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In dieser Predigt der Cannstatt Study Hour 2019 Q3 thematisiert Clemens Kramp, wie Jesus den Bedürftigen begegnete. Er beleuchtet Jesu Leben und Wirken als Offenbarung des Wesens Gottes und betont die Bedeutung von Mitgefühl, Dienst und Gerechtigkeit im Umgang mit Leidenden. Die Predigt lädt dazu ein, Jesu Beispiel zu folgen und sowohl geistliche als auch praktische Hilfe anzubieten.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2019 Q3: Was ihr den Geringsten getan habt

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Transkript

[0:00] Herzlich willkommen auf Joel-Media-TV zur Cannstatt Study Hour. Wir bereiten uns mit dem Bibelstudium auf den Sabbat, den 17. August 2019, vor. Wir haben heute ein spannendes Thema, das wir gemeinsam durchdenken wollen: Jesus und die Bedürftigen.

[0:41] Zum Anfang lade ich euch ein, dass wir gemeinsam ein Gebet sprechen. Großer Gott, lieber Herr Jesus, ich möchte von Herzen Danke sagen, dass du uns segnen möchtest. Ich möchte dir Danke sagen, dass du ein Gott der Liebe bist und dass du bereit warst, den Himmel zurückzulassen, um auf diese Erde zu kommen, um deinen Geschöpfen, uns Menschen, zu dienen, die wir selber bedürftig sind und die du von Herzen liebst. Jesus, ich möchte dich bitten, dass du uns in den nächsten Minuten führst und leitest, dass wir erkennen können, was du uns aufs Herz legen möchtest in dem Studium deines Wortes, wenn wir dieses konkrete Thema betrachten. Ich habe Dank, dass du uns führen wirst durch den Heiligen Geist. Amen.

[1:31] Hast du dir schon einmal vorgestellt, warum Jesus Christus eigentlich auf die Erde kam? Mein Eindruck ist, dass in der heutigen Welt viele Theorien und Meinungen darüber existieren, warum Jesus in dieses Leben, auf diese Erde gekommen ist. Die Bibel beschreibt, dass Jesus kam, um zu zeigen, wie Gott ist. Ist es nicht so, dass Menschen immer wieder auch das Wesen Gottes infrage stellen und Fragen haben zur Gerechtigkeit Gottes? Ist der Charakter Gottes wirklich gerecht? Mir scheint, dass hier ein Bedürfnis besteht, das Wesen Gottes besser verstehen zu wollen, zu wissen, wie ist Gott wirklich.

[2:15] Die Betrachtung des Lebens Jesu ermöglicht uns zu verstehen, wie Gott ist. Einer seiner engeren Begleiter, Philippus, hatte auch den Wunsch zu wissen und sagte: „Zeige uns den Vater.“ Jesus erklärte: „Wer ihn, wer ihn Jesus gesehen hat, der hat auch den Vater gesehen.“ Wir lesen in Johannes 14, Vers 9, folgende Worte. Jesus spricht zu ihm: „Solange bin ich bei euch und du hast mich noch nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen. Wie kannst du das sagen? Zeige uns den Vater.“

[2:56] Weitere Bibeltexte machen deutlich, dass beim Betrachten Jesu die Möglichkeit besteht, den Vater, die Gottheit zu erkennen. So lesen wir in Kolosser 2, Vers 9 beispielsweise, dass die ganze Fülle der Gottheit in Jesus Christus zu finden ist. Dort heißt es: „Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig.“ Im Hebräerbrief, in den ersten Worten, werden wir eingeladen zu verstehen, dass Jesus Christus der Ausdruck seines Wesens war, der Ausdruck des Wesens des Vaters. Dort heißt es in Hebräer 1, in den Versen 1 bis 3: „Nachdem Gott in den vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat, durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn. Ihn hat er eingesetzt zum Erben von allem. Durch ihn hat er auch die Welten geschaffen. Dieser ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens und trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft. Er hat sich, nachdem er die Reinigung von unseren Sünden durch sich selbst vollbracht hat, zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt.“ Jesus Christus ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit, der Herrlichkeit des Vaters, und der Ausdruck seines Wesens.

[4:34] Wie hat Jesus das konkret gemacht? Wie hat Jesus gezeigt, wie Gott ist? Bei der Betrachtung des Wortes Gottes gewinne ich den Eindruck, dass es durch die Lehre tat. Aber nicht nur durch die Lehre, sondern durch sein Leben. Wir sehen, dass er es durch das Opfer am Kreuz auf Golgatha tat und ganz praktisch im Alltag in seinem Verhalten den Menschen gegenüber, denen er begegnete. Viele Menschen, die ihn wirklich brauchten, die Not gelitten haben, haben mitunter eine sofortige, echte Veränderung erlebt an Körper, Seele und Geist. Und dieser messianische Dienst war auch vorausgesagt. Die Propheten des Alten Testamentes haben das Wirken Jesu schon früh vorausgesagt.

[5:30] Nun war es aber so, dass Jesus auch als Bedrohung wahrgenommen wurde. Die religiösen Führer seiner Zeit sahen in Jesus nicht denjenigen, der er gewesen war, sondern nahmen ihn eher als Bedrohung, als Schwierigkeit im Erleben dieser Zeit wahr. Und so beschlossen sie, ihn beseitigen zu wollen. Sie taten dies und verhafteten ihn, behandelten ihn ungerecht, verurteilten ihn und schlussendlich kreuzigten sie Jesus Christus, den Sohn Gottes. Sein Wirken, sein Anspruch war ihnen ein Dorn im Auge. Aber Jesus war bereit, all diese Ungerechtigkeiten auf sich zu nehmen und letztendlich den Sieg davon zu tragen.

[6:20] Lieber Freund, liebe Freundin, wir dürfen einem herrlichen und großartigen Gott dienen, der selbst das Kleine und Schwache im Blick hat, weil er dies geschaffen hat und von Herzen lieb hat. In dieser Woche der Bibelbetrachtung hatten wir auch die Möglichkeit, uns mit dem Lied Marias zu beschäftigen. Aber bevor wir dort hingehen und uns die Verse aus Lukas 1, ab Vers 46, näher betrachten wollen, möchte ich dich fragen: Bist du selber einmal Vater oder Mutter geworden? Den Segen Gottes zu erleben und ein neues Familienmitglied zu Hause willkommen zu heißen, ist etwas ganz Besonderes. Wer schon selber eine Schwangerschaft oder auch das Aufwachsen eines kleinen Babys und Kindes erlebt hat, weiß, wie wertvoll, wie wunderschön es ist und kann nachempfinden diese Worte, die wir hier im Lobpreis Marias in Lukas 1 wiederfinden.

[7:20] Ich lade euch ein, dass wir gemeinsam nun die Verse ab Vers 46 gemeinsam lesen. Lukas 1, ab Vers 46.

[7:57] Über die, welche ihn fürchten. Er tut Mächtiges mit seinem Arm. Er zerstreut, die hochmütig sind, in der Gesinnung ihres Herzens. Er stößt die Mächtigen von ihren Thronen und erhöht die Niedrigen. Hungrige sättigt er mit Gütern und Reiche schickt er leer fort. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und an seine Barmherzigkeit zu denken, wie er es unseren Vätern verheißen hat, Abram und seinem Samen auf ewig.

[8:34] Ihr Lieben, ich möchte es noch einmal betonen: Wir dienen einem wundervollen und liebevollen Gott. Auch in Jesaja 41 kommt dies zum Ausdruck. Jesaja 41, den wir an dieser Stelle mit heranziehen wollen, ab Vers 8.

[9:21] „Ich helfe dir ja auch. Ja, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“

[9:33] Wenn wir diesen Lukas-Abschnitt betrachten, den wir zuvor gelesen haben, Lukas 1, dann wird sehr deutlich, dass in dem Lob Marias zweierlei Dinge ausgedrückt werden. Zum einen ist es Maria ein Anliegen, Gott zu loben. Sie spricht davon von ihrem Retter. Sie spricht davon, dass große Dinge an ihr getan wurden. Aber nicht nur das. Sie erkennt auch, dass Gott darüber hinaus an den Menschen wirkt und bringt allgemeine Gedanken hervor, wie beispielsweise seine Barmherzigkeit währt. Hungrige sättigt er. Er erhöht die Niedrigen.

[10:14] Ich habe mich gefragt, wie es mit meiner, mit unserer Anbetung aussieht. Ist es mir ein Bedürfnis, neben allgemeinen Dingen, neben dem Lob Gottes, ihn zu ehren im Gebet, auch persönliche Dinge vorzubringen? Meinem Gott zu sagen, wie es mir wirklich geht. Ganz offen und ehrlich in einer Freundesbeziehung mit ihm zu reden. Auf der anderen Seite, denke ich, ist es auch von Nöten und von Gut, und sehr gut, wenn wir sehen, dass es neben persönlichen Anliegen auch Anliegen der Allgemeinheit gibt, die über unsere persönlichen Wünsche und Empfindungen und Bedürfnisse hinausgehen. Und so lade ich uns ein, dass wir unsere Gebetsanliegen breit streuen, so wie Maria es hier getan hat. Den persönlichen Fokus zu haben, aber auch zu sehen, dass es Anliegen über unser persönliches Leben hinaus gibt.

[11:15] Wenn wir in das Lied von Maria hineinschauen, dann sehen wir, dass sie dankbar ist. Sie ist erstaunt, wie Gott an ihr gewirkt hat. Maria sieht ganz deutlich das Wirken Gottes in ihrem persönlichen Leben, aber auch, dass Gott einen durchdachten Plan für sein Volk, ja für die ganze Menschheit hat. Was ist der Plan Gottes für die Menschheit? Kennen wir, kennst du, kenn ich, den Plan Gottes für die Menschheit? Was ist der Plan Gottes für die Zukunft?

[11:48] Kann es sein, dass es um das Folgende geht? Kann es sein, dass der liebe Gott seine Kinder von Herzen liebt und ihnen helfen möchte, sie durch die letzten Tage dieser Weltgeschichte hindurch zu tragen? Endzeitliche Ereignisse stehen der ganzen Welt bevor. Der liebe Gott möchte dich und mich tragen. Er möchte uns begleiten und uns vorbereiten auf seine herrliche Wiederkunft. Ein Ereignis, das noch nie dagewesen ist. Ein Ereignis von größter Bedeutung für dich und für mich.

[12:19] Letztendlich ist es sein Ziel, sein Wunsch, sein Plan, eine endgültige Erlösung herbeizuführen und die Ewigkeit jedem zu ermöglichen, auch dir und mir. Und aufgrund des Sündenfalls geht es dem lieben Gott, geht es unserem Gott darum, die Schöpfung wiederherzustellen. Er, der alles so wunderbar gemacht hat, ihm ist es sein Anliegen, dass die Sünde ein Ende findet und dass alles wiederhergestellt wird und in Harmonie zurückkehrt.

[12:54] Gott hat aber auch einen persönlichen Plan für seine Geschöpfe, für die Menschen, die bedürftig sind. Das ist ja unser Thema. Und die Frage ist: Erkenne ich den Plan Gottes für mein Leben? Bin ich bereit, den allmächtigen Gott aktiv zu suchen? Wir haben Verheißungen in der Bibel, die darauf hindeuten, dass Gott darauf wartet, dass wir ihn suchen, und dass er mit Freude und Begeisterung, so stelle ich mir das vor, sich finden lassen möchte.

[13:25] Wer mit Kindern vielleicht schon mal Verstecken gespielt hat, weiß, wie sehr sich ein Kind freut, wenn der Vater sich finden lässt. Wenn er nicht ewig im Versteck bleibt, sondern irgendwann vielleicht herauskommt, wenn das Versteck schwieriger war. Der liebe Gott freut sich, wenn wir ihn aktiv suchen, und er möchte sich von uns finden lassen.

[13:46] So lesen wir in Jeremia 29, ab Vers 11: „Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben.“ Ab Vers 12 heißt es weiter: „Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und zu mir flehen, und ich will euch erhören.“ Vers 13: „Ja, ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir verlangen werdet, und ich werde mich von euch finden lassen.“

[14:22] Auch wenn wir in die Psalmen schauen, sehen wir, dass es Gott ein Herzensanliegen ist, uns auf unserem Lebensweg zu führen. In Psalm 37, Vers 5 lesen wir die Verheißung: „Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er es vollbringen.“ Wir sind eingeladen, unser ganzes Sein, unser Denken, unser Fühlen, unsere Pläne in die Hände Gottes zu legen, der sie füllen möchte mit seinem Plan für unser persönliches Leben, der uns gebrauchen möchte. Gott liegt es daran, mit dir und mit mir eng zusammenzuarbeiten.

[15:05] Und die Frage ist: Möchtest auch du dich ihm anvertrauen? Auch die Frage, wie ist Gott, wird in dem Lied von Maria beantwortet. Es wird beschrieben, dass er mächtig und anbetungswürdig ist, und gleichzeitig achtet er auch auf die Demütigen, auf die Armen, auf die Unterdrückten, auf diejenigen, die es gerade nicht so gut haben. Da heißt es in Vers 52 und 53: „Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen, die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen.“

[15:42] Mir scheint, dass Jesus ein Herrscher ist, einer anderen Art von Königreich. Mir scheint, dass es bei Jesus ein umgekehrtes Königreich gibt. Die, die auf dieser Welt etwas zählen, die mächtig und reich sind, scheinen bei Jesus nicht den höchsten Stellenwert zu haben und eher vielleicht gering zu sein. Und die Armen und Unterdrückten sind diejenigen, auf die er den Fokus legt, die er befreien möchte und erhöhen möchte.

[16:13] Für mich kommt in diesem Zusammenhang eine entscheidende Frage, die uns als Gläubige, uns als Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten betrifft: Ist unsere Kirche, bin ich als Gläubiger, ein Ausdruck des Reiches Gottes hier auf Erden? Sind wir, bist du, bin ich, aktuell wirklich relevant für diese Welt? Und auch für die Gesellschaft hier in Deutschland? Nehmen wir die Nöte und Bedürfnisse, die es hier auch in unserem reichen Land gibt, nehmen wir diese wahr? Und wenn ja, wie reagieren wir darauf?

[16:51] Es tut gut zu wissen, dass uns eine Beschreibung des Dienstes Jesu nicht vorenthalten wurde. Wir dürfen lesen in dem wunderbaren Buch „Auf den Spuren des großen Arztes“ auf Seite 106: „Allein die Vorgehensweise Christi wird wahren Erfolg bringen in dem Bemühen, Menschen zu erreichen. Der Heiland mischte sich unter sie, weil er ihr Bestes wollte. Er zeigte ihnen sein Mitgefühl, diente ihren Bedürfnissen und gewann ihr Vertrauen. Erst dann lud er sie ein: Folgt mir nach.“

[17:28] Wir finden hier einige Merkmale, doch zuvor möchte ich noch einmal voranstellen, was hier steht: Es wird beschrieben, dass die Vorgehensweise Christi die Vorgehensweise ist, die wahren Erfolg bringen wird. Und es werden einige Merkmale genannt, wie Jesus seinen Dienst ausgeführt hat: Er mischte sich unter die Menschen, ist der erste Schritt. Der zweite Schritt: Er zeigte ihnen Sympathie. Drittens: Er fragte und diente, fragte nach den Bedürfnissen der Menschen und diente diesen. Und mir scheint, dass infolgedessen, infolge dieser Vorgehensweise etwas geschieht zwischen den Menschen und ihm. Mir scheint, dass hier Vertrauen entstand. Die Menschen begannen ihm zu vertrauen, und dann bat er sie: Folge, folgt mir nach.

[18:19] In dem Zusammenhang frage ich mich, ob auch wir als gläubige Christen und Adventisten dieses umgekehrte Königreich abbilden, das Maria auch beschreibt. Heißt es gleichzeitig, dass wir Reiche und Mächtige vielleicht weniger uns bemühen sollten? Heißt es, dass wir vielleicht für Reiche und Mächtige uns weniger bemühen sollten, nur weil sie vielleicht reich und mächtig sind? Mächtige und Reiche mit dem Wort Gottes zu erreichen, ist keine unverbotene Sache, ihr Lieben. Ich habe den Eindruck, dass der liebe Gott jeden meint.

[19:01] Und es ist ein Vers, der uns darauf aufmerksam macht, der sehr bekannt ist, den ich aber an dieser Stelle kurz erwähnen möchte. Auch wenn Jesus gesagt hat und gezeigt hat, dass er sich besonders dem Bedürftigen auch hingegeben hat, ist er letztendlich für alle gestorben. Johannes 3, Vers 16 steht sehr deutlich: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, und hier möchte ich die Pause machen, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ein ewiges Leben hat.“

[19:40] Wir möchten uns in den nächsten Minuten mit dem Programm von Jesus auseinandersetzen. Programm klingt jetzt sehr förmlich, aber Jesus hatte eine Vision und der ist ja nachgegangen. Und ich lade euch ein, dass wir gemeinsam die Verse 16 bis 21 betrachten aus dem vierten Kapitel des Lukas-Evangelium. Lukas, Kapitel 4 und dort die Verse 16 bis 21.

[20:10] „Und er kam nach Nazareth, wo er erzogen worden war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbatag in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen. Und es wurde ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja gegeben, und als er die Buchrolle aufgerollt hatte, fand er die Stelle, wo geschrieben steht: ‚Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkündigen, und er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzen sind, Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Blinden, dass sie wieder sehend werden, Zerschlagene in Freiheit zu setzen, um zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn.‘“ Und er rollte die Buchrolle zusammen und gab sie dem Diener wieder und setzte sich, und alle Augen in der Synagoge waren auf ihn gerichtet.

[21:02] Er aber fing an, ihnen zu sagen: „Heute ist diese Schrift erfüllt vor euren Ohren.“

[21:12] Am Anfang von Lukas finden wir einen Bericht über den öffentlichen Dienst Jesu. Und mir scheint, dass das Lied von Maria in gewisser Weise aufgegriffen wird und dass durch diese Beschreibung des Dienstes Jesu dieses Lied, dieser Dienst Wirklichkeit wird. Im Zentrum der guten Nachricht, die Jesus hier verkündigt, sind wieder, und das möchte ich betonen, Arme, Leidende und Unterdrückte.

[21:45] Wir wissen, dass es im Alten Testament eine Parallelstelle gibt, die ich an dieser Stelle lesen möchte. Ich lade euch ein, Jesaja 61 und dort die Verse 1 und 2 mitzulesen.

[22:02] „Der Geist des Herrschers ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkündigen. Er hat mich gesandt, zu verbinden die zerbrochenen Herzen sind, den Gefangenen Befreiung zu verkünden und Öffnung des Kerkers den Gebundenen. Um zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn und den Tag der Rache unseres Gottes und um zu trösten alle Trauernden.“

[22:31] Jesus nahm diese Verse, diese Verheißung als sein Leitbild. Und interessant ist auch, dass der Dienst Jesu und sein Auftrag nicht nur geistlich waren, sondern auch praktischer Natur. Geistliches und Praktisches liegen bei Jesus sehr eng beieinander.

[22:56] Und ich habe mich gefragt, ob das auch in meinem, in unserem Leben der Fall ist. Es ist gut, wenn wir uns als gläubige Menschen um Menschen kümmern, ihnen helfen in ihrem geistlichen Leben, wenn wir vielleicht sie einladen in unseren Hauskreis, in eine Bibelstunde, in einen Bibelkreis. Es ist gut, wenn wir in dieser Weise wirken und für sie da sind. Und gleichzeitig ist es auch gut, so verstehe ich hier das Wort Gottes an dieser Stelle, wenn wir uns auch in Hilfsbereitschaft üben und ihnen wirklich auch physisch Hilfe und Fürsorge zur Verfügung stellen. Ich denke, Jesus ist uns hier ein Vorbild und möchte uns einladen, in gleicher Weise zu handeln, das Geistliche zu tun, aber das Praktische nicht zu vernachlässigen.

[23:44] Aber zurück zu Lukas Kapitel 4. Hier finden wir einige interessante Aspekte in dem Leben Jesu, die ich aufgreifen möchte. Lukas 4, ab Vers 16 hatten wir gelesen. Und dort finden wir diesen Aspekt, dass Jesus eine Gewohnheit hatte, eine wunderbare Gewohnheit, die du vielleicht auch hast. Wenn nicht, dann möchte ich dich einladen, diese Gewohnheit werden zu lassen. Es war die Gewohnheit, am Sabbat in die Synagoge zu gehen.

[24:19] Jesus, der den Sabbat gemacht hat, hat auch selber den Sabbat gehalten, hat eine besondere Zeit reserviert, um Zeit mit Gott, um Zeit mit den bedürftigen Menschen zu haben, die ihn hören mussten, die ihn erleben mussten, um zu verstehen, wie er ist, wie er wirken möchte und welche Perspektive, welche wunderbare Zukunft er für sie hat.

[24:42] Welche Gewohnheiten pflegst du? Welchen Gewohnheiten gehst du nach? Welche Gewohnheiten prägen dein Leben? Ich habe es gerade angesprochen, vielleicht ist der Sabbat so eine gute Einrichtung und Gewohnheit in deinem Leben. Das ist etwas Wunderbares. Vielleicht gelingt es dir aber auch, wunderbare Familienzeiten zu gestalten mit deinen Lieben, dass deine Kinder und deine Ehefrau oder dein Ehemann vielleicht erkennen können, dass du mit Jesus gewesen bist, an jedem Morgen.

[25:11] Vielleicht hast du so eine stille Zeit, wo du deinem Gott am Morgen begegnest, dein Herz ausschütten kannst, ihm alles sagen kannst, was dich persönlich betrifft und auch was darüber hinaus dein Herz anspricht, wenn du in die Welt schaust. Ich persönlich habe auch eine Gewohnheit: Ich liebe es, joggen zu gehen und dabei die wunderbare Entscheidungsserie von Ellen White zu hören. Wunderbare Gedanken, die der liebe Gott ihr aufs Herz gelegt hat, von denen wir gebrauchen können, die unser Leben, dich und mich bereichern.

[25:46] Ein zweiter Gedanke, ein zweiter Aspekt aus diesem Abschnitt in Lukas 4, ab Vers 16, ist dieser Gedanke in Vers 20: „Alle Augen in der Synagoge waren auf ihn gerichtet.“ Interessant, oder? Alle Augen waren auf ihn gerichtet.

[26:04] Ich habe mich gefragt beim Lesen und Nachdenken über diesen Abschnitt: Auf wen oder auf was sind meine Augen gerichtet? Auf wen oder was sind unsere Augen gerichtet, wenn wir durch den Alltag laufen, wenn wir unseren Aufgaben nachgehen und wir vielleicht eine Predigt auch hören? Sind unsere Augen auf Jesus Christus gerichtet? Auf sein Wort, auf seine Verheißung, auf das, was er für uns, die wir selber auch bedürftig sind, tun möchte? Ist mein Wunsch hier: Wie kann ich dir ähnlicher werden?

[26:45] Wir möchten einen weiteren Abschnitt lesen im Studium dieses Abschnittes. Wir wollen Lukas 7 miteinander betrachten, Lukas 7 und dort die Verse 18 bis 23.

[27:00] „Und die Jünger des Johannes berichteten ihm von dem Allen. Und Johannes rief zwei seiner Jünger zu sich, sandte sie zu Jesus und ließ sie fragen: ‚Bist du derjenige, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?‘ Als nun die Männer zu ihm kamen, sprachen sie: ‚Johannes, der Täufer, hat uns zu dir gesandt und lässt dich fragen: Bist du es, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?‘ Zur selben Stunde aber heilte er viele von Krankheiten und Plagen und bösen Geistern und schenkte vielen Blinden das Augenlicht. Und Jesus antwortete und sprach ihnen: ‚Geht hin und berichtet dem Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde werden sehend, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote werden auferweckt, Armen wird das Evangelium verkündigt, und glückselig ist, wer nicht Anstoß nimmt an mir.‘“

[28:02] Zur selben Stunde, als die Jünger kommen und ihn fragen, ist Jesus dabei zu heilen, ist Jesus dabei gesund zu machen? Und er sagt: „Was ihr gesehen und gehört habt, das berichtet.“ Zur damaligen Zeit gab es viele Schwierigkeiten, Seuchen, Plagen, es gab böse Geister, Blinde, Lahme, Aussätzige, Tote, viele Dinge, die Jesus umgaben und seinen Alltag umgaben, um die er sich kümmern musste. Ihm war es ein Anliegen, die Menschen heil zu machen und ihnen das Evangelium zu predigen.

[28:45] An dieser Stelle habe ich mich gefragt, und ich lade euch ein, ich möchte diese Frage, diesen Gedanken mit euch teilen, den wir mitnehmen können: Leben wir als Gläubige ein Leben theoretischer Floskeln, guter Gedanken? Oder packen wir auch da an, wo Not am Mann ist? Wie reaktionsschnell sind wir, wenn Hilfe wirklich gebraucht wird? Wenn Menschen an der Straße sitzen, liegen, betteln? Wenn Freunde, Bekannte echten Herzenskummer haben und uns brauchen, vielleicht auch zu einer Unzeit? Sind wir da? Sind wir Täter der Worte, die wir glauben, für die wir stehen?

[29:29] Der Auftrag Jesu, den er an seine Jünger übergeben hat, stimmte auch mit seiner eigenen Mission überein. Es ist miteinander verwoben gewesen. Der Auftrag Jesu war deckungsgleich mit dem, wozu er auch seine Jünger berufen hat, zu ihrer Mission. So ist es auch für uns eine Frage, die wir beantworten müssen: Spiegeln wir in unserem Dienst die Werte und Prinzipien wieder, die Jesus an den Tag gelegt hat, die Jesus gelebt hat, die ihn ausgemacht haben? Sind diese Werte und Prinzipien des Dienstes Jesu in meinem und deinem Leben erkennbar? Unterstützen wir die Mission Jesu, die Geringen und die Verlorenen aufzurichten? Ist es uns ein Herzensbedürfnis?

[30:19] Und gleichzeitig dürfen wir auch die gegenwärtige Wahrheit nicht vernachlässigen. Ich denke, Jesus ruft uns sehr klar auf, auch die dreifache Engelsbotschaft in dieser Zeit, in der wir leben, zu verkündigen. Und ich denke, es ist so eine Gefahr, vielleicht den persönlichen Dienst am Ende unausgewogen zu gestalten. Auf der einen Seite besteht vielleicht die Gefahr, nur die gegenwärtige Wahrheit zu predigen. Auf der anderen Seite vielleicht die Gefahr, sich nur sozialen Aktivitäten hinzugeben. Ich denke, der Dienst Jesu meint beides. So wie ich das Wort Gottes hier verstehe, braucht es beides. Es braucht ein Ineinandergreifen, ein Hand-in-Hand-Gehen der gegenwärtigen Wahrheit und des persönlichen Einsatzes für Bedürftige, für Menschen, die Jesus auch praktisch erleben müssen.

[31:14] Schauen wir in die Evangelien, dann sehen wir, dass die Evangelien voller Wunder sind. Viele Heilungswunder, wir haben es angedeutet, Blinde werden sehend, Lahme konnten plötzlich gehen. Jesus stellte sich auch Dämonen und schreckte nicht zurück, denn er wusste, dass er der Sohn Gottes ist. Außerdem wurden sie geheilt und manch einer wurde sogar gesund nach vielen Jahren des Leidens und durfte erleben, wie Gott ein Gott der Liebe ist, der Harmonie, Gesundheit, Frieden, aber auch Heilung fördert und sich wünscht für die Menschen, dass wir das erleben können.

[32:01] Aus dem Buch „Der Sieg der Liebe“ möchte ich einen kleinen Abschnitt lesen: „Jedes Wunder, das Jesus vollbrachte, war ein Zeichen seiner Göttlichkeit.“ Und ich denke da auch an die Beschreibung aus dem Bibelschul-Lektionsheft von der blutflüssigen Frau, von dem Kranken am Teich Bethesda, der nach 38 Jahren wieder gesund geworden ist. 38 Jahre, was für eine lange Zeit, was für eine lange Qual für diesen Mann. Auch diese Wunder waren ein Zeichen seiner Göttlichkeit.

[32:39] Ich lese weiter.

[33:09] Mir scheint, dass die Heilungen Jesu zweierlei sind. Zum einen waren es der Ausdruck seines Mitgefühls und zum anderen auch Taten der Gerechtigkeit. Diejenigen, die ungerecht behandelt wurden, durften erleben, wie Jesus gerecht in ihr Leben eintrat. Und wenn wir daran denken, an den Ausdruck seines Mitgefühls, dass seine Heilungen davon gekennzeichnet waren, dann erinnere ich an die Methode Jesu, die wir gerade angeschaut haben. Und habe auch ein biblisches Beispiel mitgebracht, das ich mit euch teilen möchte.

[33:50] In Matthäus 14, Vers 14 finden wir die Beschreibung, dass Jesus eigentlich den Wunsch hat, in Vers 13 kommt das zum Ausdruck, den Wunsch hat, einen einsamen Ort aufzusuchen. Da lesen wir in Vers 13: Johannes, entschuldigt bitte, Matthäus 14, Vers 13: „Und als Jesus das hörte, zog er sich von dort in einem einsamen Schiff abseits an einen einsamen Ort zurück. Und als die Volksmenge es vernahm, folgte sie ihm aus den Städten zu Fuß nach.“ Verstehen wir? Jesus möchte die Ruhe, die Bevölkerung, die Menschen um ihn herum merken, okay, er zieht von dannen, und sie folgen ihm. Sie laufen nach, sie wollen wieder bei ihm sein.

[34:34] Wie entscheidet sich Jesus? „Als nun Jesus ausstieg, sah er eine große Menge. Und er erbarmte sich über sie und heilte ihre Kranken.“ Jesus war bereit, das Motto zu leben: Nach dem Dienst ist vor dem Dienst. Wohl wissen wir, dass Jesus Zeiten der Stille fest eingeräumt hat in seinem Leben, um die Verbindung zum Vater aufrechtzuerhalten und selber diese liebevolle Beziehung auch zu erleben. Und gleichzeitig hat er sich denen gewidmet, die eine Not, ein Bedürfnis verspürt haben, seine Barmherzigkeit zu erleben.

[35:15] All diese Heilung tat Jesus nicht einfach um der Heilung willen. Natürlich freute er sich darüber, wenn Menschen wieder gesund waren, sich freuten, plötzlich wieder sehen konnten, vielleicht noch nie den blauen Himmel, das grüne Gras oder die gelben Blumen gesehen haben. Und plötzlich konnten sie sehen, wie wunderbar die Schöpfung Gottes doch ist. Ich stelle mir vor, dass Jesus sich sehr darüber gefreut hat.

[35:45] Das eigentliche Ziel jedoch all dieser Heilung war, dass die Menschen dahin kommen, ihn zu erkennen. Dass sie dahin kommen, zu erkennen, wer sie sind, wer Jesus ist, und dieses Bedürfnis verspüren, als bedürftige Menschen doch das ewige Leben auch erreichen und erleben zu wollen.

[36:06] So lesen wir in Johannes 17, Vers 3 ein Wort, das die Notwendigkeit der Erkenntnis Jesu sehr zum Ausdruck bringt. Ich lade euch ein, mit mir Johannes 17, Vers 3 aufzuschlagen.

[36:21] „Das aber ist das ewige Leben, dass du dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennst.“

[36:30] Hier heißt es nicht: „Das ist aber ein schöner Tag oder eine schöne Woche, wenn du Jesus erkennst.“ Natürlich, wenn wir den Tag mit Jesus erleben, vielleicht sogar morgens mit ihm beginnen, wird es ein anderer Tag sein. Probier es einmal aus. Es wird ein anderer Tag, ein anderes Leben sein. Doch es heißt hier: Wenn wir Jesus Christus erkennen, fortwährend erkennen, dann ist es das ewige Leben, das der liebe Gott uns schenken möchte, dir und mir.

[37:04] Und so ist die Frage: Habe ich Gott erkannt? Habe ich Jesus Christus erkannt? Und habe ich durch Jesus Christus den Vater erkannt? Lieber Freund, liebe Freundin, ich möchte dich ermutigen, auch mich ermutigen, weiter den Verheißungen Gottes fest zu vertrauen, die auch uns gelten. Denn unser allmächtiger Gott möchte uns ewiges Leben schenken. Es wird ein Glück sein, dass wir uns ausmalen können und gespannt sein dürfen, wie es dann tatsächlich sein wird.

[37:37] Interessant ist als kleine Randnotiz auch, dass Jesus sagt: „Berichtet nicht davon.“ Er heilte die Menschen, er half ihnen, aber sie sollten nicht unbedingt viele Worte darüber verlieren. Denn sein Ziel war wirklich, dass die Menschen wahre Erlösung empfangen. Und so war er auch bereit, im Zusammenhang mit Heilungen immer wieder auch deutlich zu machen: Mein lieber Freund, meine liebe Freundin, der du bei mir bist und dich hast heilen lassen, es gibt das Wort Gottes. Es gibt meinen Charakter. Es gibt leider auch Sünde, und ich lade dich ein, den Weg der Sünde zu verlassen.

[38:10] Warum hat Jesus dieses Verlangen, den Menschen zu helfen? Uns ist berichtet, dass er selber diesen Schmerz der Leidenden verspürte, wahrnahm. Und ich frage mich an dieser Stelle, um das auch praktisch für uns zu machen: Wie empfinden wir, wenn wir leidende, niedergeschlagene Menschen sehen? Berührt es uns? Wenn wir leidende, niedergeschlagene Menschen sehen, berührt es uns?

[38:39] Offengestanden leben wir in einer kaputten Welt, das ist dir und mir bewusst, in einer Welt, wo vieles aus dem Ruder läuft. Aber berührt es uns, wenn wir hungernde, misshandelte Menschen, vielleicht Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, vielleicht auch im Gefängnis sind, wenn wir von ihnen hören oder von ihnen erfahren, berührt es uns?

[39:04] Ich glaube, dass wir als gläubige Christen in einer besonderen Weltzeit leben und gleichzeitig einen besonderen Auftrag haben. Die Menschheit soll das Gnadenangebot und das Erlösungswerk Gottes verstehen. Ist es auch dir ein Anliegen? Die Menschheit soll erfahren, wie Gott ist. Die Menschheit darf erfahren, wie Jesus ist. Ihn zu erkennen und gleichzeitig den Vater zu erkennen und zu verstehen, dass der Charakter Gottes gut ist und dass Gott, wie wir es im Neuen Testament lesen im ersten Johannesbrief, dass Gott die Liebe ist.

[39:40] Die Frage ist: Leben wir in einer engen Beziehung zu Jesus, sodass die Menschen um uns herum erkennen können, dass du und ich, dass wir Freunde Jesu sind, dass wir mit ihm gegangen sind, dass wir den Tag mit ihm erlebt haben?

[39:54] Die Bibel zeichnet uns immer wieder ein sehr positives Bild von Jesus, ein Bild, in dem er sehr sanft, sehr einfühlsam reagiert, sich um die Kranken und Armen sorgt und kümmert. Kinder sind diejenigen, die er einlädt, nicht ausstößt, die er lieb hat und sagt: „Werdet wie die Kinder.“ Und er redet über das Reich Gottes im Zusammenhang mit Heilung und der Sorge um die Kranken und Bedürftigen.

[40:21] Aber an anderer Stelle finden wir, und so hat auch die biblische Lektion an dieser Stelle das angeführt, uns deutlich gemacht, dass Jesus durchaus auch energisch und vielleicht auch schonungslos reagieren kann, wenn es im damaligen Fall um die religiösen Führer ging. Wir lesen hier ein Beispiel aus der Bibel und ich möchte euch einladen, dass wir hier Johannes Kapitel 2 aufschlagen. Johannes Kapitel 2 und dort ab Vers 13.

[40:55] Überschrieben ist der Abschnitt: Die erste Tempelreinigung. „Und das Passah der Juden war nah, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. Und er fand im Tempel die Verkäufer von Rindern und Schafen und Tauben und die Wechsler, die da saßen. Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus, samt den Schafen und Rindern, und den Wechslern verschüttete er das Geld und stieß die Tische um. Und zu den Taubenverkäufern sprach er: ‚Schaff das weg von hier, mach nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus.‘ Seine Jünger dachten aber daran, dass geschrieben steht: ‚Der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt.‘“

[41:37] Können wir uns in die Dramatik und auch in die Leidenschaft Jesu an dieser Stelle hineinversetzen? Jesus ist besorgt, dass der Verkauf von Opfertieren die echte Anbetung ersetzen könnte. Das, was dort stattfand, war nicht im Sinne Jesu, und er hat ihnen deutlich gemacht: Ihr Lieben, dieses Haus ist ein Bethaus.

[42:00] An dieser Stelle möchte ich auch eine praktische Anwendung für uns finden. Und ich möchte uns fragen, ob auch unsere Gemeindehäuser, die wir vielleicht in einen Gottesdienst gehen, in eine Adventgemeinde, sind auch unsere Gemeindehäuser Bethäuser? Gibt es in unseren Gemeindezellen, kleine Zellen, in denen gebetet wird, wo man sich trifft, persönlich aber auch gemeinschaftliche Anliegen der Welt teilt und Gott anruft und um Lösungen bittet, ihm dankt für das, was er schon getan hat, für seinen Segen?

[42:36] Gleichzeitig möchte ich ermutigen, dass wir an dieser Stelle, an diesem Punkt der Betrachtung der Bibelschullektion auch darüber nachdenken, wie es mit unserem Tempel, mit unserem Körper, mit diesem Gebäude aussieht. Beten wir? Ist uns das Wie-Gespräch mit Gott wichtig? Gibt es besonders reservierte Zeiten in meinem und deinem Leben, wo wir Gott anrufen und mit ihm reden?

[43:05] Ich möchte uns einladen und ermutigen, dass wir darauf Acht haben. Es gibt nämlich jemanden, der unseren Tempel zu einer Räuberhöhle machen möchte. Und Gott möchte uns bewahren und segnen und wird uns den Segen schenken, wenn wir darum bitten, dass unser Tempel ein Bethaus ist.

[43:26] Was war die Folge dieser Tempelreinigung? Die Menschen kamen in den Tempelhof, um Heilung und Lehre mitzuerleben. Sie haben von dem Ereignis gehört und sie fanden letztendlich Hoffnung in ihrem Herzen. Bei den religiösen Führern ist diese Aktion, so will ich sie mal nennen, nicht besonders gut angekommen. Sie planten vielmehr den Tod Jesu. Sie hatten Sorge um ihre Macht, um die Stabilität der sozialen Ordnung und empfanden Jesus eher als Störenfried, als denjenigen, der er war, den Messias.

[44:02] Ich denke, wir haben hier und finden hier eine Lehre auch aus dieser Begebenheit der Vergangenheit für unser persönliches Leben. Wir dürfen darauf achten, dass unser Leben, aber auch unsere Gemeindehäuser, unser Zusammenkommen als Gemeinde, sei es in Hauskreisen oder auch in den Adventgemeinden, diese wertvollen Zeiten, die wir gemeinsam erleben können, dass wir sie bewahren. Dass sie nicht zu Räuberhöhlen werden oder übertönt werden durch andere Dinge, die vielleicht auch ganz interessant sind, aber das Eigentliche, die Beziehung zu Gott, nicht wirklich fördern.

[44:39] So wünsche ich mir, dass unsere Zusammenkünfte als gläubige Christen, dass es Orte sind, wo Ehrfurcht ist, wo wir gemeinsam erleben können, wie wunderbar es ist, die Stille zu erleben, in der Gott auch zu unseren Herzen sprechen möchte, wo Andacht ist, wo Ruhe ist, wo wir uns bewusst machen, dass heilige Engel anwesend sind. Das ist ein kostbarer Gedanke. Meine Erfahrung ist, dass Kinder es lieben, zu wissen, dass heilige Engel sie bewahren, dass heilige Engel um sie sind, dass es Gott nicht egal ist. Und ich denke, wenn Jesus sagt: „Werdet wie die Kinder“, dann ist das vielleicht auch ein Bereich, dem wir uns wieder bewusst werden können, dass Gott uns nicht alleine lässt. Er gibt seinen Heiligen Geist und er schickt auch die heiligen Engel, die uns begleiten und mit uns zusammenarbeiten wollen.

[45:34] Wie eingangs erwähnt, stellen Menschen die Frage: Was für ein Gott ist Gott eigentlich? Die Bibel beschreibt die Existenz und das Wirken Gottes unmissverständlich. Er hört die Schreie der Armen, der Unterdrückten, er kümmert sich um die Bedürftigen, das ist ja unser Thema heute. Er hat ein Auge da drauf und nimmt es nicht nur wahr, sondern er sucht Lösungen, dass es den Bedürftigen wieder gut geht.

[46:04] Gleichzeitig war Jesus bereit, für dich und mich, lieber Freund, liebe Freundin, Schlimmes zu erleiden. Jesus war bereit, Hass entgegenzunehmen, Eifersucht zu durchleben, Ungerechtigkeit am eigenen Körper zu spüren. Er erlebte Unterdrückung, er erlebte ein Gerichtsverfahren gegen ihn, Folter, Verspottung und die Kreuzigung seiner selbst. Jesus erlebte den Tod und trotzdem zeigte er, obwohl er wusste, wo sein Dienst, wo sein Leben enden würde, trotzdem zeigte er während seines Dienstes diese tiefe Liebe, dieses aufopferungsvolle Mitgefühl seinen Mitmenschen gegenüber.

[46:58] Und wir finden eine wunderbare Beschreibung in Philipper 2 und dort die Verse 7 und 8.

[47:16] „Sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen, und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuz.“

[47:38] Wie tief muss die Liebe Gottes sein? Es lohnt sich, über diese Abschnitte, über diese Gedanken, über diese Worte im Stillen nachzudenken. Ich denke, dass der liebe Gott uns verstehen lassen möchte, wie tief seine Liebe ist, auch für dich und mich persönlich.

[47:58] Bist du schon einmal zum Opfer geworden? Ist es dir schon einmal so richtig an den Kragen gegangen? Hast du Schlimmes und Ungerechtes erlebt und du konntest nicht verstehen, warum das gerade dir passiert ist? Mein lieber Freund, meine liebe Freundin, Gott kennt dich. Gott weiß, wie du dich fühlst, er versteht die Not, er versteht das Bedürfnis, Gerechtigkeit zu erleben. Er versteht das Bedürfnis, Gutes zu erleben und den Wunsch, dass Ungerechtigkeiten an uns vorübergehen. Er weiß, warum es dir widerfahren ist, und es wird den Tag geben, an dem es auch dir verständlich nahe bringt.

[48:44] Warum weiß Gott, warum weiß Jesus, wie es uns geht? Warum weiß er auch, wie es uns geht, wenn wir vielleicht gesündigt haben und den Schmerz verspüren, der daraus gefolgt ist, diese Trennung vielleicht auch zwischenmenschlich?

[49:10] Jesus hat nicht gesündigt, aber Jesus wurde in allem versucht, heißt es in Hebräer 4, Vers 15.

[49:18] „Denn wir haben nicht einen Hohen Priester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten.“ Fühlst du dich auch manchmal schwach? Offengestanden gibt es Zeiten in meinem Leben, in denen ich mich nicht immer stark fühle. Es ermutigt mich, diese Worte zu lesen, denn wir haben nicht einen Hohen Priester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist, in ähnlicher Weise wie wir, doch ohne Sünde.

[49:47] Was hast du in der Vergangenheit erlebt? Was durchlebst du vielleicht heute? Egal was es ist, ich möchte dir zusagen: Jesus kann dich verstehen, er fühlt mit dir. Jesus besiegte den Tod und triumphierte in der Auferstehung. Jesus möchte auch in deinem Leben sein, lieber Freund, liebe Freundin. Er möchte dir Segen und echten Frieden schenken und letztlich das ewige Leben.

[50:18] Und die Frage ist: Möchtest du das auch? Möchtest du auch Teil der Familie Gottes werden oder bleiben? In Jesus Christus, um den Bogen zu spannen und es rund zu machen, ist der Charakter Gottes offenbar geworden. Sichtbar in seinen Taten, in seinem Leben, in seinem Handeln, in seinen Worten, letztlich in seinem Kreuzestod für die Bedürftigen, für die Menschen.

[50:44] Schauen wir in unser Leben, sehen wir, dass auch wir bedürftig sind. Und so ist es gut zu wissen, dass diese Liebe, die Gott in Jesus Christus offenbarte, auch uns gilt.

[50:57] Die Überschrift über der Bibelschullektion hieß in dieser Woche: Jesus und die Bedürftigen. Ein letzter Bibelabschnitt, den wir gemeinsam betrachten wollen, ist der Abschnitt aus Jesaja 53, die Verse 3-6. Ich lade euch ein, das mit aufzuschlagen, Jesaja 53, die Verse 3-6.

[51:19] „Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut. Wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er und wir achteten ihn nicht. Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen. Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen eigenen Weg. Aber der Herr warf unsere aller Schuld auf ihn.“

[52:18] Auf seinen Weg heißt es da. Lieber Freund, liebe Freundin, es gibt und gab auch in meinem Leben Fehltritte. Wie sieht es bei dir aus? Gibt es auch in deinem Leben Fehltritte? Wir lasen gerade hier von Übertretungen. Aufgrund unserer Übertretungen ist Jesus gestorben. Gibt es Fehltritte, die die Beziehungen zwischen dir und anderen Menschen beschädigt haben?

[52:49] Der Bibelabschnitt spricht auch davon, dass alle Menschen in die Irre gegangen sind. Würdest du das bestätigen? Und ist es dir auch ein Liegen, dass Gott dir die Schuld vergibt? Er lädt uns ein, zu ihm zu kommen. Ich persönlich möchte dieses Angebot annehmen. Ich persönlich freue mich, dass wir einen Gott haben, der uns auf wunderbare Art und Weise einlädt, Vergebung zu erfahren.

[53:15] Da heißt es in 1. Johannes 1, Vers 9: „Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“

[53:37] Nein, so heißt es da nicht, so steht es nicht. Es heißt dort, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.

[53:45] Der liebe Gott möchte dein und mein Leben bereichern. Er möchte unsere Schuld gänzlich nehmen, dass wir ganz weiß, so bildlich gesprochen, wieder vor ihm stehen können. Jesus sehnt sich danach, mit dir und mir wahren Frieden zu erleben und uns echte Heilung zu schenken.

[54:04] Lieber Freund, liebe Freundin, Gott gab alles. Er setzte alles ein, um dir das ewige Leben zu geben. In Frieden, in Freude, in absoluter Glückseligkeit. Was für ein besonderes Geschenk. Die Frage ist: Möchtest du dieses kostbare Geschenk annehmen und Jesus auch dein Leben anvertrauen? Vielleicht erstmalig, vielleicht wiederholt, vielleicht nimmst du dir auch vor und sagst: Tag für Tag möchte ich mit Jesus gehen und ihm mein Leben anvertrauen.

[54:41] Wir sind am Ende angelangt und ich möchte dich einladen, dass wir noch ein gemeinsames Gebet sprechen. Herr Jesus, ich möchte dir von Herzen Danke sagen, dass du mich liebst. Ich möchte dir von Herzen Danke sagen, dass du uns liebst, deine gläubigen Kinder. Herr, wir sehen in unserem Leben, dass Dinge manchmal nicht gut sind. Wir sehen, dass wir bedürftig sind. Wir sehen, dass wir dich brauchen und wir erkennen, was du auf dieser Welt getan hast. Du bist gekommen, um zu suchen, was verloren ist, lesen wir in deinem Wort. Wir haben gesehen, dass du dich der Bedürftigen angenommen hast. Dass du alles gegeben hast, um klarzumachen, wie der Charakter Gottes ist, dass wir dich erkennen können, uns für dich entscheiden können und gleichzeitig das ewige Leben erleben. Ich danke dir von Herzen, dass du uns führen wirst, auch in der kommenden Zeit. Dass du uns deinen Heiligen Geist geben möchtest, wenn wir dich darum bitten, und darum bitten wir dich in deinem Namen, Herr Jesus, dass du uns durch diese wirrende Zeit, durch diesen Strudel, durch diese Herausforderungen, die in dieser Zeit da sind, am Ende der Weltgeschichte, dass du uns sicher durchführen möchtest, um dich eines Tages in den Wolken des Himmels und darauf freuen wir uns zu sehen. Ich habe Dank dafür, Herr Jesus. Amen.

[56:07] In der nächsten Woche werden wir wieder eine weitere Ausgabe der Cannstatt Study Hour haben. Ihr seid herzlich eingeladen, wieder einzuschalten und die Sachen zu downloaden. Gott segne euch. Amen.


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