In dieser Predigt beleuchtet Christopher Kramp das Gleichnis vom Senfkorn aus Matthäus 13. Er erklärt, wie Jesus durch dieses Gleichnis die überwältigende Kraft und das immense Wachstum des Reiches Gottes verdeutlicht, das oft aus kleinsten Anfängen entsteht. Die Botschaft ermutigt dazu, sich nicht von der scheinbaren Kleinheit oder Unscheinbarkeit abschrecken zu lassen, sondern auf Gottes Wirken zu vertrauen, das selbst aus dem Geringsten Großes hervorbringen kann.
Der Ersehnte: 115. „Von allen Samenkörnern das kleinste“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, JesusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Der Ersehnte
„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[5:00] Während der See-Predigt. Und das geht hier los in Matthäus 13 und dort Vers 31 mit den uns jetzt vielleicht schon bekannten Worten: Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach. Vielleicht könnt ihr euch erinnern an letztes Mal, was das im Griechischen bedeutet: „ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor“. Was haben wir gelernt, was bedeutet das eigentlich?
[5:24] Ja, das erklärt er später. Was bedeutet das? Er legte ihnen ein Gleichnis vor. Haben wir letzte Woche gelernt, wenn ihr euch erinnern könnt. Das war eine besondere, ja? Genau, serviert. Das Wort kommt eigentlich sonst vor, wenn man eine Mahlzeit jemandem vorsetzt. Wenn man irgendwas Schönes gekocht hat und sagt: „Ich habe ihnen dieses Essen vorgesetzt.“ Und wir lesen also in Vers 24: „Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor.“ Ja, da kommt so der Hauptgang, das Gleichnis vom Weizen und Unkraut und dann kommt danach noch ein Gang, nämlich das Gleichnis vom Senfkorn. Ja, diese Idee, dass wir uns aus dem Wort Gottes ernähren sollen. Jesus präsentiert die Gleichnisse quasi wie eine Mahlzeit. Es war ein regelrechtes Fest, nicht wahr, diese See-Predigt. Mehr Gänge, mindestens sieben, acht Gänge sozusagen. Und ihr wisst ja, Ellen White sagt, das Bibelstudium ist das Einzige, wo man nicht fasten sollte, nicht wahr? Wo man, wo man schlemmen kann ohne Bedenken. Da braucht es in dem Maße jetzt keine Mäßigkeit.
[6:25] Nun, interessant, bevor wir hier weiterlesen, ist, dass er nach Markus noch, bevor er eigentlich anfängt mit dem Gleichnis, eine rhetorische Frage stellt, und die ist sehr interessant. Schaut mal in Markus 4 und dort Vers 30. Denn hier hat er dem Gleichnis eine Frage vorgeschoben, die es sich lohnt anzuschauen. Markus 4 Vers 30, da heißt es: „Und er sprach: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen oder durch was für ein Gleichnis sollen wir es darlegen?“
[6:56] Jetzt, wie nennt man so eine, also, was, welchen Eindruck habt ihr, wenn ihr diese Fragen lest? Welche Idee kommt darüber, wenn Jesus sagte: „Durch was für ein Gleichnis sollen wir es darlegen? Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen?“ Was drückt sich da aus? Erinnert, ja, ja, okay, okay, ja. Ja, es ist irgendwie unvergleichbar, ja. Das, was er sagt, ist eigentlich unvergleichbar. Alle Gleichnisse sind irgendwie zu kurz, ja. Man muss sich Gedanken machen, ja. Immer so einfach wie möglich erklären. Kennt ihr das, wenn man irgendwie eine ganz bestimmte Idee im Kopf hat und die möchte man rüberbringen und der Einzelne versteht das nicht und dann sagst du ein Beispiel und dann sagst du noch ein Beispiel, ja? Und dann sagt er: „Ich weiß es immer noch nicht.“ Und dann sagst du noch ein Beispiel und dann guckt dich an wie ein Auto und dann sagst du: „Womit soll ich das vergleichen? Was, wie könnte ich es so einfach wie möglich machen?“ Ja. Also, man hat fast den Eindruck, als ob Jesus selbst nach Worten sucht, quasi. Mit welchem Beispiel könnte ich es erklären, dass es irgendwie rüberkommt, ja? Das ist so wie ein Lehrer, ein echter Lehrer, der möchte immer passende Bilder finden, ja. Also, wenn jemand so eine Gabe hat, Lehrer zu sein, der sucht immer nach Erklärungen, mit denen man das irgendwie noch besser erklären kann. Und Jesus steht hier, fast, man hat den Eindruck, er kratzt sich am Kopf und sagt: „Wie könnte ich euch das noch einfacher rüberbringen?“ Ja, weil sie offensichtlich nicht besonders gut begreifen. Und das ist interessant. Es zeigt natürlich auch, dass Jesus nicht einfach nur sein fertiges Manuskript hatte und einfach abgepredigt hat, sondern Jesus hat geschaut, dass er, was er gepredigt hat, wie kommt es an und war dann in der Lage sozusagen auch selbstständig, kreativ sich Sachen auszudenken, aber sozusagen nach Beispielen zu finden. Er war wirklich ein Meisterprediger.
[8:41] Und jetzt interessant ist, dass es noch ein anderes Mal gibt in der Bibel, wo quasi Gott durch den Heiligen Geist so eine rhetorische Frage stellt, also eine Frage quasi fast wie mit derselben Idee: „Wie soll ich das eigentlich, welches Beispiel soll ich nehmen, um das darzustellen?“ Und zwar kommt das interessanterweise aus den Klageliedern. Schaut mal in die Klagelieder, das würde man jetzt vielleicht nicht vermuten, in Klagelieder Kapitel 2.
[9:16] Klagelieder Kapitel 2 und dort Vers 13. Klagelieder 2 Vers 13, vielleicht lesen wir das mal. Klagelieder 2 Vers 13, da heißt es: „Was soll ich dir zusprechen, was dir vergleichen, du Tochter Jerusalem? Seht ihr, das ist ein bisschen die gleiche Frage. Was soll ich dir gleichsetzen, damit ich dich trösten kann, du Jungfrau Tochter Zion? Dein Schaden ist ja so groß wie das Meer, wer kann dich heilen?“
[10:02] Also, jetzt schaut mal diesen Text genau an. Hier spricht der Prophet durch den Heiligen Geist mit so einer ähnlichen Frage: „Welches Beispiel könnte ich benutzen sozusagen?“ Und jetzt die Frage: Um was zu tun? Worum geht es hier in diesem Vers? Geht es hier in diesem Vers um das Reich Gottes? Der Prophet sagt, er hat quasi Mühe, ein passendes Beispiel zu finden. Ein Beispiel für was? In Markus 4 für das Reich Gottes, aber hier in Klagelieder? Sein Volk, aber wie steht es um sein Volk? Es geht um die Sünde des Volkes, das sündige Volk, oder? Mit anderen Worten, was Jeremia sagt: „Ihr seid so sündig, euer Zustand ist so verzweifelt, ich weiß gar nicht, womit ich das vergleichen soll.“ Also, die Propheten haben ja nicht Mühe, sonst nicht wahr, Bilder zu finden, um das Volk Gottes im Abfall darzustellen. Verwenden das Bild von der Hure und von dem verdorbenen Baum, nicht wahr? Oder von einem Weinstock, der keine Früchte bringt. Aber der Zustand ist mittlerweile so dramatisch schlecht, dass der Prophet sagt: „Was für ein Gleichnis soll ich nehmen?“ Das Volk ist so sündig, dass dem Propheten förmlich die Sprache fehlt, es darzustellen.
[11:22] Aber das Interessante ist jetzt, das kommt einmal im Alten Testament vor und einmal im Neuen Testament. Aber im Neuen Testament, als Jesus das in Markus sagt, dann sagt er nicht: „Oh, ich weiß nicht, mir fehlen die Worte, um den sündigen Zustand des Volkes zu beschreiben“, sondern wofür fehlen ihm quasi die Worte? Ja, für die Einfachheit des Glaubens. Also, er will ja was darstellen. Was will er in Markus 4 darstellen? Er will nicht den sündigen Zustand des Volkes darstellen. Was will er in Markus 4 darstellen? Worum geht es in Markus 4? Also in dem Gleichnis, wie in allen Gleichnissen. Und das Reich Gottes ist? Das Evangelium, genau. Es geht um die Tiefe des Evangeliums, die Kraft des Evangeliums und das werden wir in dem Gleichnis gleich sehen.
[12:08] Das heißt, zweimal in der Bibel sozusagen ist ein vom Heiligen Geist inspirierter Mensch mit den Worten zitiert: „Ich weiß gar nicht, wie ich das vergleichen soll.“ Einmal, als hier der Jeremia sagt: „Das Volk ist so sündig, mir fehlen die Worte, ich weiß gar nicht, was für ein Gleichnis soll ich nehmen, mit welchem Gleichnis soll ich dieses sündige Volk beschreiben?“ Aber dann Jesus, der sich das Evangelium beschreiben will, die Lösung für dieses Problem, und er sagt: „Das Evangelium ist so tief, das hat solche Kraft, das ist so weitreichend, mir fehlen fast die Worte sozusagen, mit welchem Beispiel soll ich das vergleichen? Welches Bild auf Erden könnte das zeigen?“ Das zeigt, es gibt zwei Dinge, die quasi tiefer sind, als dass menschliche Worte sie umfassend beschreiben können. Das ist einmal unser eigener Zustand, aber dann umso mehr die Kraft des Evangeliums. Das sind die beiden Dinge, die sind so tief, dass man sie mit menschlichen Worten gar nicht richtig fassen kann, weil sie einfach darüber hinausgehen.
[13:06] Und jetzt schauen wir zurück zu Markus 4. Jesus findet natürlich ein tolles Bild und schaut mal in Markus 4 und dort Vers 30 und 31. Das Gleichnis ist enorm kurz, weil es ja auch um einen sehr kleinen Gegenstand geht. Markus 4 Vers 30 und 31, da heißt es: „Es ist es, also das Reich Gottes, es ist einem Senfkorn gleich, dass, wenn es in die Erde gesät wird, das kleinste unter allen Samenkörnern auf Erden ist. Und wenn es gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse und treibt große Zweige, sodass die Vögel des Himmels unter seinem Schatten nisten können.“
[13:50] Also, was ist so die Kernidee? Beim Gleichnis vom Seemann war die Idee der unterschiedlichen Charakter des Bodens. Beim Gleichnis vom Wachstum der Saat ging es darum, dass die Pflanze so Stück für Stück wächst, so die verschiedenen Stadien. Beim Gleichnis vom Weizen und Unkraut ging es darum, was sind echte Pflanzen, was sind falsche Pflanzen. Was ist hier so der Punkt, was ist so der Hauptpunkt von dem Gleichnis? Die Wirkung, ja, und zwar, es geht um die Wirkung und es geht um einen Kontrast, oder? Was ist der Kontrast? Dass etwas, das so klein ist, so groß, das scheinbar kleinste, wird das größte. Das ist so die Kernidee von dem Gleichnis. Das kann man sofort eigentlich sehen.
[14:29] Jesus will sagen, das Reich Gottes wird einmal überwältigend groß sein, obwohl es total unscheinbar beginnt. Warum will er das sagen? Warum kommt er auf dieses Gleichnis? Gegen welche Idee kämpft er damit an? Was würdet ihr sagen? Gegen welche Idee kämpft er damit an?
[14:50] Genau. Wer sagt, euch mal die Lage von Jesus zu der Zeit? Wer gehört alles momentan zu seiner Zeit zum Reich Gottes? Zwölfer Apostel, ein paar mehr Jünger, alles irgendwie ungelehrte Fischer, Zöllner. Ellen White sagt, unter seiner Zuhörerschaft waren einige Pharisäer, die den Leuten immer gesagt haben: „Schaut mal, ihr wollt euch diesem unstudierten, ungebildeten Wanderprediger anschließen, mit dieser Handvoll von ungebildeten Leuten, die noch nicht einmal überhaupt Anstalten machen, militärisch gegen die Römer vorzugehen, die einfach nur hier umherziehen und predigen. Wie soll denn das jemals ein Königreich werden?“ Das ist so die Idee. Es ist so unscheinbar, so klein. Und Jesus will also deutlich machen, das ist so die Kernidee, weil er weiß, er wusste sogar, dass viele Menschen in der Zuhörerschaft, in dieser See-Predigt, viele Leute, nicht ihn als Messias anerkannt hatten. Nur wenige hatten ihn als Messias anerkannt, weil sie immer gedacht haben: „Der Predigt ist zwar toll, aber so unscheinbar, wie er ist, kann er ja nicht der Messias sein.“ Das war mal die Idee.
[16:04] Und ich denke, das ist schon eine ganz wichtige Sache, weil wir oft auch den geistlichen Erfolg einer Sache irgendwie an der Größe wahr machen. Und wenn wir denken, das ist so klein, so unscheinbar, was soll da schon Großes bei rauskommen? Und Jesus gibt hier ein sehr interessantes Beispiel und das ist sehr eindringlich. Schauen wir uns das mal genauer an, zu verstehen. Es geht um ein Senfkorn.
[16:25] Frage an euch: Ist denn das Senfkorn das kleinste Samenkorn, das es gibt? Das ist merkwürdig, nicht wahr? Also, fest steht, es gibt, wenn man jetzt alle biologischen Pflanzen dieser Welt, die es irgendwann mal registriert worden sind, anschaut, ist das Senfkorn nicht das Allerkleinste. Es ist aber das Kleinste, was es damals in Palästina in der Landwirtschaft gab. Also, wenn man das mit all den anderen Samen vergleicht, die Landwirte in Palästina benutzt haben, war es das Kleinste. Also, mit anderen Worten, Jesus macht hier keine botanische Aussage. Er sagt nicht: „Ich bin Botanik-Professor und ich sage euch jetzt, von allen Pflanzen, die es gibt in der ganzen Welt, nicht wahr, im ganzen Urwald vom Amazonas, ist es das Allerkleinste.“ Das ist nicht sein Punkt. Er sagt: „Schaut mal, von den Pflanzen, von den Samen, die er kennt.“ Das ist sehr wichtig bei der Bibelauslegung, dass man sich auch bewusst macht, was ist der Kontext sozusagen und da nicht irgendwelche Extreme daraus zieht. Jesus wusste, für die Menschen war das Senfkorn das Kleinste, was sie kannten. Und interessanterweise ist sogar in der jüdischen Literatur seiner Zeit das Senfkorn immer so ein Sprichwort für besonders klein. Also, wenn so jüdische Schriftsteller etwas sagen wollten, wie „das war ganz schön klein“, dann sagten die Sachen so: „Wie das war klein wie ein Senfkorn.“ Das war also nicht nur eine Idee, die Jesus jetzt so erfand, sondern er hat quasi ein Sprichwort aufgegriffen, das alle Menschen sowieso schon sagten. Das zeigt uns also, dass Jesus in seiner Predigt nicht nur die Natur verwendet hat, sondern er hat auch so quasi gängige Ideen, die es gab, so Sprichworte, so landläufige Meinungen, wenn sie denn zum Evangelium passten, gerne aufgegriffen, um sie damit das Evangelium zu transportieren. Ellen White sagt, Jesus hat bei seinen Predigten versucht, den Gang der Gedanken der Leute so wenig wie möglich zu unterbrechen. Er versucht, das Evangelium quasi in ihr Denken hinein zu projizieren.
[18:29] Man vermutet, man weiß es nicht genau, man vermutet, wenn ihr euch botanisch interessieren solltet, dass es sich um die Samen des sogenannten schwarzen Senfes handelt, die noch ein bisschen kleiner sind. Und der schwarze Senf, wie alle Senfarten, wären die richtige große Bäume? Nein. Senf wird eigentlich ein Strauch. In Europa zum Beispiel sind es ganz normale Sträucher, aber in Palästina werden diese Sträucher sehr viel höher als in Europa. Und man weiß von Exemplaren aufgrund des Klimas dort, die zum Teil mehr als drei Meter hoch wären, also Riesensträucher, die alles in den Schatten stellen, was es sonst im Garten so wachsen kann und die so fest werden, dass man sogar drauf klettern kann. Und deswegen werden sie von den Juden auch zum Teil Baum genannt. Also, es gibt so Beispiele aus dem Talmud, wo dann Leute berichten, wie man auf so eine großgewachsene Senfpflanze drauf klettern kann, weil die so richtig dick ist. Also, auch hier geht es quasi nicht darum, alle Bäume, die es gibt in der Welt, sondern Jesus spricht eigentlich so im Bild eines Gartens. Wenn du einen Garten hast, also verschiedene Pflanzen, die du anpflanzt und der kleinste Samen, den du haben kannst, ist vom Senfkorn. Aber in diesem kleinen Garten, den du hast, wird aus diesem Senfkorn die größte Pflanze, so sehr, dass man sie förmlich als einen Baum bezeichnen kann. Das ist so quasi die Idee.
[20:01] Nun schaut mal mit mir in Hesekiel 17. Die grundlegende Idee kommt tatsächlich auch wieder aus dem Alten Testament, wie eigentlich immer, wenn Jesus predigt, weil er nämlich ein Bibelkenner war. Da geht es zwar nicht um Senf, aber um dieselbe Grundidee. Schaut mal in Hesekiel 17 und ab Vers 22. Hesekiel 17, Vers 22 bis 24. Hesekiel 17, Vers 22 und 24. „So spricht Gott, der Herr: Ich will auch vom Wipfel des hohen Zedernbaumes nehmen und will ihn einsetzen. Von dem obersten seiner Schösslinge will ich ein zartes Reis abbrechen, also so einen ganz kleinen Mini-Zweig, und will es auf einem hohen und erhabenen Berg pflanzen. Auf dem hohen Berg, Israel, will ich es pflanzen, damit es Zweige treibe und Früchte bringe und zu einem prächtigen Zedernbaum werde, dass allerlei Vögel und allerlei Geflügel unter ihm wohnen und unter dem Schatten seiner Äste bleiben können.“
[21:11] Könnt ihr sehen, dass das so dieselbe Sprache ist wie in unserem Gleichnis? Die Idee ist ein bisschen anders, von einem Zedernbaum, so einem ganz kleinen Reis, und der wird dann zu einem riesigen Baum, ein riesiger Zedernbaum, wo alle drunter Schatten finden und so weiter und so fort. Das reicht eigentlich schon bis dahin. Das heißt, was wir hier sehen, Jesus sieht, übrigens Ellen White sagt, wie kam er eigentlich auf die Idee, diesen Senf hier zu benutzen? Wie ist er wohl auf die Idee gekommen? Könnt ihr euch überlegen, warum er auf die Idee kam, ausgerechnet Senfkorn und Senfsträucher zu verwenden? Ja, es gibt noch einen sehr naheliegenden Grund. Überall, wo er gerade predigte, überall gab es Senfsträucher, sagt sie. Die ganze Gegend, weil der schwarze Senf, der wächst in Palästina sowohl kultiviert als auch wild überall. Das ist ganz typische Pflanze. Mit anderen Worten, Jesus hat überlegt, mit welchem Gleichnis soll ich es vergleichen? Er sieht die Senfsträucher, erinnert sich, weil er ja auch sich für Natur interessiert hat, dass der Samen so klein ist und sagt: „Das ist ein gutes Bild.“ Und er nimmt jetzt dieses Gleichnis, das aber im Kern eigentlich dieselbe Idee ist wie in Hesekiel 17, wo es aber nicht um Senf geht, sondern um Zedernbäume.
[22:32] Was will ich damit sagen? Jesus hat in der Natur Prinzipien erkannt, die er auch aus dem Bibelstudium kannte und sie quasi dann übertragen auf neue Sachverhalte. Das ist eine sehr interessante Sache, weil ich glaube, wenn wir so Bibel studieren, wenn wir nicht einfach nur den Text kennen, sondern das Prinzip hinter dem Text sehen und dann es dann auf neue Inhalte anwenden können, dann kommen wir dem sehr nahe, was Jesus hier gemacht hat.
[22:56] Schaut mal mit mir in Psalm 80. Es gibt noch mehr solcher Beispiele für dieselbe Idee im Alten Testament. Psalm 80, und da kennt ihr wahrscheinlich Vers 9. Psalm 80, Vers 9 wird ab und zu verwendet. Ich verwende den eigentlich ganz gerne in Evangelisation, wenn es darum geht, um das Volk Israel. Da heißt es im Psalm 80 und dort Vers 9: „Einen Weinstock hast du aus Ägypten herausgebracht, du hast die Heidenvölker vertrieben und ihn gepflanzt.“ Kennt ihr den Vers, wo die Idee ist, wer ist der Weinstock? Der Weinstock steht für Israel. Israel ist ein Weinstock und jetzt schaut mal, was über den Weinstock gesagt wird. Vers 10: „Du machtest Raum für ihn, dass er Wurzeln schlug und das Land erfüllte. Sein Schatten bedeckte die Berge und seine Ranken die Zedern Gottes. Er streckte seine Zweige aus bis ans Meer und seine Schoße bis zum Strom.“
[24:04] Was ist das für ein Weinstock hier? Wie würdet ihr den beschreiben? Okay, ja, das stimmt, Weinstöcke sollen immer brüchen, aber das ist mehr als nur ein Weinstock, der Früchte bringt. Wie breitet er sich aus? Der wird höher als Zedern. Habt ihr schon mal einen Weinstock gesehen, der höher als Zedern wird? Habt ihr genau gelesen, was da steht? Sein Schatten bedeckte die Berge. Also, die Idee ist sozusagen, Gott, das Volk Israel ist ein Weinstock und Weinstöcke sind eher überschaubar. Aber wenn Gott Segen gibt, sollte dieser Weinstock so groß werden, dass die Berge im Schatten des Weinstocks sind. Die Idee ist sozusagen, die enorme Kraft, die aus etwas Kleinem entstehen kann, wenn Gottes Evangelium wirken kann.
[24:53] Also, wir sehen dieses Prinzip immer und immer wieder. Schaut mit mir zum Beispiel in Jesaja 60. Jesaja 60 und dort Vers 21 und 22. Jesaja 61, Vers 21 und 22. Jesaja 60, 20 und 21, dort heißt es: „Und dein Volk wird aus lauter Gerechten bestehen und das Land auf ewig besitzen, als Schössling meiner Pflanzung, ein Werk meiner Hände, mir zum Ruhm. Jetzt Achtung: Der Kleinste wird zu 1000 werden und der Geringste zu einem starken Volk. Ich, der Herr, werde das zu seiner Zeit rasch ausführen.“
[25:36] Die Idee ist hier immer, wenn Gott Wachstum gibt, gibt er nicht ein bisschen Wachstum. Könnt ihr das sehen? Er sagt nicht, der Schwache verdoppelt sich oder wird zu drei. Er sagt, der Schwache wird zu 1000. Also, würdet ihr sagen, tausendfaches Wachstum ist groß oder klein? Das ist gewaltig. Nehmen wir mal ein Beispiel. Nehmen wir mal unsere Gruppe hier. Wie viel sind wir jetzt gerade? Wir sind 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, so um die 10. Jetzt würden wir sagen, sind wir eine große Gruppe oder eine kleine Gruppe? Eine kleine Gruppe, okay. Wenn sich dieses Wachstum hier erfüllen würde, wie viel würden wir werden? 10.000! Würdet ihr sagen, es wäre eine ziemlich gewaltige Sache, wenn hier 10.000 Leute kommen würden am Dienstagabend? Wir wären ja froh, wenn es 20 sind, oder? Schaut, das ist, was dort steht.
[26:40] Das Wachstum, das Gott als Potenzial in das Senfkorn reingelegt hat, was nicht nur sich so ein bisschen vermehrt und so, wo man sagt: „Oh wow, wir sind doppelt so viele oder dreimal so viele und vielleicht, wir haben in unserem Leben so zweieinhalb Fortschritte gemacht, preis den Herrn.“ Das ist eigentlich nicht unbedingt das, also preis den Herrn dafür nicht, aber das ist gar nicht das, was Jesus sagen will. Jesus sagt, das Wachstum könnte sehr viel mehr sein. Aus den kleinsten Anfängen könnten die gewaltigsten Dinge passieren.
[27:05] Schaut mal mit mir in Zacharia 12 und dort Vers 8. Auch so ein interessanter Vers. An jenem Tag, das ist wie eine Endzeit. An jenem Tag wird der Herr die Einwohner Jerusalems beschirmen, so dass an jenem Tag der Schwächste unter ihnen sein wird. Wie? Der Schwächste wird unter ihnen sein, wie? David. Okay, welche Assoziation habt ihr mit David, wenn ihr an David denkt? David ist der, der zu Goliath sagt: „Ich werde nicht nur dein Fleisch, nicht wahr, sondern das Fleisch aller Philister den Vögeln zum Fressen geben“, nicht wahr? David war mutig. Der Schwächste wird sein wie David und dann geht es sogar noch weiter: „und das Haus David wie Gott, wie der Engel des Herrn vor ihnen her.“
[27:57] Was Gott damit deutlich machen möchte: Wenn wir den Eindruck haben, dass wir schwach sind, dass wir nichts können, dass wir, wie soll ich sagen, bedeutungslos sind, dann hat Gott Gewaltiges vor. Es scheint so zu sein, dass all die großen Dinge im Werk Gottes immer sehr klein begonnen haben.
[28:24] Schaut mal mit mir, ah, vielleicht, ja? Ah, bist du in Jesaja 54? Ja, da kommen wir gleich hin, da kommen wir gleich hin, sofort. Ich wollte ganz kurz über diese Idee von dem Baum sprechen. Gibt es denn, also in Matthäus, schlag mal kurz auf in Matthäus, da wird sogar gesagt, dass er ein Baum quasi wird. Und wir haben jetzt schon geklärt, dass es natürlich jetzt keine Zeder ist, aber quasi baumartig groß und baumartig dann viel größer als alle anderen Gartengewächse. Matthäus 13 und dort in Vers 32. „Dieses ist zwar von allen Samenkörnern das kleinste, wenn es aber wächst, so wird es größer als die Gartengewächse und wird ein Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.“
[29:12] Woher kennt ihr noch diese Idee von den Vögeln, die quasi in den Ästen eines Baumes nisten sollen? Woher kommt diese Idee? Ja, in Daniel 4. Worum geht es in Daniel 4? Nebukadnezar. Und schlagt mal auf Daniel 4.
[29:55] Und schaut mal in Vers 7 und 8. Frage: Warum hat Jesus durch diesen Traum Nebukadnezar sagen lassen, du bist eigentlich oder du solltest so sein? Das sollte ja Nebukadnezar darstellen, oder? Warum wird Nebukadnezar hier mit so einem Baum verglichen? Was würdet ihr sagen?
[30:53] Ne, was passiert mit dem Baum? Der fällt, also es geht eigentlich bergab jetzt. Aber warum sagt Daniel, also sagt Gott und dann durch Daniel 4 auch, dass du Nebukadnezar eigentlich so ein Baum bist? Ja, genau. Was für ein Königreich? Also diese Idee, ja, natürlich, das neobabylonische Weltreich war ein Weltreich, aber sonst wären auch die Weltreiche mit welchen Symbolen dargestellt? Tieren, Löwen, Bären, Panther. Warum hier als Baum, der für die Vögel da ist und der so Schatten spendet? Die Idee ist ja sozusagen, hat Nebukadnezar das erfüllt, ja oder nein? War er so ein Baum? Ne, genau eben nicht. Weil er nicht so ein Baum gewesen ist, wird der Baum abgehackt sozusagen. Die Idee ist sozusagen, weil er genau das nicht gemacht hat, was hier eigentlich steht, deswegen wird ihm dieser Baum quasi weggenommen.
[31:55] Woher kommt denn diese Idee, sich um die Vögel zu kümmern? Und die Tiere? Ja, Daniel wusste nichts und Nebukadnezar wusste nichts von Markus. Erste Mose, wo? Am Anfang, genau. Erste Mose 1 Vers 26. Gott sprach: „Lasst uns Menschen machen uns ähnlich, nicht wahr? Nach unserem Bild uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische im Meer, die Vögel des Himmels, die Tiere der Erde und so weiter.“
[32:26] Das war eigentlich, der Mensch sollte das Königreich Gottes repräsentieren. Und was Daniel ja dem Nebukadnezar sagt, ist: Du bist zwar König von Babylon, aber selbst als heidnischer König von Babylon solltest du eigentlich das Reich Gottes repräsentieren. Auch die weltliche Herrschaft hat ja eigentlich den Auftrag letztendlich Gottes Reich zu repräsentieren. Und er tut das natürlich nicht und entsprechend wird sein Baum abgehackt, bis er sich bekehrt. Übrigens, das Bild wird auch verwendet für die Assyrer zum Beispiel in Hesekiel 31. Das heißt, dieses Bild vom Baum ist tatsächlich ein Bild für Herrschaft und zwar nicht nur für die geistliche Herrschaft, sondern auch für die tatsächliche, echte Herrschaft.
[33:07] Schaut mal mit mir in Jesaja 9, Vers 6. Das ist ein schöner Vers über das Reich Gottes. Jesaja 9, Vers 6. Jesaja 9 und dort Vers 6. Genau, da ist die Ankündigung der Geburt Jesu. Da heißt es: „Die Mehrung der Herrschaft und der Friede werden kein Ende haben. Auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, dass er es gründe und festige mit Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des Herrn, der Herrscher, wird dies tun.“
[33:56] Was wird hier über die Mehrung des Königreiches gesagt? Ist das nicht ein gigantischer Gedanke? Das Königreich wächst und wächst und wächst und wächst und wächst und wächst und wächst. Und man fragt sich: Wann hört das Königreich Gottes auf zu wachsen? Und die Antwort ist: Nie. Das hört nie auf zu wachsen. Das heißt, es kann sich leisten, ganz klein anzufangen. Warum? Weil wenn man bis in Ewigkeit wächst, wird man sowieso das Größte. Und deswegen, das ist eigentlich die Souveränität Gottes. Seine Wahrheit ist so groß, seine Liebe ist so stark, dass er so unscheinbar anfangen kann. Er kann sich auf sein eigenes Prinzip verlassen, quasi. Er kann sich auf die Wahrheit verlassen. Die Wahrheit wird auf jeden Fall gewinnen.
[34:50] Und das ist übrigens eine wichtige Lektion, ihr Lieben. Hört mal gut zu. Wenn man die Wahrheit hat, kann man entspannt sein. Wenn man Liebe hat, muss man nicht Gewalt anwenden. Wenn man Gerechtigkeit hat, kann man demütig sein, weil auf die lange Sicht Liebe und Gerechtigkeit und Wahrheit sich immer durchsetzen werden. Das ist wie diese Kraft in diesem Senfkorn, das explodiert nach allen Seiten.
[35:23] Jetzt kommen wir zu Jesaja 54. Schreibt mir Jesaja 54 und dort Vers 1 bis 3. Übrigens, was meint ihr wohl, worum geht es in Jesaja 54, wenn ihr ein bisschen euch in der Bibel auskennt? Worum könnte es in Jesaja 54 gehen? Also, was war gerade sozusagen? Jesaja 53, worum geht es in Jesaja 53? Das Evangelium, oder? Jetzt schaut mal in Jesaja 54. Ja, genau: „Freue dich, du Unfruchtbare, die du nicht geboren hast, brich in Jubel aus und jauchze, die du nicht in Wehen lagst, denn die Vereinsamte wird mehr Kinder haben als die Familie. Sprich daher.“ Und jetzt kommt dieser Vers 2: „Erweitere den Raum deines Zeltes und dehne die Zeltdecken deiner Wohnung aus, spare nicht.“ Also nicht so ein bisschen, so nach dem Motto: „Mach dein Zelt ein bisschen größer, aber pass auf, dass es nicht zu groß wird, sonst kannst du es nicht mal heizen oder so.“ Nein, er sagt: „Spare nichts, spanne deine Seile weit aus und befestige deine Pflöcke, denn zur Rechten und zur Linken wirst du durchbrechen und dein Same wird die Heidenvölker besitzen und sie werden verlassene Städte bewirken.“
[36:43] Das ist diese Idee, wenn das Evangelium sich einmal Bahn bricht, dann hat das Explosionscharakter. Was Jesus hier sagen will, und ich glaube, das verstehen wir noch nicht richtig, ist: Das Evangelium ist nicht einfach kleine Schritte, immer so mühsam, ein bisschen und am Ende des Lebens ist man so zweieinhalbmal weitergekommen, als man am Anfang war, sondern Jesus sagt, das Evangelium ist sowohl im persönlichen Leben als auch in der Gemeinde. Es fängt klein an und explodiert und es ist am Ende so groß, größer als alles andere. Das heißt, wenn ihr euch erinnert, als ihr zum ersten Mal euch wirklich mit Jesus beschäftigt habt, da war eigentlich nicht viel los. Man kannte so ein, zwei, drei Bibelverse, man hatte kaum von ein bisschen was die Ahnung, aber Gott möchte, dass irgendwann das Evangelium zum allergrößten, alles überwältigenden wird in unserem Leben. Und die Idee, „der Pfad des Gerechten leuchtet immer heller bis zum vollen Tag.“
[37:43] Womit hat das Christentum angefangen? Also, wenn ihr sagen würdet, was ist so der erste, was sind die ersten Senfkörner gewesen für das Christentum? Womit hat es angefangen? Also, das Christentum, diese riesige Religion, die die Milliarden Menschen irgendwie erreicht hat, womit hat es angefangen? Ja, mit einem Mann, ungebildet, Kamelhaar in der Wüste. Damit fängt es an. Und dann kommt Jesus, sieht genauso einfach aus, genauso in Anführungsstrichen ungebildet, Zwölfer Apostel, wie wir die Pharisäer gesagt haben: „Was kann daraus kommen?“
[38:29] Wie begann die Mission von Europa? Ihr wisst ja heute, Europa, das christliche Armland, wie ging das los? Andreas? Ich meine, erstmal mit dem Evangelium grundsätzlich, das ist das christliche Evangelium. Paulus und? Silas. Paulus, Silas, ein paar andere, die mit dem Schiff von Troas nach Griechenland übergezogen sind. So eine Handvoll Leute, ein riesiges Imperium, das römische Imperium. Kein Mensch wusste, wie soll das jemals durchdrungen werden? Das ist ungefähr so, als, stell dir vor, es gäbe in China keine Adventisten und wir würden so mit so einer Handvoll Leuten, fünf Leuten da hinziehen und sagen: „Jetzt geht es los.“ Kleiner Anfang.
[39:13] Womit ging die Reformation los? Mit einem Mönch. Habt ihr mal was gehört von der, womit ging die Siebenten-Tags-Adventistische Gemeinde los? Womit ging das los? Also, erstmal, die Miller-Bewegung ging los mit einem Bauern, der seine Bibel gelesen hat. Ein Bauer. Und dann, nach 1844, waren es 50 zerstreute Geschwister, die waren nicht in einer Gemeinde, die waren zerstreut. Da gab es noch kein Twitter und noch kein Facebook, die mussten reisen, um sich mal alle paar Monate zum Gottesdienst zu treffen. So verstreut, dass kein Mensch geglaubt hätte, dass die jemals auch nur eine Ortsgemeinde zusammenkriegen. Heute sind wir 20 Millionen. Weißt du, hat jemand von euch was von der American Missionsgesellschaft gehört? American Foreign Society? Amerikanische Bibelgesellschaft? Einige der größten Missionsgesellschaften der Welt? The American Bible Society ist die größte Bibelgesellschaft der Welt. Gegründet von wem, weiß es jemand? Von sechs jungen Menschen, die an einem Heuhaufen gebetet haben. Jugendliche, die gesagt haben: „Wir sechs, wir wollen was für dich tun“, haben eine der größten Missionsgesellschaften, eine der größten Bibelgesellschaften gegründet.
[40:34] Was will ich damit sagen? Die wirklich guten Dinge im Werk Gottes fangen immer klein an, aber wenn sie echt sind, haben sie gigantisches Potenzial zum Wachstum. Und manchmal sind wir ein bisschen zu methodisch, wir planen und machen Strategien und dies und jenes und verstehen nicht, dass wenn es nur die Wahrheit, die Liebe und die Gerechtigkeit allein ist und wir es einfach wirken lassen, dann würde die Wahrheit und die Liebe und die Gerechtigkeit, dann würde Jesus durch seinen Heiligen Geist es selbst zum Explodieren bringen.
[41:06] Und das ist, glaube ich, die Hauptlektion, die ich hier sagen möchte. Störe dich nicht daran, wenn es nur ganz wenige sind. Störe dich nicht daran, wenn sie unscheinbar sind. Störe dich nicht daran, wenn sie in den Augen der Welt nicht viele Qualifikationen haben, wenn die ganze Welt mit Abscheu draufschaut. Ellen White sagt, wenn am Ende die Endzeit kommen wird, sagt sie, und wenn dann das Sonntagsgesetz da ist und die Trübsalszeit, sagt sie, wird die Gemeinde schrecklich sein, wie eine Armee mit Bannern. Stellt euch vor, so eine Armee mit lauter Bannern und man denkt: „Boah.“ Ja, sie sagt, die Gemeinde wird so einen Eindruck machen auf die ganze Welt, dass die Leute sagen: „Es ist wie eine Armee mit Bannern.“ Heute denken wir vielleicht: „Meine Güte, wir sind wie ein zerstreuter Haufen, vielleicht noch zerstritten und irgendwie zersplittert und wir sind froh, wenn wir irgendwie alle zusammen am Gottesdienst mal ein paar mehr sind oder so.“ Aber Ellen White sagt, das ändert sich. Aber es ändert sich nicht, weil irgendjemand an der Pflanze rummacht, sondern es ändert sich durch die Kraft, die in dem Samen drin ist.
[42:04] Und deswegen ist es entscheidend, dass es ein echter Same ist, denn wenn es das pure Evangelium ist, wenn es wirklich Jesus ist, wenn es wirklich Liebe, Wahrheit und Gerechtigkeit ist und das ins Herz eingepflanzt ist, kann das nur zu einer Revolution führen. Und die Tatsache ist, wenn über Jahrzehnte da keine Revolution zu sehen ist und kein Wachstum, dann ist der Same, der gepflanzt ist, vielleicht gar nicht echt. Denn der echte Same führt zu großem Wachstum. Nicht immer vielleicht numerisch, aber ihr versteht das Prinzip, der echte Same führt zu großem Wachstum.
[42:47] Letzter Vers heute, Schrotman, Zacharia 4. Noch so ein Beispiel. Als unter Haggai und Sacharja das Volk anfängt, unter Serubbabel und Joshua, den Tempel zu bauen, war das sehr spektakulär oder war das eher simpel? Die Bibel sagt uns, das war so simpel, der Tempel war so klein, die Leute haben angefangen zu weinen, die ganz Alten, die gesagt haben: „Meine Güte, das war früher viel größer. Wenn wir an die gute alte Zeit denken, das ist ja nix.“ Dann war in dem Tempel nachher nicht mal die Herrlichkeit Gottes, keine Bundeslade. Aber Schrotman, Zacharia 4 und dort in Vers 10: „Denn wer ist, der den Tag geringer Anfänge verachtet?“ Ich glaube, ganz viel im Werk Gottes ist nie entstanden, weil als es klein gewesen ist, hat man es verachtet und nicht weiter gefördert und wieder beiseite geschoben.
[43:57] Wenn wir lernen, die kleinen Anfänge Gottes zu sehen, an ihnen festzuhalten und Gott wirken zu lassen, selbst wenn es klein ist und unscheinbar, kann er Großes tun. Wir brauchen mehr Leute wie Miller, die sagen: „Wenn ich einfach ein Bauer bin, Bibel lese und predige, Gott wird für den Rest sorgen.“ Oder wie Luther, die sagen: „Ich bin nur ein armer kleiner Mönch und wenn ich vor Kaiser und Reich stehe, wer weiß, was daraus kommt, wenn sie mich umbringen, bringen sie mich um.“ Mehr Leute wie diese sechs jungen Leute, die gesagt haben: „Hier sind wir her, wir wissen nicht, was daraus wird, aber wir beten an diesem Heuhaufen, dass du uns brauchst.“ Sie hatten keine Ahnung, dass aufgrund ihres Gebetes Tausende, aber Tausende Bibeln in alle Welt gesandt worden sind.
[44:36] Und die Frage ist, was könnte Gott durch dich bewirken? Sag nicht: „Ich bin zu klein“, weil das ist ja gerade der Punkt. Je kleiner, desto besser. Je kleiner das Senfkorn sozusagen. Wir dürfen glauben, dass egal, wie klein, wie unscheinbar, wie wenig geachtet in der Welt wir sind, dass Gott die gigantischsten Dinge mit uns tun kann.
[45:05] Ja, genau, durch den Heiligen Geist. Denn, ich meine, was ist denn das Reich Gottes? Haben wir gelernt, das Reich Gottes ist Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Im Heiligen Geist, nicht wahr? Das Senfkorn ist ja das Evangelium. Wenn der Heilige Geist wirken kann, dann braucht er nur wenig, er lässt es explodieren.
[45:43] Es reicht ihm ein Mensch. War das Charles Wesley, der gesagt hat: „Gib mir zwölf bekehrte Menschen und ich könnte die Welt bekehren?“ Weil Jesus brauchte zwölf bekehrte Menschen, es waren halt elf, zwölf kamen dazu. Jesus brauchte eine Handvoll von wirklich bekehrten Menschen und das Evangelium konnte in die Welt gehen. Und ich frage mich, wie viel braucht es heute? Denn wird es am Ende nochmal einen richtigen Baum geben? Wie sieht dieser Baum aus? Was sagt Offenbarung 18 über diesen Baum? Das Evangelium wird die ganze Erde erleuchten. Und manchmal kann man menschlich sagen: „Hey, jetzt sind wir schon einige Jahre hier, wir freuen uns über ein paar Leute, die zur Gemeinde kommen, wir freuen uns, dass nicht wahr, so ein bisschen Wachstum da ist, wir freuen uns, dass wir Erfahrungen mit Gott machen, aber wo ist der Baum?“ Habt ihr euch das schon mal gefragt?
[46:33] Ich glaube, das Geheimnis ist, wir müssen lernen, die Senfkörner in unserem Leben zu sehen. Wo sind echte Senfkörner, die Gott in unser Leben hineinfügt, in unseren Lebensplan, in unsere persönliche Erfahrung mit Gott, in die Gemeinde? Wo sind die Senfkörner, wo beginnt etwas Kleines, was aber offensichtlich von Gott ist, und das müssen wir fördern. Weil dann kann Großes entstehen und dann wird die ganze Erde erleuchtet werden mit der Herrlichkeit Gottes. Und weil das von so kleinen Anfängen beginnen wird, wird deutlich werden, das ist nicht unsere Macht, nicht unsere Planung, sondern ich glaube, Gott macht das bewusst, um zu zeigen, was er kann, dass es nicht von uns abhängig ist, sondern von ihm.
[47:23] Also, die Frage heute ist: Nicht, bist du groß genug, sondern bist du echt? Bist du ein echtes Senfkorn? Kann das echte Senfkorn in dein Leben hinein? Weil dann kann Gott Gigantisches wirken.
[47:37] Hauen wir noch gemeinsam beten und Gott einladen, dass er das in unserem Leben tut. Lieber Vater im Himmel, hab herzlichen Dank, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast. Danke, dass wir diese Gelegenheit haben, sie ist nicht selbstverständlich, dass wir ohne Verfolgung und ohne Probleme uns hier treffen können, dein Wort studieren können, uns austauschen können und verstehen können, was deine Botschaft für uns ist. Danke, dass du durch deinen Heiligen Geist in unserem Leben sehr viel mehr bewirken kannst, als wir das oft für möglich halten, dass du in unseren Familien, in unserer Gemeinde, in unseren Gemeinden sehr viel mehr bewirken kannst. Herr, vergib uns, dass wir oft das nicht glauben und schenke uns echten Glauben. Und wenn er nur so klein ist wie ein Senfkorn, aber ein echter Glaube ist, der aus deinem Wort lebt, in dem Bewusstsein, dass was du sagst auch geschieht, dass wir sehen können, wie mit der Zeit aus den kleinsten Anfängen gewaltige Dinge entstehen können. Herr, wir haben verstanden, dass es nicht um unsere Leistung geht, nicht um unseren Verstand, nicht um unsere Weisheit, sondern darum, dass du gerade das bei der Welt Verachtete, das Geringe, das Unscheinbare benutzt, um dich zu verherrlichen. Und so möchten wir dir danken, dass du das tust und bitten, dass du in unserem Leben genau das tust, was wir heute in diesem Gleichnis gelesen haben, das zwar kurz und knapp ist, aber doch die gesamte Kraft des Evangeliums entfaltet. Bitte hilf uns, dass wir im Glauben vorangehen können, dass wir in dieser Generation noch sehen, wie aus diesen kleinen, unscheinbaren Gemeinden die Bewegung wird, die die ganze Erde mit der dreifachen Engelsbotschaft erreicht. Herr, das wünschen wir so sehr und wir möchten uns dir zur Verfügung stellen und danken dir, dass du durch deinen Heiligen Geist das bewirken wirst und das glauben wir und danken dir dafür im Namen Jesu. Amen.
[49:53] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!
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