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In dieser Predigtserie über den Galaterbrief beginnt Christopher Kramp mit dem Thema „Kein anderes Evangelium“. Er erklärt die historische und biblische Bedeutung des Galaterbriefes und wie er zu Reformationen in der Geschichte geführt hat. Die Predigt beleuchtet die Gefahren von Irrlehren und betont die Notwendigkeit, sich vom „bösen Weltlauf“ abzuwenden, um das wahre Evangelium zu leben.


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Serie: Die Krise und das Kreuz (Predigtserie über den Galaterbrief)

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Transkript

[0:00] Ich freue mich, dass wir heute gemeinsam Gottes Wort studieren können. Jahrelang haben wir uns ja darauf gefreut, dass 2017 Reformationsjahr sein wird. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass dieses Jahr ein historisches Jahr wird. Zeit genug, Grund genug, sich über die Reformation Gedanken zu machen. Reformation bedeutet, einen ursprünglich guten Zustand wiederherzustellen. Reform.

[0:54] Ich habe mich gefragt, womit sollen wir uns in diesem Jahr beschäftigen in den Predigten? Sollen wir einfach ein bisschen die Reformationsgeschichte Revue passieren lassen? Da wären wir eine extra Serie auf Joelmedia zu haben. Sollen wir einfach ein bisschen gegenwärtige Wahrheit lesen, wie wir es schon immer tun? Ich habe mich entschieden, mit euch in diesem Jahr ein Buch zu studieren. Ein ganzes Buch, das wie kein anderes in der Bibel das Anliegen der Reformation auf den Punkt bringt. Ein Buch der Bibel, das geschrieben worden ist, um Reformationen zu erzeugen. Als Paulus mit einer Gemeinde konfrontiert war, die Reformation nötig hatte, schrieb er dieses Buch.

[1:47] Ein Buch, das später in der Zeit der Reformation von Luther das Buch war, an dem Luther die reformatorischen Gedanken dargestellt hat. Und ein Buch, das in unserer eigenen Adventgeschichte 1888, als man eine Reformation des Evangeliums brauchte, eines der entscheidenden Bücher war, über die man gesprochen hat. Seht ihr, zur Zeit von Paulus war das Evangelium in die Krise geraten, in einigen Gemeinden. Und Paulus predigte das Evangelium vom Kreuz. Zur Zeit von Luther war das Evangelium in die Krise geraten. Man brauchte eine Reformation und Luther entdeckte die Bedeutung des Kreuzes neu. Und in unserer eigenen Geschichte 1888 ist das Evangelium in eine Krise geraten und das Kreuz musste neu entdeckt werden.

[2:49] Die Predigtserie, mit der wir uns das gesamte Jahr über mit einem biblischen Buch beschäftigen wollen, heißt "Die Krise und das Kreuz". Vielleicht habt ihr schon viele Predigten gehört, wo man sagt, naja, wir können heute nur einen Abschnitt daraus studieren, den Rest müsst ihr alleine machen. Schon mal gehört? Wir können nur einen kurzen Abschnitt aus diesem Buch lesen, wir haben nicht die Zeit, den Rest müsst ihr zu Hause machen. Ihr Lieben, ich habe den Eindruck, dass man das sonst nie tut. Man hört das, aber macht es eh nie. Und ich möchte mit euch Monat für Monat, Abschnitt für Abschnitt durch ein Buch hindurchstudieren, bis wir wirklich alle es begriffen haben und dabei selbst lernen, wie man die Bibel systematisch studiert. Solltet ihr irgendwann mal irgendeinen Sabbat verpassen, dann kommt die Segnung der Technik uns zugute. Ihr könnt es dann nachschauen. Wir wollen uns Abschnitt für Abschnitt durch das Buch der Reformation hindurchstudieren. Ein kurzes Buch, aber voller Inhalt. Wir wollen gemeinsam den Galaterbrief lesen.

[3:59] Aber bevor wir das tun, möchte ich euch einladen, mit mir gemeinsam niederzuknien für ein Anfangsgebet. Lieber Vater im Himmel, am Anfang dieses Jahres, das so sehr im Zeichen der Reformation steht, kommen wir zu dir und bitten dich, dass du Reformation wirkst. Nicht nur damals gab es Krisen, heute erleben wir in unserem eigenen Leben, in unserer Ortsgemeinde, in unserer weltweiten Gemeinde, dass es eine Krise des Evangeliums gibt. Und wir möchten dich bitten, dass wenn wir den Galaterbrief studieren, wir nicht einfach nur Verse lesen und Parallelverse anschauen, sondern dass du uns durch die Predigt des Kreuzes eine echte Reformation unseres Herzens, eine Reformation unserer Ortsgemeinde, eine Reformation der weltweiten Gemeinde schenkst. Wir möchten dich bitten, dass du mit deinem Heiligen Geist heute gegenwärtig bist, uns dein Wort aufschließt, damit wir verstehen, was du uns gesagt hast. Sprich du zu unseren Herzen und lass uns gute, richtige und weitreichende Entscheidungen fällen zu deiner Ehre. Im Namen Jesu, Amen.

[5:42] Unser Thema heute für die ersten zehn Verse des Galaterbriefes und ihr merkt schon, das werden Predigten sein, da lohnt es sich mitzuschreiben, da lohnt es sich Notizen zu machen, da lohnt es sich mitzudenken. Das Thema für heute ist: Kein anderes Evangelium.

[6:05] Irgendwann in grauer Vorzeit, da hörten die Volksstämme am Rhein und am Main im dunklen, sumpfigen Wald des heutigen Deutschlands und Frankreichs, da hörten die Kelten von unaussprechlichem Reichtum im Süden. 279 vor Christus fielen die Kelten im sogenannten Keltensturm in Griechenland ein. Sie verließen ihre kalten, sumpfigen Wälder, in denen wir heute leben, um das antike Griechenland zu plündern. Sie wollten sich mit dem eroberten Gold wieder zurück nach Europa machen, Mitteleuropa, als ein König in Kleinasien, Nicomedes I., der gerade in Thronstreitigkeiten involviert war, auf die Idee kam, 20.000 von ihnen in Kleinasien anzuheuern als Soldaten, als Söldner.

[7:14] So wurden 20.000 Kelten in Kleinasien zu Söldnern für den König von Bithynien, einem kleinen hellenistischen Königreich im Nordwesten der heutigen Türkei. Es waren die Telistobogier, die Tektosagen und die Trogmer, die drei Stämme der Volker. Als sie diesem König gedient hatten, wurden sie freigelassen und weil sie nichts mit sich anzufangen wussten, plünderten sie ganz Kleinasien zehn Jahre lang, bis man mithilfe von Kriegselefanten diese Kelten besiegte in der Elefantenschlacht und ihnen ein Territorium mitten im Zentrum der heutigen Türkei übergab. Man nannte diese Kelten griechisch Galatia und ihre Gegend Galatien.

[8:01] Nach wechselvoller Geschichte gab der letzte König der Galater, Amyntas II., in seinem Testament bekannt, dass er sein ganzes Reich den Römern vermache. So wurde Galatien eine römische Provinz. Die Römer machten die Provinz noch größer als das ursprüngliche Galatien und viele Städte, die gar keine Kelten eigentlich beheimateten, wurden Teil dieser Provinz. Jahrzehnte später reiste Paulus durch den Süden jener Provinz auf seiner ersten Missionsreise. In Iconium und in Lystra heilte er und predigte und gründete die ersten Gemeinden. Auf seiner zweiten Missionsreise durchzog er dieselben Gemeinden und ging dann auch nach Norden, wo die echten Kelten lebten.

[8:54] Seitdem streitet sich die Bibelwissenschaft, ob der Galaterbrief an die Nordgalater, die echte Kelten waren, oder die Südgalater geschrieben ist, die nur Griechen waren oder andere Heiden, die halt in der Provinz Galatien lebten. Die Frage ist total müßig, denn Paulus schreibt seinen Brief nicht nur an die Nordgalater und die Südgalater, er schrieb ihn an alle Christen und auch an uns.

[9:23] Als Paulus in Korinth war, hörte er, dass die frisch gegründeten Gemeinden, denen er das Evangelium, das reine Evangelium gepredigt hatte, sich durch Irrlehrer vom Evangelium hatten abbringen lassen. Er hörte davon, dass Menschen aus Jerusalem gekommen waren, die das Evangelium etwas anders predigten und die Gemeinden plötzlich anfingen zu glauben, Paulus hätte sie nicht richtig geführt. Die Situation war ernst, Paulus nahm sich seinen Stift und entgegen seiner Gewohnheit schrieb er diesen Brief selbst, er diktierte ihn nicht an andere.

[10:08] Fangen wir an in Galater Kapitel 1, wir lesen dort zunächst einmal die ersten fünf Verse. Galater Kapitel 1, Vers 1 bis 5. Paulus, Apostel, nicht von Menschen, auch nicht durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und Gott, den Vater, der ihn auferweckt hat aus den Toten und alle Brüder, die mit mir sind, an die Gemeinden in Galatien. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, dem Vater und unserem Herrn Jesus Christus, der sich selbst für uns zu Sünden gegeben hat, damit er uns herausrette aus dem gegenwärtigen bösen Weltlauf, nach dem Willen unseres Gottes und Vaters, dem die Ehre gebührt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

[10:54] Dieser Briefanfang, so hat es einmal E.G. Wagner, einer unserer Pioniere, formuliert, enthält bereits alles, was man braucht, um gerettet zu werden. Wenn wir nichts anderes hätten als diese fünf Verse, die eigentlich nur eine Eröffnung sind, jeder von uns könnte den Weg zum Leben finden. Paulus beginnt in Vers 1 mit den Worten: Paulus, Apostel, nicht von Menschen, auch nicht durch einen Menschen. Kann mir jemand von euch sagen, was ist ein Apostel? Was meint das Wort Apostel? Ein Gesandter. Paulus sagt, ich bin ein Gesandter, aber ich bin nicht ein Gesandter von Menschen oder durch Menschen. Meine Gesandschaft, meine Mission ist nicht menschlichen Ursprungs. Paulus wusste, dass ein Hörer als ein Mensch ihn für seine Aufgabe berufen hat.

[11:54] Lasst euren Finger hier drin oder ein Bändchen oder was auch immer. Wir werden immer wieder zurückkommen auf den Galater. Geht man wieder zur Apostelgeschichte. Apostelgeschichte 13 und dort Vers 2 bis 4. Paulus wusste, dass seine Aufgabe nicht von Menschen stammte. Apostelgeschichte 13 und dort Vers 2 bis 4. Als sie nun dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Herr, sprach der Heilige Geist: Sondert mir Barnabas und Saulus aus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe. Da fasteten und beteten sie, legten ihm die Hände auf und ließen sie ziehen. Paulus wusste, seine Mission kam direkt vom Heiligen Geist. Paulus wusste, dass menschliche Empfehlungen schreiben, menschliche Legitimierung, menschliche Abschlüsse nicht das sind, was einen Menschen zum Gesandten Gottes macht. Paulus wusste auch, dass er diese Gnade nicht verdient hat. Er hat immer von sich als dem Geringsten aller Apostel gesprochen, dem Größten aller Sünder, aber er wusste, dass seine Mission nicht von Menschen kommt.

[13:06] Lieber Freund, liebe Freundin, lieber Bruder, liebe Schwester, weißt du, von wem deine Mission kommt? Weißt du, dass Gott dich in die Gemeinde berufen hat, oder bist du hier, weil dein Prediger dich überzeugt hat, weil deine Eltern dich so erzogen haben, weil dein Freund dich mitgebracht hat? Bist du ein Gesandter Gottes und kannst du sagen: Ich bin ein Gesandter, nicht durch Menschen und nicht von Menschen. Ich habe meine Mission im Leben von Gott bekommen.

[13:40] Paulus hat deswegen seine Mission nicht leichtfertig genommen, weil er wusste, weil ihm Jesus begegnet war auf dem Weg zu Damaskus, weil er immer wieder durch Wunder und durch Bibelstudien erkannt hatte, dass Gott ihn gerufen hatte, weil der Heilige Geist ihn zum Apostel bestimmt hatte, nicht ein Gemeindeausschuss. Deswegen wusste er, was sein Auftrag ist. Er wusste, welche Bedeutung dieser Auftrag hat. Wie viele von uns sagen, dass wir Botschafter Gottes sind, aber haben keinen Eindruck, wie gewichtig diese Aufgabe ist, weil vielleicht wir nur Worte im Mund tragen, aber doch irgendwie allein von Menschen berufen sind.

[14:39] Aber obwohl Paulus nicht von Menschen gerufen worden ist und nicht durch Menschen Apostel wurde, war Paulus nichtsdestotrotz nicht allein. Schaut in Galater 1 und dort Vers 2. Er sagt: Paulus, Apostel, ist von Menschen und nicht durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und Gott, den Vater, den er auferweckt hat aus den Toten und alle Brüder, die mit mir sind, an die Gemeinden in Galatien.

[15:06] Paulus, obwohl er so sehr darauf bedacht lag, dass Gott der Vater und Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist ihn gerufen hatten, war trotzdem ein Mensch, der niemals eigenständig unabhängig agierte. Er war mit Brüdern zusammen, egal wo er sich befand. Immer war ein Lukas oder ein Barnabas, ein Titus oder ein Timotheus bei ihm. Paulus glaubte nicht an Gemeindearbeit nur durch mich allein. Er wusste, von wem er seine Mission hatte, aber er hatte immer Menschen, mit denen er zusammenarbeitete.

[15:42] Und dann kommen die Worte in Vers 3: An die Gemeinden in Galatien. Gnade sei mit euch und Friede von Gott dem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Wenn ihr schon mal ein bisschen die Briefe von Paulus gelesen habt, dann werdet ihr feststellen, dass das keine besondere Formulierung ist, oder? Buchstäblich jeder Brief von Paulus fängt an. Im Römer finden wir das. Der erste Korintherbrief beginnt so, der zweite, der Epheser, Philipper, Kolosser, Thessalonicher. Immer schreibt er: Gnade und Friede, Gnade und Friede, Gnade und Friede, Gnade und Friede. So sehr, dass ich einmal einen Theologen habe sagen hören: Über diese Worte sollte man nicht viel studieren, das war einfach eine ganz gewöhnliche Briefeinleitung. Gnade und Friede.

[16:26] So als ob der Paulus einfach ganz routinemäßig geschrieben hätte: Gnade und Friede. Ja, es ist wahr, Paulus schreibt an jede Gemeinde: Gnade und Friede, aber es ist immer noch das Wort Gottes. Derselbe Gott, der sagte: Es werde Licht und es wurde Licht, schreibt an jede einzelne Gemeinde, egal ob Rom oder Korinth, Thessalonich oder Philippi: Gnade und Friede mit euch. Egal, ob es eine Gemeinde ist, wie die Philipper, die voll im Glauben ist, oder eine Gemeinde, der alles drunter und drüber geht, wie bei den Korinthern. Egal, ob Paulus sie schon oft besucht hat, wie die Thessalonicher, oder noch nie. Egal, in welcher Gemeindesituation wir uns befinden, egal, wo unsere Gemeinde ist, im Norden, Süden, Osten, Westen auf dieser Weltkugel, egal, wo wir sind, wer wir sind, Gottes Wort an uns ist immer in jedem Fall: Gnade und Frieden.

[17:38] Derselbe Gott, der sagt: Es werde Licht und es wurde Licht, sagt: Gnade und Frieden. Wenn wir das annehmen, diese Brieferöffnung, dann werden Gnade und Frieden unseres. Der Paulus ist so ein brillanter Mann gewesen, denn in diese scheinbar unscheinbare Eröffnung webt er das gesamte Evangelium hinein, wie wir gleich sehen werden. Weiß nicht, hast du schon mal Menschen begrüßt, eine E-Mail geschrieben, einen Gruß am Anfang gesetzt? Wie oft passiert es uns, dass wir Menschen begrüßen und schon in die Begrüßung das ganze Evangelium hineinbringen.

[18:26] Der Paulus kann in einem Satz, in drei Versen die Leute begrüßen und ihnen bereits alles sagen, was sie brauchen, um gerettet zu werden. Selbst die einfachsten Umgangsformen waren für Paulus eine Gelegenheit, das Evangelium zu predigen. Lest diesen Gruß, Vers 3: Gnade sei mit euch und Friede von Gott dem Vater und unserem Herrn Jesus Christus, der sich selbst für unsere Sünden gegeben hat, damit er uns herausrette aus dem gegenwärtigen bösen Weltlauf, nach dem Willen unseres Gottes und Vaters. Drei Elemente, die das Evangelium ausmachen. Paulus beschreibt in einem Gruß das gesamte Evangelium.

[19:10] Zunächst einmal sagt er in Vers 4: Christus, der sich selbst für uns, für unsere Sünden gegeben hat. Was bedeutet das, dass Christus, Jesus sich gegeben hat? Halten wir fest, es heißt, er hat sich selbst gegeben. Niemand hat ihn gezwungen. Jesus hat freiwillig sich selbst gegeben. Matthäus 20, Vers 28. Was ist das Evangelium? Matthäus 20, Vers 28. Gleich wie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.

[20:07] Was hat Jesus gegeben, als er sich selbst gegeben hat? Seine Karriere, sein Geld, seinen Ruhm, all das und noch viel mehr. Er hat seine Existenz gegeben. Hast du dich schon mal ganz hingegeben, nichts zurückgehalten? Jesus hat nicht abgegeben, er hat sich selbst gegeben als Lösegeld und Jesus hat das ganz freiwillig getan. Schaut mal in Johannes 10, Vers 11.

[20:54] Ihr werdet sagen, ich weiß das schon, das habe ich schon gehört. Ratet mal, die Galater hatten das auch schon längst gehört. Paulus hat ihnen genau das gepredigt. Doch als es Reformation benötigte, fing Paulus genau damit wieder an. Johannes 10, Vers 11: Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Vers 17: Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wieder nehme.

[21:36] Viele Menschen haben die Idee, dass Gott, der Vater, Menschen retten wollte und deswegen irgendwie Jesus kam und Jesus vom Vater in den Tod geschickt wurde. So nach dem Motto: Ich will die retten, deswegen musst du sterben. Schon mal so ein Bild von Gott gehabt? Aber die Bibel sagt, dass Gott Jesus liebt, weil er sich gegeben hat. Mit anderen Worten, als Jesus den Vorschlag machte: Vater, ich könnte mich geben. Was war die Reaktion des Vaters?

[22:22] Was war die Reaktion des Vaters, als Jesus in diesem himmlischen Zusammentreffen, in den kein Engel hineinkam, dreimal hineingehen und sagte: Vater, hier bin ich. Ich möchte mich geben. Was war die Reaktion des Vaters? Ihr habt vielleicht gehört, dass es für ihn ein Kampf war. Ihr habt vielleicht gehört, dass es für ihn eine Auseinandersetzung war. Und ja, die Bibel und Ellen White machen das sehr deutlich, aber nicht, weil er die Idee schlecht fand. Nicht, weil er gedacht hat: Ich weiß nicht, ob das funktioniert. Ich weiß nicht. Es war nicht so, dass Jesus betteln musste: Bitte, bitte, bitte, und der Vater: Ich weiß nicht. Okay, dann doch. Die Bibel sagt, der Vater liebte ihn dafür.

[23:04] Mit anderen Worten, in dem ersten Moment, als Jesus ungefragt diesen Vorschlag machte, da hat der Vater gedacht: Das ist eigentlich das, was ich wünsche. Das ist das, was ich wirklich möchte, aber ich weiß nicht, ob ich dir das zumuten kann. Hast du es mal erlebt, dass jemand, der einen Vorschlag gemacht hat, der so für dich ist, aber du Angst hattest, ihm das tun zu lassen, weil du weißt, dass es für ihn bedeutet, dass du dich eigentlich freust, dass er den Vorschlag macht, aber du eigentlich sagst: Das ist zu viel, so viel Gutes kannst du mir nicht tun. Gott, der Vater sagt uns, die Bibel liebt Jesus umso mehr, weil er freiwillig gesagt hat: Lass uns gehen.

[23:44] Er gab sein Leben freiwillig. Vers 18: Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Jesus hat nicht einfach nur einen Auftrag ausgeführt, er hat sich freiwillig gegeben. Lieber Freund, liebe Freundin, lieber Bruder, liebe Schwester, ist dir bewusst, dass Gott, dass Jesus sich selbst gegeben hat? Ist dir bewusst, dass er im Himmel mit dem Vater gerungen hat, dass er es endlich darf, weil er sich geben wollte für dich? Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, ich habe Vollmacht, es wiederzunehmen. Er gab sein Leben, er nahm sein Leben, dann später in der Auferstehung. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

[24:44] Interessanterweise sagt uns die Bibel auch, warum Jesus das tat. Epheser 5 und dort Vers 2. Epheser 5 und dort Vers 2: Und wandelt in der Liebe, gleich wie auch Christus uns geliebt und sich selbst für uns gegeben hat. Lieber Bruder, liebe Schwester, ist dir heute Morgen bewusst, dass dich jemand so sehr geliebt hat, ja, dich so sehr liebt, dass er auf nichts verzichten wollte, nichts zurückbehalten wollte, sich selbst gegeben hat für dich?

[25:43] Wir wissen aus der Bibel, dass Jesus für wie viele Menschen gestorben ist? Für alle. Und das sagt sich so leicht. Und Paulus hätte im Galaterbrief auch sagen können: Er ist für alle Sünden gestorben, aber er sagt ein anderes Wort. Und Luther schreibt in seinem Galaterbrief dieses eine Wort. Das verstehen wir so selten, wir denken nicht oft genug darüber nach. Schaut in Galater 1, was dieses eine kleine Wörtlein ist, das die ganze Welt in unserem Kopf verändert. Galater 1 und dort Vers 4: Der sich selbst für unsere Sünden hingegeben hat. Zu viele Christen glauben, dass Jesus für alle gestorben ist, aber sie glauben nicht, dass er für sie gestorben ist, dass er sich für ihre Sünden hingegeben hat.

[26:37] Luther ermahnte die Gläubigen in der Zeit der Reformation, lange und viel über dieses nachzudenken, über meine Sünden, über deine Sünden. Jesus hat sich hingegeben für deine Sünden. Weißt du, welche Sünden du getan hast? Weißt du, welche Sünden du gerade tust? Für die, genau für die hat er sich hingegeben.

[27:12] Aber der Galatertext geht weiter. Es steht dort nicht: Der sich selbst für unsere Sünden gegeben hat. Was ist das nächste Wort, nach dem dort steht: Der sich selbst für unsere Sünden gegeben hat? Wie geht es weiter? Damit. Was leitet das Wort damit ein? Ihr Lieben, ich habe interessante Nachrichten für euch. Das Evangelium bedeutet nicht, dass Jesus Lust hatte zu sterben und er starb. Jesus ist nicht aus Selbstzweck ans Kreuz gegangen. Das Opfer Jesu hat ein Ziel. Damit. Er gab alles, damit. Er liebt uns, damit. Er hat sich für unsere Sünden hingegeben, damit.

[28:01] Die Frage heute Morgen ist die: Wenn wir an das Evangelium glauben, ist uns bewusst, warum er für mich starb? Was ist das Ziel? Damit. Was sagt der Paulus? Damit er uns herausrette aus dem gegenwärtigen bösen Weltlauf. Das Evangelium ist nicht, dass Jesus sich gegeben hat, damit wir im Sumpf der Welt einen Hoffnungsschimmer haben. Nicht nur, damit wir im Sumpf dieser Welt hören: Irgendwann kommt Rettung. Jesus hat sich hingegeben, um uns herauszuretten.

[28:35] Andere Frage: Was ist eigentlich der böse Weltlauf? Wir müssen wissen, woraus werden wir denn herausgerettet? Die Welt ist doch oft ganz schön. Der Schnee kann schön sein. Die Sonne ist schön. Die Blumen, wenn sie wieder blühen, sind schön. Meine, das ist die Bibel mit der Welt. Jesus rettet uns nicht heraus aus diesem Planeten zunächst einmal. Er rettet uns hinaus aus dem bösen Weltlauf.

[29:17] Alle von euch, die mehr als drei, vier Jahre alt sind, ihr wisst, dass die Welt eine Art hat, wie sie funktioniert, oder? Es gibt so eine Art und Weise, wie die Welt tickt. Und die Bibel sagt uns, dass der Fürst dieser Welt, wer ist? Der Satan. Schaut mal mit mir, was der Weltlauf ist. 1. Johannes 2, Vers 15 und 16. 1. Johannes 2, Vers 15 und 16.

[30:03] Er beschreibt hier ganz explizit, was die Welt ist. Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Frage an euch: Wie hat sich die Liebe des Vaters gezeigt? Was sagt die Bibel? Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab. Wie gesagt, darin besteht die Liebe nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass Gott uns geliebt hat. Die Liebe Gottes zeigt sich im Kreuz des Todes Jesu. Aber hier steht: Wenn wir die Welt lieben, haben wir nicht die Liebe des Vaters.

[30:48] Mit anderen Worten, wenn wir die Welt lieb haben, haben wir nicht die Opferung seines Sohnes und Sohnes. Macht das Sinn? Liebe Freunde, liebe Geschwister, das Evangelium, an das wir glauben, das Evangelium, weswegen wir uns Sabbat für Sabbat zusammentun, kennt eine klare, eindeutige Trennung zwischen dem Evangelium, dem Opfer Jesu und der Welt.

[31:11] Die Krise in Galatien, die Krise später im römischen Heiligen Reich deutscher Nation, die Krise in der Adventgemeinde ist immer eine Vermischung dieser beiden Bereiche in unserem Leben, in unserer Ortsgemeinde, in der weltweiten Gemeinde. Habt nicht lieb die Welt. Was ist die Welt? Vers 16: Denn alles, was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt.

[31:44] Paulus sagt, Jesus hat sich hingegeben, er hat alles bezahlt, den ganzen Himmel leer gemacht, um uns nicht darin zu trösten, nicht darin auf die Schulter zu klopfen, sondern um uns herauszuretten. Wenn man herausgerettet ist, wo befindet man sich? Nicht mehr da drin, oder? Wenn jemand im Schlamm steckt und ich rette ihn aus dem Schlamm, wo ist er dann? Irgendwo anders, aber nicht im Schlamm.

[32:12] Wenn die Bibel sagt, dass das Evangelium uns herausrettet aus diesem bösen Weltlauf, dann muss das wahre Evangelium, an das wir glauben, dass wir eine Reformation hochhalten, dass wir anderen predigen wollen, es muss uns herausretten aus der Fleischeslust, der Augenlust und dem Stolz. Und wenn wir immer noch in diesem Schlamm stecken und den Eindruck haben, dass das der Lauf der Zeit ist, der Lauf der Dinge, dann haben wir das Evangelium nur auf den Lippen getragen und dann brauchen wir Reformation. Das wahre Evangelium, das einzige Evangelium, das es wirklich gibt, ist das Herausretten aus der Welt. Bist du aus dem Lauf dieser Welt herausgerettet?

[33:09] Römer 12, Vers 1 sagt uns deutlich: Und passt euch nicht diesem Weltlauf an. Vers 2: Sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln. Reformation hat nicht nur damit zu tun, dass ein Papst Ablässe verkauft. Reformation hat damit zu tun, dass Menschen, die sich Christ nennen, zu oft, zu viel, zu nah an der Welt sind, zu viel Fleischeslust in ihrem Leben fördern und gern haben, zu sehr mit ihren Augen überall sind, nur nicht dort, wo sie sein sollen, zu stolz sind über sich selbst.

[34:00] Lieber Freund, liebe Freundin, lieber Bruder, liebe Schwester, lieber Zuschauer, kannst du heute Morgen sagen, dass Jesus sich aus dieser bösen Welt herausgerettet hat? Die Tatsache ist, dass die Welt mit ihrer Lust uns das Evangelium kaputt macht. 2. Korinther 4, Vers 4. Wir erkennen oft nicht mal unseren Zustand, weil dieser Vers hier genau das beschreibt, was passiert.

[34:36] 2. Korinther 4 und dort Vers 4: Bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt die Sinne verblendet hat, so dass ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet, welcher Gottes Ebenbild ist. Vielleicht versteht ihr noch nicht genau, was ich sagen möchte. Wenn wir uns Christ nennen, aber dem Fernsehprogramm der Welt die Woche lang unsere Aufmerksamkeit schenken, dann wird uns das Fernsehprogramm der Welt unsere Sinne so verblenden, dass wir in die Gemeinde kommen und nicht einmal verstehen, was das Evangelium ist und glauben, wir sind gerettet.

[35:11] Wenn wir Dinge tun, lästern, schlecht reden, schlechte Gedanken haben, dann werden wir weiter zur Gemeinde kommen, wir werden weiter singen und weiter beten und all das tun, aber wir werden das wahre Evangelium nicht sehen, weil die Welt unsere Augen verblendet. Und so braucht es eine Kraft von außen, eine Reformation, die kam noch nie von Menschen, die kam schon immer durch das Wort Gottes von außen, die uns aufrüttelt, wie die Galater aufgerüttelt werden mussten.

[35:41] Vielleicht sagst du: Ja, ich lebe doch in dieser Welt, ich kann doch nicht als Mönch mich abschotten. Jesus kannte diese Frage und Jesus gibt uns eine interessante Antwort. Schaut mal in Johannes 17, Vers 14 und 15. Er sagt: Jesus, ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hasst sie, denn sie sind nicht von der Welt, gleich wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.

[36:22] Jesus sagt, meine Nachfolger, Christen, sind so nicht von der Welt, wie ich nicht von der Welt bin. War Jesus in der Welt, ja oder nein? Hat Jesus gegessen? Hat Jesus Nachbarn gehabt? Hat Jesus Geschwister gehabt? Jesus hat mit all den Dingen zu tun gehabt, die auch wir zu tun haben. Er kannte das reale Leben, aber er war nicht von der Welt. Und Jesus sagt, genau so werden die sein, für die ich mich hingebe.

[37:05] Jesus konnte Fisch essen, ohne seinem Appetit zu frönen. Jesus konnte auf Sünder blicken, ohne die Sünde zu lieben. Jesus konnte mit bösen Menschen interagieren, ohne zurückzuschlagen. Jesus war in der Welt und doch nicht von der Welt. Und das Evangelium im Kern hat nichts anderes auszusagen, als dass Jesus alles gegeben hat, um dir und mir das zu schenken. Er hat alles gegeben, sagt Paulus, um uns herauszuretten aus diesem bösen Weltlauf.

[37:46] Zurück zum Galater. Es gibt einen dritten Aspekt zum Evangelium. Jesus hat alles gegeben. Er möchte uns herausretten und dann steht hier interessanterweise in Galater 1 und dort Vers 5. Vers 4, Entschuldigung: Nach dem Willen unseres Gottes und Vaters, dem die Ehre gebührt von Ewigkeit zu Ewigkeit.

[38:16] Lieber Freund, liebe Freundin, dass Jesus dich rettet, dass Jesus alles für dich gegeben hat, wie wir gerade gesagt haben, war nicht gegen Gottes Willen. Jesus musste Gott nie überzeugen. Es war Gottes Wille. Er hätte sich nur nicht getraut, aus Liebe zu Jesus, ihn dazu zu zwingen. Aber es war der tiefste, innerste Wille des Vaters, dass du und ich gerettet werden können.

[38:52] Und ich möchte etwas Interessantes zeigen mit dem Willen Gottes und unseren Willen. Schau dir mit mir zwei Bibeltexte an. In Jesaja 40, Jesaja 40 und dort Vers 8. Quatsch, Psalm 40, Entschuldigung, Psalm 40 und dort Vers 8 und 9. Was sehr, sehr Interessantes, was mir im Studium aufgefallen ist. Psalm 40 und dort Vers 8 und 9. Jesus spricht hier vor seiner Menschwerdung.

[39:15] Psalm 40, Vers 8 und 9: Da sprach ich: Siehe, ich komme. In der Buchrolle steht von mir geschrieben. Und wie geht es weiter? Deinen Willen zu tun, mein Gott, begehre ich, und dein Gesetz ist in meinem Herzen. Als Jesus auf die Welt kam, war sein Wille und Gottes Wille in welchem Verhältnis zueinander? Eins, oder? Was immer Gott wollte, wollte auch Jesus. Jesu Wille war eine Kopie des Willens Gottes.

[39:49] Aber jetzt Achtung, vergleich diesen Vers mit Matthäus 26. Matthäus 26 und dort Vers 39 und lest genau, lest mikroskopisch: Und er ging ein wenig weiter, warf sich auf sein Angesicht, betete und sprach: Das ist ein Gethsemane. Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser Kelch mir vorüber? Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.

[40:34] Als Jesus in Psalm 40 sagt: Ich komme auf die Welt, sagt er: Deinen Willen will ich tun. Da war sein Wille und Gottes Wille, Gottes Vaters Wille, eine derselbe. Aber in Gethsemane, sagt er: Da gibt es meinen Willen und Gottes Willen. Ihr Lieben, hier ist eine fundamentale Wahrheit. Warum hatte Jesus plötzlich einen anderen Willen als der Vater? Die Umstände waren so dramatisch, dass plötzlich sein eigener Wille in eine andere Richtung gegangen wäre.

[41:13] Ihr Lieben, Umstände können unseren eigenen Willen ändern. Mit anderen Worten, Jesus kam ja auf die Welt, weil er uns retten wollte, oder? Er wollte am Kreuz sterben, das war sein Wille. Aber als er in der Situation war, waren die Umstände so dramatisch, dass wenn er sich auf seinen eigenen Willen verlassen hätte, er etwas getan hätte, das er später bereut hätte. Könnt ihr das sehen? Er war doch in Gethsemane, weil er mal gewollt hatte, dass die Menschen gerettet werden, oder? Und er würde später im Himmel auch sagen: Das war genau das, was ich wollte. Aber in Gethsemane war ihm das nicht mehr so klar, dass er das mal wollte und dass er das dann wieder wollen wollte. In der direkten Situation war sein eigener Wille kein sicherer Maßstab.

[42:14] Und wenn das für Jesus so ist, kann es auch sein, dass wir am Anfang des Jahres uns vornehmen: Gott, dein Wille soll mein Wille sein. Ich werde die Gesundheitsreform umsetzen, ich werde mehr Bibel lesen, ich werde mehr beten, ich werde das und das tun, das ist mein Wille wie dein Wille. Schon mal erlebt, dass dann irgendwann später in der Situation dein Wille nicht mehr so eindeutig mit Gottes Wille zusammensteckt? Dass plötzlich wir einen anderen Willen haben als Gott? Und Jesus zeigt uns, dass wir in dieser Situation Gottes Willen tun müssen. Nicht, weil der recht haben möchte, sondern weil Gott weiß, dass wenn wir aus der Situation später herauskommen und zurückschauen, wir sagen: Wieder, das was Gott wollte, war ja eigentlich auch mein Wille. Ich habe es halt damals nur nicht so klar gesehen.

[43:09] Wer sich auf seinen eigenen Willen verlässt, der tut am Ende das, was er gar nicht wollte. Wer sich aber gegen seinen eigenen Willen für Gottes Willen entscheidet, der wird in der Ewigkeit sagen: Ja, genau das wollte ich eigentlich schon immer. Oder nicht? Was wir lernen können von Jesus ist, Gottes Willen zu tun. Ihm sei die Ehre in Ewigkeit, sagt Paulus. Das ist das Evangelium.

[43:45] Paulus schreibt dieses gesamte Evangelium in einem kurzen Gruß. In jedem anderen Brief von Paulus kommt nach dem Gruß das Kompliment. Er beginnt immer seine Briefe damit, dass er irgendetwas lobt. Die Freigiebigkeit, den Glauben, die Heiligkeit. Irgendetwas gibt es immer zu loben, egal ob die Gemeinde wirklich gut ist wie in Philipper oder ob da heilloses Durcheinander herrscht wie in Korinth. Er findet immer etwas zu loben, aber bei den Galatern lobt er gar nichts.

[44:30] Der Luther sagt, er hatte keine Zeit zum Loben. Die Sache war zu tödlich. Frage an euch: Kennt ihr noch eine Gemeinde in der Bibel, die einen Brief erhält, in der sich kein Lob befindet? Laodizea. Ich glaube, es ist nicht die einzige Parallele zwischen den Galatern und Laodizea. Vielleicht hatten die Galater sogar einen besseren Lebensstil als die völlig wüsten Korinther, wo das immoralisch drunter und drüber ging. Aber irgendetwas war bei den Galatern ganz fundamental in die Krise geraten und so verliert Paulus keine Zeit.

[45:13] Wir lesen weiter, Galater 1, Vers 6 und 7. Mich wundert, dass ihr euch so schnell abwenden lasst von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem anderen Evangelium, während es doch kein anderes gibt. Nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium von Christus verdrehen wollen.

[45:39] Schaut, wie gütig der Paulus schreibt. Er sagt nicht: Ich schäme mich vor euch. Er sagt nicht: Wie könnt ihr nur. Was sind seine Worte? Mich wundert. Und das ist Gottes Wort. Könnte es sein, dass Gott auch manchmal über mich und dich sagen muss: Ich wundere mich. Nach all dem, was ich dir gezeigt habe, nach all dem, was du erkannt hast, wundere ich mich, was du tust. Mich wundert, dass ihr euch so schnell abwenden lasst.

[46:13] Ich weiß nicht, wer von euch schon mal mit kleinen Kindern gespielt hat. Mit kleinen Kindern kann man so Bauklötzer spielen, oder? Es dauert meistens eine ganze Zeit, bis man so einen richtig schönen Turm gebaut hat. Wie lange brauchen die Kinder, um diesen Turm wieder kaputt zu machen? Dann pustet man mal durch und sagt: Meine Güte, weißt du nicht, wie lange das gedauert hat?

[46:50] Der Luther schreibt das in seinem Galaterkommentar. Er sagt, es dauert manchmal Jahre, um eine Gemeinde zu reformieren. Und dann können es Kleinigkeiten sein, unbedachte Handlungen, dahergeredet, irgendein so ein dahergelaufener Irrlehrer, der innerhalb kürzester Zeit wieder viel kaputt machen kann. Vielleicht denkst du, dass deine Sünde nicht besonders dramatisch ist, aber bist du dir bewusst, dass du mit Sünden in der Gemeinde schnell etwas kaputt machen kannst, was andere in langer Arbeit aufgebaut haben?

[47:21] Die Heiden, so stellt man jetzt fest, waren nicht besser als das Volk Israel, oder? Psalm 106. Die Geschichte Israels ist ja im Wesentlichen genau diese Geschichte. Psalm 106 und dort Vers 12 und 13. Da heißt es erst so schön in Vers 12: Schaut mal, wie wunderbar. Da glaubten sie seinen Worten und sangen sein Lob. Vers 13: Aber sie vergaßen seine Werke bald, sie warteten nicht auf sein Rad.

[47:59] Es ist die Geschichte der Zeitalter, dass Menschen Gott finden, dass sie seinem Wort glauben, dass sie ihn loben und preisen mit Tränen in den Augen, ergriffen von der Wirkung des Heiligen Geistes in ihrem Leben, nach Hause gehen und drei Wochen oder drei Tage, manchmal drei Stunden später, es wieder vergessen haben. Gott spricht darüber im Hosea. Hosea 6 und dort Vers 4.

[48:23] Gott verwendet eine Sprache, die fast zeigt, wie verzweifelt er ist. Hosea 6, Vers 4: Was soll ich mit dir tun, Ephraim? Was soll ich mit dir tun, Juda? Eure Liebe ist so flüchtig wie eine Morgenwolke, ja, wie der Tau, der früh vergeht. Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du in dein Leben zurückschaust, in die letzten Monate und Jahre, vielleicht die letzten Wochen, kannst du das auch sehen, dass du schnell begeistert warst, aber noch schneller Jesus wieder vergisst.

[49:09] Nicht wundert, dass ihr euch so schnell abwendet, abwenden lasst, eigentlich im Griechischen: euch selbst abwendet, so als ob sie sich selbst im Wege stehen. Und Paulus deutet an, dass als er den Brief schreibt, dieser Abfall noch vor sich geht. Er ist erstaunt, wie schnell dieser Abfall geht. Dieses Wort "abwenden" bedeutet im klassischen Griechisch eigentlich einen Vertrag zu ändern, als hätte man einen Vertrag unterschrieben und schnell wird er geändert, als würde man eine Armee desertieren, weglaufen, fahnenflüchtig werden.

[49:46] Interessanterweise wird dieses Wort im Alten Testament in der griechischen Übersetzung verwendet, um die alten Landmarken zu verrücken, die alten Wegmarken. Da heißt es in den fünften Büchern Mose: Du sollst die alten Wegmarken nicht verrücken, die alten Grenzsteine, die Landmarks, wie unsere Pioniere sagten. Offensichtlich haben die Galater wesentliche Grenzsteine des Glaubens verrückt, haben sich verrücken lassen, haben sich verrückt machen lassen durch Menschen, die sie verwirrt haben.

[50:17] Zurück zum Galater. Das heißt es: Nicht wundert, dass ihr euch so schnell abwenden lasst von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat. Fragt euch, wer ist es, der die Galater berufen hat? Was, Paulus? Wer ist es, der Menschen in die Gnade Christi beruft? Es ist Gott, sagt sich die Bibel an vielen Stellen, dass Gott uns in seine Gnade ruft. Und Paulus macht ihm damit deutlich: Euer Abweichen vom wahren Evangelium ist ein Abweichen von Gott.

[50:59] Aber was meint der Paulus damit, wenn er sagt: Zu einem anderen Evangelium, während es doch kein anderes gibt? Das ist doch merkwürdig, oder? Ja, was nun? Ist es ein anderes Evangelium oder gibt es kein anderes Evangelium? Was meint ihr? Er sagt: Ihr habt euch abwenden zu einem anderen Evangelium, während es kein anderes Evangelium gibt. Der Trick dahinter ist, dass das Deutsche zwei griechische Worte mit demselben Wort wiedergibt. Ich will das mal illustrieren.

[51:40] Das ist ein Liederbuch, oder? Das ist ein anderes Liederbuch, oder? Das ist ein anderes Liederbuch. Es gibt zwei Worte. Das eine ist "allos", ein anderes, ein weiteres. Das ist ein Liederbuch, das ist ein weiteres Liederbuch. Allos. Aber dann ist das ein "heteros". Kennt ihr vielleicht von Heterosexualität? Da gibt es nämlich Mann und Frau, sehr unterschiedlich. Andersartig. Und was Paulus sagt, wenn man das eigentlich wörtlich übersetzen würde, er sagt: Mich wundert, dass ihr euch so schnell abwenden lasst zu einem "heteros", einem andersartigen Evangelium, während es doch kein "allos", kein weiteres gibt. Das Evangelium, das die Galater gehört haben, war vollkommen anders in seiner Natur. Es war keine zweite Option. Ein anderes Evangelium.

[52:48] Nun, Irrlehrer, so sagt der Luther, sehr interessant, Irrlehrer sind wie Räuber und Diebe und Mörder. Die kommen meistens des Nachts ganz versteckt, dass man sie nicht merkt. Und der Gott dieser Welt, der Satan, der die Gemeinde zerstören möchte, die weltweite Gemeinde und die Ortsgemeinde und auch unser persönliches Leben, der kommt versteckt. Schaut man 2. Korinther 11 und dort Vers 4.

[53:14] 2. Korinther 11 und dort Vers 4. 2. Korinther 11 Vers 4: Denn wenn der, welcher zu euch kommt, einen anderen Jesus verkündigt, den wir nicht verkündigt haben, oder wenn ihr einen anderen Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so habt ihr das gut ertragen.

[53:46] Die Irrlehrer sprechen auch von Jesus. Die Irrlehrer sprechen auch vom Heiligen Geist und die Irrlehrer sagen auch, was sie das Evangelium predigen. Liebe Freunde, in unserer Zeit sind so viele falsche Jesus unterwegs, so viele falsche Heilige Geiste und so viele falsche Evangelien, dass die Botschaft von Galater höchst aktuell ist. Und vielleicht folgen auch wir einem falschen Jesus und einem falschen Geist und einem falschen Evangelium. Denn das wahre Evangelium sagt doch, dass es uns herausrettet. Und ein Evangelium, in dem Jesus gepriesen wird und der Heilige Geist angerufen wird, aber das uns nicht herausrettet aus dem bösen Weltlauf, ist nicht das Evangelium. Es ist ein anderes Evangelium. Heteros. Obwohl man glaubt, dass es eigentlich nur eine andere Variante ist. Dasselbe in Grün. Nein, nicht dasselbe in Grün. Giftig.

[54:53] Was ist das wahre Evangelium? Paulus sagt uns das in einem Brief, der ganz eng mit dem Galaterbrief verknüpft ist, dem Römerbrief. Römer 1, Vers 16. Vielleicht könnt ihr es auswählen. Was sagt Paulus? Ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist was? Es ist was? Gottes Kraft zur Errettung für jeden. Rettung von wo? Von woraus? Habt ihr aufgepasst? Rettung aus dem bösen Weltlauf. Das wahre Evangelium besagt, dass Gott Kraft hat, weil er alles gegeben hat, hat er durch Kraft die Möglichkeit, uns herauszuretten. Das ist das wahre Evangelium.

[55:39] Was ist das falsche Evangelium? Was war das, was die Galater gehört hatten und was sie angefangen hatten zu glauben? Schaut mal in Galater 6. Man kann den Galaterbrief nicht verstehen ohne diesen Vers. Galater 6, Vers 12. Dort beschreibt Paulus, was die Botschaft dieser neuen Prediger waren, die dort diese Gemeinden verwirrt haben.

[55:57] Alle, die im Fleischwohl angesehen sein wollen, nötigen euch, dass ihr euch beschneiden lasst. Ah, da haben wir es. Die Irrlehrer waren gesetzliche Leute, die das Alte Testament gefördert haben, oder? So könnte man denken. So hat selbst Luther gedacht und den Punkt verpasst. Aber lest den Vers mal weiter. Übrigens, nebenbei gesagt, könnt ihr verstehen, warum die Galater darauf eingefallen sind? Hier kommt Paulus nach Galatien, die Kelten, obwohl sie waren, hatten keine Ahnung von der Bibel. Paulus predigt das, das, das und sie nehmen es an. Und dann kommen andere Leute aus Jerusalem mit Bart, mit einer guten Kenntnis des Alten Testamentes und sagen: Wusstet ihr, dass in ungefähr gefühlten 3000 Stellen steht, dass ihr euch beschneiden lassen müsst? Hat euch Paulus von 1. Mose 17 erzählt? Hat euch davon erzählt? Oh, hier steht tatsächlich Beschneidung. Tatsächlich, haben wir nie gehört. Paulus, warum hast du das nicht gesagt? Seht ihr die Dynamik? Wie schnell lassen wir uns durch irgendjemanden verwirren, weil wir die Bibel nicht selbst kennen?

[57:14] Aber lest den Vers weiter in Galater 6. Warum haben die das gepredigt? Lasst euch beschneiden, weil sie so ein unglaubliches Verlangen nach dem Alten Testament hatten? Nein, nein, nein, nein. Was sagt der Text? Das heißt es, dass ihr euch beschneiden lasst, nur, was der einzige Grund, damit sie nicht um des Kreuzes des Christus willen verfolgt werden.

[57:43] Was war die Situation? Damals gab es viele jüdische Kirchen. Es gab die sadduzäische Kirche und die Kirche der Pharisäer und die Kirche der Theropäuten. Alle hatten die Beschneidung. Und dann gab es diese neue Sekte, die aufgrund von Daniel 9 eine gegenwärtige Wahrheit verkündete, nämlich, dass der Messias schon da ist und dass jetzt äußerste Zeit der Buße ist. Eine prophetische Wahrheit, die keine andere Kirche hatte. Jetzt kommen diese Lehrer und sagen: Ja, ja, ja, der Paulus, immer mit seinen Exklusivansprüchen. Der Paulus, der hat sich jetzt nur auf diese neue gegenwärtige Wahrheit vom Kreuz hier bezogen. Schaut mal, es gibt so viele andere Gläubige, so viele andere, die auch ans Alte Testament glauben, die auch zu Gott beten, die auch am Sabbat zur Gemeinde gehen, die auch Zehnten zahlen, die auch das Heiligtum haben, die nur ans Kreuz nicht glauben. Eine große Anzahl von anderen Kirchen, aber die sich alle beschneiden lassen. Wenn ihr also wirklich Teil davon seid, konzentriert euch nicht so sehr auf das Kreuz, weil man wird dafür auch verfolgt. Das ist unstrittig, diese Lehre. Aber mit der Beschneidung seid ihr auf der sicheren Seite. Sie wollten angesehen sein.

[59:07] Was sagt Paulus über das wahre Evangelium? Ich schäme mich nichts. Aber dieses falsche Evangelium achtet darauf, wie die Welt einen sieht. Warum kam es zur Zeit von Luther zur Reformation? Weil Jahrhunderte vorher die Kirche geschaut hatte, wie sie in den Augen der Welt dasteht. Man wollte die Heiden beeindrucken und hat das Heidentum in die Kirche gelassen, oder? Wenn wir heute in unserem eigenen Leben als Ortsgemeinde, als deutschlandweite Gemeinde oder als weltweite Gemeinde versuchen wollen, gut angesehen zu sein, dann warnt uns Paulus. Das ist ein falsches Evangelium.

[59:48] Und deswegen wird Paulus wirklich kühn. Vers 8 und 9, schaut mal diese Verse an. Also Paulus hat selten so dramatisch gesprochen. Selbst Luther, der nicht auf den Mund gefallen war, war ziemlich erstaunt darüber.

[1:00:01] Vers 8: Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden, als das, was wir euch verkündigt haben, der sei was? Verflucht. Wie wir es zuvor gesagt haben, so sagen wir es auch jetzt wiederum. Wenn jemand euch etwas anderes als Evangelium verkündigt, der sei verflucht.

[1:00:23] Man beachte die Reihenfolge. Paulus fängt nicht mit den Irrlehrern an. Wer ist der Erste, den er aufzählt? Er sagt: Wenn wir. Er hätte sagen können: Wenn irgendein Irrlehrer etwas anderes sagt, als ich gepredigt habe, dann hätte er den Eindruck erweckt, dass die Leute ihm folgen sollen. Aber Paulus geht es nicht nur um die Irrlehrer, ihm geht es viel allgemeiner. Er sagt: Wenn ich noch mal zu euch komme und euch etwas anderes predige, als was ich euch vorher gepredigt habe, dann bin ich verflucht.

[1:00:44] Paulus wollte, dass die Gläubigen nicht nach Menschenmeinung glauben, denn er war ein Apostel nicht von Menschen und nicht durch Menschen und die Gläubigen sollten sich nicht von menschlicher Meinung abhängig machen. Sei ganz ehrlich, melde dich nicht, aber sei ganz ehrlich in deinem Herzen. Das, was du glaubst, glaubst du es, weil du es selbst gefunden hast oder glaubst du es dir, weil ein vertrauenswürdiger Prediger es dir beigebracht hat? Glaubst du es, weil ein Prediger, dem du wirklich vertraust, dem du nichts Böses unterstellst, das so gepredigt hat? Oder hast du es selbst entdeckt? Weißt du es selbst?

[1:01:24] Paulus sagt: Vertraut nicht auf mich. Er geht zurück auf weiter. Er sagt: Wenn ein Engel vom Himmel kommt. Ich frage mich, was würde passieren, wenn ein fünf Meter großes Wesen, so hell wie die Sonne, in unseren Wohnzimmern erscheinen würde und uns sagen würde, dass 1844 nicht ganz so wichtig wäre? Könntest du diesem fünf Meter großen, hell leuchtenden Wesen mit der Bibel in der Hand sagen, dass er ein falscher Engel ist?

[1:02:02] Jesus war in der Situation, oder? Als er 40 Tage in der Wüste gewesen war, kam ein Engel vom Himmel und sagte ihm: Weißt du was, Gott hat dich gern. Nur an dieser einen Sache musst du selbst um sich sorgen. Ein falsches Evangelium. Was hättest du gesagt? Oh, danke Gott. Aber leider muss der Satan nicht einmal Engel vom Himmel schicken.

[1:02:36] Es reicht schon, wenn er ein Prediger an das Pult stellt, der uns sagt: Naja, wenn du das und das tust, Ellen White sagt zwar, das ist nicht gut, aber eigentlich ist das nicht so schlimm. Oh, zum Glück kann ich das machen. Passt doch so und so, hat er gesagt. Und der Gemeindeleiter in der Gemeinde, der macht das ja auch nicht. Dann brauche ich das auch nicht, oder? Satan braucht heutzutage keine Engel mehr vom Himmel zu schicken. Wir sind schon viel eher zu kriegen mit der Meinung von irgendjemandem, der irgendwas sagt, was uns gut gefällt.

[1:03:03] Er sei verflucht. Egal, ob es Paulus selbst ist oder ein Engel vom Himmel oder irgendjemand anderes, wer das Evangelium verändert, sei verflucht. Lasst euch niemals einreden, dass die Lehre unwichtig ist. Darf man als Prediger mal aus Versehen was Falsches sagen? Passiert die ganze Zeit. Die Jünger von Jesus haben auch am Anfang gesagt, er wäre der Sohn von Josef von Nazareth. Die waren nicht deswegen verflucht. Wir alle haben nur Stückwerk im Kopf. Wenn wir bereit sind, uns führen zu lassen, werden wir viele Fehler machen und Gott korrigiert uns. Aber hier geht es um Menschen, die aus dem Drang heraus, angesehen zu sein, bei anderen das Evangelium wissentlich verändern und andere sogar noch so unterrichten.

[1:03:47] Paulus sagt, die sind verflucht. Wenn wir unsere Lehre ändern, wenn wir unsere Glaubensüberzeugung ändern, wenn wir das, was wir über Gott denken, ändern, weil wir in der Welt sein wollen oder wenigstens ab und zu Urlaub dort machen wollen, dann bleibt ein Fluch auf uns. Und der Fluch Gottes ist kein Zauberstab, mit dem er uns für immer unfähig macht.

[1:04:03] 5. Mose 28 sagt uns, wer ist verflucht? 5. Mose 28, Segen und Fluch. Was ist der ausschlaggebende Punkt zwischen Segen und Fluch? Der Gehorsam. Diejenigen, die das Gesetz übertreten, sind verflucht. Wenn also dieses andere Evangelium zum Fluch führt, dann ist es ein Evangelium, wo man angeblich die Gesetze Gottes nicht halten kann, wo man sie übertreten muss oder darf.

[1:04:35] Nehemia 13, Vers 25, aus Zeitgründen sage ich das nur so, könnt ihr euch mitschreiben. Nehemia verflucht in Nehemia 13, 25 die Juden, die sich mit anderen Religionen vermischen durch Ehe. Und dann Matthäus 25, Vers 41, vielleicht der wichtigste Text. Matthäus 25, vielleicht sagt ihr: Naja, das gilt mir nicht, ich habe ja ein gutes Evangelium. Ich glaube, die Dreifache Engelsbotschaft, da bin ich auf der richtigen Seite.

[1:05:04] Matthäus 25, Vers 41: Dann wird er auch denen zur Linken sagen: Geht hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, denn ich bin hungrig gewesen und ich habe mich nicht gespeist. Ein rein theoretisches Evangelium ist genauso ein "heteros", ein falsches Evangelium.

[1:05:34] Könnte es sein, dass wir heute Morgen feststellen, dass auch wenn wir vielleicht nicht vollständig ein falsches Evangelium glauben, unser Evangelium längst nicht so rein ist, wie es sein sollte. Paulus, so sagt uns der Galaterbrief, hatte seine neugewonnenen Schäfchen in Galatien gewarnt. Er sagte: Wie ich es euch zuvor gesagt habe. Gott sendet Warnungen und trotzdem ist es passiert. Paulus ist in jede Gemeinde gezogen, die er neu gründete, hat das Evangelium gepredigt und vor den Irrlehrern gewarnt.

[1:06:16] Wisst ihr, woran mich das erinnert? Kennt ihr noch eine Stelle in der Bibel, wo das Evangelium gepredigt wird und direkt danach wird vor den Irrlehrern gewarnt? Ich sah einen anderen Engel im Himmel fliegen, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen und dann heißt es: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen und betet den an, der gemacht hat, Himmel, Erde, Meer und Wasserquellen, das ewige Evangelium. Und das Nächste, was er tut, ist: Sein anderer Engel, der sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, das mit dem Glutwein seiner Unzucht die Völker getränkt hat. Die Warnung vor der Irrlehre, das wahre Evangelium wird immer vor dem Irrtum warnen.

[1:06:50] So kommen wir zum Schluss. Für heute. Paulus, der diesen leidenschaftlichen Appell an seine frisch getauften, frisch gegründeten Gemeinden richtet, stellt eine rhetorische Frage in Galater 1, Vers 10. Er sagt: Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus.

[1:07:14] Lieber Freund, liebe Freundin, lieber Bruder, liebe Schwester, wie lebst du dein Leben? Möchtest du Menschen gefallen oder möchtest du Gott gefallen? Liebe Ortsgemeinde, liebe deutschsprachige Gemeinde, die dir zuschaut, wollen wir Menschen gefallen oder wollen wir Gott gefallen? Folgst du dem wahren Evangelium, das Jesus alles gegeben hat, um dich herauszuretten, oder folgst du einer anderen Variante, die dir irgendjemand beigebracht hat, die du dir selbst geschustert hast, von der du denkst, dass es ja auch dasselbe in Grün ist und du erkennst, wie gefährlich die Lage ist?

[1:08:06] Wer hat in deinem Leben die Priorität? Als allerletzten Vers schauen wir in Jakobus 4, Vers 4. Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist. Heute Morgen möchte ich euch herausfordern, zu Beginn dieses Reformationsjahres eine Sache gründlich zu verstehen. Man kann auf Dauer als Christ nicht gleichzeitig Christ und in der Welt sein. Das geht nicht. Man kann nicht gleichzeitig Freund und Feind von Gott sein. Wir müssen uns entscheiden und Gott hat diese Entscheidung verdient.

[1:08:57] Hat er nicht uns zu lange hinken sehen auf beiden Seiten? Hat er nicht mich zu lange zugesehen, wie ich diese Linie immer wieder verwischt habe? Was wollen wir den Menschen über die Reformation erzählen, wenn wir die Grundprinzipien der Reformation des Evangeliums nicht selbst tun? Heute Morgen haben wir die Wahl, ob wir Jesus es erlauben wollen, uns herauszuretten, aus was immer uns gefangen hält, was immer wir vielleicht unwichtig halten, aber das Wort Gottes verdammt, um der Welt ein Zeugnis zu sein, in dieser Welt zu leben, aber nicht von dieser Welt zu sein. Das wahre Evangelium umzusetzen.

[1:09:47] Ich möchte sagen, ich möchte keinem anderen Evangelium folgen. Wenn es dein Wunsch ist, lade ich dich ein, aufzustehen. Ich möchte heute Morgen die Gelegenheit geben, wenn es jemanden gibt, der sagt: Ich habe heute erkannt, ich bin mit einem Bein in der Kirche, mit einem in der Welt und das muss stoppen und ich möchte heute damit anfangen, dann möchte ich dich einladen, für ein besonderes Gebet nach vorne zu kommen. Wenn alles okay ist, bleib wo du bist, aber wenn du weißt, es gibt etwas, wo ich zu nahe, zu tief, zu weit in der Welt bin, du möchtest heute damit aufhören, dann komm nach vorne.

[1:10:35] Wir wollen Reformationen nicht nur predigen, wir wollen Reformationen erleben. Gibt es jemand, der sagt: Ich muss das erleben? Kommt ihr nach vorne, die Plattform ist groß und weit. Gibt es noch jemand, der nicht Angst vor Menschen hat, sondern der sich, der Gott fürchtet und ehrlich ist, dass in seinem nicht alles in Ordnung ist? Kommt nach vorne, kommt zu mir. Rede ich denn Menschen zuliebe oder Gott zuliebe? Wenn du in deinem Herzen jetzt denkst: Was werden die anderen für mich denken, dann ist das genau das Problem. Dann wäre das der erste Grund, nach vorne zu kommen.

[1:11:19] Gibt es noch jemand, der sagt: Ich brauche Reformationen? Wenn in deinem Leben du das erlebt hast, dann bleib stehen, wo du bist, ein Zeugnis dafür, dass das Evangelium wirkt, als Ermutigung für die, die nach vorne gekommen sind. Aber lass diese Gelegenheit nicht vergehen. Wir wollen in unserem Herzen aufräumen, in unserer Gemeinde aufräumen, in dem, was Gott uns gegeben hat.

[1:11:46] Bevor wir niederknien, gibt es noch jemand, der sagt: Ich möchte diese Gelegenheit nutzen. Gott ruft dich. Er möchte keine halbe Sache. Der Galaterbrief ist nicht schwer, es ist keine Theologie, es ist ein Aufruf zur echten Reform. Wollen wir gemeinsam niederknien, die wir hier haben?

[1:12:15] Lieber Vater im Himmel, danke, dass dein Wort wie ein Messer, wie ein Schwert in unsere Seele dringt und das trennt, was nicht zusammengehört. Danke, dass du unsere Herzen durchbohrst, nicht durch menschliche Worte, sondern durch deinen Heiligen Geist. Herr, ich selbst brauche Veränderungen und so viele andere sind heute nach vorne gekommen, weil sie wissen, dass wir zu oft zwischen der Welt und dir hin und her gewechselt sind, dass wir zu schnell uns haben abwenden lassen von dem Evangelium, dass unsere Liebe oft nur wieder Morgen taucht.

[1:13:12] Und Herr, heute knien wir hier hilflos, wie wir sind und bitten dich, dass du uns herausrettest. Du hast alles gegeben, nicht damit 2000 Jahre lang dein Name in Predigten erwähnt wird, nicht damit viele Lieder über dich komponiert werden, sondern damit du uns herausretten kannst. Und so vertrauen wir darauf, dass du das tun willst und tun möchtest. Heute legen wir alles, was wir haben, unsere geheimen Sünden, vielleicht die öffentlichen Sünden, den Zorn, den Neid, den Streit, Eifersucht, schlechte Gedanken, schlechte Gefühle, Augenlust, Fleischeslust, Hochmut, Stolz. All das legen wir auf den Altar und noch vieles mehr.

[1:14:03] Und danken dir, dass du, Herr Jesus, aus freien Stücken das Lösegeld bezahlt hast. Wir wollen von nun an der Welt ein Zeugnis geben, ein Zeugnis geben für die Kraft des Evangeliums. Wir wollen so leben, dass du mit Wohlgefallen auf uns herabschauen kannst, egal was Menschen sagen. Und wir danken dir, dass dein Evangelium so unglaublich stark wirkt.

[1:14:32] Und jetzt möchten wir dich bitten, dass an diesem Sabbatag wir diese Gedanken beibehalten, dass wir darüber nachdenken, dass wenn wir nach Hause gehen und auch in den nächsten Tagen, wir vielleicht nicht wissen, was wir studieren sollen, einfach diesen Galaterbrief wieder vornehmen. Die Verse, die wir heute gelesen haben, noch einmal durchdenken, bis wir sie selbst ganz verstehen. Wir wollen auf sicherem Boden stehen und uns nicht von Menschen oder Engeln oder sonst jemandem verführen lassen.

[1:14:56] Und so bitten wir dich von ganzem Herzen, dass du uns segnest. Und wir danken dir, dass wir wissen dürfen, dass der Brief von Paulus in den Galatern eine Reformation erzeugt hat, dass er in der Zeit von Luther tausend Menschen geholfen hat und es uns heute helfen kann. Hab danke für Jesus, für alles, was du getan hast, was du tust und noch tun wirst. Wir wollen uns dir ganz hingeben, so wie du dich für uns hingegeben hast. Amen.


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