In dieser Predigt wird die Bedeutung des Lichts, das Christen in der Welt sein sollen, beleuchtet. Basierend auf Markus 4 und Lukas 8 erklärt Bogdan Tanase, dass wahres Verständnis von Gottes Wort nur denen zuteilwird, die bei Christus bleiben. Das Licht, das Gott in uns anzündet, soll nicht versteckt, sondern auf dem Leuchter platziert werden, um allen zu leuchten. Es wird betont, wie wichtig es ist, das Gehörte nicht nur aufzunehmen, sondern auch zu verstehen und weiterzugeben, um nicht wie die verstockten Juden zu werden, die die Wahrheit nicht erkannten. Die Predigt schließt mit der Ermahnung, achtsam zu hören und das empfangene Licht aktiv weiterzugeben, um Frucht zu bringen und Gottes Segen zu empfangen.
Der Ersehnte: 112. „Licht unter den Schefffel“
Bogdan Tanase · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Jesus, Markus, Neues TestamentPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Der Ersehnte
„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
Weitere Aufnahmen
Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[0:30] Hallo und herzlich willkommen heute Abend zu unserem Seminar zu "Der Ersehnte". Schön, dass ihr alle hier seid. Schön, dass ihr eingeschaltet habt oder dass ihr euch jetzt auch dieses Video anschaut. Wir wollen heute in der chronologischen Geschichte oder Anschauung des Lebens Jesu weitergehen und uns den Abschnitt in Markus Kapitel 4, Verse 21 bis 25 anschauen und parallel dazu auch Lukas Kapitel 8, Verse 16 bis 18. Und bevor wir das tun, möchten wir wie gewohnt gemeinsam beten. Unser großer Gott, ich möchte dir danken, dass wir jetzt die Möglichkeit haben, das Leben Jesu weiter zu studieren. Ich möchte dich bitten, dass du jetzt bei uns bist, dass du uns mit deinem guten Geist erfüllst und dass du uns hilfst zu verstehen, was du uns zeigen möchtest und vor allem auch, wo du uns noch verändern möchtest. Ich danke dir dafür, dass du das tun wirst und bitte das im Namen Jesu. Amen.
[1:38] Wir befinden uns immer noch an dem See. Es geht immer noch um die Seepredigt, die wir vor kurzem begonnen haben zu studieren und wir haben dort gesehen, dass Jesus jetzt quasi hier an diesem See anfängt, Gleichnisse zu erzählen. Und wir haben uns das Gleichnis vom Seemann angeschaut und haben gesehen, dass es viele Menschen gab, die dort sich versammelt haben, um Jesus zuzuhören. Und sie haben das Gleichnis von dem Seemann gehört und dann sind viele wieder gegangen und nur wenige sind noch da geblieben. Und diese wenigen, das waren die Jünger, denn die kamen dann tatsächlich zu Jesus und haben gefragt: "Meister, was bedeutet es?" Sie wollten wissen, was dieses Gleichnis tatsächlich bedeutet, denn sie hatten es noch nicht verstanden. Und in diesem folgenden Abschnitt, der Abschnitt, den wir heute studieren, ist nämlich direkt nach der Erklärung.
[2:50] Und es beginnt mit dem Vers 21, Markus Kapitel 4, Vers 21, wo wir lesen: "Und er sprach zu ihnen." Das ist gleich im Anschluss dieser Erklärung des Gleichnisses. Und allein schon aus dieser Situation können wir schon eine Lehre herausziehen oder etwas, was für uns wichtig ist, nämlich, dass nur diejenigen, die bei Christus bleiben, bekommen ein tiefes Verständnis von seinem Wort. Nur diejenigen, die die Wahrheit tatsächlich wissen möchten, denen wird sie auch eröffnet. Wir haben also dieses "Und er sprach zu ihnen." Und wir haben hier auch so ein bisschen eine Verbindung zu den vorangegangenen Versen, die zu dieser Erklärung aus dem zu dem Gleichnis von dem Seemann. Dort wird nämlich in diesem letzten Vers, in dem Vers 20, wird nämlich erklärt, dass diejenigen gute Frucht bringen oder dass diejenigen, bei denen der Same auf fruchtbarem Boden fällt, es die sind, die das Wort hören und in ihrem Herzen behalten und Frucht bringen.
[4:14] Und Jesus spricht zu ihnen: "Kommt etwa das Licht, damit es unter dem Scheffel oder unter das Bett gestellt wird und nicht vielmehr, damit es auf dem Leuchter, damit man es auf dem Leuchter setzt?" Ich weiß nicht, wie viele von euch sich noch daran erinnern können, aber wir haben ein Parallelfest dazu schon mal studiert. Das ist schon eine ganze Weile her. Das war ungefähr im Oktober 2017 und da ging es um Matthäus Kapitel 5, Vers 15. Und da können wir mal kurz reinschauen. Matthäus Kapitel 5, Vers 15. Das ist jetzt sozusagen ein bisschen eine Wiederholung. Wer das ganz ausführlich haben möchte, kann sich auch die Aufnahme noch mal anschauen. Das ist Folge 72 und Matthäus 5, Vers 15 hatten wir damals gelesen: "Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter. So leuchtet es allen, die im Haus sind." Gott zündet also dieses Licht in uns an, damit wir es leuchten lassen.
[5:34] Wir hatten auch, was denn der Scheffel ist. Weiß jemand, was ein Scheffel ist? Denn in diesem Vers geht es ja darum, dass das Licht die Aufgabe hat, zu leuchten. Und dann gibt es aber zwei Dinge, die hier als unsinnig quasi gezeigt werden, die man damit machen könnte. Man könnte es unter ein Scheffel stellen, man könnte es unter das Bett stellen. Also jetzt wollen wir uns mal anschauen, was ist denn ein Scheffel? Schon zu lange her. Nein? Also es ist auf jeden Fall etwas, das man über das Licht drüber stellt, wo es dann nicht mehr hell ist, richtig? Also es muss, bitte? Genau, ein Scheffel ist eigentlich eine Maßeinheit. Das ist Luthers Übersetzung für das Hohlmaß. Und in dem Lateinischen heißt das Ganze Modius und es war ein Tongefäß, das etwa 8,75 Liter fassen konnte. Das heißt, man hat dann hier irgendwo sein Licht, sein Leuchter und dann nimmt man dieses Tongefäß und stülpt es drüber. Das ist total unsinnig.
[6:55] Was passiert, wenn man das Licht jetzt aber unter das Bett stellt? Ja, das fängt Flammen, oder? Es brennt, es ist gefährlich. Wenn das Licht aus ist, in einem Haus, dann sieht keiner mehr. Also das ist gefährlich auch für die anderen, die sich in dem Haus befinden, weil sie sich irgendwo anstoßen, irgendwo gegenrennen. Wenn man das unter das Bett stellt, dann fängt es Flammen. Ja, und dann ist es auch gefährlich für einen selber, wenn man jetzt vielleicht auf dem Bett liegt. Also wir sehen, dass dieses Verhalten, was hier gezeigt wird, dass davon eine Gefahr ausgeht.
[7:34] In 2. Mose, Kapitel 25, Vers 37 wird beschrieben, was eigentlich dieses Licht tun soll, der Leuchter, was der Sinn des Leuchters ist. 2. Mose, Kapitel 25, Vers 37 steht dort: "Und du sollst seine sieben Lampen machen und man soll seine Lampen aufsteigend anordnen, damit sie das, was vor ihm liegt, erleuchten." Also offensichtlich ist ein Leuchter da, damit er Dinge erleuchtet. Es ist genauso unsinnig, etwas über den Leuchter drüber zu stellen, wie wenn ich jetzt zum Beispiel ein Auto verwende, um damit übers Wasser zu fahren. Das ist sowohl für mich gefährlich, als auch für die anderen Insassen, die vielleicht im Auto sind, weil es geht unter. Das ist nicht, wozu das bestimmt ist. Genauso wenig, wie man das Licht unter einen Scheffel setzen sollte, möchte auch Gott nicht, dass wir unsere Gaben verstecken. Gott möchte, dass wir die Gaben, die er uns geschenkt hat, dass wir sie einsetzen zu seiner Ehre.
[8:57] Genauso ist es aber auch mit dem, was Gott uns offenbart, mit dem, was wir lernen über ihn. Das sollen wir auch nicht vor dem Menschen verstecken, sondern das sollen wir weitergeben. In Matthäus, Kapitel 5, Vers 16, das gehört nämlich auch noch dazu. Da befinden wir uns übrigens in der Bergpredigt, steht nämlich dann weiter: "So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen." Jesus bezieht es hier auf das geistliche Leben der Jünger. Und ein Vers, den wir damals auch behandelt hatten, ist Jesaja, Kapitel 60, Verse 1 bis 3, was auch sehr bekannt ist: "Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde, und tief ist dunkel die Völker, aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und Heidenvölker werden zu deinem Licht kommen und Könige zu dem Glanz, der über dir aufgeht."
[10:14] Licht bietet Orientierung, vor allem in der Dunkelheit. Da haben wir auch das Bild zum Beispiel von einem Leuchtturm, an dem sich die Schiffe orientieren, damit sie nicht gegen die Klippen fahren. Und so sollen auch wir, die wir das Licht haben, weitergeben, damit auch andere Menschen, die in der Finsternis sind, einen Punkt haben, an den sie sich orientieren können. Genau das beschreibt nämlich auch Offenbarung, Kapitel 1, Vers 20, wo es eben heißt, dass wir eben als Gemeinde diese Aufgabe haben. Kapitel 1, Vers 20: "Das Geheimnis der sieben Sterne, die du in meiner Rechten gesehen hast, und der sieben goldenen Leuchter. Die sieben Sterne sind Engel, die sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter, die du gesehen hast, sind die sieben Gemeinden." Also der Leuchter, das was das Licht hinaustragen soll, das ist die Gemeinde. Das sind wir als Gemeinde, aber auch als Individuen, die wir zur Gemeinde gehören.
[11:15] Wie lassen wir denn praktisch unser Licht leuchten? Ganz genau. Kennt jemand einen Vers, der das sagt? Schaut mal in Philipper, Kapitel 2, wolltest du sagen? Philipper, Kapitel 2, Verse 15 bis 16. Dort steht: "damit ihr unstreflich und lauter seid, untadelige Kinder Gottes mitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter welchem ihr leuchtet als Lichter in der Welt, indem ihr was? Das Wort des Lebens darbietet mir zum Ruhm am Tag des Christus, dass ich nicht vergeblich gelaufen bin, noch vergeblich gearbeitet habe." Also dadurch, dass wir eben das Wort Gottes weitergeben, lassen wir das Licht in der Welt leuchten.
[12:27] Vers 22, Markus, Kapitel 4, Vers 22. "Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar gemacht wird und nichts geschieht so heimlich, dass es nicht an den Tag kommt." Ist es ein neues Prinzip, was Jesus hier erklärt? Oder gab es das schon davor? Das steht auch im Alten Testament. Genau. Kennt ihr eine Stelle, wo das vorkommt? Oder zumindest so ähnlich? Schaut mal im Prediger, Kapitel 12 und dort Vers 14. Prediger, Kapitel 12 und dort Vers 14. Das ist der letzte Vers in dem Buch Prediger. Dort steht: "Denn Gott wird jedes Werk vor ein Gericht bringen, samt allen Verborgenen, es sei gut oder böse." Verborgen ist das, was im Dunkeln ist, was man nicht sehen kann. Und wenn man es offenbar macht, dann wird es eben durch das Licht sichtbar. Das Licht vertreibt die Finsternis und durch das Licht wird das Verborgen offenbar und die Wahrheit erkannt.
[14:14] Und es ist hier auch eine Gerichtsbotschaft. Und auch wenn wir uns den Text hier mal weiter anschauen werden, stoßen wir immer wieder auf Hinweise oder auf Ausdrücke, die uns an das Gericht immer wieder erinnern. Und im Gericht wird eben offenbar werden, welche Möglichkeiten auch Menschen gehabt haben und sie dann nicht genutzt haben. Lassen wir uns auch anschauen in 1. Korinther, Kapitel 4, Vers 5. 1. Korinther, Kapitel 4, und dort Vers 5.
[15:09] "Darum richtet nichts vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch das im Finstern Verborgene ans Licht bringen und die Absichten der Herzen offenbar machen wird. Und dann wird jedem das Lob von Gott zuteil werden." Also Gott wird was offenbar machen? Die Absichten des Herzens. Denn Gott kennt das Herz und nur er weiß, was in den Menschen vorgeht. Deshalb können wir auch selbst nicht oder vielleicht oft nicht verstehen, warum Gott so handelt, wie er es tut. Doch im Gericht wird es für alle offenbar werden, warum es so geschehen musste. Und es wird offenbar werden, dass Gott gerecht ist. Gott wird sozusagen Licht in jede noch so versteckte und dunkle Ecke jedes Herzens bringen.
[16:03] Und in Vers 23 sagt dann Jesus zu den Jüngern: "Wer Ohren hat zu hören, der höre." Ist es nicht etwas, was offensichtlich ist? Was soll man mit den Ohren sonst machen? Warum muss Jesus sagen: "Wer Ohren hat zu hören, der höre?" Also es kommt nicht nur darauf an, das tatsächlich in sich reinzulassen, sondern auch es zu verstehen. Ich muss kurz was nachschauen. Genau, da kommen wir auch noch dazu. Die Stelle in Jesaja, das haben wir auch noch. Ich wollte noch einige Sachen nachschauen, bevor ich das sage. Am Ende des Gleichnisses vom Seemann sagt er nämlich genau das Gleiche: "Wer Ohren hat zu hören, der höre."
[17:52] Und das Interessante ist, dass wir vorhin gesagt haben oder was wir hier nämlich lesen, dass Jesus erzählt dieses Gleichnis vom Seemann. Und wie viele kommen zu ihm? Nur einige, richtig? Nur seine Jünger kommen zu ihm. Und viele haben das aber gehört. Aber haben das alle verstanden? Höchstwahrscheinlich nicht. Sie haben sich einfach damit abgefunden, dass sie das nicht verstehen oder haben vielleicht gedacht, dass die Sachen, die sie da jetzt rein interpretieren, richtig sind. Aber nur wenige haben sich die Mühe gemacht, wirklich zu Jesus zu kommen und ihn zu fragen, was das wirklich bedeutet. Nur wenige sind zu Jesus gekommen. Wir sehen, man kann nur dann wirklich ein Licht sein, wenn man wirklich zuhört, was Jesus einem zu sagen hat. Es ist auch irgendwo, wenn wir uns überlegen, Jesus selbst ist das Wort. Er ist das Licht. All diese Dinge, all diese Eigenschaften treffen auf ihn zu. Und deswegen, wenn wir dieses Licht weitergeben wollen, dann müssen wir es direkt von ihm beziehen. Wenn wir das Wort verstehen wollen, müssen wir direkt zu ihm kommen. Jesus finden wir auf jeder Seite in der Bibel, auch im Alten Testament, auch im Neuen Testament. Überall können wir ihn wiederfinden. Und deswegen ist es wichtig, dass wir ihn immer in diesen Kontext ansetzen.
[19:23] Wenn wir jetzt zu Vers 24 kommen, dann fällt hier auch noch etwas Interessantes auf. Und zwar steht hier: "Sprach zu ihnen: Achtet auf das, was ihr hört." Wenn wir dazu in Lukas Kapitel 8, Vers 18 gehen, dann steht dort: "So seht nun darauf, wie ihr hört." Also hier in Markus lesen wir davon: "Achtet darauf, was ihr hört." Und in Lukas steht dann: "Achtet darauf, wie ihr hört." Was denkt ihr, ist es ein Unterschied, was man hört und wie man hört? Was man hört, ist wahrscheinlich klar. Es geht darum, was lasse ich in mich rein. Unsere Sinne sind sozusagen die Schnittstelle zwischen der Außenwelt, zwischen unserer Umgebung, unserer Umwelt und unserem Herzen, wenn man so will. Und wir haben die Wahl, wir können entscheiden, was lassen wir rein und was lassen wir nicht rein. Aber was bedeutet es, dass hier eben auch steht: "Wie man hört?" Wie höre ich? Wie kann man denn hören?
[20:58] Ja, das ist ein sehr guter Punkt und da kommen wir auch gleich noch mal drauf. Also wenn man sich überlegt, die Leute, die das Gleichnis vom Seemann gehört haben, sie haben zugehört, aber sie haben nicht alles verstanden. Aber Jesus hätte es ihnen erklären können. Wie haben sie zugehört? War es ihnen wirklich wichtig, zu verstehen, was gesagt wird? Auch die Juden, sie hatten die ganzen Schriften, also das Alte Testament, sie kannten die Propheten, sie kannten die Bücher Mose, sie hatten alles da. Sie haben es gelesen, aber sie haben es nicht verstanden. Warum? Weil sie schon ihre eigene Meinung quasi da reingelegt haben. Sie hatten genau Vorurteile und sind nicht quasi unvoreingenommen an die Sache rangegangen.
[22:09] Und da kommen wir jetzt nämlich zu Matthäus 13, Vers 14. Matthäus Kapitel 13, Vers 14, wo es nämlich auch darum geht. Jesus sagt, Matthäus 13, Vers 14: "Und es wird an ihnen die Weissagung des Jesaja erfüllt, welche lautet: Mit den Ohren werdet ihr hören und nicht verstehen und mit den Augen werdet ihr sehen und nicht erkennen." Ja, und in Vers 15 ist quasi der Grund dafür: "Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt und mit den Ohren hören sie schwer und ihre Augen haben sie verschlossen, dass sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile." Habt also acht, wie ihr hört.
[23:13] Im zweiten Band "Selected Messages" Seite 79, also im Englischen, schreibt er auch zwei Sätze dazu: "Habt also acht, wie ihr hört, ist eine Ermahnung Christi. Wir sollen hören, um die Wahrheit zu erfahren, damit wir in ihr wandeln können." Warum hat denn Jesus überhaupt den Gleichnissen zu den Menschen gesprochen? Genau, ja das ist nämlich auch charakteristisch für diese Seepredigt, dass die Gleichnisse, die dort erzählt werden, sie sind sehr schlicht, sehr einfach, sie sind aus dem Alltag, ja, so dass jeder das verstehen kann. Okay, aber was, was noch?
[24:06] Genau. Die Leute, also das hat sich auch viel besser in den in den Gedanken der Menschen festgesetzt und sie hatten etwas, womit sie es verbinden konnten. Diese geistlichen Lehren und Prinzipien, die Jesus ihnen da mitgegeben hat, wenn sie dann jemanden, den Samen haben, sehen sehen oder vielleicht haben sie es auch selber getan, dann kamen ihnen diese, diese geistlichen Prinzipien, diese Gedanken eben wieder. Und ein weiterer Punkt ist aber auch, dass es eben auch Leute gab, die Vorurteile gegen Christus hatten und die alles getan hätten, oder alles gesagt hätten, selbst wenn es unwahr, also wenn es eine Lüge gewesen wäre, um seine Aussagen zu entkräften und ihn irgendwie schlecht darzustellen. Und dadurch, dass es eben den Gleichnissen verpackt war, war das gar nicht so einfach. Und das hat nämlich auch dazu geführt, dass diese Menschen sich damit auch auseinandersetzen mussten und mehr darüber nachgedacht haben, wie wenn er ihnen direkt klar gesagt hat, was er sagen wollte.
[25:24] Die Jünger, Jesus spricht ja hier zu den Jüngern. Was meint er, wovor wollte Jesus die Jünger gerne bewahren? Ja, weil wenn wir auch überlegen, das ist etwas, was Christus ja schon mal gesagt hatte. In der Bergpredigt hat er das schon mal zu den Jüngern gesagt. Und sie haben es gehört, sie haben es aufgenommen. Und jetzt sagt er das noch mal zu ihnen. Warum muss er es ihnen noch mal sagen?
[26:26] An den Juden konnte man gut sehen, was passiert ist mit jemanden, der so festgefahren war in seiner Meinung. Sie hatten die Wahrheit, aber sie haben sie nicht richtig wiedergegeben. Sie haben sie gar nicht mehr wiedergegeben. Anstatt ein Licht für die Welt zu sein, wofür Gott sie bestimmt hatte, haben sie sich eingemauert und haben das alles so in sich konzentriert. Und anstatt es weiterzugeben, haben sie es für sich behalten. Es ist genauso unsinnig, wie dass jemand eben ein Scheffel über ein Licht stellt. Genau das haben die Juden damals getan. Und Jesus wiederholt hier noch mal diese Lehre, denn er möchte seine Jünger davor bewahren, dass ihnen genau das gleiche widerfährt. Dass sie nämlich auch, so wie die Juden das Licht, das sie bekommen, nicht weitergeben, sondern vielleicht für sich behalten. Und das passt auch gut zu dem, was wir in Vers 25 dann nachher sehen werden.
[27:44] Interessant ist auch zu berücksichtigen oder das in Kontext zu sehen, dass nämlich die Jünger, sie hatten sich vor gar nicht so langer Zeit Jesus angeschlossen. Und diese ganzen Lehren waren jetzt neu für sie. Und in "Evangelisation", also ich weiß gar nicht, was es auf Deutsch ist, "Evangelisation", Seite 355, auch im Englischen, ist folgendes Zitat zu finden: "Wenn Seelen bekehrt sind, sollen sie sofort im Werk eingespannt werden. Und wenn sie nach ihren Fähigkeiten arbeiten, werden sie stärker werden. Durch die Begegnung mit gegensätzlichen Einflüssen werden wir im Glauben gestärkt. Während das Licht noch in ihrer Herzen scheint, sollen sie seine Strahlen verbreiten. Lehrt die Neubekehrten, dass sie in die Gemeinschaft mit Christus eintreten, seine Zeugen sein und ihn der Welt bekannt machen sollen."
[28:38] Also wenn jetzt jemand neu im Glauben ist, dann soll er auch gleich eingespannt werden. Er soll mitarbeiten im Werk Gottes. Warum? Weil er wird auf Hindernisse stoßen. Er wird Schwierigkeiten erleben. Aber das ist eben das, was den Glauben danach erstärkt, weil er eben lernt, wie man diese Hindernisse überwinden kann. Er macht seine eigenen Erfahrungen mit Gott. Und diese ganzen Dinge helfen ihm in seinem geistlichen Wachstum und bringen ihn voran. An den Hindernissen, Herausforderungen wächst man. Und deswegen wiederholte Christus auch noch mal dieses Prinzip an dieser Stelle.
[29:21] Genau, das hatten wir schon in 5. Mose 6, Vers 4 spricht Gott ja auch zum Israel und sagt: "Höre Israel." Warum? Es geht darum, dass er ihnen etwas zu sagen hat, was nicht einfach nur etwas Akustisches ist, sondern Gott möchte ihr Herz verändern. Gott hat den Israeliten das Gesetz gegeben und sie wollten es nur auf Steintafeln. Aber Gottes ursprünglicher Plan war es, es ihnen ins Herz zu schreiben, sie wirklich zu verändern.
[29:57] Lesen wir weiter in Vers 24. Also achtet auf das, was ihr hört. Und dann sagt Jesus: "Mit dem selben Maß, mit dem ihr anderen zumesst, wird auch euch zugemessen werden." Schaut mal in Matthäus Kapitel 7 und dort Vers 2.
[30:34] "Denn mit demselben Gericht, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden. Und mit demselben Maß, mit dem ihr anderen zumesst, wird auch euch zugemessen werden." Also auch hier haben wir diese Verbindung zum Gericht. Und wir kennen das auch mit dem Maß aus Ezechiel zum Beispiel, dass das eben ein Symbol auch für das Gericht ist. Hier wird es dann auch noch mal direkt in einem Vers quasi im Gegensatz oder nicht im Gegensatz, sondern als Erklärung nebeneinander erwähnt.
[31:03] In Psalm 18, Verse 25 und 26 finden wir das auch. Psalm 18 und dort Verse 25 und 26.
[31:29] "Darum vergalt mir der Herr nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände vor meinen Augen. Gegen den Gütigen erzeigst du dich gütig, gegen den Rechtschaffenen rechtschaffen. Vers 27: Gegen den Reinen erzeigst du dich rein, aber dem Hinterlistigen trittst du entgegen." Also wir sehen, Gott handelt nach unserem Handeln. Also so wie wir uns anderen gegenüber verhalten, so handelt auch Gott an uns.
[32:00] In Lukas 6, Vers 38, um den Punkt dann abzuschließen. Lukas 6, Vers 38. Das ist jetzt eher in einem positiver ausgedrückt, wie wir das jetzt in Psalm gelesen hatten. "Gebt, so wird euch gegeben werden, ein gutes, vollgedrücktes und gerütteltes, überfließendes Maß wird man in euren Schoß schütten. Denn mit demselben Maß, mit dem ihr anderen zumesst, wird euch wiederum zugemessen werden." Also wir sehen, das ist ein göttliches Prinzip. Wenn wir anderen zum Segen werden, dann wird auch Gott uns segnen.
[33:11] Vers 24, wir lesen weiter. "Und es wird euch, die ihr hört, noch hinzugelegt werden." Jesus bereitete die Jünger hier darauf vor, dass sie das Licht der Welt sein werden und nicht die Juden, die quasi ihre Chance hatten und es abgelehnt haben, diese Aufgabe auszuführen. Dadurch, dass sie ein besseres Verständnis hatten, hatten sie auch eine größere Verantwortung. Wir sehen das zum Beispiel auch an der Geschichte von Mose. Mose hat eine Sünde begangen, wo er nicht genau das getan hat, was Gott ihm gezeigt hat und durfte deswegen das Land Kanaan nicht sehen. Das Maß, mit dem er gemessen wurde, war viel größer wie das, was an andere angelegt wurde, die nicht sein Verständnis oder seine Erkenntnis hatten. Je mehr Licht also auch in unserem Leben scheint, desto größer ist auch unsere Verantwortung und das Maß, mit dem wir gemessen werden.
[34:27] In dem fünften Band der "Zeugnisse", Seite 694, wiederum im Englischen, steht: "Diejenigen, die auf die Worte Christi hörten, hörten und berichteten von seiner Lehre ganz im Sinne des Geistes, der in ihnen war. Es ist immer so mit denen, die Gottes Wort hören. Wie sie es verstehen und empfangen, hängt von dem Geist ab, der in ihren Herzen wohnt. Es gibt viele, die ihre eigene Konstruktion auf das, was sie hören, setzen und den Gedanken ganz anders erscheinen lassen, als das, was der Sprecher auszudrücken versuchte. Einige, die durch das Medium ihrer eigenen Vorurteile oder Vorbesitzungen hören, verstehen die Angelegenheit so, wie sie es sich wünschen, wie es ihrem Zweck am besten entspricht und berichten es. Denn Eingebungen eines unheiligen Herzens folgend, konstruieren sie in das Böse das, was richtig verstanden ein Mittel zum großen Guten sein könnte." Also es ist hier wiederum diese Einstellung des Herzens, mit der man an die Sache herangeht. Es kommt darauf an, welcher Geist in uns wohnt.
[35:50] Vers 25: "Denn wer hat, dem wird gegeben werden, wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat." Und auch hier machen wir quasi eine kleine Wiederholung von dem, was wir in der vorletzten Folge behandelt hatten. Da wurde nämlich das auch schon angesprochen. Matthäus 13, Vers 12. Matthäus Kapitel 13 und dort Vers 12 lesen wir: "Denn wer hat, dem wird gegeben werden und er wird im Überfluss haben, wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat." Könnt ihr euch noch erinnern, was das bedeutet?
[37:06] Genau, da gibt es ganz viele Bilder, die eigentlich dieses Prinzip hier erklären. Also wenn das, was wir bekommen, wenn wir irgendwie geistlich an einen bestimmten Punkt angekommen sind, wenn wir das umsetzen, dann wird es weiterhin zunehmen. Wenn wir das aber nicht tun, dann werden wir wieder abrutschen und die Geistlichkeit wird wieder abnehmen. Es gibt quasi keinen Stillstand. Es geht entweder nur aufwärts oder abwärts.
[38:00] Und in Jesaja Kapitel 5, Verse 4 bis 7, finden wir ein gutes Beispiel dafür, für dieses Prinzip. Jesaja Kapitel 5, Verse 4 bis 7, ein Gleichnis sozusagen, dass das hier erklärt. Da geht es nämlich um den Weinberg Gottes.
[38:57] Also ein Weinberg, der keine Früchte bringt, ist wie viel wert? Nichts. Und was macht man da als Weinbergbesitzer? Da reißt man alles aus und pflanzt sie neu an.
[39:36] Also auch wenn wir uns in Johannes Kapitel 15, Vers 2 anschauen, was Jesus hier für ein Gleichnis benutzt. Johannes Kapitel 15, Vers 2. Da geht es nämlich um den Weinstock, der Frucht bringen soll. Johannes 15, Vers 2: "Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg. Jede aber, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt." Also der Weinstock, der nichts hat oder die Rebe, die nichts hat, die wird ausgerissen. Warum? Weil sie verbraucht einfach nur unnötig Energie, sozusagen. Die wird abgeschnitten, dann bleibt die Energie für diejenigen übrig, oder Ressourcen, die Frucht haben, die davon auch Gebrauch machen. Und diejenigen, die eben Frucht haben, die werden gepflegt und gehegt, damit sie noch mehr Frucht bringen. Wer keine Frucht bringt, wird ausgerissen. Wer aber Frucht bringt, wird gepflegt, damit er auch weiterhin viel Frucht bringt.
[40:46] In Offenbarung Kapitel 3, Verse 15 und 16 geht es um Laodizea. Was sagt Jesus zu Laodizea? Vers 15 und 16: "Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärst. So aber, weil du lau bist und weder kalt noch heiß, werde ich dich ausspeien aus meinem Mund." Also Laodizea bringt sozusagen keine Frucht, oder wenn sie keine Frucht bringt, wird sie abgeschnitten.
[41:34] Schaut mal in Matthäus Kapitel 7, ab Vers 18.
[42:05] "Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen, und ein schlechter Baum kann keine guten Früchte bringen. Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum werdet ihr sie an ihren Früchten erkennen. Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinen Namen geweißtagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt. Weicht von mir, ihr Gesetzlosen." Auch wenn es äußerlich so aussehen mag, dass jemand hier in Gottes Namen arbeitet, Gott kennt das Herz.
[42:59] Fortschritt ist hier nur möglich durch Weitergabe des Lichts. Die Tendenz, ob es nach oben oder nach unten geht, zeigt sich dadurch, wie sehr man weitergibt, was man schon gelernt hat. Also, wer noch mehr verstehen möchte, was Gott uns gezeigt, der muss sein Licht dann auch weitergeben.
[43:26] Gut, damit sind wir auch jetzt hier schon in diesem Text durchgekommen. Lasst uns vornehmen, dass wir uns wirklich die Zeit nehmen, das, was Jesus uns zeigt, auch noch mal an seinen Füßen uns quasi zu setzen und das zu studieren. Wirklich von ihm zu erbitten, dass er uns zeigt, was er uns sagen möchte. Dass wir uns auch vornehmen, wahre Lichter zu sein, indem wir das, was Gott uns zeigt, auch weitergeben. Dass wir wirklich das Licht in der Welt strahlen, dass wir auch ein Orientierungspunkt für andere sein können. Und lasst uns auch darauf achten, dass wir nicht von dem ablassen, was Gott uns schon gezeigt hat. Und dass wir nicht in unserer Geistlichkeit wieder abnehmen. Wollen wir uns das vornehmen? Amen.
[44:34] Dann lasst uns gemeinsam noch beten zum Abschluss. Großer Gott, ich danke dir, dass du uns dazu bestimmt hast, Lichter in dieser Welt zu sein. Und danke, dass du jeden einzelnen Menschen erretten möchtest. Danke, dass du uns in deinem Wort Weisung gibst und uns zeigst, wie du uns führen möchtest. Ich möchte dich bitten, Herr, für jeden einzelnen von uns, dass du uns hilfst, das, was wir erkannt haben, noch umzusetzen. Dass wir auch gute Frucht bringen, damit wir in der Ewigkeit bei dir sein können und dass wir nicht abgehauen werden, weil wir nutzlos sind. Hilf uns, nützlich zu sein. Hilf uns, dieser Weinberg zu sein, der Frucht bringt. Also danke ich dir, dass du das tun willst und bitte das im Namen Jesu Christi. Amen.
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