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Sendemanuskript >>> CSH_Manuskript_2019 1st (Special) Nr 7

In dieser Cannstatt Study Hour-Episode taucht Christopher Kramp tief in die symbolische Sprache der sieben Posaunen aus der Offenbarung ein. Er beleuchtet die historische und prophetische Bedeutung jeder Posaune, von den ersten vier, die das Römische Reich betreffen, bis hin zu den späteren, die den Aufstieg des Islams und die Französische Revolution symbolisieren. Die Auslegung verbindet biblische Texte mit historischen Ereignissen und zeigt auf, wie die Posaunen auf den Kampf um das Gesetz Gottes und insbesondere den Sabbat hinweisen. Die Episode bereitet auch auf ein Symposium vor, das die Themen weiter vertiefen wird.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2019 Q1: Die Offenbarung

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur siebten Folge unserer besonderen Studienreihe über die Offenbarung. Heute mit einem äußerst spannenden Thema. Wir wollen uns beschäftigen mit den sieben Posaunen.

Wir bereiten uns damit vor auf das Bibelgespräch am 16. Februar. Und wir wollen gleich von Anfang an sagen, dass es in dieser kurzen Zeit, dieser Cannstatt Study Hour, unmöglich ist, all das zu sagen, was man sagen könnte über die vier Kapitel Offenbarung 8, 9, 10 und 11. Weil uns das aber ein so wichtiges und wertvolles Thema ist, über das vor allem auch in Kapitel 8 und 9 so wenig gesprochen wird und so wenig gepredigt wird, möchten wir euch ankündigen, dass es am 15. und 16. März diesen Jahres ein besonderes Symposium geben wird in Stuttgart über die sieben Posaunen, wo wir all das noch sehr vertieft und mit sehr viel mehr geschichtlichen Daten und Fakten untermauern werden. Was wir heute hier studieren, die klassische adventistische Auslegung. Es gibt ja heute eine ganze Reihe von verschiedenen Auslegungen. Wir wollen die original klassische Auslegung noch einmal zur Geltung bringen hier und ihr seid dann herzlich eingeladen, euch das anzuschauen, und das wird auf joelmedia.de dann auch live gestreamt und später zur Verfügung gestellt werden. Heute also ein Überblick und immer wieder werden wir dann verweisen auf dieses Symposium mit diesen Vorträgen, wo dann eine ganze Reihe von mehr Beweisen, sowohl biblischer als auch historischer Natur, gegeben werden können, als es hier in dieser Zeit möglich ist.

Bevor wir allerdings mit diesem Überblick beginnen, jetzt wollen wir Gott bitten, dass er mit seinem Heiligen Geist unser Studium leitet und führt, und ich lade dich dazu ganz herzlich ein, mit mir zu beten. Lieber Vater im Himmel, hab du herzlich Dank, dass du uns die Offenbarung gegeben hast und dass wir in der Offenbarung so viel kostbare Wahrheiten entdecken können. Nicht alles ist immer so sonnenklar, wie wir uns das wünschen würden, auch in unserer Gemeinde. Manchmal gibt es verschiedene Auslegungen und Herr, wir bitten dich, dass wir mit Demut an dieses Thema gehen, dass wir uns nicht verrennen, aber dass wir offen sind auch für Korrektur, dass wir allerdings auch bereit sind, das Althergebrachte nicht völlig unnötig in den Haufen zu werfen, sondern nur mit guten Gründen Veränderungen auch vorzunehmen. Wir möchten dich bitten, dass du jetzt durch deinen Heiligen Geist zu uns sprichst, dass dein Wort klar wird für uns, dass wir vor allem in all dem das Evangelium und die Schönheit des Charakters Jesu sehen. In seinem Namen beten wir. Amen.

Die Vision der sieben Posaunen beginnt auch, wie die sieben Siegel, mit einer Einleitungsszene, die allerdings sehr viel kürzer ist als bei den Siegeln. Dort war es ja Kapitel 4 und 5, hier sind es nur einige Verse am Anfang von Kapitel 8. Vers 1 gehört ja noch zu den Siegeln, wie letztes Mal besprochen. In Vers 2 beginnt dieser Visionskomplex. Vers 2: „Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott standen, und es wurden ihnen sieben Posaunen gegeben.“ Posaunen kommen im Alten Testament relativ oft vor. Am Berg Sinai, da waren sie zu hören, die Schofar-Hörner. Im Heiligtum spielt es eine große Rolle, bei den verschiedenen Festen. Es gab sogar ein Posaunenfest. Wenn das Volk auf Wanderschaft war, waren es Trompeten, also Posaunen, die das Zeichen gegeben haben zum Losgehen und auch zum Stillstehen. In der Bibel wird nicht so sehr unterschieden wie heute zwischen Trompeten und Posaunen und Hörnern. Das waren damals alles mehr oder weniger Begriffe für dasselbe, für Blasinstrumente mit lautem Klang, die man militärisch einsetzen konnte. Solche Posaunen oder auch Trompeten und Hörner haben eine enorme Bedeutung im Kriegswesen gespielt. Wir haben etliche Verse hier im Sendemanuskript aufgezeichnet, die deutlich machen, dass Posaunen insbesondere auch mit Krieg identifiziert wurden. So können wir also feststellen, dass es bei den sieben Posaunen hier auch um Kriege geht, Kriege gegen die Feinde Gottes.

Nichtsdestotrotz sollten wir auch den Aspekt vom Heiligtum und auch von der Bundeslade im Hinterkopf behalten. Die Bundeslade, 2. Samuel 6, Vers 15, ist mit Posaunen assoziiert. Als das Volk Israel um Jericho herumging und die sieben Posaunen geblasen wurden, da wurde interessanterweise die Bundeslade hinter den Posaunen getragen. Interessanterweise werden wir feststellen, dass am Ende der sieben Posaunen auch die Bundeslade sichtbar wird, sozusagen als Parallele auch zur Einnahme von Jericho. Wer sind die Feinde Gottes, die hier in diesen Kriegen bekämpft werden? Die Feinde Gottes nach der Prophetie oder die Feinde des Volkes Gottes in der Prophetie, die kennen wir aus dem Buch Daniel: Babylon, Medo-Persien, Griechenland, Rom und dann der römische Kirchenstaat. Von denen sind zur Zeit von Johannes Babylon, Medo-Persien und Griechenland nicht mehr als große Weltreiche so existent. Es bleiben also Rom und der römische Kirchenstaat, und in der Tat finden wir, dass die Posaunen genau gegen diese beiden großen Imperien oder Mächte vorgehen.

Aber zunächst einmal zurück zu dieser Einleitungsszene, Vers 3 und 4: „Ein anderer Engel kam und stellte sich an den Altar. Der hatte ein goldenes Räucherfass, und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, damit er es zusammen mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar darbringe, der vor dem Thron ist. Der Rauch des Räucherwerks stieg auf vor Gott, zusammen mit den Gebeten der Heiligen aus der Hand des Engels.“ Dieser andere Engel ist Jesus. Wir wissen aus 1. Johannes 2, Vers 1, dass er unser Fürsprecher ist, unser Hoher Priester, so sagt es der Hebräerbrief. Dass Jesus als Engel dargestellt wird, ist nicht sonderlich verwunderlich. Wir haben das gleiche in 1. Mose 48, wo Jakob ihn als seinen Engel bezeichnet, und in 2. Mose 3, wo der Engel des Herrn ganz offensichtlich Jesus ist, auch in Offenbarung 12, Vers 7, der Engel-Fürst Michael ist natürlich Jesus. Räucherwerk ist schon im Alten Testament ein Symbol für Gebete, Psalm 141, Vers 2 ist da der klassische Text. Wir sehen auch in der Geschichte von Zacharias in Lukas 1, dass zur Zeit des Räucherns gebetet wurde.

Dieses wohlriechende Räucherwerk stellt allerdings nicht nur die Gebete der Menschen dar, sondern in Epheser, Kapitel 5, Vers 2, finden wir einen wichtigen Hinweis: „und wandelt in der Liebe, gleich wie auch Christus uns geliebt hat und sich selbst für uns gegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer zu einem lieblichen Geruch für Gott.“ Dieser Wohlgeruch ist vor allem auch ein Symbol für die Verdienste Jesu, für das, was er für uns getan hat. Mit anderen Worten, wenn wir zu Jesus oder wenn wir zu Gott, dem Vater, beten, dann gehen diese Gebete nicht nur durch die Hände von Jesus, sondern er fügt seine Gnade, seine Verdienste, seine Gerechtigkeit diesen Gebeten hinzu. Dadurch werden sie vor Gott angenehm. Der Räucheraltar gehört zwar seiner Funktion nach zum Allerheiligsten, so sagt es Hebräer 9, Vers 5 und auch 1. Könige 6, Vers 22, aber steht dennoch im Heiligen, weil er täglich gebraucht wurde. Dass er dort steht, ist relativ offensichtlich, kann man in 2. Mose 40 nachlesen. Es geht also zunächst einmal um den Dienst Jesu, nicht im Allerheiligsten, sondern im Heiligen. Ein erster wichtiger Punkt, weil es immer wieder Leute gibt, die meinen, dass es hier um die Zeit nach 1844 geht, aber die Posaunen behandeln ebenfalls die Zeit, als Jesus noch vor 1844 im Heiligtum diente.

Dann in Vers 5 haben wir eine interessante Szene: „Und der Engel nahm das Räucherfass und füllte es mit Feuer vom Altar und warf es auf die Erde, und es geschahen Stimmen und Donner und Blitze und ein Erdbeben.“ Dieses Wegwerfen des Räucherfasses kommt aus Hesekiel 10, Vers 2 und symbolisiert dort so etwas wie das Ende einer Gnadenzeit, in dem Fall für das Volk Israel. Im Kontext geht es um die Gräuel in Hesekiel 8, wo die Sonnenanbetung das größte Gräuel ist, und die Versiegelung in Kapitel 9, also durchaus ein typologischer Endzeitkontext. In Kapitel 10, wo dann das Räucherfass so weggeworfen wird, oder diese Idee des Wegwerfens da auch eine Rolle spielt, wird dann auch die Herrlichkeit Gottes sich vom Heiligtum dort entfernen. Interessant ist, dass Ellen White diese Gedanken vom Wegwerfen des Räucherfasses auch in „Erfahrungen und Gesichte“ aufgreift, und wir haben das ganze Zitat auf Deutsch hier im Sendemanuskript, aber in der Kurzfassung ist das dann der Moment, wo das Ende der Gnadenzeit erreicht wird.

Vers 5 bringt uns also bis an das Ende der Vision, bis an das Ende der Gnadenzeit. Wichtig ist, dass das jetzt keine chronologische Reihenfolge bedeutet, dass alles, was jetzt ab Vers 6 kommt, nach dem Ende der Gnadenzeit wäre. Das wäre nämlich eine sehr merkwürdige Sache, dann wäre auch Kapitel 10 und 11 nach dem Ende der Gnadenzeit, und das ist natürlich völliger Unsinn. Sondern Vers 5 ist eine sogenannte Parenthese. Wir hatten das ja schon in Offenbarung 5 gesehen, wo in Vers 13, obwohl Offenbarung 4 und 5 eigentlich zur Zeit der Himmelfahrt Jesu und seiner Einsetzung als Priester dort im Himmel spielt, in Vers 13 von Kapitel 5 schon einmal ein Vorausblick auf das Ende der gesamten Siegelvision gegeben wird, wo alle Wesen im Himmel und auf Erde und unter der Erde Gott loben, was erst nach den 1000 Jahren geschehen wird. Ähnlich finden wir es auch in Offenbarung 15, gleich zu Beginn der Plagenvision, wo man bereits ganz am Anfang sieht, wie die Überwinder am gläsernen Meer stehen und dort Gott anbeten, was natürlich erst lange nach den Plagen geschieht, die aber vom Text her dann nach diesem Einschub folgen. Wir sehen also, dass in diesen Einleitungsvisionen immer ein Bogen gespannt wird. Man sieht, wo die Vision anfängt durch die Einleitungsvision und man sieht auch, bis wohin sie geht. Und wenn dieser Bogen gespannt ist in der Einleitungsvision, dann kommen die eigentlichen Ereignisse. Und genauso ist das jetzt auch hier in den Posaunen.

Vers 6: „Und die sieben Engel, welche sieben Posaunen hatten, machten sich bereit, in die Posaunen zu stoßen.“ Hier sei jetzt ein kleiner Exkurs eingefügt. Die ersten vier Posaunen, wenn man sich die Sprache anschaut, fallen auf Erde, Meer, Wasserquellen und Himmelskörper. Und vielen Bibelstudenten ist aufgefallen, dass das fast identisch ist mit den ersten vier Plagen. Denn die ersten vier Plagen fallen auf Erde, Meer, Wasserquellen und zumindest die Sonne. Und daraus haben manche geschlossen, wenn es dieselbe Sprache ist, muss es auch dieselbe Zeit sein und haben gedacht, dass die vier ersten Posaunen identisch sind mit den ersten vier Plagen. Das ist aber nicht sehr weit gedacht. Auch Offenbarung 20, Vers 1 verwendet dieselbe Sprache wie Offenbarung 9, Vers 1. Aber niemand würde behaupten, dass die fünfte Posaune dann das Millennium darstellt. Es geht also nicht um den gleichen Zeitraum, aber es geht um eine sprachliche Besonderheit. Erde, Meer, Wasserquellen und Himmelskörper ist eine Formulierung, die wir auch aus dem ewigen Evangelium von Offenbarung 14, Vers 6 und 7 kennen. Dort heißt es in Vers 7: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen, und betet den an, der den Himmel und die Erde, das Meer und die Wasserquellen gemacht hat.“ Himmel, Erde, Meer und Wasserquellen. Das ist natürlich eine Paraphrase aus dem vierten Gebot. Es geht um den Sabbat, und das erklärt zunächst einmal, warum die Plagen so formuliert sind, weil die Menschheit am Ende per Gesetz den Sabbat verbieten wird und das Gesetz Gottes mit Füßen trampeln wird, werden die Plagen ausgegossen als Strafe für diese offensichtliche Sabbat-Missachtung und den Kampf gegen den Sabbat. Das wird ja durch das ganze Thema, dem Mahnzeichen und dem Siegel Gottes ja dann sehr verschärft.

Wenn also die Plagen in dieser Art und Weise geschrieben sind, um deutlich zu machen, es geht eigentlich um das Thema des Sabbats und die Plagen fallen als Reaktion auf den Kampf gegen den Sabbat, dann ist es doch interessant darüber nachzudenken, ob nicht die Posaunen, die in derselben Sprache geschrieben sind, ebenfalls eine Reaktion darauf sind, dass eine gottfeindliche Macht gegen den Sabbat vorgegangen ist. Nicht in der Endzeit, sondern in historischer Zeit, relativ zu Beginn der christlichen Ära. Und wir finden natürlich, dass das Römische Reich durch Konstantin 321 mit dem Sonntagsgesetz und dann auch daraus folgend Sabbatverbote auf dem Konzil von Laodizea im 4. Jahrhundert so gegen den Sabbat vorgegangen ist. Und das würde dann erklären, warum die Posaunen in der klassischen Auslegung eben nicht mit dem 1. Jahrhundert beginnen, was ja oft bemängelt worden ist, warum geht es nicht im 1. Jahrhundert los, sondern eben dann erst als Gerichte einbrechen, als das Römische Reich, der vierte Feind Gottes in der Reihenfolge von Daniel, sich an den Sabbat wagt und gegen den Sabbat jetzt vorgeht. Und innerhalb der nächsten Jahre und Jahrzehnte brechen die Posaunen als Strafgerichte an dem Römischen Reich hinein. Das würde sehr interessant sein. Man sieht, dass diese Formulierung Himmel, Erde, Meer, Wasserquellen in der Offenbarung auch im Hintergrund ganz massiv am Wirken ist. Der Drache von Offenbarung 12 ist im Himmel. Das erste Tier in Offenbarung 13 kommt aus dem Meer. Das zweite Tier in Offenbarung 13 kommt aus der Erde. Und das Tier in Offenbarung 17 ist an den Wasserquellen. Und immer geht es in diesem großen Kampf, das werden wir noch studieren, um das Gesetz Gottes und dort auch ganz besonders, vor allem 13, 14 auch in diesen ganzen Kapiteln, um den Sabbat.

Hier werden wir aus Zeit- und Platzgründen keine ausführliche Auslegung jetzt der Posaunen begründen. Da sei wie gesagt auf das Symposium verwiesen, 15. und 16. März. Hier nur eine ganz kurze Zusammenfassung, alle biblischen und auch historischen Daten dazu dann in den Vorträgen im März.

Vers 7 beschreibt die erste Posaune: „Der erste Engel schließt die Posaune, und es entstand ein Hagel und Feuer mit Blut vermischt, und wurde auf die Erde geworfen, und der dritte Teil der Bäume verbrannte und alles grüne Gras verbrannte.“ Hier geht es um die erste große Attacke gegen das Römische Reich, die Westgoten unter Alarich, die Rom 410 einnahmen und plünderten. Das war die erste Plünderung Roms nach ungefähr 8 Jahrhunderten. Es war ein Schock für die gesamte Antike, von der sich Rom nie wieder erholt hat. Rom galt als die ewige Stadt, unannehmbar. Niemand hätte gedacht, dass sie jemals eingenommen werden würde mehr. Das hatte eine größere psychologische Wirkung auf die gesamte antike Welt als vergleichbar heute vielleicht 9/11 auf unsere Zeit. Es hat die ganze Wahrnehmung der Geschichte erschüttert.

Dann in Vers 8 und 9: „Und der zweite Engel schießt in die Posaune, und es wurde etwas wie ein großer mit Feuer brennender Berg ins Meer geworfen, und der dritte Teil des Meeres wurde zu Blut, und der dritte Teil der Geschöpfe im Meer, die Leben hatten, starb, und der dritte Teil der Schiffe ging zugrunde.“ Hier haben wir die zweite Welle der Angriffe. Diesmal die Vandalen, die schon 406 mit den Alanen und Sueben über die zugefrorenen Rhein in das Römische Reich hineinmarschiert waren und die dann ab den 30er Jahren auch von Nordafrika aus, von Karthago aus einen Handelskrieg, einen Seekrieg gegen das Römische Reich führten und damit die wirtschaftliche Basis Roms massiv gefährdeten. Mehrmals wurden große römische Flotten vernichtet, bis zu 1000 Schiffe in einem Fall, und 455 kam es dann noch zur zweiten Plünderung durch die Vandalen unter Geiserich.

10 und 11: „Und der dritte Engel schließt in die Posaune, da fiel ein großer Stern vom Himmel, brennend wie eine Fackel, und er fiel auf den dritten Teil der Flüsse und auf die Wasserquellen, und der Name des Sternes heißt Wermut, und der dritte Teil der Gewässer wurde zu Wermut, und viele Menschen starben von den Gewässern, weil sie bitter geworden waren.“ Die dritte Posaune spricht von den Hunnen unter Attila, die durch ihre Angriffe aus der zentralasiatischen Steppe und dann Osteuropa der eigentliche Auslöser waren für die germanischen Migrationsbewegungen. Irgendwann sind die Hunnen dann selbst auch in das römische Imperium hineingekommen, waren selbst Invasoren. Es kam zur großen berühmten Schlacht auf den katalanischen Feldern 451. Die Hunnen haben sich dann später wieder zurückgezogen, aber ihre besondere Bedeutung liegt darin, dass durch ihre Kriegszüge eine ganze Reihe von anderen germanischen Stämmen in das römische Reich förmlich hineingedrängt worden sind.

Vers 12: „Und der vierte Engel stieß in die Posaune, da wurde der dritte Teil der Sonne und der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne geschlagen, damit der dritte Teil von ihnen verfinstert würde und der Tag für den dritten Teil seiner Dauer keine Lichter habe und die Nacht in gleicher Weise.“ Hier geht es dann um die Abschaffung zunächst einmal des Kaiseramtes, des römischen Kaisertums, sowie auch dann später anderer politischer Institutionen Westroms. Zunächst einmal durch Odoaker, einen König, der dann wohl die Heruler angeführt hat, der dann abgelöst wurde später von Theoderich und seinen Ostgoten, die die Heruler auslöschten. All das führte zur de facto Auflösung des Weströmischen Reiches und zur Bildung der europäischen Staaten durch die germanischen Stämme, die dann ja auch das Thema der zehn Hörner in Daniel 7 sind. Diese Posaunen sind also nicht einfach unwichtige historische Details, sondern sie zoomen hinein in genau diesen spannenden Übergangsbereich vom Römischen Reich, vom vierten Tier aus Daniel 7, zum kleinen Horn, zum Antichristen aus Offenbarung 13.

Und das ist dann auch das Thema von Vers 13 hier: „Und ich sah und hörte einen Engel, der in der Mitte des Himmels flog und mit lauter Stimme rief: Wehe, wehe, wehe denen, die auf der Erde wohnen, wegen der übrigen Posaunenschlüsse der drei Engel, die noch in die Posaune stoßen sollten.“ Wenn man einmal das Wort „wehe“ im Neuen Testament studiert, stellt man fest, dass in den meisten Fällen es über Personen gesagt wird, die die Wahrheit eigentlich kennen, trotzdem aber rebellieren bzw. sich wie Heiden benehmen oder sogar noch schlimmer. Es wird auch gesagt über Menschen, die zur Sünde oder zur Gesetzlosigkeit verführen. Wehe, Bethsaida und Korazin, denn sie haben ja die Wunder Jesu, die Predigten Jesu gehört und handeln trotzdem wie Tyrus und Sidon, die heidnischen Städte. Wehe den Schriftgelehrten, die die Wahrheit kennen, aber die Erkenntnis nicht weitergeben und noch andere daran hindern. Wehe den Menschen, durch den der Anschluss zur Sünde kommt. Und so finden wir immer wieder diese Idee von „wehe“ verbunden mit Menschen, die eigentlich besser wissen müssten, aber trotzdem gegen Gott agieren. Und das bezieht sich jetzt nun auf den Wechsel vom heidnischen Rom zum christlichen Rom, also zum Kirchenstaat. Denn die Kirche kannte das Evangelium, sie kannte die Bibel, sie hätte es besser wissen müssen, behandelt jetzt aber Gottes wahres Volk immer mehr so wie auch die Heiden und verfolgt sie wie die Heiden. Nur es wird ihnen auch schlimmer ergehen, weil sie die Wahrheit genau kannten, im Gegensatz zu den heidnischen Cäsaren und den heidnischen Führern der Nationen vorher.

Das bringt uns zur fünften Posaune in den Versen 1 bis 12. Die beschreibt die Entstehung des Islam Anfang des siebten Jahrhunderts durch Mohammed, und schon bald waren islamische Kämpfer auf dem Weg gegen das Christentum. Nicht nur wurde Nordafrika erobert, sondern auch die Iberische Halbinsel. Es ging sogar bis weit nach Frankreich hinein. Gleichzeitig wurde auch Oström, das heißt Konstantinopel, attackiert, insbesondere nach dem Ende der Kreuzzüge. Und die Sarazenen und überhaupt die muslimischen Kämpfer, dann auch die Osmanen, stellten eine ständige Bedrohung für das im Abfall befindliche Christentum dar. Die fünf Monate, die hier in Vers 5 erwähnt werden, werden immer mal wieder als eine Heuschrecken-Generation gedeutet, allerdings sehr vage. In Wirklichkeit handelt es sich um tatsächlich 150 Jahre, eine Zeitprophezeiung, die man auch nach dem Jahrtagprinzip auslegen sollte und kann. Am 27. Juli 1299, in der Schlacht von Bartheus, begann die vereinte muslimische Attacke auf Oström, und diese Periode endet dann 1449 mit der Krönung des oströmischen Kaisers Konstantin XI. Warum, werden wir gleich dann bei der sechsten Posaune sehen.

Jemand hat eingewandt, dass wenn in Vers 4 von dem Siegel Gottes die Rede ist, dann muss doch die fünfte Posaune nach dem Ende der Gnadenzeit sein, wenn die Menschen versiegelt sind. Das lässt aber außer Acht, dass auch das neueste Mensch lange vor der Endzeit eine Versiegelung durch den Heiligen Geist kennt und dass auch der Sabbat in seiner eigentlichen Funktion seit allen Zeiten gegenwärtig war und als äußeres Siegel immer schon auch diese Funktion gehabt hat. Also Menschen, die wirklich treu Jesus nachfolgen, die vom Heiligen Geist geführt sind und auch den Sabbat halten, sollten von diesen islamischen Angriffen eher verschont sein. Und wir finden da auch interessante historische Zitate, die allerdings dann wieder im Symposium mehr dazu.

Von Vers 13 bis Vers 21 haben wir dann die sechste Posaune, also zumindest einen gewissen Teil der sechsten Posaune. Wie wir sehen werden, gehören eigentlich Kapitel 10 und 11 auch zur sechsten Posaune, zumindest Kapitel 11 bis Vers 14. Aber in Vers 13 bis 21 haben wir jetzt die weitere Entwicklung des Islam in der biblischen Prophetie. Die Osmanen haben hier jetzt die Vormachtstellung über Oström übernommen. Ausgedrückt wird das hier durch diese Formulierung in Vers 14: „Löse die vier Engel, die gebunden sind, an dem großen Strom Euphrat.“ Die Idee damals war, in der mittelalterlichen Feudal-Auffassung, dass wenn man unter jemandem steht, dann bekommt man von ihm die Ämter, man bekommt von ihm Land, man ist dann ein Vasall, man nennt das dieses Lehnswesen. Interessant ist, dass genau im Jahre 1449, also nach Ablauf der 150 Jahre Attacke durch osmanische und muslimische Kämpfe auf Oström, der Kaiser Konstantin XI. es nicht gewagt hat, sich selbst zum Kaiser krönen zu lassen, von Oström, ohne nicht vorher den mittlerweile schon so mächtigen Sultan der Muslime um Erlaubnis zu bitten. Nach mittelalterlichem Lehnsdenken bedeutet, dass de facto ein Eingeständnis, dass das oströmische Reich sich jetzt unter die Osmanen stellt und quasi der oströmische Kaiser zu einem Vasallen des Sultans wurde.

Die Osmanen waren jetzt nicht mehr an eine europäische Macht gebunden, sondern sie waren gelöst. Sie konnten jetzt frei entscheiden, der Sultan hat der Krönung zugestimmt, aber nur wenige Jahre später finden wir dann die Heere eines neuen Sultans entgegen Konstantinopel gerichtet. 1453 bricht Oström zusammen, weil Konstantinopel erobert wird, ein ganz wesentliches Ereignis der gesamten Weltgeschichte, auch mit großen Implikationen für die Reformationsgeschichte. Viele griechische Gelehrte haben damals den Weg nach Westeuropa gesucht, haben mit sich die ganzen griechischen Manuskripte gebracht, die wir heute als den Mehrheitstext, auch den Textus Receptus, je nach Definition dann auch kennen, was wiederum dann zu einem Aufleben des Griechischen im Westen geführt hat, was dann die Reformation sehr stark begünstigt hat.

Der Kampf gegen Konstantinopel wird zum Teil sehr grafisch hier beschrieben, neue Waffensysteme kommen zum Einsatz, die ebenfalls recht bildhaft dargestellt werden in diesem Abschnitt. Man liest zum Beispiel von dem Vers 18: „Durch diese drei wurde der dritte Teil der Menschen getötet von dem Feuer und von dem Rauch und von dem Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorkamen.“ Ein Bild für das Schießpulver, das verwendet wird. Die Osmanen waren die Ersten, die ganz systematisch gigantische Kanonen eingesetzt haben in der Eroberung von Konstantinopel und über Jahrhunderte hinweg blieb das Osmanische Reich eine ständige Bedrohung für europäische Staaten, nicht nur für den Balkan, sondern auch für Wien zum Beispiel, für Italien, für viele Gebiete. Immer wieder haben sie auch eingegriffen, quasi unbewusst, in die Reformationsgeschichte. Und die Gesamtzahl ihres Heeres im Vers 16, „zweimal 10.000 mal 10.000“, klingt nicht nach einer Zahl, die zu irgendeinem Zeitpunkt in der Geschichte an einem Ort an einem Tag erreicht werden hätte können. Das ist völlig irreal. Aber über viele Jahrhunderte hinweg ist das möglicherweise eine Zahl, die man realistisch als die Gesamtzahl aller muslimischen, aller osmanischen Kämpfer bezeichnen kann.

Es gibt eine Zeitprophezeiung hier im Vers 15: „auf die Stunde und Tag und Monat und Jahr bereit stand.“ Wenn man eine Stunde, einen Tag, einen Monat und ein Jahr nach dem Jahr-Tag-Prinzip ausrechnet, bekommt man 391 Jahre und 15 Tage. Wenn man die zu 1449 hinzurechnet und wie gesagt den Anfang der 150 Jahre schon mit dem 27. Juli im Blick hat, enden diese genau am 11. August 1840, und das hat eine interessante Rolle auch in der Adventgeschichte gespielt. Miller konnte schon das Jahr auf ungefähr 1839-1840 berechnen, Litsch hat das dann auf 1840 konkretisiert und im Laufe des Jahres durch immer weitere historische Nachforschung ist er nicht vager geworden, sondern je näher er dem Datum kam, desto präziser wurde er. Und Ellen White kommentiert im Großen Kampf, und das Zitat haben wir hier auch abgedruckt. Die deutsche Fassung ist ein bisschen vage, wenn das hier heißt: „Am Anfang eben, Jahre 1840 erregte eine andere merk-würdige Erfüllung der Weisung und große Aufmerksamkeit.“ Das Englische sagt: „another remarkable fulfillment of prophecy“, eine weitere erstaunliche Erfüllung von Prophetie, nicht nur Vorhersage, sondern Prophetie. Und wenn sie sagt, eine andere, eine weitere, dann bezieht sie sich vorher auf den Sternenfall von 1833. Im Großen Kampf, von der Struktur des ganzen Kapitels, sind der Sternenfall von 1833 und der 11. August 1840 zwei gleichwertige Prophetieerfüllungen, die der Adventbewegung großen Aufschub gegeben haben und als solche sollte man das auch sehen, bei allen Fragen, die vielleicht noch gelöst werden müssen oder die wir dann auch im Symposium ansprechen werden. Es lohnt sich also wirklich hier an diesem Datum festzuhalten, auch wenn manche das aufgeben wollen, weil Ellen White sehr deutlich sagt, dass es sich um eine Prophetieerfüllung handelt, und ich denke, das kann man dann auch biblisch im Detail sehr gut nachweisen.

Vers 10, Kapitel 10, Vers 1: „Und ich sah einen anderen starken Engel aus dem Himmel herabsteigen, bekleidet mit einer Wolke, und ein Regenbogen war auf seinem Haupt, und sein Angesicht war wie die Sonne und seine Füße wie Feuersäulen.“ Just in diesem Moment, wo also der 11. August 1840 erscheint, wird dem Johannes jetzt genau die Bewegung gezeigt, die von jener Prophetieerfüllung besonders profitieren wird. Und da sieht man, das ist also nicht einfach nur nebeneinander geklatschte Prophetie, sondern da ist eine Storyline dahinter, das ist ein großer roter Faden, der eigentlich zusammengehört. Und auch Kapitel 10 gehört hier zur sechsten Posaune, eigentlich der Zeit und dem Inhalt nach.

Dieser Engel ist Jesus. Wir haben ja schon in Kapitel 8 gesehen, dass Jesus als Engel dargestellt werden kann. Warum ist es Jesus? Sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und das haben wir schon in Offenbarung 1, Vers 16 gesehen, da ja auch der Bezug zum Verklärungsberg. Der Regenbogen, das kennen wir aus Offenbarung 4 schon, ist ein Symbol für den Bund, den Gott eingeht und der den ganzen Thron umgibt. Diese Erscheinung Jesu hat also mit dem Bund zu tun, der den Gott mit den Menschen schließen möchte, das ist der neue Bund, wie er in Hebräer beschrieben wird. Das Gesetz Gottes im Herzen, eine direkte Beziehung zu Gott und die Vergebung aller Sünden. Wolke und Feuersäule sind Symbole, die wir aus der Wüstenwanderung der Israeliten kennen, dass Jesus seinem Volk vorausging, um es durch die Wüste zu führen in das gelobte Land. Und genau darum geht es jetzt hier: Jesus will seine treuen Nachfolger jetzt in dieser letzten Zeit führen in das gelobte Land. Es geht um das Volk Gottes, dem Jesus einen weiteren Schritt vorangehen möchte. Es geht darum, dass das Volk eine Bewegung machen muss, es gibt etwas zu lernen. Jesus hat eine Botschaft, denn ein Engel ist ein Angelos, ein Bote, und ein Bote erkennt man daran, dass er eine Botschaft hat. Jesus hat eine Botschaft an sein Volk im Kontext dieser Erfüllung der sechsten Posaune.

Vers 2: „Und er hielt in seiner Hand ein offenes Büchlein, und er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer, den linken aber auf die Erde.“ Das offene Büchlein ist das Buch Daniel, das versiegelt war bis zur Zeit des Endes. Daniel 12 spricht davon und Vers 4 der Versiegelung, und dann wird die Frage gestellt: Wann ist das? Wann gehen diese Dinge zu Ende? Und die Antwort wird gegeben, dass die Zeit des Endes 1798 ist. Vorher in Daniel 11 kann man nachlesen, wie es eine Verfolgung gibt der Gemeinde Gottes, eine schwere Verfolgung, das sind nämlich die 1260 Jahre bis zur Zeit des Endes. Die Zeit des Endes ist allerdings nicht das Ende der Weltgeschichte, sondern dann wird das Buch Daniel entsiegelt, dann wird es Leute geben, die das Buch Daniel verstehen, die es lieben und die eine Bewegung gründen werden, mit der Gott treue Nachfolger einen Schritt geführt werden in der Erfahrung der Erlösung, denn 1844 soll ja Jesus vom Heiligen ins Allerheiligste gehen. Dazu wird das Buch 1798 entsiegelt, und darum geht es jetzt, dass Jesus der Menschheit diesen wichtigen Schritt ankündigen möchte, der jetzt dran ist im Erlösungsplan.

Wie ein Löwe brüllte er in Vers 3 und 4: „und er rief mit lauter Stimme, wie ein Löwe brüllt. Und als er gerufen hat, ließen die sieben Donner ihre Stimmen vernehmen. Und als die sieben Donner ihre Stimmen hatten vernehmen lassen, wollte ich schreiben, da hörte ich eine Stimme aus dem Himmel, die zu mir sprach: Versiegle, was die sieben Donner geredet haben, und schreibe diese Dinge nicht auf.“ Zunächst einmal zu dem „wie ein Löwe brüllt“, da gibt es eine interessante Parallele in Jesaja Kapitel 21. Jesaja 21, und dort Vers 8 und 9: „Und er schrie wie ein Löwe: Herr, ich stehe unablässig auf der Warte bei Tag und auf meinem Posten alle Nächte. Und siehe, da kommt ein Zug Männer, ein Pferdegespann.“ Und er begann und sprach: „Gefallen, gefallen ist Babel, und alle Bilder ihrer Götter hat er zu Boden geschmettert.“ Sieht so aus, als ob Jesus hier genau diese Botschaft predigt, die wir dann kurze Zeit später in der dreifachen Engelsbotschaft in Offenbarung 14 auch konkret beschrieben haben. Es ist die Botschaft, die dann in die ganze Welt gehen soll, die Jesus jetzt seinem Volk hier geben möchte. Er ruft wie ein Löwe.

Was sind die sieben Donner? Das möchten sehr viele Menschen sehr gerne wissen und haben alle möglichen Spekulationen. Halten wir fest: Sie sind versiegelt, und wir haben auch keinen Hinweis irgendwo in der Bibel, dass sie irgendwann mal entsiegelt worden sind. Ellen White kommentiert, dass es sich um eine Abfolge von Ereignissen während der Miller-Bewegung gehandelt hat. Die genaue Identität scheint allerdings nirgendwo, weder in der Bibel noch bei ihr, offenbar zu sein. Sie gibt den Eindruck, dass es am besten war für Gottes Volk, nicht im Vorhinein zu wissen, was in der Miller-Bewegung passieren würde.

Vers 5: „Und der Engel, den ich auf dem Meer und auf der Erde stehen sah, erhob seine Hand zum Himmel.“ Das ist eine offensichtliche Parallele zu Daniel 12, wo wir ebenfalls Jesus haben, der dort ebenfalls seine Hand hebt und ebenfalls schwört. Damals geht es um die Zeit der Verfolgung, die 1260 Jahre, und in Daniel 12 wird dann ja auch die Entstehung einer Bewegung angekündigt, die nämlich aufgrund des geöffneten Büchleins, des entsiegelten Buches Daniels, dann die Dinge verstehen werden und lieben werden und warten werden auf die, die warten werden 1335 Tage, also Jahre. Und diese 1335 Jahre gehen ja, wie vielleicht bekannt, ins Jahr 1843, also in Daniel 12 wird diese Adventbewegung, die auf dem Buch Daniel basiert, vorhergesagt, die auf das Jahr 1843 warten würde. Und das war die Miller-Bewegung in Amerika, aus der wir als Adventgemeinde hervorgegangen sind. Und Offenbarung 10, was ja bekannterweise eine Beschreibung der Adventbewegung ist, basiert eigentlich auf Daniel 12. Und das muss man sehr gut im Hinterkopf haben, steht nicht für sich alleine, sondern im Grunde genommen sind das eigentlich die beiden Stellen, wo das Buch Daniel und das Buch Offenbarung jetzt ganz eng miteinander verzahnt werden. Vorher in den Kapiteln 1 bis 9 finden wir wenig Symbole, die direkt aus dem Buch Daniel entlehnt sind. Ab Kapitel 10, wo das Buch Daniel quasi in das Buch Offenbarung hinein injiziert wird, haben wir plötzlich all die Hörner und die Tiere, so wie wir sie auch in Daniel finden, mit ganz engen Parallelen. Also Daniel 12, das Kapitel, das sagt, es wird eine Bewegung geben, die aufgrund des Buches Daniels auf 1843 warten wird. Und genau diese Gruppe, diese Milleriten, sind jetzt in Offenbarung 10 hier wieder angesprochen, die nämlich genau von der Erfüllung der sechsten Posaune vom 11. August 1840 profitieren.

Das habe ich vorhin noch vergessen zu sagen, sollte ich vielleicht noch kurz sagen, warum das eine Erfüllung war. Denn genau an diesem Tag hat das Osmanische Reich sich wieder unter die europäischen Stämme, europäischen Staaten gestellt, hat sich militärisch und auch diplomatisch, politisch von Europa abhängig gemacht und damit genau den Prozess umgekehrt, der 1449 stattfand, als der oströmische Kaiser sich unter den Sultan gestellt hat und sich von ihm abhängig gemacht hat. Und jetzt wendet sich das Blatt wieder. Damals wurden die Osmanen gelöst, jetzt werden sie wieder gebunden. Das war die Erfüllung, und es hat natürlich für ein großes Aufsehen gesorgt, als das just an diesem Tag passierte. Und mehr Details im Symposium, aber das zeigt also, dass die Offenbarung hier tatsächlich die Adventbewegung auch mit der Erfüllung vom 11. August 1840 in Verbindung sieht.

Vers 6: „Und schwor bei dem, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, der den Himmel geschaffen hat und was darin ist, und die Erde und was darauf ist, und das Meer und was darin ist: Es wird keine Zeit mehr sein.“ Jesus ist eigentlich der Schöpfer, er schwört de facto bei sich selbst. So haben wir auch den Gedanken in Hebräer 6 und auch in 1. Mose 22, wo Gott bei sich selber schwört, weil es keinen Höheren gibt, bei dem er schwören kann. Es ist absolute Wahrheit, was er hier sagt. „Keine Zeit“ bezieht sich natürlich nicht auf die tatsächliche chronologische Zeit, sondern auf prophetische Zeit. Es wird keine Zeitprophezeiung mehr geben, denn in der Parallelstelle Daniel 12 geht es um prophetische Zeit, da geht es um die 1260 Tage. Heute gibt es viele, die zwar hier deutlich sagen, es gibt keine Zeitprophezeiung mehr, aber trotzdem just genau Daniel 12 die Zeitketten dort dann wieder in die Zukunft legen wollen. Dabei sagt Jesus in Daniel 12, er hebt die Hand und sagt: „So und so wird es geschehen bis zur Zeit des Endes.“ Und als die Zeit des Endes kommt, hebt er erneut seine Hand und sagt: „Es wird keine Zeit mehr sein, keine Zeitprophezeiung“, was deutlich macht, die Zeitprophezeiung aus Daniel 12 finden hier ihr Ende. Wichtiger Punkt.

Vers 7: „Sondern in den Tagen der Stimme des siebten Engels, wenn er in die Posaune Gottes stoßen wird, soll das Geheimnis Gottes vollendet werden, wie es seinen Knechten, den Propheten, als Heilsbotschaft verkündigt hat.“ Das Geheimnis Gottes ist das Evangelium. Epheser 6, Vers 19: „Christus in uns.“ Das Kolosser 1, Vers 27: „der Glaube.“ 1. Timotheus 3: „Deswegen ist es auch die Heilsbotschaft.“ Ist das prophetische Evangelium, wie es zum ersten Mal in 1. Mose 3, Vers 15 gepredigt wird und bis ans Ende, in Offenbarung 14, Vers 6 bis 12 der ganzen Welt gebracht werden soll. Die siebte Posaune behandelt also die Vollendung des Evangeliums. Jesus geht vom Heiligen ins Allerheiligste. Es gibt Wahrheiten wieder zu entdecken, die im Laufe der Kirchengeschichte verloren gegangen sind. Und dazu braucht es eine Bewegung, die all diese Wahrheiten aus der Prophetie und aus dem Evangelium erkennt und der ganzen Welt zeigt und die auch selbst in ihrem Leben erleben, wie das Evangelium in ihnen vollendet wird. Christus in uns, die Hoffnung der Herrlichkeit. Darum geht es in der siebten Posaune. Wenn 1844 prophetische Zeit zum Ende kommt und jetzt die siebte Posaune beginnt, dann müssen die anderen sechs Posaunen vorher stattgefunden haben. Wer also die sechs Posaunen nach 1844 auslegt, was immer wieder geschieht, der hebelt im Prinzip diesen Vers vollständig aus, ohne es vielleicht zu merken. Die sechs Posaunen müssen am Anfang vor 1844 sein, denn hier haben wir erst 1844 und jetzt kommt die siebte Posaune.

Vers 8: „Und die Stimme, die ich aus dem Himmel gehört hatte, redete nochmals mit mir und sprach: Geh hin, nimm das offene Büchlein in der Hand des Engels, der auf dem Meer und auf der Erde steht.“ Das Verständnis des Buches Daniels erhalten wir nur von Jesus. Nur wer Jesus im Zentrum seiner Auslegung hat, kann davon ausgehen, dass er die Prophetie richtig verstanden hat. Umgekehrt gilt auch: Wer zu dem biblischen Jesus kommt, der erhält von ihm das Buch Daniel. Der biblische Jesus wird immer das Studium von Prophetie fördern und es auch begünstigen und stärken. Er wird niemals davon abraten. Wenn Leute über Jesus reden und gleichzeitig vom Studium der Prophetie abraten oder es für unwichtig halten, dann kennen sie wohl den biblischen Jesus noch nicht richtig, denn der gibt uns das Buch Daniel. Er kommt symbolisch vom Himmel herab, um dieses Buch seinem Volk zu öffnen.

Vers 9 und 10: „Und ich ging zu dem Engel und sprach zu ihm: Gib mir das Büchlein! Und er sprach zu mir: Nimm es und iss es auf, und es wird dir Bitterkeit im Bauch verursachen, in deinem Mund aber wird es süß sein wie Honig. Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Engels und aß es auf, und es war in meinem Mund süß wie Honig. Als ich es aber aufgegessen hatte, wurde es mir bitter im Bauch.“ Das ist die Erfahrung der Milleriten vor und nach dem 22. Oktober 1844. Sie waren begeistert über die prophetische Botschaft des Buches Daniels, die hofften auf die Wiederkunft Jesu und waren bitter enttäuscht, als genau das nicht eintrat.

Vers 11: „Und er sprach zu mir: Das soll es nochmals weiß sagen, über viele Völker und Nationen und Sprachen und Könige.“ Es gibt noch eine Botschaft für das Volk Gottes nach 1844, nicht mehr basierend auf Zeitprophezeiungen, sondern die dreifache Engelsbotschaft, die genau für alle Völker, Nationen, Stämme und Sprachen geschrieben ist. Es ist die Botschaft für unsere Zeit.

Kommen wir zu Kapitel 11 und auch hier der Hinweis, der auch im Sendemanuskript zu finden ist: Wenn ihr in den folgenden Kapiteln wie Kapitel 11 und dann auch den nächsten Wochen mal einen Vers genauer studieren wollt, dann dürft ihr ab diesem Zeitpunkt jetzt immer auch in unserer Serie Offenbarung Vers zu Vers nachschauen. Da gibt es ab Offenbarung 10, Vers 11 zu jedem einzelnen Vers mindestens eine halbe, dreiviertel Stunde Bibelstudium, zum Teil auch mehr mit allen möglichen Parallelversen. Das nur als Ergänzung.

Kapitel 11, Vers 1: „Bei mir wurde mir eine Messrute gegeben, gleich einem Stab, und der Engel stand da und sagte: Mache dich auf und miss den Tempel Gottes samt dem Altar und die, welche darin anbeten.“ Messen nach Matthäus 7, Vers 21, Verzeihung, Matthäus 7, Vers 2 ist auch ein sprachliches Bild für Richten, für Gericht. Es geht also jetzt um das Gericht. Die Botschaft, die das Volk in die Welt tragen soll, ist die Botschaft des Gerichts. Der Tempel steht symbolisch für das Volk Gottes. Das Volk Gottes wird zuerst gerichtet. Erster Petrus 3, Vers 16 und Epheser 2, Vers 21 machen deutlich, dass der Tempel Gottes Volk ist.

Vers 2: „Aber den Vorhof, der außerhalb des Tempels ist, lasst aus und messt ihn nicht, denn es ist den Heidenvölkern übergeben worden, und sie werden die heilige Stadt zertreten, 42 Monate lang.“ 42 Monate sind natürlich die 1260 Jahre von 1538 bis 1798, als das Heidentum, das vorgebliche Christentum im Wesentlichen regierte, als das Christentum mehr heidnisch als wirklich biblisch war. Das ist die sogenannte Zeit der Heiden aus Lukas 21, Vers 24. Wenn man das sieht, sieht man ganz deutlich, dass Jesus hier von diesen 42 Monaten, diesen 1260 Jahren spricht und von nichts anderem, auch wenn es immer wieder andere Auslegungen gibt.

Und jetzt macht Johannes nochmal einen kleinen Exkurs, oder es gibt einen kleinen Exkurs, um diese 42 Monate nochmal besser zu verstehen. Hat Gott überhaupt Zeugen gehabt in jener Zeit? Und die Wahrheit ist, er hatte zwei Zeugen.

Vers 3: „Und ich will meinen zwei Zeugen geben, dass sie weissagen werden, 1260 Tage lang, bekleidet mit Sacktuch.“ In dieser Zeit, als das Heidentum so einen starken Einfluss auf das Christentum gehabt hat, gab es doch zwei Zeugen für die gesamte biblische Wahrheit, und das waren das Alte und das Neue Testament. Wir finden in Johannes 5, Vers 39 und 40, dass Jesus sagt, dass die Schriften von ihm Zeugen. Es sind seine Zeugen. Und die Bibel war in jener Zeit nicht sehr verbreitet. Sie war nicht so bekannt, wie es eigentlich Gottes Wille gewesen ist, und deswegen in Sacktuch, Trauerkleidung gekleidet, aber sie war gegenwärtig.

Vers 4: „Das sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Gott der Erde stehen.“ Ein Bild aus Zacharia 4, wo es um den Heiligen Geist geht, der wirkungsmächtiger ist als Herr und Macht und Stärke, und der Heilige Geist offenbart sich eben in der Bibel. Und es wird gesagt in 2. Petrus 1, Vers 19 bis 21, dass Menschen vom Heiligen Geist bewegt geschrieben haben. Der Heilige Geist offenbart sich im Wort Gottes.

Vers 5: „Und wenn jemand ihnen Schaden zufügen will, geht Feuer aus ihrem Mund hervor und verzehrt ihre Feinde. Und wenn jemand ihnen Schaden zufügen will, muss er so getötet werden.“ Eine Geschichte wird hier angedeutet, und zwar die Geschichte in 2. Könige 1, als mehrmals Befehlshaber des israelitischen Königs zu Elia kommen und ihn kommandieren, vom Berg herab zu kommen, und sie mit Feuer vernichtet werden, bis dann einer versteht, dass er Elia nur bitten kann, und er versteht, welche Rolle Elia hat. Elia ist ein Prophet, er steht stellvertretend für das Wort Gottes. Hier soll ausgedrückt werden, dass man das Wort Gottes nicht einfach herumkommandieren kann, dass man es nicht auf seinen Level herab bringen kann, dass man nicht über dem Wort Gottes steht. Es hat eine enorme Autorität.

Vers, was auch deutlich macht, dass trotz aller Einschränkungen der Verfügbarkeit die biblische Prophetie sich doch präzise erfüllen wird. Man kann zwar die Bibel verbieten, man kann sie in Sprachen nicht übersetzen, aber die Erfüllung der Prophetie bleibt nicht aus.

Vers 6: „Diese haben Vollmacht, den Himmel zu verschließen, damit kein Regen fällt in den Tagen ihrer Weissagung, und sie haben Vollmacht über die Gewässer, sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit jener Plage, so oft sie wollen.“ Hier wird noch einmal auf Elia angesprochen, den ersten Könige 17, und auf Mose. Und es ist interessant, weil Elia und Mose waren natürlich die beiden, die auch Jesus gestärkt haben auf dem Verklärungsberg, aber exemplarisch stehen sie für das Gesetz und die Propheten. Mose der große Gesetzgeber, Elia einer der größten Propheten. Gesetz und Propheten sind eine Standardformulierung in der Bibel für die Bibel, als eine Phrase für das Wort Gottes.

Vers 7: „Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, wird das Tier aus dem Abgrund heraufsteigen, das aus dem Abgrund heraufsteigt, mit ihnen Krieg führen und sie überwinden und sie töten.“ Die neue Macht auf der politischen Weltbühne am Ende des 18. Jahrhunderts ist natürlich die Französische Revolution, die aus dem Abgrund hervorsteigt, weil sie das alte Heidentum und den Atheismus wieder mit sich bringt. Es ist in Frankreich, wo die Bibel dann vollständig verboten wird und der Glaube an Gott per Gesetzbeschluss verneint wird.

Vers 8: „Und ihre Leichname werden auf der Straße der großen Stadt liegen, die im geistlichen Sinn Sodom und Ägypten heißt, wo auch unser Herr gekreuzigt ist.“ Auf der Straße bedeutet eigentlich, dass es kein Begräbnis gibt, es ist ein Ausdruck der Schande. Ägypten nach 2. Mose 5, Vers 2 symbolisch für Rebellion gegen Gott, Ablehnung des wahren Gottes, zeigt sich dann in der Französischen Revolution auch in dem prononcierten Atheismus. Sodom, vor allem bekannt für sexuelle Unmoral, aber auch für viele andere Sünden, einige Bibelverse im Sendemanuskript dazu aufgeschrieben. Gekreuzigt, das ist der Ort Golgatha. An diesem Ort ist Jesus gekreuzigt worden, und in Golgatha waren alle Sünden der Welt buchstäblich versammelt. Ein Sinnbild für die Konstitution der Sünde, aber auch für die Verfolgung der Wahrheit. Es war dort auf Golgatha, dass der Unschuldige Jesus verurteilt worden ist und dann exekutiert worden ist, und Jesus in der Gestalt seiner Nachfolger wurde auch in Frankreich stark verfolgt. Man erinnere sich an die Verfolgung der Hugenotten, das Massaker in der Bartholomäusnacht zum Beispiel.

Vers 9: „Und viele aus den Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen werden ihre Leichname sehen, dreieinhalb Tage lang, und sie werden nicht zulassen, dass ihre Leichname in Gräber gelegt werden.“ Und diese dreieinhalb Tage sind prophetisch gesehen dreieinhalb Jahre. Am 26. November 1793 wurde die Religion gesetzlich verboten in Frankreich, und am 17. Juni 1797, etwa dreieinhalb Jahre später, wurde dieses Verbot dann aufgehoben.

Vers 10: „Und die auf der Erde wohnen, werden sich über sie freuen und verlocken und werden einander Geschenke schicken, weil diese zwei Propheten diejenigen gequält hatten, die auf der Erde wohnen.“ Die Prinzipien der Französischen Revolution wurden begierig aufgenommen von vielen Ländern, von der Wissenschaft, von der Kultur, von der Gesellschaft. Überall hat das eine enorme Auswirkung bis zum heutigen Tag gehabt, und viele Gelehrte haben das als einen befreienden Fortschritt angesehen. Man hatte irgendwie das Gefühl, die Bibel engt ein. Und das wird hier ausgedrückt.

Vers 11: „Und nach den dreieinhalb Tagen kam der Geist des Lebens aus Gott in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße, und eine große Furcht überfiel die, welche sie sahen.“ Das Wiederaufleben der Bibel ist quasi wie eine Auferstehung. In gewisser Weise gibt es hier viele Parallelen zwischen der Erfahrung des Wortes Gottes symbolisch und der tatsächlichen Erfahrung Jesu, so wie Jesus dreieinhalb Jahre gedient hat, unerkannt oder was heißt unerkannt, aber doch von vielen unerkannt in demütiger Kleidung. So dienen dreieinhalb Zeiten prophetisch die Schriften in Sacktuch gekleidet. Beide sterben, Jesus natürlich tatsächlich, aber die Bibel hier nur symbolisch. Und beide werden auferweckt oder stehen wieder auf, und beide fahren auch in den Himmel, wie wir jetzt gleich sehen werden. Also da sieht man die enge Parallele zwischen Jesus und seinem Wort. Er selbst wird ja das Wort genannt und in der Bibel. Jesus identifiziert sich also mit seinem Volk, wie wir es gesehen haben, gerade bei den Hugenotten, identifiziert sich allerdings auch mit seinem Wort. Deswegen sollten wir uns auch mit dem Wort Gottes identifizieren und es in uns aufnehmen und dabei bleiben.

Vers 12: „Und sie hörten eine laute Stimme aus dem Himmel, die zu ihnen sprach: Steigt hierauf! Da stiegen sie in einer Wolke in den Himmel hinauf, und ihre Feinde sahen sie.“ Plötzlich erhält die Bibel einen sehr viel größeren Einfluss als jemals zuvor in den Jahrhunderten. Was ist geschehen? Um 1800 entstehen die Missionsgesellschaften. William Carey geht nach Indien, und viele andere gehen nach Afrika und in ostasiatische Länder, und es gibt einen dringenden Bedarf an Bibeln, an Übersetzungen, an massenhafter Produktion der Bibel. Bis zum Jahre 1804 war die Bibel in nur 50 Sprachen übersetzt, inklusive Sprachen wie Gotisch, die von niemandem mehr gesprochen wurden. Und jetzt entstehen in kurzer Folge eine Bibelgesellschaft nach der anderen. 1804 die British and Foreign Bible Society, 1809 die International Bible Society, 1812 haben wir die ersten Anfänge der heutigen deutschen Bibelgesellschaft in Stuttgart, damals noch die württembergische. 1816 die Frankfurter Bibelgesellschaft, die American Bible Society und so weiter und so fort. Da gibt es die ganzen Missionsgesellschaften, die Bibelgesellschaften, wir haben große Erweckungen, die stattfinden, zum Beispiel in Amerika zu der Zeit, und wir haben auch ein sehr starkes Erwachen des prophetischen Interesses, vor allem in England, in Südamerika, in verschiedenen Ländern, auch in Amerika dann, und das führt dann zu einer großen Erweckung, die dann auch in die Adventbewegung mündet. Aber die Bibel ist jetzt plötzlich sehr viel präsenter und viel greifbarer für Menschen als in all den Jahrhunderten des dunklen Mittelalters.

Vers 13: „Und zur selben Stunde entstand ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel, und es wurden in dem Erdbeben 7000 Menschen getötet, und die übrigen wurden furchtsam und gaben dem Gott des Himmels die Ehre.“ Dieses Erdbeben scheint ein Hinweis auf die Gesamtheit der Französischen Revolution zu sein, das war eine der mächtigsten politischen und religiösen Erschütterungen, die unsere zivilisierte Welt so erlebt hat, und das hat doch auch manchen wieder zurückgeführt in die Arme Gottes, als er gesehen hat, wohin eigentlich die atheistischen Prinzipien der Revolution geführt haben. Das hat dann zu einer richtigen Schreckensherrschaft geführt und auch zu Krieg in ganz Europa. Also das zu Vers 13.

Vers 14: „Das zweite Wehe ist vorüber, siehe, das dritte kommt schnell.“ Dieser Vers legt nahe, dass auch Kapitel 10 und 11, obwohl sie natürlich in gewisser Weise auch Einschübe sind, selbstverständlich, so wie auch Kapitel 7 einen gewissen Einschub dargestellt hat, sie trotzdem, wie auch Kapitel 7, nicht losgelöst werden kann vom allgemeinen Fluss der Geschichte, vom allgemeinen Erzählfluss. So wie Kapitel 7 kurz inne gehalten wird, um auf die Frage zu antworten, wer sind die, die bestehen können, und dann werden die 144.000 beschrieben, und dann geht es aber auch weiter mit der Wiederkunft und dem Lob der Erlösten im Himmel. So wird auch hier bis 1840 die Geschichte erzählt, dann wird kurz inne gehalten, kommt die Adventbewegung genau zu der Zeit, und es wird dann auch mal einen kurzen Rückblick gegeben über die Rolle der Bibel, die ja dann auch eine entscheidende Rolle spielt in diesem Anfang des 19. Jahrhunderts. Und insofern sollte man also Offenbarung 10 und 11 nicht einfach künstlich herausgreifen aus diesen Posaunen, sondern einfach als Ergänzung und als Vertiefung die sechste Posaune begreifen. Sie gehört einfach mit dazu.

Damit können wir ganz kurz die Ereignisse der sechsten Posaune insgesamt zusammenfassen: 1793 wurde die Religion in Frankreich verboten, 1797 wurde dieses Verbot aufgehoben, das war die Auferstehung der Bibel. Ein Jahr später kommt die tödliche Wunde des Papsttums im Februar durch General Berthier. Das ist der Beginn der Zeit des Endes. Und jetzt kommt zu diesem Zeitpunkt Jesus symbolisch in Offenbarung 10 mit dem entsiegelten Buch, dem Buch Daniel, das eine Botschaft an die ganze Welt hat. Das führt auch zur Erweckung, das führt zur Adventbewegung in Britannien, Lacunza, Josef Wolf, die Bibelgesellschaften. Das ist die Himmelfahrt. Ab 1804 haben wir die Bibelgesellschaften, die Himmelfahrt der Bibel, und das führt dann zu diesen ganzen Bewegungen. 1831 dann die Predigtätigkeit von Miller, da war Josef Wolf schon in Asien weit unterwegs, die britische Adventbewegung war bereits sehr stark aktiv. Dann zwei Jahre später 1833 der Sternfall, das dritte Zeichen aus dem sechsten Siegel. Dann 1840, der 11. August, das zweite Zeichen, das die Adventbewegung so stark begünstigt hat, nämlich die Erfüllung der sechsten Posaune durch dieses Osmanische Reich, was das Jahrtagprinzip erneut bestätigt hat. Und diese beiden Daten führen dann zu einer Bestätigung der biblischen Vorhersagen. 1843 ist das Datum, auf das die Milleriten warten, und 1844 dann tatsächlich die große Enttäuschung. Das Gericht beginnt, Jesus geht vom Heiligen ins Allerheiligste, er führt sein Volk einen Schritt weiter. Es geht um den Bund, der auf dem Gesetz basiert. Das Gericht beginnt, wie gesagt, der Auftrag, das ewige Evangelium basierend auf dieser Botschaft der ganzen Welt zu verkündigen. Offenbarung 14, 6 bis 12. Das Evangelium soll vollendet werden, jetzt Offenbarung 10, Vers 7. Und das ist dann die siebte Posaune, die jetzt ab Vers 15 kommt. Darum geht es jetzt.

Vers 15: „Und der siebte Engel stieß in die Posaune, da ertönten laute Stimmen im Himmel, die sprachen: Die Königreiche der Erde, der Welt sind unserem Herrn und seinem Christus zuteil geworden, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ Wir denken hier an Daniel 7, Vers 13 und 14, wo Jesus im Zuge des Untersuchungsgerichts zum König gekrönt wird. Man denke auch an Psalm 2, haben wir nicht die Zeit, das ausführlich zu behandeln, aber da gibt es enge Parallelen auch zwischen Psalm 2 und diesem Abschnitt, beziehungsweise dann auch Daniel 7 und vergleichbaren Passagen.

Vers 16 und 17: „Und die 24 Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen saßen, fielen auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Wir danken dir, oh Herr, Gott, du Allmächtiger, der du bist und der du warst, dass du deine große Macht an dich genommen und die Königsherrschaft angetreten hast.“ Wieder finden wir hier, wie bei den Siegeln, am Ende eine Verknüpfung des Geschehens auf der Erde mit dem Himmel. Wir finden wieder einen Link zu dem himmlischen Gottesdienst, und wie wir schon früher gesagt haben, was sehr deutlich wird, ist, wie eng Himmel und Erde miteinander verbunden sind, auch im Lauf der Geschichte.

Lasst mich hier noch eine Bemerkung machen, warum sollten wir davon ausgehen, dass die ersten sechs Posaunen so viel mit Krieg zu tun haben? Nun, hier in der siebten Posaune wird gesagt, dass Gott, der Vater und Jesus jetzt die Königsherrschaft annehmen werden über die Erde, und das erinnert an Daniel 7. In Daniel 7 haben wir ein Königreich nach dem anderen: Babylon, Persien, Griechenland, Rom. Sie alle haben direkt und indirekt etwas mit dem Volk Gottes zu tun, aber sie kämpfen gegeneinander. Es sind politische Kämpfe, militärische Schlachten, die wir dort in der Prophetie finden, zwischen Alexander dem Großen und Kyros und Nebukadnezar und Caesar und all den Völkern und Führern dort. Und sie kämpfen miteinander, bis dann in Daniel 7, Vers 9, das himmlische Gericht kommt und im himmlischen Gericht dann in Vers 13, 14 Jesus zum Weltherrscher gekrönt wird, zum König für alle Ewigkeit. Dasselbe Grundmuster finden wir jetzt auch in den Posaunen. Wir finden in den ersten sechs Posaunen Königreiche, die miteinander kämpfen, die irgendetwas mit Gottes Volk direkt oder indirekt zu tun haben. Das heidnische Rom, die germanischen Stämme, die dann zu Europa werden, den christlichen europäischen Ländern, dem Kirchenstaat, den islamischen Reichen, die auch mit dem Christentum immer in Kontakt gestanden haben. Sie kämpfen miteinander, bis dann wiederum hier am Ende der Vision Jesus und Gott, der Vater, die Königsherrschaft antreten.

Vers 18: „Und die Heidenvölker sind zornig geworden, und ein Zorn ist gekommen, und die Zeit, dass die Toten gerichtet werden, und dass du deinen Knechten, den Propheten, den Lohn gibst und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und dass du die verdirbst, welche die Erde verderben.“ Hier haben wir mehrere Ereignisse, die in der Reihenfolge beachtet werden sollten. Dass die Heidenvölker zornig geworden sind, begann kurz nach 1844. Wir denken da an die Revolution von 1848, und das nahm immer mehr zu, eine Intensivierung der politischen, militärischen Konflikte in der Welt. Wenn man das weiter denkt, dann sind auch die Weltkriege des vergangenen Jahrhunderts eine klare Weiterentwicklung dieses Vorgangs. Dann kommt allerdings der Zorn Gottes. Erst werden die Völker zornig, es gibt so Krieg und Kriegsgerüchte und was wir auch in Matthäus 24 vorhergesagt haben, bekommen. Dann kommt der Zorn Gottes, das sind die Plagen. Der Zorn Gottes hier sind die sieben Plagen, und die kommen dann, wenn Jesus das Räucherfass auf die Erde wirft. Da sehen wir wieder die Verlinkung zur Offenbarung 8, Vers 5, ganz am Anfang. Da haben wir sozusagen jetzt das Ende der Vision erreicht. Wenn Jesus seine hohepriesterlichen Gewänder ablegen wird und seine königlichen Kleider anziehen wird, dann ist die Zeit des Zorns gekommen. Dann beginnt die Trübsalszeit ohne Fürsprecher, dann sind die Gläubigen versiegelt und mit dem Heiligen Geist erfüllt. Und danach, wenn der Zorn gekommen ist, die Plagen ausgegossen sind, Jesus die Gläubigen bei der Wiederkunft mit sich genommen hat, dann kommt die Zeit, die Toten zu richten. Das sind dann die 1000 Jahre in Offenbarung 20, Vers 4, 5, 12 haben wir das berichtet, auch in 1. Korinther 6, Vers 2, wo Paulus sagt, dass wir die toten Ungläubigen richten werden. Wir werden die Welt richten, und dann werden auch die Gläubigen ihren Lohn empfangen. Ganz am Ende werden dann auch die, die die Erde verderben, nach den 1000 Jahren werden die Sünder verbrannt, werden ihre Strafe erhalten.

Vers 19: „Und der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes wurde sichtbar in seinem Tempel, und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und ein Erdbeben und ein großer Hagel.“ Für die gesamte siebte Posaune, die seit 1844 das Untersuchungsgericht, die Vollendung des Evangeliums beschreibt, bis hin zur Krönung Jesu, zum Ende der Gnadenzeit, zum Beginn des Zorns, ist das Allerheiligste von entscheidender Bedeutung, denn hier findet das Gericht statt. Johannes sieht eine geöffnete Tür, das ist die geöffnete Tür, die wir auch in Philadelphia haben, in Offenbarung 3, Vers 8, seit 1844. Die Bundeslade enthält die zehn Gebote, das Gesetz Gottes, die Grundlage seiner Königsherrschaft, und es spielt eine wesentliche Rolle im Evangelium, wenn wir die drei Engelsbotschaften vergleichen mit der Prediger 12, Vers 13 und 14, da heißt es: „Fürchtet Gott und haltet seine Gebote, denn das macht den ganzen Menschen aus.“ Die Vollendung des Evangeliums besteht darin, dass Menschen aus Liebe zu Gott, aufgrund seiner Gnade, erfüllt vom Heiligen Geist, durch die Kraft Jesu, mit der sie kooperieren, Gottes Gebote halten. Das ist das Evangelium von Offenbarung 14, Vers 12. Das wird geschehen. Wenn das vollendet ist, werden sie versiegelt. Jesus kann sein Werk im himmlischen Heiligtum beenden, er kann die hohepriesterlichen Kleider ausziehen, er wird zum König gekrönt, und dann wird das Räucherfass weggeworfen, und die sieben Posaunen sind dann an ihr Ende gelangt und gehen dann über in das, was wir in Offenbarung 15 in den Plagen finden, die dann die Wiederkunft einleiten.

Lieber Freund, liebe Freundin, du siehst, Prophetie ist äußerst spannend und sie führt uns näher zum Erlösungsplan und zum Wesen Jesu. Und deswegen meine Frage heute: Möchtest du dich mehr mit biblischer Prophetie beschäftigen, auch mit der, die vielleicht weniger oft gepredigt wird? Möchtest du sie studieren und demütig versuchen, Stück für Stück immer mehr davon zu verstehen? Gott segne dich in deiner Entscheidung. Und noch einmal möchte ich euch einladen, dabei zu sein am 15. und 16. März, wenn wir im Detail diese sieben Posaunen noch einmal gründlich studieren werden. Bis dann wünsche ich Gottes reichen Segen und wünsche euch, dass ihr viel Freude habt mit seinem Wort.


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