[1:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt-Study-Hour. Wir freuen uns so, dass ihr wieder eingeschaltet habt, dass ihr dabei seid, wenn wir Gottes Wort studieren wollen und ein weiteres Thema betrachten wollen in unserem Lektionsheft Evangelisation und Zeugnis geben.
[1:27] Wir wollen uns mit der heutigen Cannstatt-Study-Hour vorbereiten auf das Bibelgespräch am 2. Juni. Und unser Thema heute ist: Zum Dienst zulassen. Es wird darum gehen, wann kann ein Gläubiger im Werk Gottes mitarbeiten und was hindert vielleicht den ein oder anderen in Leitungspositionen Menschen, die vielleicht nicht so top ausgebildet sind, wie er sich das wünscht, zum Dienst zuzulassen. Darüber wollen wir uns Gedanken machen, indem wir uns den Leitgedanken vor Augen führen, und zwar in Römer 10, Vers 15.
[2:08] Dort sagt die Bibel: „Wie sollen sie aber verkündigen, wenn sie nicht ausgesandt werden? Wie geschrieben steht: ‚Wie lieblich sind die Füße derer, die Frieden verkündigen, die Gutes verkündigen!‘“ Die Frage ist eine sehr einfache Frage, aber sie steht genau im Zentrum unserer heutigen Lektion.
[2:31] „Wie sollen sie verkündigen, wenn sie nicht ausgesandt werden?“ Nun, im Kontext dieses Verses finden wir in den beiden Versen vorher folgende Aussagen: „Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.“ (Vers 14) „Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie sich aber hören, ohne einen Verkündiger?“
[2:52] Paulus stellt durch einige rhetorische Fragen hier eine gedankliche Kette auf. Er sagt: Jeder, der den Herrn anruft, wird gerettet werden. Aber um den Herrn anzurufen, muss ich an ihn glauben. Aber um an ihn glauben zu können, muss ich von ihm gehört haben. Und um von ihm gehört zu haben, muss jemand ihn mir verkündigt haben. Aber wie soll jemand mir verkündigen, wenn er nicht gesandt wird?
[3:14] Und genau hier fällt der Schwerpunkt unserer heutigen Lektion: Zum Dienst zulassen. Wenn wir Menschen nicht zum Dienst zulassen, wenn wir sie nicht aussenden, dann können sie nicht verkündigen, dann können andere nicht hören, dann können andere nicht glauben und schließlich nicht den Namen Gottes anrufen und gerettet werden. Das Evangelium braucht Evangeliumsverkündiger, die ausgesandt werden.
[3:40] Ich weiß nicht, wie es in deinem Umfeld ist, in deiner Gemeinde. Werden dort Evangeliumsmitarbeiter ausgebildet und ausgesandt? Werden sie zur Verkündigung zugelassen?
[3:52] In Jesaja 52, Vers 7, dort lesen wir, in Jesaja 52 und dort Vers 7, das ist genau der Text, den Paulus hier in Römer 10 zitiert. In Jesaja 52, Vers 7: „Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der Frieden verkündigt, der gute Botschaft bringt, der das Heil verkündigt, der zu Zion sagt: ‚Dein Gott herrscht als König!‘“
[4:21] Hier wird ganz deutlich, dass diese frohe Botschaft, dieses Evangelium, das von den Freudenboten verkündigt werden soll, auf den Bergen, dass es eine Botschaft ist, dass Gott herrscht, dass er der König ist und dass seine Gesetze gelten. Deswegen hat Jesus immer vom Reich Gottes gepredigt und genau zu dieser Botschaft, zu diesem Evangelium sollen die Freudenboten auch zugelassen werden.
[4:45] Interessanterweise sollen diese Freudenboten auf den Bergen gehen, wo man sie gut sehen kann, wo man sie gut hören kann. Und es ist durchaus auch etwas beschwerlich, manchmal auf den Berg zu steigen. Also hier sehen wir ein interessantes Bild für Evangeliumsarbeit. Es kann etwas beschwerlich sein, aber wenn sie nach dem Sinne Gottes ausgeführt wird, dann ist sie weithin sichtbar, weithin hörbar, und dazu sollen Gläubige angeleitet und zugelassen werden.
[5:11] Und dieser laute Ruf, von dem wir gerade gelesen haben in Vers 7, der bereitet etwas vor, und das finden wir in Jesaja 52, Vers 8. Im nächsten Vers, da heißt es: „Das ist die Stimme deiner Wächter. Sie werden ihre Stimme erheben und miteinander jauchzen, denn mit eigenen Augen werden sie es sehen, wenn der Herr wieder nach Zion kommt.“
[5:34] Die Bibel beschreibt hier die Verkündigung des Evangeliums im Kontext der Wiederkunft oder der Ankunft Jesu. Gott kommt, und weil das so ist, weil Jesus wiederkommt, sollen Menschen hinausgehen auf die Berge, auf die Höhen, weithin sichtbar, weithin hörbar und sollen die Freudenbotschaft verkündigen. Der laute Ruf bereitet die Wiederkunft vor.
[5:57] Und der laute Ruf in der Offenbarung, das steht nicht im Sendemanuskript, wir können es trotzdem kurz anschauen, in der Offenbarung 18, Vers 1, da heißt es: „Und nach diesem sah ich einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte große Vollmacht, und die Erde wurde erleuchtet von seiner Herrlichkeit.“ Diese letzte große Botschaft, in Vers 2 heißt es dann: „Und er rief mit kraftvoller, mit lauter Stimme: ‚Gefallen ist, gefallen ist Babylon!‘“ Dieser letzte Botschaft, dieser laute Ruf erleuchtet die gesamte Erde.
[6:34] Und hier wird ganz deutlich, dass das nicht von einigen wenigen geschehen kann, sondern dass hier viele Gläubige zugelassen werden müssen, damit tatsächlich die gesamte Erde erleuchtet wird mit der Herrlichkeit Gottes, mit der Freudenbotschaft, dass Jesus wiederkommt und dass darauf wir uns vorbereiten sollen.
[6:52] In Jeremia 23 und dort Vers 21 und 22 finden wir einen interessanten Gedanken, den wir hier kurz gemeinsam anschauen wollen. In Jeremia 23 und dort Vers 21 und 22. Es kommt nämlich auch durchaus vor, dass Menschen für Gott reden, die Gott gar nicht gesandt hat.
[7:17] In Jeremia 23, Vers 21 und 22 lesen wir: „Ich habe diese Propheten nicht gesandt, und doch sind sie gelaufen. Ich habe nicht zu ihnen geredet, und doch haben sie geweissagt. Hätten sie in meinem Rat gestanden, so würden sie meinem Volk meine Worte verkündigen und sie abbringen von ihren bösen Taten und von ihren schlimmen Taten.“
[7:43] Die Bibel beschreibt nicht nur das Problem, dass es dort Menschen gibt, die hätten predigen können, aber nie gesandt wurden. Sie beschreibt auch das Problem, dass es Menschen gibt, die gerne predigen, obwohl sie nie gesandt werden sollten. Gott hat sie nie gesandt. Und wenn jemand predigt, ohne gesandt zu sein, wenn jemand es sich auf sich selbst nimmt, eine Botschaft zu verkündigen, die nicht aus dem Wort Gottes kommt, dann bringt er eine schwere Schuld auf sich.
[8:12] Es heißt hier: „Hätten sie in meinem Rat gestanden“, das heißt, hätten sie das getan, würden sie das predigen, was ich ihnen geraten habe, dann würden sie was predigen? Sie würden das Volk abbringen vom bösen Weg und von ihren schlimmen Taten. Das heißt, jemand, der von Gott gesandt ist, der predigt so, dass die Menschen ihre bösen Wege verlassen. Jemand, der das nicht tut und nicht auf die Sünden und auf ihre Konsequenzen hinweist, ist nicht von Gott gesandt.
[8:42] Und Menschen zum Dienst zulassen, Verkündiger auszusenden, bedeutet also auch, Menschen zu finden, die von Gott gesandt sind, und diese Menschen dann nicht zu hindern. Aber andersherum nicht Menschen in den Dienst zu drängen, die niemals von Gott berufen worden sind, das Evangelium zu verkündigen.
[9:00] In Matthäus 9, Vers 38, lesen wir einen Gedanken, den wir schon öfter hier in einigen Folgen angesprochen haben. „Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussende.“
[9:26] Wir sollen darum bitten, dass Gott Verkündiger sendet, die zugelassen werden können. Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende. Aber, und wir haben das ja schon bereits betrachtet, dass dieses Gebet die Jünger vorbereiten sollte, selbst zu gehen. Das heißt, diese Bitte: „Sende Menschen in das Werk Gottes, oh Gott“, ist nur dann ehrlich, wenn ich selbst bereit bin zu gehen.
[9:53] Andere zum Dienst zulassen, beinhaltet auch, selbst bereit zu sein, zugelassen zu werden. Selbst vorbereitet zu sein, mitzuarbeiten und im Werk Gottes eine Aufgabe zu übernehmen.
[10:07] Warum ist es notwendig, dass im Werk Gottes, in der Mission, im Zeugnisgeben, in der Evangelisation, warum ist es dort notwendig, dass die Aufgaben auf verschiedene Schultern verteilt werden? Einen Grund finden wir in 2. Mose 18.
[10:25] 2. Mose 18 und dort ab Vers 13. Die Bibel sagt: „Was geschah am folgenden Tag? Da setzte sich Mose, um das Volk zu richten. Und das Volk stand um Mose her, von Morgen bis zum Abend. Als aber Moses Schwiegervater alles sah, was er mit dem Volk tat, sprach er: ‚Was tust du denn mit dem Volk? Warum sitzt du alleine? Das ganze Volk steht um dich her, vom Morgen bis zum Abend.‘“ Mose antwortete seinem Schwiegervater: „Das Volk kommt zu mir, um Gott zu befragen. Denn wenn sie eine Rechtssache haben, kommen sie zu mir, dass ich entscheide, wer von beiden Recht hat, und damit ich ihnen Gottes Ordnungen und seine Gesetze verkündige.“
[11:08] Wir finden hier das Prinzip, dass eine Gefahr besteht, auch für den demütigsten Arbeiter im Werk Gottes, wie Mose definitiv einer gewesen ist. Wir sehen ja, dass die Gefahr besteht, überlastet zu sein. Mose war eindeutig mit zu vielen Aufgaben beschwert. Er war überlastet. Und das kommt nicht nur im Volk Gottes in der Wüstenwanderung vor, das kommt auch heutzutage vor. Und manchmal ist es so, dass diejenigen, die so viele Lasten tragen, ein kleines Problem damit haben, diese Aufgaben auch anderen zu übergeben. Und das ist genau unser Thema: Zum Dienst zulassen.
[11:50] Nun, es kann auch sein, dass es dann niemanden gibt, der diese Aufgaben übernehmen möchte. Das ist dann auch ein großes Problem. Aber es kommt immer wieder vor, dass dort Menschen bereit stünden, die vielleicht noch nicht ganz so erfahren sind, die vielleicht noch nicht ganz so viel Lebenserfahrung und geistliche Erfahrung mitbringen, die aber motiviert sind, die gerne möchten und die auch die geistliche Einstellung prinzipiell mitbringen. Die aber von den erfahrenen Brüdern und Schwestern sozusagen ein bisschen im Hintergrund gelassen werden.
[12:20] Weil man glaubt: „So wie ich, macht es sowieso keiner. So gut wie ich, kann das keiner.“ Und deswegen muss ich alle Fäden zusammenziehen. Nun, das hat Mose nicht gedacht, aber selbst obwohl Mose das nicht gedacht hat und Mose einfach nur diese Aufgabe hatte, war es notwendig, eine Veränderung vorzunehmen.
[12:40] In Vers 18 lesen wir: „Du wirst müde und kraftlos, sowohl du als auch das Volk, das bei dir ist. Denn diese Sache ist zu schwer für dich, du kannst sie allein nicht ausrichten.“ Es gibt eine bestimmte Grenze, und da kann selbst ein Mose nicht weiter. Jeder Mensch hat seine Grenze, und bestimmte Aufgaben sind für jeden Menschen zu groß, zu schwierig.
[13:04] Und interessanterweise sagt die Bibel, dass nicht nur Mose müde und kraftlos wurde durch die Überbelastung, sondern auch das Volk wurde müde und kraftlos. Könnte es also sein, dass es in den Gemeinden so viel geistliche Müdigkeit gibt, so viel mangelnde geistliche Kraft, weil einige wenige zu viel tun, dadurch müde und kraftlos sind und als Umkehrschluss, als Kettenreaktion daraus auch das Volk, die Gemeinde kraftlos und müde wird?
[13:35] Die einen werden kraftlos und müde, weil sie zu viel zu tun haben, die anderen kraftlos und müde, weil sie nichts zu tun haben und ihre Muskeln, ihre geistlichen nicht trainieren können. Das ist ein interessanter Effekt, der hier beschrieben wird. Und ich glaube, wir können, wenn wir uns umschauen, überall solche Hinweise finden.
[13:52] Vers 19 bis 22 sagt uns: „So höre auf meine Stimme, ich will dir raten, und Gott wird mit dir sein. Tritt du für das Volk vor Gott und bringe du ihre Anliegen vor Gott und erkläre ihnen die Ordnungen und Gesetze, dass du ihnen den Weg verkündest, auf dem sie wandeln, und die Werke, die sie tun sollen. Sieh dich aber unter dem ganzen Volk nach tüchtigen Männern um, die Gott fürchten, Männer der Wahrheit, die dem ungerechten Gewinn feind sind. Setze sie über sie als Oberste über Tausende, über Hunderte, über Fünfzig und über Zehn, damit sie dem Volk allezeit recht sprechen. Alle wichtigen Sachen aber sollen sie vor dich bringen und alle geringen Sachen sollen sie selbst richten. So wird es dir leichter werden, wenn sie die Bürde mit dir tragen.“
[14:37] Und hier sehen wir verschiedene Dinge, die in dem Lösungsvorschlag des Jethro eine Rolle spielen. Zunächst einmal finden wir das Prinzip der Priorisierung. Es gibt bestimmte Dinge, die sind sehr wichtig, die müssen von dem absoluten Führer des Volkes gelöst werden. Es gibt andere Dinge, die sind eher unwichtig und sie können von Delegierten gelöst werden. Das heißt, nicht jede Angelegenheit im Werk Gottes ist gleich wichtig. Es gibt Entscheidungen, die manchmal buchstäblich auf Leben und Tod gehen, und es gibt viele administrative Entscheidungen, organisatorische Entscheidungen, die keinesfalls große Wichtigkeit haben. Und wir müssen lernen, die wichtigen von den unwichtigen Dingen zu unterscheiden und sie zu kategorisieren.
[15:19] Das zweite Prinzip ist das der Delegation. Mose sollte lernen, Aufgaben zu delegieren. Und entsprechend der Priorisierung der verschiedenen Aufgaben gab es Personen, denen man viel Verantwortung delegieren konnte und Personen, denen man weniger Verantwortung delegieren konnte. Und so entstand eine gesunde Aufgabenhierarchie sozusagen, die von Gott unterstützt und beglaubigt wurde.
[15:51] Und ich glaube, das ist ein Prinzip, das auch wir in unserer Arbeit für andere Menschen umsetzen müssen und dürfen. Dass wir bereit sind, auch in der Mission, auch im Zeugnisgeben zu unterscheiden, was sind die wichtigen Aufgaben und was sind die unwichtigen. Welche Aufgaben muss ich selber tun? Welche Aufgaben kann ich delegieren an andere? Und so die gesamte Gemeinde mehr und mehr in ein Netzwerk von Verantwortung hineinbringen.
[16:17] Das bedeutet auch, dass wir uns, wie es hier heißt in Vers 21: „Sieh dich aber unter dem ganzen Volk nach tüchtigen Männern um.“ Die Männer fielen nicht vom Himmel, sondern Mose sollte sich umsehen und in dem ganzen Volk nach tüchtigen Männern. Und für viele Aufgaben natürlich dürfen wir auch uns nach tüchtigen Frauen umsehen.
[16:35] Und es werden einige Bedingungen hier genannt, die sehr wichtig sind: „die Gott fürchten“. Denn die Botschaft, die wir heute zu verkündigen haben, ist: „Fürchte Gott und gib ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen.“ Das heißt, nur jemand, der Gott fürchtet, kann auch diese Botschaft bringen. Sehr wichtig. Und danach soll man sich umschauen: „Männer der Wahrheit, Männer, die dem ungerechten Gewinn feind sind.“ Das heißt, bestimmte charakterliche und geistliche Eigenschaften müssen erfüllt sein. Egal, ob sie auf einen Mann zutreffen sollen, der über 10 herrscht oder über 1000. Egal, ob jemand wenig Verantwortung oder viel Verantwortung trägt. Jeder, der überhaupt Verantwortung trägt, muss diese Bedingungen erfüllen.
[17:18] Und das bedeutet, dass wir uns, wenn wir in unserem Umfeld, in unserer Gemeinde Evangelisation und Zeugnis geben beleben wollen, wenn wir es neu initiieren wollen oder verbessern wollen, dass wir uns gezielt nach Männern und Frauen umschauen, auf die diese Eigenschaften zutreffen, um sie mit großen und kleinen Aufgaben zu betrauen.
[17:39] Und ich denke, das ist nicht nur wichtig in der Ortsgemeinde. Ich denke, es ist auch wichtig, dass dieses Prinzip umgesetzt wird auf die darüber liegenden Strukturen. Dass auch hier die Verantwortung nicht alleine in den Händen weniger Einzelner ruht, sondern dass delegiert wird. Und dass das gesamte Volk Gottes zusammenarbeiten kann in einem Netzwerk von Verantwortung.
[18:10] Schauen wir gemeinsam in Matthäus 7, Vers 17 und 18. Eines der größten Hindernisse, um Menschen zuzulassen zum Dienst, ist das Befürchten, dass dieser Mensch geistlich nicht reif ist oder die Dinge nicht zum Ende bringen wird, keinen Erfolg haben wird, scheitern wird und wir nicht dafür verantwortlich sein wollen, wenn wir ihn dazu ermutigt haben.
[18:35] Matthäus 7, Vers 17 und 18 offenbart uns einige interessante Prinzipien, die hier helfen können, uns einige Ängste zu nehmen. In Matthäus 7, Vers 17 und 18 heißt es: „So bringt jeder gute Baum gute Früchte, der schlechte Baum aber bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen und ein schlechter Baum kann keine guten Früchte bringen.“ „Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.“ So heißt es dann auch in Vers 19.
[19:16] Wir wünschen uns, dass in der Mission gute Frucht gebracht wird. Und hier sagt Matthäus etwas sehr Wichtiges. Er sagt, dass ein guter Baum, das heißt ein Baum, der in seiner Identität auf der richtigen Seite steht, der kann keine schlechten Früchte bringen. Das ist unmöglich. Mit anderen Worten, wenn wir wissen, dass eine Person charakterlich und geistlich in ihrem eigenen Leben tatsächlich mit Jesus lebt, eine Person des Gebets ist, eine Person der Bibel ist, auch wenn sie wenig Erfahrung hat in der Mission, wenig Erfahrung hat im Zeugnisgeben, aber sie ist im Kern in ihrer Identität ein guter Baum, dann können wir nach dieser Verheißung sicherstellen und wissen, dass diese Person gute Frucht bringen wird im Missionsfeld. Egal, mit welcher Aufgabe sie vertraut wird, man sollte ihr eine angemessene Aufgabe geben, aber wir dürfen uns versichern, dass ein guter Baum eine gute Frucht bringt.
[20:27] Der Erfolg in der Mission hängt, und das ist sehr wichtig, von der geistlichen Einstellung ab. Dieser Baum, dieser gute Baum, wird beschrieben auch in Psalm 1 und dort Vers 3. Und das ist eine wichtige Parallele, die wir in diesem Zusammenhang nicht missen wollen. In Psalm 1, Vers 3 heißt es: „Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl.“ So einen Mitarbeiter wollen wir haben, einer, dem alles gelingt, was er tut. Das Geheimnis ist: Das ist ein guter Baum, denn er bringt seine Frucht zur rechten Zeit.
[21:01] Aber was ist die Bedingung, warum dieser Baum ein gesunder, ein guter, ein geistlicher Baum ist? Der Grund findet sich in Vers 1 und 2: „Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht.“
[21:21] Woran erkennt man einen guten Missionsarbeiter? Daran, dass er drei Dinge meidet: den Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder und den Ort, wo die Spötter sitzen. Und dass er stattdessen über das Gesetz Gottes nachsinnt und seine Lust hat am Gesetz, an dem Wort Gottes. Wenn du jemanden kennst in deiner Gemeinde, in deinem Umfeld, der die Bibel liebt und der über sie nachdenkt, nicht nur fünf Minuten am Tag, und du weißt, dass er das Böse meidet, den Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder, sich nicht dorthin setzt, wo die Spötter sitzen, dann kannst du dir sicher sein, dass diese Person in der Mission, dass ihr alles gelingen wird, was sie tut. Sie wird gute Frucht bringen.
[22:05] Die Frage, die wir uns stellen müssen, die Frage, die ich mir stellen muss: Bin ich so ein Baum? Wie viel Zeit verbringst du mit dem Wort Gottes? Wie viel Zeit verbringe ich mit dem Wort Gottes? Und wie ist es mit Vers 1? Wandelst du noch auf dem Rat der Gottlosen? Auf dem Weg der Sünder? Sitzt du noch unter Spöttern? Dann können wir kein guter Baum sein. Dann können wir keine gute Frucht bringen. Dann kann uns auch niemand zulassen im Dienst. Gott möchte uns alle zulassen. Aber die Bedingung ist, dass wir uns nicht zulassen. Gott möchte uns alle zulassen. Aber die Bedingung ist, dass wir uns entscheiden, ein Mensch von Vers 2 zu sein.
[22:45] Ich möchte mich heute, jetzt hier in diesem Moment, neu entscheiden, ein Mensch von Vers 2 zu sein. Über sein Gesetz nachzusinnen, Tag und Nacht. Ein guter Baum zu sein, dessen Frucht zur rechten Zeit kommt. Du auch? Du kannst die Entscheidung jetzt gleich fällen und heute beginnen, jetzt gleich beginnen, sie umzusetzen.
[23:07] Denn die Bibel sagt uns, dass Gott alles tut, damit diese Frucht auch entsteht. In Jesaja 5, Vers 3 bis 5 sehen wir, was Gott alles tut, damit seine Pflanzung auch Frucht bringt.
[23:22] In Jesaja 5, Vers 3 bis 5 heißt es, wir können Vers 1 lesen: „Ich will doch singen von meinem Geliebten, ein Lied meines Freundes von seinem Weinberg. Mein Geliebter hatte einen Weinberg auf einem fruchtbaren Hügel. Und er grub ihn um und säuberte ihn von Steinen und bepflanzte ihn mit edlen Reben. Mitten darin baute er einen Turm und tiefte auch eine Kelter darin aus. Und er hoffte, dass er gute Trauben brächte, aber er trug schlechte.“
[23:50] „Nun, ihr Bürger von Jerusalem und ihr Männer von Juda, sprecht recht zwischen mir und meinem Weinberg. Was konnte man an meinem Weinberg noch weiter tun, das ich nicht getan habe? Warum hoffte ich, dass er gute Trauben brächte, aber er trug nur schlechte?“
[24:09] Gott sagt: Ich habe alles getan, was ich tun konnte. Es gibt nur eine Sache, die Gott nicht tun kann: Er kann nicht unseren Willen zwingen. Und wenn ich mich entscheide, obwohl Gott alles getan hat, um mich zu einem guten Baum zu machen, zu einem guten Missionar, zu einem guten Evangelisten, wenn ich mich dagegen entscheide, durch meine Lebenszielentscheidung und durch meine persönlichen Freizeitentscheidungen, was auch immer ich entscheide, dann kann Gott nichts mehr tun. Dann wird es keine gute Frucht geben. Aber wenn ich mich entscheide, noch heute, das anzunehmen, was Gott mir geschenkt hat, und nach seinem Wort zu leben, dann wird der Baum ein guter Baum sein.
[24:50] Satan hat ein Ziel. In Jeremia 11 und dort Vers 19 heißt es: „Ich aber war wie ein zahmes Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wusste nicht, dass sie solche Anschläge gegen mich schmiedeten. ‚Lasst uns den Baum samt seiner Frucht verderben und ihn aus dem Land der Lebenden ausrotten, dass nicht mehr an seinen Namen gedacht werde!‘“
[25:19] Satan hat ein Ziel. Er möchte den Baum verderben. Er möchte mich verderben, er möchte dich verderben. Wann immer wir es beginnen, für andere Menschen zu wirken, wann immer wir beginnen, das Evangelium weiterzugeben, hat Satan ein Ziel. Er möchte uns verderben. Und ich weiß das aus eigener Erfahrung. Er möchte den Baum mit seiner Frucht verderben, denn er weiß, wenn der Baum ein schlechter Baum wird, dann wird die Frucht schlechter. Denn ein schlechter Baum bringt schlechte Frucht.
[25:50] Oh, wie sehr brauchen wir Jesus. Wie sehr brauchst du und wie sehr brauche ich Jesus, um ein guter Baum zu bleiben.
[26:01] In Lukas 13, Vers 6 bis 9, da finden wir folgendes Gleichnis. In Lukas 13, Vers 6 bis 9, und er sagt dieses Gleichnis: „Es hatte jemand einen Feigenbaum, der war in seinem Weinberg gepflanzt. Und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine. Da sprach er zu dem Weingärtner: ‚Siehe, drei Jahre komme ich und suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine. Hau ihn ab! Warum macht er das Land ohne es?‘“
[26:35] Das gibt es Menschen, die sind schon so lange in der Gemeinde und es ist keine Frucht da. Kein Mensch ist jemals durch ihre Bemühungen zu Jesus gekommen. Kein Mensch hat ein Buch bekommen. Kein Mensch hat jemals die gute Nachricht auch nur gehört. Und Gott beobachtet ihr Leben. Und gerechterweise muss er sagen: Dieser Baum ist kein guter Baum. Er bringt keine Frucht.
[27:00] Aber trotz der Konsequenz und der Gerechtigkeit, die wir hier deutlich sehen, sehen wir auch die Gnade und die Langmut Gottes. Denn im nächsten Vers, Vers 8, er antwortet und spricht zu ihm: „Herr, lass ihn noch dieses Jahr, bis ich um ihn gegraben habe und Dünger gelegt habe, ob er vielleicht doch noch Frucht bringt. Wenn nicht, so hau ihn danach ab.“
[27:21] Gott möchte uns noch eine Chance geben. Gott möchte dir noch eine Chance geben. Gott möchte mir noch eine Chance geben. Er möchte, dass wir ein guter Baum sind und bleiben. Und selbst dann, wenn nach gründlicher Prüfung eigentlich alles verloren ist, sagt Gott: Gib ihm noch eine Chance. Möchtest du diese Chance nutzen? Ich möchte sie nutzen. Wie ist es mit dir? Möchtest du ein guter Baum sein, der gute Frucht bringt? In der Mission, im Zeugnisgeben und in deinem Charakter.
[27:56] Denn in Philipper 1, Vers 11, lesen wir das folgende: in Philipper 1 und dort Vers 11: „erfüllt mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus gewirkt werden, zur Ehre und zum Lob Gottes.“
[28:13] Die Frucht, diese gute Frucht, die in einem guten Baum wächst, wird gewirkt durch Jesus Christus zur Ehre und zum Lob Gottes. Kein Mensch soll viele Menschen bekehren, um dann eine Medaille zu bekommen und sagen: Er war der beste Missionar. Sondern die Frucht, nach der wir suchen, als ein guter Baum ist, dass Jesus in mir wirken darf, damit Gott geehrt wird, damit Gott gelobt wird. Wenn die Welt sieht, wie durch einfache, ungebildete Menschen das Evangelium die ganze Welt erleuchtet.
[28:47] Möchtest du dabei sein? Ich möchte mich heute entscheiden, dort dabei zu sein. Erfüllt zu sein mit den Früchten der Gerechtigkeit. Das ist etwas, was ich nicht tun kann. Das ist etwas, was du nicht tun kannst. Das ist etwas, was allein Jesus in uns tun kann. Oh, wie sehr brauchen wir Jesus. Und wie selten haben wir enge Beziehungen zu Jesus. Wie sehr brauchen wir Jesus, damit diese Frucht tatsächlich wachsen kann.
[29:20] In 1. Johannes 3, Vers 9 und 10, da finden wir noch einen Gedanken zu dieser Frucht. „Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm, und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist. Daran sind die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels offenbar. Jeder, der nicht Gerechtigkeit übt, ist nicht aus Gott. Ebenso, wer seinen Bruder nicht liebt.“
[29:57] Nur ein wahrer Christ wird letztendlich Menschen zu Jesus wirklich führen können. Ja, wir können vielleicht unsere Gemeinden vollbekommen, auch durch Heuchelei. Aber echte Mission, echtes Zeugnisgeben, echte Evangelisation ist nur ausschließlich erfolgreich, wenn mein Herz mit Gottes Herzen in Harmonie ist. Wenn mein Herz mit Gottes Herzen in Harmonie ist.
[30:29] In Apostelgeschichte 6, Vers 1 bis 8, da haben wir eine sehr praktische Geschichte über den Bedarf an Arbeitern, die zugelassen werden sollten und zugelassen werden müssen.
[30:40] In Apostelgeschichte 6 und dort ab Vers 1, die Geschichte haben wir schon öfter hier betrachtet in den letzten Wochen, kommt immer wieder vor in unserem Lektionsheft. In Apostelgeschichte 6, Vers 1 heißt es: „In jenen Tagen aber, als die Zahl der Jünger wuchs, entstand ein Murren der Hellenisten (also der griechischsprachigen Juden) gegen die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Hilfeleistung übersehen wurden.“
[31:07] Es gab einen akuten Helfermangel. Es gab zu viele Aufgaben, zu wenig Helfer, und bestimmte Menschen in der Gemeinde wurden übersehen. Das Wachstum der Gemeinde vergrößert den Bedarf. Ein wichtiges Prinzip: Je größer eine Gemeinde wird, desto mehr Menschen müssen auch mitarbeiten. Ansonsten steht dieses Problem, wie wir es hier vorfinden, dass es einen akuten Helfermangel gibt.
[31:30] Gibt es vielleicht auch in deiner Gemeinde akuten Helfermangel? Und könnte es sein, dass viele Streitigkeiten in der Gemeinde, das Murren und das Zanken in der Gemeinde, im Volk Gottes, letztendlich oftmals darauf zurückzuführen ist, weil es einen Mangel an Helfern gibt. Einen Mangel an Menschen, die mitarbeiten.
[31:52] Wir lesen weiter in Vers 2: „Da beriefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: ‚Es ist nicht gut, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen, um bei den Tischen zu dienen.‘“ Mit anderen Worten: Ein Arbeiter soll seine Hauptaufgabe nicht vernachlässigen. Wenn du berufen worden bist zum Predigen, dann vernachlässige niemals das Predigen, egal was sonst noch gefordert sein mag. Wenn du gerufen bist, dein Diakon zu sein, vernachlässige diese Aufgabe niemals. Was immer deine Hauptaufgabe ist, die soll nicht vernachlässigt werden.
[32:23] Stattdessen sollen neue Menschen zugelassen werden zum Dienst. Die Gefahr ist, dass bei auftretenden Lücken bewährte, erfahrene Arbeiter noch mit einer zweiten, einer dritten, einer vierten Aufgabe betraut werden, weil man ja weiß, dass sie so gut und erfahren sind. Aber meistens brechen sie dann nur diesen Aufgaben zusammen.
[32:43] Vers 3: „Darum, ihr Brüder, seht euch nach sieben Männern aus eurer Mitte um.“ Wieder haben wir das Prinzip, dass die Gläubigen selbst sich umsehen sollen in der Gemeinde und sagen: Wer könnte diese Aufgabe erfüllen? Gott spricht nicht einfach vom Himmel und sagt: Der, der, der und der, sondern er sagt: Schaut euch um. So wie Mose sich umschauen sollte, sollen sich hier auch die Brüder umschauen und sagen: Wer könnte diese Aufgabe erfüllen?
[33:06] Wenn du an deine Ortsgemeinde denkst, schau dich im Geist einmal um und sage: Wer könnte in unserer Situation, in unserem Helfermangel, den wir gerade erleben, wer könnte eine Aufgabe übernehmen? Wer entspricht den geistlichen Prinzipien, die wir jetzt gerade hier gleich anschauen werden?
[33:23] Denn es heißt hier: „die ein gutes Zeugnis haben und voll Heiligen Geistes und Weisheit sind, die wollen wir für diesen Dienst einsetzen.“ Drei Bedingungen werden genannt: Ein gutes Zeugnis, das heißt, auch vor anderen Menschen in der Welt sollen sie geachtet sein und nicht verachtet. Sie sollen voll Heiligen Geistes sein und Weisheit besitzen. Warum brauchen sie diese Dinge? Wir wollen diese drei Dinge kurz anschauen.
[33:47] Das gute Zeugnis. Woher kommt das gute Zeugnis? Die Bibel sagt uns in Hebräer 11, Vers 1 und 2, bekannter Vers. Hebräer 11, Vers 1 und 2. Das heißt, die erste Bedingung ist, um ein gutes Zeugnis zu haben: Glaube, echter biblischer Glaube, der aus jedem Wort lebt und Gott beim Wort nimmt. Das ist eine Bedingung, um helfen zu können im Werk Gottes. Denn jeder Helfer im Werk Gottes nach Apostelgeschichte 6 sollte ein gutes Zeugnis haben, und das gute Zeugnis kommt hier durch diesen Glauben, der überzeugt von Dingen ist, die man nicht sieht, einfach nur deswegen, weil sie im Wort Gottes geschrieben stehen.
[34:40] Und dann die zweite Bedingung in Apostelgeschichte 6 war der Heilige Geist. Und auch hier können wir einen bekannten Text aufschlagen in Johannes 16. Johannes 16 und dort ab Vers 8 oder Vers 8 und Vers 13. Johannes 16, Vers 8 und 13: „Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und vom Gericht.“ Mit anderen Worten: Diese neu gewählten Diakone in Apostelgeschichte 6 hatten die Aufgabe, neben ihrer Diakonie, einen klaren Sinn zu haben für Sünde, für Gerechtigkeit und für das kommende Gericht.
[35:22] Menschen, die heute benannt werden sollen in unseren Gemeinden, im Volk Gottes für Aufgaben in der Mission und im Zeugnis geben, brauchen eine klare Überzeugung, was ist Sünde, was ist Gerechtigkeit und was hat es mit dem Gericht auf sich. Eine Vorbedingung, um zum Dienst zugelassen werden zu können. Denn wenn die Bibel sagt: „Zum Dienst zulassen“, und dieses Prinzip in der Bibel zu finden ist, dann meint das nicht einfach, jeden in ein Amt zu stecken, nur damit jeder ein Amt hat. Diese Bedingungen müssen erfüllt werden. Und wenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind, dann haben wir genau das Problem, das wir am Anfang angesprochen haben, dass dann Menschen predigen und Menschen Ämter ausführen, die Gott gar nicht gesandt hat.
[36:07] In Sprüche 2 finden wir auch etwas über die Weisheit noch, denn die dritte Bedingung in Apostelgeschichte 6 war die Weisheit, die Weisheit. Und in Sprüche 2 finden wir einige Gedanken dazu, wie man zur Weisheit kommt.
[36:20] In Sprüche 2, Vers 1 bis 6 heißt es: „Mein Sohn, wenn du meine Worte annimmst und meine Gebote bei dir bewahrst, sodass du der Weisheit dein Ohr leihst und dein Herz der Einsicht zuwendest, wenn du um Verständnis betest und um Einsicht flehst, wenn du sie suchst wie Silber und nach ihr forschst wie nach Schätzen, dann wirst du die Furcht des Herrn verstehen und die Erkenntnis Gottes erlangen. Denn der Herr gibt Weisheit, aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht.“
[36:47] Hier werden einige Bedingungen genannt, die erfüllt werden müssen, damit man die Weisheit von Gott bekommt. Und das sind also Bedingungen, die nach Apostelgeschichte 6 auch auf Mitarbeiter in der Gemeinde zutreffen müssen. Zum Beispiel Gottes Worte annehmen, seine Gebote bewahren, der Weisheit das Ohr leihen, das Herz, das heißt die Gedanken der Einsicht zuwenden. Wer nicht einsichtig sein will, der hat in einem Gemeindeamt nichts verloren. Menschen, die beten um Verständnis, die flehen, die nicht einfach nur ein Tischgebet sprechen, sondern die flehen um Verständnis und Einsicht, die danach forschen in der Schrift wie nach Silber, wie nach Schätzen, die die Schrift umgraben, bis sie diese Weisheit gefunden haben. Diese Menschen sollten Diakone werden, und diese Menschen sollen auch heute in unseren Gemeinden die Aufgaben der Kleinen und der Großen übernehmen. Denn auch administrative Aufgaben sind geistliche Dienste.
[37:53] Gehen wir zurück zu Apostelgeschichte 6 und lesen wir Vers 4. Dort heißt es: „Wir aber wollen beständig im Gebet und im Dienst des Wortes bleiben.“
[38:13] Die Apostel haben sich allein konzentriert auf den Vollzeitpredigtdienst, und der Grund dafür lag, dass sie in einer besonderen Art und Weise von Jesus ausgebildet wurden. Und dann finden wir hier die Wahl in Vers 5 und das Wohlgefallen der ganzen Menge. „Und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochien.“
[38:42] Es war die gesamte Gemeinde, die wählt, ein demokratischer Prozess, eine Gemeindewahl. Interessanterweise wurden aber die Prediger nicht demokratisch gewählt. Auch das zeigt uns ein wichtiges Prinzip für die Strukturen, in denen wir als Gemeinde arbeiten sollten. Die administrativen, die organisatorischen Aufgaben der verschiedenen Abteilungen können und sollen demokratisch gewählt werden. Aber ob jemand Prediger ist oder nicht, ist keine Abstimmungsfrage demokratischer Mehrheiten.
[39:11] Und dann in Vers 8 heißt es: „Und Stephanus, einer dieser neuen Mitarbeiter, die zum Dienst zugelassen wurden, voll Glauben und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk.“ Weil die Apostel neue Mitarbeiter zugelassen haben, dass den Kreis der Dienstmitarbeiter erweitert haben, dadurch wurden jetzt mehr Wunder getan. Es gab noch größere Zeichen und mehr Menschen im Volk Gottes hörten das Evangelium. Und genau das ist das Ziel.
[39:40] Und interessanterweise sagt uns in 1. Timotheus 3, Vers 13: 1. Timotheus 3 und dort Vers 13: „Denn wenn sie ihren Dienst gut versehen, erwerben sie sich selbst eine gute Stufe und viel Freimütigkeit im Glauben in Christus Jesus.“ Mit anderen Worten: Im neuen Dienst kann jemand auch geistlich wachsen. Und das ist etwas, was wir im Hinterkopf behalten sollen. Geistliches Wachstum kommt durchaus auch durch eine neue Aufgabe, für die wir vorbereitet wurden, durch den Geist Gottes.
[40:14] Schauen wir ganz kurz Johannes 7 und dort Vers 17 an. Johannes 7, Vers 17, dort heißt es: „Wenn jemand seinen Willen tun will, wird er erkennen, ob diese Lehre von Gott ist oder ob ich aus mir selbst rede.“
[40:38] Jesus nennt ein sehr einfaches, aber sehr wirksames Mittel, um zu unterscheiden, was die Wahrheit, was der Irrtum ist. Die Fähigkeit, Wahrheit und Irrtum voneinander zu unterscheiden, hängt davon ab, ob ich bereit bin, Gottes Willen zu tun. Mit anderen Worten, ob ich bereit bin, Gott gehorsam zu sein. Ein Mensch, der bereit ist, Gott gehorsam zu sein, kann Wahrheit von Irrtum unterscheiden. Ein Mensch, der nicht bereit ist, Gott gehorsam zu sein, wird sich im Irrtum verstricken.
[41:06] In der Frage der Mission bedeutet das: Jeder, der bereit ist, Gott gehorsam zu sein, kann wahre Methoden von falschen Methoden unterscheiden. Selbst wenn er unerfahren ist, aber wenn er gehorsam ist, können wir ihn zum Dienst zulassen, weil er wird aufgrund seines Gehorsames die richtigen Methoden schließlich wählen. Er wird aus seinen Fehlern lernen und Gott wird ihn unterweisen können und er wird das Wahre vom Falschen unterscheiden können. Jemand, der nicht gehorsam ist, und sei er noch seit vielen Jahrzehnten erfahren, der kann das nicht leisten und sollte deswegen auch nicht gewählt werden.
[41:43] Ein typisches Beispiel dafür sind die Schriftgelehrten in Johannes 8, Vers 43. In Johannes 8, Vers 43 finden wir, wie Jesus mit den Schriftgelehrten redet, jenen Männern, die hebräisch rückwärts predigen konnten, die das Alte Testament auswendig kannten und eine Fülle von Kommentaren gelesen hatten, die ihr ganzes Leben investiert hatten in eine theologische Ausbildung. Jesus sagt in Vers 43: „Warum versteht ihr meine Rede nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt.“
[42:21] Die Pharisäer waren unfähig für die Mission. Sie waren unfähig für die Mission Jesu, obwohl sie theologisch perfekt ausgebildet waren. Warum? Sie hatten keine Beziehung zu Jesus. Vers 47: „Wer aus Gott ist, der hört die Worte Gottes; darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.“
[42:50] Die beste, perfekteste Ausbildung in der Mission und im Zeugnisgeben ist von 0,0 Nutzen, weil wir keine persönliche Beziehung zu Gott haben. Deswegen lasst uns nicht so sehr auf Doktortitel und sonstige Orden schauen. Lasst uns darauf schauen, ob du und ich, ob jeder von uns eine Liebesbeziehung zu Jesus hat, die sich im Gehorsam offenbart. Nach Johannes 14, Vers 15.
[43:21] Und ein Vers, der soll uns hier ganz wichtig sein: im Psalm 25, Vers 12. Psalm 25 und dort Vers 12. Dort sagt die Bibel: „Er ist der Mann, der den Herrn fürchtet; er weist ihm den Weg, den er wählen soll.“ Wenn du den Herrn fürchtest, dann wird der Herr dir den Weg weisen, den du gehen sollst. Wenn du einen Menschen kennst, der den Herrn fürchtet, dann kannst du ihn zum Dienst zulassen, denn Gott wird ihm den Weg weisen, den er gehen soll. Wenn er diese erste Bedingung: „Fürchte Gott, gib ihm die Ehre“ erfüllt, dann kann Gott ihn weisen, auch wenn er noch so unerfahren ist. Er weist ihn zum Dienst zu.
[44:06] Gemeinsam wollen wir noch Johannes 4, Vers 36 anschauen. Johannes 4 und dort Vers 36. „Und wer erntet, der empfängt Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit sich der Seemann und der Schnitter miteinander freuen.“
[44:29] Das Ernten von Menschen bringt Freude. Menschen zu Jesus zu bringen, das bringt eine Freude, die wir sonst in dieser Form nicht haben können als Christen. Es gibt zwei Dinge, die wir in den Himmel mitnehmen können. Zwei Dinge: Unseren Charakter und die Menschen, die wir gewonnen haben. Unser Haus, unser Auto, unsere Arbeitsstelle, unsere Hobbys, was auch immer ist, woran dein Herz hängt, das alles können wir nicht mit in den Himmel nehmen. Aber unseren Charakter und die Menschen, die wir gewonnen haben, die können wir in den Himmel mitnehmen. Das sollte uns eine neue Priorität in unserem Leben geben.
[45:13] Lass uns gemeinsam Sprüche 11, Vers 30 lesen. Ein ganz wichtiger und interessanter Text. Sprüche 11 und dort Vers 30. Dort heißt es: „Die Frucht des Gerechten ist ein Baum des Lebens, und der Weise gewinnt Seelen.“
[45:35] Willst du weise sein, so wie Stephanus und die Diakone weise waren? Der Weise gewinnt Seelen. Die Frucht des Gerechten ist der Baum des Lebens. Wir können wählen zwischen dem guten Baum und dem schlechten Baum. Dem guten Baum, der eine gute Frucht bringt, die Frucht vom Baum des Lebens. Wir können wählen vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zu essen und vom schlechten Baum mit der schlechten Frucht. Wir können wählen zwischen Jesus und Satan. Wir können wählen zwischen der Gerechtigkeit und der Sünde. Und so oft entscheiden wir uns für die Sünde wegen der Gründe, die schon Eva und Adam angeführt haben und die sich selbst eingeredet haben. Aber dann können wir keine Menschen gewinnen. Denn der Weise, dessen Frucht ein Baum des Lebens ist, der gewinnt Seelen.
[46:21] Möchtest du heute die Entscheidung fällen, dich neu zu orientieren, wegzugehen von dem falschen Baum und zum wahren Baum zu kommen, zum Baum Jesu Christi, zum Baum des Lebens, zu dem, der gesagt hat: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Ich will dich zu einem guten Baum machen.
[46:38] In Daniel 12, Vers 3, dort heißt es: In Daniel 12, Vers 3: „Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsausdehnung, und die, welche die Vielen zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.“
[46:56] Möchtest du einer von diesen Verständigen sein, die die Vielen zur Gerechtigkeit gewiesen haben?
[47:08] Wir wollen einen letzten Gedanken anschauen in einem Abschnitt in der Apostelgeschichte 15, ab Vers 36. In der Apostelgeschichte 15, in diesem Buch der Apostelgeschichte, das so harmonisch eigentlich immer ist und wo alle Dinge zusammenkommen und zusammenwirken, da finden wir diese eine Geschichte, die uns ein bisschen irritiert, über Paulus und Barnabas, die sich entzweien über eine Personalentscheidung.
[47:32] Ab Vers 36 heißt es hier: „Nach etlichen Tagen aber sprach Paulus zu Barnabas: ‚Lasst uns wieder umkehren und in all den Städten, in denen wir das Wort des Herrn verkündigt haben, nach unseren Brüdern sehen, wie es um sie steht.‘“ Barnabas aber riet dazu, den Johannes, der Markus genannt wird, der das Markus-Evangelium geschrieben hat, mitzunehmen. Paulus jedoch hielt es für richtig, dass der, welcher in Pamphylien von ihnen weggegangen und nicht mit ihnen zu dem Werk gekommen war, nicht mitgenommen werden sollte.“
[47:56] Deshalb entstand eine heftige Auseinandersetzung, sodass sie sich voneinander trennten. Und Barnabas nahm Markus zu sich und fuhr mit dem Schiff nach Zypern. Paulus überwältigte sich Silas und zog aus, von den Brüdern der Gnade Gottes anbefohlen.
[48:10] Paulus und Barnabas streiten sich über eine Personalentscheidung darüber, ob man diesen jungen Johannes Markus zum Dienst zulassen sollte oder nicht. Und Paulus hatte gute Gründe: Er hat einen Fehler gemacht. Er hat uns verlassen. Er ist nicht verlässlich. Man kann sich auf ihn nicht verlassen. Vielleicht ist er zu schwach. Vielleicht nicht geistlich reif genug. Tatsache ist, dass Markus später ein bewährter Mitarbeiter wurde und dass es die richtige Wahl war, ihn mitzunehmen.
[48:51] Das heißt, selbst Paulus konnte sich täuschen, wenn es um Personalentscheidungen ging. Selbst der große und geistliche Paulus konnte ein wenig zu kritisch sein, wenn es darum ging, Menschen zuzulassen. Könnte es also sein, dass wir auch manchmal den Fehler machen?
[49:12] Interessanterweise hat Paulus aus diesem Fehler gelernt, in 2. Timotheus 4, Vers 11. Da lesen wir in 2. Timotheus 4, Vers 11: „Nur Lukas ist bei mir. Nimm Markus zu dir und bring ihn mit, denn er ist mir sehr nützlich zum Dienst.“ Paulus hat umgedacht, hat umdenken lernen, als er sah, dass die anfänglichen Fehler korrigiert wurden, dass Markus, der am Anfang vielleicht etwas unreif war, dazugelernt hat. Und auch wir dürfen Zeugen dieses Prozesses sein, dass Menschen am Anfang vielleicht Fehler machen, wenn wir sie zulassen, aber dass sie mit ihren Aufgaben wachsen. Wir sollen anfängliche Fehler nicht überbewerten.
[49:57] Und noch ein Prinzip ist sehr wichtig. Wir sollten uns von keiner Autorität, auch nicht einmal von Paulus, verbieten lassen, wen wir in das Werk Gottes aussenden. Kein Mensch hat das Recht, einen anderen Menschen vom Dienst fernzuhalten, wenn dieser Mensch Anzeichen davon gibt, dass er geistlich geführt ist. Wir sollten uns von keiner Autorität, auch nicht einmal von Paulus, verbieten lassen, wen wir in das Werk Gottes aussenden. Kein Mensch hat das Recht, einen anderen Menschen vom Dienst fernzuhalten, wenn dieser Mensch Anzeichen davon gibt, dass er geistlich geführt ist. Das ist ein sehr wichtiges Prinzip, das wir beachten wollen.
[50:37] So wollen wir uns heute entscheiden, selbst bereit zu sein, dass andere uns zum Dienst zulassen können. Und wenn wir in Leitungsfunktionen sind oder ein bisschen Verantwortung tragen, wollen wir bereit sein, etwas von unserer Verantwortung abzugeben. Vielleicht bekommen wir nicht mehr so viel Applaus für alles, was wir tun im Werk Gottes. Aber wir wollen immer noch als Menschen wachsen. Bist du bereit für diesen Paradigmenwechsel? Bist du bereit, diesen Denkprozess mitzugestalten, dass wir mehr Menschen im Werk Gottes zum Dienst zulassen, damit sie wachsen können und das Werk Gottes in dieser Generation sehr schnell zum Abschluss gebracht wird? Das ist dein Wunsch. Mein Wunsch ist es, ganz neu, sich Gott zur Verfügung zu stellen und ihm zu dienen.
[51:20] Ich danke euch, dass ihr zugeschaut habt. Diese Woche möchte ich euch einladen, nächste Woche wieder dabei zu sein, wenn es heißt: Cannstatt-Study-Hour hier auf www.joelmedia.tv. Und wir freuen uns, dass ihr auch unsere anderen Videos anschaut und auch diese weiterverbreitet, sodass sich das Evangelium immer schneller, immer weiter verbreitet, sodass Jesus sehr bald wiederkommen kann. Und wir danken euch dafür, dass wir mit euch gemeinsam diesen Dienst hier tun können, einen Dienst, der das ewige Evangelium zu Stuttgart, zu Deutschland und bis an das Ende der Welt bringen will. Und wir wollen mit euch gemeinsam arbeiten, wir wollen uns gegenseitig zum Dienst zulassen und die Wiederkunft Jesu herbeiführen. Gott segne euch. Amen.
[52:51] www.joelmedia.tv