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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Lektion der Serie „Der Ersehnte“ von Christopher Kramp wird die biblische Geschichte von der Gefangennahme und wundersamen Befreiung des Apostels Petrus aus dem Gefängnis durch einen Engel beleuchtet. Der Prediger vergleicht diese Ereignisse mit der Verfolgung der frühen Christen und betont die Kraft des Gebets. Die Lektion endet mit einer eindringlichen Mahnung, Gott die Ehre zu geben, wie es das Schicksal von König Herodes Agrippa I. zeigt.

In dieser Predigt von Christopher Kramp geht es um die Bedeutung des Bittens im Gebet, basierend auf Matthäus 7, Verse 7-11. Er erklärt, dass Jesus die Aufforderung zu bitten, suchen und anklopfen wiederholt, um die Dringlichkeit und die Gewissheit der göttlichen Antwort zu unterstreichen. Dabei wird auch auf die Bedeutung von Vers 6 eingegangen, um zu verstehen, wem man seine geistlichen Perlen nicht vorwerfen sollte. Die Predigt beleuchtet, wie wichtig es ist, Gottes Willen zu kennen und im Glauben zu bitten, um die Fülle seiner Gaben zu empfangen.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr eingeschaltet habt auf joelmedia.tv.de. Heute mit der 91. Folge. Wir sind immer noch in der Bergpredigt, in Kapitel 7 mittlerweile und werden nicht mehr viele Wochen brauchen, bis wir durch sind. Aber heute haben wir einen ganz besonders interessanten Abschnitt, einen, der sehr ermutigend ist und sehr positiv für uns. Wir wollen darüber sprechen, was es bedeutet, Gott um etwas zu bitten. Und bevor wir damit beginnen, wollen wir ihn bitten, dass er durch den Heiligen Geist uns führt. Lieber Vater im Himmel, wir kommen zu dir in dem Bewusstsein, dass du wirklich uns liebst, mehr als ein irdischer Vater seine Kinder liebt und dass du gerne uns das Beste geben möchtest. Das wollen wir jetzt auch genau in der Bibel studieren und verstehen, was das im praktischen Leben für uns bedeutet. Und so bitten wir dich, dass das eben nicht nur Theorie ist, die wir verstehen, sondern eine Kraft in unserem Leben, die wir erfahren können. Gibt es das, was wir heute jetzt in der Bibel lesen werden, wir auch tatsächlich im Alltag ausprobieren und leben und sehen, dass es wahr ist, was dein Wort sagt. Das bitten wir im Namen unseres Erlösers und Schöpfers, Jesus Christus. Amen.

[1:47] Matthäus Kapitel 7. Bevor wir zum eigentlichen Hauptabschnitt heute kommen, der ab Vers 7 ist, haben wir noch einen Vers, der so ein bisschen alleine für sich steht, in Matthäus 7 Vers 6. Matthäus 7 Vers 6 ist ein relativ interessanter Vers, der sich ein bisschen nachdenken kann. Matthäus 7 Vers 6. Jesus sagt hier zu seinen Jüngern und damit zu uns allen: "Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht vor die Säue, damit diese sie nicht mit ihren Füßen zertreten und jene sich nicht umwenden und euch zerreißen."

[2:41] Nun, was will Jesus uns mit diesem vielleicht auf den ersten Blick etwas merkwürdigen Satz sagen? Also vielleicht schauen wir mal so an, was ist eigentlich das Bild hier? Also wie stellt ihr euch das bildlich vor, was Jesus hier sagt? "Gebt nicht das Heilige den Hunden." Das mit den Perlen und Säuen kommt gleich. Zweitens sind es zwei Bilder. Das Erste ist: "Gebt nicht das Heilige den Hunden." Was stellt euch denn da vor? Was meint er erstmal vom Bild her gesprochen? Also wenn Jesus sagt, gebt das Heilige nicht den Hunden, das ist ja irgendwie ein Bild. Also was, wie ist die konkrete Szene, die man sich vorstellen muss? Was würde es bedeuten, das Heilige den Hunden zu geben? Noch nicht geistlich, sondern erstmal praktisch.

[3:33] Das ist schon eine sehr gute Interpretation. Aber erstmal das Bild, die Allegorie. Also was würde man den Hunden eigentlich nicht geben? Warum sagt Jesus, das Heilige nicht den Hunden geben? Okay, was Wertvolles? Was könnte konkret geben? Ein Schatz? Er sagt ja nicht etwa ein Heiliges, sondern das Heilige. Was wäre dann heilig, wo jemand vielleicht in Versuchung kommen könnte, es den Hunden geben zu können? Also das Wort Gottes würde ja niemand auf die Idee kommen, das Hunden zu geben. Also tatsächlichen Hunden. Also ich bin immer noch bei dem tatsächlichen Bild, echte Hunde. Echte Hunde, genau. Wir sind als Adventisten immer so gut in der Analyse und manchmal verstehen wir das Bild gar nicht. Also die Leute haben sich ja was vorgestellt. Da gab es ja leider wohl offensichtlich viele Hunde damals. In den östlichen Städten, im Orient heißt es, da gab es an allen Straßen Hunde. Ja, leider, genau. Aber der Punkt ist, welches Bild haben die jetzt vor Augen gehabt? Das Heilige. Das Heilige? Das sind Ohren rein, genau. Heilige Ohren rein? Ja, genau. Das stimmt schon, aber er spricht das Heilige. Heilige Ohren rein? Opferfleisch. Interessanterweise, wenn ihr in Levitikus, also in der 3. Mose, lest, da gab es Fleisch, also ein Opfer, das geopfert wurde und das war heilig, das war hochheilig. Das heißt, die Idee ist sozusagen, wenn du jetzt im Tempel bist und du opferst etwas für Gott, da wird ein Teil dann gegessen und so weiter, dann sagt Jesus, werft es nicht einfach so beiseite den Hunden. Das ist also die Idee.

[5:44] Zweiter Punkt. Zur Interpretation kommen wir gleich. Jetzt müssen wir das analysieren. Also gibt das Heilige nicht den Hunden? Werft eure Perlen nicht vor die Säue, damit diese nicht mit ihren Füßen... Was wisst ihr über Schweine in Palästina? Palästina, zur Zeit von Jesu. Die sind unrein, ganz genau wie die Hunde. Die sind unrein. Ja, genau. Die Hunde. Kannst du draußen bleiben? Ja, genau, genau, genau. Hm?

[6:34] Was interessant ist, also erstmal muss man wissen, damals, zur Zeit von Jesu, gab es eigentlich kaum... Also es gab schon auch gezähmte Schweine, aber die meisten Schweine waren so halb gezähmt, die waren so halb wild. Und es gab sehr viel wilde Schweine, vor allem in der Jordan-Ebene. Und man konnte die auch schon füttern. Ja, aber das waren jetzt nicht so... Und dann gab es die Perlen, von denen hier gesprochen wird, das sind eigentlich im Original so ganz kleine, man nannte die so Samenperlen, also fast, also keine großen Klunke, sondern so ganz kleine Perlen. Und die ungefähr die gleiche Größe haben wie Erbsen. Das heißt, wenn man jetzt, und das ist das Bild eigentlich dahinter, wenn man jetzt so kleine Erbsen, so erbsengroße Perlen nimmt und sie vor die Säue streut, was denken die dann? Die denken erst, dass das zu fressen ist. Dann nehmen das in den Mund und merken, nee, das ist keine Erbse. Und dann trampeln die das. Und die Frage sozusagen hier in Vers 6 ist so ein bisschen, wer damit gemeint ist, sich nicht umwenden und euch zerreißen. Die Schlachter fügt hier noch so ein "jene" ein, wo man vielleicht denken könnte, es sind die Hunde, aber eigentlich vom Satzfluss her sind es die Säue. Die Idee ist sozusagen, wenn die Schweine merken, sie wollten das fressen und sie sind enttäuscht, werden wütend und das Wort hier "zerreißen", das ist eigentlich so eine Idee, als wenn man mit so einem Hauer, wie heißt das Hauer bei den Keilern? Wenn die Wildschweine ihre Stoßzähne quasi so eine Fleischwunde zufügen. Also die Idee ist sozusagen, wenn du versuchst ein Schwein quasi zu füttern mit Dingen, die also dafür gar nicht angemessen sind, dann nützt es ihm nichts und im Gegenzug wird es nur wütend und verletzlich vielleicht.

[8:27] Jetzt ist die Frage natürlich, was soll das eigentlich bedeuten? Ihr habt schon gesagt, es geht darum, dass man vielleicht nicht Dinge verschwendet. Was wäre die geistliche Interpretation von diesem interessanten Vers? Sehr klug. So, machen wir ein paar Bibelfersen. Ihr habt schon über Hunde gesagt, über Hunde draußen vor der Stadt. Schauen wir mal in den Sprüchen. In Sprüche 26, Vers 11. Sprüche 26 und dort Vers 11. Um den Hund besser zu verstehen. Sprüche 26, Vers 11. Da heißt es: "Wie ein Hund, der zu seinem Gespei zurückkehrt, so ist ein Narr, der seine Dummheit wiederholt." Also Hund ist hier Synonym für oder Allegorie für eine Metapher für einen Narr. Ein anderes Wort für ein Narr. Ein Dummer. Ein Narr.

[9:43] Ein anderes Vers und das ist jetzt interessant. Schaut mal in Philipper 3, Vers 2. Philipper 3 und dort Vers 2. Ein Narr und Philipper 3, Vers 2. Da heißt es: "Habt Acht auf die Hunde. Habt Acht auf die bösen Arbeiter. Habt Acht auf die Zerschneidung." Das ist ein interessanter Vers, oder? Wer ist hier mit Hunde gemeint? Hunde stellen hier, ja, kann man auch sagen Narren, aber eigentlich geht es hier nicht so sehr um Narren. Irrlehrer, genau. Böse Arbeiter und was für eine spezifische Irrlehre haben die hier verbreitet zur Zeit von Paulus? Ja, genau. Sie sagten, es wäre eine heilsnotwendige Sache, beschnitten zu sein. Deswegen die Zerschneidung. Und zwar sind es hier nicht Leute, die einfach aus tiefster Überzeugung im besten Gewissen quasi denken, die Beschneidung ist auch notwendig, sondern Leute, die eigentlich böse sind. So böse Irrlehrer, die mit einer Agenda Gemeinden eigentlich kaputt machen. Zerschneidung. Das ist eine interessante Kombination. Weil Jesus sagt, werft das Heilige nicht zu den Hunden. Das heißt, es geht einmal um Leute, die Narren sind. Aber es geht auch um Leute, die Irrlehrer sind. Das ist von großer praktischer Bedeutung. Denn jeder Christ, der sich für die Bibel interessiert, kommt früher oder später in Kontakt mit Leuten, die quasi unverbesserlich Irrlehren verbreiten. Wenn man denkt, meine Güte, da müsste ich ja Stunden investieren und es bringt gar nichts. Und da haben wir so einen ersten Hinweis darauf, dass dieser Vers auch dafür gilt. Werft das Heilige nicht vor die Hunde. Aber gucken wir gleich noch genauer an.

[11:41] Erstmal zur Sau noch. Bibelverse über die Sau. Schauen wir mal in Sprüche 11, Vers 22. In den Sprüchen haben wir mehrere so eindrückliche Aussagen. Der ist auch jetzt ziemlich zu den bildhaftesten Sprüchen. Sprüche 11, Vers 22. "Ein goldener Ring in dem Rüssel einer Sau. So ist eine schöne Frau ohne Sittsamkeit." Also Bild ist natürlich nicht so. Warum bringt es nichts einer Sau, einen goldenen Rüssel in die Nase zu hängen? Ja, das wird auch nicht hübsch sein. Ja, genau. Was ist der Lebenswandel einer Sau? Sie nimmt es nicht besser. Sie wird sich trotzdem weiter in den Schlamm suhlen und das Gold ist quasi verschwendet. Das ist also die Idee.

[12:37] Jetzt. In diesem Bild, wofür steht der goldene Ring und wofür steht die Sau? Könnte man denken. Der schöne Ring steht für? Genau, der goldene Ring steht für die schöne Frau oder die Schönheit der Frau. Der goldene Ring ist die Schönheit der Frau und wofür steht die Sau? Für ihre fehlende Sittsamkeit. Also die Sau steht nicht für die Frau, aber die Sau steht für die Unmoral oder die fehlende Sittsamkeit der Frau. Also es sind zwei Dinge, die scheinbar nicht zusammenpassen. Der goldene Ring und die Sau. Das ist die Schönheit, die äußere Schönheit und dann die innere Verderbtheit. Das ist also die Idee. Also könnte man sagen, die innere Verderbtheit oder ohne Sittsamkeit, also ohne innere Unmoral oder was auch immer. Okay.

[13:36] Das ist die Sau. Und jetzt haben wir sogar noch einen Vers, wo beide zusammenkommen, Hund und Sau. Und zwar in 2. Petrus 2, Vers 22. 2. Petrus 2, Vers 22. Dort heißt er und dort heißt es ganz ähnlich. Und um wen geht es hier, bei Hund und Sau? Wieder um ihren Fehler, wieder um Irrlehrer. Also ganz interessant, das ist so Hälfte, Hälfte. Irrlehren und so Dummheiten. Also Narren sind ja nicht Leute, die intellektuell minder bemittelt sind, oder? Da geht es nicht darum, dass die jetzt sozusagen nicht den ausreichenden Intelligenzquotienten hätten für die Bibel, sondern da geht es mehr so um freiwillige, bewusste Dummheit sozusagen. Einfach sich töricht benehmen. Und innere Unmoral geht natürlich so ein bisschen auch in die Richtung. Das ist eine ganz interessante Kombination, auch wenn man dann das durchliest. Hier haben wir nicht die Zeit, aber in 2. Petrus, da sieht man auch, dass diese Irrlehrer sehr viel von diesen beiden Dingen haben. Das ist sehr unmoralisch. Da spricht es von Bileam und Kain und so weiter.

[15:20] Ja, genau. Ganz genau, das ist das, was Ellen White beschreiben würde, wenn Menschen sich so ganz von ihren tierischen Leidenschaften zum Beispiel leiten lassen. Also Leute, die nicht so sehr sozusagen wirklich Interesse haben, sondern einfach...

[15:44] Also was würde jetzt die praktische Bedeutung sein? Wie soll man umgehen mit Narren und Lehrern, wenn man den Vers jetzt praktisch anwendet auf uns? Wie gesagt, die Bergpredigt ist besonders für Jünger gedacht, für die Apostel, die jetzt sich fragen sollen, wohin soll ich meine Bemühungen richten?

[16:14] Sehr wichtiger Punkt. Dieser Vers lehrt nichts, dass man Menschen von vornherein kategorisiert, anhand des Aussehens oder Dinge, die man gehört hat, quasi als unerreichbar wegklassifiziert. Kennt ihr Beispiele von Leuten, die wirklich sehr unmoralisch waren und trotzdem gewonnen werden konnten? Manasse ist das... Also da war Hoffnung als verloren. Der hat also jahrzehntelang sich dem Okkultismus hingegeben und die Leute umgebracht. Ja, Saulus Paulus würde ich vielleicht weniger bei innere Unmoral, ich meine, gut, der wäre eigentlich mehr die Kategorie, fanatischer Lehrer einer falschen Sache. Der war überzeugt von seiner Sache und hat andere verfolgt. Genau, vielleicht kann man auch an die Ehebrecher denken. Also Leute, wo man vielleicht auf den ersten Blick denken würde, oder die Frau am Jakobsbrunnen. Es zeigt also, niemand ist so verloren, dass er nicht gerettet werden könnte. Jesus sagt hier also nicht, dass es Sünden gibt, die zu stark sind, wo das Evangelium nicht mehr lohnt, sondern es geht eher sozusagen um die Einstellung des Sünders. Wenn ein Sünder kein Interesse hat und überhaupt nicht will, soll man nicht ihn, wer weiß, überarbeiten, weil das am Ende kontraproduktiv ist. Jeder, der in diesem Zustand ist, kann ja sich im Laufe seines Lebens auch ändern. Ja, ich bin auch ein guter Fan...

[17:44] Ja.

[17:50] Ganz genau. Was es bedeutet auf Deutsch ist, es kann ja manchmal auch sein, dass man im Bekanntenkreis oder im Freundeskreis Leute hat, denen man jetzt irgendwie begeistert vom Evangelium erzählt hat und es kommt nur Spott zurück. Jetzt denkt man vielleicht, man muss sie verteidigen, man muss das irgendwie begründen. Und dann sagt Jesus, mach das nicht, das verletzt euch nur. Oder aber man hat jetzt irgendwie mit einem Irrlehrer zu tun, der ihn überzeugen will. Man denkt, meine Güte, ich muss ihn retten und ich muss jetzt 24 Tage lang jede Nacht durcharbeiten, um Bibelverse zu finden. Irrlehrer haben übrigens auch diese unglaubliche Angewohnheit, immer viel zu schreiben und viel zu formulieren und lange Videos zu machen und musst dir alle 40 Teile anschauen, sonst hast du es gar nicht verstanden. Damit kriegt er in der Teufel, weil er weiß, die Wahrheit ist eigentlich immer relativ einfach. Aber dass du viel Zeit investierst und da ist Jesu klare Ansage, gar nicht erst die Zeit investieren. Weil es bringt nichts, es bringt überhaupt nichts. Wenn man nach einiger Zeit merkt, am Anfang, die Person ist nicht willens überhaupt mal etwas anderes zu überdenken, einfach das ist dann keine mangelnde Nächstenliebe, sondern einfach nur gehorsam Jesus gegenüber, wenn man dann sagt, du, ich bete für dich, aber das macht keinen Sinn. Weil Satan hat so manchen treuen Mitarbeiter im Werk Gottes halbwegs neutralisiert, weil man denkt, man muss jetzt hier, man hat eine Aufgabe und ist völlig umsonst. Das ist also ein ganz wichtiger Punkt, der, glaube ich, fürs praktische Leben auch ganz oft eine Rolle spielt. Das kann ich aus Erfahrung sagen.

[19:24] Jetzt gehen wir mal zu Matthäus 7 und dort ab Vers 7. Jetzt kommen wir zu einem wirklich Schlüsselabschnitt Matthäus 7 und wir lesen mal Vers 7 und Vers 8. "Bittet, so wird euch gegeben, sucht, so werdet ihr finden, klopft an, so wird euch aufgetan. Denn jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, der findet, und wer anklopft, dem wird aufgetan."

[19:48] Erste Frage, wenn ihr das lest, was fällt euch auf? So, erster Eindruck. Wenn man jetzt so Bibel studiert und das liest, so ein bisschen analytisch denkt, was fällt euch auf?

[20:08] Ja. Ganz genau, grammatisch imperative. Bittet, ja, also Aufforderung. Das ist also nicht nur, ihr könntet ja, wenn ihr wolltet, sondern das ist eine Aufforderung. Sehr wichtig. Also sammeln wir mal. Das ist eine Aufforderung. Was fällt euch noch auf? Was fällt dir bei dem Suchen auf? Irgendwas, was irgendwie vielleicht bemerkenswert ist, die Art und Weise, wie der das sagt.

[20:42] Einfach?

[20:56] Okay.

[21:02] Also, ich würde sagen, es gibt so eine kleine Reihenfolge vielleicht. Möglicherweise, man müsste mal genauer dann anschauen, ob das in der Bibel so durchzieht, aber möglicherweise haben die auch so ein bisschen so einen Aufbau. Bleiben wir mal da bei diesen drei Ausrufen. Bittet, so werdet ihr gegeben, sucht, so werdet ihr finden, klopft an, so wird euch aufgetan. Wenn ihr die so nebeneinander stellt, was fällt euch auf?

[21:34] Okay.

[21:36] Genau. Das einzige, was sozusagen mich daran hindert, es nicht zu bekommen ist, wenn ich nicht bitte. Okay. Okay, vielleicht ist es auch zu einfach, was ich frage.

[21:48] Ja.

[21:50] Genau, also Vers 7 ist die Aufforderung und Vers 8 ist die Verheißung. Okay. Also, wenn man Vers 8 und Vers 7 vergleicht, außer dass es das eine eine Aufforderung und das andere eine Verheißung ist, dann fällt einem was auf?

[22:06] Also ganz simpel, wenn man Vers 7 und 8 nebeneinander vergleicht, also oberste Ebene, ganz oberflächlich, außer dass das eine Aufforderung und das andere Verheißung ist. Es ist der selbe Inhalt. Wiederholung. Gibt es sonst noch irgendwas, wie Wiederholung klingt in diesen Versen?

[22:34] Ja?

[22:36] Okay. Ganz genau, es ist ein allgemeingültiges Prinzip. Vielleicht ist das auch zu simpel, was ich hören möchte. Bittet, so wird euch gegeben. Sucht, so werdet ihr finden. Klopft an, so wird euch aufgetan. Angenommen, der Vers würde nur heißen: "Bittet, so wird euch gegeben." Würden die Predigten, die man über den Vers hält, komplett anders sein, oder würden die eigentlich genau ins gleiche Horn stoßen? Im Grunde genommen schon, oder? Das heißt, die Idee ist eigentlich, obwohl es natürlich stimmt, dass sie auch leicht andere Nuancen haben, aber die Idee hinter den drei Aufforderungen ist immer dieselbe. Jesus wiederholt den Gedanken dreimal mit unterschiedlichen Bildern. Einmal mit Bitten, einmal mit Suchen, einmal mit Klopfen. Die einen sind auditiv, die anderen haben verschiedene Sinne. Aber es ist eigentlich dieselbe Idee, oder? Es ist dieselbe Idee, dreimal hintereinander und dann nochmal wiederholt. Das heißt, eigentlich haben wir in zwei kurzen Sätzen sechsmal dieselbe Idee. Und das ist auffällig. Weil die Bergpredigt ist voller Bedeutung schwangerer Sätze, oder? In der Bergpredigt gibt es keine Textfüller. Das ist alles super wichtig. Aber hier ist in zwei Versen sechsmal dieselbe Idee. Bittet, und ihr werdet empfangen. Sucht, und ihr werdet finden. Klopft an, und es wird euch aufgetan. Denn, wenn ihr sucht, werdet ihr finden, und wenn ihr bittet, wird euch gegeben, und wenn ihr klopft, wird euch aufgetan. Bittet, bittet, bittet, bittet. Warum wiederholt er das ständig? Weil es gibt einen ganz spezifischen Grund. Die Dringlichkeit. Die Dringlichkeit, ja.

[24:28] Macht zu bleiben. Macht zu bleiben, zu beten. Weil sich das unterschätzt, und die Zeit ist die Zeit, aber auch die Entspannung. Ja.

[24:46] Ja, weil für den Menschen es so einfach ist. Und von einem Menschen, der als Sünder nicht wahr ist, so schnell man zu dem Punkt kommt, dass man denkt, meine Güte, jetzt habe ich gebetet, werde ich es auch bekommen. Also, diese leichte Unsicherheit, die sich so leicht einschleicht, wird er mir wirklich das geben, was ich brauche? Natürlich. Als Jünger Jesu wird man das nie öffentlich so bekennen, dass man diese Zweifel hat. Aber Jesus wusste, dass wir alle damit zu kämpfen haben, dieses absolute, vollkommene Vertrauen. Und Ellen White sagt, damit niemand diese Worte irgendwie missverstehen kann, sagt er sie quasi dreimal von verschiedenen Perspektiven und wiederholt, sodass es keinen Zweifel daran geben kann. Egal, wie du gestrickt bist, diesen Punkt musst du verstehen. Wenn du bittest, bekommst du. Das heißt, Jesus wusste, das ist ja keine große intellektuelle Sache, er wusste, mehrmals wiederholt, dass das Problem an diesem Vers nicht das intellektuelle Verstehen ist, sondern das wirklich dem Glauben annehmen, dass das so ist. Er wiederholt es und wiederholt es und er hämmert es förmlich den Jüngern ein. Es ist so.

[25:56] Gehen wir kurz, fangen wir kurz an. Kennt ihr denn Bibelverse, die noch ein bisschen genauer erklären, was damit jetzt gemeint ist? Ist damit jetzt das gemeint, was unsere charismatischen Freunde machen, die sagen, wenn du dir einen Ferrari wünschst, bitte mal einen Ferrari und dann wird Gott dir einen Ferrari geben, wenn du genügend Glauben hast. Das ist deswegen ja die großen Prediger dann immer die größten Flugzeuge und die größten Villen haben, weil sie ja den größten Glauben haben. Oder halt auch die besten Werbestrategien, das ist halt die Frage. Ist das gemeint? Natürlich nicht. Also woher wissen wir, dass das nicht gemeint ist? Kennt ihr andere Bibelstellen, die ein bisschen quasi das qualifizieren?

[26:44] Ja, kannst ruhig vorlesen.

[27:04] Die Tür ist schon geschlossen.

[27:26] Also die Idee bei dem ist ja sozusagen, dass wenn jemand beständig bittet, selbst wenn du quasi eigentlich keine Lust hast zu geben, wirst du ihm trotzdem geben, weil das dein Freund ist sozusagen. Und wie viel mehr wird Gott das machen? Das komme ich nochmal mit dem Beispiel hier auch mit Vater und Kind.

[28:02] Aha, zum Beispiel. Sehr gut. Wichtiger Punkt. Wenn wir beten, sollen wir beten im Namen Jesu. Das ist mal ein Punkt. Also wir suchen jetzt ein paar quasi Qualifikationen, damit das auch wirklich passiert und wir nicht einfach um Ferrari beten. Also im Namen Jesu.

[28:26] Ganz genau. Das bedeutet also nur weil ich bete: Herr, gibt das mein Krebs weg. Bedeutet das nicht, dass ich danach sofort gesund bin, weil ich weiß nicht, was er vorhat. Vielleicht ist es auch wie bei Elisa und ich sterbe krank. Von welchen Gebeten wissen wir aber, dass sie immer Gottes Wille sind? Vergebung der Sünden. Was noch? Heiliger Geist. Dass wir gehorsam sind durch seine Kraft. Dass wir nach bestem Wissen und Gewissen mit allen Menschen in Frieden leben. Also es gibt bestimmte Dinge, von denen wissen wir, dass es Gottes Wunsch ist und die können wir beten. Auch für andere Menschen beten. Genau. Da können wir zwar nicht wissen, ob dann der andere Mensch sich bekehrt, aber wir können wissen, dass Gott an den Menschen wirkt. Fürbitte. Ganz genau. Ich glaube, das ist ganz wichtig und das wird auch manchmal falsch gemacht, weil man zu mehr Dinge in diese Feistung rein interpretiert, die nach der Bibel gar nicht reingehören. Und dann ist man enttäuscht, wenn nichts passiert. Deswegen ist es wichtig, dass man das richtig versteht.

[29:28] Bleibt doch einfach dran. Wenn jemand keine Lust hat, das trotzdem denken. Wenn er keine Lust hat, zu reden, dann lese trotzdem. Wenn du keine Lust hast, die Tür aufzumachen, dann lese trotzdem. Ich glaube, das ist hier auch, was Jesus dann auch wirklich um die Dringlichkeit gemacht hat. Tut es. Lass dich nicht hindern. Lass dich nicht ab. Egal, was in deinem Leben gewesen ist. Was du in deinem Leben schon erlebt hast. Das ist die Dringlichkeit.

[29:58] Ellen White würde sagen, an der Stelle, die beste Zeit zu beten ist dann, wenn man sich nicht fühlt zum Beten.

[30:20] Es wäre Gottes alleiniger Wille gewesen, dass hier niemals etwas Schlimmes passiert, aber dann aufgrund der Umstände war es Gottes Wille, dass hier das aushält für eine gewisse Zeit. Das heißt, ja natürlich, letztendlich will es immer, dass wir gesund sind, aber Gottes Wille mag es vielleicht nicht sein, dass ich jetzt sofort gesund bin, so wie ich mir das vorstelle. Das ist ein guter Punkt.

[30:54] Also, Gebet in der Liebe. Schauen wir uns noch zwei Textstellen an. Ihr habt schon einige gute gesagt. Noch als Ergänzung. Jeremia 29. Ist auch eine bekannte. Vers 13. Jeremia 29, Vers 13. Ja, ihr werdet mich suchen und finden, wenn, was ist die Bedingung? Wenn ihr von ganzem Herzen an mir verlangen werdet. Also im Namen Gottes den Willen Gottes bitten, von ganzem Herzen. Ich kann das Richtige bitten, im Namen Jesu, aber einfach nur halbherzig. Und dann werde ich es vielleicht nicht bekommen. Also das ist auch ein entscheidender Punkt, dass ich es wirklich auch will. Von ganzem Herzen.

[31:32] Noch ein wichtiger Punkt in Jakobus. Das sind alles Verheißungen. Das ist ja die ganze Idee. Wenn du das machst, wenn du wirklich das Gute willst, wirst du es bekommen. Der Vers ist ja nicht so sehr gemeint, damit Leute, die so ein falsches Verständnis haben vom Evangelium, wie unsere charismatischen Freunde, die Ferrari beten, dass die irgendwie da Ermutigung haben, sondern der Vers ist eigentlich gedacht für Menschen, die gerne gerettet werden möchten, aber aus irgendeinem Grund nicht glauben, dass sie gerettet werden können. Das ist der eigentliche Hintergrund des Verses. Die irgendwie denken, meine Güte, ich habe zu viel Böses getan. Gott kann mir nicht mehr. Warum sollte er mir etwas Gutes geben? Und diesen Menschen möchte Gott einhämmern: Bitte und es wird dir gegeben. Suche und du wirst es finden. Klopf an und es wird aufgemacht. Bitte nur darum und du bekommst es. Und das werden wir gleich noch sehen. Aber schaut mal in Jakobus. Jakobus 4. Und dort Vers 3. "Ihr bittet und bekommt es nicht, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in euren Lüsten zu vergeuden." Also wenn ich etwas bitte und dabei schon Schlimmes im Sinn habe, kann die Sache an sich so gut sein, ich werde es dann vergeuden. Und dann wird er es nicht mir geben.

[32:58] Schauen wir nach 1. Johannes 3, Vers 22. Ihr seht also, die Bibel gibt hier ein sehr ausgewogenes Bild. Und das ist auch sehr schön hier. 1. Johannes 3, Vers 22. "Und was immer wir bitten, das empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und tun, was von ihm wohlgefällig ist." Das ist ganz kurios, wenn Leute Matthäus 7 Vers 7 predigen und gleichzeitig sagen, das Gesetz Gottes ist abgeschafft. Wir brauchen Gottes Gebot nicht mehr halten. Johannes sagt genau das Gegenteil. Wir bekommen das, weil wir seine Gebote halten.

[33:36] Eine interessante Stelle, die auch dazu passt, ist Johannes 4. Das haben wir ja schon hier mal vor Monaten angeschaut. Johannes 4 ist die Geschichte von der Frau am Jakobsbrunnen. Und Jesus sagt ihr etwas Interessantes. Jesus weiß, ja, die Frau hatte nicht ihn gefragt, oder? Wer hat das Gespräch eröffnet? Jesus hat das Gespräch eröffnet, mit dem "Gib mir zu trinken". Und da sagt Jesus etwas Interessantes in Vers 10. Jesus antwortete und sprach zu ihr: "Wenn du die Gabe Gottes erkennen würdest, und wer der ist, der zu dir spricht, gib mir zu trinken, was würdest du tun? So würdest du ihn bitten, und er gebe dir lebendiges Wasser." Jesus sagt, du würdest lebendiges Wasser bekommen, wenn du bitten würdest, oder?

[34:20] Das Problem ist aber, dass viele Menschen gar nicht bitten, nicht weil sie wissen, dass sie bitten können, aber einfach sich dagegen entscheiden, sondern warum bitten viele Menschen gar nicht darum? Sie kennen es nicht. Sie wissen gar nicht, worum sie bitten können. Und an der Stelle kommt jetzt etwas entscheidend, die Erkenntnis. In manchen christlichen Kreisen ist ja so die Idee von Lehre und Wissen fast so ein bisschen so, braucht man nicht. Wozu brauchen wir Lehre? Aber der Punkt ist, durch die Lehre erkenne ich, wie Gott ist. Und wenn ich dann weiß, wie Gott ist, dann kann ich auch erst richtig um Dinge bitten und dann habe ich erst den richtigen Geist für das Gebet und kann dann auch viel mehr bekommen. Das heißt, die Erkenntnis selbst bringt mich zum ewigen Leben, aber je mehr ich von der Bibel weiß, desto mehr Vertrauen habe ich in Gott. Es gibt auch heute, ich weiß nicht, ob ihr das auch schon mal gedacht habt oder jemanden kennengelernt habt, der es gedacht hat, gibt es Leute, die denken, je weniger ich weiß von der Bibel, desto besser, weil wir werden ja nach dem Licht gerichtet, das wir haben, oder? Je weniger ich weiß, desto weniger muss ich umsetzen. Das ist aber sehr kurz gedacht, denn je mehr ich von Gott weiß, desto mehr weiß ich auch, womit ich bitten kann, was ich bekommen könnte. Also zum Beispiel, wenn ich jetzt gar nicht weiß, dass die, also wenn ich immer noch an die ewig brennende Hölle glaube, kann ich gar nicht die Fülle an Güte Gottes sehen, die ich aber erbitten, also die ich als Grundlage haben könnte für meine Gebete. Die werden viel mehr mit Angst gefüllt sein. Das heißt, hier ist eigentlich der richtige Platz für Lehre und Erkenntnis, Bibelwissen sozusagen, und zwar nicht nur über die Gabe Gottes, sondern es sind zwei Dinge, die sie erkennen sollte. Er sagt, wenn du diese zwei Dinge erkennen würdest, würdest du bitten. Was sind die beiden Dinge? Einmal ist es die Gabe Gottes und, was sind die anderen Dinge? Das andere Ding, das er sagt, wenn du, schau doch mal in Johannes 4, in Vers 10, wenn du die Gabe Gottes erkennen würdest und, genau, die Erkenntnis Jesu, wer Jesus ist, also das, was Gott mir geben möchte, und wer Jesus ist. Wenn du die beiden Dinge kennst, dann, sagt Jesus, also Aufrichtigkeit vorausgesetzt, würden viel mehr Menschen bitten und würden es auch bekommen. Und deswegen ist es auch so wichtig, dass wir das Evangelium predigen, denn nur wenn wir das Evangelium predigen, werden Menschen auf die Idee kommen, dass sie Gott um etwas bitten. Wie viele Millionen Menschen leben heute auch, vielleicht auch in Deutschland, die Gott selbstverständlich um das ewige Leben bitten würden, wenn sie wüssten, wonach sie bitten könnten. Das ist sozusagen die Idee.

[37:08] Ganz genau, ganz deutlich. Schauen wir mal in noch ganz, einen ganz tollen Vers im Psalm 81. Das ist einer meiner Lieblingsverse. Psalm 81 und dort Vers 10. Vers 11, Entschuldigung. Psalm 81, Vers 11. "Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus, raufgeführt hat aus dem Land Ägypten. Wenn man das stoppen würde und das vorlesen würde in der Gemeinde und fragen würde, wo steht das, wo wird, was wird man denken? 2. Mose 20, Vers 20. Was kommt danach? 10 Gebote. Aber hier geht es weiter. Tue deinen Mund weit auf, so will ich ihn füllen."

[38:00] Jesus sagt also, mach den Mund auf und dann wird er voll. Jetzt ist die Frage, wie weit machen wir den Mund auf? Könnte es sein, dass wir manchmal gar nicht glauben, dass Jesus uns so viel schenken kann, dass wir einfach den Mund nur ein bisschen aufmachen. Jesus sagt, mach den Mund weit auf, ich will ihn füllen. Das ist interessant, dass es hier ganz ähnlich anfängt wie die 10 Gebote. Wenn man versteht, dass Ellen White sagt, alle Gebote sind Verheißungen, dann sagt Gott eigentlich, mach den Mund ganz weit auf. Wenn du mir glaubst, kann ich all das in deinem Leben machen, du wirst nicht mehr begehren, du wirst nicht mehr Ehe brechen, du wirst nicht mehr töten und so weiter und so weiter. Du wirst das alles nicht mehr tun. Wenn du das glaubst, mach deinen Mund auf. Wir machen vielleicht den Mund so halb auf und sagen, naja, wir wollen wenigstens keine anderen Götter haben und sind dann vielleicht schon zufrieden und denken, wir sind tolle Christen. Mach deinen Mund weit auf, bitte, und du wirst es bekommen.

[38:49] Das ist die Idee. Nun, Frage an euch, was war das erste Wunder, das Jesus öffentlich getan hat? Das erste Wunder, das Jesus öffentlich getan hat, wo er zum ersten Mal seine Macht präsentiert hat? Wasser zu Wein? Warum konnte er das machen? Warum konnten die Hochzeitsgäste und das Hochzeitspaar von Jesus profitieren und das erleben? Aus welchem Grund?

[39:16] Genau, warum war er weinen? Er war eingeladen. Ganz simples Prinzip, wenn wir Jesus nicht einladen, kann er auch keine Wunder tun. Er konnte das nur tun, weil sie ihn vorher eingeladen hatten. Wenn wir Jesus unser Herz einladen, kann er auch Wunder tun, von denen wir noch gar nichts wissen, von denen wir noch gar keine Idee haben.

[39:36] Hier gibt es noch ein schönes Vers, das ich mit euch teilen wollte, ob ich den schnell finde. Ja, genau, Jeremia 33, Vers 3. Jeremia 33, das ist ein toller Vers, oder? Jeremia 33 und dort Vers 3. "Rufe mich an, das ist das Gleiche, anrufen, klopfen, bitten. Rufe mich an, so will ich dir antworten und dir große und unbegreifliche Dinge verkünden, die du nicht weißt." Also die Idee ist, ich kann zwar schon etwas Erkenntnis haben, die Erkenntnis führt dazu, dass ich Gott bitte, aber was ich bekomme ist weitaus mehr als das, was ich am Anfang gewusst habe, dass ich bekommen werde. Also Gott gibt mir noch mehr, als ich schon wissen kann, aber ich muss ihn erstmal grundsätzlich bitten.

[40:20] Nun, Jesus gibt in Lukas und damit auch in Matthäus 7 noch ein interessantes Gleichnis, ein interessantes Bild. In Matthäus 7, Vers 9 bis 11. Man hat fast den Eindruck, er hat es jetzt sechs Mal gesagt und er fragt sich, ob das jetzt wirklich abgekommen ist. Ein siebtes Mal, aber diesmal mit einem bildlichen Vergleich. "Oder ist unter euch ein Mensch, der, wenn sein Sohn ihn um Brot bittet, ihm einen Stein gibt? Ihr wisst vielleicht noch aus unserem Studium von der Wüste Judäa. Die Steine sahen dort aus wie Brotlaibe. Das ist ja die Idee, warum auch der Luzifer, also der Satan, dann sagt, mach, dass diese Steine zu Brot werden. Und wenn er um einen Fisch bittet, ihm eine Schlange gibt." Also ich meine, das ist natürlich, wie nennt man solche Fragen? So eine Frage, die er hier stellt. Das ist eine rhetorische Frage. Also wer kommt auf die Idee? Welcher Mensch ist so degradiert, dass wenn sein eigener Sohn sagt, ich habe Hunger, er ihm vielleicht irgendwie einen Stein gibt? Das ist ja absurd. Und dann sagt Jesus etwas Interessantes, was uns helfen kann, wenn wir geistliche Krisen haben. Ich meine, die Verse, die lesen sich jetzt super weg, wenn man irgendwie, wenn alles gut ist. Aber wenn man in der Krise ist, wenn man sich plötzlich fragt, geht mein Gebet doch vielleicht nur bis zur Zimmerdecke? Bin ich zu weit weg? Oder was auch immer. "Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten?" Er sagt also, ihr, die ihr böse seid, seid noch so gut, selbstverständlich das Gute eurem Kind zu geben. Aber Gott ist noch viel besser.

[42:19] Gibt es Verse, die so ähnlich in die gleiche Richtung gehen, wie diese? Habt ihr schon mal einen anderen Vers gelesen, der auch so ähnlich klingt? So nach dem Motto, ich bin wie eine Mutter, aber selbst wenn eine Mutter ihr Kind verlässt. Schaut mal in Jesaja 49. Da gibt es nämlich genau für diese Situation, da zeigt sich, wofür das eigentlich gedacht ist, diese Art von Versen. Jesaja 49 Vers 14 und 15. Jesaja 49 Vers 14 und 15. "Zion sprach: Was hat Zion gesagt? Der Herr hat mich verlassen und der Herr hat mich vergessen." Und dann sagt Jesaja: "Kann auch eine Frau ihr Kind vergessen, dass sie sich nicht erbarmt über ihren leiblichen Sohn? Und dann fügt er noch hinzu, für den Fall, weil es soll ja ab und zu echte Rabenmütter geben, selbst wenn sie ihn vergessen sollte, ich will dich nicht vergessen." Also er ist nicht wie eine Mutter, er ist noch mehr als eine Mutter. Und wenn ich schon eine kleine Erfahrung damit habe, weil ich entweder selbst eine Mutter hatte oder vielleicht sogar Mutter bin, dann weiß ich jetzt, dass Gott noch mehr mein Gutes wünscht als das, was ich meinen Kindern oder was ich erlebt habe. Ähnlich auch im Psalm 103 Vers 13. Psalm 103 und dort Vers 13. "Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, welche ihn fürchten."

[43:59] Gibt es in der Bergpredigt auch einen ähnlichen Gedanken, dass wir die Kinder eines Vaters sind? Hat in der Bergpredigt vorher schon ab und zu was davon gesprochen, dass Gott unser Vater ist? "Vater unser, du bist im Himmel." "Euer himmlischer Vater wird ins Verborgene sehen." Ständig wird in der Bergpredigt davon gesprochen, dass Gott unser Vater ist. Und das ist die Grundlage, warum wir ihn dann bitten können. Also wir sehen, dass eigentlich hier durch die Bergpredigt auch so ein roter Faden geht, wie alles aufeinander aufbaut. Weil wir einen himmlischen Vater haben, weil der uns sieht, können wir auch um alles bitten, wie wir irdische Eltern bitten würden.

[44:34] Was sagt Jesus hier, ihr seid böse? Meint er es damit, dass alle, die ihm zugehört haben, moralisch verkommen waren und kriminelle waren? Ihr, die ihr böse seid? Alle sind Sünde? Von Jugend auf sagt 1. Mose 8, nicht wahr? Und das ist interessant, in 1. Mose 8 geht es ja darum, nach der Sintflut sagt Gott, die Erde ist zwar gereinigt, aber die Herzen sind dadurch nicht gereinigt. Das sündige Herz ist immer noch genauso. Wir alle haben ein sündiges Herz. Das Gute, das wir tun, warum tun wir das, wenn wir unseren Kindern etwas Gutes geben? Das ist Gottes Geist. Alles Gute, was wir tun, selbst ein Atheist, der Gutes tut, tut es nur, weil Gottes Geist ihn letztendlich dazu treibt, was dazu führt, wenn mal Gottes Geist von der Erde zurückgezogen ist, dann wird es hier ziemlich dramatisch aussehen. Aber die Idee ist, wenn sogar Gottes Geist mit einer sündigen Natur behaftet Menschen immer noch Gutes hervorbringen kann, wie viel mehr kann Gottes Geist wirken, wenn da keine sündige Natur bei Gott ist, wenn Gott vollkommen ist und nur das Beste will. Auch Eltern können ja mal egoistisch sein, oder? Die können vielleicht auch mal denken, jetzt bin ich mal dran, jetzt sei mal ruhig. Aber bei Gott ist das nicht möglich.

[45:44] Übrigens, bei dem Studium, gleich zu Ende, ist mir noch ganz nebenbei eine Fußnote, was Interessantes aufgefallen. Das wollte ich noch ganz kurz mitteilen. Schaut mal in Römer 3 und dort Vers 9. Da gibt es ja diese typische Aussage von Paulus, wie nun haben wir etwas voraus? Ganz und gar nicht, denn wir haben es ja vorhin sowohl Juden als auch Griechen beschuldigt, dass sie alle unter der Sünde sind. Jetzt schaut mal Vers 19. "Wir wissen aber, dass das Gesetz alles, was es spricht, zu denen sagt, die unter dem Gesetz sind." Merke, das ist ganz toll, so Fußnote. Wenn Paulus sagt, wir sind unter dem Gesetz, meint er, wir sind unter der Sünde. Deswegen sagt das später auch: "Alle, die nicht unter dem Gesetz sind, sondern unter der Gnade sind." Unter dem Gesetz sein bedeutet, unter der Sünde zu sein.

[46:32] Das allerletzte schauen wir nochmal in Matthäus 7 zurück. Euer Vater wird euch Gutes geben. Was sind die guten Dinge, die Gott uns unbedingt gerne geben möchte? Ohne dass wir Bibeltext jetzt aufschlagen, ganz kurz zusammengefasst. Was sind die guten Dinge, die er uns geben möchte? Er möchte uns die Liebe geben durch den Heiligen Geist. Er möchte uns das ewige Leben geben, denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab. Das ist eigentlich das Geschenk. Ellen White sagt, in Jesus hat Gott uns den ganzen Himmel geschenkt. Wer den Sohn hat, der hat das Leben. Und dann Römer 8, Vers 32: "Er, der seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahin gegeben hat, wie wird er nicht auch mit ihm uns alles schenken?" Also das heißt, diese Erkenntnis, die zum Bitten führt, ist am besten zu sehen auf Golgatha. Auf Golgatha sehen wir die Gabe Gottes und auf Golgatha sehen wir, wer Jesus ist. Und wenn wir sehen, was Gott investiert hat auf Golgatha, dann kann ich gar nicht anders, als zu verstehen, Gott wird mir alles geben, was ich brauche. Und wenn ich Sündenvergebung brauche, wird er mir sie geben. Zu viele Christen sind sich unsicher, ob sie Vergebung bekommen haben. Zu viele Christen sind sich unsicher, ob sie wirklich mit Gott im Reinen sind, obwohl sie ständig darum bitten. Und weil Jesus das weiß, weil die Sünde uns so sehr vernebelt hat, dass wir uns manchmal selbst nicht mehr trauen oder vielmehr Gott nicht mehr trauen, sagt Jesus das sechsmal hintereinander. Wenn ihr bittet, werdet ihr empfangen. Wenn ihr anklopft, wird es euch aufgetan.

[48:01] Mehr noch, als ein Vater seinem Sohn ein Brot gibt. Genau, wie auch der Vater nicht müde wird, seinem Kind immer wieder Essen zu geben.

[48:16] Also halten wir fest, was Jesus uns wirklich einbläuen möchte, ist, dass wir die Dinge nicht als Theorie nur wahrnehmen, sondern dass wir sie wirklich umsetzen, dass wir wirklich darum bitten, weil Gott besser ist, als wir uns das vorstellen können. Gott sagt, meine Gedanken sind nicht eure Gedanken. Ihr denkt immer, naja, ich habe gesündigt, dann wird Gott auch böse sein mit mir und möchte mich nicht mehr wollen. Aber meine Gedanken sind so viel höher. Wir können also uns nicht darauf verlassen, was wir fühlen oder denken. Deswegen können wir uns nicht auf Gefühle verlassen. Wir müssen glauben, was er sagt und deswegen in Glauben bitten. Und dann werden wir Dinge erhalten, die wir nie bekommen würden, wenn wir nur nach unseren Gefühlen gehen würden. Weil die sagen uns, wer weiß, unsere Gefühle täuschen uns. Aber der Glaube sagt uns, Gott ist immer gut. Ganz genau. Jetzt beten wir noch, okay?

[49:21] Und noch gemeinsam mit der Knie. Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir wirklich heute noch einmal ganz deutlich verstehen konnten, dass wenn wir dich um etwas bitten, was nach deinem Willen ist, wenn wir dich um etwas bitten, was in deinem Namen ist, dann wirst du es uns immer geben, wenn es gut für uns ist. Du wirst niemals etwas Gutes von uns vorenthalten. Und du hast noch so viel mehr Dinge, als wir uns überhaupt vorstellen können für uns. Herr, vergib uns, dass wir so selten eigentlich unseren Mund wirklich ganz weit aufgemacht haben. Dass wir uns oft mit wenigem zufrieden geben und dich nicht um mehr bitten. Vergib uns, dass wir oft gar nicht genau wissen, was du uns alles geben könntest, weil wir nachlässig sind im Studium. Und Herr, wir möchten dich besser kennenlernen und die Schätze des Himmels in Anspruch nehmen, die du uns durch Jesus geschenkt hast. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[50:38] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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