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Manuskript zur Sendung >>> Römer Teil 5

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour wird der Römerbrief weiter erforscht, wobei der Fokus auf den Kapiteln 5 bis 7 liegt. Christopher Kramp beleuchtet die tiefgreifenden Auswirkungen von Adams Sünde und Jesu Gerechtigkeit auf die Menschheit und erklärt die Rolle des Gesetzes im göttlichen Erlösungsplan. Die Auslegung thematisiert die Bedeutung der Taufe als Symbol für den Tod und die Auferstehung mit Christus und betont die Notwendigkeit, der Sünde abzustorben und ein neues Leben in Christus zu führen.

Die Predigt geht auf die praktische Umsetzung des Glaubens ein, indem sie die Wahl zwischen dem Dienst der Sünde und dem Dienst der Gerechtigkeit darstellt. Es wird erklärt, wie die Gnade Gottes uns befähigt, der Sünde nicht mehr zu dienen und stattdessen ein Leben der Heiligung zu führen. Die Ausführungen verdeutlichen, dass das ewige Leben ein Geschenk Gottes ist, das durch den Glauben an Jesus Christus empfangen wird, und dass die wahre Beziehung zu Gott durch den Dienst im Geist statt durch die Erfüllung äußerlicher Gesetze gekennzeichnet ist.

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour wird der Römerbrief fortgesetzt, wobei der Fokus auf Römer 5:18 bis 7:6 liegt. Christopher Kramp erläutert die tiefgreifenden Auswirkungen von Adams Sünde und Jesu Gerechtigkeit auf die Menschheit. Er beleuchtet die Rolle des Gesetzes im Hinblick auf die Sünde und die Gnade und erklärt die Bedeutung der Taufe als Symbol für das Sterben mit Christus und das Leben in neuer Gerechtigkeit. Die Ausführungen verdeutlichen, wie die Freiheit von der Sünde zur Hingabe an Gott führt und wie die Heiligung ein zentraler Aspekt des christlichen Lebens ist.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2017 Q4: Der Römerbrief (Reformations-Spezial)

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de zu unserem Reformationsspezial. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries. Wir sind dabei, den Römerbrief systematisch Vers für Vers zu lesen und zu kommentieren. Jenes Buch, das den Martin Luther so sehr gepackt hat und ihm ein Verständnis des biblischen Evangeliums geschenkt hat. Auch heute ist dieses Buch hochaktuell. Es zeigt systematisch, wie der Mensch durch Jesus Christus, durch den Glauben, durch die Gnade Gottes errettet wird.

[0:58] In der letzten Folge haben wir uns mit einigen Themen beschäftigt, mit dem Glauben des Abraham, den Paulus in Römer 4 als ein Beispiel darstellt. Ein Glaube, der auf das schöpferische Wort Gottes vertraut, selbst dort, wo menschlich gesehen keine Hoffnung zu finden ist. Dann hat er über die Liebe Gottes gesprochen, die sich am Kreuz zeigt, im ersten Teil von Römer 5, wo Jesus für uns gestorben ist, als wir noch Feinde Gottes waren. Und wenn Gott bereit ist, auf seine Feinde so zuzugehen, wie viel mehr dürfen wir dann Hoffnung haben, wenn wir mit ihm in Frieden sind, wenn wir versöhnt sind, wenn wir auf seiner Seite sind, dass Jesus uns von allem retten wird. Und dann haben wir weiter in Römer 5 einen neuen Abschnitt studiert, wo Paulus zeigt, dass das Problem der Sünde alle Menschen betrifft, weil schon durch Adam die Sünde in die Welt gekommen ist und dadurch auch der Tod alle Menschen gesündigt haben und deswegen auch die Erlösung eine weltweite, eine globale Lösung sein muss und Jesus der Antitypus auf den Adam ist und diese beiden wurden dann in verschiedenen Parallelen gegeneinander kontrastiert.

[2:19] An dieser Stelle in Römer 5, Vers 18, mittendrin wollen wir jetzt dann weitermachen, aber zuvor mit einem Gebet starten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du im Römerbrief dich so klar und deutlich offenbart hast. Bitte schenkt uns deinen Heiligen Geist, ohne den wir nicht verstehen können, was du uns sagen möchtest. Sprich du zu uns in einer Art und Weise, die unser Leben wirklich verändert. Und Jesus uns deutlich vor Augen stehen und wirke du so in unserem Herzen, dass unser tiefster Wunsch der sein wird, Jesus zu folgen, wohin er uns auch immer ziehen wird. Wir danken dir dafür, im Namen Jesu, Amen.

[3:00] Nachdem Paulus in Römer 5, Vers 13 bis 17 einen längeren Einschub gemacht hat, greift er jetzt in Vers 18 den Hauptpunkt wieder auf. So, wie nun durch die Übertretung des Einen, gemeint ist Adam, die Verurteilung für alle Menschen kam, so kommt auch durch die Gerechtigkeit des Einen, gemeint ist Jesus, für alle Menschen die Rechtfertigung, die Leben gibt. Also Sünde ist ein universales Problem, das seinen Ursprung bei Adam hat, zumindest was die Menschen betrifft. Und auch die Gerechtigkeit ist eine universelle Lösung, die ihren Ursprung bei Jesus hat. Beide kommen ja schon in 1. Mose 3 vor, Adam als der, der die Rebellion in die Welt bringt und Jesus als derjenige, der als der verheißene Erlöser dort angekündigt wird. Also Adams Sünde führt zur Verurteilung, wie es heißt, und die Gerechtigkeit führt zur Rechtfertigung, zur Nichtverurteilung, wie wir gelernt haben. Dass das für alle Menschen gilt, ist etwas, was in der Bibel sich immer wieder auch deutlich zeigt. 1. Mose 5, Vers 22, in Adam sterben alle Menschen oder auch 1. Timotheus 2, Vers 4, Gott möchte, dass alle Menschen gerettet werden, Jesus hat den Tod für alle Menschen geschmeckt, Johannes hat gepredigt, Johannes 1, Vers 7, damit alle an Jesus glauben.

[4:28] Tatsache allerdings ist, dass obwohl beides, sowohl die Sünde als auch die Erlösung eine globale Sache ist, in jedem Fall die Willensentscheidung eine Rolle spielt, denn die Gerechtigkeit Gottes kommt nur zu dem, der ihm glaubt. Vers 19, denn gleich wie durch den Ungehorsam des einen Menschen, die vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht. Dieser Vers ist oft kontrovers diskutiert worden, als Beweis für die sogenannte Erbsündenlehre herangezogen, wo man glaubte, dass aufgrund der Sünde Adams automatisch alle Menschen schon schuldig sind und verurteilte Sünder, das würde aber im Umkehrschluss bedeuten, dass aufgrund des Todes Jesu auch alle wieder gerechtfertigte Gerechte sind, da aber beides der Bibel widerspricht, denn die Bibel macht deutlich, dass nur der Sünder selbst die Schuld seiner Sünde trägt und nicht seine Nachkommen, muss das abgelehnt werden. Der Punkt ist der, wir alle sind Sünder, weil wir alle gesündigt haben, weil wir aus dem Fleisch gelebt haben, das was Adam uns vererbt hat, diese vererbten Neigungen und Schwächen haben wir ausgelebt. Und so ist Adam wirklich die Wurzel unserer Sünde, in dem Sinne selbstverständlich, aber wir sind nicht der Sünde Adam wegen schuldig, weil wir auch, so sagt der Römer 5 Vers 14, andere Sünden begangen haben und nicht die, die Adam begangen hat und so ist es auch mit der Erlösung durch Jesus. Sie gilt für alle, aber nur dann, wenn wir sie auch persönlich für uns in Anspruch nehmen.

[6:18] Römer 5 Vers 20, die Frage ist jetzt, wenn also sowohl Sünde als auch Erlösung als Themen schon lange vor dem Ereignis am Sinai, wo das Gesetz schriftlich gegeben worden war, eine Rolle gespielt haben und präsent waren, wozu ist dann überhaupt das Gesetz gegeben worden? Welche Rolle spielt es? Warum hat Gott sich noch einmal schriftlich durch die zehn Gebote und auch das Zeremonialgesetz und überhaupt das Alte Testament, warum hat er sich noch einmal schriftlich offenbart? Paulus beantwortet diese zwischen den Zeilen gestellte Frage in Vers 20. Das Gesetz aber ist daneben hereingekommen, damit das Maß der Übertretung voll würde, wobei das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmend geworden. Das Gesetz, das dazugekommen ist und daneben hereingekommen meint hier, zeitlich später dazugekommen, so ja auch in Galater 3 Vers 19, das hinzugefügte Gesetz, hat den Sinn, dass es den Blick für die bereits vorhandene Sünde schärft, denn wenn ich explizit ganz genau bis ins Detail weiß, was Gott sich eigentlich geplant hat für uns, dann wird die Sünde umso klarer als Sünde erkannt und wenn die Sünde als Sünde immer deutlich erkannt wird, wenn die Boshaftigkeit der Sünde klarer verstanden wird, dann ist auch die Gnade Gottes viel leuchtender, viel herrlicher, weil man plötzlich versteht, aus was für einem tiefen Loch man gerettet worden ist. Der Dienst auf den, oder das Gesetz auf den Steintafeln, so sagt 2. Korinther 3 Vers 7, gehört zu dem Dienst des Todes und Römer 3 Vers 19, 20 haben wir schon gelesen, zeigt uns, dass das Gesetz die Sünde offenbart. Jesaja 1 Vers 18 sagt hier, auch wenn unsere Sünde noch so dunkelrot ist, kann sie doch ganz weiß werden, je schlimmer die Sünde sozusagen ist, desto unglaublicher wirkt dann eigentlich die Gnade Gottes, umso fantastischer, denn Gott hat Lust an der Gnade und bezwingt unsere Sünde. Michael 7, Jesus sagt in Lukas 7, wer viel Vergebung erfährt, der wird auch viel lieben.

[8:40] Vers 21, damit wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche, durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Noch einmal greift Paulus hier diesen Kontrast der folgenden Verse auf, die Sünde hat geherrscht und jetzt soll die Gnade herrschen. Also, wenn man jetzt all diese Gesamtaussagen, die Aussagen von Vers 12 bis 21 zusammennimmt, dann könnte man das vielleicht so zusammenfassen, alle Menschen stammen von Adam ab, der hat gesündigt und damit die menschliche Natur verdorben, so dass alles, was wir von Adam erhalten können, eigentlich nur der Tod ist. Er kann uns keine andere Option anbieten, da gibt es nichts anderes, was wir von Adam bekommen könnten. Christus dagegen gibt uns etwas sehr viel Besseres, er kann uns nämlich ewiges Leben anbieten, weil er im Gegensatz zu Adam gerecht gewesen ist und durch die Glaubensgerechtigkeit, wenn wir also an ihn glauben, an seine Gnade, dann kann sein Gehorsam uns angerechnet werden. Dieses Angebot macht Gott allen Menschen, weil nämlich auch alle Menschen von dem Sündenproblem betroffen sind. Damit sie auch sehen, wie notwendig das ist, hat er ihnen das Gesetz gegeben, also er hat es ihnen noch einmal gegeben, das bereits bestehende Gesetz, das ja von Urzeiten her bestanden hat. Er hat es ihnen noch einmal schriftlich gegeben, dadurch haben sie ihren eigenen verlorenen Zustand besser erkennen können, aber auch Gottes Erlösung noch viel mehr schätzen lernen können.

[10:17] Durch dieses Angebot der Erlösung kann der Mensch jetzt wählen, ob er dem ersten Adam folgen wird, was de facto bedeutet, dass er die vererbten Neigungen seines Fleisches auslebt, oder ob er dem zweiten Adam folgen möchte, das heißt, dass er Christus im Herzen haben möchte durch den Heiligen Geist. So erklärt sich auch Johannes 1, Vers 16, 17, wo es heißt, dass durch Moses Gesetz gekommen ist, aber Gnade und Wahrheit, die kommen durch Jesus. Gnade herrscht, ist eine interessante Formulierung, die Gnade herrscht auf dem Thron der Gnade. Hebräer 4, Vers 16 spricht von diesem Thron der Gnade, zu dem wir freimütig kommen können, um Gnade und rechtzeitige Hilfe zu bekommen. Das ewige Leben ist das Geschenk, das Jesus uns gibt. 1. Johannes 5, wer den Sohn hat, hat das ewige Leben.

[11:12] Nun greift Paulus eine mögliche Schlussfolgerung auf, die man aus dem Gesagten ziehen könnte. Vers 1, in Kapitel 6, was wollen wir nun sagen? Sollen wir in der Sünde verharren, damit das Maß der Gnade voll werde? Also, jemand könnte ja denken, dass wenn durch ein klareres Verständnis der Sünde die Gnade Gottes umso herrlicher wird, dann sollte man ja vielleicht noch mehr sündigen, damit die Gnade immer herrlicher werde. Und das ist im Prinzip eine Frage, die er schon in Römer 3, Vers 5 bis 8, wir erinnern uns, ganz ähnlich behandelt hat, die also offensichtlich damals recht populär gewesen ist. Und Paulus hat natürlich schon an voriger Stelle das widerlegt, er hat gezeigt in Römer 2, Vers 4, dass die Güte Gottes uns zur Buße, das heißt zur Umkehr leitet und uns nicht bestärkt, weiter den falschen Weg zu gehen. Und er hatte auch in Römer 3, Vers 31 gesagt, dass der Glaube das Gesetz nicht abschafft. An dieser Stelle sagt er, glaubt er, 5, Vers 13, dass die Freiheit nicht für das Fleisch missbraucht werden darf. Die Irrlehrer, die so etwas predigen, werden in Judas 1, Vers 4 erwähnt.

[12:23] Also Paulus weist diesen Einwand weit von sich hin, Vers 2, das sei ferne. Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch in ihr leben? Er sagt also, wie sollten wir in der Sünde leben, da wir der Sünde gestorben sind? Diese Aussage braucht gleich eine tiefere Erklärung. Aber dieser Ausruf erinnert vielleicht ein bisschen auch an Josef, der sagte, wie sollte ich so eine Sünde tun? Und wir sind ja so nach Römer 5, Vers 8 und 10 als Gerechtfertigte nicht mehr Feinde. Der Punkt ist, als Sünder sind wir Feinde Gottes, so sagt es ja Römer 5, Vers 8 ganz deutlich. Aber diese Feindschaft endet durch die Rechtfertigung. Demzufolge ist dann die Sünde tot. In Galater 6, Vers 14 heißt es, dass wir der Welt gekreuzigt sind. 1. Johannes 3, Vers 9, wer aus Gott geboren ist, der sündigt nicht und 1. Petrus 2, Jesus ist für uns gestorben, damit wir in der Gerechtigkeit leben und 1. Petrus 1, Vers 14, uns nicht den Begierden anpassen.

[13:28] Diese Aussage, der Sünde abgestorben zu sein, bedarf jetzt einer genaueren Erklärung und Paulus benutzt das Bild der Taufe, um das zu erklären. In der Taufe haben wir uns mit dem Tod identifiziert, Vers 3. Oder wisst ihr nicht, dass wir alle, die wir in Christus, Jesus, hineingetauft sind, in seinen Tod getauft sind? Dieses wisst ihr nicht, ist auch eine typische Phrase von Paulus, die eigentlich noch stärker übersetzt werden müsste. Seid ihr so unwissend oder seid ihr ignorant, dass ihr das nicht wisst? Das impliziert eigentlich, dass sie es wissen müssen und das Gesetz an der Stelle eigentlich kennen, sodass der Einwand aus Vers 1 eigentlich absurd ist. Galater 3, Vers 27 sagt ja, wer in Christus getauft ist, hat Christus angezogen.

[14:16] In Vers 4 beschreibt jetzt Paulus die theologische Bedeutung der Taufe, die oft die Römer erlebt haben. Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit gleich wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. Also, es gibt zwei Dinge bei der Taufe, das ist, dass sie in das Wasser getaucht werden und dann das wieder herauskommen. Symbolisiert nämlich das Sterben und Auferstehen von Jesus. Wir identifizieren uns sozusagen mit seinem Tod und damit auch mit seinem neuen Leben. An anderer Stelle spricht Paulus davon, dass wir mit Christus begraben sind und mit auferweckt worden sind durch die Kraft Gottes, sodass unser Blick jetzt nach oben gerichtet sein soll, wo Christus ist. Die Herrlichkeit des Vaters ist hier eine interessante Formulierung. Interessant ist, dass Jesus dieselbe Formulierung verwendet, die Herrlichkeit Gottes, in Johannes 11, Vers 40, wo er selbst den Lazarus durch die Herrlichkeit Gottes auferweckt. Und 1. Mose 6, Vers 14 sagt, dass Gott der Vater Jesus auferweckt hat und so auch uns wieder beleben wird. Jesus ist aus Schwachheit gekreuzigt, aber er lebt aufgrund der Kraft Gottes, so auch wir. 2. Korinther 13.

[15:39] Das neue Leben hier müsste eigentlich übersetzt werden mit der Formulierung Neuheit des Lebens. Besonders das Neue daran wird betont, also Paulus sagt, wenn ihr getauft seid, beginnt ein neues Leben, das Alte ist dann vorbei. Das ist jetzt ein großer Punkt, der in den nächsten Abschnitten deutlich machen möchte. Wer wirklich gerechtfertigt ist, wer dann in der Taufe das besiegelt, durch die äußere Handlung, der zeigt an, dass das alte Leben vorbei ist, dass man in diesem sündigen Leben nicht mehr so weitermachen kann. Nach der Bekehrung sind wir oder sollen wir als Kinder des Lichts wandeln in Christus. 2. Korinther 5, Vers 17 sind wir eine neue Schöpfung. Wir haben einen neuen Menschen angezogen, der erneuert wird, ständig, Kolosser 3, Vers 10. Und wenn wir in Jesus bleiben wollen, müssen wir auch so leben, wie er gelebt hat. 1. Johannes 2, Vers 6.

[16:26] Das Ganze wird etwas theologischer begründet in Vers 5, denn wenn wir mit ihm eins gemacht und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. Paulus betont also hier, dass durch die Taufe wir eigentlich symbolisieren, dass wir uns wirklich buchstäblich identifizieren, dass wir quasi in Jesus waren, als er gestorben ist und jetzt auch in Jesus sind in seinem neuen Leben. Dieses Eins gemacht ist im Griechischen eine intime, eine wachsende Einheit interessanterweise. Das wird gleich noch wichtig werden. Und der Vers betont hier, dass die Einheit des Christen mit Jesus nicht nur auf seinen Tod beschränkt ist, sondern auch auf sein jetzt danach folgendes Leben. Also, wer als Christ sich lediglich auf den Tod Jesu beruft und nicht mit ihm dann leben möchte, also ihm nicht erlauben möchte, sein Leben in mir zu leben, der hat nicht diese volle Einheit, die eigentlich Paulus hier in seinem Evangelium meint. Das heißt also, mein Glaube an Jesus darf nicht an seinen Tod allein beschränkt sein, sondern muss auch auf sein Leben sich richten, dass er in mir ebenfalls sich, dass er in mir ausleben möchte.

[17:39] Vers 6. Wir wissen ja dieses, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei, sodass wir der Sünde nicht mehr dienen. Das zeigt sich also darin, dass durch den Glauben unser alter Mensch gekreuzigt worden ist. Paulus spricht hier und auch am Anfang von Kapitel 7 im Grunde genommen von zwei Personen, dem alten Menschen und dem neuen Menschen. Das alte und neue Leben sollen so unterschiedlich sein, dass man das eigentlich nur noch mit zwei verschiedenen Personen ausdrücken kann. Wenn wir, wie auch Galater 2, Vers 20 sagen können, ich bin mit Christus gekreuzigt, dann soll das Wirken der Sünde in unserem Leben gestoppt werden. Wir sollen der Sünde nicht mehr als Sklaven dienen. Wie gesagt, wer Christus angehört hat, hat das Fleisch mit seiner Lust gekreuzigt. Durch Jesus sind wir der Welt gekreuzigt, Galater 6, Vers 14. Der alte Mann mit seinen Lüsten muss abgetan werden, Epheser 4, Vers 22, Kolosser 3, Vers 5, Unzucht, Unreinheit und so weiter müssen abgetötet werden. Dieses Ablegen der fleischlichen Lüste, dieses fleischlichen Leibes der Sünde, das ist nach Kolosser 2, Vers 11 die Beschneidung in Christus.

[18:49] Wir dienen der Sünde nicht mehr, heißt hier im Griechischen nicht mehr als Sklaven dienen, denn Johannes 8, Vers 34 sagt, wer die Sünde tut, ist ein Knecht, ein Sklave der Sünde, aber Jesus macht wirklich frei, Vers 7, denn wer gestorben ist, ist von der Sünde freigesprochen. Wenn der Sklave tot ist, dient er dem Meister nicht mehr und wenn die Sünde sozusagen ein Sklavenhalter ist, dann ist der wiedergeborene Christ diesem Sklavenhalter nicht mehr in Verpflichtung. Warum? Weil der alte Mensch, der Sklave der Sünde war, tot ist. Das ist also ein Freispruch dann und deswegen wird hier im Original eigentlich auch das Wort Rechtfertigung benutzt, also Rechtfertigung bedeutet, bewirkt, dass der alte Mensch tot ist. Das ist genauso Rechtfertigung und gehört dazu.

[19:50] Kapitel 6, Vers 8, wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. Hier wird also noch mal dieser Gedanke der folgenden Verse aufgegriffen, vor allem von Vers 3 bis 5, wir sterben nicht nur mit Christus geistlich, indem wir an das Kreuz glauben, wo er für uns an unserer Stelle gestorben ist, sondern wir werden auch mit ihm leben. 2. Timotheus 2, Vers 11 und 12 drückt das sehr schön aus und das heißt, wenn wir mit ihm leben, dann, wenn wir mit ihm sterben, werden wir auch mit ihm leben, wenn wir mit ihm leiden, werden wir auch mit ihm regieren. Johannes 14, Vers 19, weil Jesus lebt, können auch wir leben. Das Glauben hier meint eine Glaubensüberzeugung, ist nicht eine vage Hoffnung, sondern überzeugt, dass wenn wir mit Jesus gestorben sind, dann werden wir auch mit ihm leben, weil er den Tod besiegt hat. Nach seinem Tod kommt das Leben. So ist auch in unserem persönlichen Glaubensleben genau dasselbe zu beobachten, wenn der alte Mensch tot ist, wird dann der neue Mensch leben und nicht mehr der alte Mensch. Das ist der Gedankengang von Paulus, deswegen ist es absurd zu glauben, dass man weiter in der Sünde verharren wird als Gläubiger.

[20:57] Römer 6, Vers 9, da wir wissen, dass Christus aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt. Der Tod herrscht nicht mehr über ihn, da wir können des ewigen Lebens uns sicher sein, weil Jesus, der den Tod besiegt hat, nicht mehr vom Tod beherrscht wird. Hebräer 7, Vers 25, weil Jesus immer lebt, kann er uns bis zum Äußersten retten. Hier geht es also wieder um die Gewissheit, dass wir dieses neue Leben haben dürfen, haben können und auch das ewige Leben sicher haben, wenn wir unseren Glauben in Jesus legen, wenn wir ihm vertrauen, wenn wir uns mit ihm identifizieren, so wie er sich mit uns identifiziert hat.

[21:42] Vers 10, denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, ein für allemal, was er überlebt, das lebt er für Gott. Jesu Tod galt der Sünde und die hat er durch sein einmaliges Opfer besiegt, das allein würde schon ausreichen, um die ganze katholische Idee der Eucharistie zu unterminieren und abzutun. Jesus ist einmal gestorben und das reicht. Sein Leben, das er jetzt aber lebt, danach gilt ganz Gott und so ist der Kreuzestod Jesu für unsere Sünde und sein Leben im himmlischen Heiligtum jetzt für unser Leben. 2. Korinther 5, Vers 21, der Sündlose ist für uns zur Sünde gemacht worden. 2. Korinther 5, Vers 15, unser Leben soll ganz Jesu gelten, so wie Jesus für Gott lebt, so sollen wir für Jesus leben, durch den Geist können wir gottgemäß leben. 1. Petrus 4, Vers 6.

[22:42] Der Punkt ist also, was Paulus hier deutlich machen möchte, das Evangelium besteht nicht nur darum, dass uns die Sünde der Vergangenheit vergeben wird, sondern dass wir jetzt ein anderes Leben leben, weil Jesus nicht nur gestorben ist, sondern weil er auferweckt worden ist, weil er jetzt lebt und dieses Leben ist genauso entscheidend für uns wie der Tod, denn der Tod rechtfertigt uns, er spricht uns frei von den Sünden und das Leben, das Leben von Jesus hilft uns jetzt ein richtiges, ein gutes, ein gerechtes Leben zu leben.

[23:15] Jetzt kommt die praktische Umsetzung für unser Glaubensleben in Vers 11, also auch ihr, haltet euch selbst dafür, dass ihr für die Sünde tot seid, aber für Gott lebt in Christus Jesus, unserem Herrn. Damit ist jetzt genau das, was in Vers 2 er zunächst einmal so vorausgesetzt hat oder eingeführt hat, ausführlich und gründlich erklärt. Für Gott zu leben bedeutet, dass Christus in mir lebt, das macht Galater 2 Vers 19 und 20 ganz deutlich. Es heißt hier, in Christus Jesus, unserem Herrn. Wir sind auch in Christus gerechtfertigt, das heißt also dasselbe, die selbe Methode, dasselbe Mittel, das uns rechtfertigt, hilft uns jetzt auch für Gott zu leben. Als geistliche Priester bringen wir durch Jesus geistliche Opfer, so 1. Petrus 2 Vers 12.

[24:13] So soll nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leib, damit ihr der Sünde nicht durch die Begierden des Leibes gehorcht. Also, weil das so ist, weil wir mit Jesus leben, soll die Sünde nicht mehr herrschen. Die Begierde soll nicht mehr das Sagen haben, die herrscht nämlich sonst immer im Tod. Psalm 19 Vers 14, da sagt der Psalmist, lass mutwillige Übertretungen nicht über mich herrschen oder Psalm 119, 133. Das Böse soll nicht über mich herrschen, sondern meine Schritte sollen festgemacht werden durch Gottes Wort. Paulus hatte schon immer 2 Vers 8 gesagt, dass wer der Begierde gehorcht, wer der Ungerechtigkeit gehorcht, der erntet Gottes Zorn. Und die Kinder des Zorns leben nach der Begierde, Epheser 2 Vers 3. Die Begierden sind ein Kennzeichen des alten Mannes, Epheser 4 Vers 22, ein Merkmal der Heiden, 1. Thessalonicher 4 Vers 5. Gottes Gnade erzieht uns, dass wir die Begierden verleugnen. Titus 2 Vers 12, wenn man der Begierde zustimmt, dann gebiert man die Sünde, Jakobus 1 Vers 14. Und die gehorsamen Kinder Gottes werden nicht mehr nach der Lust leben, die sie früher hatten, sondern jetzt anders leben, 1. Petrus 1 Vers 14, denn die fleischliche Lust kämpft gegen die Seele, 1. Petrus 2 Vers 11. Diese Begierde war übrigens ein Kennzeichen auch der Irrlehrer und Spötter.

[25:31] Vers 13. Gebt auch nicht eure Glieder der Sünde hin als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin als solche, die lebendig geworden sind aus den Toten und eure Glieder, Gott als Werkzeuge der Gerechtigkeit. Dieses Wort Werkzeuge kann auch als Waffen übersetzt werden. Also die Idee ist hier, dass man für einen bestimmten Herrn kämpft, in seiner Armee sich befindet und das, was man tut, ist ein Werkzeug, ist eine Waffe entweder für die Gerechtigkeit oder für die Ungerechtigkeit. Und wir können Gott dienen, wenn wir uns Gott übergeben. Dann kann das, was wir tun, dann können unsere Taten, das, was wir mit unseren körperlichen und sicherlich auch mentalen Kräften vollbringen, nicht mehr der Ungerechtigkeit helfen, sondern der Gerechtigkeit. Denn die Bibel sagt, wer ungerecht lebt, ist dem Herrn ein Gräuel. 5. Mose 25, Vers 16. Jesaja 55, der Ungerechte soll seine Gedanken verlassen und zu Gott umkehren. Paulus sagt deutlich, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht erben werden. 1. Mose 6, Vers 9. Und wer an der Ungerechtigkeit Freude hat und die Wahrheit nicht glaubt, der wird verdammt werden, so in 1. 2. Thessalonicher 2. Das Blut Jesu reinigt uns von aller Sünde. Und wenn wir uns zu Sünden bekennen, dann werden wir von aller Ungerechtigkeit gereinigt. 1. Johannes 1, Vers 9.

[26:56] Gebt euch Gott hin, bedeutet wörtlich, stellt euch seinem Dienst euch zur Verfügung. Das erinnert vielleicht ein bisschen an Hiskia, der das Volk Israel aufgefordert hat, sich Gott ganz hinzugeben. 2. Chronik 30, Vers 8. Und zu seinem Heiligtum zu kommen. Auch wenn das Heiligtum hier in Römer 6 direkt nicht wörtlich vorkommt, ist es doch auch mitgedacht. Lebendig geworden. Das erinnert vielleicht an den verlorenen Sohn, der tot war und lebendig geworden ist. Epheser 2, Vers 5. Wir waren tot in der Sünde und sind mit Jesus lebendig gemacht worden. Und die Werke der Gerechtigkeit, die wir jetzt tun sollen durch den Glauben, können zum Beispiel illustriert werden mit Psalm 37, Vers 30, wo die Zunge des Gerechten, das heißt also des Gerechtfertigten, des Gerechtgesprochenen durch die Gnade Gottes, Recht und Weisheit verkündet. Wenn wir also Rechtfertigung erlebt haben, dann sollen unsere Worte, unsere Taten, das, was unser Körper so tut, der Gerechtigkeit dienen.

[27:59] Vers 14. All das mündet jetzt in einen theologisch recht interessanten Satz. Denn die Sünde wird nicht herrschen über euch, weil ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade. Die Sünde herrscht nicht über dem Gläubigen, wenn er unter der Gnade ist. Unter dem Gesetz sein, das haben wir in Römer 3, Vers 19 schon erklärt, bedeutet, dass man das Gesetz kennt und aus eigener Kraft ohne Gnade Gottes selbst halten will. Und das würde niemals den Effekt haben, dass die Herrschaft der Sünde aufhört, da man ja noch nicht gerechtfertigt ist. Die Sünde sollen nicht herrschen über uns. Jesus kam, um sein Volk zu erlösen von der Sünde. Matthäus 1, 21. Er befreit wirklich von der Sünde. Johannes 8, 36. Er hat sich hingegeben, um sein Volk von aller Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit zu reinigen. Titus 2, Vers 14. Und im neuen Bund ist das Gesetz Gottes, das Gegenteil von der Sünde, im Herzen. Galater 5, Vers 18 sagt also, wer vom Geist geleitet wird, ist nicht unter dem Gesetz. Also, wer vom Geist geleitet wird, ist nicht mehr unter der Herrschaft der Sünde. Sein Leben wird von der Sünde nicht mehr beherrscht.

[29:09] Paulus bringt den Einwand von Vers 1 in Vers 15 noch einmal in einem neuen Gewand. Vers 15. Wie nun? Sollen wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz sind, sondern unter der Gnade? Das sei ferner. Diese Idee, dass man als Christ immer fleißig weiter sündigen kann, muss damals sehr populär gewesen sein, wie wir schon gesagt haben. Und Paulus wendet sich erneut energisch dagegen. Vers 16.

[29:33] Paulus zeigt jetzt den Gläubigen, dass sie in Wirklichkeit eigentlich nur eine Wahl haben. Sie können wählen zwischen Sünde und Gehorsam. In jedem Fall ist ihre Wahl, wem sie wählen, ist ihr Meister, dem sie gehorchen müssen. Wenn sie sich entscheiden, der Sünde zu dienen, führt das zum Tod. Wenn sie sich aufgrund des Glaubens für den Gehorsam entscheiden, dann werden sie Gerechtigkeit erleben. Dieser Gehorsam ist ja das Ziel des Evangeliums. So haben wir das in Römer 1, Vers 7 schon deutlich gesehen. Auch Josua hat dem Volk damals kurz vor seinem Tod die Wahl präsentiert. Matthäus 6, Vers 24. Jesus sagt, man kann nicht zwei Herren dienen. Wenn man den einen liebt, will man den anderen hassen. Ganz besonders in diesem Fall, wo Sünde und Gerechtigkeit im direkten Krieg miteinander sich befinden und Gott und Satan im großen Kampf. 2. Petrus 2, Vers 19. Wenn wir von der Sünde überwunden sind, sind wir Knechte der Sünde.

[30:48] Aber wie wir gesehen haben, die Sünde soll nicht herrschen. Und mitten in dieser theologischen Erörterung platzt es jetzt aus dem Paulus heraus, diese Dankbarkeit, dass die Römer sich bekehrt haben. Vers 17. Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde gewesen seid, nun aber von Herzen Gehorsam geworden seid, dem Vorbild der Lehre, das euch überliefert worden ist. Das ist ein bisschen ein Echo von dem Dank, den er ausspricht in Römer 1, Vers 8, wo er für den Glauben der Römer dankt, was offensichtlich nichts anderes ist als der Glaubensgehorsam, der sich jetzt hier zeigt. Auch an anderer Stelle sagt er ähnliche Dinge. Die Korinther waren ebenfalls Sklaven der Sünde. Paulus selbst war ein schlimmer Mensch, sagt er mehrmals zum Beispiel in 1. Timotheus 1. Aber Gott hat ihn bekehrt. Wir alle sind aus der Finsternis berufen worden in das wunderbare Licht, 1. Petrus 2. Und dieser Gehorsam aus Glaube, der wird am besten wieder durch Abraham illustriert, Hebräer 11, Vers 8. Durch Glauben hat Abraham gehorcht und 1. Petrus 2, 22, die Seelen gereinigt im Gehorsam gegen die Wahrheit.

[31:56] Diese Formulierung Vorbild der Lehre ist interessant und erinnert ein wenig an 2. Timotheus 1, Vers 13, wo Paulus von dem Muster der gesunden Worte spricht, die er gepredigt hat. Es geht also hier um das wahre Evangelium. Paulus wusste ja, dass es auch andere Evangelien gibt, die verbreitet wurden von falschen Lehrern. Aber er freut sich so sehr, dass die Römer das wahre, das echte, das biblische Evangelium angenommen haben, das schon im Alten Testament so verankert ist und das Paulus auch hier im Römerbrief so systematisch noch einmal ausbreitet. Wenn es hier heißt, dass euch überliefert worden ist, musste man eigentlich richtigerweise übersetzen, dem ihr übergeben worden seid. Also es ist weniger das Evangelium, das jetzt den Römern gegeben worden ist, sondern die Römer sind mehr dem Evangelium gegeben worden. Das hatte einen solchen enormen Einfluss auf sie.

[32:48] Paulus spricht jetzt ein wenig über die Erfahrung der Römer in Vers 18. Da heißt es, nachdem ihr aber von der Sünde befreit wurdet, seid ihr der Gerechtigkeit dienstbar geworden. Und dieses Wort dienstbar hat wieder diese Idee eines Sklavendienstes, wie zum Beispiel in einer Armee, wo man jetzt mit den Waffen dann kämpft. Die Römer sind von der Sünde befreit worden und haben jetzt begonnen, der Gerechtigkeit zu dienen. 1. Petrus 2, Vers 16. Wir sind frei und Diener Gottes. Kein Widerspruch, sondern da das Gesetz Gottes selbst ein Gesetz der Freiheit ist, kann man als freier Mensch Gott dienen. Galater 6, Vers 19.

[33:31] Ich muss menschlich davon reden, wegen der Schwachheit eures Fleisches. Also Paulus ist sich bewusst, dass das Bild vom Sklavendienst eigentlich sehr unangemessen ist für diese große, tiefe Wahrheit der Freiheit in Christus. Aber er sagt, das ist halt einfach ein guter Weg, das zu illustrieren, weil wir Menschen halt so begrenzt in unserem Verständnis sind. Er sagt hier weiter, denn so wie ihr einst eure Glieder in den Dienst der Unreinheit und der Gesetzlosigkeit gestellt habt zur Gesetzlosigkeit, so stellt jetzt eure Glieder in den Dienst der Gerechtigkeit zur Heiligung. Er sagt, so wie ihr früher mit eurem ganzen Leben für die Ungerechtigkeit gewirkt habt und für sie gearbeitet habt und ihr gedient habt, so benutzt jetzt das, was Gott euch geschenkt hat. Benutzt euren Körper, eure Gedanken, eure Kräfte für den Dienst für die Gerechtigkeit. Und in diesem Zusammenhang benutzt Paulus zum ersten Mal den Begriff hier der Heiligung. Offensichtlich ist Paulus jetzt im Laufe dieser Diskussion übergegangen von der Frage, wie komme ich zu Christus, zu der Frage, wie lebe ich jetzt in Christus. Traditionell oft beschrieben als Rechtfertigung, der Freispruch durch die Gnade Gottes, durch Jesus Christus und dann jetzt die Heiligung, wo man durch die Gnade Gottes in Jesus weiterlebt. Einige kurze Gedanken zu diesem Begriff Heiligung. Gott hat uns zur Heiligung berufen, nicht zur Unreinheit. Erste Thessaloniker 4, Vers 7. Ohne Heiligung werden wir bei der Wiederkunft nicht dabei sein können. Hebräer 12, Vers 14. Christus ist unsere Heiligung. Erste Korinther 1, Vers 30. Es ist Gottes Wille für unser Leben und es hat praktische Konsequenzen sogar auf unser Sexualleben. Erste Thessaloniker 4, Vers 3 und 4. Und die Heiligung geschieht durch den Geist Gottes. Zweite Thessaloniker 2, Vers 13.

[35:32] Paulus geht weiter, noch mal die Erfahrung der Römer zu beschreiben. Denn als ihr Sklaven der Sünde wart, da wart ihr frei gegenüber der Gerechtigkeit. Mit anderen Worten, solange die Römer als Unbekannte einfach der Sünde gedient haben und das getan haben, was ihr Fleisch ihnen diktiert hat, da hatten sie keinerlei Verpflichtung gegenüber der Gerechtigkeit, weil sie diese ohnehin nicht gehorchen wollten. Und Sklave der Sünde, so sagt uns, vielleicht ist die Frage, die aufkommen könnte, ja, wer ist der Sklave der Sünde? Johannes 8, Vers 34 bekanntermaßen sagt, jeder, der die Sünde tut, ist ein Sklave der Sünde. Römer 6, Vers 21.

[36:10] Paulus fragt jetzt rhetorisch, was am Ende dabei rausgekommen ist, dass man der Sünde gedient hat und mit den eigenen körperlichen, mentalen Kräften der Ungerechtigkeit geholfen hat. Vers 21. Welche Frucht hattet ihr nun damals von den Dingen, deren ihr euch jetzt schämt? Ihr Ende ist ja der Tod. Es gab da viele Dinge, die eine Folge waren, aber alles war nur beschämend. Sprüche 1, Vers 31 sagt, dass die Gottlosen mit der Frucht ihres Tuns konfrontiert werden. Galater 6, Vers 7 und 8. Was ein Mensch sät, wird er ernten. Und diese Scham ist etwas, das oft dann bekehrte Menschen erleben, wenn sie zurückschauen in ihr altes Leben. Esra 9, Vers 6. Esra schämte sich für die Sünden des Volkes. Jeremiah 31, Vers 19. Nach der Bekehrung schämt man sich für das, was man früher getan hat. Daniel schämte sich für die Sünden des Volkes, der früheren Sünden, Daniel 9. Und das Ende ist der Tod schon in Römer 1, Vers 32. Haben wir ja gesehen, dass diese Sünden zum Tod führen oder dass man des Todes würdig ist, wenn man diese Dinge tut und an ihnen Freude hat. Dieses Ende wird vor allem verstanden, wenn man sich mit dem Heiligtum beschäftigt. So sagt es Asaph in Psalm 73, Vers 17, wo er sagt, als ich in das Heiligtum ging, verstand ich das Ende der Gottlosen. Sprüche 14, Vers 12, es gibt viele Wege, die uns recht erscheinen, aber am Ende führen sie zum Tod. Und das, was Dornen trägt, Hebräer 6, Vers 8, das wird irgendwann verbrannt. Die Sünde gebiert den Tod. Jakobus 1, Vers 15.

[37:47] Jetzt kommt in Vers 22 der Kontrast dazu. Jetzt aber, da ihr von der Sünde frei und Gott dienstbar geworden seid, habt ihr als eure Frucht die Heiligung, als Ende aber das ewige Leben. Also im alten Leben hat man der Sünde gedient und hatte keine Verpflichtung gegenüber der Gerechtigkeit. Jetzt im neuen Leben mit Christus hat man, dient man der Gerechtigkeit, hat keine Verpflichtung mehr gegenüber der Sünde. Das heißt, hier ist alles ganz ins Gegenteil verkehrt. Wo der Heilige Geist ist, da ist Freiheit. 2. Korinther 3, Vers 17. Gott dienstbar heißt also, dass wir jetzt Knechte Gottes sind, so wie Hiob, den Gott seinen Knecht genannt hat. Ein Knecht Gottes verlässt sich auf Gott, so Psalm 86, Vers 2. Und der Knecht Gottes ist derjenige, der diese Gerechtigkeit erlebt, die Gott ihm schenkt, dass er unverklagbar gemacht worden ist. Jesaja 54, Vers 17. Das haben wir schon an anderer Stelle bei der Rechtfertigung uns angeschaut. Daniel und seine drei Freunde wurden als Knechte Gottes bezeichnet. Ein Knecht Gottes versucht nicht, Menschen zu gefallen, so sagt Galater 1, Vers 10. Und der Knecht Gottes wird die Freiheit nicht als Deckmantel für die Bosheit nehmen, so 1. Petrus 2, Vers 16.

[39:04] Die Frucht, die jetzt hier entsteht, anders als im Leben der Gottlosigkeit, wo nur Schande und Scham und am Ende Tod bei rauskommt, diese Frucht, die wird in der Bibel öfter mal beschrieben, die Frucht des Geistes, Galater 5, Vers 22. Die Frucht der Gerechtigkeit, Philipper 1, Vers 11. Dass wir in jedem guten Werk fruchtbar sind, Kolosser 1, Vers 10. Und das alles ist nur möglich, wenn wir mit Jesus verbunden sind, wenn wir eins gemacht worden sind. Johannes 15, Vers 2, was ja Paulus vorher durch dieses Bild von der Taufe und Auferstehung, Tod der Auferstehung durch die Taufe symbolisiert, dargestellt hat.

[39:39] Vers 23. Jetzt gibt Paulus hier eine wirklich präzise theologische Begründung von dem, was er vorher gesagt hat. Und dieser Vers ist zu einem der Schlüsselverse der biblischen Botschaft geworden. Denn der Lohn der Sünde ist der Tod. Aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn. Also hier macht Paulus es sehr einfach, sehr klar, unmissverständlich. Die Sünde führt zum Tod, doch Gott bietet uns ewiges Leben als Geschenk an. Und damit erklärt sich vieles von dem auch, was er vorher gesagt hat, noch einmal auf einer sehr einfachen Ebene. Interessant ist, dass er hier damit spielt, dass der Tod ein Sollt ist. Das heißt, ein Wort, das auch im Griechischen aus der Militärsprache kommt, das eigentlich das Essensgeld war, das man erhält, um sich verpflegen zu können. Und das passt so ein bisschen in den Gesamtkontext hier, weil er ja vorher von diesem Sklavendienst gesprochen hat und in Vers 13 auch mit einem Wort hantiert hat, das nicht nur Werkzeug, sondern auch Waffen bedeuten kann. Man könnte sich also durchaus vorstellen, dass Paulus hier im gesamten Abschnitt, im zweiten Teil von Römer 6, sozusagen von einem Militärdienst gedanklich gesprochen hat, wo man also sich entscheiden kann, in welcher Armee man kämpfen möchte. Und wenn man sich in der Armee des Satans befindet, wenn man mit den Waffen der Ungerechtigkeit kämpft, dann wird man dafür bezahlt, und zwar mit dem Tod.

[41:11] Dagegen, und diese Tatsache ist von Gott deutlich thematisiert worden, 1. Mose 2, Vers 17 sagt schon, dass wenn man gegen Gott rebelliert, der Tod die unausweichliche Konsequenz ist, weil nämlich nur Gott das Leben ist. Tatsächlich starben auch die Menschen, der erste Tod auch war Folge der Sünde, so 1. Mose 3, Vers 19. Die Seele, die sündigt, die soll sterben, Hesekiel 18, Vers 4. Und was wir sehen, werden wir ernten, Galater 6, Vers 8. Und alle Sünder, die an der Sünde festhalten und diese Rechtfertigung und Heiligung durch Jesus ablehnen, werden auch den zweiten Tod, den endgültigen Tod, der die Strafe für die Sünde ist, erleiden, so sagt uns Offenbarung 21, Vers 8.

[41:56] Das ewige Leben dagegen ist ein Geschenk. So ist es ja schon in Römer 5, Vers 15 und 17 immer wieder deutlich gemacht worden. Im Grunde genommen ist dieser Vers nochmal ein Kommentar auch zu dem Vergleich zwischen Adam und Jesus, denn Adam kann uns nur seine gefallene Natur weitergeben, die zum Tod führt. Aber Jesus kann uns ewiges Leben geben und zwar nicht als Sold, sondern als Geschenk, als Gnadengabe, wie es dort auch in Römer 5 beschrieben wird. Dieses ewige Leben ist für diejenigen, und auch da dürfen wir Römer 2, Vers 7 nicht vergessen, die danach streben, indem sie konstant Gutes tun, aber das ist nur möglich durch den Glauben an Jesus, durch die Annahme dieses Geschenkes der Gnade Gottes. Denn wer an Jesus glaubt, der hat ewiges Leben, Johannes 3, Vers 14 bis 17 und viele, viele andere Texte, die wir hier jetzt aus Zeitgründen nicht alle nennen können.

[42:49] Römer 7, Vers 1, Paulus benutzt dann noch ein anderes Bild. Statt den Kriegsdienst verwendet er jetzt das Gleichnis der Ehe, um quasi denselben Punkt noch einmal deutlich zu machen, nämlich, dass durch die Bekehrung zu Jesus, durch die Rechtfertigung das alte Leben der Sünde aufhört und aufhören muss. Es heißt hier in Vers 1, oder wisst ihr nicht, Brüder, denn ich rede damit Gesetzeskundigen, dass das Gesetz nur so lange über den Menschen herrscht, wie er lebt. Also Paulus benutzt hier etwas, ein Bild aus dem alten Testament auch, weil er weiß, dass seine Leser sich damit auch auskennen. Nur solange der Mensch lebt, hat das Gesetz Forderungen an ihn, das wird jetzt gleich noch deutlicher erklärt.

[43:42] Vers 2, denn die verheiratete Frau ist durchs Gesetz an ihren Mann gebunden, solange er lebt, wenn aber der Mann stirbt, so ist sie von dem Gesetz des Mannes befreit. Das Gesetz regelt, dass wenn Mann und Frau gemeinsam eine Ehe eingehen, dass sie eins werden. So sagt es uns deutlich 1. Mose 2, Vers 23 und 24, sie sollen ein Fleisch werden. Und solange der Mann lebt, kann die Frau nicht einfach jemand anders heiraten. Das sagt Paulus übrigens auch in der praktischen Variante davon sehr deutlich in 1. Korinther 7, Vers 39. Erst wenn der Mann stirbt, der erste Mann, ist sie frei, sich mit einem anderen einzulassen und ihn zu heiraten.

[44:34] Derselbe Gedanke wird jetzt zusätzlich nochmal wiederholt und ausgeführt in Vers 3. So wird sie nun bei Lebzeiten des Mannes eine Ehebrecherin genannt, wenn sie einem anderen Mann zu eigen wird, stirbt aber der Mann, so ist sie vom Gesetz frei, sodass sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie einem anderen Mann zu eigen wird. Das heißt, man kann nach dem Gesetz nur einen Mann gleichzeitig haben. Das ist sozusagen die Idee. Interessant ist, dass das Gesetz selbst nicht abgeschafft wird, denn das Gesetz, das die erste Ehe schützt, schützt dann auch die zweite. Das ist ein sehr wichtiger Punkt hier, um dieses etwas komplexe Bild zu verstehen. Das Gesetz wird also nicht abgeschafft bei dem Tod des ersten Mannes, aber es ist dann in Bezug auf den ersten Mann ohne Funktion, weil die Ehe ja nicht mehr existiert und deswegen kann diese Ehe auch nicht mehr geschützt werden, weil sie ja nicht mehr existiert. Das Gesetz verbietet eindeutig die Ehe. 2. Mose 20, Vers 14. Hier ist ja das bestätigt, Matthäus 5. Er nutzt sein Beispiel dafür für jemand, für eine Frau, deren Mann gestorben ist und die rechtmäßig jetzt jemand heiraten kann.

[45:47] Jetzt wird diese Metapher aufgelöst und jetzt wird es richtig interessant. Vers 4. Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet worden durch den Leib des Christus, damit ihr einem anderen zu eigen seid, nämlich dem, der aus den Toten auferweckt worden ist, damit wir Gott Frucht bringen. Halten wir fest, dass wir uns gut verstehen. Wir müssen diese Metapher jetzt einzeln analysieren. Der alte Mann, der sterben muss, ist der hier angesprochene Mensch, der alte Mensch des Gläubigen. Der neue Mann in dem Gleichnis, mit dem nun die neue Ehe eingegangen werden soll, ist Jesus. Also der sterbende Ehemann ist der Gläubige. Er sagt, wir müssen getötet werden. Der neue Ehemann ist Jesus. Aber die Frau, die die Ehe eingeht, stellt ebenfalls den Menschen dar. Also der gläubige Mensch hat hier quasi zwei Bilder. Er wird einmal als der alte Ehemann dargestellt, der sterben muss, aber auch als die Frau, die mit dem neuen Ehemann eine Verbindung eingeht.

[46:58] Was bedeutet das praktisch? Die Frau steht sozusagen für den Menschen im Allgemeinen mit seiner Willensentscheidung. Der alte Ehemann steht für die verdorbene Natur, die von der Sünde geschwächte und verdorbene niedere Natur. Wir als Menschen haben uns aufgrund unserer persönlichen Entscheidung und aufgrund dessen, was wir von Adam auch vererbt bekommen haben, uns dafür entschieden, unserem niederen Lüstentrieben zu folgen und haben uns damit mit dem alten Menschen verheiratet. Solange diese verdorbene Natur nicht tot ist, in Anführungsstrichen, solange die immer noch lebendig ist und das Sagen hat, wie damals ja auch der Mann in der Ehe das Sagen hatte, mit aller Vorsicht ausgesprochen, solange der Mensch also an seine eigene sündige Natur gebunden ist, kann er nicht gleichzeitig eine Verbindung mit Jesus eingehen. Er kann also auf Deutsch gesagt nicht gleichzeitig der Sünde und Jesus dienen. Das ist eigentlich der Punkt. Aber weil Jesus am Kreuz für alle Sünden im Fleisch gestorben ist, kann ich meinen alten Menschen loswerden, indem ich glaube, dass mein alter Mensch mitgekreuzigt worden ist. Jetzt lebe ich noch, sagt der Paulus, aber eigentlich lebe ich nicht mehr, sondern ich lebe jetzt mit Christus. Der alte Mensch ist also mitgekreuzigt und das Gesetz hat jetzt keinerlei Forderung an den alten Menschen. Das Gesetz ist nicht abgeschafft, aber es ist in Bezug auf den alten Menschen ohne Funktion, weil der alte Mensch ist tot. Genauso wenig wie das Gesetz nicht abgeschafft worden ist in dem Gleichnis, sondern einfach nur ohne Funktion ist, weil der alte Ehemann tot ist und deswegen die alte Ehe nicht mehr aufrechterhalten werden muss. Wenn der alte Mann, der alte Mensch tot ist, wenn die niedrigen Leidenschaften am Kreuz hängen, geistlich gesprochen, dann hat das Gesetz keine Funktion mehr bezüglich dieser niedrigen Leidenschaften.

[49:29] Nun kann der Gläubige mit Christus die Ehe eingehen, die durch dasselbe Gesetz geregelt wird, sozusagen wie auch die alte Bindung mit anderen Worten. Das Gesetz Gottes, das vorher zeigt, was wahr und falsch ist und deswegen immer wieder in der alten Ehe die Sünde als Sünde identifiziert. Dieses Gesetz ändert sich nicht, auch wenn es jetzt in der neuen Ehe natürlich keine Sünde mehr identifiziert, sondern die Gerechtigkeit. Aber das Gesetz selbst ist immer dasselbe. Und damit wird jetzt auch ein bisschen erklärt, was eigentlich Römer 6, Vers 14 meinte, dass die Sünde nicht mehr über uns herrschen soll, weil wir nicht mehr unter dem Gesetz sind. Denn der alte sündige Mensch, der alles aus eigener Kraft tun wollte und deswegen trotz der Kenntnis Gottes immer mehr sündigte, der ist tot. Durch den Leib des Christus ist das geschehen. Jesus hat seinen eigenen Leib geopfert, um uns zu heiligen, Hebräer 10, Vers 10. Er hat an seinem eigenen Leib die Sünden ans Kreuz getragen, 1. Petrus 2, Vers 24. Dass wir eine quasi Ehe mit Gott eingehen, kommt schon im Alten Testament oft vor. Jesaja 54, Vers 5. Da spricht Gott von sich als unserem Ehemann. In Jesaja 62 sagt er, dass er sich über uns freuen möchte, wie sich ein Bräutigam freut. Hosea 2, Vers 19 und 20. Gott möchte sich mit uns verloben. Jesus unser Bräutigam, Johannes 3, 29. Die Gläubigen werden mit Christus verlobt. 2. Korinther 11, Vers 2. Und dann finden wir in Offenbarung 19 die berühmte Hochzeit des Lammes.

[51:06] Und die Frucht, die dadurch jetzt entsteht, am Ende dieses Verses, die haben wir schon in Vers 22 angesprochen. Vers 5. Denn als wir im Fleisch waren, da wirkten in unseren Gliedern die Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz sind, um dem Tod fortzubringen. Paulus erläutert also diesen Gedanken noch einmal etwas näher. Im alten Menschen haben ja, im alten Ehemann sozusagen, in diesem verdorbenen Sündigen, haben die Leidenschaften regiert und die wurden durch das Gesetz als Sünde identifiziert. Zwar war das Gesetz als äußere Norm der Wille Gottes, war zwar bis zu einem bestimmten Grad bekannt als Buchstaben auf einem Papier oder auf einem Stein oder vielleicht auch in der Natur erkannt. Aber ohne die Gnade Gottes und den Heiligen Geist, ohne Jesus ist trotzdem nur Sünde produziert worden und das führt zum Tod. Das Fleisch, sagt Johannes 3, Vers 6, Jesus, dem Nikodemus, ist das, was vom Fleisch geboren ist, was natürlich ist, also die Abstammung von Adam. Und das Fleisch kämpft gegen den Geist, Galater 5, Vers 16 und 17. Das Gesetz identifiziert die Sünde, haben wir gesehen in Römer 3, Vers 20. Das Gesetz offenbart den Zorn, 4, Vers 15. Es macht die Sünde deutlicher in Römer 5, Vers 20. Und das alles deswegen, weil man ohne völligen Gehorsam, der ohne Christus total unmöglich ist, immer ein verfluchter Sünder bleiben wird. Und interessanterweise in der praktischen Anwendung sagt uns Jakobus 4, Vers 1, dass die Sünde in den Gliedern auch zum Streit in der Gemeinde führen.

[52:41] Letzter Vers für heute, Vers 6, jetzt aber sind wir vom Gesetz frei geworden, da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden, so dass wir im neuen Wesen des Geistes dienen und nicht im alten Wesen des Buchstabens. Jetzt wird der neue Zustand des gerechtfertigten Gläubigen erklärt, der in der Heiligung lebt. Der alte Mensch ist gestorben und diesbezüglich hat das Gesetz keine Funktion mehr an diesen alten Menschen, weil das ist alles abgetan, man ist freigesprochen, die entsprechende Schuld ist beglichen. Und die Knechtschaft der Sünde hat aufgehört und jetzt in der Beziehung zu Jesus versucht der Mensch nicht mehr das Gesetz als eine äußere Ansammlung von Buchstaben zu betrachten, die aus eigener Kraft halten will, was immer nur zu Sünde geführt hat, sondern er dient jetzt Gott durch den Heiligen Geist, der die Liebe Gottes in sein Herz bringt und damit den wahren Inhalt, das wahre Wesen, den Sinn des Gesetzes wirklich versteht. Denn das Gesetz ist jetzt in sein Herz geschrieben. Und damit bezieht sich Paulus noch einmal zurück, auch auf das, was er in Römer 2 Vers 27 bis 29 gesprochen hat, also über die äußere und die innere Beschneidung gesprochen hat. Der Buchstabendienst ist die äußere Religion, wo man einfach sich darüber freut, dass man die Wahrheit besitzt, dass man sie in Büchern hat, dass man durch äußere Merkmale wie Beschneidung und ethnische Abstammung glaubt, gerettet zu sein. Doch Paulus hat gesagt, auch in so einem Leben, wenn man die Wahrheit kennt und äußerlich zu einer richtigen Gemeinde gehört, ist die Sünde die bittere Realität und man ist immer noch versklavt an die Sünde. Man braucht die wahre Herzensbeschneidung, man braucht die Bekehrung durch Jesus und das ist der Dienst im Geist. Deswegen sagt Paulus in 2. Korinther 3 Vers 6 in einem oft missverstandenen Text, der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig. Paulus hat selbst davon gesprochen, dass er Gott im Geist dient, so in Römer 1 Vers 19. Und Hesekiel 36 Vers 26 verheißt diesen Heiligen Geist und ein neues Herz. Paulus sagt in Philipper 3 Vers 3, die wahre Beschneidung ist die, dass wir Gott im Geist dienen und kein Vertrauen auf das Fleisch setzen.

[54:54] An dieser Stelle wollen wir einen Punkt machen und uns alle fragen, ob wir nicht bereit sind, genau das, was Paulus hier beschreibt, in unserem Leben Realität werden zu lassen, indem wir Gott unser Leben vollkommen übergeben, indem wir die Rechtfertigung so in Anspruch nehmen, wie Gott sie uns anbietet, dieses Geschenk der Gnade, damit die Wirksamkeit der Sünde unserem Leben gestoppt wird, dass wir nicht mehr der Sünde dienen, dass wir ein neues Leben leben, durch den Heiligen Geist nicht mehr versuchen, Buchstaben zu erfüllen, sondern durch den Geist das tun, was Gott wirklich Freude macht, dass wir der Gerechtigkeit dienen und nicht der Ungerechtigkeit, dass wir für Gott leben und nicht für die Sünde und dass unser Taufbekenntnis wirklich sich in einem neuen Leben zeigt. Ist das nicht auch dein Wunsch, lieber Freund, liebe Freundin, diese Heiligung durch Jesus zu erleben? Gott segne dich. Nächste Woche werden wir wieder hier weiter studieren und dann den nächsten Abschnitt uns anschauen. Das wird sehr spannend werden. Bis dahin wünsche ich Gottes Segen im Studium seines Wortes und bis zum nächsten Mal.


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