51. „Erforscht die Schriften“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, JesusWeitere Aufnahmen
Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[0:30] Hallo und herzlich willkommen auf joelmedia.de zu unserem Seminar "Der Ersehnte", heute mit der 51. Folge. Schön, dass ihr eingeschaltet habt, schön, dass ihr da seid und dass wir gemeinsam heute in der letzten Folge dieses Jahres das Johannes Kapitel 5 abschließen können. Wir wollen die letzten Verse dort lesen aus dieser großen Rede von Jesus vor dem Sanhedrin. Wir werden heute einige sehr interessante Verse studieren und hoffentlich einiges für unser persönliches Leben lernen. Und bevor wir beginnen, möchte ich euch einladen, wo es möglich ist, mit mir niederzuknien, zum Anfangsgebet.
[1:14] Lieber Vater im Himmel, ich möchte dir von Herzen Dank sagen, dass du jeden einzelnen Tag in unserem Herzen wirkst und uns leitest und führst, dass du da bist, wenn wir dich am allermeisten brauchen. Wir möchten dir Danke sagen, dass wir heute auch wiederum dein Wort aufschlagen können, dass wir in deinem Wort lesen können und dass dein Wort Kraft und Trost und Stärke bereithält, die wir im Leben so oft brauchen. Ich möchte dich bitten, dass wenn wir jetzt lesen und die Worte durchdenken, die du gesprochen hast, dass wir sehen, wie sehr sie in unser Leben hinein sprechen und dass wir sehen, was wir daraus heute lernen können. Ich möchte dich bitten, dass dein Wort uns verändert und uns neue und gute Gedanken schenkt. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.
[2:08] Johannes Kapitel 5 und wir wollen heute ab Vers 38 bis zum Ende uns diesen letzten Abschnitt vornehmen. Noch einmal zur Wiederholung: Wir haben in den letzten Wochen gesehen, Jesus stand vor Gericht. Nach anderthalb Jahren seines Dienstes stand er vor dem Sanhedrin und vielleicht wiederholen wir ganz kurz, was war die Anklage gewesen, weswegen er sich verantworten musste. Er hätte den Sabbat gebrochen durch die Heilung und der zweite Punkt, dass er sich selbst zu Gott macht. Da haben wir gesehen, wie Jesus ab Vers 17 sehr deutlich dazu Stellung nimmt, indem er zeigt, dass er tatsächlich Gott ist, dass er selbst das Leben in sich hat, dass er Leben gibt, dass er also die Erfüllung aller Hoffnungen des alttestamentlichen Israels ist. Und dann haben wir gesehen, ab Vers 31 beginnt er mit einer Reihe von Zeugen, die sozusagen seine Sache bestätigen. Er hat ja deutlich gemacht, dass er sich nicht selbst Zeugnis geben kann, sondern dass andere Zeugnis geben. Können wir sagen, welche Zeugen haben wir das letzte Mal angeschaut, die er der Reihenfolge nach hier erwähnt, ab Vers 31. Welche Zeugen erwähnt er? Als ersten Zeugen Johannes der Täufer. Von dem sagt er, naja, das sage ich nur für euch. Eigentlich brauche ich den gar nicht. Ich nehme keine Ehre von Menschen, kein Zeugnis von Menschen. Den erwähnt er nur quasi ihnen zuliebe, weil sie durch Johannes von ihm hätten erfahren können. Was ist das nächste Zeugnis, das er anführt? Die Werke, also das, was er selbst getan hat, das bezeugt, wer er ist. Was ist das nächste Zeugnis, das er anführt? Der Vater. Gott, der Vater, der hat nämlich gesprochen vom Himmel bei der Taufe: "Dies ist mein geliebter Sohn." Und als letztes Zeugnis, als besten Zeugen sozusagen in Anführungsstrichen, ihr wisst, wenn man vor Gericht ist und einen Fall sozusagen darstellt, dann hebt man sich das beste Argument bis zum Schluss auf. Das wichtigste Argument jetzt ist das Wort Gottes und darum spricht der ganze letzte Abschnitt das Zeugnis des Wortes Gottes.
[5:04] Und er fängt schon damit an in Vers 38, wenn er sagt: "Und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat." Also hier geht es schon los, dass er jetzt auf das Wort zu sprechen kommt. Und dann kommt natürlich der berühmte Vers, Vers 39, auf den wir gleich zu sprechen kommen. Aber vielleicht ganz kurz hierzu Vers 38: Was bedeutet es, das Wort in uns bleibend zu haben? Oder anders gefragt, warum haben die Pharisäer und die Sadduzäer das Wort Gottes nicht bleibend in sich gehabt? Sie sind dem Wort nicht gehorsam gegenüber, ja, genau. Und damit vielleicht verbunden, er gibt einen genau spezifischen Grund an und daraus folgt natürlich der Ungehorsam. Genau, wer nicht glaubt, der hat auch das Wort Gottes nicht bleibend in sich. Ja, das Wort Gottes kommt ja auch zu Ungläubigen, oder? Ich kann das Wort Gottes lesen, egal ob ich Christ bin oder nicht, egal ob ich bekehrt bin oder nicht. Ich kann das Wort Gottes lesen, ich kann es hören, aber dass es bei mir bleibt, das geschieht durch den Glauben. Also man könnte das umkehren und sagen, der Glaube führt dazu, dass das Wort bleibt. Sie kannten die Bibel, sie haben sie gerne gelesen, aber die Bibel ist nicht bei ihnen geblieben. Das Wort Gottes ist nicht in ihrem Leben geblieben, weil sie nicht geglaubt haben. Und das ist jetzt der Gedanke, der in den nächsten Versen sich entfaltet.
[7:01] Fangen wir in Johannes 5, Vers 39 an. Da heißt es: "Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben, und sie sind es, die von mir Zeugnis geben." Das ist einer der berühmtesten Verse überhaupt, die Jesus in Bezug auf die Bibel jemals gesagt hat. Interessanterweise, wahrscheinlich steht bei euch allen auch: "Ihr erforscht die Schriften", oder? Oder habt ihr eine andere Übersetzung am Anfang des Verses? Auch ihr erforscht, oder? Das Wort kann eigentlich auch als Imperativ übersetzt werden. Das heißt, man könnte genau so sagen: "Forscht in den Schriften, weil ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir Zeugen." Also im Deutschen liest sich das quasi wie eine Bestandsaufnahme. Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, aber Jesus hat durchaus nicht nur gesagt: "Ihr erforscht die Schriften." Das Wort bedeutet auch eine Aufforderung: "Forscht in der Schrift." Machen wir mal eine kurze kleine Übung zusammen. Welche Stellen im Alten Testament, die ihr kennt, fordern uns auf, die Bibel gründlich zu lesen und zu studieren? Welche Stellen fallen euch da so spontan ein? Altes Testament, die davon sprechen, man sollte die Bibel studieren. Ja, ganz genau, 5. Mose 6 ist das. Ja, absolut, dass man sie immer wieder anschauen soll.
[8:49] Schaut mal, 5. Mose 11. Wir schauen einfach nur ein paar Stellen an jetzt. 5. Mose 11 und dort, 5. Mose 11, Vers 18 bis 20, und das ist genau das Gleiche, nur sozusagen jetzt nicht auf die zehn Gebote, sondern auf das Wort Gottes als Ganzes gerichtet sozusagen. 5. Mose 11, Vers 18 bis 20: "So nehmt euch nun diese meine Worte zu Herzen und in eure Seele und bindet sie zum Zeichen auf eure Hände und sie sollen zum Erinnerungszeichen über euren Augen sein und ihr sollt sie euren Kindern lehren, indem ihr davon redet, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich hinterlegst oder wenn du aufstehst und schreibe sie auf die Pfosten deines Hauses unter deine Tore." In Kapitel 6 wird das von den zehn Geboten gesagt, aber in Kapitel 11 wird das hier von den Worten im Allgemeinen gesprochen, von dem Wort Gottes. Also diese Idee, das Wort Gottes zu studieren, war schon bei Mose da. Kennt ihr noch andere Stellen im Alten Testament, wo wir aufgefordert werden, das Wort Gottes zu studieren? Andere Stellen, die euch einfallen?
[10:09] Psalm, wo?
[10:10] Ja, genau. Er sagt: "Ich forsche darin oder ich meditiere darin Tag und Nacht." Das Psalm 1, oder er sagt eigentlich auch, wir sollen darin nachsinnen. Schaut mal Psalm 1, Vers 2 zum Beispiel. Psalm 1, Vers 2: "Sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über seinem Gesetz nachsinnend oder auch forschend Tag und Nacht." Übrigens, das ist ganz ähnlich. Das Wort "Gesetz" hier ist das Wort "Tora". Das meint also nicht nur die zehn Gebote, das meint im engeren Sinne die fünf Bücher Mose, das ist die Weisung, die Lehre, das Wort Gottes.
[11:00] Auch noch andere Stellen, wo die Bibel uns auffordert, das Wort Gottes zu studieren. Im Alten Testament. Jetzt haben wir schon 5. Mose, wir haben Psalmen, Sprüche. Sprüche gibt es einige Stellen. Welche Sprüche hast du?
[11:31] Sprüche 3 Vers? Vom ersten. Genau. "Mein Sohn, vergiss meine Lehre nicht und dein Herz, bewahre meine Gebote, denn sie werden dir Verlängerung der Tage und Jahre des Friedens bringen." Und so weiter und so fort. Schreibe sie auf die Tafel deines Herzens, binde sie um deinen Hals. Ganz genau.
[11:46] Schaut mal Joshua 1 an. Ist auch noch eine ganz bekannte Stelle. Joshua 1, Vers 8. Da heißt es: "Lass dieses Buch des Gesetzes nicht von deinem Mund weichen, sondern forsche darin Tag und Nacht." Das ist auch wieder das Buch der Tora, das Buch des Gesetzes. Die damalige Bibel, die fünf Bücher Mose, das war ja alles, was Joshua hatte, plus das Buch Hiob. Forsche darin, ja Tag und Nacht, damit du darauf achtest, alles zu befolgen.
[12:17] Noch ein sehr schöner Vers ist in Jesaja. Ihr kennt vielleicht Jesaja 8, 20: "Zum Gesetz und zum Zeugnis." Aber schaut mal Jesaja 34 an. Jesaja 34 und dort Vers 16. Ganz, ganz schöner Vers. Ist gar nicht so bekannt, aber er sollte bekannter sein, finde ich. Jesaja 34, Vers 16: "Forscht nach im Buch des Herrn und lest es. Nicht eines von alledem wird fehlen, zu keinem Wort wird man die Erfüllung vermissen, denn mein Mund ist, der befohlen hat, und sein Geist ist, der sie gesammelt hat." Sehr deutlich. Forscht nach, lest es. Jedes Wort wird sich erfüllen.
[12:54] Das heißt, wenn Jesus sagt: "Ihr erforscht die Schriften" oder, wie wir gerade gesehen haben, auch: "Forscht in den Schriften", dann war das eigentlich nichts Neues. Die Pharisäer hatten die Schrift erforscht, zumindest hatten sie das geglaubt. Und für sie war die Bibel eigentlich ja das Besondere überhaupt. Schaut mal in Römer 3, Vers 2. Da wird deutlich, das Wort Gottes war das, was den Juden ausgezeichnet hatte und das wussten sie mittlerweile ja auch. Spätestens nach dem babylonischen Exil war für sie das Wort Gottes von großer Bedeutung. Sie haben es fast ehrfürchtig verehrt. Römer 3, Vers 2 sagt uns, da fragt der Paulus: "Was hat der Jude für einen Vorzug?" Und dann sagt er: "Viel in jeder Hinsicht, denn vor allem sind ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut worden." Was die Juden als Volk Gottes ausgezeichnet hat, war nicht ihr besserer Charakter, nicht ihre besseren Gene, sondern die Tatsache, dass sie das Wort Gottes hatten. Und dem Sanhedrin war das vollkommen klar. Gott hat uns sein Wort gegeben, sein Gesetz.
[14:06] Und jetzt ist die interessante Frage: Was meint Jesus damit, wenn er sagt: "Ihr erforscht die Schriften" oder "forscht in den Schriften", "denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben"? War das eine richtige Meinung oder war das eine falsche Meinung? Man könnte es auf den ersten Moment lesen, dass er sagt: "Ja, ihr erforscht in den Schriften und meint in ihnen ewiges Leben zu haben, aber ich sage euch..." Also er reflektiert hier etwas, was die Pharisäer dachten und die Sadduzäer. Die Mitglieder des Sanhedrin haben ja die Bibel gelesen, offensichtlich mit der Meinung, dass unser ewiges Leben. Woher kamen die auf die Idee? Warum haben die geglaubt, dass die Bibel ihr ewiges Leben ist? Haben die das nicht aus den Fingern gesogen? Woher kamen die auf die Idee? Die hatten ja noch kein Johannesevangelium, um das zu wissen. Also meine Frage lautet mit anderen Worten: Wo in der Bibel hätten die die Idee herbekommen können, dass in der Bibel ewiges Leben ist?
[15:13] Das Gesetz ist ewig, ja genau. Aber wo steht, dass das ewige Leben, das Leben im Wort ist? Gibt es eine Stelle? Bestimmt, bestimmt, ja genau. Fünfte Mose. Schaut mal, Fünfte Mose, ziemlich am Ende. Das war ja ohnehin ein sehr wichtiges Buch für das Volk Israel und auch für Jesus. In Fünfte Mose und wenn ihr das jetzt lest, dann werdet ihr verstehen, dass die Pharisäer und die Sadduzäer gar nicht so falsch lagen mit ihrer These, mit ihrer Meinung. Fünfte Mose 32 und dort Vers 46 und 47, nochmal so ein Text mit den Kindern und mit der Erziehung. Fünfte Mose 32, Vers 46 und 47: "Da sprach er zu ihnen: Nehmt zu Herzen alle Worte, die ich euch heute bezeuge, damit ihr sie euren Kindern gebietet, dass sie darauf achten, alle Worte dieses Gesetzes zu befolgen, denn es ist kein leeres Wort, sondern es ist euer Leben und durch dieses Wort werdet ihr eure Tage verlängern in dem Land, das über den Jordan geht, um es in Besitz zu nehmen." Also hier hatte Mose gesagt: "Dieses Wort ist euer Leben." Und deswegen haben die Pharisäer und die Sadduzäer gesagt: "Na ja, dann lasst uns die Bibel lesen, denn in der Bibel haben wir ewiges Leben." Damit waren sie eigentlich schon den halben Weg gegangen.
[16:52] Schaut mal mit mir in Psalm 36, Vers 10. Da gab es etwas, was ihnen offensichtlich nicht ganz aufgegangen war. Psalm 36, Vers 10. Also wir haben das Wort und in dem Wort ist das Leben. Aber dann in Psalm 36, Vers 10, da heißt es: "Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht." Wenn der David hier singt: "Bei dir ist die Quelle des Lebens", meint er damit die Bibel? Singt der David die Bibel an und sagt: "Bei dir ist die Quelle des Lebens"? Wen meint er? Er meint Gott. Das ist ein interessanter Gedanke. Im Alten Testament gab es sowohl die Aussage, dass das Leben im Wort ist, es gab auch die Aussage, dass das Leben in Gott ist. Wenn es also nur ein ewiges Leben gibt, dann muss das Wort und Gott, das muss eine so enge Einheit bilden, dass man das nicht auflösen kann. Und das ist genau das, was Johannes die ganze Zeit in seinem Evangelium darbringen möchte, oder? Wie geht das Johannes-Evangelium los? "Im Anfang war das Wort bei Gott und das Wort war Gott." Das ist also das, was Jesus ihnen jetzt beibringen möchte. Er sagt: "Schaut mal, forscht in der Bibel, ihr erforscht in der Schrift, denn ihr meint in ihnen ewiges Leben zu haben und sie ist es, die von mir zeugt."
[19:01] Was er damit wiederum sagt, ist nicht einfach nur: "Naja, in der Bibel gibt es Prophezeiungen über mich." So lesen wir das meistens. So gibt es Prophezeiungen, die sprechen von mir, schaut mal nach. Aber in der Bibel gibt es auch Prophezeiungen über Kyros und über Nebukadnezar und über David und über alle möglichen anderen Leute. Das ist aber nicht, was er sagt. Er sagt: "Die Bibel zeugt von mir." Also mit anderen Worten: "Ich bin Gott." Ihr meint in der Bibel ewiges Leben zu haben, und das stimmt auch, aber ihr habt in der Bibel ewiges Leben, weil ich das Leben habe. Ihr könnt euch erinnern, wir haben vorher gesehen, in den Versen vorher, wo er gesagt hat, Gott hat dem Vater, Gott der Vater hat dem Sohn gegeben, Leben in sich zu haben.
[19:38] Jetzt zurück zu Johannes 5. Die Juden haben ja darauf gewartet, dass jemand ewiges Leben bringen würde, offensichtlich. Johannes 5, 39 zeigt das: "Ihr meint in ihnen ewiges Leben zu haben." Die Juden hatten auf ewiges Leben gehofft und deswegen hat Jesus in seiner Verteidigungsrede den Juden deutlich gemacht: "Ich habe das Leben." Seine Heilung von dem Mann am Teich Bethesda war sogar der Beweis dafür und ein Indiz dafür.
[20:18] Johannes 5, 39: "Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint in ihnen das ewige Leben zu haben, und sie sind es, die von mir Zeugnis geben." Von all den Zeugen ist das in dieser Situation das Wichtigste. Warum? Johannes kannten sie, aber Jesus sagt: "Die Worte von Johannes selbst sind für mich nicht beweiskräftig, ich nehme kein Zeugnis an von Menschen." Die Werke von Jesus haben sie zwar gesehen, aber falsch gedeutet. Sie haben ihn sogar deswegen angeklagt. Die Worte von Gott dem Vater haben sie selbst nicht gehört. Sie haben ihn nicht gehört, sie haben seine Gestalt nicht gesehen, aber das Wort Gottes, das von Jesus zeugt, das kannten sie und sie hatten sogar die richtige Hoffnung auf das ewige Leben. Das heißt, von all den Zeugen wählt Jesus jetzt das am Ende aus, wo die höchste Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Juden doch noch ihn annehmen, weil wenn sie die Bibel erforschen, dann müsste es ihnen doch wie Schuppen von den Augen fallen: Moment mal, alles, was wir sehen bei Jesus, stimmt mit dem ein, was wir über den Messias lesen.
[21:33] Kennt ihr eine andere Stelle im Neuen Testament, wo Jesus deutlich macht, dass alles in der Bibel, was dort geschrieben steht, sich auf ihn bezieht? Das ist ja eine von zwei oder drei klassischen Stellen, wo Jesus sagt: "Er zeugt von mir." Kennt ihr noch eine andere im Neuen Testament, wo Jesus sagt, dass die Bibel, das was man lesen kann im Alten Testament, dass sich das auf ihn bezieht?
[22:22] Ja, eine Stelle im Neuen Testament, wo Jesus deutlich macht, dass was man im Alten Testament liest, bezieht sich auf ihn. Das ist eine Auferstehung. Wo finden wir die Geschichte? Die Jünger nach Emmaus gehend treffen Jesus, wo? In Matthäus, Markus, Lukas, Johannes. Lukas ganz am Ende, Luke 24 und dort Vers 27. Nur mal ganz kurz noch zur Erinnerung. Lukas 24, Vers 27: "Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legte ihnen allen Schriften aus, was sich auf ihn bezieht."
[22:58] Also machen wir eine ganz kurze Runde. Jeder von euch da hat eine Möglichkeit. Aber ganz, ganz spontan. Welche Stellen im Alten Testament, welche Geschichten, Prophezeiungen sprechen über Jesus? Nennen wir nur ein paar. Wir könnten drei Stunden damit füllen, aber nennen wir nur ein paar, dass wir einfach mal so ein Gefühl nochmal dafür bekommen. Ja, die Schlange in vierter Mose. Ja, welche noch? Hier ist im Alten Testament. Kommt, kommt, kommt. Daniel in der Löwengrube. Der Stein, der versiegelt war und er kommt dann wieder vor. Ja, okay, was noch? Ein paar konkrete, nur ein paar konkrete. Erste Mose 3, Vers 15, der Same der Frau und dann Hiob, "Mein Erlöser". Ja, "Ich weiß, dass mein Erlöser lebt." Hiob selbst ist ein Bild auf Jesus, der Angefeindete. Ja, was noch? Mose, der Hirte, der Prophet, der den Königshof verlässt, um sich mit seinem Volk zu identifizieren. Ja, der den Felsen schlägt. Was noch? Isaak, der geopfert werden soll. Der eingeborene Sohn Abrams. Salomon, der Sohn Davids, der weiseste Mann, der je gelebt hat. Jonah, ja, in einem großen Kontrast.
[24:31] Also, was ich damit noch einmal deutlich machen möchte: Je mehr man in das Alte Testament schaut, desto mehr sieht man Jesus. Und offensichtlich gibt es eine Möglichkeit, die Bibel zu lesen und Jesus nicht zu sehen. Und die Pharisäer und Sadduzäer haben also die Bibel gelesen, aber irgendwie den Sinn dahinter verpasst.
[25:07] Das bedeutet, wenn man jetzt Johannes 5, Vers 40 liest. Er sagt: "Ihr erforscht die Schriften und meint in ihnen, das ewige Leben zu haben, und sie sind es, die von mir Zeugnis geben." Und jetzt sagt er in Vers 40: "Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen." Also mit anderen Worten, sie suchen das Leben. Sie sind sogar an der richtigen Quelle, wo das Leben ist. Denn die Bibel sagt, das Wort ist euer Leben. Und doch bekommen sie es nicht. Da gibt es Menschen, die wollen das ewige Leben haben, suchen sogar an der richtigen Stelle und bekommen es trotzdem nicht. Warum? Das ewige Leben kommt nicht dadurch, dass man die Bibel liest, sondern dass man durch das Bibellesen zu Jesus kommt. Ein entscheidender Unterschied. Könnte es sein, dass wir vielleicht auch ab und zu nur die Bibel lesen, anstatt durch die Bibel zu Jesus kommen? Ich meine, die Pharisäer und Sadduzäer waren große Schriftgelehrte, oder? Die kannten die Bibel besser als wir, vermutlich. Aber sie kamen nicht zu Jesus. Und dann wird Bibelstudium tatsächlich sinnlos.
[26:20] "Ihr wollt nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen." Hier steht nicht: "Ihr könnt nicht zu mir kommen." Es geht auch nicht darum, dass sie vielleicht irgendwie gerade eine Laune haben, sondern dieses Wort "ihr wollt nicht" bedeutet, sie haben eine echte Hartnäckigkeit, so eine entschiedene Widerspenstigkeit. Warum wollen sie denn nicht zu Jesus kommen? Wäre das nicht das Allerschönste, wenn man die Bibel kennt, wenn man ein ewiges Leben haben will, da steht das Wort Gottes vor einem. Warum wollen sie nicht zu ihm kommen? Warum?
[26:55] Genau, das ist genau die Frage, weil das ist, auch wenn in unserem Leben das Gleiche passiert, der gleiche Grund. Was ist der Grund, warum jemand, der ewiges Leben haben will und die Bibel liest, warum er nicht zu Jesus kommt? Das könnte der Grund sein. Jesus hat davon gesprochen im Johannes-Evangelium, schon vorher. Schau mal, Johannes 3, und dort Vers 20. Johannes 3, Vers 19 ist besser. "Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse." Vers 20: "Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden." Solange ich die Bibel nur lese, habe ich kein Problem. Wenn ich aber tatsächlich zu Jesus kommen will, wenn ich wirklich Gemeinschaft mit Jesus habe, dann wird die Bibel mir zeigen, dann wird Jesus mir zeigen, was in meinem Leben geändert werden muss. Und das wollen viele nicht. Viele möchten einfach nur kluge Sünder sein, fromme Sünder, die genau wissen, was die Bibel sagt für die Zukunft oder die Vergangenheit.
[28:29] Und die Pharisäer und Sadduzäer sind nicht die einzigen in der Geschichte, die dieses Problem gehabt haben. Schaut mal in Jesaja 53. Das Ganze ist vorhergesagt worden. Jesaja 53 und dort ab Vers 1: "Wer hat unserer Verkündigung geglaubt? Dem Arm des Herrn, wem ist er offenbart worden? Er wuchs auf vor ihm wie ein Schössling, wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht. Wir sahen ihn, aber sein Anblick gefiel uns nicht." Also in anderen Worten, sie haben ja Jesus wahrgenommen, aber es hat ihnen irgendwie nicht gefallen. Sie hatten, ihr Bibellesen hatte sie dazu gebracht, etwas anderes zu erwarten. Und als Jesus in ihr Leben trat und es nicht so war, wie sie es erwartet hatten, haben sie sich zurückgezogen von Jesus. Könnte es uns auch passieren, dass wir manchmal als treue, fromme Christen eine Erwartung haben, wie ein Leben mit Jesus sein sollte und wenn es dann nicht so ist, wie wir es erwarten, dann ziehen wir uns zurück. "Sein Anblick gefiel uns nicht." Manchmal gefällt uns nicht, was Jesus uns sagt. Es gefällt uns nicht, in welche Position uns Jesus bringt. Es gefällt uns nicht, was er für uns vorgesehen hat.
[30:03] Vers 3: "Verachtet war er und verlassen von den Menschen. Ein Mann, der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, von dem man das Angesicht verbirgt. So verachtet war er und wir achteten ihn nicht." Sie hatten vermutlich im Sanhedrin ihre Bibel, ihre Schriftrollen da liegen, um ihn für Häresie zu überführen und das Sabbatgebot aufgeschlagen. Oder stand der Herr des Sabbats vor ihnen und sie haben ihn nicht geachtet, sie haben ihn nicht erkannt, sie haben ihn nicht, er gefiel ihnen nicht.
[30:31] Schaut man in 1. Johannes 5, Vers 12 und 13. 1. Johannes 5, Vers 11: "Und darin besteht das Zeugnis, dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat und dieses Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn hat, der hat das Leben. Wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht." Dies habe ich euch geschrieben, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt und damit ihr auch weiterhin an den Namen des Sohnes Gottes glaubt.
[31:31] Also was er hier sagt, ist, das ist sehr einfach: Wer den Sohn hat, der hat das Leben. Welche Rolle hat dann die Bibel, wenn das Leben wirklich nur durch Jesus kommt? Welche Rolle spielt das Wort?
[31:40] Ja, es ist lebendig, genau. Aber welche Rolle spielt das? Das Leben ist ja in Jesus.
[31:49] Ja, also was ich damit sagen möchte ist, das Wort alleine, obwohl die Bibel sagt, das Wort ist Leben, gibt es das Leben nur in Jesus. Das heißt, das Wort hilft mir nur, wenn es mich zu Jesus bringt, mich bestätigt in meiner Beziehung zu Jesus und mir die Gewissheit schenkt, dass Jesus mir Leben gegeben hat. Ohne Gott oder ohne Jesus ist das Wort bedeutungslos, sozusagen. Richtig, genau. Jesus, genau, ganz genau.
[32:44] Es ist aber so möglich, dass Jesus zu mir spricht, ich es lese und ich doch nicht zu Jesus komme. Das ist genau das, was mit den Pharisäern passiert. Genau, richtig. Das heißt, der Glaube, das darauf agieren, dass es nicht nur für wahr halten, sondern so leben, als ob es wahr ist, das ist der entscheidende Unterschied. Zu viele Menschen glauben, dass Glaube bedeutet, ich halte es für wahr, aber sie leben nicht so, als ob es wahr ist, und das ist genau das, worum es geht.
[33:13] So sagt er in Vers 13: "Dies habe ich euch." Diese Worte, selbst das Neue Testament, die jetzt der Johannes schreibt, hat er geschrieben, "die ihr glaubt an den Namen Gottes, an den Sohn des Gottes, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt." Das heißt, die Bibel führt uns zum ewigen Leben und bestätigt uns in unserem Glauben an das ewige Leben, aber das Leben selbst ist in Jesus. Die Bibel selbst macht niemanden lebendig ohne Jesus und das ist ein sehr entscheidender Punkt, an dem offensichtlich die Pharisäer und Sadduzier gescheitert sind.
[33:46] Jetzt zurück zu Johannes 5, die nächsten Verse ein bisschen in der Zusammenfassung. Johannes 5 und dort Vers 41. Jesus sagt, jetzt lesen wir Vers 41 und 42 gleich zusammen. Er sagt: "Ich nehme nicht Ehre von Menschen, aber ich habe bei euch erkannt, dass ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt." Das ist interessant, oder? Er sagt: "Ich nehme nicht die Ehre von Menschen, aber ich..." Also mit anderen Worten, mir ist egal, was ihr über mich sagt. Ob ihr mich jetzt ehrt oder nicht, das ist für meine Integrität, ist das vollkommen unerheblich, weil er ist Gott. Er braucht nicht ihre Zustimmung, aber er dreht die Sache um. Er sagt: "Ich habe ein Problem bei euch erkannt." An dem Sieben-Cent-Schreiben sagt er immer: "Ich kenne deine Werke." Ich kenne deine Werke. Und hier sagt er: "Ich habe bei euch erkannt, dass ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt." Das ist wieder so ein Beispiel, wo Jesus deutlich macht, dass er das Innerste der Menschen lesen kann. Das haben wir im Johannes-Evangelium öfter gesehen, oder? Wir haben es gesehen bei der Samariterin, wir haben es gesehen bei Nicodemus, wir haben es gesehen bei Nathanael.
[35:07] Wie ist das möglich, dass sie die Liebe Gottes nicht in sich haben? Wie passiert das, dass man, obwohl man in die Gemeinde geht, obwohl man die Bibel liest, dass man die Liebe Gottes nicht in sich hat? Wie kann sowas passieren? Ich meine, das wäre doch furchtbar, oder, wenn Jesus uns sagt: "Ich habe erkannt, dass die Liebe Gottes nicht in dir ist."
[36:15] Also diese Frage, was denken andere über mich? Wie muss ich mich verhalten, um Ehre von Menschen zu bekommen? Das führt uns jetzt genau zu diesem Gedanken, der auch im Erst-Johannes-Evangelium im Ersten-Johannes-Brief angesprochen ist. Schaut mal, Erst-Johannes 2, Vers 15. Da beantwortet der Johannes letztlich diese Frage. Erst-Johannes 2, Vers 15: "Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm."
[37:01] Ist das nicht interessant, wenn wir das miteinander vergleichen jetzt? Denn alles, was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust, der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt. Das heißt, hier sagt die Bibel, dass die Liebe Gottes dann aus unserem Herzen flieht, wenn wir anfangen, die Welt zu lieben. Das heißt, hier waren Menschen im Synedrium, die kannten die Bibel, sie haben die Bibel sogar erforscht. Sie haben sie nicht nur gelesen, fünf Minuten am Morgen, die haben sie wirklich erforscht. Sie kamen immer zum Dienstagabend-Seminar, sozusagen. Sie waren Bibelforscher und doch haben sie Jesus umbringen wollen. Warum? Weil sie gleichzeitig auch die Welt geliebt haben. Und wenn ich mich für die Bibel interessiere, aber gleichzeitig die Welt liebe, mit all dem, was hier angeführt ist, die Fleischeslust, die Augenlust, der Hochmut des Lebens, dann weiß ich vielleicht viel in der Bibel, aber die Liebe Gottes fehlt.
[37:57] Fleischeslust, Augenlust und Hochmut, wenn sie nicht Gott übergeben werden, können die Kraft der Bibel neutralisieren. Ellen White hat mal gesagt, die kleinste Sünde, wenn sie konstant ausgelebt wird und nicht Gott übergeben wird, hat die Kraft, das gesamte Evangelium zu neutralisieren. Da kann man alles wissen, kann bis in die tiefsten Tiefen der Bibel eindringen, wenn man diese eine Sünde festhält und sie nicht aufgeben möchte, weil man sie liebt, neutralisiert alles. Und das ist das Problem der Pharisäer und Sadduzieren gewesen. Sie waren auf dem richtigen Weg, sie waren nicht auf dem falschen Weg, sie haben nicht falsche Bücher gelesen, sie haben nicht falschen Propheten, sie waren auf dem richtigen Weg, sind aber nicht zu Ende gegangen, weil die Liebe zur Welt, obwohl sie sich ja sogar als Pharisäer bezeichnet haben, aber die Augenlust, die Fleischeslust, der Hochmut des Lebens, die davon abgehalten haben, dieses Wort Gottes ganz in ihr Leben zu übertragen.
[39:05] Nun zurück zu Johannes 5, schauen wir weiter, wie das sich entwickelt hier. Vers 43, das ist ein interessanter Vers, den er hier sagt. Einige dieser Verse sind sehr, sehr interessant und selten angesprochen. Johannes 5, Vers 43: "Ich bin im Namen meines Vaters gekommen und ihr nehmt mich nicht an; wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr annehmen." Das ist interessant, oder? Jesus sagt, also ich stehe hier, ich bin nur gesandt. Ich bin hier, weil mein Vater mich gesandt hat, ich bin im Auftrag meines Vaters da und ich nehme keine Ehre für mich selbst, ich mache nur das, was mein Vater mir gesagt hat. Aber wenn jemand kommen würde, der sich selbst rühmt und der sich selbst lobt und der sich sozusagen selbst erhöht, den würdet ihr annehmen. Welches geistliche Gesetz kann man daraus ableiten? Welches geistliche Prinzip lässt sich daraus ableiten?
[39:59] Das kann man daraus lernen, wenn Jesus sagt: "Also, ich bin hier nicht aus mir selbst heraus, sondern weil ich den Willen des Vaters tue und ihr wollt mir nicht folgen. Aber wenn einer kommen würde, der sich selbst erhöht und nur sein eigenes Wohlbefinden versucht zu erreichen, dem würdet ihr folgen." Was ist das geistliche Prinzip?
[40:34] Fangen wir andersherum. Warum würden denn die Pharisäer und Sadduzäer einem selbstverliebten Menschen folgen, aber nicht Jesus?
[40:45] Jemand, der selbst egoistisch ist, folgt gerne egoistischen Menschen. Das ist der ganze Grund, warum Menschen Stars lieben. Denn Stars, also eher in der Musikbranche oder in der Filmbranche, die tun doch gar nichts für ihren Fan, außer dass sie vielleicht mal irgendwie, keine Ahnung, eine Autogrammkarte signieren oder so. Man hat nichts von ihnen. Sie leben ihr eigenes Leben. Sie bereichern sich selbst. Sie genießen das Leben in vollen Zügen und trotzdem folgen Millionen Menschen ihnen, obwohl sie nichts von ihnen bekommen. Jemand, der selbstsüchtig ist, also im Sinne nicht selbstlos, sondern egoistisch ist, der folgt gerne anderen Egoisten. Das ist der Grund, warum oft Diktatoren oder Leute, die eigentlich das Volk nur ausbeuten, oft von den ganzen Volksmassen geliebt werden. Weil seine Sünde, sein Charakter, quasi meinen Charakter verdeckt.
[42:05] Hat sich das im Leben der Pharisäer und Sadduzäer erfüllt? Ist das tatsächlich so gekommen? Oder war das nur eine hypothetische Aussage von Jesus? Wem haben sie sich nachher an die Brust geworfen? Dem römischen Kaiser, oder? Sie haben gesagt: "Wir haben keinen anderen König als nur den Kaiser." Und der Kaiser kam nicht, um sie zu retten. Als die Römer nach Israel eingedrungen sind, damals schon, der Pompejus, da hatten die nur ein Ziel, sie wollten sich bereichern. Das Land für Sklaven. Sklaven gewinnen, Rohstoffe rauben, das Volk unterdrücken. Aber denen haben sie sich dann später an die Brust geworfen. Sie sind lieber dem Kaiser gefolgt, der sie vernichten wollte, als dem Jesus, der sie erretten wollte. Das ist interessant, weil dahinter steckt letztendlich auch eigentlich das Grundphänomen des ganzen großen Kampfes. Viele Menschen folgen lieber dem Satan, der sie vernichtet, als Gott, der sie retten will.
[43:17] Vers 44: "Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre von dem alleinigen Gott nicht sucht?" Das ist ein interessanter Vers. Was hier steht ist, wenn jemand, oder lasst uns erst klären, was bedeutet es, die Ehre von Menschen zu nehmen? Was bedeutet das denn, Ehre von Menschen zu nehmen?
[43:36] Ja genau, schaut, ein typisches Beispiel dafür ist Matthäus 23, wo Jesus über die Pharisäer spricht dann später. Matthäus 23 und dort Vers 5. Matthäus 23 Vers 5: "Alle ihre Werke tun sie aber, um von den Leuten gesehen zu werden. Sie machen nämlich ihre Gebetsriemen breit und die säumen ihre Gewänder groß." Ist es dir schon mal so gegangen, dass du etwas getan hast, um von anderen gesehen zu werden? Oder noch nie passiert? Das ist etwas, was nach diesen Worten den Glauben unmöglich macht. Wenn ich Dinge tue, um von Menschen gepriesen zu werden, wenn ich etwas nur tue, weil ich in den Augen anderer gut dastehen will, dann sagt Jesus, ist das gar kein echter Glaube. Und wie oft geschieht es, dass Gutes nur getan wird, damit andere es sehen? Echter Glaube zeigt sich erst dann, wenn ich das Gute tue, obwohl ich nicht damit rechnen kann, dass es irgendjemand sieht. Kennt ihr da eine berühmte Passage, wo Jesus dann darauf eingeht, am Ende der Zeit, da sagt er: "Ihr habt mir das und jenes getan", und sie sagen dann: "Wissen wir gar nicht. Wir haben nicht damit gerechnet, dass es irgendjemand sieht. Wir können uns gar nicht mehr daran erinnern, das war selbstverständlich für uns, wir haben da gar nicht drüber nachgedacht." Aber die, die dann sagen: "Aber haben wir nicht in deinem Namen..." die das offensichtlich getan haben, um später mal das vorbringen zu können. Selbstgerechtigkeit.
[45:24] "Wie könnt ihr glauben?" Es ist also möglich, dass wir die Bibel erforschen und dass wir viele gute Dinge tun und trotzdem dort sind, wo die Mitglieder des Sanhedrin waren, nämlich in einer Position, wo wir gegen Jesus kämpfen, weil wir nicht bereit sind, unseren Stolz auf den Altar zu legen, weil wir nicht bereit sind, einfach, wirklich einfach zu glauben.
[46:00] Schaut man in Römer 2 und dort Vers 29. Das ist quasi wieder das Gegenstück dazu. In Römer 2 Vers 29: "Sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und seine Beschneidung geschieht am Herzen, im Geist, nicht im Buchstaben nach. Seine Anerkennung kommt nicht von Menschen, sondern von Gott." Das heißt, da sind die einen Juden, die äußerlich ist befürworten und ihre Anerkennung kommt von Menschen. Das heißt, die haben sich dann an die Straßen gestellt und gesagt: "Schau mal, wir beten jetzt hier, große Gebetsriemen und die Leute waren beeindruckt und das war ihr Lohn." Jesus sagt: "Sie haben ihren Lohn schon empfangen." Und dann gibt es die, die am Herzen innerlich beschnitten sind, die es Gott erlauben, die Liebe zur Welt, die Fleischeslust, die Augenlust, den Hochmut des Lebens aus ihrem Herzen wegzuschneiden. Und die werden Lohn empfangen am Ende der Zeit durch Jesus, durch den Vater.
[47:18] Zurück zu Johannes 5. Zum Abschluss wollen wir kommen. Johannes 5. Also Jesus zeigt ihnen also auch, warum sie die Bibel vor Augen haben und trotzdem nicht zu ihm kommen. In diesen Versen quasi seziert er das Problem und sagt: "Das Problem ist, ihr habt die Liebe Gottes nicht in eurem Herzen. Ihr lasst den Heiligen Geist, der in der Bibel redet, nicht zu euch wirken, denn der Heilige Geist würde ja die Liebe Gottes in eure Herzen ausgießen. Ihr tut all das Gute nur aus Stolz und Stolz ist die Wurzel aller Probleme. Stolz, wer stolz ist, der ist auf der falschen Seite. Das ist das Problem, auch wenn die Bibel rückwärts auswendig kann."
[47:51] Vers 45: "Denkt nicht, dass ich euch bei dem Vater anklagen werde. Es ist einer, der euch anklagt: Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt." Also Jesus sagt: "Ich sehe das Problem, aber obwohl ich das könnte, ich werde euch nicht anklagen. Ihr seid schon längst angeklagt." Warum? Warum? Also Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. Meint er damit, ich dachte immer früher primär, das heißt Moses gerade am Thron Gottes, nicht wahr? Und haben die Juden jetzt darauf gehofft, dass Mose im Himmel für sie spricht? Ja oder nein? Wahrscheinlich nicht, denn die Sadduzäer haben nicht mal geglaubt, dass der Mose im Himmel ist. Die Sadduzäer haben nicht mal in die Auferstehung geglaubt. Also was meint er damit, wenn er sagt: "Ihr habt eure Hoffnung auf Mose gesetzt?"
[48:41] Genau, ihre Hoffnung war: Mose hat uns ein Gesetz gegeben, das ist unser Leben und wenn wir das Gesetz auswendig können und all das tun, was im Gesetz steht, wir lesen alle Buchstaben und wir versuchen, dass jeder Buchstabe in unserem Leben abgehakt werden kann, das ist unsere Hoffnung. Und dann sagt Jesus: "Genau dieser Mose, auf den ihr eure Hoffnung setzt, der klagt euch an." Und das ist verständlich, wenn man den Galater liest. Schaut mal, Galater Kapitel 3 Vers 10. Galater 3 Vers 10, da heißt es: Galater 3 Vers 10: "Denn alle, die aus Werken des Gesetzes sind, die sind unter dem Fluch, denn es steht geschrieben: Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in all dem, was im Buch des Gesetzes geschrieben steht, um es zu tun."
[49:48] Was Jesus sagt, ist: Wenn ihr eure Hoffnung auf Mose setzt, ohne Jesus, wenn ihr sozusagen das Gesetz zu eurer Hoffnung macht, ohne den, auf den das Gesetz hinweist, dann habe ich schlechte Nachrichten für euch, denn müsst ihr alles tun, was das Gesetz sagt, und zwar von eurer Geburt an. Und hier ist das Problem, ich habe es nicht getan. Ihr werdet angeklagt. Das Gesetz, das ihr rühmt und das ihr durch die Straßen tragt und sagt: "Schaut mal, wir sind das Feuer Gottes, wir sind das Feuer Gottes, wir können es auswendig, das ist unser Buch." Dieses Buch klagt euch an. Und das ist, was sie nicht verstanden haben. Sie waren stolz, die Bibel zu kennen und haben nicht gewusst, dass die Bibel sie anklagt, damit sie zu Jesus getrieben werden. Ja, sie haben in der Bibel alles Mögliche gesehen, nur nicht den Finger Gottes, der in ihre Wunde gelegt wird.
[50:44] Und das ist die Frage: Wie lesen wir die Bibel? Forschen wir in der Bibel einfach nur, um mehr zu wissen, oder forschen wir in der Bibel, damit Gott den Finger in die Wunde legen kann? Weil nur dann komme ich mit dem Problem auch zu Jesus und nur dann habe ich wirkliches Leben. Ansonsten erforsche ich in der Bibel und meine in ihr ewiges Leben zu haben und komme nicht zu Jesus. Wisst ihr, wer an dem Problem krankt? Es gibt jemanden, von dem Jesus sagt: "Du denkst, du bist reich und hast keinen Mangel und erkennst nicht, dass du arm, ewig und bloß bist. Du meinst, ewiges Leben zu haben, aber du kommst nicht zu mir. Ich stehe draußen vor der Tür. Mach doch die Tür auf." Das ist das Problem der Pharisäer und der Sadduzäer im Sanhedrin, das gleiche Problem, was Laodizea hat, das heißt, was wir haben. Und dadurch wird plötzlich diese Botschaft so unglaublich brisant. Weil es ist natürlich einfach zu sagen: "Meine Güte, Jesus steht vor dem Sanhedrin, wieso können die nicht sehen, dass er der Sohn Gottes ist? Haben die Tomaten auf den Augen? Warum sehen die das nicht?" Jesus sagt: "Wir haben das gleiche Problem."
[52:04] Das heißt übrigens, das war eine Gerichtsszene. Laodizea ist das Volk des Gerichts. Johannes 5, Vers 45: "Wenn wir unsere Hoffnung auf die Prophetie setzen und Jesus nicht im Herzen haben, dann ist es die Prophetie, die den Finger auf uns zeigt." Wenn wir unsere Hoffnung auf das Gesetz legen und sagen: "Wir sind Adventisten, wir halten den Sabbat, deswegen werden wir in den Himmel kommen" und wir kommen nicht zu Jesus, dann wird es dieser Sabbat sein, der mit dem Finger zeigt und sagt: "Schau mal, du hast ihn nicht mehr gehalten."
[52:37] Vers 46: "Denn wenn ihr Mose glauben würdet, so würdet ihr auch mir glauben, denn von mir hat er geschrieben." Übrigens, das gilt andersrum genauso. Wer Jesus glaubt, glaubt auch Mose. Damals wollte man das Alte Testament, aber Jesus wollte man nicht. Heute will man oft das Neue Testament, aber man will das Alte nicht. Wer das eine glaubt, glaubt auch das andere. Und damit sagt Jesus: "Ihr lest Mose, ihr forscht sogar in Mose und ihr habt sogar eine gute Intention, ihr wollt ewiges Leben haben, aber ihr glaubt es nicht oder nützt es nichts."
[53:22] Und dann Vers 47: "Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?" Das ist ein interessanter Vers, der sagt nämlich, man kann Jesu nicht glauben, wenn man nicht auf das Alte Testament glaubt. Das ist, was da steht. Wenn ich das Alte Testament verwerfe, kann ich das Neue nicht glauben. Aber es geht noch weiter. Zur Zeit von Jesus an dieser Stelle, das ist der letzte Gedanke, der ist sehr wichtig, den müssen wir uns gut einprägen. Zur Zeit von Johannes 5, wie groß war die Bibel damals? Also was war die Bibel damals? Das Alte Testament. Das, was Jesus sagte, gab es noch nicht als Buch. Das, was Jesus sagte, war quasi das neue Licht sozusagen. Das war die Offenbarung nicht durch die Bibel, sondern durch den Sohn Gottes selbst.
[54:17] Ja, das war direkt. Wir müssen ja verstehen, es gibt in der Bibel, es gibt in unserem Christen, Gott spricht nicht nur durch die Bibel zu uns. Er spricht auch durch den Heiligen Geist zu unserem Gewissen, er spricht durch die Natur, als verschiedene Kommunikationsquellen. Er könnte auch ohne weiteres durch einen jetzt lebenden Propheten sprechen. Das wäre möglich. Gott kann einen Esel dazu bringen, zu sprechen. Aber hier sagt Jesus: "Wenn ihr den Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?" Mit anderen Worten, wenn du dem geschriebenen Wort Gottes nicht glaubst, hast du keine Basis, auf der du wirklich dann anderen Offenbarungsquellen glauben kannst.
[55:00] Heute gibt es sehr viele Leute, die sagen: "Ich brauche die Bibel nicht, weil der Heilige Geist hat direkt zu mir gesprochen." Und der Heilige Geist kann direkt zu uns sprechen, er kann auch durch Träume zu uns sprechen, er kann alles Mögliche tun. Aber wenn wir der Schrift nicht glauben, wie kann ich dann der Direktorin, wie kann ich sie prüfen? Was Jesus damit sagt, ist, er bestätigt damit das, was Luther später Sola Scriptura nannte. Luther wusste auch, dass Gott nicht nur durch die 66 Bücher spricht, aber Luther wusste, es ist das einzige Fundament, auf dem alles andere geprüft werden kann. Und deswegen brauchen wir die Bibel. Und deswegen bringt Jesus so viel Zeit jetzt damit zu, in diesem letzten Abschnitt dieser Rede, das Wort Gottes zu sprechen. Nicht nur als eine religiöse Pflicht, sondern er zeigt damit, wie man Jesus wirklich annimmt, durch das Wort. Und das ist, wie wir gesehen haben, etwas, was wir als Laodizäer dringend brauchen. Wir brauchen wirklich richtiges Bibelstudium.
[55:59] Und ich glaube, das gilt für mich, für euch, für alle, die jetzt auch zuschauen. Wir müssen lernen, die Bibel noch persönlicher zu nehmen. Wirklich darüber nachzudenken, was Jesus mir in der Bibel sagen möchte. Und wenn wir das tun, dann werden wir unseren Auftrag auch erfüllen können. Und dann kann Jesus durch uns wirken. Wollen wir uns vornehmen, die Bibel zu erforschen und dann auch wirklich zu Jesus zu kommen. Jeden Tag aufs Neue. Lasst uns noch beten und diesen Teil abschließen.
[56:44] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast. Wir sehen, dass es einen echten Mangel gibt in unserem Leben. Ein Mangel an echtem Bibelstudium, so wie du es dir wünschst. Du hast uns das Wort nicht gegeben, nur damit wir klüger werden oder mehr wissen, sondern damit wir wirklich zu Jesus kommen und wissen, dass wir ewiges Leben haben und dieses Leben jetzt schon ausleben. Wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du uns hilfst, das Wort so zu lesen, so zu studieren, so aufzunehmen und vor allem so zu glauben, wie Jesus es hier dargelegt hat. Bitte hilf uns, dass wir Dinge nicht tun, weil andere sie sehen, sondern weil wir sie tun, weil sie richtig sind. Dass wir so leben, dass deutlich wird, dass wir dein Wort nicht nur für wahr halten, sondern dass wir aus deinem Wort leben, jeden Tag aufs Neue. Hab Dank, dass du es uns gegeben hast und dass wir dadurch den direktesten und festesten Kontakt mit dir haben können, der alle unsere Sorgen und Nöte überbrückt, dass wir in allen Problemen zu dir kommen können. Hab Dank dafür, Jesus, von ganzem Herzen. Amen.
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