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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2019 4th (Special) Nr 2

Diese Folge der Cannstatt Study Hour taucht tief in die Bücher Esra und Nehemia ein und beginnt mit der detaillierten Aufschlüsselung der Rückkehrer aus dem babylonischen Exil. Der Sprecher, Christopher Kramp, beleuchtet die Listen der Tempeldiener, Priester und Leviten und erklärt ihre Bedeutung für die Identität und Zugehörigkeit. Ein besonderer Fokus liegt auf der Herausforderung, die Abstammung nachzuweisen, und den Konsequenzen, wenn dies nicht gelingt. Die Lektionen aus diesen biblischen Ereignissen werden auf heutige Glaubensgemeinschaften übertragen, insbesondere im Hinblick auf Prioritäten, Organisation und Dankbarkeit.


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Serie: Cannstatt Study Hour - Spezial 2019 Q4: Esra & Nehemia

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de, ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur zweiten Folge unserer Studienserie über die Bücher Esra und Nehemia. In dieser Cannstatt Study Hour Spezialserie wollen wir diese beiden Bücher chronologisch und systematisch uns erarbeiten. Wir wollen ein bisschen den historischen Hintergrund auch verstehen und sehen, wie diese Geschichte eigentlich so im Detail abgelaufen ist. Wir sind deswegen diesem Quartal nicht genau immer mit dem Lektionsheft überein, was die Thematik angeht, aber wollen dadurch als Zusatz ein gründliches Vers-für-Vers-Studium anbieten. Und wir wollen heute weitermachen in Esra 2 ab Vers 43 und werden dann bis Esra 4, Vers 16 uns vorarbeiten. Bevor wir das allerdings tun, wollen wir natürlich Gott einladen, dass er unsere Gedanken führt und leitet, dass wir die Wahrheit verstehen und vor allem die Anwendung für unser persönliches Leben und unsere Gemeinde in dieser letzten Zeit. Ich lade euch ein, dass wir gemeinsam darum bitten, dass der Heilige Geist unsere Gedanken führt. Lieber Vater im Himmel, wir sind dir wirklich von Herzen dankbar, dass du zu uns sprichst, dass du ein lebendiger Gott bist und dass du unsere Herzen mit deinem Geist erfüllen möchtest. Wir brauchen ihn so dringend, weil ansonsten dein Wort nicht die Kraft entfalten kann, die du dort hineingelegt hast. Wir möchten dich bitten, dass du unser Lehrer bist und dass wir Freude dabei haben, mehr zu verstehen über dieses Werk des Wiederaufbaus und der Reformation in den Zeiten nach dem babylonischen Exil, denn wir glauben, dass das eine Lehre auch ist für unsere Zeit, für unser persönliches Leben, für unsere Familien, für unsere Gemeinden. Und wir möchten dich bitten, dass du jetzt unsere Gedanken darauf richtest, was wir aus diesen Versen, die wir uns heute vorgenommen haben, lernen können. Sei du unser Lehrer und sprich du zu unserem Herzen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[2:28] In der letzten, in der ersten Folge haben wir uns mit dem Beginn des Buches Esra beschäftigt. Wir haben gesehen, dass dort der König Kyrus aufgrund der Prophezeiungen von Jesaja, dem gezeigt worden sind, wohl von Daniel, einen Erlass gegeben hat, der eine Erfüllung der Prophezeiungen Jeremias gewesen ist und natürlich auch Jesajas, dass alle Mitglieder des Volkes Gottes, alle Juden in seinem großen Reich nach Jerusalem gehen dürften, um dort den Tempel wieder aufzubauen. Das war im ersten Jahr des Kyrus. Wir haben versucht zu rekonstruieren, dass das wohl dann im Jahre 535 vor Christus gewesen sein muss, diese Rückkehr der Israeliten, genauer genommen der Benjaminiter und der Juden, aus dem Stamm Juda und Benjamin, gemeinsam mit Priestern und Leviten. Und wir haben dann gesehen, wie die goldenen und silbernen Gefäße, all die Schätze des Tempels zurückgegeben worden waren, die König Nebukadnezar bei den drei Wegführungen aus dem Tempel und aus Jerusalem mitgenommen hatte. Und dann haben wir uns die Liste angeschaut, die in diesem ersten Zug im Jahre 535 vor Christus, kurz nach dem Fall Babylons, knapp vier Jahre nach dem Fall Babylons, sich auf den Weg nach Palästina gemacht haben. Und wir haben dort einige Beobachtungen noch gemacht, haben am Ende festgestellt, dass hier die Priester, die Leviten, die Sänger und die Torhüter aufgezählt werden, und zwar genau in der Reihenfolge, wie das auch bei den Vorbereitungen für den Salomonischen Tempel unter David gewesen ist.

[4:06] Wir wollen jetzt hier einsteigen in Vers 43 und wir lesen einmal komplett bis Vers 54. Die Liste geht noch weiter. Die Tempeldiener, die Söhne Zihas, die Söhne Hasufas, die Söhne Tabautz, die Söhne Deskerios, die Söhne Ziahas, die Söhne Parons, die Söhne Lebanas, die Söhne Hagabas, Akups, die Söhne Hagabs, die Söhne Salmeis, die Söhne Hanans, die Söhne Girlets, die Söhne Gaas, die Söhne Reahias, die Söhne Rezins, die Söhne Nikodas, die Söhne Gassams, die Söhne Ussas, die Söhne Paseas, die Söhne Besais, die Söhne Asnas, die Söhne Dementes, die Söhne Dendefisita, die Söhne Babkuks, die Söhne Bakpuks, die Söhne Hakufas, die Söhne Hahius, die Söhne Batzlutz, die Söhne Mehidas, die Söhne Harsas, die Söhne Barkos, die Söhne Siseras, die Söhne Tamas, die Söhne Nezias, die Söhne Hattifas. Wer sind eigentlich diese Tempeldiener, die hier erwähnt werden? Wörtlich sind es die Netinim, die Gegebenen, die für bestimmte Aufgaben gegeben worden sind. Sie werden auch erwähnt in 1. Könige 9, Vers 2 und gehen möglicherweise auf die Gebioniter zurück, die schon zu Zeiten Josuas dann für Hilfsdienste, als Hilfskräfte für den Tempel herangezogen worden sind. Das geht aus Josua 9, Vers 27 hervor. Ganz klar ist das allerdings nicht, ob es diese direkte Verbindung hier gibt. Ähnlich ist das auch etwas unklar mit den folgenden Knechten Salomos. Vers 55 bis 57, die Söhne der Knechte Salomos, die Söhne Sothais, die Söhne Soferets, die Söhne Perudas, die Söhne Jaalas, die Söhne Dachkons, die Söhne Giddels, die Söhne Schephathias, die Söhne Hattils, die Söhne Pocherets von Zebaim, die Söhne Amis. Und auch hier gibt es möglicherweise einen Bezug zu 1. Könige 9, Vers 21 und 22.

[6:01] Dann kommt jetzt hier in Vers 58 eine zusammenfassende Berechnung. Es heißt ja, die Zahl aller Tempeldiener und Söhne der Knechte Salomos betrug 392. Und das lässt uns die Beobachtung hier machen, wenn wir ab Vers 36 nochmal das vor unserem inneren Auge vorbeiziehen lassen, dass es weitaus mehr Priester als Leviten, Sänger, Torhüter, Tempeldiener und Knechte Salomos zusammengenommen gegeben hat. Also unter all diesen verschiedenen Bediensteten und Würden und Funktionsträger, die mit dem Heiligtum zusammenhängen, die natürlich hier besonders erwähnt werden, weil das Heiligtum hier aufgebaut werden soll, stechen die Priester zahlenmäßig sehr deutlich hervor. Das ist natürlich auch ein bisschen erstaunlich, weil man vielleicht denken würde, dass es mehr andere Diener bräuchte als Priester. Aber vor allem viele Priester sind wohl hier auch mitgezogen im ersten Zug zurück nach Jerusalem.

[6:57] Und jetzt kommt eine interessante Notiz hier in den nächsten Versen, ab Vers 61, ab Vers 59. Und diese zogen auch mit herauf aus Telmelach und Telhachsa, Cherub, Adan und Immer, konnten aber das Haus ihrer Väter und ihre Abstammung nicht nachweisen, ob sie aus Israel seien. Die Söhne Delahias, die Söhne Tobias, die Söhne Nekodas. Und insgesamt sind das 652 gewesen. Hier sieht man, wie wichtig Geschlechtsregister gewesen sind. Für uns sind sie oft scheinbar langweilige Hindernisse beim Durchlesen der Bibel. Aber für Menschen damals waren Geschlechtsregister entscheidend für die Zugehörigkeit und auch für die persönliche Identität. Die hier erwähnten Ortsnamen sind in den meisten Fällen nicht sicher lokalisierbar zur Zeit. Aber es handelt sich wohl ganz offensichtlich um Gegenden in Babylonien. Und dieses Schicksal, das hier einige haben, teilen auch Priester. Das heißt in Vers 61. Und von den Söhnen der Priester, die Söhne Habayas, die Söhne des Hakots, die Söhne Barzileis, der von den Töchtern Barzileis des Gileaditers eine Frau genommen hatte und nach deren Namen genannt worden war. Das ist eine kleine Notiz, eine kleine Geschichte, die es aber durchaus in sich hat. Barzilei, der Gileaditer, der kommt in der Zeit Davids vor. Da wird er erwähnt mehrmals in 2. Samuel 19 und auch in 1. Könige 2. Wir haben übrigens alle Referenzen hier immer im Sendemanuskript, das wir euch ans Herz legen, genauer zu studieren. Der war zur Zeit Davids ein alter Mann und hatte dem König geholfen. Er war ein guter Mann, aber kein Priester. Und da jetzt die Namensgebung hier auf ihn übergegangen war, oder vielmehr auf seine Nachkommen, und man keine priesterliche Nachkommenschaft oder Abstammung nachweisen konnte, war trotz der Tatsache, dass er ein guter Mann war und Segen gebracht hatte, das nicht ausreichend für den Priesterdienst. Das ist sehr interessant. Übrigens ist auch diese Formulierung nach seinem Namen genannt interessant, denn es zeigt hier, wie sehr das mit Identität, mit existenzieller Identität zu tun hat. Wenn wir denken da vielleicht auch an Daniel 9, wo Daniel sagt zu Gott, dass wir das Volk Gottes nach seinem Namen genannt sind, was also zeigt, dass wir ganz fundamental unsere Existenz mit Gott eigentlich uns identifizieren sollten als das Volk Gottes.

[9:28] Vers 62. Diese suchten ihr Geschlechtsregister und als sie es nicht fanden, wurden sie als unrein vom Priestertum ausgeschlossen. Es war also nicht so, dass man nachweisen musste, dass man oder das nachgewiesen werden musste, dass man nicht Priester ist, sondern wenn man schon nicht nachweisen konnte, dass man Priester war, war das ausreichend, um eben nicht die Priestertätigkeit auszuüben. Das erscheint uns zunächst einmal sehr radikal. Wir würden vielleicht denken, naja im Zweifel für den Angeklagten. Aber hier geht es ja nicht um ein Verbrechen und eine Strafe, die gegeben werden soll. Hier geht es vielmehr um das exklusive Privileg, Priester sein zu dürfen. Das war im Alten Testament in 4. Mose bei Todesstrafe verboten, dass das von Fremden, von Nicht-Leviten ausübt würde. Nur Nachfahren der Familie Aarons durften Priester sein. Und wir kennen die Geschichte von Korach, der sogar Levit war, aber eben nicht aus der Familie Aarons und der dafür natürlich für seine Rebellion sehr teuer bezahlt hat. Und mehrfach wird in 4. Mose diese exklusive Heiligkeit des Priesterdienstes betont, die, und das ist eben kein Zufall, ein Gleichnis, eine Typologie sozusagen für die Priestertätigkeit Jesu ist. Und da verstehen wir jetzt, warum die Bibel so explizit darauf beharrt hat und auch das Volk Gottes immer wieder darauf beharrt hat, dass nur die echten Priester wirklich Priester sind. Denn auch wir können nur von einem echten Priester vertreten werden. Jesus ist allein seligmachend. Er hat eine exklusive Aufgabe dort und die kann von niemand anderem übernommen werden. Und diese Exklusivität, die für unser persönlichen Glauben so wichtig ist und so entscheidend ist, die sollte ausgerückt werden durch diese Maßnahmen. Und es illustriert auch eine andere Wahrheit, nämlich, dass wir, die wir durch das Blut Jesu zu König und Priestern gemacht werden, wie es die Offenbarung sagt, dass auch wir verzeichnet sein müssen in einem Buch, wenn wir dann ewig mit Jesus König und Priester sein wollen, wie es Offenbarung 20 beschreibt. Denn alle, die nicht im Buch des Lebens verzeichnet sind, werden dieses Vorrecht nicht haben können.

[11:57] Vers 63. Was hat man damals in der konkreten Situation gemacht? Und der Stadthalter, das war Serubbabel, wie wir schon auch gesehen haben und auch Ellen White hier im Zitat im Sendemanuskript bestätigt. Und der Stadthalter sagte ihm, dass sie nicht vom Hochheiligen essen dürfen, bis ein Priester für die Urim und die Tumim seinen Dienst antreten würde. Vom Hochheiligen essen war nicht einfach nur die Versorgung der Priester, sondern hatte eine ganz besondere Funktion im irdischen Heiligtum. Es wird mehrfach erwähnt in 3. Mose, dass ein Teil der Opfer von bestimmten Opfern für die Priester als hochheilige Speise, nicht nur als heilige, sondern als hochheilige Speise bestimmt waren. 3. Mose 10, Vers 17, 18 sagt sogar, dass es eine priesterliche Pflicht war, davon zu essen. In dieser Geschichte dort wird Aaron sogar dafür getadelt, dass er nicht vom Hochheiligen gegessen hatte. Es war Teil des zeremoniellen Versöhnungsdienstes, weil auch dadurch das Opfer, die Konsequenzen sozusagen der Sünde, die Sünde vielmehr, das Opfer sollte ja den stellvertretenden Sündetod Jesu repräsentieren, auf den alle unsere Sünden gelegt sind. Dass dieses Gegessene im Priester sollte ebenfalls die Sünde ins Heiligtum bringen, genauso wie auch das Blut diese Funktion erfüllte, das dann ins Heiligtum gebracht wurde, dort angesprengt wurde. So auch mit dem Essen von Teilen des Opfers. Deswegen war es auch jedem Fremden streng verboten, davon zu essen. So finden wir es in 3. Mose 22, Vers 10. Und sollte ein Fremder davon essen, war das eine Frevelsünde und hat die Gabe entheiligt. Wer versehentlich davon aß, musste immerhin das noch großzügig wieder gut machen. Dieses Heilige durfte nur von männlichen Mitgliedern der Priesterfamilie an heiligem Ort gegessen werden. Und Serubbabel hat also hier die Lösung gefunden. Aufgrund der klaren, eindeutigen Hinweise in Bestimmung in 3. und 4. Mose konnte man nicht einfach auf gut Glauben, auf Bauchgefühl diese Priester vom Hochheiligen essen lassen. Man wollte warten, bis es ein klares, definitives Wort Gottes gibt. Durch die Urim und Tummim, die wir aus 2. Mose 28, Vers 30 kennen, wo sie für die Rechtsprechung durch Gott persönlich eingesetzt worden sind, im Heiligtum, wo Fragen gestellt werden konnten, bei denen Gott direkt durch diese beiden Steine, die Urim und Tummim, antworten konnte. In dieser Sache konnten also Wahrscheinlichkeit und Plausibilität nicht ausreichen, sondern es brauchte ein unmissverständliches Wort des Herrn. Auch in der Frage, ob wir Könige und Priester sind, ob wir wirklich zu Gott gehören, reicht nicht ein Gefühl, reicht nicht Plausibilität oder ein paar gute Gedanken dazu, sondern es braucht ein klares, unmissverständliches Wort des Herrn.

[15:06] Vers 64. Die Gesamtzahl der ganzen Gemeinde betrug 42.360. Das ist dieselbe Zahl, die auch im Parallelkapitel in Nehemia erwähnt wird. Das Interessante ist allerdings, wenn man all die Zahlen, die ab Vers 3 hier aufgeschrieben worden sind, zusammenaddiert, kommt man auf weniger als 30.000, nämlich auf 29.818. Wenn man dann noch weitere 1.765 Personen dazu nimmt, die in Nehemia erwähnt werden, aber nicht in diesem Kapitel, kommt man auf 31.583. Jetzt ist es wiederum interessant, dass in Nehemia 7 31.089 Personen erwähnt werden, aber in Esra 494 erwähnt werden, die nicht in Nehemia erwähnt werden, sodass, wenn man die auch wieder zusammenrechnet, man ebenfalls auf 31.583 Personen kommt. Also wir können auf jeden Fall sagen, es waren 31.583 gezählte, also das heißt aus dem Stamm Juda, aus dem Stamm Benjamin, von den Leviten, den Priestern, Sängern und so weiter. Was uns zu der Schlussfolgerung bringt, dass offensichtlich weitere 10.777 Menschen mitgezogen sind, die wohl vermutlich nicht zu den Stämmen Juda und Benjamin gezählt haben oder auch nicht zu besonderen Personengruppen. Wir hatten es ja schon bei den Gefäßen gesehen im Kapitel 1, dass dort auch die Gesamtzahl aller Geräte doch größer war, beträchtlich größer, als die Addition der speziell aufgezählten Geräte und der Gefäße und so ist das jetzt auch hier bei den Menschen. Wir haben ja schon damals die Parallele zwischen den Gefäßen und den Menschen gesehen.

[16:49] Interessant ist jetzt, dass das Ganze ein Überrest nur ist. So war es ja auch verheißen worden in Jeremia 23 und dort Vers 3, zum Beispiel Jeremia 23 und dort Vers 3, dort heißt es und ich selbst werde den Überrest meiner Schafe sammeln, aus allen Ländern, wo ich sie versprengt habe und ich werde sie wieder zu ihren Weideplätzen bringen, dass sie fruchtbar seien und sich mehren sollen. Gott hatte verheißen, ja, es wird eine Rückkehr geben, aber es werden nur einige sein, nur ein Teil. Jetzt, wir wissen nicht genau, wie viele Juden es zu dem Zeitpunkt im gesamten medopersischen Reich gegeben hat. Wir kennen die Zahl, die viele Jahrhunderte vorher den Auszug aus Ägypten erlebt haben. Das waren über 600.000. Das heißt, wenn man das einfach mit dieser Zahl vergleicht, einfach um so ein Gefühl zu bekommen, dann sind das weniger als zehn Prozent, um die sieben Prozent nur. Also es war wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Juden, die es gab im Reich, die hier nach Jerusalem zurückgekehrt sind. Entsprechend sagt auch Ellen White in Propheten und Könige, die Große, sie sagt eben, im Vergleich zu den Hunderttausenden, die über die Provinzen medienpersin zerstreut waren, machten sie jedoch nur einen kleinen Teil aus. Also sie spricht auch von Hunderttausenden. Was also deutlich machte, es ist hier nur eine kleine Fraktion. Die große Mehrheit der Israeliten hatte es vorgezogen, im Land ihrer Verbannung zurückzubleiben, statt die mühende Heimreise und des Wiederaufbaus ihrer verwüsteten Städte und Häuser auf sich zu nehmen. Halten wir fest, der Wiederaufbau beginnt damit, dass ein Großteil gar nicht mitgeht. Und auch das ist eine wichtige Lektion für uns. Der Wiederaufbau beginnt erstmal mit einer vermeintlich, oder mit einer überschaubaren, einer kleinen Gruppe.

[18:27] Vers 65. Ohne ihre Knechte und ihre Mägde, deren Zahl bezog sie 7337. Dazu kamen noch 200 Sänger und Sängerinnen. Auch Jesaja hatte verheißen, dass sie mit Knechten zurückkommen werden. Jesaja 14, 1 und 2. Vers 66, 67. Sie hatten 736 Pferde und 245 Maultiere. An Kamelen 435 und 6720 Esel. Ich bin kein Experte in diesem Gebiet, aber es scheint mir doch so zu sein, dass eine relativ kleine Anzahl von Tieren hier mitkommt im Vergleich zu der Größe der Gemeinde.

[19:01] Vers 68. Und als sie zum Haus des Herrn nach Jerusalem kamen, gaben etliche vor den Familienhäuptern freiwillige Gaben für das Haus Gottes, damit man es an seiner früheren Städte wieder aufbauen könnte. Freiwillige Gaben, das haben wir schon das letzte Mal gesehen, sind die Grundlage schon immer gewesen für den Bau des Heiligtums. So war es mit der Stiftshütte in 2. Mose, so war es auch mit dem Salomonischen Tempel, zum Beispiel in 1. Chronik 29, wo Bereitschaft vorhanden ist, so sagt 2. Korinther 8, Vers 12. Das zählt letztendlich das, was man gibt, nicht das, was man nicht hat. Und Gott liebt einen fröhlichen Geber. Gott hat noch niemals in der Bibel gefordert, dass seine Wohnung, sein Heiligtum mit erzwungenen Mitteln gebaut werden soll. Und das ist sehr, sehr interessant, wenn man auch mit dem Charakter Gottes nachdenkt. Was genau ist die Städte, zu der sie hier gekommen sind? Es sollte an seiner früheren Städte wieder aufgebaut werden. Nicht woanders, sondern dort, wo der Tempel stand. Und wir wissen aus 1. Chronik 21, Vers 18 und 2. Chronik 1 und auch 2. Chronik 3, Vers 1, dass der Salomonische Tempel auf dem Berg Moria gestanden hat. Das ist der Platz, wo Abraham den Isaak opfern sollte und wo Jahrhunderte später David auf der Tenne des Jebusiters Ornan einen Altar errichtet hatte, um der Plage zu wehren. Und an genau dieser Stelle sollte der Tempel jetzt wieder aufgebaut werden.

[20:41] Vers 69. Und zwar gaben sie nach ihrem Vermögen für den Bauschatz 61.000 Golddreiken und 5000 Silberminen und 100 Priestergewänder. Nun ist das immer sehr schwierig und unsicher, sowas in heutige Kaufkraft zu übertragen. Wenn wir einfach mal den Gold- und Silbergehalt in den Dreiken und der Mine uns anschauen und einfach nach heutigem Goldpreis und Silberpreis ausrechnen, um so ein Gefühl zu bekommen, dann käme man bei den Golddreiken auf 22,38 Millionen Euro und bei den Silberminen auf fast 50, auf 48,18 Millionen Euro. Das heißt in der Summe wäre das ein Gesamtvolumen von ungefähr 70 Millionen Euro, den das Volk dort gibt. Das klingt ziemlich spektakulär, ist es auch. Wenn man das auf die über 42.000 Personen runter bricht, sind das etwa 1650 Euro pro Mann und das erscheint dann schon nicht mehr ganz so bombastisch, aber zeigt mit welcher, mit einem echten ernsten opferbereiten Eifer man für diesen Tempel gegeben hat. Was würde passieren, wenn jedes Gemeindeglied unserer heutigen Zeit in solcher Höhe, 1650 Euro, für besondere Projekte spenden würde, was wäre nicht alles möglich. Und so einen Bauschatz gab es natürlich schon zur Zeit von David, wie uns Parallelverse zeigen, der war damals allerdings sehr viel größer.

[22:11] Vers 70 ist sehr interessant und den sollten wir uns genau anschauen. Und die Priester und die Leviten und die aus dem Volk und die Sänger und die Torhüter und die Tempeldiener ließen sich in ihren Städten nieder und alle Israeliten in ihren Städten. Man beachte die Reihenfolge, sie kamen zuerst zum Berg Moria und haben als allererstes dort aus ihrem Besitz Geld gegeben für den zukünftigen Aufbau des Tempels. Danach sind sie in ihre Städte gegangen und haben erst dann die Ruinen ihrer eigenen Häuser gesehen. Das heißt, bevor sie gesehen haben, wie stark ihre eigenen Städte und Dörfer und Häuser zerstört worden sind, haben sie zuerst von ihrem Besitz und zwar nicht kleinlich, sondern sehr großzügig freiwillig gegeben für den Aufbau des Tempels. Das war die erste Priorität. Wir denken dabei an die Worte, Jesus trachte zuerst nach dem Reich Gottes, seiner Gerechtigkeit und alles andere wird euch dann zufallen.

[23:07] Kapitel 3 Vers 1. Als aber der siebte Monat, das ist der Tischri, der in heutigem Kalendersystem so zwischen September und Mitte Oktober anzusiedeln ist, als nun aber der siebte Monat nahte und die Kinder Israels nun in ihren Städten waren, da versammelte sich das Volk wie ein Mann in Jerusalem. Also offensichtlich ist diese Rückkehr im Sommer erfolgt, das würde ziemlich genau passen, denn es waren ja auch ungefähr im Sommer 605 vor Christus, als die ersten Juden unter dem Gott Näher, zur Zeit von Daniel 1, gefangen genommen worden sind. Und bei der ersten sich bietenden Gelegenheit kommen alle zusammen wieder. Die Gelegenheit ist deswegen so klar, weil es im Tischri, im siebten Monat, gleich drei heilige Feste gab, aus 3. Mose 23, das ist bekannt, nämlich das Posaunenfest, der Großversöhnungstag und das Laubhüttenfest, die jetzt gleich auch noch mehr hier erwähnt werden.

[24:04] Vers 2. Und Jeschua, der Sohn Jotzadaks und seine Brüder, die Priester und Serubbabel, der Sohn Schealtiels und seine Brüder machten sich auf und bauten den Altar des Gottes Israels, um Brandopfer darauf darzubringen, wie es geschrieben steht im Gesetz Moses des Mannes Gottes. Jeschua, der Stadthalter, der Hohepriester natürlich und Serubbabel, der Stadthalter. Das Gesetz Moses, das bezieht sich hier auf die entsprechenden Stellen, zum Beispiel in 5. Mose 12, Vers 5 bis 7. Das können wir kurz einmal lesen, 5. Mose 12, Vers 5 bis 7. Sondern an dem Ort, den der Herr, euer Gott, aus allen euren Stämmen erwählen wird, um seinen Namen dorthin zu setzen, damit er dort wohne. Da sollt ihr ihn suchen und dahin sollst du kommen. Dahin sollt ihr eure Brandopfer und eure Schlachtopfer bringen, eure Zehnten und das Hebopfer von eurer Hand, eure Gelübde und eure freiwilligen Gaben und die Erstgeburt von euren Rindern und Schafen. Und dort sollt ihr vor dem Herrn, eurem Gott, essen und fröhlich sein, ihr und eure Familien, über allem, was eure Hand erworben hat, womit der Herr, dein Gott, dich gesegnet hat. Christen sollten nicht einfach irgendwo Brandopfer-Altäre aufrichten, sondern an den Ort, an dem Gott erwählt hatte. Und diese Städte, dieser Berg Moria, war ja erwählt worden zur Zeit Davids als der Ort des Heiligtums. Und dorthin kamen sie und dort versammelten sie sich wie ein Mann und dort bauten sie einen Altar.

[25:38] Vers 3. Und sie errichteten den Altar auf seiner Grundfeste, denn Furcht vor den Völkern, sehr interessant, der umliegenden Länder lastete auf ihnen und sie opferten dem Herrn Brandopfer darauf. Brandopfer am Morgen und am Abend, das bezieht sich auf das tägliche Opfer, das am Morgen und Abend gegeben worden ist. 2. Mose 29, ab Vers 38 sagt mehr darüber. Das waren die Lämmer, die jeden Morgen und jeden Abend gegeben worden sind, auch als Bild für das Morgen- und Abendgebet, die Morgen- und Abendandacht, die wir täglich brauchen, um mit Gott eine wirklich gute und immer sich vertiefende Beziehung zu führen.

[26:15] Ab Vers. Interessant ist auch hier die Beobachtung, dass die anderen Völker zunächst einmal, die Israeliten hier haben, gewähren lassen. Vers 4. Und sie feierten das Laubhüttenfest so, wie es geschrieben steht und opferten Brandopfer Tag für Tag in der vorgeschriebenen Zahl, was für jeden Tag bestimmt war. Das Laubhüttenfest, wie wir es ja auch in 3. Mose 23 finden, war ursprünglich eine Erinnerung an den Auszug aus Ägypten und war immer da mit diesem Wissen im Hinterkopf gefeiert worden. Jetzt war es natürlich eine ganz neue Erfahrung, denn sie feierten dieses Laubhüttenfest nicht nur, weil sie wussten, dass vor Jahrhunderten ihre Vorvorvorfahren mal aus Ägypten gekommen waren. Sie feierten dieses Laubhüttenfest, weil auch sie eine ganz ähnliche persönliche Erfahrung gemacht hatten. Sie waren aus Babylon zurückgekehrt. Das muss ihnen also eine ganz neue Perspektive auf dieses Fest auch gegeben haben. Die genaue Auflistung der Opfer kann man nachlesen in 4. Mose 29 Verse hier im Sendemanuskript.

[27:13] Vers 5. Danach auch das beständige Brandopfer, also das, was morgen Abend gegeben werden sollte und die Brandopfer für die Neumonde, also dann am 1. Tischri, als Neumondfest dann auch und alle heiligen Festtage des Herrn. Dazu die Brandopfer für jeden, der dem Herrn eine freiwillige Gabe darbrachte. Die heiligen Festtage waren wie gesagt das Posaunenfest, der Versöhnungstag und das Laubhüttenfest. All das an diesem siebten Monat, der ein richtiger Festmonat jetzt war und wo es eine ganze Menge an Opfern gab. Freiwillige Opfer werden in der Bibel natürlich auch öfter erwähnt.

[27:46] Vers 6. Am ersten Tag des siebten Monats fingen sie an, dem Herrn Brandopfer darzubringen. Das war nämlich gleichzeitig das Posaunenfest als auch das Neumondfest, weil nämlich ein neuer Monat angefangen hat und entsprechend wurden die vorgeschriebenen Opfer gebracht. Das heißt hier weiter, da fingen sie an, dem Herrn Brandopfer darzubringen, obwohl der Grund für den Tempel des Herrn noch nicht gelegt war. Noch nicht einmal das Fundament stand, aber man hat schon geopfert. Das zeigt uns, dass Opfern duldete keinen Verzug. Selbst wenn der Tempel noch gebaut werden sollte, die Abhängigkeit von dem stellvertretenden Opfertod, den Jesus sterben würde und den er jetzt aus unserer Perspektive gestorben ist, die Abhängigkeit duldet keinen Verzug. Auch wenn manche andere Dinge in unserem Leben noch gebaut werden müssen, wenn vielleicht wir erst noch zur Gemeinde finden müssen und viele andere Dinge. Aber die direkte Abhängigkeit von dem, der für uns gestorben ist und der Dank dafür, das kann nicht warten, bis andere Dinge gebaut und als Fundament gelegt worden sind. Wir müssen immer als allererstes zu Jesus und seinem Kreuz kommen.

[28:53] So rasch wie möglich wurde ein Altar an der Stelle des Früheren im Tempelhof errichtet, so sagt es Ellen White in Propheten und Könige. Vers 7. Sie gaben aber den Steinmetzen und Zimmerleuten Geld und den Leuten von Sidon und Tyrus, das sind also Phönizien, die beiden großen Handelsstädte an der Mittelmeerküste der Phönizien, zwei Stadtkönigstümer, Speisetrank und Öl, dass sie Zedernholz vom Libanon auf dem Meer nach Jaffa brächten. Das ist der Ort, an dem dann auch der Jona in See gestochen ist, Richtung Mittelmeer, auf dem Meer nach Jaffa brächten, wie es ihnen Kyros, der König von Persien, erlaubt hatte. Auch hier ist es interessant, wie die Parallele zur Zeit Davids und Salomos zu beachten. Auch zur Zeit von Salomo kam Zedernholz aus dem Libanon über das Mittelmeer und wurde dann nach Jaffa geschickt, kann man nachlesen hier im Sendemanuskript. Das heißt, man hat sich in all diesen Details wieder an dem Tempel Salomos orientiert, auch wenn jetzt sozusagen man weniger Geld hatte und weniger personelle Ressourcen. Es sollte im Prinzip genau dasselbe passieren wie damals.

[30:03] Vers 8. Und im zweiten Jahr, nach ihrer Ankunft bei dem Hausgottes im Jerusalem, im zweiten Monat, also wir sind jetzt im Jahr 534 vor Christus und im Monat Ijar, das ist so der Monat zwischen April und Mai, Mitte April, Mitte Mai, begannen Serubbabel, der Sohn Schealtiels und Jeschua, der Sohn Jotzadaks und ihre übrigen Brüder, die Priester und die Leviten und alle, die aus der Gefangenschaft in Jerusalem gekommen waren. Und sie bestimmten die Leviten von 20 Jahren an und darüber zur Aufsicht über das Werk am Haus des Herrn. Der Aufbau musste organisiert und geleitet werden. Ein Wiederaufbau geht nicht einfach so, dass jeder macht, was er denkt. Und der Aufbau in unseren Familien, der Wiederaufbau in unseren Gemeinden, sowohl lokal als auch weltweit, der Wiederaufbau des Werkes Gottes muss organisiert und geleitet werden. Es gibt keine echte Erweckung der Reformation ohne Organisation und ohne Leitung. Das sehen wir hier ganz deutlich. Interessant ist, dass der eigentliche Levitendienst nach der Bibel erst mit 30 Jahren begann. Aber hier werden schon Leviten ab dem 20. Lebensjahr, wenn sie 20 Jahre alt gewesen sind, eingesetzt für diese Leitungsaufgaben. Ab 20 Jahren war man nämlich kriegstauglich und das gibt uns vielleicht auch eine Idee, wie wichtig dieses Anliegen hier war.

[31:27] Vers 9. Und Jeschua samt seinen Söhnen und Brüdern und Kadmil, das ist übrigens nicht der Jeschua, der der Hohepriester war, sondern ein anderer Jeschua. Es heißt hier, und Jeschua samt seinen Söhnen und Brüdern und Kadmil samt seinen Söhnen und die Söhne Jehudas traten an wie ein Mann, das sind also die Leviten, um Aufsicht zu führen über die, welche das Werk am Haus Gottes taten, auch die Söhne Henedads samt ihren Söhnen und Brüdern, die Leviten, wie ein Mann. Nicht nur muss das Ganze organisiert und geleitet werden, auch die Leiter in der Struktur müssen einheitlich arbeiten, damit das Ganze Erfolg hat. Also die ganze Gemeinde kommt zusammen wie ein Mann im siebten Monat und sie zeigt die Abhängigkeit von Gott durch die Opfer, die sie bringen auf dem wiedererrichteten Altar und dann im nächsten Jahr, im zweiten Monat, im Frühjahr beginnt jetzt der eigentliche Bau und das wird organisiert, da werden Leiter festgesetzt, die das Ganze beaufsichtigen und auch sie müssen einig sein, wie ein Mann, so nur kann das Werk Gottes vorangehen.

[32:31] Vers 10. Und als die Bauleute den Grund zum Tempel des Herrn legten, stellten sich die Priester in ihren Gewändern auf mit Trompeten und die Leviten, die Söhne Asers, mit Zimbeln, um den Herrn zu loben nach der Anordnung Davids des Königs von Israel. Ein ganz interessanter Vers hier, das Fundament wird jetzt gelegt, die Priestergewänder kennen wir aus 2. Mose 28, die kleiden sich jetzt in diese schönen, besonderen Priestergewänder und Trompeten und Zimbeln sind eigentlich auch für die musikalische Umrahmung großer Heiligtumszeremonien gedacht gewesen, insbesondere immer für die Bundeslade, auch die es jetzt ja gar nicht mehr gibt. Wer also von außen das angeschaut hätte, hätte sich zurückversetzt in die Zeit von David, als dort oft die Bundeslade transportiert worden ist und auch die Zeit Salomos, als dann der Tempel eingeweiht worden ist. Da gibt es verschiedene Texte. Die Sänger hatten ja die Aufgabe bei der Bundeslade, Gott zu loben. David hatte die passenden Instrumente besorgt, so lesen wir in 1. Chronik 34 Vers 5 und mehr als 450 Jahre nach diesen Anordnungen von David werden sie wieder eingesetzt. Man war also der Meinung, dass bei diesem Wiederaufbau es auch auf die Details ankommt und man nicht einfach jetzt irgendwie so das macht, was gerade so bei den Phöniziern oder Ägyptern oder Persern irgendwie gerade kulturgut ist, sondern man hat sich an dem orientiert, was damals auch in der Frage der Musik von Gott bestätigt worden war. Und das ist kein Zufall hier in Esra, sondern wir finden immer in den späteren Königen nach David, wenn es eine große Erweckung und Reformation gegeben hat, hat man sich auch in der Frage der Musik wieder zurückerinnert an die Zeiten Davids. Das gilt für die Erweckung und Reformation des Hiskia, als auch in den Tagen Josias, als die Anweisungen und Anordnungen Davids zur Lobpreismusik wieder umgesetzt worden sind. Es fällt auf, dass immer dann, wenn es Erweckung und Reformation gibt, es auch eine Wiederbesinnung gibt auf die bewährten musikalischen Prinzipien, die zurzeit Davids durch Inspiration bestätigt worden sind. Und wir sollten erwarten, dass Erweckung und Reformation auch in unseren Tagen den Bereich der Musik nicht völlig ausklammern. Der ist nicht unwichtig hier, sondern gehört mit zum Aufbau des Volkes. Und deswegen ist es auch wichtig, sich mit der Frage der Musik biblisch und auch mit dem Geist der Weisung zu beschäftigen und sich nicht einfach nur von der Kultur treiben zu lassen, sondern nach inspirierten Prinzipien zu suchen, die dann auch völlig umgesetzt werden sollten.

[35:04] Vers 11. Und sie stimmten einen Wechselgesang an und dankten dem Herrn und lobten ihn, dass er so gütig ist und dass seine Gnade ewig gewährt über Israel. Und das ganze Volk lobte den Herrn mit großem Freudengeschrei darüber, dass nun der Grund für das Haus des Herrn gelegt war. Wechselgesänge sehen wir in den Psalmen, sehen wir bei Miriam. Diese Phrase, dass er so gütig ist und dass seine Gnade ewig liegt, das finden wir immer wieder in den Psalmen. Das finden wir zum Beispiel auch in 1. Chronik 16 und dort Vers 34 zum Beispiel, 1. Chronik 16 und dort Vers 34. Dort heißt es, dank dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Gnade währt ewig. Man hat nicht nur die Instrumente Davids genommen, nicht nur die Anweisung, nicht nur das Setting von damals, man hat sogar die Liedtexte aus der Zeit Davids wieder aufleben lassen. Das ganze war eine Erfüllung einer Prophetie in Jeremia 33 und dort Vers 10 und 11. Da hatte der Prophet Jeremia gesagt in Jeremia 33 und dort Vers 10 und 11. So spricht der Herr an diesem Ort, von dem ihr sagt, dass er verlassen sei von Menschen und Viehen, nämlich in den Städten Judas und auf den Straßen Jerusalems, die verwüstet sind, ohne Menschen und ohne Vieh. Da soll man wiederum jubeln und Freuden beschreien und die Stimme der Braut, die Stimme derer, die sagen, dankt dem Herrn, der Herr stand, denn der Herr ist gütig und seine Gnade währt ewig. Und die Stimme derer, die Dankopfer bringen, ins Haus des Herrn, denn ich will das Geschick des Landes wenden, dass es wieder sei, wie im Anfang, spricht der Herr. Das hat sich buchstäblich dort in dieser Zeit erfüllt, mal abgesehen davon, dass der Tempel noch gar nicht stand, aber die Israeliten haben schon so gefeiert und gelobt und gedankt, als wäre der Tempel schon da, obwohl nur die Ecksteine, die Grundsteine gelegt worden sind.

[37:15] Vers 12. Aber viele der alten Priester und Leviten und Familienhäupter, die den früheren Tempel gesehen hatten, weinten laut, als der Grund für dieses Haus vor ihren Augen gelegt wurde, während viele ihre Stimmen zu einem Freudengeschrei erhoben, wir können Vers 13 noch dazu nehmen, so dass das Volk das Freudengeschrei nicht unterscheiden konnte von dem lauten Weinen im Volk, denn das Volk erhob ein großes Jubelgeschrei, sodass man den Schall weithin hörte. Der Salomonische Tempel war 586 vor Christus zerstört worden, das heißt, die älteren Personen müssen so knapp 60 Jahre oder älter gewesen sein. Und was jetzt hier ganz offensichtlich anklingt, ist, dass dieser neue Tempel, der Wiederaufbau des Tempels, sehr viel kleiner angelegt wird, als Kyros das eigentlich erlaubt hätte, wie wir das letzte Mal gesehen haben. Wir wissen nicht ganz hundertprozentig, warum, vermutlich haben die Mittel gefehlt, ein Großteil des Volkes war ja in Babylon geblieben und mit dem Fundament wird auch die Größe erst einmal festgelegt und das war ein Anlass zur Klage für viele der älteren Generationen und das war nicht richtig. Denn statt sich zu freuen, dass Gott seine Verheißung wahr macht und Prophezeiungen sich erfüllen und dass Gott so große Gelegenheit gegeben hat, sahen sie eher auf das Negative als auf das Positive und haben dadurch die Motivation des Volkes geschwächt. Ellen White sagt in den Propheten und Königen, das Gebäude, das nun wieder aufgebaut werden sollte, war Inhalt vieler Weissagungen gewesen. Sie betrafen die Gunst, die Gott Zion erweisen wollte. Alle, die an der Grundsteinlegung teilnahmen, hätten von ganzem Herzen die Freude eines solchen Anlasses teilen sollen. Wenn es Erweckung und Reformationen gibt, ist die vielleicht nicht immer so spektakulär, wie wir gehofft haben oder wie wir uns das erträumt haben. Wir sollten uns trotzdem freuen und nicht darüber klagen, was noch hätte geschehen können. Sie sagt weiter, hier unten, die Traurigkeit über die Fehler der Vergangenheit hätte jetzt dem Gefühl großer Freude weichen müssen. Gott hatte das Herz des Kyros bewegt, sodass er ihnen beim Wiederaufbau half. Das hätte zur Äußerung tiefer Dankbarkeit führen sollen, statt sich zu freuen. Hingen sie unzufriedenen und mutlosen Gedanken nach. Sie hatten den Glanz des Salomonischen Tempels gesehen und jammerten über den geringeren Wert des Gebäudes, das jetzt erreicht werden sollte. Achtung, das Murren und Klagen sowie die ungünstigen Vergleiche, die man zog, drückten viele Gemüter nieder und schwächten die Arme der Erbauer. Der allererste Widerstand kommt nicht von Feinden von außerhalb, sondern von denen, die dankbar sein sollten und stattdessen sich beschweren. Das ist der erste Widerstand im Aufbau des Werkes, mal abgesehen davon, dass viele gar nicht gekommen sind. Aber als sie beginnen, ist der erste Widerstand nicht von Menschen außerhalb, die kommen gleich noch, sondern von denen, die gar nicht Widerstand leisten wollen, sondern sich nur beschweren, dass alles früher besser war und dass wir ein Erster Teil noch größer machen können und dass es nicht so toll ist wie früher und dadurch schwächen sie die Motivation der Erbauer.

[40:08] Es heißt hier weiter, die Arbeiter wurden zu der Frage veranlasst, ob sie an einem Gebäude weiter bauen sollten, das schon am Anfang so offen bemängelt wurde und Anlass zu so vielen Klagen bot. Von der Grundsteinlegung an wurde dieser neue Tempel kritisiert und das führte zu der Frage, sollen wir noch weiter bauen. Sehr interessant, wie viel kann man davon lernen für unsere Zeit, auch wenn wir in unseren Gemeinden Wiederaufbau leisten wollen, wie viel wird oft kritisiert, obwohl wir dankbar sein sollten für die Vorsehung Gottes und die Türen, die er öffnet.

[40:45] Kapitel 4, Vers 1. Es wurde gehört, dieses Geschrei und die Kapiteleinteilung ist ja von später. Direkt hier anschließend heißt es jetzt in Vers 1, als aber die Widersacher Judas und Benjamins hörten, dass die Kinder der Wegführung dem Herrn, dem Gott Israels den Tempel bauten. Da war dieses große Geschrei, die meisten jubelten, aber viele weinten auch und dieses Hin und Her und das heißt im letzten Vers vorher, das große Jubelgeschrei hat man weithin gehört und jetzt hören es auch die Widersacher, die Feinde, die Samaritaner, von denen wir gleich noch mehr lernen werden.

[41:16] Vers 2, da kamen sie zu Serubbabel und zu den Familienhäuptern und sprachen zu ihnen, wir wollen mit euch bauen, denn wir wollen euren Gott suchen, gleich wie ihr, opfern wir ihm nicht seit der Zeit Assarhaddons, des Königs von Assyrien, der uns hierher gebracht hat. Serubbabel war natürlich der Stadthalter und wir wissen aus Vers 1, dass sie die Widersacher sind, dass sie Feinde sind, dass sie schlechte Absichten haben, aber sie benutzen angenehme Worte, um zu täuschen. Die Bibel hat da manche Verse zu, zum Beispiel hier auch in Sprüche 26. Wer waren diese Samaritaner? Wir wissen aus 2. Könige 17, aus etlichen Versen dort, dass der König von Assyrien Kriegsgefangene aus anderen Gegenden, zum Beispiel aus Babel, in dem nun weitgehend entvölkerten Nordreich angesiedelt hatte. Also im letzten Drittel des 8. Jahrhunderts vor Christus, das Nordreich Israel unterging unter dem Ansturm der Assyrer. Da blieben nur wenig Israeliten dort im Nordreich zurück. Die meisten wurden verschleppt in viele Teile des Assyrischen Reiches. Stattdessen wurden jetzt andere Völker dort nach Nordpalästina gebracht, also nach Israel. Es kam zu einer Vermischung und zu einer ganz neuen Religion, weil nämlich dort es eine große Löwenplage gab und viele der neu angesiedelten Heiden der Meinung waren, man müsste sie erst einmal das Recht des Landesgottes lehren. Da wurde dann ein Priester, ein israelischer Priester, aus der Gefangenschaft zurückgebracht, hat ihnen dann wohl offensichtlich viel aus den fünf Büchern Mose vorgelesen. Und dann haben diese Menschen, die um Samaria lebten, der ehemaligen Hauptstadt des Nordreiches, die Samaritane, so eine Mischreligion kreiert, indem man den Gott der fünf Bücher Mose, den Gott des Himmels, den wahren Gott, an den wir glauben, angebetet hat und gleichzeitig auch die jeweiligen Gottheiten verehrt hat, die man so mitgebracht hatte aus dem eigenen Heimatland. Über Generationen ist das weitergegeben worden, auch zur Zeit Jesu waren die Samariter ja noch ganz gegenwärtig. Die haben damals dann immer noch nur an die fünf Bücher Mose geglaubt, aber nicht an die späteren Propheten, haben dann immer mehr sich Richtung Verehrung eines Gottes gewandt, wobei sie immer noch die anderen Gottheiten hatten, die sie als Repräsentation des einen Gottes dann angesehen haben. Wer war Assarhaddon? Manchmal auch Esarhaddon genannt, das war der Assyrische Asheracher Idina, der assyrische König von 680 bis 669 vor Christus, der Sohn und Nachfolger von Sanherib. Und das lässt uns also vermuten, dass die Samaritaner hier schon seit etwa 140 Jahren im Land gelebt hatten. Lange Zeit waren ja auch die Juden nicht da gewesen, weil sie im Babylonischen Exil gewesen sind und jetzt kommen sie zurück und jetzt kommt dieses erste Aufeinandertreffen wieder.

[44:32] Vers 3. Jesus selbst hat, Johannes 4, bestätigt, dass die Samariter ihre eigene Theologie nicht richtig verstanden haben und dass auch ihre damalige Anbetung nicht wirklich seinem Willen entsprach, auch wenn die Juden zur Zeit Jesu auch dann schon ziemlich abgewichen waren, zumindest vom Herzen her. In Apostelgeschichte 8, Vers 21 wird sehr deutlich, dass jemand, der vom Herzen nicht aufrichtig vor Gott ist, auch nicht mitwirken kann im Volk Gottes. Und Kyros hat ja explizit in seinem Edikt gesagt, dass alle, die zum Volk Gottes gehören, dieses Haus bauen sollen.

[45:07] Vers 4. Da suchte das Volk im Land, die Hände des Volkes Juda schlaff zu machen und sie vom Bauen abzuschrecken. Jetzt erst erlaubt Gott den Widerstand, erst als das Fundament gelegt ist, erst als der Altar errichtet worden ist. Solange die aller wichtigsten Dinge nicht getan worden waren, hatte Gott den Widerstand zurückgehalten. Furcht lag auf den umliegenden Völkern. Erst jetzt, als das Fundament gelegt ist, erlaubt Gott Widerstand. Ich glaube, das ist eine Lektion für unser persönliches Leben. Gott erlaubt den Widerstand erst in unserem Leben, wenn da ein Fundament ist, dass wir mit ihm weitergehen können.

[45:44] Vers 5. Und die warmen Ratgeber gingen sie an, um ihr Vorhaben zu verhindern, solange Kyros, der König von Persien, lebte, bis Darius, der König von Persien, zur Regierung kam. Darius ist hier Darius I., der persische Großkönig, der ab ungefähr 521 regierte. Wir werden gleich noch mehr von ihm hören. Also etwa 13 Jahre lang machen jetzt diese Amerikaner Lobbyarbeit am persischen Hof gegen die Juden. Es entsteht jetzt eine bittere Feindschaft, die bis in die Zeit von Jesus ihre schlimmen Früchte trägt. Und diese Feindschaft beginnt hier vor allem mit den Samaritanern eigentlich. Interessant ist, dass ein Kapitel in Daniel jetzt genau in diese Zeit fällt, obwohl es oft falsch lokalisiert wird, weil man einfach die Jahreszahlen nicht bedenkt. Und zwar ist das Kapitel Daniel 10 oder besser gesagt Daniel 10 bis 12. Da heißt es nämlich ganz genau in Daniel 10, im dritten Jahr des Kyros, des Königs von Persien, wurde dem Daniel, der Sazer genannt war, ein Wort geoffenbart. Da geht es also nicht, wie oft vermutet wird oder behauptet wird, um die Rückkehr der Juden, denn die war ja gerade schon erlaubt, sondern es geht jetzt darum, dass die Samaritaner hier am Königshof gegen die Juden in Jerusalem intrigieren. Und Daniel hat davon mitbekommen und er hat jetzt gefastet und hat gebetet drei Wochen lang, wir kennen die Geschichte, wir haben nicht die Zeit, das zu lesen, aber dann erscheint der Engel Gabriel und berichtet davon, wie er drei Wochen lang mit Kyros gerungen hat. Da sieht man also, was für ein kosmischer Konflikt hier ausgetragen wird, weil die Feinde gegen das Volk Gottes intrigieren. Das war also diese Ratgeber der Samaritaner, die dazu geführt haben, dass jetzt Gabriel und schließlich sogar Michael selbst, der Engelfürst Michael, Jesus selbst eingreifen musste, um diese Intrigen zu brechen. Aber das zeigt uns auch, wenn Menschen gegen uns hinterhältig vorgehen, wenn sie das Werk Gottes aufhalten wollen, dann kämpfen Engel für uns und sogar Jesus selbst, um diesen Widerstand zu brechen. Und wir haben hier noch sehr viel mehr Zitate von Ellen White zu dieser ganzen Situation, könnt ihr alles nachlesen. Wird auch genau erklärt nochmal, dass Joshua und Serubbabel sich an die grundlegenden Weisungen in den Büchern Mose hielten, dass nämlich die Fremden nicht teilhaben sollten am Bund, sofern sie sich nicht wirklich zu Gott bekehrten. Und entsprechend erwähnt auch Ellen White, dass in diesem Zusammenhang jetzt Gabriel und Michael, also Jesus, eingegriffen haben. Das heißt hier, während Satan sich bemühte, die höchsten Machthaber im Königreich der Meder und Perser so zu beeinflussen, dass sich Gottes Volk gegenüber ungerecht zeigten, wirkten Engel zugunsten der Verbannten. An dieser Auseinandersetzung nahm der ganze Himmel teil. Durch den Propheten Daniel wird uns ein Einblick in dieses gewaltige Ringen zwischen den Mächten des Guten und des Bösen gewährt. Drei Wochen lang kämpfte Gabriel mit den dunklen Mächten, um dem Einfluss entgegenzutreten, der den Geist des Kyros bedrängte, noch ehe der Kampf beendet war, kam Christus selbst Gabriel zu Hilfe. Kann man sehen, was für ein kosmischer Konflikt hier ausgetragen wird, wegen Intrigen gegen Gottes Volk. Sie sagt weiter, alles was Gott für sein Volk tun konnte, war getan. Schließlich war der Sieg errungen. Die feindlichen Mächte wurden während der ganzen Lebenszeit des Kyros und seines Sohnes Kambyses, der etwa siebeneinhalb Jahre regierte, in Schach gehalten.

[49:18] Vers 6. Als aber Ahasveros König wurde, schrieben sie zu Anfang seiner Regierung eine Anklage gegen die Einwohner von Juda und Jerusalem. Hier ist Kambyses gemeint. Kambyses der Zweite, genau genommen der Kambyses, der Sohn des Kyros war. Sobald Kyros starb, der durch das Wirken von Jesus und Gabriel beeinflusst worden war, an seinem Edikt festzuhalten. Sobald er starb, haben die Samaritaner einen neuen Brief geschrieben und haben versucht gegen die Juden zu intrigieren. Kambyses wurde 529-530 neuer König, also so gegen 529 etwa fünf Jahre nach Beginn des Widerstandes kommt dieser Brief jetzt zu ihm. Aber wie wir schon bei Ellen White gelesen haben, sind sie nicht durchgedrungen. Das Werk konnte weitergehen, wenn natürlich auch recht langsam.

[50:02] Vers 7. Und zu den Zeiten Arthasastas schrieben Bislam, Mithridat, Tabeel und ihre übrigen Genossen an Arthasasta den König von Persien. Der Brief aber war in aramäischer Schrift geschrieben und ins Aramäisch übersetzt. Nun, dieser Arthasasta ist Bardia oder Gaumata, der sogenannte falsche Smerdis von 522. Was war passiert? Kambyses stirbt nach ungefähr sieben Jahren, wie gerade gesagt, auf dem Rückweg von seinem Ägyptenfeldzug. Dann tritt ein König auf, der sich als der Sohn Kambyses Bardia ausweist. Der danach folgende König Darius behauptet aber in seiner Inschrift, in der Bechistun-Inschrift, die heute im Iran noch zu sehen ist, dass das in Wirklichkeit gar nicht Bardia war, weil der von Kambyses bereits umgebracht worden war, sondern ein Betrüger namens Gaumata. Die griechischen Historiker nannten ihn dann den falschen Smerdis. Und die antiken Historiker haben das aufgegriffen und auch bestätigt, Herodot zum Beispiel. Die moderne Wissenschaft bezweifelt das allerdings. Ellen White scheint allerdings im Wesentlichen die antike Version zu bestätigen, dass es sich um einen Betrüger handelte. Und dieser Betrüger ist bekannt dafür, dass er allgemein die tolerante Religionspolitik des Kyros wieder rückgängig gemacht hat. Und so passt es also ganz gut, dass in seiner kurzen, nur mehrere Monate dauernden Regierungszeit die Samaritaner eine erneute Chance gewittert haben, im Jahre 522, also 13 Jahre nach der Rückkehr der Juden, schreiben sie diesen Brief und zwar in Aramäisch. Das ist eine Sprache, die mit dem Altebräischen sehr verwandt ist, die schon seit dem 10. Jahrhundert nachweisbar ist und die im Assyrischen und Babylonischen Reich mehr und mehr Verkehrssprache und Diplomatensprache gewesen ist. Man nennt sich vielleicht dann Jesaja 36, wo die jüdischen Führer den assyrischen Rabsake bitten, sprich doch auf Aramäisch zu uns und nicht auf Hebräisch, damit die Leute auf der Stadtmauer nicht hören. Das war damals vergeblich. Im Medo-Persischen Reich wurde dann Aramäisch quasi die Amtssprache weitestgehend und nicht Altpersisch, was eigentlich ja die Sprache der Perser gewesen ist. Und die Sprache war so erfolgreich, dass sie dann auch in Palästina das Hebräische verdrängte, sodass Jesus später, Jahrhunderte Aramäisch sprach. Noch heute gibt es in Syrien einige Dörfer und Sprachinseln, wo Aramäisch gesprochen wird. Und ab diesem Vers beginnt ein längerer Abschnitt in Aramäischer Sprache und nicht in Hebräisch, wie sonst die meisten Teile des Alten Testamentes. So ähnlich auch in Daniel Kapitel 2 ab Vers 7 bis ans Ende von Kapitel 7. Es sind hier Originaldokumente, auch in ihrem Wortlaut offensichtlich. Und das macht die ganze Sache sehr interessant. Aramäische Schrift, die ist ganz ähnlich dem Hebräischen, der althebräischen Buchstabenschrift. Haben jetzt nicht die Zeit, das noch weiter auszuführen.

[52:45] Vers 8. Rehum, der Stadthalter, und Simsai, der Schreiber, schrieben einen Brief gegen Joselem an den König Arthasastas, also dieser vermeintliche Bardia, der Gaumata, der falsche Smerdes. Und der so lautete. Rehum war wohl ein Stadthalter, möglicherweise der Samaritaner oder auch der gesamten größeren Provinz von Westsyrien. Das könnte man von Kapitel 5, Vers 3 ableiten möglicherweise. Schimtschei hat einen interessanten Namen. Er heißt Sonik und war als Schreiber natürlich ein wichtiger Verwaltungsmann. Die Intention dieses Briefes ist gegen Jerusalem gerichtet und nicht nur gegen den Tempel, sondern gegen die Stadt selbst. Und die Intention ist, diesen Bau zu stoppen.

[53:23] Vers 9. Wir Rehum, der Stadthalter und Simsai, der Schreiber und ihre übrigen Genossen, die Dinither, die Aphasasachither, die Tablither, die Aphasither, die Akivither, die Babylonier, die Susanither, die Dehavither, die Elamither, Vers 10, und die übrigen Völker, die der große und berühmte Asnappal führte und in den Städten Samarias wohnen ließ und in dem übrigen Gebiet jenseits des Stromes und so weiter. Die meisten Völker sind nicht sicher zu identifizieren. Die Susanither kommen wohl aus Susan, die Dehavither sind vielleicht die Dahi östlich vom Kaspischen Meer, die Herodot erwähnt, die Elamither sind bekannt, auch aus 1. Mose 14, ein altes Kulturvolk südlich von Babylon. Wer war Asnappal? Das war Asurbanipal oder Assyrisch Asurbaniapli, der Sohn von Esarhaddon, der ab 669 Großkönig der Assyrer war und Jahrzehnte regierte. Und unter seiner Zeit gab es weitere Deportationen, die also über viele Jahre gingen und so das wesentliche Merkmal der Assyrischen Eroberungspolitik gewesen sind und die ganzen Nahen Osten tiefgreifend verändert haben. Jenseits des Stromes, das ist das Gebiet westlich vom Euphrat, also betrachtet von den Persern aus, das Westsyrien mit der Levante also.

[54:31] Vers 11, dies ist die Abschrift des Briefes, den sie zum König Arthasasta, also zu Gaumata, Garmatha sandten. Deine Knechte, die Männer jenseits des Stromes und so weiter. Vers 12, es sei dem König zur Kenntnis gebracht, dass die Juden, die von dir zu uns heraufgezogen waren und nach Jerusalem gekommen sind, nun die aufrührerische und böse Stadt wieder aufbauen wollen und dass die Mauern vollenden und die Grundfesten ausbauen wollen. Das ist eine Verzerrung, denn die Juden bauen zu der Zeit nur am Tempel und gar nicht an den Stadtmauern. Dass sie eine aufrührerische Stadt ist, das lässt sich natürlich schon besser belegen. Wir werden gleich noch sehen. Jerusalem hatte ja mehrfach gegen den Großkönig Nebuchadnezzar zu den zweiten Nebukadnezar rebelliert.

[55:13] Vers 13, so sei nun dem König zur Kenntnis gebracht, dass wenn diese Stadt wieder aufgebaut wird und die Mauern vollendet werden, sie keine Steuern, weder Zoll noch Weggeld mehr geben und so das königliche Einkommen schmälern werden. Also es stimmt, Jerusalem war militärstrategisch sehr gut gelegen, es sehr günstig, wenn ausreichend befestigt war die Stadt nur sehr schwer einzunehmen, weswegen die Juden ja immer wieder sich auch getraut hatten, gegen die Babylonier zu rebellieren. Aber natürlich sind das Lügen. Serubbabel hat gar nicht vor, Jerusalem jetzt hier zu einer Festung gegen die Perser zu machen und auch nicht vor, Steuern zu hinterziehen. Und wir sehen also hier, wie perfide diese Intrige ist. Sie spielt nämlich auf die Sicherheitsinteressen und die politischen Interessen, auch die finanziellen Interessen des persischen Reiches ab und treffen natürlich immer einen wunden Punkt damit. Sie wollen also diese Widersacher, diese Samaritaner, diesen Brief schreiben. Sie wollen, dass diese übrigen Juden, die jetzt diesen Tempel aufbauen, als eine politische, als eine finanzielle Gefahr für das persische Reich darstellen. Eine Methode, die Satan immer wieder angewandt hat und auch anwenden wird in der Zukunft. Dass diejenigen, die treu das Werk Gottes tun, dass die eine Gefahr für die Gesellschaft sind.

[56:33] Vers 14. Da wir nun das Salz des Palastes essen, eine Metapher für finanzielle Abhängigkeit vom Königspalast und es uns nicht gezielt ruhig zuzusehen, wie der König geschädigt wird, so senden wir zum König und bringen es ihm zur Kenntnis. Vers 15. Damit man im Buch der Denkwürdigkeiten deiner Feder nachforsche, dann wirst du im Buch der Denkwürdigkeiten finden und erfahren, dass diese Stadt eine aufrührerische Stadt war und für die Könige und Provinzen schädlich gewesen ist und dass man seit den ältesten Zeiten dort Aufstände verübt hat, weshalb die Stadt auch zerstört worden ist. Das ist natürlich eine Vermischung von Wahrheit und Irrtum und soll natürlich wahnsinnig übertreiben und den König gegen Jerusalem aufbringen. Interessant ist, dass hier eine falsche Argumentation mit dem Verweis auf historisch korrekte Aufzeichnungen plausibel gemacht wird. Gaumata oder Bardiya, wie er sich nannte, der soll die Geschichte Jerusalem studieren und dabei sehen, dass tatsächlich da Rebellionen gewesen sind. Mit anderen Worten, was der Satan versucht ist, er versucht die Sünden der Juden vergangener Zeiten jetzt gegen den Wiederaufbau des Werkes zu verwenden. Wie oft versucht der Satan in unserem Leben unsere vergangenen Sünden uns so vorzuhalten, dass sie den Aufbau des Werkes behindern. Das ist eine Methode Satans, eine Intrige, die wir nicht zulassen sollten. Die Zerstörung Jerusalems, wie gesagt, war im Jahre 586 vor Christus durch Nebukadnezar. Das war also jetzt 64 Jahre her. Dass es immer von ältesten Zeiten her war, ist wohl auch eher eine Übertreibung.

[58:15] Und dann heißt es hier in Vers 16, wir machen also den König darauf aufmerksam, dass wenn diese Stadt wieder aufgebaut wird, was zu dem Zeitpunkt ja gar nicht geschieht, sondern am Tempel wird gebaut, das ist recht langsam, und ihre Mauern verendet werden, die aus diesem Grund kein Teil jenseits des Stromes mehr bleiben wird. Hier haben wir die Spitze der Übertreibung. Die geschichtlichen Fakten werden mit Vermutungen und mit böser Unterstellung vermengt und jetzt auf die Spitze getrieben. Das ist eine maßlose Übertreibung, denn was jetzt behauptet wird, ist, dass wenn Jerusalem, die Stadt Jerusalem wieder aufgebaut wird, das Persische Reich sämtliche Gebiete Westsyriens bis zum Euphrat verlieren wird. Das ist angesichts der Größe des jüdischen Volkes und ihrer mangelnden Bewaffnung völlig absurd. Aber es zeigt noch etwas anderes. Es zeigt nämlich, dass offensichtlich hier noch einige davon wussten, dass das Volk Israel tatsächlich mal bis zum Euphrat regierte, nämlich zur Zeit von Salomo. Das war zu über 400 Jahre her, hatte sich aber offensichtlich noch bei manchen im Gedächtnis gehalten. Damals war tatsächlich das israelitische Reich bis an den Strom ausgedehnt worden von Salomo. Nur Salomo nannte es natürlich diesseits des Stromes und nicht jenseits, weil er von vom Westen aus das betrachtet und nicht vom Osten wie die Perser. Wir sehen also hier, dass dieser Brief mit wahren Fakten und auch tatsächlichen guten Beobachtungen oder richtigen Beobachtungen und einer ganzen Menge an Unterstellungen und bösen Behauptungen jetzt vermengt diesen Aufbau behindern und stoppen sollte. Das nächste Mal werden wir sehen, wie das Ganze ausgegangen ist, wie Gott eingegriffen hat, auch in diese Situation. Wir haben ja gesehen, dass er schon in der Kyros eingegriffen hat. Aber wir wollen uns heute die Frage stellen, ob wir, wie diese 42.000 Juden, den Aufbau des Werkes zur ersten Priorität machen. Deswegen möchte ich dich fragen, möchtest du finanziell und durch deine Gaben und Fähigkeiten das zur ersten Priorität machen, den Aufbau des Werkes? Möchtest du freiwillig geben, wo gebraucht wird und möchtest du auch in Einheit zusammenarbeiten wie ein Mann? Bist du auch für Struktur und Leitung und Organisation, damit dieses Werk wirklich vorangehen kann? Und möchtest du auch bereit sein, den sich öffnenden Vorsehen Gottes dankbar zuzuschauen und sich nicht darüber zu beschweren, wenn nicht alles so ist, wie wir uns das vorgestellt haben? Wenn das dein Wunsch ist, dann segne dich Gott in deiner Entscheidung. Nächste Woche werden wir weiter studieren hier in Esra 4 und uns dann weiter vorarbeiten mit diesem spannenden Buch. Bis dahin wünsche ich Gottes reichen Segen im Studium seines Wortes und beim Wiederaufbau in deinem persönlichen Leben, in deinen Familien und auch in euren Gemeinden. Gott mit euch. Amen.


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