In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour wird die Verhaftung des Apostels Paulus in Jerusalem beleuchtet. Es wird diskutiert, ob Paulus ungehorsam gegenüber Gottes Warnungen war, indem er nach Jerusalem reiste, und wie seine Entscheidung mit früheren göttlichen Anweisungen zusammenhängt. Die Lektion thematisiert auch die Spannungen zwischen jüdischen und heidnischen Gläubigen und wie Paulus versuchte, Harmonie zu schaffen, sowie die Gefahren von Gerüchten und die Bedeutung der Wahrheitsprüfung. Abschließend wird die Reaktion der jüdischen Führer auf Paulus‘ Verteidigung und Gottes Verheißung an Paulus im Gefängnis thematisiert.
Die Apostelgeschichte (CSH 2018 Q3): 11. Verhaftung in Jerusalem
Lukas Hermann · Cannstatt Study Hour 2018 Q3: Die Apostelgeschichte ·Themen: Apostelgeschichte, Bibel, Galater, Matthäus, Neues Testament, RömerPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Cannstatt Study Hour
Wir laden verschiedene Sprecher ein um mit uns gemeinsam die Studienhefte der Sabbat Schule des aktuellen Quartals zu studieren. Neue Folgen wöchentlich!
Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:
- Cannstatt Study Hour 2017 Q4: Der Römerbrief (Reformations-Spezial)
- Cannstatt Study Hour 2018 Q1: Haushalterschaft – Motive des Herzens
- Cannstatt Study Hour 2018 Q3: Die Apostelgeschichte
- Cannstatt Study Hour 2018 Q4: Einheit in Christus
- Cannstatt Study Hour 2019 Q1: Die Offenbarung
- Cannstatt Study Hour 2019 Q2: Familien Zeiten
- Cannstatt Study Hour - Spezial 2019 Q4: Esra & Nehemia
- Cannstatt Study Hour 2020 Q2: Wie legen wir die Bibel aus?
Weitere Aufnahmen
Serie: Cannstatt Study Hour 2018 Q3: Die Apostelgeschichte
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Transkript
[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Heute lesen wir die Lektion Nummer 10 dieses Quartals, der Arrest in Jerusalem.
[0:34] Ich bin mit meiner Frau hier in Brasilien, wo ihre Familie wohnt, und man kann im Hintergrund auch so ein bisschen die brasilianische Natur sehen und da vielleicht auch ein paar Tiere hören, die hin und wieder mal vorbeikommen. Und wir schauen uns heute an, wie es Paulus erging, als er zurück nach Jerusalem kam. Aber bevor wir das tun, wollen wir noch ganz kurz ein Gebet sprechen zusammen.
[1:04] So, Großer Vater im Himmel, ich möchte dich jetzt bitten, wenn wir dein Wort aufschlagen, Herr, dass du uns hilfst, dein Wort zu verstehen und von dieser Geschichte zu lernen. Amen.
[1:16] Wir wollen ein bisschen zurückschauen und schauen, was bisher geschah. Wir hatten ja die Geschichte, als Paulus zurückgereist ist nach Jerusalem. Er kam bei Miletus vorbei und dort hat er die Ältesten von Ephesus eingeladen und hat so was wie eine Art Abschiedsrede gehalten. Und nach diesem Event sind ihm zweimal Leute begegnet, Jünger begegnet, die ihm gesagt haben: Geh nicht nach Jerusalem, denn dort wird dir Schlimmes zustoßen. Und schon als Paulus selbst in Miletus war und mit den Ältesten geredet hat, wusste er schon, dass es in Jerusalem sich etwas ereignen wird. Er wurde vom Heiligen Geist schon gewarnt.
[2:18] Und was ich mich da immer gefragt habe, ist, wenn jetzt jemand hier zu Paulus kam und ihn gewarnt hat: Geh nicht dahin, war Paulus quasi ungehorsam, indem er trotzdem nach Jerusalem gegangen ist? Und wir lesen das ganz kurz durch und zwar hier in der Apostelgeschichte Kapitel 21, Vers 4. Und hier steht: Als wir die Jungen gefunden hatten, blieben wir sieben Tage dort. Und sie sagten dem Paulus durch den Geist, er solle nicht nach Jerusalem hinaufziehen. Genau. Und ich habe mich eben gefragt, war jetzt Paulus ungehorsam, weil er trotzdem nach Jerusalem hinaufgezogen ist? Wir sehen es auch nochmal später im Vers 11. Hier heißt es: Der kam zu uns, also dieser Agabus, nahm den Gürtel des Paulus und band sich die Hände und die Füße und sprach: So spricht der Heilige Geist, den Mann, dem dieser Gürtel gehört, werden die Jünger in Jerusalem so binden und in die Hände der Heiden ausliefern.
[3:16] Und meine Frau hat ja letzte Woche schon ein bisschen darüber geredet, wie wir das verstehen sollen. Aber es ist ganz interessant, es gab nämlich vorher schon in der Geschichte einen Moment, wo Paulus tatsächlich vom Heiligen Geist geleitet wurde, beziehungsweise verboten wurde, nach Asien zu gehen. Er ist da durchgereist, nach Mazedonien, und er wollte eigentlich nach Asien. Und zweimal kam der Heilige Geist, man kann es nachlesen, im Agabus Geschichte 16, Vers 6 und 7, und es heißt hier, dass der Heilige Geist den Paulus verboten hat, da hinzugehen. Wir wissen nicht genau, wie er das gemacht hat, aber offensichtlich war Paulus nicht ungehorsam dem Heiligen Geist, weil es vorher ja schon diese Momente gab, wo der Geist tatsächlich gesagt hat: Mach das nicht, und er hat es nicht gemacht, er hat gehorcht. Und dann kam natürlich auch die Vespasion, mit diesem Mann, der sich nach Mazedonien gerufen hat, und er ging dann nach Mazedonien.
[4:14] Hier jetzt haben wir einen Paulus, der ganz genau weiß, was ihn erwarten wird in Jerusalem, aber der eine ganz bestimmte Einstellung hat zu dieser Sache. Und zwar finden wir das im Kapitel 20, in Vers 22. Hier steht: Und siehe, jetzt reise ich gebunden im Geist nach Jerusalem, sagt der Paulus, ohne zu wissen, was mich dort begegnen wird. Das ist nicht ganz richtig, er wusste ein bisschen, was ihm dort Gott begegnen wird, aber er wusste nicht, wie genau, und was da genau vonstatten geht, damit er dann am Ende in den Händen der Heiden landet. Außer, dass der Heilige Geist von Stadt zu Stadt Zeugnis gibt und sagt, dass Fesseln und Bedrängnis auf mich warten. Aber auf das alles nehme ich keine Rücksicht, sagt Paulus. Mein Leben ist mir auch selbst nicht teuer, wenn es gilt, meinen Lauf mit Freunden zu vollenden und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesu empfangen habe, nämlich das Evangelium der Gnade zu bezeugen.
[5:08] Das heißt, Paulus war hier nicht ungehorsam, sondern er war, wie kann man das sagen, er war bestimmt, ja, es war sein Ziel, nach Jerusalem zu gehen. Gott hat ihm gesagt, hier wird was passieren. Er hat ihn gewarnt, aber er hat ihn nicht aufgehalten. Paulus wusste, das ist mein Weg. Und wir sehen auch, dass Gott das natürlich dann am Ende zum Guten hin verwendet hat.
[5:32] Jetzt kommt Paulus nach Jerusalem und trifft auf die Apostel. Interessant zu wissen, ich habe mir mal ein bisschen angeguckt, welche Jahre das waren, diese Zurückkommen nach Jerusalem ist ungefähr in den Jahren 57 nach Christus passiert. Das erste Konzil von Jerusalem, über das wir ja vor ein paar Wochen geredet haben, mit dieser Frage über die Beschneidung, war 48 vor Christus. Das heißt, zwischen diesem ersten Konzil und dieser Rückkehr jetzt sind ungefähr neun Jahre vergangen. Trotzdem sehen wir gleich im nächsten Vers, dass dieser Konflikt, der ja eigentlich damals in diesem Konzil schon beerdigt wurde, schon bestimmt und abgestimmt wurde, immer noch am Leben ist.
[6:25] Und wir lesen das in Apostelgeschichte 21 und im Vers 20. Da heißt es: Sie aber priesen den Herrn, ich war alle Jünger, die da versammelt sind und die Apostel, als sie dies hörten und sie sprachen zu ihm: Bruder, du siehst, welch große Zahl von Juden gläubig geworden ist und alle sind eifrig für das Gesetz. Es ist ihnen aber über dich berichtet worden, du würdest alle Juden, die unter den Heiden sind, den Abfall von Mose lehren und sagen, sie sollen ihre Kinder nicht beschneiden und nicht nach den Gebräuchen wandeln. Was ist nun zu tun? Auf jeden Fall muss die Menge zusammenkommen, denn sie werden hören, dass du gekommen bist.
[7:13] So, die Problematik hier ist die folgende. Natürlich ist Paulus gekommen, er hat ja auch dieses Geldgeschenk mitgebracht und es kommen alle zusammen für ein großes Treffen, damit auch die Sachen berichtet werden können. Aber die Apostel, die wissen, dass es da schon einen Konflikt geben wird. Viele, die in Jerusalem sind, die gläubig sind, die Christen geworden sind, sind Juden und Juden sind sehr eifrig über das Gesetz. Und die haben natürlich diese Gerüchte gehört, dass Paulus in anderen Teilen der Welt predigt, dass man sich nicht beschneiden lassen muss, dass man gewisse Dinge von Mose nicht mehr befolgen muss. Und das war ein riesen Kritikpunkt. Nicht nur neun Jahre vorher, sondern immer noch. Das hat sich so lang durchgezogen. Und die Apostel sind besorgt über die Situation. Und sie wollen diesen Konflikt vermeiden. Und sie haben auch eine Lösung.
[8:15] Und die finden wir in Vers 23, also gleich im nächsten Vers. So tue nun das, raten die Apostel. Was wird ihr sagen? Wir haben vier Männer, die ein Gelübde auf sich gelegt haben. Diese nimmst du dir, lass dich reinigen mit ihnen und trage die Kosten für sie, dass sie das Haupt scheren lassen. So können alle erkennen, dass nichts ist an dem, was über dich berichtet worden ist, sondern dass auch du ordentlich wandelst und das Gesetz hältst.
[8:41] Die Idee also, Paulus soll hier mit diesen vier Brüdern dieses Reinigungsritual durchführen, wo auch natürlich ein Tieropfer dazugehört, um zu zeigen: Schaut, ich, Paulus, halte mich an die jüdischen Gesetze. Ich habe etwas geklickt hier an meinem Handy. Jetzt wollen wir diese Geschichte mal ein bisschen analysieren. Vielleicht lesen wir noch den nächsten Vers dazu, um das ganze Bild zu haben. Vers 25, das ist noch ganz entscheidend hier. Was aber die gläubig gewordenen Heiden betrifft, so haben wir ja geschrieben und geordnet, dass sie von alledem nichts zu befolgen haben, sondern sich nur hüten sollen vor dem Götzenopfer und dem Blut und vor Ersticktem und Unzucht.
[9:31] Paulus geht diesen Kuhhandel ein. Er geht tatsächlich in den Tempel und macht dieses Reinigungsritual zusammen mit diesen vier Brüdern.
[9:44] Jetzt die Apostel hier, die diesen Rat gegeben haben, dem Paulus, man muss sagen, sie haben hier einen doppelten Standard verfolgt. Sie wussten ja, wir haben das abgestimmt. Wir haben abgestimmt, dass die Heiden sich nicht beschneiden lassen müssen und nicht diese Gesetze von Mose halten müssen, sondern nur diese vier Dinge, die wir ihnen auferlegen. Aber gleichzeitig hatten sie, vielleicht ehrfurcht ist das falsche Wort, Angst vor den Juden, die sich bekehrt hatten, die in ihrer Kultur so stark noch mit der Beschneidung zusammenhingen und haben dem Paulus geraten, trotzdem dieses Ritual durchzuführen. Und dadurch haben sie wirklich diesen doppelten Standard. Sie sind zwar Christen, sie haben abgestimmt, es nicht mehr tun zu müssen, aber aus Furcht vor Menschen trotzdem sich noch an die Gesetze zu halten. Und Paulus ist diese Sache eingegangen.
[10:49] Und wir müssen auch sehen, Paulus hat hier einen Fehler gemacht. Wir haben das gelesen, ich habe es mir nochmal durchgelesen, in der Apostelgeschichte, in den Taten der Apostel, im Buch von Ellen White. Da sagt sie auch ganz klar, Paulus war nicht autorisiert von Gott, dieses Ritual durchzuführen. Trotzdem hat er es eingegangen. Und er hat es eingegangen, weil Paulus ein Mensch war, der immer die Harmonie gesucht hat. Er hat immer versucht, Menschen zu vereinen, Menschen miteinander zu verbünden. Und wer kann ihm das für übel nehmen, dass er, wo er jetzt hier zurück in Jerusalem ist, versucht, irgendwie diesen Frieden herzustellen, zwischen seinen heidnischen Geschwistern und den jüdischen Geschwistern. Und wenn vor allem auch leitende Personen in der Gemeinde dann zu ihm zukamen, und es ihm empfohlen haben, und er wusste sicher, dass es vielleicht nicht die beste Idee ist, das jetzt zu tun. Wenn solche Leute auf einen zukommen, ist es ganz schwer zu sagen: Ich mache das nicht. Und Paulus ist es eingegangen, hat es gemacht. Und er wollte sicherlich auch damit erreichen, dass die Mission, die er macht unter den Heiden und die Heiden dadurch in Ruhe gelassen werden und nicht so stark verfolgt werden, seien es wegen. Es war ja immer Paulus Wille, dass nicht seien es wegen hier irgendwie Verfolgung aufkommt. Also geht es ein.
[12:14] Und was daraus passiert, das lesen wir gleich. Ich wollte nur noch eins erwähnen, und zwar der große ausschlaggebende Punkt hier war ja nicht, was Paulus getan hat. Was er getan hat, war ja gut. Sondern diese Gerüchte, die er umgingen unter den Christen. Es war etwas, das sich gegenseitig erzählt wurde. Und ich möchte sagen, dass es ganz wichtig ist, auch für uns als Christen, heute noch, dass wir nicht, dass wir mit Gerüchten sehr vorsichtig sind. Wenn wir in unsere eigene Geschichte, in unsere Adventgeschichte zurückschauen, dann sehen wir vor allem 1888 eine Generalkonferenz, nicht wahr, die ist ganz bekannt in Minneapolis, wo Ellen White so eine ganz starke Erfahrung hatte, weil vorher Gerüchte über sie herumgegangen sind in der Gemeinde. Ja, sie lässt sich beeinflussen von ihrem Sohn und sie lässt sich beeinflussen von diesen jungen zwei Predigern, von diesem Jones und diesem Wagner. Und als sie angekommen ist bei dieser Generalkonferenz, wurde ihr ganz kalt begegnet, nicht wahr. Und die Leute haben sich ganz kalt gegenüber verhalten. Nicht, weil sie etwas falsch gemacht hat, sondern nur, weil hier verschiedene Gerüchte in einem ganz bestimmten Licht präsentiert wurden unter der Gemeinde.
[13:30] Und auch heute noch, vielleicht heute noch viel mehr. Jetzt, wo im Internet so viel Informationen so einfach zur Verfügung stehen, sollten wir ganz vorsichtig sein. Nicht alles einfach zu schlucken, zu glauben, was wir da lesen, sondern wirklich zu graben und zu gucken, ist das wahr, was da Leute über unsere Propheten sagen, was da Leute über die Generalkonferenz, über den und den und das und die und die Gemeinde sagen. Es ist wichtig, dass wir wirklich die Fakten checken, dass wir nicht alles einfach so annehmen, weil wir denken, naja, das stimmt ja sowieso mit dem, was ich angenommen habe, daher muss es wahr sein. Es ist ganz wichtig, dass wir niemals den Gerüchten verfallen.
[14:19] Jetzt kommt natürlich die nächste Aktion. Paulus geht in den Tempel, er führt dieses Ritual durch und hier kommt es zu einem großen Aufruhr. Und wir wollen ganz kurz durchlesen, ich schaue auf die Zeit, 16 Minuten, das passt. Wir wollen ganz kurz durchlesen, was da passiert. Zwar ist es in Apostelgeschichte 21, Vers 28, vielleicht Vers 27, dann haben wir den Kontext. Als aber die sieben Tage zu Ende gingen, brachen die Juden aus der Provinz Asia, die ihn im Tempel sahen, die ganze Volksmenge in Aufruhr und legten Hand an ihn und schrien: Ihr israelitischen Männer, kommt zu Hilfe! Das ist der Mensch, der überall jedermann lehrt gegen das Volk und das Gesetz und diese Städte. Dazu hat er auch einen Griechen in den Tempel geführt und diese heilige Städte entweiht. Sie hatten nämlich vorher in der Stadt den Epheser Trophimus mit ihm gesehen und meinten, Paulus habe ihn in den Tempel geführt.
[15:26] Das gleiche, was jetzt unter den Christen passiert ist, ist jetzt auch unter den Juden passiert. Paulus wurde gesichtet von Leuten aus Asien, die ihn schon gekannt haben von dort und die haben einen Aufruhr angestiftet, nicht mit etwas, das tatsächlich passiert ist, sondern mit einem Gerücht. Sie haben gesagt: Schaut hier, das ist der Mann, der alle aufhetzt gegen den Tempel und nicht wahr, als Krönung seiner Missetat hat er einen Heiden in den Tempel gebracht. Das war natürlich verboten, einen Heiden in den inneren Teil des Tempels zu bringen und das wussten alle und durch diese Aussage hat man natürlich gleich den heißen Hass der Juden, die Emotion der Juden gestillt, nicht gestillt, gestillt ist das falsche Wort, aufgebracht und es war wie das Kotwort, das die ganze Meute zum Aufruhr gebracht hat und sie haben sich diesen Paulus gegriffen.
[16:26] Und wieder haben wir einen Aufruhr oder eine Tat, eine schlechte Tat, die durch ein Gerücht gestartet wurde. Und an dem Punkt ist es einfach mal gut zu wissen, wie man mit Gerüchten eigentlich umgehen sollte. Zuerst mal sollten wir uns davor hüten, falsche Gerüchte zu verbreiten. Wir kennen das schon, ich war aus einem ganz bekannten Vers, aus dem 2. Mose, Kapitel 20 aus den 10 Geboten, da heißt es ja im 16. Kapitel, im 16. Vers, dass wir nicht etwas, eine Lüge wieder unseres Nächsten verbreiten sollen oder nicht wieder unseres Nächsten sprechen sollen. Ich finde es sehr interessant, wie Luther das hier übersetzt hat. Er hat ja ganz klar gesagt, dass wir nichts wieder unseres Nächsten sagen sollen. Es ist eine Sache, wenn wir über eine dritte Person sagen, diese Person ist schlau oder diese Person ist eine gute Person oder hübsch oder nicht wahr, tolle Sachen oder gute Sachen, da können wir uns nicht wahr, wir können es uns, wie sagt man, wir können es uns gönnen oder wir können es erlauben, positive Sachen über andere zu sagen, auch wenn sie vielleicht nicht ganz korrekt sind. Was wir uns nicht erlauben können, ist negative Dinge über andere zu erzählen, die falsch sind.
[17:50] Und Jesus hat es auch ganz offen adressiert, wie wir mit so einer Situation umgehen sollen. Und es ist ein Prinzip, das wir uns wirklich vor Augen halten sollen, in Matthäus 18. Ich werde es kurz aufschlagen hier in meinem Smartphone, Matthäus 18 und wir schauen uns an in Vers 15. Da heißt es: Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so geh hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du einen Bruder gewonnen. Das ist ganz wichtig, wenn wir etwas hören über jemanden, nicht mit Tritten über diese Person reden. Und das ist so leicht, das machen wir so ganz einfach, nicht wahr, wir hören etwas Schlechtes, gehen zu unserem Bruder oder Schwester in der Gemeinde, gehen zu unseren Freunden und sagen: Oh, hast du das gehört, nicht wahr, was der gemacht hat und was sie gemacht haben und wie die vorangehen. Es ist ganz wichtig, dass wir erst die Person ganz persönlich konfrontieren. Es ist schwer, es ist nicht einfach, aber es ist wichtig.
[18:43] Und die Bibel sagt uns auch, warum: Hört er auf dich, so hast du einen Bruder gewonnen. Oder wenn du von der Person von erster Hand erfährst, wie die Sachlage wirklich ist, so verpufft vielleicht die ganze Sachlage in der Luft. Aber wenn, nicht wahr, wenn du persönlich mit der Person geredet hast und du merkst, da ist was im Argen und die Person sieht es nicht ein, dann, dann hast du die Autorität der Bibel, jemand anderen dazuzunehmen. Hört er nicht auf dich, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit jeder Sache auf der Aussage von zwei oder drei Zeugen beruhen. Also nicht nur, dass du der Einzige bist, sondern dass sich andere Leute auch die Sache anhören können. Und erst wenn er dann immer noch nicht bereit ist, nicht wahr, das Falsche einzusehen, dann kann man es vor die ganze Gemeinde bringen.
[19:37] Also bevor wir, nicht wahr, wir, wie wir das immer gleich vor die ganze Gemeinde bringen, immer gleich, nicht wahr, unter der Menge verstreuen, sollten erst mal die zwei Schritte hier gehen. Sagen, erst persönlich und dann mit anderen und dann erst vor anderen Leuten. Und ich erinnere mich noch, als ich ins Emissionsfeld angekommen bin, da hat mir mein Emissionsleiter gesagt: Als allererstes, nicht wahr, ist ganz wichtig, dass wenn irgendwas passiert, dass du niemals hinterm Rücken von anderen über andere redest. Geh immer persönlich zu den Leuten. Denn das meiste, was ich erfahren habe, Emissionsfeld, das meiste, was da an Problemen aufgekommen ist, es war Leute hinterm Rücken über andere reden.
[20:23] So viel also dazu. Er wurde also von der Menge, der Paulus wurde von der Menge gefasst und die Menge war entsprechend aufgerieben, dass sie ihn wahrscheinlich hier am lebendigen Leibe gelüncht hätten. Aber der Hauptmann, der römische Hauptmann, der dort stationiert war, hat die Sachlage erkannt und er wusste ja, wie die Juden so ticken und hat gleich seine Leute hingeschickt. Das lesen wir hier in Vers 22, Kapitel 22 von der Apostelgeschichte.
[20:57] Damit gehe ich jetzt hin. Vers 21 ist es noch am Ende. Und Paulus, ich erzähle einfach kurz die Geschichte. Paulus spricht also kurz mit diesem Hauptmann, der ja eigentlich gedacht hat, er sei irgendeiner aus Ägypten, der hier schon vorher Aufruhr gemacht hat. Er machte dann klar, ich bin eigentlich aus Asos und ich bin eigentlich auch Römer. Er merkte auch, dass er griechisch spricht und erlaubte Paulus hier die Menge zu adressieren.
[21:33] Das heißt hier, dass Paulus dann also an die Volksmenge sein Wort richtet. Interessanterweise beruhigt die Volksmenge sich und hört ihm tatsächlich zu. Ich denke, da hat vielleicht der Heilige Geist auch mal ganz kurz eingegriffen und die Volksmenge hier beruhigt.
[21:51] Und was Paulus sagt, oder über was Paulus spricht, ist seine eigene Erfahrung, seine eigene Bekehrungsgeschichte. Erzählt, wie er dort auf der Straße nach Damaskus diese Erfahrung hatte mit Jesus Christus und wie ihn das zum Christen gemacht hat.
[22:30] Und ich habe mich an der Stelle gefragt, warum benutzt hier Paulus seine Bekehrungsgeschichte an dieser Stelle vor den Juden? Und ich habe geguckt, wann hat denn Paulus tatsächlich seine Bekehrungsgeschichte benutzt? Das ist nämlich nicht die einzige Stelle. Es gibt zwei Stellen in der Bibel, die eine und noch eine andere, wo Paulus seine Bekehrung erzählt. Die andere ist, als er vor dem König Agrippa steht. Der König Agrippa war selber auch einer, der am Judentum interessiert war und diese ganzen Prinzipien kannte.
[23:01] Und es stellt sich heraus, dass Paulus seine Bekehrungsgeschichte an die Leute erzählt hat, die mit Visionen etwas anfangen konnten. Wenn er erzählt, wie Jesus ihm erschienen ist in der Vision, dann hat er es den Leuten erzählt, die auch an Visionen geglaubt haben, an Leute, die mit dem Judentum Kontakt haben, die Gottes Wege gekannt hatten. Und da hat er diese Argumente verwendet, um hier den Juden zu zeigen, wie Gott zu ihm direkt gesprochen hat.
[23:32] Interessanterweise war neben dem Agrippa noch ein anderer, der Festus. Und wir schauen uns mal ganz kurz an, wie der reagiert hat auf die Erfahrungsgeschichte hier von Paulus. Das finden wir im Kapitel 26, Apostelgeschichte 26, und zwar im Vers 24.
[23:52] Da heißt es: Als aber dieser zu seiner Verteidigung vorbrachte, sprach Festus mit lauter Stimme: Paulus, du bist von Sinnen. Das viele Studieren bringt dich um den Verstand. Also dem Festus, dem ging das gar nicht in den Sinn, was der Paulus hier gesagt hat. Der hat gedacht, der Paulus ist verrückt. Deswegen hat Paulus auch seine Bekehrungsgeschichte nicht unter den Heiden verwendet, weil, wie wir erkennen aus einem anderen Vers, den ich gleich vorlesen werde, jetzt gucken wir noch kurz, wie Agrippa reagiert hat, und zwar in Vers 27.
[24:27] Glaubst du den Propheten, König Agrippa? Ich weiß, dass du glaubst. Das sagte Agrippa zu Paulus. Es fehlt nicht viel, und du überredest mich, dass ich ein Christ werde. Der Agrippa, den hat es wirklich gerührt. Dem hat diese Erfahrungsgeschichte der Heilige Geist zu seinem Herzen gewirkt.
[24:46] Paulus hat es schön zusammengefasst in 1. Korinther 1, Vers 23. Da gehen wir kurz hin. 1. Korinther 1, Vers 23. Und da steht: Verkündigen wir Christus, den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis, den Griechen eine Torheit. Für die Griechen war das verrückt, was Paulus da erlebt hat, aber den Juden, dem war es dieser Stolperstein. Und Paulus wusste, vielleicht mit meiner Geschichte kann ich den einen oder anderen am Fels Jesus Christus zerbrechen lassen, und sie bekehren sich zu ihm.
[25:24] Und warum hat er die Bekehrungsgeschichte verwendet? Die Bekehrung ist die Macht Gottes, die sich im Leben eines Menschen zeigt. Nicht nur hat Paulus selber eine Bekehrung erlebt, sondern durch die ganze Bibel hinweg gibt es immer wieder Leute, die eine Bekehrung erlebt haben. Und eine Bekehrung kann etwas tun, das menschliche Argumente oftmals nicht tun können, und zwar die Einstellung und den Charakter einer Person ändern.
[25:55] Ich möchte ganz kurz eine Begebenheit aufschlagen, und zwar in 2. Chroniker, 2. Chroniker, Kapitel 33, und wir lesen Vers 10-13. Und es geht um die Bekehrung von Manasse. Manasse war ein König, der relativ schlechte Sachen gemacht hat, aber sich ganz am Ende seines Lebens hier bekehrt hat.
[26:19] Und der Herr redete zu Manasse und zu seinem Volk, aber sie achteten nicht darauf. Da ließ der Herr die Herrführer des Königs von Assyrien über sie kommen. Die fingen Manasse mit Haken, banden ihn mit zwei ehrenen Ketten und führten ihn nach Babel ab. Als er nun in der Not war, flehte er den Herrn seinen Gott an und bemühte sich vor dem Gott seiner Väter. Hier im Alttestament wird die Bekehrung mit dem Wort beschrieben, dass Manasse sich vor Gott demütigte. Und er hatte diese Kehrtwende. Er hat eine Kehrtwende in seinem Leben gemacht, seine Wege geändert und war jetzt treu dem Herrn. Es hat natürlich hier dem Volk Israel in dem Fall nicht mehr viel gebracht, weil er nicht mehr in Babel war. Aber man merkt, wie Gott immer wieder in Leben eingreift und Leben verändert. Und wie das hier die Macht Gottes ist, die auf Erden wirkt. Und das hat Paulus gewusst und erkannt. Und deswegen hat Paulus immer wieder genau auf diesen Punkt angesprochen mit den Leuten.
[27:21] Eine Sache, die noch ganz interessant ist hier über diese Meute, die Paulus verfolgt hat, das finden wir in Apostelgeschichte 22, Vers 21. Ich lese das mal kurz. Und er sprach zu mir, Paulus immer noch in seiner Geschichte: Geh hin, denn ich will dich in die Ferne zu den Heiden senden. Jesus hat es zu Paulus gesagt in dieser Vision: Geh hin zu den Heiden, dort entsende ich dich.
[27:53] So hörten ihm aber bis zu diesem Wort alle zu. Und dann erhoben sie ihre Stimme und sprachen: Hinweg mit einem Säulchen von der Erde, denn es darf nicht sein, dass er im Leben bleibt. Sie hat zugehört, aber als es zu dem Zeitpunkt kam, wo Paulus gesagt hat: Ich wurde ausgeschickt von Gott zu den Heiden. Da hat es die Menge schier verrissen. Das ging quasi gegen diese Urprinzipien von ihrer Ideenwelt. Dass Paulus jetzt von Gott ausgerechnet zu den Heiden geschickt wird, zu diesen verhassten, sündigen Heiden.
[28:35] Und wir sehen an diesem Vers, wie groß diese Wand der Trennung war, die im Denken der Juden zwischen den Heiden und den Juden aufgebaut wurde. Und wie man nichts mit den Heiden zu tun haben wollte. Und wir sehen auch, wie notwendig es war, dass Jesus kommt und diese Trennung hier zerreißt. Diese Trennung zwischen Juden und Heiden. Und Paulus macht es uns ganz klar im Epheser Kapitel 2 Vers 14, da beschreibt er: Denn er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht hat. Bei beiden, das kann man in ein paar Versen vorher sehen, da meint er, die die beschnitten sind und die die nicht beschnitten sind. Aus beiden eins gemacht hat und die Scheidewand des Zaunes abgebrochen hat. Jesus hat diese Scheidewand zerbrochen, die die Heiden und die Juden trennt. Und hat sie beide, den Eintritt ins Christentum ermöglicht.
[29:38] Und das war die Botschaft von Paulus. Und das war genau der Punkt, den die Juden unter die Haut gingen. Und sie hier die Verfolgung angefangen haben.
[29:52] Der Hauptmann, der römische Hauptmann, der hat sofort verstanden, dass die jüdische Menge hier irgendwas Schlimmes mit dem Paulus vor hat. Hat aber nicht genau verstanden, was der Grund ist für den Aufruhr. Das lesen wir im Apostelgeschichte 22 Vers 24. Da liest der Befehlshaber ihn in die Kaserne führen und befahl ihn unter Geißelhieben zu verhören, um zu erfahren, aus welchem Grund sie derart über ihn schrien.
[30:24] Er wusste nicht warum. Er dachte, es ist etwas Böses. Hat deswegen auch Paulus hier auspeitschen lassen. Aber hat dann erfahren von Paulus, dass es ja um eine Sache mit diesem Gesetz Gottes ging. Und er ihn dann halt entsprechend am nächsten Tag vor die Priester selbst geführt hat, damit die ihn verhören können.
[30:48] Vor den Priestern selbst hat sich Paulus jetzt verteidigt. Das lesen wir im Kapitel 23. Da stand er vor dem Hohen Rat, vor dem Sanhedrin. Wir lesen einfach mal hier die ersten 5 Verse.
[31:05] Da sah Paulus den Hohen Rat eindringlich an und sprach: Ihr Männer und Brüder, ich habe mein Leben mit allem guten Gewissen vor Gott geführt bis zu diesem Tag. Aber der Hohepriester Ananias befahl den Umstehenden, ihn auf den Mund zu schlagen.
[31:22] Da sprach Paulus zu ihm: Gott wird dich schlagen, du getünchte Wand. Ich war eine Wand, die weiß angemalt ist. Du tust etwas Falsches, aber du siehst so aus, als ob du heilig bist. Du sitzt da, um mich zu richten nach dem Gesetz und befiehlst mich zu schlagen gegen das Gesetz. Die Umstehenden aber sprachen: Schmähst du den Hohen Priester Gottes? Da sprach Paulus: Ich wusste nicht, ihr Brüder, dass er Hohepriester ist. Denn es steht geschrieben über einen Obersten deines Volkes sollst du nicht Böses reden.
[32:04] Ich finde das sehr interessant. Hier am Anfang versucht Paulus wirklich mit dem Gesetz Gottes zu argumentieren. Er nimmt das Gesetz Gottes und versucht hier seinen Weg zu bahnen. Aber schon im nächsten Vers, Vers 6 und 7, ändert er hier seine Strategie.
[32:28] Da aber Paulus wusste, dass der eine Teil aus Sadozeren, der andere aus Pharisäern bestand, rief er in die Ratsversammlung hinein: Ihr Männer und Brüder, ich bin ein Pharisäer, der Sohn eines Pharisäers. Wegen der Hoffnung auf die Auferstehung der Toten werde ich gerichtet.
[32:46] Als er aber dies sagte, entstand ein Streit zwischen den Pharisäern und den Sadozeren und die Versammlung spaltete sich. Also Paulus hatte offensichtlich erkannt, dass mit diesen Priestern kein Land zu gewinnen ist. Und ich denke, an dem Punkt hat er die Priester wirklich aufgegeben. Er wusste, welchen Hass diese Priester ganz tief in sich hegen. Und er hat jetzt diesen Hass gegenseitig ausgespielt, um die Volksmenge gegenseitig aufzubringen. Und ich denke, er hat gesagt: Ich mache das jetzt einfach, damit ich aus dieser Situation rauskomme, weil ich weiß, mit meinen Worten kann ich hier eh nichts erreichen. Und hat dann hier die Auferstehung angesprochen, weil er wusste, die Sadozeren, die haben sich da nicht so an die Bibel gehalten und haben gesagt, die Auferstehung gibt es nicht. Und die Pharisäer haben sich da ganz streng dran gehalten und dann ging natürlich sofort diese Kontroverse los.
[33:51] Und sowas, was damals passiert ist unter den Priestern, sowas passiert auch heute noch. Ich lese mal kurz noch Vers 10, habe ich mir aufgeschrieben, um das Ganze abzurunden. Vers 10 haben wir: Da aber ein großer Aufruhr entstand, befürchtete der Befehlshaber, Paulus könnte von ihm zerrissen werden. Und er befahl der Truppe, herabzukommen und ihn rasch aus ihrer Mitte herabzuführen und in die Kaserne zu bringen. Der Befehlshaber hatte es erkannt, hier ist kein Land mehr zu gewinnen, wir nehmen den Paulus wieder mit. Aber interessant, die Menge hier der Priester und Schriftgelehrten, die hat sich regelrecht zerrissen in dieser Sachlage.
[34:32] Und wir als Christen sollten heute ganz arg aufpassen, dass uns das nicht passiert. Dass wir nicht so einen blinden Hass entwickeln, so eine Bitterkeit, wie diese Priester damals. Ich könnte vielleicht sagen, nee, sowas passiert uns natürlich nicht. Aber auch heute haben wir innerhalb unserer Adventgemeinde, nicht wahr, diese Spaltung zwischen, nicht wahr, die Liberalen. Und es kann uns auch heute noch passieren, dass wir diese gleiche Bitterkeit in unserem Herzen zulassen, wie damals die Priester. Wir haben auch diese Spannung, nicht wahr, in unserer Gemeinde zwischen Konservativen, zwischen Liberalen. Und so sehr wir vielleicht eifrig sind um das Wort Gottes, dürfen wir niemals die Bitterkeit in unsere Herzen zulassen, die uns dazu bringt, andere Menschen zu hassen, nur weil sie anders glauben. Sondern wir sollten immer daran denken, den Charakter Jesu in unseren Herzen zu bewahren und diese Bitterkeit hinfortzubringen.
[35:38] Und in all diesen, nicht wahr, Geschehnissen, die wir jetzt gelesen haben, die waren natürlich nicht alle schön. Und das war natürlich eine sehr große Herausforderung für Paulus auch, das Ganze zu erleben. Was vielleicht auch interessant ist, nicht wahr, Paulus war ja im Tempel, eigentlich um sich auf dieses Treffen von den ganzen Aposteln und Christen in Jerusalem vorzubereiten und hier diesen Konflikt zu vermeiden. Am Ende findet dieses Treffen nie statt und Paulus ist nie an diesem Treffen, für das sie sich eigentlich vorbereiten sollten. Nicht nur das, das ist auch das letzte Mal in der Bibel, wo wir jemals von den anderen Aposteln gehört haben. Ab jetzt geht es nur noch um Paulus.
[36:24] Und es sollte uns auch lehren, wie wichtig es für uns ist, wirklich standhaft zu sein vor Gott und nicht vor den Furcht der Menschen Dinge zu tun, die wir eigentlich wissen, sollten wir nicht tun.
[36:38] Paulus, der jetzt hier im Gefängnis ist, in Jerusalem, erhält eine Ermutigung von Gott. Und Gott sagt ihm hier im Apostelgeschichte 23, Vers 11, ich paraphrasier das jetzt, weil mein Handy leer ist, dass Gott kommt zu ihm und sagt: So wie du jetzt in Jerusalem bist, ich werde dich segnen und ich möchte dich fortschicken und du wirst auch in Rom für mich Zeugnis geben.
[37:07] Und Gott sagt ihm: Schau, du wolltest schon immer nach Rom und jetzt ist es passiert, aber ich sage dir, Paulus, ich bin mit dir, trotz dieser ganzen Geschichte, die passiert ist und ich werde dich nach Rom bringen. Und ich denke, Paulus hat eine sehr große Ermutigung von dieser Vision von Gott erhalten. Und Gott lässt uns nicht allein, auch wenn wir manchmal große Herausforderungen erleben in unserem Leben.
[37:34] Paulus wird dann verlegt. Er wird von dem Hauptmann hier in eine andere Stadt verlegt, zu einem anderen, ich weiß es nicht, ich glaube, es war Felix, ich bin mir nicht sicher mit den Namen, weil ich gerade meine Bibel nicht mehr vor mir habe, aber ihr könnt die Geschichte nachlesen. Im Apostelgeschichte 23, Vers 14, da trifft sich eine kleine Gruppe oder eine größere Gruppe von Juden und sie gehen einen Eid ein. Sie sagen: Wir werden nicht essen und trinken, bis wir Paulus umgebracht haben. Sie sagen dann den Priestern, sie sollen hingehen zum Hauptmann und unter quasi falscher Behauptung den Paulus aus dem Gefängnis hervorlocken, damit sie ihn umbringen können.
[38:21] Der Hauptmann wird gewarnt und er verlegt den Paulus in ein anderes Gefängnis. Und es ist interessant, ich glaube, Paulus wird hier in ein anderes Gefängnis verlegt, aber nicht, weil er quasi jetzt verurteilt wird. Nicht wegen seiner Verurteilung, sondern eigentlich wegen seinem Schutz. Und manchmal verwendet Gott hier die schlechten Dinge, die bei uns im Leben passieren, nicht zu unserer Verurteilung, sondern zu unserem Schutz. Manchmal wissen wir gar nicht, was da eigentlich noch hinter den Kulissen sich so abspielt, wenn Gott Dinge in unserem Leben zulässt.
[38:58] Und eine Sache, die ich mich manchmal gefragt habe, wenn ich diese Stelle hier gelesen habe, was ist eigentlich aus diesen Juden geworden, die diesen Eid eingegangen sind? Sind sie irgendwann gestorben aus Hunger? Ich glaube nicht. Ich glaube, irgendwann haben sie wieder aus Verzweiflung was gegessen.
[39:12] Und aus dieser Sabbatschul-Lektion, die vielleicht nicht die schönste ist oder die erhebenste von dieser ganzen Geschichte, können wir doch zwei sehr wichtige Dinge mitnehmen. Einmal, wir sollten sehr vorsichtig sein mit Hass, mit Bitterkeit im Herzen und mit Gerüchten, die wir so hören. Und immer die Dinge überprüfen, behalten, was wahr ist, behalten, was gut ist und immer den rechten Charakter Gottes in unseren Herzen bewahren.
[39:44] Und wir sollten lernen, dass selbst wenn herausfordernde Dinge in unserem Leben passieren, Gott ist mit uns. Gott hat uns so weit gebracht und ich fordere dich heraus, mein Freund, meine Freundin, wenn du in dein Leben zurückschaust, wie Gott dich bisher geführt hat, gibt es einen Moment, wo du sagst: Hier hat mich Gott im Stich gelassen. Oder kannst du sagen: Nee Gott, obwohl es mir manchmal wirklich schlecht ging, hat mich immer durch die, ich war durch das Tal hindurchgetragen.
[40:13] Und so möchte ich mit einem kleinen Gebet diese Sabbatschul-Lektion beenden. Großer Vater im Himmel, ich danke dir, dass wenn wir Herausforderungen in unserem Leben erleben, dass du bei uns bist. Und ich möchte dich bitten, Herr, dass du uns hilfst, dass wir dich im Herzen haben, dass wir dir jeden Tag mehr vertrauen. Und dass wir jede Bitterkeit aus unserem Herz streichen.
[40:37] So verabschiede ich mich hier auf joelmedia.de, wünsche euch ein wunderschönes Sabbatschul-Gespräch, eine schöne Woche und bis zur nächsten Lektion. Amen.
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