[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.tv.de. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern von Amazing Discoveries. Wir wollen heute weiter studieren im Römerbrief in unserem Reformations-Spezial. Wir wollen den Römerbrief Vers für Vers lesen und biblisch kommentieren. Wir haben das letzte Mal am Ende von Kapitel 12, Kapitel 13 und Anfang von Kapitel 14 gesehen, wie Paulus verschiedene praktische Hinweise gab, die das Leben des Gläubigen betreffen. Darunter war zum Beispiel die Idee, dass man sich nicht selbst rächen sollte, sondern dass Böses mit Gutem vergelten sollte. Die Frage, wie der Christ sich dem Staat gegenüber verhalten sollte. Die Frage des Gesetzes und die Tatsache, dass die Liebe Gottes zum Halten des Gesetzes führen wird. Die Nähe der Wiederkunft und die dadurch entstehende Dringlichkeit, wirklich auch so zu leben, wie ein Christ leben sollte.
[1:27] Und dann in Kapitel 14 hat Paulus sich den Gewissensfragen zugewendet, wo einige Geschwister aufgrund ihres schwachen Glaubens Dinge für gefährlich halten, obwohl sie gar nicht gefährlich sind, wie zum Beispiel das berühmte Götzenopferfleisch. Das an sich eigentlich rein wäre zu essen, das allerdings aufgrund der Weihung für Götzen in den Augen einiger als unrein erschien. Und Paulus sprach darüber, wie wichtig es ist, dass jeder nach seinem eigenen Gewissen leben sollte und dass es nicht angehen kann, dass man als Glaubenstarker ohne Not die Gewissen der Glaubensschwachen verletzt. An der Stelle wollen wir heute weitermachen und schauen, was Paulus zu diesem Thema noch weiter zu sagen hat. Aber bevor wir beginnen, wollen wir auch diesmal mit einem Gebet starten und dazu lade ich dich, lieber Freund, liebe Freundin, ganz herzlich ein.
[2:22] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir den Römerbrief haben, der uns so viel tiefe Weisheit und so viel praktische Ratschläge auch für das christliche Leben gibt, so klar und deutlich deinen Charakter zeigt und so viel Kraft uns gibt für das Leben mit dir. Wir möchten dich bitten, dass wir heute, wenn wir dein Wort studieren, genau das erkennen, was du uns heute sagen möchtest. Sprich du zu uns durch deinen Heiligen Geist, berühre unsere Herzen, zeige uns, wo wir Veränderungen brauchen, wo wir Dinge in unserem Leben ändern müssen, um noch mehr mit dir leben zu können. Und wir bitten dich, dass dein Wort nicht leer zurückkehrt, sondern dass es ausführt, wozu du es gesandt hast. Im Namen unseres Erlösers, Jesus Christus. Amen.
[3:15] Wir beginnen in Römer 14, Vers 17. Paulus bringt hier einen gewichtigen theologischen Punkt vor. Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Ob ich im Reich Gottes bin oder nicht, zeigt sich nicht an solchen Gewissensfragen, wie wir sie in den Versen vorstudiert haben, sondern an diesen drei Merkmalen. Jesus hat das Reich Gottes gepredigt, hat gesagt, tut Buße, so auch Johannes der Täufer. Denn das Reich Gottes ist nah herbeigekommen. Jesus sagte dem Nikodemus, dass man in das Reich Gottes durch Wiedergeburt allein kommt. Ungerechte können es nicht erben. Jesus sagte in Matthäus 6 in der Bergpredigt, dass das Reich Gottes unsere oberste Priorität sein sollte. Er sagte auch, dass es nicht äußerlich durch Beobachtung kommt, sondern innerlich ist. Es besteht nicht in Worten, sagt Paulus in 1. Korinther 4, Vers 20, sondern in Kraft. Und wir sind zu diesem Reich gerufen.
[4:15] Es ist nicht Essen und Trinken. Wir haben vor Gott keinen besseren Stand, wenn wir das Fleisch essen, von dem wir wissen, dass es ja nicht okkult belastet ist an sich. Und wir haben auch keinen besseren Stand, wenn wir sicherheitshalber darauf verzichten. Solche Gewissensfragen verändern unsere Stellung bei Gott nicht. Hebräer 13, Vers 9 sagt, dass das Herz durch Gnade und nicht durch den korrekten Umgang mit einer Speise fest wird.
[4:42] Was sind diese drei Punkte? Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Die Gerechtigkeit, so haben wir gelernt hier im Römerbrief, in Römer 1, Verse 16, 17, wird im Evangelium geoffenbart und zwar durch den Glauben, Römer 3, Vers 22. In Gott haben wir Gerechtigkeit, sagt schon das Alte Testament. Der Herr ist unsere Gerechtigkeit, Jeremia 23. Jesus Christus ist unsere Gerechtigkeit, 1. Korinther 1, Vers 30. Daniel 9 sagte voraus, dass der Messias eine ewige Gerechtigkeit mit sich bringen würde. Und in Christus werden wir zu der Gerechtigkeit, die vor Gott zählt, zur Gerechtigkeit Gottes, 2. Korinther 5, Vers 21.
[5:19] Die Rechtfertigung durch Jesus bringt Frieden in unser Leben. Römer 5, Vers 1 sagt ja, dass wir Frieden mit Gott haben. Das Trachten des Heiligen Geistes ist Frieden. Jesus sagte, dass in ihm wir Frieden haben. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird unsere Herzen bewahren, so Philipper 4, Vers 7.
[5:40] Die Freude im Heiligen Geist ist auch schon ein Thema des Alten Testamentes, wo in Jesaja 55, Vers 12 gesagt wird, dass die Erlösten mit Freuden ausziehen und in Frieden geleitet werden. Die Jünger wurden in Apostelgeschichte 13 nicht nur voll Heiligen Geistes, sondern auch voll Freude. Die Freude gehört wie der Friede zur Frucht des Geistes. Paulus sagt in Philipper 4, Vers 4, wir sollen uns allezeit im Herrn freuen. Und in der Freude des Geistes das Wort Gottes aufnehmen, 1. Thessalonicher 1, Vers 6.
[6:12] Alle drei Punkte, die Gerechtigkeit, der Friede und die Freude im Heiligen Geist, sind Elemente, die Jesus in der Bergpredigt ganz deutlich herausstellt. Die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, werden gesättigt werden. Und die Friedensstifter sind selig. Und diejenigen, die sogar jubeln können und sich freuen können, wenn sie verfolgt werden, die haben sicherlich Freude im Heiligen Geist und keine egoistische Freude. Wo diese drei Dinge gleichzeitig vorhanden sind, Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist, da ist das Reich Gottes. Das ist eigentlich die Definition. Im Himmel sind Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Jesus selbst war Gerechtigkeit. Er hatte Frieden. Er hatte eine Freude im Heiligen Geist. Und wenn in unserem Herzen Gerechtigkeit ist, durch den Glauben an Jesus, wenn unser Herz im Frieden mit Gott ist, durch die Rechtfertigung, durch den Glauben, und wenn wir in unserem Herzen Freude haben, durch den innewohnenden Heiligen Geist, dann haben wir das Reich Gottes in unserem Herzen.
[7:18] Vers 18. Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und auch vor den Menschen geschätzt. Wer diese drei Grundprinzipien verinnerlicht, der dient Jesus und ist vor Gott und den Menschen wohlgefällig. Wer Jesus dient, muss ihm folgen und bei ihm sein. Er wird dann das Erbe erhalten, Kolosser 3, Vers 24. Und wir sollten bedacht sein, sagt Paulus in 2. Korinther 8, was vor dem Herrn und vor den Menschen recht ist. Und wer Gott fürchtet und Gerechtigkeit übt, der ist angenehm vor Gott.
[7:49] Daraus leitet jetzt Paulus einen Aufruf ab in Vers 19. So lasst uns nun nach dem streben, was zum Frieden und zur gegenseitigen Erbauung dient. Wir sollen uns also nicht darum bemühen, etwas niederzureißen. Wir sollen nicht den Streit fördern, wir sollen den Frieden fördern. Wir sollen den Aufbau, das ist das Wort Erbauung eigentlich, was aufgebaut wird, das sollen wir fördern. Das ist die Harmonie, die Paulus ja schon in Römer 12, Vers 18 gefordert hat, als er sagte, dass wir mit jedem, so es an uns liegt, im Frieden leben sollten. Es sind wörtlich eigentlich hier Dinge des Friedens, Dinge der Erbauung. Psalm 34, Vers 14 sagt, wir sollen dem Frieden nachjagen. Paulus hat das in Hebräer dann aufgegriffen. Glückselig, wie gerade schon gesagt, glückselig sind die Friedensstifter. Im Frieden sollen wir miteinander leben, 2. Korinther 13. Und die Erbauung, so sagt Epheser 4, Vers 29, geschieht durch gute Worte, die Gnade bringen.
[8:46] Vers 20. Zerstöre nicht wegen einer Speise das Werk Gottes. Es ist zwar alles rein, aber es ist demjenigen schädlich, der es mit Anstoß isst. Paulus ermahnt jetzt die Gläubigen, solche Gewissensfragen nicht extrem auszulegen. Man kann ja theoretisch Recht haben und trotzdem das Werk Gottes zerstören. Rechthaberei ist nicht dasselbe wie Gerechtigkeit. Interessanterweise ist das fast der gleiche Gedanke wie in Vers 15, als es darum ging, dass man den Gläubigen, den Schwachen im Glauben, nicht verderben sollte. Wer also, jetzt heißt es, verdirbt nicht das Werk Gottes. Jeder Gläubige ist das Werk Gottes. Und wenn wir einen Gläubigen zerstören, dann zerstören wir das Werk Gottes. Dieses Wort zerstören im Griechischen ist eigentlich das Wort, das für den Abriss von Gebäuden verwendet wird und deswegen ein Kontrast zu dem Wort Erbauung in Vers 19.
[9:44] Wenn Paulus sagt, dass alles rein ist, dann verweisen wir nochmal auf die Erklärung, die wir in Vers 14 gegeben haben. Hier geht es nicht darum, dass Dinge, die Gott als ungeeignet zum Essen bezeichnet hat, plötzlich geeignet sind zum Essen. Es geht darum, dass Speisen, die eigentlich ohnehin rein sind, durch bestimmte Umstände nicht einfach unrein werden, wie zum Beispiel eine Weihung für Götzen oder so weiter. So glaubten ja die Juden zum Beispiel, dass man durch ungewaschene Hände das Essen unrein machen könnte, es nicht mehr essen könnte. Aber das war eigentlich natürlich nicht richtig. Trotzdem können Gewissensgründe so stark sein, dass man das tatsächlich als eine Gefahr sieht. Und wenn ich jetzt auf meine Erkenntnis poche und sage, das macht aber nichts, dann provoziere ich vielleicht meinen Nächsten, der schwach im Glauben ist und reiße das ein, was Gott in ihm aufgebaut hat.
[10:36] Vers 21. Also das richtige Verhalten für einen bekehrten Christen ist es also, obwohl ich weiß, dass das Fleisch nicht okkult belastet ist, aufgrund einer möglichen Zeremonie, wenn ich aber weiß, dass hier ein Bruder neben mir ist, der denkt, dass es okkult belastet ist, werde ich es nicht essen. Das ist also die Idee, die in Vers 13 schon angedeutet worden ist, dass wir keinen Anstoß erregen sollen. Was das Wort Wein hier betrifft, sei darauf verwiesen, dass das griechische Oinos sowohl Traubensaft als auch Wein meinen kann, je nach Kontext. Und tatsächlich haben die Römer nicht nur Fleisch, sondern auch Kuchen und auch Traubensaft oder Wein den Göttern geweiht. Es war also durchaus dann die Situation, dass Menschen, die im Glauben schwach waren, gar kein Fleisch mehr aßen und auch keinen Traubensaft mehr trinken würden, weil sie ständig in der Angst lebten, dass dieser Traubensaft und dieses Fleisch den Göttern geweiht gewesen sein mag.
[11:42] Vers 22. Du hast Glauben, habe ihn für dich selbst vor Gott. Glückselig, wer sich selbst nicht verurteilt in dem, was er gut heißt. Also jemand, der das vorgelesen würde, würde sagen, aber ich habe doch Glauben, ich weiß, dass es keine okkulte Belastung dieses Essens gibt. Und dann sagt Paulus, das ist gut, aber diesen Glauben darfst du nicht anderen aufzwingen. Es gibt keine Notwendigkeit, einem anderen beweisen zu wollen, wie gläubig man ist. Es reicht aus, wenn Gott das weiß, und dann ist das schon genug. Derjenige, der eine Tat tun kann, ohne danach Gewissensbisse zu haben, der ist glückselig und kann sich vor Gott im Reinen fühlen. Wir sollten also jedem sein Gewissen lassen, so wie wir es schon in Kapitel 14, Vers 5 gesehen haben. Paulus hat sich übrigens immer bemüht, selbst ein reines Gewissen zu haben, so sagt er in Apostelgeschichte 24, Vers 16. Und auch hier geht es natürlich bei diesem Glauben um diese Fragen des Gewissens, mit dem starken Glauben und dem schwachen Glauben.
[12:45] Vers 23. Wer aber zweifelt, der ist verurteilt, wenn er doch isst, weil es nicht aus Glauben geschieht. Alles aber, was aus Glauben geschieht, ist Sünde. Das ist also eine sehr interessante Sache, die Paulus hier sagt. Das Fleisch wird objektiv durch eine Weihung, einem Zeus oder einer anderen Götterstatue nicht okkult belastet. Wer stark genug im Glauben ist, sieht das, weiß das, versteht das und kann das Fleisch ohne Probleme essen. Wer aber schwach im Glauben ist, der könnte jetzt theoretisch unter Gruppendruck das objektiv Richtige tun, das Fleisch essen, weil er aber nicht davon überzeugt ist, dass es nicht okkult ist, weil er immer noch das Gefühl hat, es könnte ja doch okkult belastet sein, tut er das, wird ihm das quasi zur Sünde, weil ihm der Glaube für die Handlung fehlt. Für ihn wirkt es wie eine Rebellion, er tut es quasi als Rebellion und dadurch ist es eine Rebellion, zumindest in seinen Gedanken und das allein befleckt ihn dann schon. Das ist Sünde. Und deswegen sagt die Bibel in Titus 1, Vers 15, ohne den Glauben ist nichts rein und Hebräer 11, Vers 6 sagt ganz richtig, ohne Glauben ist es unmöglich, Gott wohl zu gefallen.
[14:05] Paulus macht direkt weiter, die Kapiteleinteilung, die ist ja spätestens hinzugefügt worden, wir sehen jetzt die nächsten Verse gehen genau weiter in diesem Thema voran, Vers 1, Kapitel 15. Wir aber die Starken haben die Pflicht, die Gebrechen der Schwachen zu tragen und nicht gefallen, an uns selbst zu haben. Wir als Glaubensstarke, sagt Paulus, haben eine Pflicht den Glaubensschwachen gegenüber. Es gibt im christlichen Leben keinen Platz für Selbstgefälligkeit. Schon im Vers 1, Kapitel 14, hat er gesagt, der Glaubensschwache soll angenommen werden, ohne Streit über solche Gewissensfragen. Die Glaubensstarken sind ja deswegen auch nur stark, weil sie ihre eigene Schwäche kennen, so 2. Korinther 12, Vers 10. Und Paulus sagt öfter, wir sollen stark sein im Herrn, stark sein in der Gnade Jesu. Johannes sagt, wir sollen stark sein, weil das Wort Gottes im Gläubigen bleibend ist. Und Paulus hat selbst gesagt, den Schwachen wurde er wie ein Schwacher. Gerade die scheinbar schwächeren Glieder sind besonders notwendig, so sagt es 1. Korinther 12. Und auch in 1. Thessalonicher 5, Vers 14, sagt Paulus, dass wir die Schwachen annehmen sollen.
[15:17] Vers 2. Denn jeder von uns soll seinem Nächsten gefallen zum Guten, zur Erbauung. Wir sollen so leben, dass auch der Nächste gefallen an uns hat und aufgebaut wird. Unser Leben sollte dazu dienen, dass im Leben des Anderen etwas aufgebaut wird und nicht etwas niedergerissen wird. Gegenseitige Erbauung anzustreben, das ist das, worum es geht. 1. Korinther 10, Vers 24. Jeder suche das des Anderen. Wir wissen aus 1. Korinther 13, Vers 5. Die Liebe sucht nicht das ihre. Philipper 2, Vers 4. Paulus sagt, jeder schaue auf das des Anderen.
[15:55] Und jetzt führt Paulus das Beispiel an, das am allerbesten diesen Punkt illustriert. Vers 13. Vers 3, Entschuldigung. Denn auch Christus, Jesus, hatte nicht an sich selbst gefallen, sondern wie geschrieben steht, die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen. Jesus selbst hat die Schmähungen getragen. Diese Schmähungen, so sagt es der Kontext von dem hier zitierten Psalm 69, Vers 10, haben ihm sogar das Herz gebrochen. Für Jesus war der Wille des Vaters wichtiger als sein eigener Wille, Matthäus 26, Vers 39. Jesus wurde gehorsam bis zum Tod am Kreuz. Und dem Jünger wird es so gehen wie dem Meister. Wenn Jesus nicht für sich selbst gelebt hat, dann werden seine Jünger auch nicht für sich selbst leben können.
[16:49] Paulus zeigt also, was die praktische Nachfolge Jesu im Alltag, in der Gemeinde, in der Auseinandersetzung mit glaubensschwachen Gliedern wirklich bedeutet.
[16:58] Vers 4. Denn alles, was zuvor geschrieben worden ist, wurde zu unserer Belehrung zuvor geschrieben, damit wir durch das Ausharren und den Trost der Schriften Hoffnung fassen. Angesichts der Tatsache, dass Paulus jetzt gerade wieder das Alte Testament zitiert, fügt er eine fundamentale Erkenntnis an. Die Bibel beinhaltet das, was für den praktischen christlichen Lebenswandel notwendig ist. Auch die Schriften des Alten Testamentes müssen immer noch gültig sein, denn was dort steht, gilt für den Christen jetzt, der jetzt versucht, das Evangelium praktisch umzusetzen. In der Schrift erhält der Christ die Belehrung und die Hoffnung. So hatte Paulus ja schon in Römer 4, Verse 23 und 24 argumentiert, wo die Geschichte Abrams aufgeschrieben worden ist für die späteren Generationen, die die Rechtfertigung, die Erlösung besser verstehen sollen. So sagt uns 1. Korinther 10, Vers 11, dass die Geschichten des Alten Testamentes typologische Warnungen sind, gerade für diejenigen, die am Ende der Weltzeit leben. Und natürlich sagt 2. Timotheus 3, Verse 16 und 17, dass alle Schrift inspiriert ist und nützlich zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Zurechtweisung und zur Vorbereitung für jedes gute Werk.
[18:11] Vers 5. Da Gott Charaktereigenschaften hat wie Geduld und Bereitschaft, und das dazu führt, dass er uns tröstet, kann er auch die Gläubigen so verändern, dass sie tatsächlich eines Sinnes werden, und zwar einen Sinn haben, so wie Jesus. Der Charakter Gottes, seine Geduld und seine Barmherzigkeit, die wird schon im Alten Testament, zum Beispiel in 2. Mose 34, Vers 6 erklärt. Psalm 86, Vers 5 sagt, Gott ist gut und vergibt gerne. Er ist so geduldig, weil er nicht möchte, dass irgendjemand verloren geht. Gott ist ein Gott des Trostes, er tröstet uns, damit wir andere trösten, so sagt es 2. Korinther 1, und er tröstet die Geringen. Wir sollen eines Sinnes sein. Gottes Hand bewirkt ein einmütiges Herz. 2. Korinther 30, Vers 12, so bei der Reformation und Erweckung des Hiskia. In Jeremia 32 sagt Gott, dass er uns ein einiges Herz geben möchte, dass wir ihn fürchten, so auch Hesekiel 11, Vers 19, wo Gott seinen Heiligen Geist ausgießt, um den Gläubigen ein einiges Herz zu geben. Die Urgemeinde war ein Herz und eine Seele. Paulus sagt im Philipperbrief, dass wir einmütig für den Glauben des Evangeliums kämpfen sollen, dass wir einmütig sein sollen und gleiche Liebe haben, dass wir nach derselben Richtschnur wandeln sollen, dasselbe erstreben sollen und natürlich in Philipper 2, Vers 5 die Gesinnung Jesu haben sollen.
[19:51] Vers 6, damit ihr einmütig mit einem Mund den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus lobt. Diese Einheit, diese geistliche Einheit der Gläubigen, die sich einstellt, wenn sie wirklich das Evangelium, was Paulus in den ganzen Kapiteln vorher beschrieben hat, annehmen und umsetzen, diese Einheit führt zu einem einheitlichen Lob Gottes. So sehen wir das in der Urgemeinde, die in Einmut Gott gelobt hat und so soll es auch sein am Ende, wenn es heißt, fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre. Nicht jeder für sich, sondern einmütig soll Gott gelobt werden.
[20:26] Vers 7, das Ganze, was er vorher gesagt hat, fasst Paulus jetzt nochmal in diesem Vers hier zusammen. Darum nehmt einander an, gleich wie auch Christus uns angenommen hat, zur Ehre Gottes. Dadurch wird Gott die Ehre gegeben, wie wir gerade gesagt haben auf dem Matthäus 14, Vers 7. Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, wenn wir uns gegenseitig annehmen, so wie Christus uns angenommen hat. Wenn wir also die dreifache Engelsbotschaft verkündigen wollen, wenn wir das ewige Evangelium verkündigen wollen und wir sind nicht bereit, unseren Bruder, der in Detailfragen, in Gewissensfragen anders denkt als wir, der vielleicht noch nicht so weit ist wie wir in seiner Erkenntnis, wenn wir die nicht annehmen, können wir die dreifache Engelsbotschaft nicht wirklich predigen. Der Römerbrief sagt uns in Römer 14 und 15, dass für eine erfolgreiche Predigt des ewigen Evangeliums in der Endzeit, echte geschwisterliche Liebe, echte Einheit und die echte Bereitschaft, nicht rechthaberisch zu sein, sondern gerecht zu sein, diese Eigenschaften in der Gemeinde vorhanden sein müssen.
[21:30] Matthäus 10, Vers 40. Wer den Jünger Jesu aufnimmt, der nimmt Jesus auf. Und wenn es hier heißt, in Vers 7, gleich wie auch Christus uns angenommen hat, dann wissen wir, zu Jesus kann jeder kommen, egal wie belastet er ist. Jesus sagte, Matthäus 11, Verse 28 bis 30, kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken. Jesus nimmt sich der Sünde an. Und das hat ihm Kritik eingebracht in Lukas 15. Jesus sagt in Johannes 6, Vers 37, dass er niemanden hinaufstößt, der zu ihm kommt. Und weil Jesus uns so geliebt hat, Johannes 13, Vers 34, sollen wir auch einander so lieben, egal wie beladen, wie mühselig, egal wie sündig jemand zu uns kommt. Wir sollen ihn nicht wegstoßen in Ungnade und in Unbarmherzigkeit.
[22:25] Vers 8. Ich sage aber, dass Jesus Christus ein Diener der Beschneidung geworden ist, um der Wahrhaftigkeit Gottes willen, um die Verheißung an die Väter zu bestätigen. Paulus hatte gerade über das Thema gesprochen, Gott zu loben. Und so greift er noch einmal quasi als Erinnerung diese ganze Thematik von Israel und den Heiden auf, die er schon in Kapitel 2, 3 angedeutet hat und dann vor allem in Kapitel 19, 11 ausführlich und sehr fundiert angegangen ist. Wie ein roter Faden zieht sich das so ein bisschen ja durch den Brief. Paulus wusste, zu der Zeit gab es viele, die glaubten, man müsste ethnischer Israelit sein, um gerettet zu werden. Und so betont er diesen Punkt jetzt noch einmal in Wiederholung sozusagen. In diesem Vers zeigt er, dass Jesus dem jüdischen Volk diente, der Beschneidung, weil dadurch die Verheißungen an die Väter, an die Patriarchen erfüllt wurden, denen der verheißen worden war, dass in ihrem Samen ethnisch, also in ihrer Abstammung, der Messias kommen würde. So sagt es auch in Lukas 1, Verse 54, 55. Gott nimmt sich Israels an, wie er es den alten Patriarchen versprochen hat. Er kam in sein Eigentum, Johannes 1, Vers 11. Und Jesus war ein Diener, so sagt er in Matthäus 20, Vers 28. Er kam nicht, um bedient zu werden, sondern um zu dienen. Und Gott hat damit sein Versprechen wahrgemacht, auch wenn das jüdische Volk ihrerseits den Bund nicht gehalten hat. Römer 3, Vers 3 haben wir damals gesehen. Die Untreue der Juden hebt Gottes Treue nicht auf. Er hält sich an sein Versprechen.
[23:55] Vers 9. 9. Obwohl Jesus ein Diener des jüdischen Volkes war, wegen der Verheißungen an die Väter, können alle Heiden ihn ebenfalls einmütig, oder können alle Heiden Gott loben. Das heißt, dieses Lob Gottes ist nicht auf das Volk Israel beschränkt, auch wenn Jesus zum Volk Israel kam. Und das liegt an der Barmherzigkeit Gottes. So kann tatsächlich Vers 6 und 7 Realität werden, dass die Judenchristen und die Heidenchristen absolute geistliche Einheit haben, weil auch die Heiden Gott loben sollen. Und Paulus ist dieser Punkt so wichtig, dass er noch einmal mehrere Zitate aus dem Alten Testament anführt. Hier zunächst Psalm 18, Vers 50. Der Punkt wird dann im nächsten Vers besonders deutlich mit einem Zitat aus 5. Mose 32 und dort Vers 43, wo es heißt, und wiederum heißt es, freut euch ihr Heiden mit seinem Volk. Die Heiden und die Israeliten sollen Gott gemeinsam loben. Wer das nachschaut im Alten Testament, die Stelle, der wird feststellen, dass im Kontext der Grund für den Jubel ist, dass Gott Sühne schafft und damit sein Volk rettet.
[25:21] Vers 68, Vers 33, die Königreiche der Erde sollen Gott Lob singen. Dann zitiert Paulus aus dem kürzesten Psalm der Bibel, nämlich Psalm 117, er zitiert Vers 1, wenn es hier heißt in Vers 11 und wiederum lobt den Herrn alle Heiden und preist ihn alle Völker. Im Kontext geht es dort auch um die Gnade und die Treue des Herrn und ein besonders intensives Zitat schließt dann diese kraftvolle Beweisführung ab aus Jesaja 10, Vers 11, heißt es hier in Vers 12. Und wiederum spricht Jesaja, es wird kommen die Wurzel Isais und der, welcher aufsteht, um über die Heiden zu herrschen, auf ihn werden die Heiden hoffen. Diese Phrase, zu herrschen, ist eigentlich eine recht freie Übersetzung, die Paulus aus der griechischen Übersetzung übernommen hat. Im Hebräischen steht dort eigentlich, er wird als Banner für die Völker dastehen. Ein Banner, zu dem sich alle Heidenvölker auch sammeln können. Es geht um den Messias, auf dem der Geist Gottes ruht, wie man schon in Jesaja dann auch lesen kann, Jesaja 11, Verse 1 und 2 zum Beispiel. Auch in 1. Mose 49 finden wir die Idee, dass dem Schilo, dem kommenden Messias, der Gehorsam der Nationen gehört. Psalm 72, Vers 17, alle Nationen werden dem Messias gesegnet. Denn Jesaja 49, Vers 6, Gott sagt, es wäre zu wenig, wenn der Messias nur für Israel Errettung bringen würde. Er soll das Licht für die Heiden sein, bis ans Ende der Erde soll das Heil Gottes reichen. Und so sagte Jeremia 16, Vers 19 voraus, dass die Heiden ihre Götzen verlassen würden und zu Gott kommen würden.
[26:59] In gewisser Weise hat Paulus jetzt mit diesen Zitaten seine Argumentationsführung an ein Ziel gebracht. Und sein Hauptanliegen ist nochmal zusammengefasst worden und biblisch untermauert worden. Und so endet jetzt mit Vers 13, der große inhaltliche Hauptteil des Römerbriefes, den er ab Vers 16 des ersten Kapitels begonnen hat. Es heißt hier, der Gott der Hoffnung, aber erfülle euch mit aller Freude und mit Frieden im Glauben, dass ihr überströmt in der Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes. Es ist quasi eine Summe dessen, was Paulus gelehrt hat hier in all diesen Kapiteln. Gott ist ein Gott der Hoffnung. Er wünscht sich, dass er Gott, die Gläubigen, mit aller Freude und mit Frieden im Glauben erfüllt. Und dass diese Kraft des Heiligen Geistes, dass sie so überströmend ist, dass da viel Hoffnung im Leben des Gläubigen ist. Und ich denke, jeder, der mit uns jetzt hier Woche für Woche diesen Römerbrief studiert hat, wird feststellen, ja, dieser Römerbrief ist wirklich, es ist genau das, worum es geht. Die Kraft des Heiligen Geistes, die Hoffnung, die gute Nachricht, die nicht nur ein Strohhalm ist, sondern ein festes Fundament, auf dem man stehen kann, das wirklich gut und solide begründet ist und in Gottes Treue und Gottes Liebe seinen Ausdruck findet. Gott ist ein Gott der Hoffnung.
[28:24] In 1. Timotheus 1, Vers 1 sagt Paulus, dass Christus unsere Hoffnung ist. Jesus gibt uns seinen Frieden, nicht wie die Welt ihn gibt. Und wir sollen die Hoffnung, so sagt Hebräer 6, Vers 11, mit voller Gewissheit bis ans Ende festhalten.
[28:44] Also Paulus beschließt jetzt diesen großen inhaltlichen Teil, diese Idee mit der Kraft des Heiligen Geistes, die uns Hoffnung und Frieden schenkt und Freude im Glauben. Und an der Stelle beginnt Paulus jetzt den Epilog, manchmal auch die Paränese genannt. Ein Begriff, der in der antiken Briefkultur nochmal so abschließenden Rat, Ermahnungen gibt, die jetzt nicht mehr so zum Hauptteil gehören. Und in dieser Schlussparänese, diesem Epilog, greift Paulus jetzt die Gedanken auf aus dem Proömium, aus dem Beginn des Briefes, aus den Versen 8 bis 15. Es geht wiederum um den Zustand der Gemeinde in Rom und vor allem um die Reisepläne des Paulus.
[29:33] In Vers 14 heißt es, ich selbst habe aber, meine Brüder, die feste Überzeugung von euch, dass auch ihr selbst voll Gütigkeit seid, erfüllt mit aller Erkenntnis und fähig, einander zu ermahnen. Paulus zeigt sich hier gewiss, dass die Gemeinde in Rom geistlich gesund ist, voller Gütigkeit, sozusagen angefüllt mit den Früchten der Gerechtigkeit, wie Paulus in Philipper 1, Vers 11 sagt. Fähig zu ermahnen. Wir werden immer wieder in der Bibel auch hingewiesen, dass wir uns gegenseitig ermahnen sollen, so Kolosser 3, Vers 16 oder 1. Thessalonicher 5, Vers 11. Insbesondere auch 1. Thessalonicher 5, Vers 14, wo die Unordentlichen ermahnt werden sollen.
[30:09] Das machte mir aber zum Teil umso mehr Mut, euch zu schreiben, Brüder, um euch wieder zu erinnern aufgrund der Gnade, die mir von Gott gegeben ist. Gerade der gute Zustand der Gemeinde in Rom hat Paulus offensichtlich zum Abfassen dieses Briefes ermuntert und diese ihm von Gott gegebene Gnade ist das Apostelamt, wie wir schon in Kapitel 1, Vers 6 und Kapitel 12, Verse 3 und 6 gesehen haben. Er wollte sie an etwas erinnern, sagt er hier. Und diese Erinnerung ist bei Paulus sehr wichtig. Wir finden ihn immer wieder an verschiedenen Stellen. Hier im Sendemanuskript könnt ihr das dann nachschlagen, wo Paulus die Adressaten seiner Briefe an etwas erinnern möchte. Er wusste, wir Menschen vergessen Dinge so schnell und so wollte er sie an etwas hier erinnern.
[30:53] Vers 16. Dass ich ein Diener Jesu Christi für die Heiden sein soll, der priesterlich dient am Evangelium Gottes, damit das Opfer der Heiden wohl annehmbar werde, geheiligt durch den Heiligen Geist. Ein ganz interessanter Satz, theologisch sehr gewichtig. Paulus dient als Priester. Dieses Wort, priesterlich dienen, im griechischen ein Wort, kommt nur im Neuen Testament vor. Ein Priester bringt Opfer und so sagt Paulus hier, dass er als ein geistlicher Priester, nicht der Hohepriester im Himmel, das ist Jesus, aber in einer gewissen priesterlichen Funktion, Opfer bringt und zwar das Opfer sind die bekehrten Heiden. Das passt natürlich gut zu Römer 12, Vers 1, wo deutlich wird, dass derjenige, der das Evangelium versteht, glaubt und annimmt, als logische Folge sein ganzes Leben, seinen Leib als heiliges, lebendiges, Gott wohlgefälliges Opfer gibt. Das heißt, wenn Heiden aufgrund der Predigt des Evangeliums, so wie Paulus es in Römer 1 bis 11 darstellt, wenn Menschen dann als logische Folge ihr Leben Gott geben, dann hat Paulus ein geistliches Opfer gemacht sozusagen. Er hat diese Menschen zu Christus geführt und das ist sein priesterlicher Dienst. Das heißt, diese Idee, nicht nur von den geistlichen Opfern, sondern auch vom Priesterdienst, hat seine geistliche Weiterführung im Neuen Testament. Das übersehen wir oft und reden leider zu wenig davon.
[32:16] Interessant ist dabei, dass das Ganze eine Erfüllung aus dem Alten Testament ist. Jesaja 66, Verse 19 und 20, da wird gesagt, dass Gott die Geretteten senden wird, und zwar in ferne Länder, um von dort die Brüder aus den Heidenvölkern zu bringen, die dem Herrn als Opfergabe dargebracht werden sollen. Wir haben ja schon gelernt, unter anderem aus 1. Petrus 2, Vers 15, dass wir geistliche Opfer bringen sollen. Geheiligt durch den Heiligen Geist. Wenn also Heiden den Heiligen Geist empfangen und dadurch ihr Leben Gott als lebendiges, gottwohlgefälliges Opfer geben, dann ist dieses Opfer durch den Heiligen Geist geheiligt, der im Herzen der Heiden ist und der die Schwachheiten und sich unserer Schwachheiten annimmt und unsere Gebete angenehm vor Gott macht. Der Gläubige ist dann ein Tempel des Heiligen Geistes, also auch hier diese Heiligtumssprache, die also für das Verständnis dieses Römerbriefes ganz unerlässlich ist.
[33:10] Vers 17. Ich habe also Grund zum Rühmen in Christus Jesus vor Gott. Paulus kann sich rühmen, denn er tut Gottes Werk. Möglicherweise bezieht er sich hier sogar auf Römer 4, Vers 2, wo er sagte, wenn es nicht aus Glauben ist, sondern aus Werken, dann kann der Abraham sich zwar vor Menschen rühmen, aber nicht vor Gott. Wenn also Paulus sagt, ich kann mich vor Gott rühmen, dann wird deutlich, er tut es nicht aufgrund von eigenen Werken. Er zeigt hier nicht, was er tun kann, um Gott zu beeindrucken, sondern er zeigt einfach, was Gott durch ihn getan hat. Es muss Gottes Werk sein, das gewirkt ist. Interessant ist hier, vor Gott, das klingt im Deutschen zwar so unscheinbar, ist aber im Griechischen ein technischer Ausdruck für den jüdischen Gottesdienst. In Hebräer 2, Verse 17 und Hebräer 5, Vers 1 wird diese Phrase übersetzt mit, was Gott betrifft, was also ihm gehört. Da geht es in beiden Fällen auch um das Werk eines Priesters. Also die ganze Sprache hier ist eigentlich im Original sehr auf den Heiligtumsdienst bezogen. Und Paulus ist so ein geistlicher Priester, der für Gott und durch Gott in seinem Missionsdienst Heiligtum quasi erlebt, während Jesus im himmlischen Heiligtum sein wahrer, Hohepriester ist, der für ihn eintritt.
[34:28] Vers 18. Denn ich würde nicht wagen, von irgendetwas zu reden, das nicht Christus durch mich gewirkt hat, um die Heiden zum Gehorsam zu bringen, durch Wort und Werk. Paulus macht nochmal deutlich, ich spreche nicht von meinen eigenen Werken, was ich so toll hätte tun können, sondern alles, was er getan hat, hat Christus durch ihn getan. Damit ist das hier eine praktische Illustration von Epheser 2, Vers 10, wo es heißt, dass wir in den Werken Gottes wandeln sollen, die er zuvor bereitet hat. Und interessant ist, durch dieses Wirken und Sprechen durch Gottes Kraft sind die Heiden zum Gehorsam gebracht worden. Wenn also Gott in einem Missionar wirklich wirkt, wenn er in einem Prediger, in einem Evangelisten wirkt, dann wird das immer zum Gehorsam führen und nicht vom Gehorsam wegführen. Auch das ist vielleicht ein interessanter Punkt, der deutlich machen sollte, warum viele, die den Namen Jesu auf den Lippen tragen, nicht wirklich von Gott durchdrungen sind und nicht Gott durch sie wirkt, weil eben dieser Punkt vom Gehorsam ignoriert wird oder sogar dagegen gepredigt wird. Christus hat ja auch das Wirken der Apostel durch Zeichen bestätigt und auch begleitet.
[35:36] Paulus sagt in Galater 2, Vers 8, dass Christus in ihm gewirkt hat, so wie auch in den anderen Aposteln. Und Paulus und Barnabas berichten in Apostelgeschichte 14, wie Gott durch sie gewirkt hat unter den Heiden.
[35:51] Vers 19. In der Kraft von Zeichen und Wundern, in der Kraft des Geistes Gottes, hat er sich von Jerusalem an und ringsum her bis nach Illyrien das Evangelium von Christus völlig verkündigt hat. Die Zeichen und Wunder, die Jesus angekündigt hatte, waren im Dienst von Paulus gegenwärtig. Wir finden zum Beispiel die Heilung eines Lamen in Apostelgeschichte 14 oder eine Dämonenaustreibung in Apostelgeschichte 16. Wir finden ganz besondere Wunder in Apostelgeschichte 19. Auch im zweiten Korintherbrief sagt er, dass die Wunder eines Apostels in Korinth getan worden sind durch Jesus. In der Kraft des Heiligen Geistes. Jesus hat selbst gesagt, dass er die Dämonen austrieb durch den Heiligen Geist. Und bevor die Apostel in alle Welt gehen sollten, sollten sie in Jerusalem warten auf das Herabkommen des Heiligen Geistes. Denn der würde die notwendige Kraft bringen, die wir heute noch so dringend brauchen in der Mission. Nur mit dem Heiligen Geist kann das Evangelium wirkungsvoll und mächtig und vollmächtig gepredigt werden.
[36:54] Und dann sagt er, das Evangelium hat er völlig gepredigt. Paulus hat nichts ausgelassen, was irgendwie wichtig gewesen wäre, so sagt er auch in Apostelgeschichte 20, Vers 20, dass er nichts zurückgehalten hätte vom Ratschluss Gottes in seiner Predigt. Illyrien ist übrigens eine antike Gegend auf dem Westbalkan. Ungefähr das gleiche Gebiet, das später mal Jugoslawien gewesen ist. Zur Zeit der Römer gab es dort zwei Provinzen. Und die östliche Provinz grenzte an Mazedonien. Und als Paulus auf dem Weg war durch Mazedonien in Apostelgeschichte 20, Verse 1 und 2, kann er durchaus einen Abstecher auch gemacht haben nach Illyrien. Höchstwahrscheinlich hat er das hier gemeint.
[37:34] Vers 20. Dabei mache ich es mir zur Ehre, das Evangelium nicht dort zu verkündigen, wo der Name des Christus schon bekannt ist, damit ich nicht auf den Grund eines anderen baue. Paulus hatte eine Ambition. Und seine Ambition war, Neulandarbeit zu machen und nicht einfach nur dort in Gemeinden schon zu wirken, die das Evangelium schon kannten. Interessant ist, dass er hier, wie auch so oft, das Bild des Bauens verwendet, auf einem Grund, auf einem Fundament zu bauen. Paulus sagt auch in 2. Korinther 3, 4, 10, Vers 16, dass er sich nicht mit der Arbeit anderer rühmen will, sondern selbst etwas tun möchte für den Herrn. Und diese, seine Ambition, die hat, kann er auch wieder mit einem Zitat aus dem Alten Testament begründen. In dem Fall aus Jesaja 52, Vers 15b.
[38:22] Vers 21. Das ist direkt aus dem Kontext von Jesaja 53. Direkt in den nächsten Versen wird dann beschrieben in Jesaja, wie der Knecht Gottes, der kommende Messias, die Sünden der Welt auf sich nehmen würde.
[38:49] Vers 22. Das war also der Grund, warum Paulus bisher noch nicht in Rom war. Es gab ja dort schon eine Gemeinde und er hat stets höhere Prioritäten gehabt, wichtigere Aufgaben gesehen, als die in Rom bereits bestehende Gemeinde noch zu unterstützen. Obwohl er, wie wir schon aus Kapitel 1 wissen, Vers 10 bis 13, lange schon das Verlangen hatte, auch mal nach Rom zu kommen. Wir sehen hier also, dass Paulus nicht immer nur nach seinem eigenen Verlangen gehandelt hat, sondern bestimmte biblische Prinzipien hatte, Prioritäten, die auch sein eigenes Verlangen regulierten, seine eigenen Wünsche in Schach hielten. Und dadurch konnte Gott umso besser wirken. Sicherlich eine praktische Lektion auch für uns.
[39:39] Vers 23. Paulus hat immer wieder geschrieben, wie er Verlangen hat, bestimmte Leute zu sehen, die Thessalonicher zu sehen, die Timotheus zu sehen. Interessant ist dieses Wort seit vielen Jahren. Heißt im Griechischen eigentlich lange genug. Mit anderen Worten, er sagt, ich habe ja lange genug jetzt gewartet und jetzt ist die Gelegenheit da und jetzt möchte ich zu euch kommen. Warum gibt es die Gelegenheit?
[40:27] Vers 24. Paulus hat sein Prinzip nicht aufgegeben. Er will Neulandarbeit machen in Spanien. Aber dadurch ergibt sich jetzt wirklich die Möglichkeit, in Rom einen Zwischenstopp zu machen, sich dort zu informieren über den Fortschritt des Werkes, geistlich aufzutanken und sich auch materiell unterstützen zu lassen für die Weiterfahrt nach Spanien. Paulus erwähnt übrigens hier nicht das griechische Wort Iberia, sondern die römische Landesbezeichnung Spania, das vom römischen Hispania abgeleitet ist. Er hatte ja schon in Kapitel 1, Vers 12 gesagt, dass er das Ziel hatte, mit getröstet zu werden. Er wollte sich austauschen, den gegenseitigen Glauben. Er wollte erquickt werden, oder wie es eigentlich wörtlich heißt, gesättigt und gefüllt werden. Paulus hatte den Plan gefasst, so lesen wir in Apostelgeschichte 19, Vers 21, und zwar während der dritten Missionsreise, dass er erst nochmal nach Jerusalem gehen würde, zum Fest, und dann anschließend nach Rom gehen würde. Es kam natürlich alles etwas anders, aber das werden wir jetzt gleich dann noch sehen.
[41:45] Vers 25. Jetzt aber reise ich nach Jerusalem im Dienst für die Heiligen. Er offenbart jetzt, dass also, bevor er nach Rom kommen kann, er noch ein Projekt abschließen muss. Er muss nach Rom reisen, um einen Dienst auszuführen. Und die Apostelgeschichte sagt uns, was der Dienst gewesen ist, Kapitel 24, Vers 17, er hatte Almosen, das heißt, finanzielle Unterstützung für die Gemeinde in Jerusalem zu überbringen. Das Apostelkonzil, so sagt es ja Galater 2, Vers 10, hatte dem Paulus nahegelegt, diese Aufgabe nicht zu vernachlässigen und für die Armen auch entsprechend materielle Unterstützung zu sorgen. Und Paulus hatte sich vorgenommen, unbedingt zu Pfingsten in Jerusalem sein zu wollen, so sagt es Apostelgeschichte 20, Vers 16, und er wusste nicht, was ihm dort passieren würde.
[42:30] Vers 26. Paulus erklärt jetzt den Zweck seiner Reise. Es hat nämlich Mazedonien und Achaia gefallen, eine Sammlung für die Armen unter den Heiligen in Jerusalem zu veranstalten. Die Gemeindeglieder in Makedonien und in Achaia, Achaia war die römische Provinz, die im Wesentlichen Griechenland umfasst hat, diese Gemeindeglieder jetzt also in Europa, hatten eine groß angelegte Sammlung vollbracht für die Armengläubigen in Jerusalem. Und sie hatten Paulus beauftragt, das gesammelte Geld nach Jerusalem zu bringen. Paulus hatte mit solchen Aufgaben Erfahrung. Er hatte schon Jahre zuvor in Apostelgeschichte 11 finanzielle Unterstützung nach Jerusalem gebracht, als damals die Hungersnot war, die der Prophet Agabus vorhergesagt hatte. Jesus hatte gesagt in Matthäus 25, Vers 40, was wir für die Armen tun, haben wir für ihn getan. Paulus wusste, dieser Dienst hilft nicht nur den Armen, sondern er wird in vielen Dankgebeten münden.
[43:31] Vers 27. Es hat ihnen gefallen und sie sind es ihnen auch schuldig. Denn wenn die Heiden an ihren geistlichen Gütern Anteil erhalten haben, so sind sie auch verpflichtet, jenen in den Leiblichen zu dienen. Paulus sagte, es war eine freiwillige Sammlung, aber im Grunde genommen waren die Heidenchristen auch dazu verpflichtet moralisch, denn sie haben ja das Evangelium von den Judenchristen erhalten. Und es ist nur recht, wenn diesen Judenchristen auch finanziell unter die Arme gegriffen wird. Im Grunde genommen greift Paulus noch einmal ganz subtil diese Argumentation aus Römer 11, Vers 17 auf, wo die Heiden als wilder Ölzweig in diesen Ölbaum Israel eingepfropft sind und jetzt Anteil haben an der Fettigkeit, an der Wurzel, das heißt an den Verheißungen, an dem Evangelium.
[44:24] 1. Korinther 9, Vers 11. Es sollte selbstverständlich sein, dass die Gläubigen ihren geistlichen Lehrern materiell helfen. Galater 6, Vers 6, der Bibelschüler soll seine Lehrer mit Gütern unterstützen. Das ist eine klare biblische Lehre, die wir vielleicht nicht immer so häufig hören, aber die sehr wichtig ist und über die es sich lohnt nachzudenken und entsprechend dann auch zu handeln. Und das ist der Römerbrief, der uns deutlich macht, wenn wir jemandem das Evangelium zu verdanken haben, dann sollten wir ihn auch unterstützen.
[44:59] Nächste Woche werden wir an dieser Stelle dann den Römerbrief abschließen, die letzten Verse gemeinsam studieren. Bis dann wünschen wir euch gottesreichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes und in der Umsetzung dessen, was wir gelernt haben. Amen.
[45:19] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!