[0:00] Herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour Nummer 13. Ich freue mich, dass ihr wieder zugeschaltet habt und dass wir zusammen dieses sehr, sehr spannende Thema studieren dürfen, auf die Vorbereitung auf den Sabbat am 23. September. Wir möchten, wie es gute Gewohnheit ist, mit einem Gebet starten und dann das Wort aufschlagen. Lieber Jesus, wir können so viel lernen aus deinem Wort und wir bitten dich, dass wir jetzt den Heiligen Geist haben, um es zu verstehen, richtig auszulegen und dass dieses sehr wichtige, relevante Thema Wahrheit wird in unserem Leben und dass wir es schaffen, es umzusetzen mit deiner Hilfe. Herr, wir danken dir für all das in deinem Namen. Amen.
[1:21] Das Evangelium und die Gemeinde. Wir betrachten in dieser Lektion den ersten Teil des sechsten Kapitels von Galater und wir starten mal damit, dass wir einmal den Vers 1 bis Vers 10 durchlesen, um einen kleinen Eindruck zu bekommen, worum es heute gehen soll. Dort heißt es ab Vers 1 in Kapitel 6 im Galaterbrief: "Brüder, wenn auch ein Mensch von einer Übertretung übereilt würde, so helft ihr, die ihr geistlich seid, einem solchen im Geiste Sanftmut wieder zurecht. Und gebt dabei acht auf dich selbst, dass du nicht auch versucht wirst. Einer trage des anderen Lasten und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen. Denn wenn jemand meint, etwas zu sein, da er doch nichts ist, so betrügt er sich selbst. Jeder aber prüfe sein eigenes Werk und dann wird er für sich selbst den Ruhm haben und nicht für einen anderen. Denn jeder Einzelne wird seine eigene Bürde zu tragen haben. Wer im Wort unterrichtet wird, der gebe dem, der ihn unterrichtet, Anteil an allen Gütern. Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten. Denn wer auf sein Fleisch sät, der wird vom Fleisch Verderben ernten. Wer aber auf den Geist sät, der wird vom Geist ewiges Leben ernten. Lasst uns aber im Gutes tun nicht müde werden. Denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten. So lasst uns nun, wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun, besonders aber an den Hausgenossen des Glaubens."
[3:30] Wir haben hier in diesen elf Versen zahlreiche wertvolle Gedanken über ein erfolgreiches und harmonisches Gemeindeleben. Im Laufe dieser Betrachtung wollen wir herausfinden, wie man diese wertvollen Prinzipien in die Tat umsetzen kann und anwenden kann. Das Gemeindeleben kann sehr herausfordernd sein. Es konfrontiert einen manchmal mit Menschen und mit Sachverhalten oder Dingen, die uns viel Kraft, Zeit und manchmal auch Nerven kosten. Aber wir möchten heute sehen, wie sehr es sich lohnen kann, diese zu investieren.
[4:15] Lasst uns schauen in Johannes 9 und dort Vers 4. Johannes, Kapitel 9 und dort Vers 4. Dort heißt es: "Ich muss die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist. Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann." Sein Vers mit Worten von Jesus. Jesus tat die Werke des Vaters und wir sollen die Werke von Jesus tun, weil wir Repräsentanten sind dessen, dem wir angehören, dessen Kinder wir sind. Wir wandeln sozusagen in seinen Wegen, weil Jesus in den Wegen des Vaters gewandelt ist. Und wenn wir bedenken, was Jesus für die Gemeinde getan hat, dann könnte es nicht vollständiger sein als das, was er gegeben hat. Sein Leben, sein Alles, sein ganzes Sein in Ewigkeit hat er für die Gemeinde auf dieser Welt geopfert. Und wir sollen es ihm gleich tun. Das ist die Aufforderung.
[5:29] Ich möchte mit euch zwei Texte im Lukasevangelium betrachten. Zuerst Lukas 6 und dort Vers 33 bis 35. Lukas 6, ab Vers 33 bis 35. "Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für einen Dank erwartet ihr dafür? Denn auch die Sünder tun dasselbe. Und wenn ihr denen leiht, von welchen ihr wieder zu empfangen hofft, was für einen Dank erwartet ihr dafür? Denn auch die Sünder leihen den Sündern, um das Gleiche wieder zu empfangen. Vielmehr liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, ohne etwas dafür zu erhoffen. So wird euer Lohn groß sein. Und ihr werdet Söhne des Höchsten sein, denn er ist gütig gegen die Undankbaren und die Bösen."
[6:21] Gutes tun, ohne etwas dafür zu erhoffen, eigentlich eine wirklich schwere Aufgabe, eine Herausforderung, der wir im Gemeindeleben eigentlich, der wir oft begegnen. Warum sollen wir das tun? Warum sollen wir vor allem denen Gutes tun, von denen wir nichts zurück erwarten können? Es hat wieder mit Jesus zu tun. Denn Jesus ist gestorben, als wir noch Sünder waren, als wir ihm nichts zurückgeben konnten. Und wenn wir ehrlich sind, können wir ihm eigentlich nie das zurückgeben, in dem Maße, was er verdienen würde für das, was er für uns getan hat. Dieses Verhalten also, anderen Gutes zu tun, von denen ich es nie zurück erwarten könnte, weil sie vielleicht krank sind, schwach sind oder was auch immer sie sind, das spiegelt eigentlich im höchsten Maße Gottes Verhalten wider. Und Gott fordert uns dazu auf, das zu tun.
[7:43] Der zweite Text im Lukas-Evangelium ist im Kapitel 14. Und dort Vers 12 bis 14. Lukas 14, 12 bis 14. "Er sagte aber auch zu dem, der ihn eingeladen hatte: Wenn du ein Mittags- oder Abendmahl machst, so lade nicht deine Freunde, noch deine Brüder, noch deine Verwandten, noch reiche Nachbarn ein, damit nicht etwa auch sie dich wieder einladen und dir vergolten wird. Sondern wenn du ein Gastmahl machst, so lade Arme, Krüppel, Lahme, Blinde ein. So wirst du glückselig sein. Denn weil sie dir nicht vergelten können, wird es dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten."
[8:34] So ein schöner Text. Ein Gleichnis, was Jesus gibt über die Wohltätigkeit. Dieses Gleichnis enthält eine Aufforderung. Die Aufforderung heißt: Lade die ein, die dir nichts vergelten können. Ganz ähnlich zu dem Text in Lukas 6. Denen Gutes tun, die es mir nicht zurückgeben können. Und es enthält neben der Aufforderung auch eine Verheißung. Und die Verheißung finden wir in Vers 14: "So wirst du glückselig sein." Das heißt, Gott gibt uns eine Aufgabe, denen Gutes zu tun, von denen wir nichts zurückerwarten können. Und gleichzeitig sagt er: Wenn du das tust, dann wird es dir gut gehen. Du wirst glücklich sein, du wirst Freude haben. Und ich denke, dass wir alle schon mal sowas erlebt haben, dass wir jemandem etwas Gutes getan haben und dem Geber, also uns, hat es mehr Freude gemacht, als dem, der empfangen hat. Das können Kleinigkeiten sein, das können auch große Dinge sein. Aber so ein Verhalten liegt uns Menschen eigentlich nicht von Natur aus inne. Dazu brauchen wir Gottes Liebe und Gottes Kraft. Denn der Mensch denkt an sich selber. Der Mensch ist egoistisch und er möchte, wenn er etwas gibt, auch es wieder zurückbekommen. Aber Gott funktioniert nicht so. Das sind nicht göttliche Prinzipien. Gottes Prinzip ist: Ich gebe und ich erwarte nichts zurück.
[10:21] Ich möchte mit euch schauen in Matthäus Evangelium und dort Vers Kapitel 23, den Vers 5. Dort heißt es über die Pharisäer: "Alle ihre Werke tun sie aber, um von den Leuten gesehen zu werden. Sie machen nämlich ihre Gebetsriemen breit und die Säume an ihren Gewändern groß." Hier haben wir einen Kontrast zwischen den beiden Lukas-Texten und zu diesem Matthäus-Text. Die Pharisäer haben ihre guten Werke nach außen getragen. Sie wollten gesehen werden. Sie wollten angesehen sein für ihre guten Werke. Vielleicht haben sie sie sogar gezählt, wer weiß. Und die Bibel stellt hier diesen beiden Verhaltensweisen gegenüber.
[11:14] Gehen wir zurück in Galater 10. Galater 6 Vers 10. "So lasst uns nun, wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun, besonders aber an den Hausgenossen des Glaubens." Wir, wenn wir anderen etwas geben, haben wir Freude, so wie wir gerade das betrachtet haben. Und es kann in der Gemeinde viele verschiedene Gestalten haben, wie man etwas Gutes tut oder was man Gutes tut. Es müssen nicht materielle Dinge sein. Es kann eine Umarmung sein. Es kann ein Trostwort sein, manchmal auch ein Gespräch, ein Seelsorgegespräch oder einfach auch nur zuhören, wenn der andere von Sorgen geplagt ist. Es kann ein kleiner Blumenstrauß sein. Es kann auch ein gekochtes Essen sein für eine Familie, die einen Umzug hat. Es können so viele Kleinigkeiten und auch so viele bedeutende große Dinge sein, die hier unter dem Wort "Gutes tun" eingeschlossen sind.
[12:38] Wir möchten noch mal zurück ins Matthäus-Evangelium und jetzt aber Kapitel 25 anschauen und dort den Vers 40. Matthäus 25 und dort den Vers 40. "Und der König wird ihm antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."
[13:12] Ich fand diesen Vers wichtig in die Lektion dieser Woche hineinzunehmen, wenn wir darüber nachdenken, dass wir anderen Gutes tun, die uns das nicht vergelten können. Denn wenn wir so handeln, dann hat das bei Gott ganz großen Wert. Wenn wir nicht aus egoistischen Motiven handeln, um etwas Gutes zu bekommen, nicht politisch denken, um uns irgendwo gutzustellen, sondern wenn wir die Selbstlosigkeit an den Tag legen, die Jesus hatte und die Gott der Vater hat. Und diese Selbstlosigkeit, die gibt, ohne zu erwarten, die wird bei Gott ganz groß honoriert, sowohl wir auch vorher schon in den Texten gelesen haben.
[14:00] Ein Beispiel ist auch die Fußwaschung, die Jesus uns gegeben hat. Ich weiß nicht, wie es in eurer Gemeinde ist, wenn Fußwaschung stattfindet, aber die Beobachtung, die ich gemacht habe, ist, dass oft die Gleichen miteinander die Füße waschen. Die Mutter mit der Tochter, die Freundin mit der Freundin. Und ja, vielleicht wäre es eine Herausforderung für uns, mal mit jemandem die Füße zu waschen, von dem wir nichts erwarten können oder mit dem wir einen Streit hatten. Auch darin äußert sich dieses Prinzip, anderen Gutes zu tun, ohne etwas dafür zu erwarten.
[14:52] Letztendlich ist dieses Prinzip, was Gott uns dort gegeben hat, ein Prinzip, was uns charakterlich helfen soll. Dass wir geben, selbstlos geben, ohne dass wir aufrechnen. Denn dieses Aufrechnen hat Gott auch nie gemacht und es würde sich auch für uns nicht gut ausgehen lassen, wenn Gott mit uns aufrechnen würde.
[15:35] Gehen wir zurück zum Galater Kapitel 6 und ich möchte noch mal in den Vers 1 schauen. Dort heißt es: "Brüder, wenn auch ein Mensch von einer Übertretung übereilt würde, so helft ihr, die ihr geistlich seid, einem solchen im Geiste Sanftmut wieder zurecht und gebt dabei acht auf dich selbst, dass du nicht auch versucht wirst."
[15:59] Wir haben hier drei Ratschläge in diesem Vers. Hier spricht es von Menschen, die geistlich sind, die sozusagen die Helfer sein sollen. Also bedeutet das, wenn wir anderen Schwächeren helfen, dass wir ihnen geistlich helfen, dass wir geistliche Motive verfolgen oder eine geistliche Einstellung zu ihren Problemen haben und nicht aus anderen Motiven handeln, die vielleicht aus ganz persönlicher Verletzung oder Egoismus heraus sind.
[16:37] Der zweite Ratschlag ist, dass wir mit Sanftmut helfen sollen und ich glaube, diesen Aspekt kann man nicht genug betonen. Ich kenne niemanden, der gerne kritisiert wird und da schließe ich mich mit ein. Niemand mag gerne von anderen zurechtgewiesen werden und gerade da ist die Sanftmut das höchste Gebot, dass wir auf ganz einfühlsame Weise, auch mag der Fehler noch so groß sein beim anderen, auf die einfühlsamste Weise dem anderen begegnen.
[17:24] Der dritte Ratschlag am Ende des Verses heißt, dass wir auf uns selber achten sollen, damit wir nicht versucht werden. Und wir gehen darauf noch später noch etwas mehr ein, aber es kann manchmal sein, dass wenn man sich sehr in die Probleme einer anderen Person hinein vertieft, um ihr zu helfen, dass man manchmal selber an Straucheln gerät. Das kann der eine Punkt, einer Grund dieses Ratschlages sein. Der andere Grund des Ratschlages kann auch sein, dass man stolz wird, weil man sozusagen einer schwächeren Person hilft. Aber dazu später noch ein paar Verse und Worte mehr.
[18:15] Schauen wir in Jakobus, Kapitel 5. Jakobusbrief, Kapitel 5 und dort die Verse 19 bis 20. Die letzten beiden Verse dieses Buches. "Brüder, wenn jemand unter euch von der Wahrheit abirrt und es führt ihn einer zur Umkehr, so soll er wissen, wer einen Sünder von seinem Irrweg zur Umkehr führt, der wird eine Seele vom Tod erretten und eine Menge Sünden zudecken."
[18:53] Diesen Gedanken, dass die Liebe die Sünden zudeckt, den finden wir auch in 1. Petrus 4, Vers 8. Ist es eigentlich naheliegend für uns oder leichter für uns, eine Sünde zu kritisieren, wenn wir sie entdeckt haben? Es ist leicht für uns, jemanden zurechtzuweisen, aber es ist sehr schwer, jemanden zur Einsicht zu bringen und zu einer echten Herzensumkehr zu bewegen. Ganz oft im zwischenmenschlichen Bereich belassen wir es bei dem Kritisieren und Aufdecken von Sünden des anderen. Darin sind wir sehr gut. Aber was erfordert es von uns, eine Sünde beim anderen in Demut und Sanftmut anzusprechen und ihn mit Geduld und Liebe so lange zu tragen, bis er den Weg zu Gott zurückgefunden hat? Nicht immer gelingt das, denn es gehören zwei dazu. Derjenige muss natürlich wollen und Gott an sich wirken lassen. Aber es erhöht sozusagen die Chance, wenn wir mit dieser Art vorgehen, dass wir den anderen gewinnen können.
[20:07] Ein Aspekt, der dabei wichtig ist, ist die Langmut. Das finden wir auch in 1. Thessalonicher 5, Vers 14. Wir sollen langmütig sein, die Geduld nicht zu schnell enden lassen. Denn manchmal kann es Jahre dauern oder Jahrzehnte, bis ein Mensch seinen falschen Weg einsieht und wieder zurückkehrt. Und natürlich können wir Menschen dabei helfen, mit Gesprächen, mit Gebeten. Aber der Heilige Geist ist der, der die eigentliche Umkehr bewirkt. Und da kann das Gebet ein ganz großer Beitrag sein, dass Gott auch in das Herz der Person vordringen kann.
[21:00] Noch einmal möchte ich ins Matthäus-Evangelium schauen mit euch. Und wahrscheinlich habt ihr schon auf diese Textpassage gewartet. Sie liegt ja bei dieser Lektion auf der Hand, dass wir in Matthäus 18 schauen. Und dort die berühmten Verse 15 bis 17. Dort finden wir die sehr bekannten Prinzipien, wie wir mit Sünde zwischen Geschwistern umgehen sollen. Dort heißt es ab Vers 15: "Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so gehe hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Hört er aber nicht, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit jede Sache auf der Aussage von zwei oder drei Zeugen beruht. Hört er aber auf diese nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er aber auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und ein Zöllner."
[22:15] Alles beginnt mit dem Einzelgespräch. Es beginnt nicht mit dem Tratschen bei anderen, nicht mit dem Einzelgespräch mit Unbeteiligten, sondern es beginnt mit dem Einzelgespräch mit demjenigen, mit dem ich ein Problem habe. Und es geht hier wieder, es ist wie ein roter Faden, es geht wieder um das Gewinnen. Und hier heißt es ja auch in Vers 15, dass man den Bruder gewinnen soll. Es geht nicht nur um das Benennen und Aufzeigen der Sünde. Das sollten wir wirklich, ja jeder persönlich, sich auf die Fahne schreiben, dass das Ziel des ganzen Kritisierens oder der Gemeindezucht das Gewinnen derjenigen Person ist. Und man mag darüber nachdenken, wie viele Geschwister vielleicht heute noch in der Gemeinde wären, wenn man so mit ihnen umgegangen wäre.
[23:16] In 3. Mose 19 finden wir einen Ratschlag, der ebenfalls sehr wertvoll ist in diesem Zusammenhang. Wenn zwei Menschen miteinander ein Problem haben, dort heißt es in 3. Mose 19, im Vers 17: "Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern du sollst deinen Nächsten ernstlich zurechtweisen, dass du nicht seinetwegen Schuld tragen musst." Ein sehr wertvoller Ratschlag, wenn wir ein Problem haben, nicht den Groll in uns hineinzufressen, sondern mit demjenigen das Gespräch zu suchen. Denn der Groll zerfrisst einen manchmal mehr als das Problem an sich. Und so wie es hier heißt, dass du nicht seinetwegen Schuld tragen musst, denn auch da können wir uns versündigen. Aber natürlich ist das alles leichter gesagt als getan. Und dennoch gibt Gott die Kraft und das Wollen und das Vollbringen, das auch zu schaffen.
[24:36] Wir wollen in 1. Korinther 10 schauen. 1. Korinther 10 und dort den Vers 12 betrachten. Dort geht es um das Fallen. Wir haben vorher schon mal diesen Aspekt gehabt, dass wir aufpassen sollen, dass wir nicht selber in Sünde fallen. Dort heißt es in 1. Korinther 10, Vers 12: "Darum, wer meint, er stehe, der sehe zu, dass er nicht falle."
[25:05] Wenn man geistig stark ist, wenn man eine tragende Säule in der Gemeinde ist, wenn man eine Vertrauensperson vielleicht ist in der Gemeinde, ein Diakon, dann gibt uns dieser Vers den Rat, dass wir darüber nicht stolz werden. Denn in den Sprüchen heißt es: "Stolz kommt vor dem Zusammenbruch und Hochmut vor dem Fall." Wir sollen nicht uns über die Sünde des anderen erheben, sondern Mitleid haben, wie Jesus Mitleid gehabt hat. Wir sollen nicht stolz werden, dass wir nicht diese Probleme haben, sondern dafür beten und helfen, dass derjenige dort herauskommt.
[26:09] Einen sehr interessanten Vers, den ich gefunden habe, finden wir ebenfalls in den Sprüchen und dort im 28. Kapitel. Sprüche 28 und dort in Vers 18. "Wer unsträflich wandelt, wird gerettet. Wer aber ein Doppelleben führt, wird auf einmal fallen." Hier heißt es in der Schlachterbibel unten in der Anmerkung, dass man das auch übersetzen kann, dieses Doppelleben mit "auf zwei Wegen gehen". Man nennt das wahrscheinlich in der Umgangssprache Heuchelei oder man zeigt zwei Gesichter. Man hat das Gesicht von Sonntag bis Freitag und dann hat man das Sabbatgesicht. Und die Bibel sagt, dass man dieses Doppelleben vermeiden soll und warnt, dass man sonst zu Fall kommt.
[27:05] Wir möchten zwei Beispiele in der Bibel anschauen, in denen Gottesmänner in Sünde gefallen sind und betrachten, wie sie dort wieder rausgeholt oder rausgebracht wurden. Zwei sehr berühmte, relevante, lehrreiche Beispiele. Das erste handelt vom König David und wir finden die Geschichte im 2. Samuel 12. Dort kommt der Prophet Nathan zu David nach seiner Sünde mit Batseba und dem Mord an ihrem Mann. Und noch hat David keine Reue gezeigt und Gott schickt ihm einen Propheten, einen ganz besonderen Propheten.
[28:05] Wir lesen einmal im 2. Samuel 12, den Vers 1-7. "Und der Herr sandte Nathan zu David. Als dieser zu ihm kam, sprach er zu ihm: Es waren zwei Männer in einer Stadt, der eine reich, der andere arm. Der reiche hatte sehr viele Schafe und Rinder, der arme aber hatte nichts als ein einziges Lämmlein, das er gekauft hatte. Und er nährte es, sodass es bei ihm und mit seinen Kindern aufwuchs. Es aß von seinem Brot und trank aus seinem Becher und schlief in seinem Schoß und erhielt es wie eine Tochter. Als aber ein Reisender zu dem reichen Mann kam, da reute es ihn, von seinen eigenen Schafen und von seinen Rindern eines zu nehmen, um dem Wanderer, der zu ihm gekommen war, etwas zuzubereiten. Dann nahm er das Lamm des armen Mannes und bereitete es dem Mann zu, der zu ihm gekommen war. Da entbrannte der Zorn Davids sehr gegen den Mann und er sprach zu Nathan: So wahr der Herr lebt, der Mann, der dies getan hat, ist ein Kind des Todes. Dazu soll er das Lamm vielfältig bezahlen, weil er dies getan und keine Barmherzigkeit geübt hat." Da sprach Nathan zu David: "Du bist der Mann."
[29:27] So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe dich zum König über Israel gesalbt und ich habe dich aus der Hand Sauls errettet. Man könnte jetzt noch den Rest des Kapitels lesen und ihr dürft es gerne zu Hause tun. Aber ich denke, diese Verse reichen, um uns die Geschichte wieder ins Gedächtnis zu rufen. Diese Geschichte ist eines der besten Beispiele in der ganzen Bibel, wie jemand seinen Bruder, der in Sünde gefallen ist, im Einzelgespräch überführt, ohne ihn dabei persönlich anzuklagen oder anzugreifen, sondern vielmehr hilft er ihm, seine Sünde selber zu sehen, zu erkennen und zuzugeben.
[30:19] Nathan hatte hier ohne Zweifel ganz viel Weisheit von Gott, eine ganz feine Art, die dieser Mann an den Tag legt. Und es heißt auch in Vers 1, dass der Herr Nathan gesandt hatte. Ihr kennt es vielleicht aus dem eigenen Gemeindeleben, dass nicht jeder jedem alles sagen kann. Manchmal braucht es die richtige Person, die einer anderen etwas aufzeigt. Und so hat Gott es auch in diesem Fall gemacht. Hätte Nathan die Sache gleich beim Namen genannt, wer weiß, wie David reagiert hätte, ob er überhaupt gehört hätte, was er mit Nathan getan hätte. Aber vielleicht liegt es auch ein wenig an der Mentalität. Wir kennen ja die Gepflogenheiten verschiedener Kulturen. Zum Beispiel habe ich erlebt, dass die asiatische Kultur eine unglaublich höfliche ist. Ja, man würde bei Asiaten niemals den anderen so angreifen, dass er sein Gesicht verliert vor anderen. Auch in orientalischen Ländern tut man sowas nicht. Wir Europäer sind da leider ein bisschen anders. Wir haben da nicht so viel Fingerspitzengefühl und Feingefühl, wir sind ein bisschen gröber. Aber gerade dann haben wir diese ganz feine Art und diese Weisheit von oben umso mehr nötig.
[32:01] Und natürlich gibt es auch unterschiedliche Menschentypen, dem liegt das mehr, dem anderen weniger, diese feine Art mit anderen Menschen zu haben. Es ist, wie gesagt, der Sanftmut und der Weisheit Nathans zu verdanken. Und natürlich Gottes Wirken, dass David seine Sünde eingesehen hat und bereut hat. Und es ist eine echte Wissenschaft, jemanden zu gewinnen und zur Einsicht zu bringen. Und es ist keine leichte Sache. Es braucht gute Menschenkenntnis und es braucht ein gutes Empathievermögen, Einfühlungsvermögen.
[32:46] Die andere Geschichte, die wir betrachten wollen, neben der von David, ist die von Petrus. Und dort lesen wir nur einen Vers, weil ihr die Geschichte sicherlich gut kennt, die Petrus widerfahren ist, in Matthäus 26 und dort Vers 4. Petrus hat seinen Heiland dreimal verleugnet und wir wollen betrachten, wie Jesus damit umgegangen ist. Es ist in Matthäus 26, in dem Vers 34. "Jesus spricht zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, in dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen."
[33:30] Petrus selber war von dem Verrat, den er begangen hatte, und als der Hahn krähte, unglaublich erschrocken. Noch erschrockener war er, als er danach Jesus in die traurigen Augen blickte, weil dieser Blick mehr sagte als tausend Worte. Petrus ging fort und weinte bitterlich, so sagt die Bibel. Er sah seine Sünde ein. Nicht so wie bei David, der erst dahin geführt werden musste. Aber es war immerhin noch ein Stück Weg für Petrus, ihn wieder ganz herzustellen und das Verhältnis zu den Jüngern wieder mit Vertrauen zu erfüllen und auch Petrus wieder aufzurichten, denn sein Ruf war schwer beschädigt worden.
[34:23] Zwei, drei Verse möchte ich dazu noch hinzunehmen, nämlich in Johannes 21. Dort lesen wir, wie Jesus das zustande gebracht hat, diesen zerknirschten Petrus, der so traurig über seine Sünde war, wieder aufzurichten. Johannes 21, ab Vers 15 bis Vers 17. "Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich mehr als diese? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Er spricht zu ihm: Weide meine Lämmer. Wiederum spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Er spricht zu ihm: Hüte meine Schafe. Und das dritte Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Jonas, hast du mich lieb? Da wurde Petrus traurig, dass er ihn das dritte Mal fragte: Hast du mich lieb? Und er sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe. Jesus spricht zu ihm: Weide meine Schafe."
[35:51] Jesus hat Petrus unmissverständlich klargemacht, dass er ihn liebt. Und er wollte ihm das deutlich machen, dass er ihm die Frage gestellt hat: Liebst du mich? Denn dass Jesus ihn liebt, das war außer Frage. Nur Petrus war noch nicht ganz wieder im Reinen und nicht ganz wiederhergestellt.
[36:19] Was lernen wir davon, wie Jesus hier umgegangen ist mit der Sünde von Petrus? Es ist nicht nur wichtig, Sünden aufzuzeigen, jemanden zu gewinnen, dass er umkehrt, sondern in manchen Fällen ist es auch wichtig, dass man jemanden nach einem Fehltritt wieder eingliedert in die Gruppe, in die Gemeinde, dass man sein Ansehen wiederherstellt, dass er nicht das Gefühl hat, wegen dieser einen Sache ist er jetzt für immer ausgegrenzt oder wird für immer schräg angeschaut und wird nie wieder so geliebt werden wie zuvor. Und da hat Jesus mit dieser Geschichte gezeigt, dass es genauso wichtig ist, diesen letzten Schritt zu gehen, die Sünde zu erkennen, zu bekennen, das auszumerzen, wieder ins Reine zu bringen, aber dann auch die Person wiederherzustellen und aufzurichten und sie nicht alleine mit ihrem Fehltritt fertig werden zu lassen.
[37:39] Gehen wir wieder zurück zu unserem Galater Kapitel 6 und lesen wir dort den Vers 2 bis Vers 5. "Einer trage des anderen Lasten und so sollte er das Gesetz des Christus erfüllen. Denn wenn jemand meint, etwas zu sein, da er doch nichts ist, so betrügt er sich selbst. Jeder aber prüfe sein eigenes Werk und dann wird er für sich selbst den Ruhm haben und nicht für einen anderen, denn jeder Einzelne wird seine eigene Bürde zu tragen haben."
[38:07] Die Last des anderen tragen. Eine schöne Floskel oder Realität. Vielleicht hast du es in deiner Gemeinde schon erlebt, dass der eine die Lasten des anderen trägt und dass er sich der Probleme und Sorgen eines anderen annimmt. Vielleicht ist dir das widerfahren. Vielleicht hast du es auch jemandem geschenkt. Die Gemeinde ist ein Ort, wo man Lasten teilen kann und soll, wo es vielleicht ein oder zwei vertraute Freunde gibt, die einem zuhören. Aber es kann auch heilsam sein, wenn man weiß, die ganze Gemeinde betet für mein Problem, für meinen Kampf, den ich habe mit einer Sache. Und ich kann im Gebet getragen werden. Die Gemeinde ist ein Ort, wo man mich nicht auslacht oder ausgrenzt, sondern wo man mir hilft, meine Herausforderungen, meine Sünde zu überwinden und ganz zu wachsen.
[39:15] Ich möchte einen ganz bekannten Vers mit euch lesen, der in diesem Zusammenhang mir ganz wichtig ist, erwähnt zu werden. Nämlich in 1. Johannes 4 und dort Vers 11. Dort heißt es: "Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, so sind auch wir es schuldig, einander zu lieben." Es ist kein vielleicht und es ist kein das könnt ihr auch noch tun, sondern Johannes sagt ja, wir sind es schuldig, einander zu lieben. Warum? Weil Jesus es auch getan hat und weil er für uns gestorben ist. Und damit wir ihn repräsentieren, sollten wir das auch tun.
[40:13] In Römer 15 Vers 1 finden wir einen Aufruf an die Starken, an die, die anderen aufhelfen. Dort heißt es in Römer 15 Vers 1: "Wir aber, die Starken, haben die Pflicht, die Gebrechen der Schwachen zu tragen und nicht gefallen an uns selbst zu haben." Die geistlich Starken in der Gemeinde, ob sie nun leitende Ämter haben oder auch nicht, sind nicht dazu aufgerufen, Macht auszuüben und zu unterdrücken und Vorschriften zu machen, sondern es ist auch ihre Pflicht, sich der Schwachen in der Gemeinde anzunehmen, sich um ihre Belange zu kümmern, ihnen aufzuhelfen, ihnen Hilfestellung zu geben im Leben und Dinge, die nicht mit Gottes Wort in Übereinstimmung sind, anzusprechen und ihnen aber zu helfen, nach dem Wort Gottes zu leben.
[41:07] Paulus hat es so schön ausgedrückt in 1. Korinther 9 Vers 22 und dort sagte er: "Den Schwachen bin ich wie ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette." Jesus hat sich entäußert, er ist in Menschengestalt zu uns gekommen, er ist den Menschen ein Mensch geworden und so sind auch wir aufgerufen, den Schwachen ein Schwacher zu sein, damit wir uns nicht erheben, sondern damit wir Mitgefühl haben mit ihnen, so wie Jesus Mitgefühl hat mit uns.
[41:54] Ein weiterer Text im 1. Korinther Kapitel 10 Vers 24 lautet: "Niemand suche das Seine, sondern jeder das des Anderen." Das ist ein unglaublich herausfordernder Vers, den ich finde. Wenn wir wirklich das machen würden in der Gemeinde, dann würden unsere Gemeinden anders aussehen. Wenn niemand das Seine suchen würde, sondern jeder das des Anderen. Nun kann man die Frage stellen: Ist das überhaupt möglich? Kann man so einen paradiesischen Zustand hier auf der Erde überhaupt erreichen? Wenn jeder bei sich selbst anfängt, dann haben wir die größte Chance, dass das ausgelebt werden kann. Dann kann es funktionieren. Dann ist es wie ein Samen, der aufgeht und Frucht trägt und der sich verstreut und andere anstiftet, es ebenso zu machen. Denn wir können es uns nicht leisten zu warten, bis der andere dieses Prinzip verfolgt. Und ja, ich möchte euch ermutigen und mich selber auch ermutigen, dass wir dieses Prinzip ausleben.
[43:05] Zwei Texte möchte ich mit euch anschauen und vergleichen im Galater 5, nämlich den Vers 14 bis 15 und danach noch ein Vers im Jakobusbrief. Aber zuerst Galater 5 Vers 14. "Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, in dem: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Wenn ihr einander aber beißt und fresst, so habt acht, dass ihr nicht voneinander aufgezehrt werdet." Und diesen Vers schließen wir den Jakobus 2 Vers 8 an. Da heißt es: "Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt, nach dem Sprichwort: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, so handelt ihr Recht."
[44:01] Dieses bekannte Gesetz, den Nächsten zu lieben wie dich selbst, ist ein königliches Gesetz. Wir sind Gottes Kinder, Königskinder. Und das ist das Gesetz des Königs, das wir befolgen sollen. In der Gemeinde ist jeder mein Nächster. Niemand ist davon ausgenommen. Es ist kein leichtes Gebot, aber es ist ein heilsames Gebot und die beste Medizin, um unseren eigenen Stolz zu brechen. Es ist leicht, so wie wir am Anfang gelesen haben, es ist leicht, die zu lieben, die uns lieben, die anzunehmen, die uns wohlgesonnen sind. Aber dieses Gebot, den Nächsten zu lieben wie mich selber, das schließt auch die Schwester und den Bruder ein, der vielleicht schlecht über mich redet, der mich nie grüßt am Sabbat. Auch für sie und für mich gilt dieses Gebot.
[45:10] Denn bei Gott gilt das Prinzip aus Römer 12 Vers 21: "Überwinde das Böse mit dem Guten." Nur mit diesem Prinzip bleibt das eigene Gewissen rein und ohne Groll. Und es ist die einzige Chance, den anderen zu gewinnen. Denn darum geht es in dieser ganzen Lektionswoche. Die Probleme, die Streitigkeiten, die Auseinandersetzungen, die Konflikte so zu lösen, dass ich den anderen gewinne.
[45:41] Wir möchten in Matthäus 22 schauen, der auch im Zusammenhang mit diesem Gebot steht. Matthäus 22 Vers 34 und lesen bis Vers 40. "Als nun die Pharisäer hörten, dass er den Sadduzeern den Mund gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, stellte ihm eine Frage, um ihn zu versuchen, und sprach: Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz? Und Jesus sprach zu ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das erste und größte Gebot. Und das zweite ist ihm vergleichbar: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten."
[46:41] Wir können nicht die Prophetie und das Gesetz predigen, aber nicht den Nächsten in der Gemeinde lieben. Aber ganz ehrlich, wie oft begegnen wir dieser üblen Kombination in unseren Gemeinden, dass wir das Wort Gottes glauben, ausleben oder auslegen, davon reden, aber es nicht ausleben. Dass wir den anderen nicht annehmen können. Da hilft uns 1. Johannes 4, Verse 20 und 21. "Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und hasst doch seinen Bruder, so ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht? Und dieses Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, auch seinen Bruder lieben soll."
[48:01] Gehen wir zurück zum Galaterbrief und schauen wir uns die letzten Verse an, die uns noch bleiben. In Vers 6, Kapitel 6 heißt es: "Wer im Wort unterrichtet wird, der gebe dem, der unterrichtet, Anteil an allen Gütern." Ein weiteres Prinzip Gottes ist es, das weiterzugeben, was wir empfangen haben.
[48:17] Vers 7: "Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten, denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten." Wenn wir in den Gemeinden den Samen der Liebe säen, dann wird das nicht leer zurückkommen. Es kann schwer sein, es kann lange dauern, wir können Anfeindungen bekommen, aber wir dürfen wissen, dass Gott jede kleine Wohltat sieht und vergilt.
[48:50] Vers 8: "Denn wer auf sein Fleisch sät, der wird vom Fleisch Verderben ernten. Wer aber auf den Geist sät, der wird vom Geist ewiges Leben ernten." Was heißt es hier, auf das Fleisch zu säen? Auf seine eigenen Verdienste sozusagen zu zählen. Aber wer das tut, wer sich auf die Schulter klopft und sagt: Das habe ich getan, das habe ich getan, der wird Verderben ernten.
[49:25] Und so heißt es hier in Vers 9: "Lasst uns aber im Gutes tun nicht müde werden, denn Paulus hat genau gewusst, dass wir in dieser Gefahr stehen, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten." Es kann sein, dass du mit deiner Liebe in der Gemeinde nie erntest, aber es gibt einen Tag der Ernte, wenn Jesus wiederkommt.
[49:46] Einen letzten Vers oder zwei letzte Verse, die ich mit euch betrachten will, die stehen im Römerbrief, Kapitel 2, Römer Kapitel 2 und dort der Vers 6 und der Vers 7. "Der jedem vergelten wird nach seinen Werken. Es geht um Jesus, denn nämlich die mit Ausdauer im Wirken des Guten, Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit erstreben, ewiges Leben."
[50:25] In diesen Versen gibt es ein wichtiges Wort und dieses wichtige Wort heißt Ausdauer. Im Leben gibt es manchmal Strecken, wo wir diese Ausdauer nicht durchhalten, wo wir sie nicht haben, aber es gibt so viele Lebensbereiche, so viele Aspekte im Leben, wo, wenn wir Ausdauer haben, wir wissen dürfen, dass es am Ende zu einem Ziel kommt. Aber ohne diese Ausdauer haben wir nicht die Garantie, dass das Gutes tun oder das, was wir anderen wohltun, dass es dann auch zum Ziel führt, sowohl für die anderen als auch für uns.
[51:13] Es muss zu einer Lebensart werden, dieses Wohltun, dieses dem anderen etwas geben, ohne etwas zurück zu verlangen. Eine Grundeinstellung, die wir alle brauchen. Dann spiegelt sich in der Gemeinde das Evangelium wieder, die gute Botschaft, dass Jesus für uns gestorben ist und dass wir Vergebung haben, wenn wir einander annehmen, tragen und vergeben.
[51:44] Wer anderen Gutes zuteilwerden lässt, wer anderen wohltut, verschenkt ein kleines Stück Himmel auf Erden. Und ich wünsche uns allen, dass wir das in den kleinen und großen Dingen des Lebens und Gemeindelebens schaffen. Dass wir anderen eine Freude machen oder ihnen aufhelfen, wenn sie gefallen sind. Dass wir die richtigen Prinzipien anwenden und dass Gott uns dabei helfen mag, die Weisheit zu haben, die Nathan hatte. In diesem Sinne wünsche ich euch ein gutes Bibelgespräch am Sabbat und eine gesegnete Zeit. Und wir möchten zum Ende der Betrachtung noch einmal beten.
[52:35] Gott im Himmel, du bist ein Gott der Liebe, du bist ein Gott, der annimmt, der vergibt, der aufhilft. Und so möchten wir dich bitten, dass du auch uns hilfst, so zu werden wie du. Herr, gib uns die Demut, die Sanftmut, die Liebe zum anderen, dass wir zurückstecken können, um dem anderen etwas wohltun. Herr, wir danken dir für deine Kraft und Weisheit in diesem Ding, in deinem Namen. Amen.