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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt wird der Vers „Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit“ aus Matthäus 6,33 beleuchtet. Christopher Kramp erklärt, warum materielle Sorgen und weltliche Prioritäten uns von Gott ablenken und wie die Bibel uns lehrt, Gott an erste Stelle zu setzen. Anhand biblischer Beispiele wird verdeutlicht, wie ein Leben mit Gott als oberster Priorität zu wahrer Zufriedenheit und Segen führt.

In dieser Predigt aus der Serie „Der Ersehnte“ erklärt Christopher Kramp anhand von Matthäus 6, wie wichtig es ist, das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit zur obersten Priorität im Leben zu machen. Er beleuchtet, wie unnötige Sorgen um materielle Dinge uns vom Wesentlichen ablenken und vergleicht dies mit dem Denken der Heiden. Anhand biblischer Beispiele aus dem Alten und Neuen Testament zeigt er auf, dass Gott sich um unsere Bedürfnisse kümmert, wenn wir uns auf ihn verlassen und seine Prioritäten setzen.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr jetzt eingeschaltet habt auf www.joelmedia.tv.de. Wir wollen heute den letzten Abschnitt von Matthäus 6 studieren. Wir haben jetzt eine ganze Zeit im Kapitel verbracht und die letzten fünf Verse uns heute anschauen, die unter anderem einen sehr berühmten Vers enthalten, aber auch ein bisschen drumherum. Und bevor wir beginnen, wollen wir gerne mit einem Gebet starten. Und dazu, wenn es möglich ist, ihn erkennen. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir für die Gelegenheit, dein Wort zu studieren. Möchten dich bitten um die Führung deines Geistes, um richtiges Verständnis und vor allem auch um die Kraft, das Gelesene umzusetzen, dass wir ein Zeugnis sein können in dieser Welt, in unserer Umgebung, für die wunderbare Bedeutung dieser Bergpredigt. Und wir danken dir, dass du all das für uns tun möchtest. Im Namen Jesu, Amen.

[1:27] Matthäus 6 und wir sind das letzte Mal gekommen bis Vers 29. Und wir wollen jetzt den letzten Abschnitt noch machen. Wir haben ja gesehen, in Vers 25 bis 29, da geht es um die unnützen Sorgen. Könnt ihr euch daran erinnern, dass wir uns nicht sorgen sollen über das, was wir essen und was wir trinken und welche Kleider wir anziehen sollen. Nicht, dass der Mensch nicht mal ab und zu Sorgen hat, sondern wir haben gelernt, wir dürfen unsere Sorgen auf Gott werfen. Und dieses ängstliche Sorgen ohne Gottvertrauen ist etwas, was Jesus sagt, sollen wir nicht haben. Und er gibt dann zwei Beispiele aus der Natur. Könnt ihr euch erinnern, welche Naturbeispiele er gibt? Er weist seine Hörer auf die Natur und gibt zwei Beispiele, an denen wir erkennen können, dass Gott sich um seine Schöpfung kümmert. Nämlich die Vögel, die nicht säen und nicht ernten, aber trotzdem von Gott versorgt werden. Und die Lilien, die Blumen, die so schön sind und Gott kleidet sie. Und sie sind besser eingekleidet als der Salomon und all seine Herrlichkeit. Damit jetzt mal aufgehört. Und wir haben auch gelernt, dass diese berühmten Aussagen von Jesus hier nicht einfach für sich stehen, sondern erinnert euch, in Vers 25 geht es ja los mit "darum". Das heißt, es ist verbunden mit der Idee von Vers 24, dass wir nicht zwei Herren dienen können. Entweder dienen wir dem Herrn oder dem Mammon. Und wir haben letztes Mal gelernt, dem Mammon dienen bedeutet nicht nur viel Geld zu haben und das als Götze zu haben. Das kann auch bedeuten, überhaupt sich von der Priorität her auf irdische, weltliche Dinge zuerst zu konzentrieren, auf materielle Dinge. Unabhängig davon, ob ich sie habe oder haben will, weil ich das Gefühl habe, dass ich einen Mangel habe. In beiden Fällen dient man dem Mammon.

[3:15] Und an der Stelle wollen wir weitermachen in Vers 30. Es geht immer noch um diese Idee mit den Kleidern, diesem zweiten Beispiel, wo Jesus auf die Blumen, auf die Lilien verweist und sagt, schaut, wie schön sie sind. Selbst Salomo war nicht so schön gekleidet. Und wir lesen in Vers 30: "Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen?" Das ist ganz ähnlich wie in Vers 26, wo er sagt: "Wenn Gott für die Vögel sorgt, wie viel mehr wird er für euch sorgen?" Er sagt ja, die Vögel, ihr seid mehr wert als Vögel. Und wenn wir mehr wert sind als Vögel, sind wir sicherlich mehr wert als das Gras, oder? Das Gras ist auch etwas wert, aber der Mensch ist mehr wert als das Gras. Übrigens, das Gras in der Bibel wird immer wieder als ein Symbol für die Vergänglichkeit dargestellt, oder? Ich gebe euch mal ein Beispiel. Schaut mal mit mir in Psalm 90.

[4:09] Psalm 90, und dort Vers 5 und 6. Das Gras ist jetzt nicht so das Beständigste, was es gibt. Also, wenn man Beständigkeit illustrieren würde, würde man vielleicht was für Dinge in der Natur nehmen für Beständigkeit. Den Himmel zum Beispiel, ja, der ändert sich nicht, oder? Das könnte noch ein gutes Symbol sein für Beständigkeit, für Festigkeit, für etwas, was nicht so leicht... Berge, ja, Felsen, ja, die bleiben, die sind solide. Aber das Gras ist anders. Schaut mal Vers 5 und 6: "Du lässt sie dahin fahren wie eine Wasserflut, sie sind wie ein Schlaf, wie das Gras, das am Morgen aufsprießt, am Morgen blüht es und sprießt, am Abend welkt es und verdorrt." Die Idee ist, das Gras ist kurzlebig. Und jetzt ist die interessante Idee: Das Gras, weiß Gott im Voraus, dass das Gras ziemlich vergänglich ist. Ja, klar, er weiß, jedes Jahr aufs Neue, wenn das Gras dann hervorkommt, er weiß, wie vergänglich es ist und trotzdem kleidet er es. Selbst Gras ist schön, oder? Wenn man so über so ein Feld steht oder so eine Wiese und das Gras ein bisschen höher und im Sonnenschein, Gras kann sehr schön sein, ja, die Farbe, die Form. Und obwohl Gott weiß, das hat nur eine kurze Verweildauer, es geht auf und wird verloren gehen, kleidet Gott es in eine schöne Farbe, in ein schönes Kleid. Was sagt euch das über Gott?

[5:41] Dass Gott sogar das vergängliche Gras schön gemacht hat. Es ist ein Ästhet, ja, er macht nichts einfach nur aus reiner Funktionalität. Viele Dinge, das sieht man ja nach und nach in der Wissenschaft, viele Dinge, die wir so gar nicht richtig sehen können, entweder im All oder in der Tiefsee oder in unserem menschlichen Körper, sind sehr schön gemacht. Also, das ist diese Idee, er macht sie aus Prinzip schön. Gibt es noch eine Idee, die wir daraus lernen können, dass Gott dieses so vergängliche Gras schön gemacht hat? Ja, eine Liebe auch zum Detail. Er konzentriert sich nicht nur auf das Wesentliche und lässt alles andere beiseite, ja, er ist auch für diese Details da, hat eine Liebe. Hat alles schön gemacht, genau, alles Schöne ohne. Ja, und es zeigt auch, dass Gott sogar in das investiert, was verloren geht. Ja, Gott weiß im Voraus, ich meine, das Gras wird nicht auferstehen. Das Gras, also es wird zwar Gras im Himmel geben, aber es wird sicherlich nicht das Gras sein, das hier auf Erden verwelkt, oder? Es gibt keine Auferstehung des Grases, soweit wir wissen. Und Gott könnte sagen, naja, das Gras auf der Erde, das wird eh nicht in den Himmel kommen, das wird eh nicht Ewigkeit haben. Wir könnten es rein funktional als graue Stiele machen, die können immer noch die gleichen Nährstoffe haben, die notwendig sind. Aber obwohl Gott weiß, dass das Gras verloren geht, verdirbt, verwelkt, kleidet er es trotzdem schön. Das ist interessant, oder?

[7:17] Weil es zeigt uns etwas über das Evangelium. Für wie viele Menschen ist Jesus gestorben? Für alle. Ich meine, es gab früher, vor einigen Jahrhunderten gab es die Idee, weiß nicht, ob es heute auch noch gibt, wahrscheinlich bei den Calvinisten, die hatten die Idee, Gott ist nur für die gestorben, die am Ende auch gerettet werden. Ja, die haben gesagt, Gott hatte sowieso die Geretteten vorher bestimmt und Jesus ist am Kreuz nur für die gestorben, für alle anderen war ihm egal. Ja, aber die Tatsache ist, die Bibel sagt, Jesus ist für alle Menschen gestorben, auch das, obwohl er wusste, dass viele vergehen werden wie das Gras. Ja, sie werden aufsprießen, ja, sie werden geboren werden, nach kurzer Zeit gehen sie verloren, sie werden nie wieder auch, also sie werden nie wieder ewig leben und trotzdem hat Jesus auch ihr Leben in Schönheit gekleidet, ja, oder zumindest potenziell, er hat die Möglichkeit gegeben, dass sie ein schönes Leben hätten haben können. Er lässt es regnen auf die Guten und die Bösen, sagt die Bibel. Es zeigt also, Gott ist nicht berechnend, er investiert nicht nur in das, wo er was zurückbekommen kann. Gott könnte ja sagen, naja, ich investiere meine Liebe nur in diejenigen, wo ich am Ende auch was für die Ewigkeit habe, so würden wir das wahrscheinlich machen, oder? Aber Gott investiert auch in die, von denen er weiß, dass er in Ewigkeit nichts haben wird, genauso wie er auch in das Gras investiert, das wächst und verloren geht. Das ist, das zeigt das Wesen seiner Liebe, oder?

[8:40] Ja, absolut. Und es ist eine Liebe, die nicht einfach nur, naja, ich tue das, damit ich was bekomme, sondern es ist eine bedingungslose Liebe. Und wir haben so ein bisschen die Rückidee, die Reflektion davon bei einigen Menschen, wie zum Beispiel den drei Freunden von Daniel, die sagen, wir lieben Gott, dass wir nichts dafür bekommen. Ja, so einfach als Reflektion davon.

[9:04] Dann gibt es hier einen interessanten Begriff in dem Vers und das ist: "ihr Kleingläubigen". Kommt euch der Begriff vor? Kleingläubige. Schon mal gehört, wo sagt Jesus vielleicht noch etwas über Kleingläubige? Ja, als die Jünger auf dem See sind, ja, und dann Jesus zu ihnen kommt, da kriegen sie Panik, ja, und er sagt: "Ihr Kleingläubigen." Genau.

[9:48] Das, also es gibt mehrmals, wo diese Idee vorkommt, dass er die Jünger dann Kleingläubigen nennt, entweder auch, das war ja auch dann, als sie im Boot waren und das Unwetter da war. Hier kommt das zum ersten Mal vor in den Reden von Jesus. Alle anderen Vorkommen sind später und alle anderen sind manchmal an recht dramatischen Momenten, ja, zum Beispiel, wie gesagt, bei dem Sturm, wo wir sagen, naja, da braucht man schon auch großen Glauben, oder dann bei der versuchten Heilung. Aber das erste Mal, wo das vorkommt mit kleinem Glauben, ist eigentlich eine Alltagssache, denn die Frage nach Essen, Trinken und Kleidung ist alltäglich, oder? Also man könnte fast schlussfolgernd, wenn wir schon bei Essen, Trinken und Kleidung nicht genügend Glauben haben, dass Gott uns führt, wie viel mehr wird uns der Glaube fehlen, wenn das Boot, also wenn wir fast ertrinken, nicht wahr? Wie viel mehr Glauben wird uns dann fehlen, wie viel mehr wird uns der Glaube fehlen, wenn wir plötzlich nicht mehr an solche Konflikte kommen, weil wir die Wunder nicht ausführen können oder so. Das heißt, die ganze Frage mit dem Glauben fängt im Alltag an.

[11:02] Oder anders ausgedrückt, unser Vertrauen im Alltag zu Gott ist ein Maßstab für unseren Glauben. Ja, man fragt sich ja, woher weiß ich, ob mein Glaube groß oder klein ist, oder die Jünger sagen an einer Stelle: "Mehret unseren Glauben." Also es gibt nicht nur gläubig-ungläubig, sondern man kann auch wenig Glauben haben, mehr Glauben haben. Glaube ist eigentlich wie ein Muskel, den kann man trainieren. Und der Glaube wächst. Und wenn ich jetzt wissen will, also man könnte ja als Christ, wenn man jetzt ein paar Jahre in der Gemeinde ist oder ein paar Jahrzehnte oder auch ganz frisch, man könnte ja sich die Frage stellen, wie groß ist eigentlich mein Glaube, wie kann ich das messen? Und Jesus gibt dir einen Maßstab und er sagt: "Schau mal in den Alltag und frage dich, wie sehr kreisen deine Gedanken um diese Idee? Oh, ich werde nicht zu essen, habe ich auch nicht zu trinken gehabt, was soll ich anziehen?" Wie sehr sind diese Dinge im Fokus und wie sehr vertraust du, dass Gott sich darum kümmern wird? Und das ist nicht nur Essen und Trinken und Kleidung, das sind nur Beispiele für alltägliche Sorgen. Und je nachdem, wie sehr wir im Alltag davon ausgehen, dass Gott sich um diese Dinge kümmert und er sie unter Kontrolle hat, oder aber wir verzweifeln und sehen keine Hoffnung und fangen dann an, wieder hysterisch irgendwie unsere eigene Lösung zu finden. Entsprechend haben wir so eine Idee vielleicht über die Größe unseres Glaubens.

[12:16] Und das heißt also, Jesus zeigt, das ist ja das ganz Besondere an der Bergpredigt, er gibt nicht nur die Theologie in den Seligpreisungen, nicht nur die Vertiefung der zehn Gebote, sondern er zeigt ganz praktisch, wie Glaube in den Alltag sich runterbricht.

[12:31] Nun gehen wir mal weiter in Matthäus 6 und dort Vers 31. Ausgehend von dem, was er vorher gesagt hat, zieht er jetzt einen Schluss und sagt: "Okay, weil das so ist, weil ihr euch keine Gedanken machen sollt und weil Gott für die Vögel sorgt und weil er für das Gras sorgt und ihr seid viel mehr deswegen, Vers 31: Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, oder was werden wir trinken, oder womit werden wir uns kleiden?"

[13:07] Kennt ihr eine Begebenheit oder eine Stelle im Alten Testament, wo diese Idee illustriert wird, wir sollen uns nicht zu sehr um die Zukunft sorgen? Eine Stelle oder irgendwo eine Passage im Alten Testament, wo diese Idee, diese Lehre hier verdeutlicht wird, wir sollten unsere Priorität nicht darauf setzen, auf die materiellen Dinge, was wird jetzt in der Zukunft passieren. Hat Gott das irgendwie seinem Volk mal beigebracht oder war Jesus der Erste? Genau, wie hat er das gemacht, wie hat er ihnen das beigebracht, dass sie sich nicht sorgen sollen um die Zukunft? Auf welche Art und Weise? Vollkommen richtig, wie hat er ihnen das beigebracht? Also er wollte dem Volk Israel diese Lehre beibringen: Sorgt euch nicht um die Zukunft, sorgt euch nicht um dem, was ihr essen und trinken sollt. Und auf welche Art und Weise hat er ihnen das beigebracht, praktisch? Er hat ihnen versorgt, genau. Und wie oft hat er sie versorgt? Täglich. Und zwar interessanterweise immer jeden Tag neu. Kommen wir gleich noch später zu. Nicht alles auf einmal. Er hat ihnen nicht einmal 30 Tonnen Manna mitgegeben und dann sollten sie selbst einteilen, sondern er hat ihnen Tag für Tag das gegeben. Also das ist ein gutes Beispiel.

[14:39] Schauen wir mal in 3. Mose 25. Es gab eine Einrichtung, die war prädestiniert dafür, dass jeder Israelit diese Lehre von Jesus eigentlich lernen konnte, lange vor der Bergpredigt. Und zwar in 3. Mose 25. 3. Mose 25, da geht es in dem Kapitel um das Sabbatjahr und dann auch um das Halljahr. Das Sabbatjahr. Was war das Sabbatjahr? Was bedeutet das Sabbatjahr?

[15:18] Genau, also es gab das Erlassjahr, das war das Jubeljahr, alle 50 Jahre wurden alle Schulden gezählt, genau. Und das Sabbatjahr? Also Sabbatjahr ist wie viel?

[15:30] Genau, alle sieben Jahre lang, jedes siebte Jahr sollte nicht gesät werden und nicht angebaut werden. Das ist ungefähr so, wenn wir das übertragen würden auf heute, als ob Gott verlangen würde, von den Arbeitsnehmenden oder den arbeitenden Geschwistern, jedes siebte Jahr, ein ganzes Jahr lang nicht zur Arbeit zu gehen. Stellt euch vor, das wäre sozusagen ein Bestandteil unseres Glaubens, dass wir noch verpflichtend hätten. Jeder, der Adventist wird, muss sich verpflichten, wenn er arbeitet, wenn er selbstständig ist oder irgendwie angestellt ist, jedes siebte Jahr nicht den Sabbat freizunehmen, sondern komplett das ganze Jahr freizunehmen. Ist nicht mehr so, aber genau, mal hineinversetzen die Lage für die Israeliten, was würde das bedeuten? Also stellt euch vor, wir müssten das machen, was würdet ihr denken? Ich würde denken, würde da die Frage nicht aufkommen: Was sollen wir essen, was sollen wir trinken, was sollen wir anziehen?

[16:35] Jetzt schaut man, was Gott sagt, das ist sehr interessant und da sieht man, wie sehr diese Frage eigentlich beantwortet werden sollte, schon im Alten Testament. Vers 20: "Und wenn ihr sagt: Was sollen wir im siebten Jahr essen?" Das ist genau die Frage, die Jesus dann aufgreift. "Was sollen wir essen im siebten Jahr? Denn wir sehen nicht und sammeln auch unseren Ertrag nicht ein." Das ist ja logisch, denn wenn man nichts sieht, kann man nicht ernten. Das ist ein Grundgesetz, das in der Bibel auch vorkommt. Und die Leute würden dann fragen: "Wovon sollen wir uns ernähren?"

[17:04] Vers 21: "So sollt ihr wissen: Ich will im sechsten Jahr meinen Segen gebieten, dass das Land den Ertrag für wie viele Jahre liefern soll? Für drei Jahre, sodass, wenn ihr im achten Jahr sät, ihr noch vom alten Ertrag essen werdet bis in das neunte Jahr, dass ihr von dem alten essen werdet, bis sein Ertrag wieder hereinkommt." Also ich habe das erste Jahr, zweite Jahr, dritte Jahr, vierte Jahr, fünfte Jahr, sechste Jahr, immer habe ich hier Gaben, nicht wahr? Wunderbar. Und dann im siebten Jahr habe ich nichts. Das heißt, im sechsten Jahr, sagt Gott, werde ich so viel geben, dass ihr im sechsten Jahr davon essen könnt, dass ihr im siebten Jahr davon essen könnt und dann im achten Jahr werdet ihr erst wieder gesät und dann wird zum Teil, sagt er, es wird so viel sein, dass es fürs siebte Jahr reicht und fürs achte Jahr und bis ins neunte Jahr hinein es noch reichen wird, bis dann im neunten Jahr dann die Ernte wieder da ist. Das heißt, das sind echte Glaubenssachen, weil da geht es nicht darum, naja, weil bei dem Sabbat kann man sagen, naja, und wenn man mal einen Sabbat lang nichts isst, nicht wahr, weil man irgendwie jetzt nicht Zeit gehabt hat, was vorzubereiten, man kann mal einen Sabbat fasten, aber man kann nicht ein ganzes Jahr fasten. Und das heißt, man musste wirklich darauf vertrauen, dass die Ernte im sechsten Jahr so gut ist, dass es dann noch hinüberreicht in den nächsten Jahren. Und Gott sagt: "Testet das aus, testet mich. Ihr könnt, wenn ihr euch auf mich verlasst, braucht euch keine Gedanken zu machen über das, was ihr esst oder trinkt."

[18:36] Also Jesus gibt hier keine neue Idee, sondern er holt eigentlich nur das hervor, was schon längst im Alten Testament angedeutet ist oder beschrieben ist. Es gibt noch eine interessante Stelle in der Hinsicht. Schaut mal in 2. Chronik 25. Das ist eine ganz interessante Stelle und ich finde, die hat ganz großen praktischen Wert für den Alltag, obwohl man die eigentlich kaum kennt.

[18:50] 2. Chronik 25, und dort Vers 9. 2. Chronik 25, Vers 9. Das ist eine ganz interessante Geschichte. Da gibt es einen König in Juda und der heißt Amasja. Und Amasja hat sich in den Kopf gesetzt, er möchte Krieg führen gegen die Edomiter. Die Edomiter waren ja im Süden von Juda und er will Krieg führen. Jetzt hat er aber Angst gehabt, dass die Edomiter zu stark für ihn sind und er dachte sich: "Mensch, meine Armee von Juda ist vielleicht nicht stark genug. Ich kann mir ja Soldaten aus dem Nordreich anwerben, aus Israel." Gesagt, getan. Er hat dann für Geld sich Söldner aus dem Nordreich Israel geholt. Schaut mal in Vers 6: "Dazu warb er aus Israel 100.000 starke Kriegsleute um 100 Talente Silber an." Also egal, wie groß die Kaufkraft war, 100.000 Soldaten kriegt man nicht für ein Apfel und ein Ei. Er hat viel Geld investiert.

[20:02] Und jetzt kommt folgendes und das ist interessant. Schaut mal Vers 9: "Da sprach Amasja zu dem Mann Gottes." Entschuldigung, ich muss noch einfügen, in Vers 7 und 8 kommt jetzt ein Prophet zu Amasja, ein Mann Gottes. Und er sagt zu ihm im Wesentlichen: "Gott möchte nicht, dass du mit israelitischen Söldnern ziehst, weil das Nordreich ist ja eben abfallend, nicht wahr? Das Nordreich betet Götzen an." Wir können das mal lesen in Vers 7 und 8: "Aber ein Mann Gottes kam zu ihm und sprach: O König, lass das Heer Israels nicht mit dir ziehen, denn der Herr ist nicht mit Israel, mit keinem von den Söhnen Ephraims, sondern geh du hin, handle und sei stark zum Kampf. Gott könnte dich sonst zu Fall bringen vor dem Feind, denn bei Gott steht die Kraft zu helfen und zu Fall zu bringen."

[20:49] Also die Geschichte ist klar, nicht wahr? Der König von Juda kauft sich Soldaten aus dem Nordreich und dann kommt der Prophet und sagt: "Hey, war gut gedacht, aber ist falsch. Lass die Soldaten aus dem Nordreich zu Hause und zieh allein mit deinen Südstaaten-Soldaten in den Krieg." Ohne dass ihr weiterlest, was wird wohl der Amasja gesagt haben? Also wenn ihr gerade 100.000 Soldaten eingekauft habt, nicht 100, sondern 100.000 Soldaten eingekauft, also ihren Sold, der hat richtig Geld in die Hand genommen und jetzt kommt der Prophet und sagt: "Weißt du, Gott möchte nicht, dass du die verwendest, schick sie wieder nach Hause." Was würdet ihr sagen?

[21:32] Also was ist die menschliche Reaktion, die jetzt hochkommt? Also das wäre die eine Frage, die eine Frage: Wie soll ich jetzt Krieg führen gegen die Edomiter, ja? Was wäre die andere Frage? Was ist mit dem ganzen Geld, das ich investiert habe? Das wäre umsonst, oder? Jetzt habe ich doch Geld ausgegeben, wenn ich jetzt die einfach nach Hause schicke, dann war das doch total umsonst. Dann habe ich jetzt, weiß ich wie viel, hunderttausende oder Millionen Euro das sind umgerechnet, in den Sand gesetzt, oder? Dann wäre es doch weise, wenn ich sowieso schon bezahlt habe, sie zu nutzen, oder? Das wäre doch weise, oder?

[22:06] Und schau mal, was Gott jetzt sagt. Schaut mal, was die Antwort ist. "Da sprach Amasja zu dem Mann Gottes: Was wird dann aber aus den 100 Talenten, die ich den israelitischen Truppen gegeben habe?" Der Mann Gottes sprach: "Der Herr hat dir noch mehr zu geben als nur das." Ich finde, das ist eine praktische Situation, weil wie oft kommt es vor, dass man irgendwie sagt, dass man feststellt, das ist keine gute Sache, aber man hat irgendwie schon Geld dafür bezahlt oder investiert und man sagt: "Naja, wenn ich das jetzt einfach abbreche, dann war das ja alles umsonst investiert." Und man fängt dann an, das so zu rationalisieren. Es gibt so, was ich jetzt öffentlich sagen kann, aber ihr wisst ja, es gab mal so ein Projekt in der Adventgemeinde, in der nordamerikanischen Adventgemeinde, da hat man einen Film gedreht. Man wollte den großen Kampf darstellen, aber diejenigen, die den Film gedreht haben, haben das nicht besonders gut gemacht. Also die Darstellung des Films war eine Katastrophe eigentlich. Und das hat aber viel Geld gekostet. Und als dann die Vorschau war, merkten dann die Leiter der Gemeinde: "Wenn wir das veröffentlichen, dann ist das gar nicht genau das, was Ellen White schreibt im großen Kampf." Und es ist die Frage, aber es hat viel Geld gekostet. Es muss einfach jetzt unter Verschluss halten, einstampfen. Und das haben sie am Ende gemacht. Sie haben einfach den Film nicht offiziell veröffentlicht, obwohl es viel Geld gekostet hat. Und das ist genau so das biblische Beispiel dafür. Und das gibt es auch im Alltag, wo man sagt, das muss ja nicht nur mit Geld sein. Ihr kennt alle schon dieses Prinzip. Und die biblische Antwort ist darauf: Auch wenn ich jetzt vielleicht Geld oder Zeit oder Personal investiert habe in eine Sache und Gott sagt, aber sie ist nicht gut, dann ist es auch nicht so schlimm. Dann kann ich die Sachen lassen und Gott wird mir das erneut zurückgeben, was ich investiert habe, wenn es so sein Wille ist und notwendig ist.

[24:01] Also das zeigt, materielle Sorgen oder materielle Gedanken sollten niemals die Priorität haben in unseren Entscheidungen. Das ist die Idee.

[24:14] Schauen wir mal zurück zu Matthäus 6 und dort Vers 32. Matthäus 6 und dort Vers 32. Dort heißt es: "Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden, aber euer himmlischer Vater weiß, dass er das alles benötigt."

[24:29] Also jetzt kommt die eigentliche Begründung. Er sagt, trachtet nicht nach den weltlichen Dingen, weil das ist wie ein Heide lebt. Übrigens, wo hatten wir schon mal so eine ähnliche Begründung, wo Jesus sagte: "Wenn ihr das nicht macht, dann seid ihr nicht besser als die Zöllner und die Sünder?" Wo hat er das gesagt? In der Bergpredigt. Wenn ihr nicht den Standard Gottes erreicht, dann seid ihr eigentlich auch nicht anders als die anderen. In der Bergpredigt, ein Kapitel vorher. In Matthäus 5, da bei der Feindesliebe, sagt Gott auch, nicht wahr? In Vers 46: "Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun auch die Zöllner dasselbe?" Also Jesus sagt mehrmals in der Bergpredigt, wenn ihr nicht den Standard Gottes erreicht, was das praktische geistliche Leben betrifft, dann seid ihr eigentlich wie Ungläubige. Also wenn ihr zu Gott betet, aber ihr liebt nicht eure Feinde, was tut ihr Großes? Die Römer beten auch zu Zeus und lieben auch nicht ihre Feinde. Oder wenn ihr Lieder singt zur Ehre Jesu, aber dann ist eure ganze Sorgen nur um materielle Dinge. Das ist genau das, was die Römer und die Griechen auch tun. Das heißt, man kann eigentlich buchstäblich heidnisch leben, wenn das Weltliche die oberste Priorität hat. Und das ist interessant.

[25:43] Warum? Schaut mal mit mir Epheser 4, Vers 17. Epheser 4, Vers 17. Da sagt der Paulus: "Das sage und bezeuge ich nun im Herrn, dass ihr nicht mehr so wandeln sollt, wie die übrigen Heiden wandeln in der..." Und wie geht es weiter? "...in der Nichtigkeit ihres Sinnes." Also Sinn ist, was ist der Sinn oder was bedeutet Sinn? Was ist der Sinn? Dass sie glauben, dass sie denken, was in ihrem Kopf ist. Also das, worüber sie ständig nachdenken. Und wie sind ihre Gedanken nach Paulus Worten? Nichtig. Das heißt, wenn jemand wie die Heiden denkt, dann denkt er, haben wir jetzt gelernt in der Bergpredigt, er denkt immer nur an: Was werde ich essen, was werde ich trinken, was wird mit meinem Bankkonto, was wird mit meinem Haus, was wird mit meinem Auto, was wird mit meinem Computer. Also diese Dinge. So denkt ein Heide, so denken auch heute noch die Heiden. Und das ist nichtig. Übrigens, wer hat das erlebt in seinem Leben, nachdem er alles ausprobiert hat und gesagt, das ist alles nichtig? Salomo. Der hat sich um all das gekümmert, für ihn das war oberste Priorität. Am Ende sagt er, es war nichtig. Er hatte dann für eine lange Zeit diesen, diese Gesinnung der Heiden.

[27:25] Also Jesus sagt: "Denkt nicht daran, denn wenn ihr das zur Priorität habt, seid ihr im Grunde genommen wie die Heiden, denn die denken so, sondern er sagt: Sondern euer Vater weiß, was ihr benötigt."

[27:37] Jetzt muss ich wieder fragen: Haben wir eben in der Bergpredigt bis dahin schon mal diese Formulierung gehabt: "Sondern euer Vater weiß"? Hat er das schon mal gesagt in der Bergpredigt, dass Gott ja sowieso weiß, um was es geht? Ja, er weiß immer, das stimmt. Aber in der Bergpredigt, schaut mal in die Bergpredigt, in Kapitel 5 oder 6, hat er da irgendwo schon mal gesagt: "Gott weiß es sowieso"? Das stimmt ja natürlich. Schaut mal in Kapitel 6 und dort Vers 8: "Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen, denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet." Worum geht es da in Kapitel 6, Vers 8? Es geht um das Gebet. Und jetzt kommt also diese interessante Idee, dass unsere Einstellung zum Materiellen eine direkte Verbindung hat zum Gebet. Denn wenn er sagt in Vers 8: "Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen." Wer ist ihnen? Den Heiden. Denn ein Vers vorher sagt ja: "Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen." Das heißt, die Art und Weise, wie man betet, hat etwas zu tun, wie man zum Materiellen steht.

[29:06] Also, wie steht der Heide zum Materiellen? Was ist die Einstellung des Heidens zum Materiellen? Ja, also für den Heide ist das Top-Priorität, oder? Das heißt, der Heide, egal ob er jetzt Römer oder Grieche ist, fragt sich nicht: Wie kann ich die Ehre Zeus darstellen, was gefällt eigentlich Jupiter? Seine oberste Priorität ist: Ich will reich werden, ich will ein schönes Kleid haben, ich will diese Frau haben, ich will gesund werden. Materielle Dinge. Und weil das seine oberste Priorität ist, sucht er nach Wegen, wie er das bekommen kann. Ja, und er versucht vieles alleine durch Werksgerechtigkeit, und da wo er nicht weiterkommt, macht er was? Er betet. Er betet zu den Göttern. Er betet nicht zu den Göttern, weil er sie liebt, sondern er betet zu den Göttern, weil er was haben will. Er will reich werden, er will Frieden haben, er will ein Haus haben, er will was haben. Und deswegen betet er wie?

[30:12] Nach der Bergpredigt, wie betet er? Nicht recht. Genau. Vers 7 sagt uns präzise, welche Methode sie wählen, und die Methode geht zurück auf ihre Priorität. Sie plappern, genau. Und er sagt, nicht nur die plappern, sondern die machen wie viele Worte? Viele Worte, genau. Und warum machen sie viele Worte? Er sagt sogar, warum sie das tun. Was ist der Grund dieser Technik? Genau, sie wollen durch viele Worte Gott überreden, denn für sie ist Gott oder die Götter ein Automat, in den ich möglichst viel hineinwerfen muss, damit viel rauskommt. Je mehr ich bete, desto mehr kommt raus. Wenn ich die richtigen Gebete spreche und immer die richtigen Riten mache, dann kommt das heraus, was ich eigentlich wirklich will, das ist nämlich Geld und Essen und alles, was ich brauche. Deswegen gab es damals Götter für den Regen und Götter für das Kriegswesen und Götter für den Ackerbau. Im Grunde genommen ist die Götterwelt nur ein Versuch, diese Top-Priorität zu befriedigen.

[31:28] Und das ist sehr interessant, weil es zeigt nämlich, wie sehr das Glaubensleben mit dem Alltagsleben verknüpft ist, und zwar nicht nur im Christentum, sondern auch im Heidentum. Denn egal, wie wir zum Alltag stehen, es hat immer einen direkten Einfluss auf unseren Glauben. Übrigens, diese Idee, fangen wir mit der anderen Frage an. Ein Christ, was sollte seine Top-Priorität sein? Das Reich Gottes, sagt er nicht.

[31:59] Okay, das heißt, wie wird sich jetzt sein Gebet, was ist jetzt sein Gebet? Wenn nicht seine erste Priorität ist: Ich will reich werden, ich will Kleider haben, ich will das und jedes solches, sondern ihm das nicht wichtig ist zuerst. Er betet: "Vater unser, der du bist im Himmel, dein Wille, dein Reich." Es geht ihm um Gottes. Und dann, im Zuge dessen, sagt er auch natürlich: "Unser tägliches Brot gib uns heute." Aber alles ist sozusagen aus einer ganz anderen Perspektive, aus der Perspektive, Gott die Ehre zu geben. Und es ist aus einer Beziehung, aus einer Liebesbeziehung heraus, die auch dann bestehen bleibt, wenn man vielleicht gerade nicht das leckerste Essen hat oder nicht das schönste Kleid oder nicht das meiste Geld, weil die Priorität eine andere ist. Und dadurch verändert sich die gesamte Gebetshaltung, die Gebetstechnik, die Gebetsmotivation, weil ich muss jetzt nicht mehr Gott überreden, sondern ich danke ihm, dass er so gut zu mir ist. Und selbst die Bitten sind dann nicht so: "Oh Gott, bitte mach doch", sondern ich erinnere ihn ja nur an das, was er ohnehin versprochen hat. Ich nehme das in Anspruch.

[33:17] Übrigens, gibt es eine Bewegung innerhalb der Christenheit, wo das hier eigentlich mehr praktiziert wird als das? Eine Charismatik, genau. Übrigens, und das sind interessante Parallele jetzt. Die Charismatiker, die so viel beten, in dieser Art und Weise, was ist meistens der Inhalt ihres Evangeliums? Wenn du Gott treu bist, bist du reich, hast ein tolles Haus, du hast ein Wohlstandsevangelium. Und da ist eigentlich verdeckt, weil ein bisschen Jesus drüber steht, das Material ist die Top-Priorität. Das sind die Evangelisten, die haben dann riesige Flugzeuge und riesige Häuser, weil es eigentlich nicht darum geht, sondern darum. Und das zeigt sich in der Religion. Das ist aber nicht nur da so, das ist auch in der katholischen Kirche so. Denn in der katholischen Kirche, wo du diese ganzen Ave Maria hast, versuchst du auch, Gott zu überreden. Durch Mittler, durch Heilige, durch ständiges Gebet.

[34:19] Warum gibt es eigentlich Mönche? Warum hat man diese Idee von Mönchen, von Klöstern erfunden? Die Idee war, man hat gesagt, wir müssen Gott um so viele Dinge bitten und wir brauchen professionelle Beter. Die Mönche sind sozusagen abgestellt, einfach nur für alle zu beten, damit mehr gebetet wird, damit mehr herumspringt. Und dann, als das immer noch nicht zu funktionieren schien, hat man im 10. Jahrhundert dann angefangen, die Klöster zu reformieren. Da gibt es diese Reformklöster in Cluny und Frankreich, wo man gesagt hat, die Mönche sollen auch nicht mehr arbeiten, sie sollen gar nichts mehr tun außer beten und sie sollen auch nicht besonders viel fasten, damit sie fit sind zum Beten. Je mehr sie beten können, desto effektiver sind sie sozusagen. Sie waren so richtig Berufsbeter. Und wiederum, was ist die Idee? Dass die ganze Theologie der katholischen Kirche eigentlich auf der Top-Priorität des Materiellen liegt. Was man schön sehen kann, wenn man sich die Kirchen anschaut, wo es um Pomp und um Reichtum und so geht. Das heißt, je nachdem, wo die Priorität ist, hat es einen direkten Einfluss auf das Gebet und umgekehrt.

[35:28] Ja, genau.

[35:34] Ja, was ist das, wenn sie zusammenkommen zum Beten?

[35:43] Ja, das, wie bei den Aposteln. Sie beten, um mit Gott Gemeinschaft zu haben, weil sie wissen, wenn ich mit Gott Gemeinschaft habe, da kommen wir ja noch hoffentlich noch zu, und zwischen mir und Gott alles im Reinen ist, weil ich Gott kenne, weiß ich ja ohnehin, dass er sich um alles andere auch kümmern wird. Natürlich darf ich auch davor beten, ja, aber ich muss jetzt nicht das Gefühl haben, ich muss mit irgendetwas Gott versuchen zu überreden.

[36:08] Also der entscheidende Unterschied ist: Muss ich Gott überreden durch eine Leistung, die ich erbringe, oder nehme ich etwas in Anspruch, was Gott mir ohnehin versprochen hat und glaube ich, dass was immer passiert, ist das Beste für mich ist? Das macht den Unterschied hier aus, nicht wahr? Und das zeigt, wo, ob die Top-Priorität das Materielle ist oder das Reich Gottes.

[36:28] Gehen wir zu Matthäus 6 nochmal kurz zurück und schauen mal in Vers 33, das ist der berühmte, berühmte Vers, nicht wahr? "Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden." Also Gott sagt nicht, dass wir arm sein müssen oder dass er sich für diese Dinge nicht interessiert, denn er kümmert sich ja sogar um das Gras, richtig? Aber es geht um die Perspektive, es geht um die Priorität. Wir sollen Gott dienen und nicht dem Mammon. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes.

[36:59] Kennt ihr die Geschichte in der Bibel, wo jemand wirklich die Möglichkeit hatte, zu entscheiden und sich für das Reich Gottes zuerst entschieden hatte und nicht um das Materielle? Also Positivbeispiele, wo jemand sich für das Reich Gottes entschieden hat, gegen das Materielle, also der reiche Lünger wäre das Negativbeispiel, nicht wahr? Jemand, der die Möglichkeit gehabt hätte, um Reichtum zu beten, aber er hat nicht um Reichtum gebetet. Mose, ein Beispiel. Salomo hat um Weisheit gebeten und nicht um Reichtum und Gott sagt dann zu ihm: "Weil du das gebeten hast als Priorität Nummer eins, bekommst du den Rest sowieso." Oder kennt ihr die Geschichte von der Witwe von Zarpath, die jetzt die Gelegenheit hatte, entweder etwas zu tun für den Propheten Gottes oder für meinen eigenen Bauch. Und sie hatte gute Gründe, was für den eigenen Bauch zu tun, weil sie wusste, sie muss sowieso fast sterben. Aber sie hat sich zuerst für das Reich Gottes entschieden und Gott hat hinzugefügt. Das Öl und das Mehl haben nicht aufgehört.

[38:01] Es gibt auch ein Gegenbeispiel, das ist sehr schön in Haggai 1. Schaut man Haggai 1. Und wir lesen nur ein paar Verse daraus.

[38:23] Und da heißt es, Vers 2: "So spricht der Herr der Herrschern: Dieses Volk sagt, es ist noch nicht die Zeit zu kommen, die Zeit, um das Haus des Herrn zu bauen." Und Vers 4: "Ist es aber für euch an der Zeit, in euren getäfelten Häusern zu wohnen, während dieses Haus in Trümmern liegt?" Also was ist ihre Priorität Nummer eins? Was ist ihre Priorität? Ihr eigenes Haus. Ihr eigenes Haus. Wenn sie wählen müssen zwischen, sollen wir an unserem eigenen Haus bauen oder an Gottes Haus, dann interessieren sie sich mehr für ihr eigenes Haus. Und das ist die Folge. Schaut mal, in Vers 10: "Darum hat der Himmel über euch seinen Tau zurückgehalten und die Erde hat ihren Ertrag zurückgehalten und ich habe die Dürre gerufen über das Land und über die Berge, über Korn, Most und Öl und so weiter." Mit anderen Worten, weil sie zuerst nach dem Materiellen getrachtet haben, hat Gott sie nicht segnen können. Wenn sie aber zuerst nach dem Tempel getrachtet hätten, nach ihrem eigenen Haus, hätte Gott sie segnen können und sie hätten beides gehabt. Und das heißt, hier geht es also eigentlich nicht um das eine oder das andere. Es geht um die Frage: Vertraue ich Gott oder nehme ich es in meine eigene Hand? Darum geht es eigentlich wirklich.

[39:38] Ganz kurz zurück zu Matthäus 6 und trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes. Was ist denn das Reich Gottes? Vielleicht schließen wir damit, müssen wir vielleicht den letzten Vers nochmal machen. Reich Gottes, wonach muss ich jetzt trachten? Also konkret gesprochen.

[40:05] Wenn er sagt: "Trachte zuerst nach dem Reich Gottes", wonach muss ich jetzt trachten? Nach seiner Gerechtigkeit, der Liebe. Was ist die biblische Definition für das Reich Gottes? Sehr gut, nur dass wir es nicht vergessen. Weiß jemand noch von euch, wo es steht? Das ist Römer 14 Vers 17: "Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist." Wenn das meine Top-Priorität im Leben ist, sagt Gott, will er sich um den Rest auch kümmern. Und das heißt nicht, dass wir faul sein sollen, aber es heißt, es geht um die Priorität. Ja, wir dürfen bitten: "Unser tägliches Brot gib uns heute." Wir sollen also um das Reich Gottes bitten, um seine Gerechtigkeit und die Bibel sagt: "Der Herr unsere Gerechtigkeit." Das heißt, wir sollen Jesus als Top-Priorität haben in unserem Leben.

[41:00] Und im Römer, wo offenbart sich die Gerechtigkeit Gottes am allerdeutlichsten? Ja, seine Herrlichkeit. Ganz genau. Da hat sich Gott offenbart, wie er wirklich ist. Wo kann man noch, wo sagt der Paulus, wo wird die Gerechtigkeit Gottes so richtig offenbar, wo sie richtig deutlich wird? Am Kreuz, ja genau. Er sagt: "Denn ich schäme mich des Evangeliums." Das ist nicht, denn es ist die Kraft Gottes zur Rettung, denn Römer 1 Vers 17: "Denn in ihm wird offenbar." Schaut mal, Römer 1 Vers 16, 17: "Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht, denn es ist Gottes Kraft zur Rettung für jeden, der glaubt. Zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen, denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: Der Gerechte wird aus Glauben leben." Heißt also, Top-Priorität Nummer 1 des Reich Gottes ist das Evangelium.

[42:05] Also, wenn man das zusammenfassen würde, könnte man sagen, wir sollten Tag für Tag so leben, dass alles das, was mit dem Evangelium zusammenhängt, die Nummer 1 in unserem Denken ist. Und wenn das die Nummer 1 ist, dann kann Gott uns auch in vielen anderen Dingen sehr viel mehr segnen, als wenn das Evangelium nur so ein Schleier ist, der die wahre Top-Priorität verschleiert vor den anderen. Und deswegen sagt die Bibel ganz deutlich, dass Gott sich um alles kümmern wird, aber so wie er alles für uns investiert hat und wir die Top-Priorität für ihn sind, so wünscht er sich, dass wir auch ihn als Top-Priorität haben. Und ich denke, das ist ganz entscheidend und daran hängt so viel in unserem persönlichen Leben und auch in der Gemeinde. Probleme entstehen nicht dann einfach, weil Leute sagen: "Ich glaube nicht mehr an Gott." Das geschieht manchmal selten auch, aber die Probleme entstehen eher, wenn man sagt: "Ich glaube an Gott, aber er ist nicht die Nummer 1." Wenn wir schon zu Gott beten, wenn wir schon an Gott glauben, wenn wir über Gott reden, aber er in unserem Leben nicht die Priorität ist.

[43:18] Übrigens, habt ihr gewusst, dass es früher, damit enden wir, früher gab es nur das Wort Priorität. Es gab das Wort Prioritäten gar nicht. Die Mehrzahl Prioritäten hat man erst im 20. Jahrhundert eingeführt. Was heißt Priorität eigentlich? Der Prior im Kloster war der Oberste. Priorität heißt erster Platz. Und bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren Menschen noch so klug zu wissen, es kann nur einen ersten Platz geben. Aber im 20. Jahrhundert, als dann die Postmoderne kam und man sagt, es gibt nicht nur eine Wahrheit, da hat es plötzlich auch mehrere erste Plätze gegeben. Da gab es dann Prioritäten. Aber das ist eigentlich Quatsch. Es gibt nur eine Priorität. Es gibt viele wichtige Dinge, es gibt nur eine Priorität und so können alle Dinge oder viele Dinge in unserem Leben wichtig sein, aber nur eine Sache ist die Priorität. Nicht viele Prioritäten, sondern eine einzige und das ist das Evangelium.

[44:12] Wir können also nicht Prioritäten setzen, wir müssen eine Priorität setzen. Was immer wir machen im Leben, das Evangelium muss die Priorität sein und dann kann Gott uns segnen mehr als jemals zuvor. Wenn wir uns das vornehmen, ihn zur absoluten Nummer eins in unserem Leben zu machen und das täglich, dann wollen wir noch gemeinsam beten.

[44:27] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir heute uns erneut in Erinnerung rufen konnten, dass es nur eine Priorität gibt und dass wir aufgefordert sind, dich zuerst zu suchen und das nicht nur alle paar Tage oder alle paar Wochen, sondern jeden Tag im Alltag, dein Reich und das, was das Evangelium uns lehrt, als oberste Priorität zu haben. Und ja, wir glauben, dass wir uns als Gläubige nicht von der Welt so entfernen sollen, dass wir nicht mehr mit den Menschen Kontakt haben oder dass wir uns abschotten sollen, aber wir glauben, das haben wir heute gesehen, dass wir eine Priorität brauchen, die uns in allem zu dir führt. Und so bitten wir dich von ganzem Herzen, dass du uns Tag für Tag hilfst, dass unsere Augen und alle unsere Sinne auf dich gerichtet sind, dass wir zuerst nach dem Reich Gottes trachten in dem Vertrauen darauf, dass du deine Getreuen niemals im Stich lassen wirst und dass du ihnen all das hinzufügen wirst, was sie in diesem Leben brauchen. Im Namen Jesu. Amen.

[45:50] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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